Klimaneutrale Universität

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1 Klimaneutrale Universität Auf dem Weg zur klimaneutralen Leuphana Universität Lüneburg Zwischenbericht Februar 2013 Prof. Dr. Ruck, Klimaschutzbeauftragter Oliver Opel, wiss. Mitarbeiter im Forschungsprojekt Klimaneutraler Campus Irmhild Brüggen, Umweltkoordinatorin

2 Inhaltsverzeichnis i 1 Nachhaltige Leuphana Universität Lüneburg Klimaneutrale Leuphana Zwischenbericht zur Zielerreichung CO 2 -Bilanzen Aktualisierung des Konzeptes Campusentwicklung Energie Konzept Campus-Energiesystem Bisherige Arbeiten und Ergebnisse Mobilität Ist-Analyse Handlungsfelder und Maßnahmen Fazit und Ausblick Abbildungsverzeichnis Abb. 1: Wirkungsfelder einer nachhaltigen Universität im gesellschaftlichen Kontext... 2 Abb. 2: Klimaneutrale Leuphana Universität Lüneburg... 5 Abb. 3: Exergetisch optimiertes Versorgungskonzept für den klimaneutralen Campus... 9 Abb. 4: Aufkleber für die Aufzüge Abb. 5: Aufkleber für die Fenster Abb. 6: CO 2 -Ampel Abb. 7: CO 2 -Emission Tabellenverzeichnis Tab.1: Treibhausgasbilanz des geplanten Energiesystems für den Campus Scharnhorststraße und Bockelsberg... 6

3 2 1 Nachhaltige Leuphana Universität Lüneburg Nachhaltigkeit wird auf allen Ebenen der Leuphana integriert: Forschung, Lehre, Transfer und Organisation. Die Leuphana Universität Lüneburg hat sich zum Ziel gesetzt, durch Bildung, Forschung und Transfer einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Zivilgesellschaft des 21. Jahrhunderts zu leisten. Dabei spielt die Frage, wie eine nachhaltige Gesellschaft gestaltet werden kann, eine wesentliche Rolle. Hiermit befasst sich schwerpunktmäßig die imm Oktober 2010 neu gegründete Fakultät Nachhaltigkeit mit fünfundzwanzig Professuren. Nachhaltigkeit wird jedoch an allen Fakultäten der Leuphana vermehrt thematisiert und ist für die Campusentwicklungg von großer Bedeutung. Neben der Vielzahl an Forschungsprojekten, Konferenzenn und Lehrveranstaltungen mit einem klaren Nachhaltigkeitsbezug werden Projekte wie die Nachhaltigkeitsberichterstattung der Leuphana, das Umweltmanagementsystem nach EMAS und die klimaneutrale Leuphanaa aus dem Haus fachlichh begleitet und finden kontinuierlich Anknüpfungspunkte inn der Lehre und Forschung. Abb. 1: Wirkungsfelder einer nachhaltigen Universität im gesellschaftlichen Kontext In ihren Kernaktivitäten Forschung, Lehre und Weiterbildung setzt sich die Leuphana mit globalen Zukunftsherausforderungen auseinander, diee die grundlegenden WirkungsfeldeW er im Kontext einer Entwicklung für eine nachhaltige Gesellschaft bilden. Ein zentraler Aspekt des Nachhaltigkeitsengagements der Leuphana ist die Optimierung des eigenen Betriebsablaufs, die durch ökonomische, soziale und ökologische Maßnahmen beschrieben wird. Daneben ist die Universität ein e Ort, an dem Menschen viel Zeit verbringen. Daher gestaltet die Leuphana eine Lebenswelt, die im Campus-Alltag Erfahrungen mit

4 3 Nachhaltigkeit ermöglicht. Die zukunftweisende Kultur der Universität zeigt sich auch nach außen in der Campusentwicklung. 2 Klimaneutrale Leuphana Der Klimawandel gehört zu den dringlichsten Problemen unserer Gesellschaft. Daher forschen und arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Lüneburg an innovativen Konzepten zur Minimierung und Vermeidung der Treibhausgas-Emissionen weltweit. Erkenntnisse über den drohenden Klimawandel werden aber nicht nur in Lehre und Forschung diskutiert, sondern spiegeln sich im Alltag des Universitätslebens wider. Um einen Beitrag zur Bekämpfung der globalen Erwärmung zu leisten, hat sich die Leuphana im September 2007 das Ziel gesetzt bis 2012 klimaneutral zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, will die Leuphana ihre CO 2 -Emissionen senken und zum Ausbau der erneuerbaren Energien beitragen. Die Themenfelder sind Energieeffizienz, Einsatz regenerativer Energien sowie Förderung einer klimaschonenden Mobilität, die in vielen Einzelmaßnahmen sukzessive implementiert und optimiert werden. Das gesamte Projekt wird von Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftlern und Studierenden verschiedener Fachrichtungen sowie der Universitätsverwaltung zusammen vorangetrieben. Im Mai 2008 wurde Prof. Dr. Wolfgang Ruck als Klimaschutzbeauftragter von der Universitätsleitung benannt und koordiniert alle Projekte aus Forschung, Lehre und Verwaltung zur Erreichung des Ziels Klimaneutralität. 2.1 Zwischenbericht zur Zielerreichung Das Ziel der Klimaneutralität wird mit zweijähriger Verschiebung aller Voraussicht Ende 2014 mit Fertigstellung des Zentralgebäudeneubaus und der Inbetriebnahme eines hierauf abgestimmten Energiesystems erreicht. Dieser zeitliche Ablauf liegt darin begründet, dass in 2008 mit der Antragsstellung bezüglich eines Forschungsprojektes Klimaneutraler Campus beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) in den Förderprogrammen Forschung für die energieeffiziente Stadt (EnEff: Stadt) und Forschung für Energieoptimiertes Bauen (EnOB) begonnen wurde. Ziel des Projektes ist die klimaneutrale Energieversorgung des Campus Scharnhorststraße und des angrenzenden Stadtgebietes Bockelsberg. Hierzu soll ein Energiesystem integral mit der Sanierung der Bestandsgebäude in einem innovativen Prozess beplant und aufbauend auf den Erfahrungen hinsichtlich Wärmespeicherung im Untergrund entwickelt werden. Im November 2010 erhielt die Leuphana vom BMWi

5 4 eine Förderzusage über 3,4 Millionen Euro zur Realisierung dieses nachhaltigen und klimaneutralen Energiekonzeptes. Zudem musste das in dem Forschungsprojekt noch zu entwickelnde und auf den Zentralgebäudeneubau abgestimmte Energiesystem in Form eines Energieliefer- und Energieeinsparcontractings europaweit öffentlich ausgeschrieben werden. Die Herausforderung hierbei war, dass für die Ausschreibung des Einsparcontractings noch keine Energiepreise als Grundlage vorhanden waren, da die Energieversorgung gleichzeitig neu ausgeschrieben wurde. Die Ausschreibung des Energieliefercontractings gestaltete sich aufwändig, da der Wärmebedarf geschätzt werden musste, da im Voraus das durch das geplante Energieeinsparcontracting realisierbare Einsparpotenzial nicht genau beziffert werden konnte. Die Ausschreibung wurde in einem aufwändigen Verhandlungsverfahren in 2011 durchgeführt und Ende 2012 bezuschlagt. Insgesamt führte die integrale Betrachtung des Projektes in einen gut abgestimmten Prozess in allen Bereichen und mit allen Stakeholdern zu einem höheren zeitlichen Aufwand. So entstand durch die inhaltliche Verknüpfung von Einsparmaßnahmen am Bestandscampus und dem Zentralgebäudeneubau auch eine zeitliche Verknüpfung. Die Nutzung der sich hieraus ergebenden Möglichkeiten musste und muss kontinuierlich abgestimmt werden. Ein weiterer Grund für die zweijährige Verzögerung ist, dass der Wärmeliefervertrag für den Campus bis 2014 läuft und nach juristischer Prüfung die Leuphana diesen nicht frühzeitig kündigen konnte Aktualisierung des Konzeptes Die Restemissionen an Treibhausgasen, die am Standort Campus emittiert werden und noch nicht reduziert beziehungsweise durch regenerative Energien ersetzt werden konnten, werden seit 2007 im vollen Umfang ausgeglichen. Im Jahr 2015 wird die Leuphana aller Voraussicht diese Kompensationen nicht mehr durchführen, da sie dann aus eigenen Projekten klimaneutral sein wird. Dieses verdeutlicht die folgende aktualisierte Abbildung.

6 5 Abb. 2: Klimaneutrale Leuphana Universität Lüneburg Essentiell ist hierbei die integrale Betrachtung der Bereiche Energieversorgung, Campusentwicklung und bauliche Maßnahmen sowie Verkehr. Circa zwei Drittel der Treibhausgasemissionen der Universität entstehen durch den Pendelverkehr der Hochschulangehörigen und der Dienstreisen. Trotz umfassender, insbesondere verhaltenslenkender Maßnahmen wie direkte ÖPNV-Verbindungen vom Bahnhof zur Universität, die vor allem von Studierenden sehr gut angenommen werden, einem Dienstradangebot und das geplante Parkraumbewirtschaftungssystem besteht in der Senkung des Klimagasausstoßes im Verkehrssektor die größte Herausforderung. Der verbleibende Klimagasausstoß des Verkehrssektors muss zur Erreichung des Ziels einer klimaneutralen Universität durch Maßnahmen im Bereich Campusentwicklung und Energieversorgung kompensiert werden CO 2 -Bilanz und Kompensation mithilfe der neuen EE-Versorgung ab 2014 Im Konzept war vorgesehen, dass die CO 2 -Bilanzen aus dem Energieverbrauch am Campus, den Standorten Rotes Feld und Volgershall sowie dem Pendelverkehr, den Dienstreisen und dem Verkehr der Dienstleister ausgeglichen bzw. vermieden werden. Mit dem Konzept können die CO 2 -Emissionen aus dem Wärmebedarf am Campus vollständig vermieden werden. Die dem Stromverbrauch sowie dem Wärmebedarf der Standorte Rotes Feld und Volgershall (368 bzw. 281 t) zuzurechnenden Emissionen können durch die Einspeisung von erneuerbarem Strom (s. Tab. 1) ausgeglichen werden. Emissionen aus Dienstreisen und Dienstfahrzeugen werden ebenfalls kompensiert. Die jährliche CO 2 -Vermeidung nach Abzug der Dienstreisen beträgt ca. 500 t, wodurch weitere nicht vollständig

7 6 vermeidbare Emissionen aus dem Universitätsbetrieb kompensiert werden, beispielsweise Papierverbrauch (ca. 30 t) und Lieferverkehr. Diesee Emissionenn sind die direkten Umwelteinwirkungen der Universität. Der indirekte Aspekt des Pendelverkehrs kann durchh diese Maßnahme nicht ausgeglichenn werden. Ein ebenfalls im Projekt untersuchter und ggf. realisierbarer Aquiferspeicher sowie bauliche Maßnahmen ermöglichen weitere Einsparungen. Hier sind dennoch fortgeführte verhaltenslenkende Maßnahmen sowie eine Kompensation bspw. in Zusammenarbeit mit der DB AG ( Green Bahnn Card, Grünes Semesterticket ) geplant. Die Leuphanaa engagiert sich weiterhin durch den Schwerpunkt Energie E und Energiewendee für einen nachhaltigen Strukturwandel, um die spezifischen Emissionen im Verkehr (nachhaltige Mobilität, Zusammensetzung Bahnstrom) und anderen Sektoren (allg. Strom und Wärme) insgesamt abzusenken. Tab. 1: Treibhausgasbilanz (in t CO 2 -Äquivalentt pro Jahr) der neuen EE-Versorgung 2.2 Campusentwicklung Das von Prof. Daniel Libeskind entworfene,, bezüglich Architektur und Energiekonzept wegweisende Zentralgebäude für den Campus der Leuphana fügt sich in die Selbstverpflichtung der Klimaneutralität ein und wurde unter Einbeziehung der Fakultät Nachhaltigkeit zunächst als ein energieerzeugendes statt energieverbrauchendes Vorzeigeprojekt geplant. Im Mai 2009 zeichnete das BMWi dieses integrale nachhaltige Konzept im Wettbewerb Architektur mit Energie aus. Im November 2010 erhielt die Leuphana vom BMWi eine Förderzusage über 3,4 Millionen Euro zur Realisierung eines auch den Campus mit einbeziehenden nachhaltigen und klimaneutralen Konzeptes. Das Ziel des Forschungsprojektes ist die klimaneutrale Energieversorgung des gesamten Campus unter Einbeziehung dess Neubaus sowie s des

8 7 angrenzenden Stadtgebietes Bockelsberg. Es erfolgt eine integrale Entwicklung eines effizienzoptimierten Energiesystems auf Basis erneuerbarer Energien, energetischer Sanierungen der Bestandsgebäude sowie einer möglichen Wärmespeicherung im Untergrund. Bereits seit 2007 erfolgt der Ausbau bislang ungedämmter und ungenutzter Dachgeschosse in den Bestandsgebäuden der Universität. Durch die städtebaulich flächenschonende Nutzungsverdichtung sinkt der spezifische Energiebedarf je Nettogrundfläche bereits stark ab. Im Rahmen eines Energieeinsparkontraktings werden weitere Maßnahmen im Bereich energieeffiziente Beleuchtung, Optimierung der Lüftung und Heizsysteme sowie die Optimierung der Einbindung in das Campus- Energiesystem durch die mögliche Integration von Niedrigexergie-Heizsystemen durchgeführt. Auch bauliche Maßnahmen, wie der Ersatz der Kastenfenster durch moderne Isolierverglasung, sind geplant. Die Möglichkeiten weitergehender Dämmmaßnahmen werden geprüft. Der Zentralgebäude-Neubau beinhaltet ein State-Of-The-Art-Energiedesign, welches von der optimierten Kubatur (durch ein besonders gutes Oberflächen zu Volumen-Verhältnis von 0,2 m -1 ) über eine außerordentlich gute Dämmung (mittlerer U-Wert < 0,3 W/m²K) bis hin zur Integration neuester Technologie (u.a. Dreischeiben-Isolierverglasung mit Edelgasfüllung, U g = 0,5 W/m²K, Betonkerntemperierung, Kühldecken mit Phase-Change-Materialien, Vakuumisolierpaneele, effizientes Lüftungssystem, Beleuchtungskonzept auf LED-Basis) umfassende Optimierungen, Effizienzverbesserungen und Innovationen aufweist. Der Einsatz schaltbarer Verglasung und ein dadurch sehr niedriger Bedarf an Kühlung führt im Ergebnis zu einem Endenergiebedarf von < 100 kwh/m²a. Der Tradition der Leuphana folgend wird darüber hinaus die Nutzerebene stark in die Planungen miteinbezogen. Ein Ambient-Intelligence-System übernimmt die Gebäude-Nutzer-Kommunikation und adressiert ein bedeutendes Problem im Betrieb öffentlicher Gebäude: Die Energie-Verantwortung und das Energie-Bewusstsein des einzelnen Nutzers. Im Bereich öffentlicher Gebäude besteht bei der Energienutzung ein klassisches Allmende-Problem: Der einzelne Nutzer bemerkt die energetischen Folgen seines Handelns nicht und bekommt keine Rückmeldung über die durch ihn im Gebäude ausgelösten Energieverbräuche. Bereits im privaten Bereich ist Energiewahrnehmung und Energiebewusstsein ein aufgrund der Abstraktheit des Energiebegriffs schwieriges Thema, es erfolgt jedoch eine Einsparmotivation durch die Rückkopplung in Form der Energiekosten, die dem Haus- oder Wohnungsnutzer in Rechnung gestellt werden. Diese grundlegende Rückkopplung erfolgt in öffentlichen Gebäuden nicht, weshalb es den Nutzern schwerfällt, ein dauerhaft energiebewusstes Verhalten zu entwickeln. Um langfristige Verhaltensänderungen zu bewirken

9 8 müssen nutzerbasierte Maßnahmen, beispielsweise in Form von Informationskampagnen, dauerhafte thematisiert und durchgeführt werden. Zudem sind die Nutzerinnen und Nutzer bei der Planung energieeffizienter Gebäude die große Unbekannte. Über zwei Jahrzehnte wurde daher ihr möglicher Einfluss auf den Energiebedarf von Nichtwohngebäuden möglichst gering gehalten. So wurde beispielsweise die Fensterlüftung durch mechanische Lüftung ersetzt und die Steuerung von Heizungs- und Kühlungssystemen zentralisiert. Diese Entmündigung der Nutzerinnern und Nutzer führt jedoch zu einem stark reduzierten Komfortempfinden und zu Ausweichmaßnahmen wie der Nutzung zusätzlicher Heizlüfter, Kühlgeräte und die Umgehung von Steuerungsmechanismen wie dem Überkleben von Tageslicht- oder Bewegungssensoren und die Umgehung von Sperren, die beispielsweise eine Fensteröffnung oder Anpassung der Heizleistung am Heizungsthermostat verhindern sollen. In der Folge führen diese Verhaltensweisen des sich gegen Entmündigung wehrenden Nutzers zu deutlich erhöhten Energiebedarfen. Andererseits führt die Bereitstellung raumindividuell anpassbarer Heizungs- Kühlungs- und Beleuchtungsfunktionen ohne die Möglichkeit einer energetischen Rückmeldung an den Nutzer über die durch seine Komfortanforderungen ausgelösten Energieverbräuche häufig zu einer exzessiven Nutzung beispielsweise von Kühlanlagen. Aber auch Verhaltensweisen wie das korrekte Lüften müssen nicht nur thematisiert und eingeübt, sondern laufend ins Bewusstsein gebracht werden. Das Ambient-Intelligence-System setzt genau hier an: Der Nutzer bekommt vielfältige Möglichkeiten zur Nutzung der Gebäudefunktionen wie Beleuchtung, Verschattung, Heizung, Kühlung und Lüftung. Die Komfortanforderungen müssen jedoch über das Gebäude-Nutzer-Interaktionssystem eingegeben werden. Dabei erfolgt bei jeder Komfortanfrage eine Rückmeldung über die energetischen Auswirkungen der jeweiligen gewünschten Nutzung sowie Vorschläge zur Minimierung des persönlichen Energiebedarfs. So wird der Nutzer aktiv und dauerhaft in das Energiemanagement des Gebäudes einbezogen, was zu verbessertem Komfort bei niedrigst möglichem Verbrauch führt. Auf diese Weise können effiziente Konzepte im Gebäudebereich bestmöglich genutzt werden.

10 9 2.3 Energie Konzept Campus-Energiesystem Durch die Einbindung des neuenn Zentralgebäudes als flexibler Niedrigexergie-Wärmeabnehmer in das Campus-Wärmenetdeutlich an Effizienz. Insbesondere profitiert die geplantee Wärmespeicherung, die eine Nutzung von im gewinnt das auf der Basiss einer Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) geplante Energiesystem Sommer nicht nutzbarer KWK-Wärme in den Wintermonaten ermöglicht und damit die ineffiziente Spitzenlastkesselnutzung an besonders kalten Tagen ersetzt, deutlich von der Einbindung der auf unterschiedlichen Temperaturniveaus arbeitenden Heizungssysteme. Abb. A 3 zeigtt die Konzeption des Campus-Energiesystems, welches auf eine besonders effiziente Brennstoffnutzung setzt und die vorhandene Infrastruktur weitgehend nutzt. Durch die Einbindung des Zentralgebäudeneubaus in das bestehende Energiesystem werden somit umfangreiche Effizienzgewinnee ermöglicht, die bei einer isolierten Betrachtung des Neubaus nicht möglich gewesen wären. So erfolgt auch imm Bereich der Infrastruktur und Energieversorgung eine synergistische Einbindung in das städteplanerische Umfeld. Abb. 3: Exergetisch optimiertes Versorgungskonzept fürr den klimaneutralen Campus Durch die Wärmespeichereinbindung sowie das exergetisch optimierte Konzept auf Basis eines gasförmigen, erneuerbaren Brennstoff (Biogas, Windgas) nutzenden Blockheizkraftwerks wird fürr das Areal insgesamt mehr Energie erzeugt als benötigt wird. Die Stromeinspeisung auf Basis klimaneutralek er Brennstoffee kann als

11 10 primärenergetische Stromgutschrift bilanziert werden und ist geeignet, die Treibhausgasemissionen des Verkehrssektors zu kompensieren. Tab. 1 zeigt die Treibhausgasbilanz des geplanten Systems auf der Basis von Biogas. Da auch klimaneutrale Energieträger ökologische Effekte aufweisen und ein knappes Gut sind, ist die effiziente Brennstoffausnutzung von großer Bedeutung. Kraft-Wärme-Kopplung ist hierbei besonders geeignet, da primär klimaneutraler, grundlastfähiger Strom, der in Verbindung mit Wärmespeicherung auch zum Ausgleich von Netzlasten und zum Erzeugungsmanagement genutzt werden kann, produziert wird. Der produzierte Strom ist energetisch besonders wertvoll, da er über das Stromnetz, auch nachts und bei wenig Wind, überregional genutzt werden kann. Zur Abdeckung der Verbrauchsspitzen in der Tagesmitte kommt zusätzlich Photovoltaik auf dem Campus zum Einsatz. Die Wärmeversorgung wird im verfolgten Konzept zu mindestens 92% aus der Abwärme der Stromproduktion gedeckt. Durch die Integration der Wärmespeicherung, für die in Lüneburg im Untergrund günstige geologische und hydrogeologische Voraussetzungen herrschen, kann dieser Anteil nochmals deutlich erhöht werden. Damit wird durch die gleichzeitige Nutzung von Strom und Wärme aus dem verwendeten Brennstoff je nach Sichtweise zusätzliche Wärme- bzw. Stromerzeugung eingespart und ein sehr hoher Gesamtwirkungsgrad von über 80% erreicht. So kann ein verantwortungsvoller Umgang mit kostbaren Energieträgern gewährleistet werden, wenn gleichzeitig eine konsequente Reduktion der Verbräuche in den Bestandsgebäuden (durch Maßnahmen an der Haustechnik und Lüftung, die Optimierung der Heizungssysteme sowie Dämmmaßnahmen) und im energieeffizienten Neubau gewährleistet wird. Zudem wird das ebenfalls über ein Nahwärmesystem versorgte, angrenzende Wohngebiet Bockelsberg miteinbezogen, um eine bessere Nutzung des geothermischen Wärmespeichers und insgesamt eine größere Effizienz des Energiesystems zu erzielen. Langfristig sind in Kooperation mit dem örtlichen Versorger die Erweiterung des Nahwärmesystems und der Zusammenschluss mit weiteren Wärmesystemen in Lüneburg geplant. Die Universität wird somit zum Kristallisationskeim eines effizienten, klimaneutralen Wärmeversorgungskonzeptes für die Stadt Lüneburg. Die Umsetzung des Konzepts erfolgt in Zusammenarbeit mit Partnern im Bereich Energieliefer- und Einsparkontrakting. Die Herausforderung neben der Koordination der Planungsaktivitäten liegt insbesondere in der Erfordernis einer wirtschaftlichen Vergabe unter den Bestimmungen der europaweiten öffentlichen Ausschreibung, wobei die Forschungsinhalte und Effizienzkriterien Eingang finden müssen. Zudem ist eine integrale Komponente in die Verfahren zu integrieren, da sich Liefersystem und geplante Einsparungen

12 11 gegenseitig beeinflussen. Ohne eine solche Komponente besteht die Gefahr ineffizienter Falschauslegungen. Standardverträge und Ausschreibungsverfahren erlauben eine gegenseitige Beeinflussung zweier Ausschreibungsverfahren nicht. Aus diesem Grund wurde eine 2-stufiges Vergabe als Verhandlungsverfahren mit vorgeschaltetem Teilnehmerwettbewerb gewählt. Effizienzkriterien wurden anhand eines Punktesystems in den Vergabeschlüssel integriert und insgesamt höher bewertet als wirtschaftliche Kriterien. Die Pakete Liefer- und Einsparkontrakting konnten mittels dieses Verfahrens erfolgreich zu durchaus wirtschaftlichen Konditionen bei hoher inhaltlicher Angebotsqualität vergeben werden Bisherige Arbeiten und Ergebnisse Erste Erfolge und Meilensteine sind die Sanierung des Nahwärmesystems auf dem Campus aus Mitteln des Konjunkturpakets im Sommer 2010 mit dem Einsatz von Rohren mit der bestverfügbaren Wärmedämmung (Dämmstufe 3) sowie die Erarbeitung von drei Varianten zur baulich-energetischen Sanierung der Bestandsgebäude im Rahmen der Klimaschutzinitiative (BMU). Zudem konnte die Leuphana im Themenfeld Regenerative Energien mit dem Bezug von 100 Prozent Ökostrom seit dem einen deutlichen Schritt vorangehen und hat bislang zwei Photovoltaik-Anlagen auf Dächern der Universität installiert. Eine Reihe von weiteren Maßnahmen, die auf eine Änderung des Nutzerinnenverhaltens zielen, wie Energiespar-Kampagnen, Projektseminare, CO 2 -Ampeln in den Seminarräumen und eine breite Öffentlichkeitsarbeit begleiten die Vorhaben. 1. Einbindung Studierender Regelmäßig werden in Seminaren und Arbeiten mit Studierenden die Themen der Energieeffizienz und nachhaltigen Mobilität und an der Leuphana erarbeitet. Seminar Energiewahrnehmung und Energiebewusstsein Hier wurden Energieverbräuche täglicher Aktivitäten in Beruf und Freizeit betrachtet, gemessen, berechnet, miteinander in Beziehung gesetzt und das eigene Energieverhalten analysiert und diskutiert. Insbesondere wurde das Problem der Energiewahrnehmung und des Energiebewusstseins in öffentlichen Liegenschaften thematisiert und damit der Grundstein für das Ambient-Intelligence-Konzept gelegt. Transdisziplinäres Projektseminar Nachhaltiges Campusviertel

13 12 In diesem Projekt nehmen die Studierenden über 2 Semester an der Konzeptionierung und wissenschaftlichen Begleitung der klimaneutralen Campusentwicklung teil und erarbeiten in Arbeitsgruppen Konzepte und Pläne für die Realisierung eines nachhaltigen, klimaneutralen Campus mit den Aspekten Infrastruktur, Bestandsgebäude, Energieversorgung und Nutzer. 2. Wärme sparen zwischen Weihnachten und Neujahr Seit dem Jahr 2002 können alle Beschäftigten zwischen Weihnachten und Neujahr Überstunden ausgleichen. Wer in dieser Zeit arbeitet meldet es der Umweltkoordinatorin. So kann die Betriebstechnik in allen leerstehenden Gebäuden die Heizung für ein bis zwei Wochen absenken. Seitdem konnte die Universität durch die "Weihnachtsferien" kwh Wärme und 103 Tonnen Kohlendioxid einsparen. Daneben senkt die Betriebstechnik die Heizung abends, am Wochenende und über Feiertage individuell ab. 3. Effizienz in der Bibliothek In der Bibliothek wurde die Lichtanlage analysiert und Schalter für bestimmte Betriebszeiten zusammengefasst. Daneben wurden viele Leuchten, die zu keinem zusätzlichen Lichteintrag beitragen deaktiviert. Insgesamt erzielten diese organisatorischen Maßnahmen eine Einsparung von 50 Prozent Strom in der Bibliothek. Damit spart die Leuphana Kilowattstunden pro Jahr ein und stößt jährlich 19,5 Tonnen weniger CO2 aus. Im Januar 2011 wurden zusätzlich 112 Meter Regalbeleuchtung aus hocheffizienten Leuchten mit Bewegungsmeldern installiert, die zwei Drittel Strom verglichen mit herkömmlichen Beleuchtungssystemen einsparen. 4. Ergänzende Beispiele Weitere erfolgreiche Maßnahmen waren die Installation von CO 2 -Ampeln in Seminarräumen, die im Wettbewerb 365 Orte im Land der Ideen als Ausgewählter Ort 2010 ausgezeichnet wurden, die Erstellung von Energieausweisen für alle Gebäude und die Installation einer Solarleuchte. Letztere verlängert die Nutzungszeiten für (Ess-) Pausen und zur Entspannung für die Studierenden und Beschäftigten für den ansonsten nicht ausgeleuchteten Biotopgarten. Des Weiteren berät die Umweltkoordinatorin die Beschäftigten am Arbeitsplatz zur energieintelligenten Nutzung von PC, Notebook und Drucker mit einfachen Strom-Einspar-Tipps und installiert schaltbare Steckdosenleisten.

14 13 Abb. 4: Aufkleber für die Aufzüge Abb. 5: Aufkleber für die Fenster

15 14 Abb. 6: CO 2 -Ampel 2.4 Mobilität Die Leuphana möchte eine umwelt- und sozialverträgliche, sichere und gesunde Mobilität für ihre Mitglieder fördern und hat ein betriebliches Mobilitätskonzept entwickelt. Nach einer umfangreichen Ist-Analyse wurden Maßnahmen in fünf Handlungsfeldern abgeleitet und umgesetzt. Durch eine nachhaltige Mobilität reduziert die Organisation Emissionen, Lärm, Flächenbedarf und Verkehrsunfälle Ist-Analyse Im Bereich der Mobilität werden alle Formen von Raumüberwindung zusammengefasst, die von der Universität ausgehen. Der Umweltaspekt Verkehr beinhaltet: 1. Pendelverkehr der Beschäftigten und Studierenden 2. Internationale und nationale Dienstreisen 3. Dienstfahrzeuge

16 15 4. Auslandsemester der Studierenden 5. Exkursionen 6. Einladung ausländischer Gastdozierende 7. Verkehr durch internationale und nationale Tagungen und Konferenzen 8. Durch Beschaffung hervorgerufene Transporte Die CO 2 -Emissionen, die durch die Mobilität entstehen sind sehr hoch. Allein der Pendelverkehr der Beschäftigten und Studierenden beträgt bereits mehr als die Hälfte der gesamten CO 2 -Emission der Leuphana (vgl. Abb. 7). Abb. 7: CO 2 -Emission Zur Analyse hat die Leuphana ihre Infrastruktur untersucht, CO 2 -Bilanzen erstellt, Problemfelder betrachtet und das Umfeld des Standortes einbezogen. Zur Bewertung der Infrastruktur gehören v.a. die Zahl der Parkplätze und der Fahrradständer sowie der Zustand der Wege für die verschiedenen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer. Zudem wurde eine CO 2 -Bilanz des Pendelverkehrs der Hochschulangehörigen und der Dienstfahrzeuge berechnet sowie eine erste Bilanz der Dienstreisen. Die Bilanz soll auf die anderen Felder erweitert werden. Auch Problemfelder wurden analysiert: Gefahrenpotenzial, Zielkonflikte und Belästigungen wurden beschrieben. Das Umfeld des Standortes wurde ebenso untersucht und in das Konzept eingearbeitet. Hier gab es Problembeobachtungen, Interviews mit verschiedenen Funktionsträgerinnen und Funktionsträgern, Verkehrszählungen, Umfragen, Geschwindigkeits- und Schallpegelmessungen sowie eine Bilanz der Parkraumauslastung.

17 16 Hieraus werden Maßnahmen in folgenden fünf Handlungsfeldern abgeleitet Handlungsfelder und Maßnahmen 1. Förderung zu Alternativen zum motorisierten Individualverkehr (MIV) Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) Die Leuphana steht in regelmäßigem Kontakt zur Stadt Lüneburg, um die Zeiten der Busse an den Betrieb anzupassen. Zudem wurde eine gut ausgelastete neue Unibuslinie vom Bahnhof direkt zu den Standorten der Leuphana neu eingesetzt. Seit November 2010 können die Beschäftigten das günstige Job-Ticket des Hamburger Verkehrs-Verbunds (HVV) erwerben. Die Universität unterstützt jede Monatskarte monetär. Im Januar 2013 nutzten bereits 111 Beschäftigte dieses günstige Angebot. Fahrrad Die Förderung des Radverkehrs ist ein wichtiger Baustein im Mobilitätskonzept der Leuphana. So können z.b. Beschäftigte Dienstfahrten innerhalb Lüneburgs mit einem Dienstrad erledigen, an der jährlichen Aktion Mit dem Rad zur Arbeit teilnehmen oder sich sportlich mit dem Rennrad oder Mountainbike zusammen finden. Daneben verteilt die Leuphana Reflexionsbänder für die Hosen, hat einen Kompressor zum Radaufpumpen installiert und hat eine Fahrradselbsthilfewerkstatt am Campus, in der auch Fahrräder und Anhänger geliehen werden können. Es gibt ausreichend diebstahlsichere und arbeitsplatznahe Abstellmöglichkeiten für Räder und Duschen stehen für die Benutzung durch Radfahrerinnen und Radfahrer bereit. Zudem wurde der Campus in einem Projektseminar unter dem Aspekt Radfahrerfreundlichkeit untersucht und im Ergebnis der Zaun für eine bessere Erreichbarkeit geöffnet. Bereits 31 Prozent der Beschäftigten kommen unabhängig vom Wetter täglich mit dem Rad zur Arbeit. Einige von diesen engagierten Kolleginnen und Kollegen portraitierte ein Student für die Fotoausstellung Viele Räder rollen zur Arbeit. Diese wurde an allen drei Standorten der Universität ausgestellt und würdigt damit die Beschäftigten, die täglich zur Arbeit in die Pedale treten. 2. Alternativen zum motorisierten Individualverkehr (MIV) Es wurde eine Mitfahrzentrale für die Beschäftigten und Studierenden eingerichtet, die auch Teilnehmerinnen und Teilnehmern von Kongressen und Tagungen an der Leuphana zur Verfügung gestellt

18 17 werden kann. Diese Mitfahrzentrale entwickelte ein Student in einem Projektseminar. Daneben können Beschäftigte der Leuphana ein CarSharing-Angebot günstig nutzen. Daneben ist als wichtiger Baustein für den autoarmen Campus im Oktober 2012 die Parkraumbewirtschaftung geplant. Daneben sind als weitere Maßnahmen für die Zukunft ein Radleihsystem und ein Konzept zur Nutzung von Elektro-Rädern geplant. 3. Dienstreisen und Dienstfahrzeuge Die Beschäftigten können CarSharing günstig für Dienst- und Privatfahrten nutzen. Es gibt Stationen des Anbieters an allen drei Standorten der Leuphana. Daneben nutzt die Universität einen Großkundenrabatt bei der Deutschen Bahn und erstattet die BahnCard bei Amortisation. Bei Abrechnung der Dienstreisen berechnet ein CO 2 -Rechner die emittierten CO 2 -Emissionen. Im Sommer 2010 konnten an allen drei Standorten Diensträder bereitgestellt werden. Damit können die Beschäftigten schnell, bequem und gesund zwischen den Standorten pendeln. Weiterhin können zur Vermeidung unnötiger Dienstfahrten Video- und Onlinekonferenzen sowie Online- Vorlesungen durchgeführt werden. Die Leuphana besitzt dabei lediglich drei Dienstfahrzeuge und einen Gartenschlepper, die in 2010 insgesamt 7,7 Tonnen (t) CO 2 emittierten. Weiterhin versendet die Leuphana ihre Briefe seit 2011 klimaneutral. Das heißt, dass die Treibhausgasemissionen, die beim Transport aller Briefe und Postkarten von der Leuphana national und international entstehen, neutralisiert werden. Dies erfolgt über Klimaschutzprojekte (z.b. ein Wiederaufforstungsprojekt des WWF), die nach international anerkannten Standards zertifiziert sind. 4. Einbindung Studierender Regelmäßig werden in Seminaren und Arbeiten mit Studierenden die Themen der nachhaltigen Mobilität und Energieeffizienz an der Leuphana erarbeitet. So entstand u.a. eine Radfahrkarte für Lüneburg, ein Konzept für einen autofreien Campus und Anreize zum Umsteigen auf das Rad. Beispiele: Bachelorarbeit

19 18 Die Verkehrsmittelwahl von den Studierenden auf dem Weg zur Universität im Major Betriebswirtschaftslehre, Schwerpunkt Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement. Projektseminare Campus und Verkehr I und II Die Strukturen der Verkehrsgestaltung des Campus wurden in diesem Seminar kritisch analysiert, Problemfelder im Zuge empirischer Analysen erkannt und Wege zu ihrer planerischen Bewältigung eruiert. Ziel war der Entwurf nachhaltiger verkehrlicher Planungsvarianten für den Campus Lüneburg. Projektseminar Nachhaltiger Konsum Studierende erarbeiteten eigene Projekte und setzten sie um. Eine Gruppe bildete sich zur Förderung der nachhaltigen Mobilität auf dem Campus. Sie luden u.a. zu einem Aktionstag in der Selbsthilfewerkstatt ein, um das eigene Fahrrad frühlingsfest zu machen. Seminar Einführung in die empirischen Arbeitsmethoden In diesem Seminar wurde die Universität als Beispiel gewählt und die Studierenden untersuchten die Akzeptanz und Nutzung des Semestertickets. Eine zweite Gruppe führte eine Verkehrserhebung auf dem Campus durch. 5. Kommunikation, Information und Öffentlichkeitsarbeit Alle Informationen zur nachhaltigen Mobilität sind im Internet übersichtlich dargestellt und werden neuen Beschäftigten als Flyer an die Hand gegeben. Zudem sind diese in dem Leitfaden zur Organisation von Tagungen, Kongressen und Veranstaltungen an der Leuphana integriert. Daneben werden regelmäßig Aktionstage zur nachhaltigen Mobilität in Kooperation mit externen Organisationen, Krankenkassen und der Landesunfallkasse (LUK) organisiert. Alle Handlungsfelder werden durch Öffentlichkeitsarbeit (Rundmails, Artikel, Flyer, Poster, Präsentationen etc.) intensiv und regelmäßig begleitet. 3 Fazit und Ausblick Das Ziel der Klimaneutralität konnte durch vielfältige, kleinschrittige Maßnahmen in Kombination mit Kompensationsprojekten nachhaltig erreicht werden. Mit dem Umbau des Campus-Energiesystems und der baulichen Campusentwicklung wird der Energieverbrauch trotz Schaffung von zusätzlichen Flächen im Umfang von ca. 25% absolut sinken. Der verbleibende Verbrauch wird durch die eigene, effiziente

20 19 Energieversorgung aus erneuerbaren Energien, die sich in die Stadtteil-Infrastruktur integriert und diese mit einschließt, vollständig und wirtschaftlich gedeckt. Die überschüssige Stromeinspeisung reicht aus, um derzeit nicht vermeidbare Emissionen wie durch Dienstreisen und Pendelverkehre zu kompensieren. Einen großen Einfluss auf diese Emissionen haben jedoch durch die Universität nur indirekt, durch ihr Wirken und Handeln im Bereich der Nachhaltigkeitslehre und -forschung, beeinflussbare Faktoren wie die Zusammensetzung des Bahnstroms und die Effizienz des ÖPNV und des MIV. Mit den geplanten Maßnahmen wird ein hohes Effizienzniveau erreicht, welches Möglichkeiten weiterführender Ansätze wie eine Teilnahme an der Netzstabilisierung und Integration erneuerbarer Energien durch erzeugungs- und verbrauchsseitige Maßnahmen aufweist. Die Einbindung der universitären Liegenschaften in die Energienetze wird somit ein Aspekt zukünftiger Weiterentwicklung sein. Die Nutzereinbindung mittels Ambient-Intelligence kann nach erfolgreicher Erprobung auf den gesamten Campus ausgedehnt werden. Wichtig ist ein nutzerorientiertes Design, um das System niedrigschwellig verwendbar zu machen und die Annahme durch die Nutzer zu fördern. Weiterentwicklungen wie ein anonymisiertes Verbrauchsranking, durch das sich die Nutzer ein Bild von der relativen Höhe Ihres Energieverbrauchs machen können sowie weitergehende Motivationssysteme sind angedacht. Die Integration in organisatorisch und zur Kommunikation genutzte Systeme wie MyStudy in einer gemeinsamen integrierten App bzw. Webanwendung sollen die Identifikation und Integration des Systems weiter fördern. Es werden somit große Potentiale für weitere Effizienzsteigerungen gesehen, die sich jedoch deutlich von klassischen Settings und Kampagnen unterscheiden. Hieraus werden neben fortgeführter Optimierung des Betriebsablaufs und des Umweltmanagements weitere neue Erkenntnisse und innovative Ansätze erwartet, die es unter der Überschrift nachhaltige Universität zu bearbeiten und zu realisieren gilt. Mit weiteren Verbesserungen in diesen Bereichen wird aus der klimaneutralen Universität ein konstituierender Bestandteil einer nachhaltigen Zivilgesellschaft des 21. Jahrhunderts. Weitere Informationen unter:

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