Basismodul Erziehen, Beraten, Betreuen: Kommunikation und Konfliktmanagement

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1 Basismodul Erziehen, Beraten, Betreuen: Kommunikation und Konfliktmanagement Basismodul Erziehen, Beraten, Betreuen Skript für die Studierenden ohne Aufgaben und Methoden 1

2 Kommunikation- Umgang mit verhaltensauffälligen Schülern Tipps und Tricks für den Ernstfall Körpersprache sicheres auftreten aufrechter Gang, Schultern breit und locker zugewandte Körperhaltung aufmerksame Haltung auf Schüler zugehen Fußspitzen zeigen nach außen Blick direktes anschauen des anderen kein gesenkter Blick kein diffuser Blick Blick halten, auch wenn es unangenehm wird dem anderen mit dem Blick signalisieren, ich sehe dich! Stimme laut, deutlich langsam Sprechen, mit Pausen gut artikuliert Sprechen Sprachstil klare Anweisungen Verzicht auf Füllwörter Lächeln Authentizität Gesichtsausdruck stimmt mit Aussage überein Gestik unterstreicht das Gesagte 2

3 Kommunikation: Umgang mit verhaltensauffälligen Schülern Verbal ruhig und doch präzise im Ausdruck Tipps und Tricks für den Ernstfall Klare Arbeitsanweisung: Ich hätte gerne, ich möchte u.ä. Verständnis sichern: Ich bin nicht sicher, ob ich dich richtig verstanden habe. Du sagst/du willst.. Wiedergabe der gehörten Gefühle: Das klingst ziemlich frustriert... Aufgreifen körpersprachlicher Andeutungen: Du guckst verärgert, verzweifelt, geladen... Lenken: Moment mal- das ist wie ein Auftritt auf der Bühne, so kommen wir nicht weiter. Stop, in diesem Ton möchte ich nicht weiterreden... Mir wäre wichtig, dass wir in der Pause über den Vorfall sprechen... Du willst meine Argumente jetzt nicht hören, ich schlage vor... Habe ich dich richtig verstanden, du meinst, dass... Wir sollten versuchen mehr Ruhe in die Diskussion zu bringen.. So, wie wir jetzt miteinander reden, kommen wir nicht weiter... Ich würde unser Gespräch gerne zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzten.. Stop, das ist ein Angriff, den ich nicht hinnehmen möchte... In diesem Falle erübrigt sich eine Diskussion, ich möchte, dass du die Coladose bitte aufhebst und in den Müll wirfst. Ich sehe du schreibst ab, wir haben dafür klare Regeln, an die du dich halten musst. Die Konsequenz ist dir bekannt... Du schreibst ab, lass das, sonst gibt es eine 6.. 3

4 Einige Tipps bei Unterrichtsstörungen: Besonnen handeln und erst mal durchatmen. Zeit schafft Distanz! Direkte Reaktionen: Appellieren präzise Aufforderung die Störung zu unterlassen / Körpersprache beachten Warnung / Tadel/Strafen Ignorieren/ Störungen nicht beachten Änderung der Sitzordnung humorvolles Abwiegeln, Beruhigen des Schülers/ der Schülerin Vertagen in die Pause/ Einzelgespräch Benachrichtigung der Eltern/des Rektors/des Klassenlehrers Klassenkonferenz /Austausch mit Kollegen Loben vor der Klasse Tadeln und kritisieren unter vier Augen Didaktisch-methodische Maßnahmen: Änderung der Unterrichtsinhalte (stärkere Orientierung an den subjektiven Schülerinteressen) Änderung der Methoden, mehr Handlungsorientierung Übungsphasen mit hohem Anteil an motorischer Eigentätigkeit der Schüler Metakommunikation: Unterricht über die Störungen/Rollenspiele/Standbilde/Fragebogen Eigene kritische Reflexion Perspektivenwechsel vornehmen/ sich in die Situation der Schüler versetzen Umdeuten / Problem in neuen Rahmen stellen Schüler ernst nehmen und wertschätzen Authentisch sein Aktives Zuhören, Nachfragen, sich kundig machen Änderungsehrgeiz bei den Schülern und Schülerinnen anstacheln: 4

5 Traust du dir eine Änderung zu? Überschaubare, machbare Ziele mit dem Schüler zusammen formulieren Störungen nicht persönlich nehmen Musterunterbrechungen wagen Selbsterfahrung sich selbst besser einschätzen lernen in einer Fallbesprechungsgruppe mitmachen Zu hohe Ansprüche an sich selbst überprüfen Humor und Gelassenheit nicht vergessen!!!!! (Nobody is perfect) Lösungen verhindern!! Wie schafft man es unlösbare Situationen zu erzeugen? Vermeiden Sie es Unterschiede wahr zu nehmen. Gehen Sie davon aus, dass die Störung sich nie verändern wird. Konzentrieren Sie sich vollständig auf Defizite und Fehler. Überlegen Sie möglichst nicht, welche Funktion oder welchen Sinn die Störung haben könnte. Gehen Sie davon aus, dass die Störung aufgrund stabiler Eigenschaften von anderen Personen entsteht. Vermeiden Sie es mit anderen nach Lösungen zu suchen. Besser ist es mit anderen über die Situation zu jammern. Wenn Sie nach Veränderungen suchen, so tun Sie das in Bereichen, die Sie selbst nicht verändern können (Medien, Familien, Gesellschaft Schulaufsicht ) Suchen Sie immer wieder nach Störungen, suchen Sie nicht nach Ausnahmen. Ändern Sie nie Ihr Verhalten. 5

6 Du Botschaften Bei dieser Technik vermeidet der Sprecher eine gefühlsmäßige Ich- Aussage zu machen. Das eigene, innere Erleben wird in eine Botschaft über den anderen gekleidet. Die Du- Botschaft ist sehr beliebt. Sie hat den Vorteil, dass die eigene Innenwelt unkenntlich bleibt und der andere gerät in große Bedrängnis, wie er die Aussage verstehen soll. Du Botschaft: Musst du denn immer dazwischenreden? Du solltest mal in einen Diskutier-Kurs gehen. Ich- Botschaft: Wenn ich unterbrochen werde, komme ich aus dem Konzept und das irritiert mich und die Klasse. Daher wünsche ich mir, dass du. Ich Botschaften richtig senden: Verhalten Effekt Gefühl Wunsch 1. Aussage darüber, was das Problem verursacht. Es wird auf ein ganz bestimmtes Verhalten Bezug genommen. Wenn Sätze Wenn du dem Sitznachbarn die Arbeitsblätter zerreißt.. 2. Aussage über konkrete Auswirkungen (Effekt) verstößt das gegen unseren Vertrag. 3. Aussage darüber, inwieweit ich durch das unerwünschte Verhalten des anderen betroffen bin und welche Gefühle bei mir ausgelöst werden. und das ärgert mich. 4. Aussage darüber, was ich mir wünsche ich wünsche mir, dass Unterrichtsmaterialien nicht zerstört werden und dass du dich am Lernen beteiligst. Literatur: Gordon, Th. (1981): Lehrer-Schuler-Konferenz, Reinbek. Miller, Reinhold (2004): Das ist ja wieder Typisch. 25 Trainingsbausteine für gelungene Kommunikation in der Schule: Weinheim/Basel. Miller, Reinhold (2005): 99 Schritte zum professionellen Lehrer. Schulz von Thun, F (2001): Miteinander reden 1, Reinbek. 6

7 Mögliche Ursachen von Unterrichtsstörungen: Bei den Schülern Langeweile/Spaß an Nebentätigkeiten Über/Unterforderung Ermüdung Konzentrationsprobleme altersgemäße Entwicklungserscheinung Neurosen Krankheiten Vorurteile gegenüber Schule und Lehrern keine Berufsperspektive, kein Ausbildungsplatz Unübersichtlichkeit der Leistungserwartung Beim Lehrer/ der Lehrerin fehlendes Durchsetzungsvermögen Angst vor den Schülern häufiger Wechsel der Erziehungsgrundsätze missverständliche Körpersprache falsche Sozialform ungeeignete Medien eigener Disziplinmangel wie das Zuspätkommen oder Bruch von Versprechungen ungerechte Behandlung von Schülern Bei der Institution Lärm auf der Straße/im Gebäude zu große Klassen Gruppensituation ungünstiger Stundenplan keine Kooperation mit Kollegen auf Seiten der Eltern/Familie/ Gesellschaft Konflikte/Familienkonflikte/Beziehungsstörungen Perspektivlosigkeit der Jugendlichen nach Hilbert Meyer, Unterrichtemethoden II, Praxisband,Berlin,1986 Material erstellt von Karin Kollak-Ruland und Evelyn Weidenhausen 7

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