P r o j e k t i d e e : B e r u f l i c h e - V o r s c h u l e

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1 P r o j e k t i d e e : B e r u f l i c h e - V o r s c h u l e Ich bin Marwa aus Afghanistan. Ich bin 21 Jahre alt und ich habe als Köchin in Kabul gearbeitet. Mein Name ist Lkmen und ich komme aus Syrien. Ich bin 20 Jahre alt und habe in Aleppo als Mechaniker gearbeitet. Ich heiße Mohammad, bin aus dem Irak, aus der Stadt Amara. Ich bin 23 Jahre alt und bin von Beruf Maurer und Zimmermann. Diese drei jungen Leute sind seit März 2015 in Deutschland. Sie sind seit Kurzem anerkannt und würden gerne arbeiten aber ihre Deutschkenntnisse sind noch gering. Deutsche Handwerker, Klein- und Großbetriebe suchen dringend Arbeitskräfte. Sie fühlen sich aber überfordert mit der Aufgabe neben den beruflichen Kenntnissen auch noch Deutsch zu vermitteln. Diese Lücke muss ein neues Schulkonzept schließen pragmatisch, effektiv und schnell. 1

2 P r o j e k t i d e e : B e r u f l i c h e - V o r s c h u l e Hallo, zusammen - ich bin Barbara Maier. Von Beruf bin ich Personalreferentin, Ausbilderin und Trainerin. Seit über einem Jahr arbeite ich ehrenamtlich als Deutschlehrerin mit den Flüchtlingen in meinem Ort. Der größte Wunsch meiner Schüler ist es, bald eine Arbeit zu finden. Aber dazu muss man Deutsch können. Und wie lernt man eine Sprache am Schnellsten? Wenn man ein lohnendes Ziel vor Augen hat. Und wie kann man Sprache am besten verankern? Indem man sie alltagstauglich verknüpft mit handwerklichen Tätigkeiten. Die Ausbildungsbetriebe sollen sich um die Ausbildung kümmern können und nicht um den Spracherwerb. Sie sollen sich darauf verlassen können, dass ihr Azubi die notwendigen Voraussetzungen - sprachlich, handwerklich und charakterlich - mitbringt. Die ehrenamtlichen Betreuer kennen die zukünftigen Azubis schon lange und können beurteilen, wer geeignet ist. Viele von ihnen würden gerne mehr sein als ehrenamtliche Helfer und ihr Wissen als Lehrer und Ausbilder professionell einbringen. 2

3 P r o j e k t i d e e : B e r u f l i c h e - V o r s c h u l e Unser ehrenamtliches Helferteam umfasst derzeit 35 Menschen. Darunter ist u.a. ein Schreinermeister, zwei Elektroingenieure, ein Malermeister, vier Ausbilder und drei Lehrerinnen. Das könnten genau die richtigen Leute für eine Schule sein. In einer beruflichen Vorschule werden Deutschunterricht und handwerklicher Unterricht kombiniert. Eine verlässliche berufliche Perspektive schafft die notwendige Lernmotivation. Die rasche Integration in die deutsche Wirtschaft ist das wichtigste Ziel. Auch für die künftige wirtschaftliche Entwicklung der Herkunftsländer wären die erworbenen Fähigkeiten nützlich. 3

4 Hier sind Marwa`s Ideen für das Schul-Projekt: Die Schule sollte drei bis vier Monate dauern. 5 Tage pro Woche und 5-6 Stunden am Tag. Am Schluss bekommen wir ein Diplom und können sofort ohne Wartezeit im Betrieb anfangen. Es wäre toll, wenn der Unterricht täglich per Video mitgeschnitten wird, dann könnte man nachmittags den Stoff wiederholen. Die Betriebe, bei denen wir später arbeiten, könnten einbezogen werden und einige Unterrichtsstunden gestalten. Vielleicht sollte am Anfang ein Intensiv-Deutsch-Wochenende stehen Es sollte nicht zu viele Fächer geben. Ich wünsche mir ein Projekt, an dem wir in Kleingruppen arbeiten. (z.b. eine Präsentation über mein Land auf Deutsch) Es wäre gut, wenn der Schulweg kurz ist. Ich will auf jeden Fall auch viel über Deutschland lernen Kultur und Religion und wie die Menschen denken. Die Schule wird von uns gestaltet und sauber gehalten. Es wäre klasse, wenn wir alle einen Laptop hätten. Wir könnten gemeinsam eine Schul-Website bauen damit andere sehen, wie wir lernen. 4

5 Das wünscht sich Mohammad für seine Schule: Möglichst viele handwerkliche Projekte. (Holz, Elektro, Computer ) Ich möchte den deutschen Berufsalltag kennenlernen. (Filme, Betriebsführungen) Alles sollte wenn möglich an einem Platz stattfinden. Die Unterrichtseinheiten sollten 1,5 Stunden dauern damit man sich auf eine Sache konzentrieren kann. Keine Hausaufgaben aber die Möglichkeit alles zu wiederholen. Auf jeden Fall Mathematik. Prüfungen damit wir wissen, wo wir stehen. Nicht zu viele verschiedene Lehrer. Vielleicht könnten wir am Schluss eine Klassenfahrt machen, wo nur Deutsch gesprochen wird. Wenn ich danach im Betrieb bin, hätte ich noch gerne einen Lehrer als Mentor. Wenn man fehlt, muss man den Stoff nachholen. Wer unentschuldigt und oft fehlt, der muss die Schule verlassen. Nicht zu viel Grammatik alltagstaugliches Deutsch. Nachhilfe falls ich irgendwie nicht mitkomme. Zugang zur Schule auch Nachmittags zum Lernen. Hilfe und Verständnis, wenn ich traurig bin und mal nicht lernen kann. Respekt! 5

6 Lkmen hat sich Folgendes für die Schule überlegt: Die Schule sollte täglich um 9 Uhr beginnen. Wir helfen uns gegenseitig, wenn einer besser voran kommt als der andere. Ich fände es gut, wenn wir gemischte Klassen sind. (Männer, Frauen, jüngere Leute und ältere, Afrikaner und Araber ) Die Arbeitsagentur und die Behörden sollten hinter uns stehen. Keiner sollte ausgewiesen werden können, wenn er diese Schule absolviert. Ich fände es gut, wenn wir auch über unsere Probleme reden können. Sport fände ich auch wichtig Die Fächer Deutsch, Mathematik, Handwerk, Gesellschaftskunde wären gut. Es sollte Noten geben. Vielleicht können deutsche Schüler und Azubis uns helfen. Ich will am Anfang einen Plan haben, damit ich weiß, was wir lernen werden. Die Klassen sollten nicht zu groß sein vielleicht Leute? Es sollte einen Übersetzer geben, den man fragen kann, wenn man etwas gar nicht versteht. Ich will mich auf die Schule konzentrieren können. Jeder sollte eine Chance bekommen. 6

7 Barbara findet: Mit den vielen Ehrenamtlichen vor Ort, sollte es schnell gelingen, diese Idee in die Realität zu holen. Die Schulhoheit liegt bei den Arbeitsagenturen. Das Konzept muss einfach und pragmatisch sein. Große behördliche Hürden müssen im Vorfeld ausgeschlossen werden. Die Bezahlung der Lehrkräfte erfolgt auf Minijobbasis. (Mindestlohn) Wer sich ehrenamtlich einbringen will, ist herzlich willkommen. Es werden geeignete Gewerbeflächen angemietet. Es gibt einen Werkraum und ein bis zwei Klassenzimmer. Die Schule wird als Ein-Klassen-Projekt durchgeführt um den personellen Aufwand gering zu halten. Die Lehrer werden aus dem Kreis der Ehrenamtlichen vor Ort rekrutiert. Jeder kann sich bewerben Erfahrungen aus der bisherigen Zusammenarbeit fließen mit ein. Die Schule wird als Verein betrieben und mit öffentlichen Geldern bezuschusst. Vielleicht können wir einen prominenten Schirmherren oder eine Schirmfrau gewinnen. Übergeordnete Koordinatoren unterstützen die Teams vor Ort. Betriebe und Schulen vor Ort werden einbezogen. Ein Teil des Vereinsgeldes unterstützt ein Schulprojekt in den Heimatländern. Und wenn Ihr weitere Ideen habt immer her damit 7

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