Ratschläge für die Weiternutzung von Windows XP

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1 26. März 2014 Vortrag im Begegnungszentrum Baumgärtlihof, Horgen Seite 1 / 5 Ratschläge für die Weiternutzung von Windows XP Einleitung Um es vorweg zu nehmen: Es gibt kein von Menschenhand geschaffenes Programm, das nicht knackbar ist! Dies gilt besonders für Windows Betriebssysteme, die aus mehreren Millionen Programmzeilen bestehen. An solchen Systemen sind tausende von Programmierern beteiligt. Wenn Schwachstellen im Programm entdeckt werden, die eine Schädigung des Systems ermöglichen, beseitigen die Programmierer diese so rasch wie möglich. Das gilt für alle Windows-Ausgaben. Ab 8. April 2014 soll es diese wesentliche Schutzfunktion für Windows XP nicht mehr geben. Am vernünftigsten ist es, auf eine unterstützte Windows-Version umzusteigen, denn es muss fest damit gerechnet werden, dass die Cyberkriminellen sich ab April auf Windows XP stürzen werden. Was tun, wenn das altbewährte Windows XP noch gut läuft und optimal auf die eigenen Bedürfnisse eingestellt ist? Das trifft immerhin auf 29 % aller Windows-Nutzer weltweit. Eine Umfrage hat ergeben, dass viele davon vorhaben, bei Windows XP zu bleiben. Nachfolgend sind einige Ratschläge für die Abschottung von Windows XP. Wie immer kann jedoch keine Garantie für die absolute Sicherheit des Systems gewährt werden. Administrativmassnahmen Eingeschränkter Benutzer einrichten: Erfahrungsgemäss sind die meisten Windows- XP-Benutzer als Administrator angemeldet. Zudem haben sie kein Benutzer-Passwort. Ein allfälliger Eindringling kann somit mit Administratorrechten ungehindert alles tun. Am einfachsten erstellt man ein Admin-Konto mit Administratorrechten und vergibt ihm ein Passwort. Anschliessend ändert man die Rechte des ursprünglichen Benutzers auf Eingeschränkt. Idealerweise vergibt man ihm auch ein Passwort. Nachteil: In Zukunft müssen viele Handlungen, wie z. Bsp. bei Installationen, durch Eingabe des Admin- Passworts genehmigt werden (analog der Benutzerkontosteuerung in Windows 7 und Windows 8). Schutz gegen Schadware verstärken Viele Windows XP Nutzer haben sich bisher auf Microsoft Security Essentials (MSE) für den Virenschutz verlassen. Dieses Programm bietet einen guten Schutz nur in Kombination mit der Schadware-Durchsuchung, die bei jeder monatlichen Microsoft-

2 26. März 2014 Vortrag im Begegnungszentrum Baumgärtlihof, Horgen Seite 2 / 5 Aktualisierung automatisch durchgeführt wird. Da diese für Windows XP in Zukunft ausfällt, empfiehlt es sich, MSE durch ein umfassenderes Schutzprogramm zu ersetzen. Zu beachten ist jedoch, dass einige dieser Produkte durch ihren höheren Ressourcenverbrauch, auf ältere Hardware mit leistungsschwächeren Prozessoren das System merklich bremsen können. Kostenpflichtige Antiviren-Suites: Diese bieten einen umfassenden Schutz vor allem, weil sie auch die primitive Windows XP Firewall durch eine eigene, effektivere Firewall ersetzen. Empfehlenswert sind Kaspersky Internet Security (ca. 60 /Jahr) und Symantec Norton Internet Security (ca. Fr. 45/Jahr). Freie Antiviren-Programme: Obwohl die meisten kostenlosen Antiviren-Programme keine zusätzliche Firewall enthalten, bieten sie trotzdem einen relativ umfassenden Schutz gegen Viren, Spione und andere Schadware. Empfehlenswert ist avast! Free Antivirus. Für ca. 40 /Jahr ist avast! Internet Security umfassender und beinhaltet eine eigene Firewall. Eigenständige Firewall: Die in Windows XP vorhandene Firewall schützt nur in eine Richtung nach innen! D. h. wenn ein Trojaner sich bereits im System eingenistet hat, kann er ungehindert nach aussen kommunizieren. Es empfiehlt sich deshalb, eine dedizierte Firewall zu installieren, vor allem wenn man eine kostenlose Antiviren-Lösung ohne eigene Firewall einsetzt. Bei der Installation einer eigenständigen Firewall muss die Windows-Firewall deaktiviert werden, weil diese sich sonst gegenseitig behindern würden. Sehr empfehlenswert ist die kostenlose COMODO Firewall. Allerdings stellt sie hohe Ansprüche an das Können des Nutzers und ist entsprechend kompliziert zu konfigurieren. COMODO nervt zu Beginn mit häufigen Anfragen, die ein Laie in den meisten Fällen nicht beantworten kann. Zusätzlicher Malware Scanner: Ein zusätzlicher Malware-Scanner sollte als zweite Meinung installiert werden. Eins der bekanntesten ist Anti-Malware von der renommierten amerikanischen Sicherheitsfirma MalwareBytes. Durch blitzschnelle Scans entdeckt und entfernt dieses Produkt alle Arten von Viren, Würmern, Trojanern, Rootkits, Dialers und Spyware. Bei der kostenlosen Version muss der Scan manuell ausgelöst werden. Hingegen bietet die kostenpflichtige Version (22.95 ) einen umfassenden Echtzeitschutz. Anti-Malware kann gleichzeitig mit dem herkömmlichen Antiviren-Programm laufen. Dedizierte Schutzprogramme: Durch Impfung und heuristische Verfahren schützen diese Wächter vor Zero-Day Angriffen, Browser-Infektionen, Erpressungs- Trojanern, usw. Ein typischer Vertreter dieser neuen Art von Schutzprogrammen ist HitmanPro.Alert der niederländischen Firma SurfRight. Das kleine Programm ist zurzeit noch gratis zu haben. Die bereits erwähnte, kostenpflichtige Version von Anti-Malware deckt seit kurzem ebenfalls diese Gefahren ab.

3 26. März 2014 Vortrag im Begegnungszentrum Baumgärtlihof, Horgen Seite 3 / 5 Unsichere Programme ersetzen bzw. entfernen Internet Exporer 8: Der in Windows XP integrierte Internet Explorer Version 8 bietet nicht den gleich guten Schutz wie die neueren Versionen in Windows 7 und Windows 8 (IE Version 10, bzw. 11). Er kann weder deinstalliert noch aufgerüstet werden. Der Internet Explorer 8 sollte durch einen anderen, sicheren Webbrowser abgelöst werden. Ich empfehle Mozilla Firefox als Standardbrowser zu installieren. Er ist ausgereift, schnell und anpassbar. Dazu sollten zumindest die Add-ons Adblock Plus (Schutz gegen Werbung) und WOT (Schutz vor gefährlichen Webseiten) geladen werden (Firefox-Tab oder Extras in der Menuleiste > Add-ons > Add-ons suchen). Ferner stellt das Add-on ScriptBlock den ultimativen Schutz gegen gefährliche Java- Skripts dar, seine Benutzung ist jedoch sehr gewöhnungsbedürftig und nicht jedermanns Sache. Adobe Reader: Weltweit der meistbenutzte Betrachter für PDF-Dateien und ein beliebtes Angriffsziel der Cyberkriminellen. Er sollte unbedingt durch einen sicheren PDF-Betrachter ersetzt werden. Es gibt unzählige alternativen im Internet. Zu nennen sind u. a. Foxit PDF Reader, Nitro PDF Reader, Sumatra PDF. Mein Favorit ist PDF-XChange Editor der kanadischen Firma Software Tracker Products. Das Programm installiert sich in Englischer Sprache. Nach dem Start lässt sich jedoch in den Menüs Edit > Preferences > Languages durch betätigen der Schaltfläche [Set as Default] Deutsch als Standardsprache setzen (wirksam nach einem Programm- Neustart). Adobe Flash Player: Der Flash Player von Adobe ist für die Darstellung von animierten Inhalten und Videos auf Webseiten zuständig. Er ist mit zahlreichen Schwachstellen behaftet, durch welche Schadcode eingeschleust werden kann. Deswegen stellt er eine grosse Gefahr dar. Leider gibt es zurzeit keine Alternativen. Das Konkurrenzprodukt Silverlight von Microsoft findet keine Akzeptanz und ist nicht sehr verbreitet. Wenn Silverlight auf einen Rechner vorgefunden wird, kann es ohne Folgen über Systemsteuerung > Software deinstalliert werden. Dasselbe gilt für den Adobe Shockwave Player, der in etwa die gleiche Funktion wie der Adobe Flash Player inne hat. Die Verfügbarkeit von neuen Versionen für den Adobe Flash Player wird durch ein blinkendes, rotes Adobe-Symbol im Infobereich der Taskleiste angezeigt. Ein Klick darauf löst die Aktualisierung aus. Unbedingt tun! Java RTE: Die Java Laufzeitumgebung der Firma Oracle wird von Sicherheitsexperten in aller Welt wegen den vielen Schwachstellen, die immer wieder neu entdeckt werden, als sehr gefährlich eingestuft. Wenn auf dem Computer keine Software installiert ist, die Java RTE erfordert, sollte Java RTE deinstalliert werden. Andernfalls (z. Bsp. die Office-Suite LibreOffice benötigt Java RTE) muss Java RTE belassen und

4 26. März 2014 Vortrag im Begegnungszentrum Baumgärtlihof, Horgen Seite 4 / 5 unbedingt auf dem aktuellsten Stand gehalten werden. Neue Versionen kündigen sich mit dem Java-Symbol (eine rauchende Kaffeetasse auf orangefarbigem Hintergrund) im Infobereich der Taskleiste an. Mit einem Klick darauf ist die Aktualisierung unbedingt durchzuführen! Die Java-Skripts, die auf vielen Webseiten für die Aktivierung gewisser Funktionen verwendet werden, haben mit Java RTE nichts zu tun! Anwendungen aktuell halten Microsoft Office: Es ist ungewiss, ob Microsoft andere, auf Windows XP installierte Microsoft-Software weiterhin automatisch aktualisiert. Deshalb sollte regelmässig manuell nachgeprüft werden, ob es Aktualisierungen für die Office-Produkte gibt. Andere Anwendungen: Häufig verwendete Software (Bildbearbeitungsprogramme, Media Players, Dateibetrachter, Datensicherungsprogramme, usw.) sollten regelmässig auf neue Versionen überprüft werden, sofern die Programme beim Ausführen dies nicht selbsttätig tun. Aktuelle Versionen unverzüglich installieren! Secunia PSI: Der Secunia Personal Software Inspector der dänischen Sicherheitsfirma Secunia prüft im Hintergrund, ob neue Versionen für risikobehaftete Software verfügbar sind, lädt sie herunter und installiert sie. Das Programm funktioniert zuverlässig, reagiert jedoch manchmal sehr träge auf Windows-XP-Systmen. Datensicherung Nutzdaten: Der Verlust der persönlichen Dokumente, Bilder und Filme ist unersetzbar. Deswegen ist die regelmässige Sicherung der Nutzdaten auf einen externen Datenträger ein wesentlicher Bestandteil jedes Sicherheitskonzeptes für Computer. Für Erstellung, Vergleich und Synchronisierung von Datensicherungen gibt es eine riesige Anzahl kostenpflichtiger und freier Software. Nachfolgend eine Auswahl: PureSync: Ermöglicht automatische Vergleiche und Synchronisierungen der Daten. Sehr vielseitig; Konfiguration ist etwas umständlich. Gratis für die Privatnutzung. FreeFileSync: Intuitives, schnelles, sehr leistungsfähiges Datensicherungsprogramm (Open Source, daher kostenlos). Systemdaten: Systemdaten werden mit speziellen Programmen gesichert, die ein komprimiertes Speicherabbild der Datenstruktur erstellen. Aus dem Abbild lässt sich jederzeit ein funktionierendes System in wenigen Minuten wiederherstellen. Acronis True Image Home: Sehr umfassend (ca. 50 ). Mehrsprachig. Macrium Reflect: Sehr schnell und zuverlässig. In der Gratisversion nur die Erstellung von Vollsicherungen möglich. Nur auf Englisch erhältlich.

5 26. März 2014 Vortrag im Begegnungszentrum Baumgärtlihof, Horgen Seite 5 / 5 Internetadressen der erwähnten Anwendungen Produkt Schutzprogramme Anti-Malware von MalwareBytes Avast! Free Antivirus HitmanPro.Alert von SurfRight Kaspersky Internet Security Norton Internet Security COMODO Firewall ZoneAlarm Firewall Alternativprogramme Mozilla Firefox Webbrowser Adobe Reader Foxit PDF Reader Nitro PDF Reader PDF-XChange Editor Sumatra PDF Reader Secunia PSI Grundlegende Software SUN Java Laufzeitumgebung Adobe Flash Player Sicherungssoftware PureSync von Jumping Bytes FreeFileSync auf Sourceforge Acronis True Image Home Macrium Reflect Free Internetadresse =Windows html

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