Das Mitarbeitermagazin der Building Technologies Division November / Dezember 2014 Building up online

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1 Building up Das Mitarbeitermagazin der Building Technologies Division November / Dezember 2014 Building up online Kristallklar Das BT Management Meeting 2014 in London

2 Editorial Inhalt Der Zeit voraus 3 Bestens gerüstet 6 Liebe Leserinnen, liebe Leser Das Projekt «3for2» 7 Cerberus Pro an der Adria 9 Intelligentes Gehirn inklusive 10 Offen und doch sicher 12 Umfassendes Energiemanagement 14 Gipfelstürmer 16 Rhetorische Risiken vermeiden 19 Newsticker 20 Impressum 21 Bernd Junkers, Redaktionsleitung Building up London. Dort, wo es meist neblig und nass sein soll, lachte die Sonne auch über dem Crystal, wo das diesjährige BT Management Meeting zu einer unüblichen Jahreszeit ausgetragen wurde. Anstatt zur Halbzeit eines Geschäftsjahres informierten sich 160 Top-Führungskräfte aus den vier Regionen und dem HQ quasi in der Nachspielzeit des Geschäftsjahres 2014 über dessen Verlauf und bekamen die strategische Ausrichtung für die kommenden Jahre serviert. Kein einfaches Unterfangen, steht doch bei BT ein CEO- Wechsel bevor. Zudem läuft die Siemens-Vision 2020 auf Hochtouren. Und doch war das Management Meeting von Erfolg gekrönt; es endete mit «Standing Ovations» für Na klar. Doch lesen Sie selbst. Singapur. Hier wird mit BT-Beteiligung an einem ganz besonderen Baukonzept gefeilt: Drei Stockwerke sollen in einem Raum untergebracht werden, der normalerweise nur für zwei vorgesehen ist. Ganz einfach, denken Sie? Richtig. Wenn man die Raumhöhe genug verringert, ist das natürlich keine Kunst. Doch beim Konzept «3for2» wird die wahrgenommene Raumhöhe eben nicht verringert. Zauberei? Nein, es ist harte Arbeit. Engelberg. Treffen der Gipfelstürmer, 23 an der Zahl, um exakt zu sein. Alle haben eines gemeinsam: Sie, Service-Sales-Mitarbeitende von BT Europe, haben sich dank ihrer persönlichen Leistung im vergangenen Geschäftsjahr wortwörtlich für Höheres empfohlen und wurden deshalb zu einem ganz besonderen Event in die Schweizer Alpen geladen, wo im August auf Eis und Schnee balanciert wurde. Wir vom Redaktionsteam hoffen, dass wir auch in dieser Ausgabe wieder die richtige Balance für Sie gefunden haben, und wünschen Ihnen schon jetzt erholsame Festtage. Rutschen Sie gut ins neue Jahr; wir freuen uns auch 2015 auf Sie. 2 Building up November / Dezember 2014

3 Fokus London. Am BT Management Meeting im Siemens-Vorzeigeobjekt Crystal gibt es für BT CEO Johannes Milde gleich mehrfach «Standing Ovations». Der Zeit voraus BT stellt den Kunden in den Vordergrund: «Added value for our customer to drive volume and profit». Das Motto des Management Meetings Ende Oktober in London ergab genug Diskussionsstoff und viele Lösungen, um das Ziel zu erreichen. Nun wird gebündelt. Montag, 27. Oktober. Stahlblauer Himmel, Sonnenschein, knapp 20 Grad Celsius: ideale Bedingungen für den Auftakt des diesjährigen BT Management Meetings. Schauplatz ist der Crystal in London. «BT hat die Hausaufgaben bereits gemacht.» Mit diesen anerkennenden Worten eröffnet Roland Busch, Member of the Managing Board of Siemens AG, die Konferenz. Diese Aussage untermalt er in seiner Präsentation natürlich mit Fakten: Regionalisierung, Optimierung und Konsolidierung der Fabriken, Stärkung des Produktgeschäfts, überzeugendes Wachstum im Servicegeschäft, um nur einige wenige zu nennen. Die Siemens-Vision 2020 der Weg zu Im Building Technologies hat sich mit ihrem Angebot genau in der Mitte der Siemens- Strategie positioniert.» Roland Busch, Member of the Managing Board of Siemens AG letzten Jahr haben Um wir große Fortschritte gemacht und unsere ambitiösen Profitabilitäts- und Cash- Ziele erreicht.» Johannes Milde, CEO BT es vorwegzunehmen, ich mag die Farbe Grün. Grün steht in diesem Fall für Wachstum und Profitabilitätssteigerung und für Cash.» Heribert Stumpf, CFO BT 3 Building up November / Dezember 2014

4 Fokus profitablem Wachstum und nachhaltiger Wertschöpfung ist allgegenwärtig. Und auch hier gibt s Lob: «BT hat sich mit ihrem Angebot genau in der Mitte dieser Siemens-Strategie positioniert», erläutert Busch. Denn mit ihren Produkten, Lösungen und dem reichhaltigen Serviceangebot agiert BT als übergreifender Spieler in den strategischen Schwerpunkten Automatisierung und Digitalisierung. Im Speziellen erwähnt er den Markt für Rechenzentren als Wachstumsmöglichkeit, denn hier werde durch das kombinierte Portfolio von Energy Management (EM) und BT eine Erfolgsgeschichte geschrieben. «Für die Zukunft erwarte ich unter Berücksichtigung der drei Säulen unserer Strategie Focus, Execute and Empower, dass sich BT auf Themen wie profitables Wachstum, insbesondere im Produktgeschäft, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit fokussiert.» Mit diesen Worten schließt Busch seinen Vortrag. Die Erfolgsgeschichte des Crystal dauert nun schon zwei Jahre. Seit der Eröffnung haben über Personen das eindrückliche Gebäude besucht. Pedro Miranda, Head of Siemens Global Center of Competence Cities, zeigt auf, wie Städte eine bessere Zukunft schaffen können: «Der Crystal ist in seiner Art das wohl energieeffizienteste Gebäude der Welt.» In den zehn Zonen der Ausstellung, die Aspekte wie «Creating Cities», «Smart Buildings» und «Future Life» umfassen, tauschen sich die Teilnehmer des Meetings zur Problemlösung dieser Themen aus. Mehrwert für den Kunden Dienstag, 28. Oktober. Mit dem Motto des Meetings «Added value for our customer to drive volume and profit» startet Customer Die «Panel Discussion» über die Kundenzufriedenheit offenbart in den einzelnen Regionen Erstaunliches. CEO Johannes Milde in den vollbepackten Konferenztag: «Im letzten Jahr haben wir große Fortschritte gemacht und unsere ambitiösen Profitabilitäts- und Cash-Ziele erreicht. Das erzielte Wachstum blieb aber leicht hinter den Erwartungen zurück. Roland Busch hat es bereits erwähnt: Unser regionaler Setup funktioniert, obwohl zu Beginn viele Kolleginnen und Kollegen sowie Außenstehende skeptisch waren. Die Dezentralisierung hat aber bei BT voll und ganz funktioniert und passt optimal zum Portfolio.» Weiter solle intensiv daran gearbeitet werden, dass aus BT, dem Spezialisten für Brandschutz, Gebäudeautomation und Sicherheit, in Zukunft der führende Integrationsanbieter wird. «Dabei wollen wir natürlich unsere Expertise in den einzelnen Gewerken behalten und zusätz- lich Integrationsexperten aufbauen», so Milde. Die Technologie stehe mit Desigo bereit, und auch die organisatorischen Voraussetzungen seien gegeben; nun müsse nur noch das finale Umdenken in den einzelnen Köpfen stattfinden. Profitabilität und Kundenzufriedenheit gehen Hand in Hand. Diese Korrelation zeige sich immer wieder bei den bisherigen Auswertungen über Kundenzufriedenheit (der sogenannte Net Promoter Score, kurz: NPS). Dieser Weg müsse weiterverfolgt werden. Nachdem eine gute Profitabilität erreicht worden sei, liege der Schwerpunkt für das neue Jahr auf Wachstum profitablem Wachstum. Das BT Management Team habe sich vorgenommen, schneller als der Markt zu wachsen. «Auch wenn die Reise ab Januar ohne mich stattfindet, wünsche ich mir, dass der eingeschlagene Weg weitergegangen wird», fasst Milde abschließend zusammen. Was läuft in den Regionen? Die vier Teams geben Einblicke in Erfolgsgeschichten und Herausforderungen. «Grün ist gut» «Im letzten Jahr wurde vieles verändert, was sich natürlich auch auf die Zahlen auswirkt. Alles in allem haben wir gut abgeschlossen», fasst CFO Heribert Stumpf die BT-Ergebnisse zusammen. «Um es vorwegzunehmen: Ich mag die Farbe Grün. Grün steht in diesem Fall für Wachstum und Profitabilitätssteigerung und für Cash. Wir haben auch 2014 weitere Fortschritte gemacht, insbesondere bei Profitabilität und Geldfluss. Es gilt, in der Zukunft Profitmarge und Kapitaleffizienz zu halten. Bei den Zielen für 2015 liegt der Schwerpunkt in finanzieller Hinsicht mehr auf Wachstum, und zwar in Wachstum investieren, wo es sich lohnt, und schneller wachsen als die Konkurrenz», fordert Stumpf. 4 Building up November / Dezember 2014

5 Fokus Matthias Rebellius bei der Feuerprobe als designierter BT CEO. «Der Net Promoter Score hat sich in den letzten drei Jahren kontinuierlich verbessert. Die von Johannes Milde anvisierten 35 Prozent wurden sogar übertroffen. Das heißt aber nicht, dass wir uns auf den Lorbeeren ausruhen dürfen, denn wir müssen uns kontinuierlich weiterentwickeln, um unsere Kunden und deren Bedürfnisse zu befriedigen», fasst Wolfgang Bea, Head of Quality Management, zusammen. Die Feedbacks der Kunden seien für alle wichtig: für die HQs und insbesondere auch für die Regionen. Dem Kunden zuhören, die Extra-Meile gehen und kundenorientiert agieren, dies sind nur einige wenige Aussagen der Region Heads zum Thema NPS. In der Mittagspause bleibt Zeit, um sich auszutauschen oder die Füße zu vertreten, denn direkt vor dem Crystal präsentiert sich die Talstation der Londoner Gondelbahn, die anlässlich der Olympischen Spiele 2012 gebaut wurde. Ob dies nun aber Tal- oder Bergstation ist, darüber lässt sich angesichts der geringen Londoner Höhenunterschiede trefflich streiten. Stolz auf Gold Die Verleihung des «Gold Club Awards» fand in diesem Jahr anlässlich des BT Management Meetings in London statt. Die Prämierung der drei Gewinner- Teams wurde anlässlich eines Abendanlasses in würdigem Rahmen auf der Cutty Sark durchgeführt. Der englische Tee- und Wollklipper, 1869 fertiggestellt, war eines der schnellsten Segelschiffe seiner Zeit. Heute steht die Cutty Sark in einem speziellen Trockendock im Londoner Stadtteil Greenwich. Die Teilnehmer des Meetings würdigten die Preisträger mit großem Applaus. Die Branch in Hongkong, repräsentiert durch Mark Bidwell und Cynthia Tse, erreichte im Geschäftsjahr 2014 die höchste Umsatzrendite aller BT-Branches. Die Preisträger aus der Area Mid-Central, vertreten durch Tony Riccella und Carol Young beide übrigens seit 30 Jahren Nach der Mittagspause geht es mit den BT-Regionen weiter. Jede der vier Regionen präsentiert im Team Best-Practice-Beispiele, die zu regem Erfahrungsaustausch und guten Diskussionen zwischen HQ und den Regionen führen. bei Siemens, schafften im Geschäftsjahr einen Umsatzsteigerung von 13 Prozent und eine Erhöhung des Gewinns um 40 Prozent. In der Area District One konnten die Kollegen Paul Ingham und Deb De Santis einen hohen Marktanteil gewinnen und einen NPS-Wert von unglaublichen 69 Prozent erzielen. Der Gold Club bringt jeweils die führenden Branches und Areas zusammen, um so ein starkes globales Netzwerk zu gewährleisten. Die neuen Mitglieder des Gold Club Forums freuen sich über ihre Auszeichnung. BT All-Star-Team Mittwoch, 29. Oktober. Der letzte Konferenztag steht ganz im Fokus der Strategien von CPS und SSP sowie der Zusammenarbeit zwischen HQ, Regionen sowie CPS und SSP. «Und nun ist es an uns, all die Informationen der letzten zwei Tage an unserer Kolleginnen und Kollegen in der BT-Welt weiterzugeben», resümiert Matthias Rebellius, designierter BT CEO. «Die Strategie ist definiert, und wir werden uns weiter auf die Differenzierung unseres Angebotes sowie neue Geschäftsmöglichkeiten konzentrieren. Während des Meetings haben wir viele Sterne gesehen. Es geht hier aber nicht darum, wer wie viele Sterne hat, vielmehr wollen wir dahin kommen, dass jede Region ein Stern ist; hin zum BT All-Star-Team.» Handshake am Ende des Management Meetings. Johannes Milde wünscht dem neuen Steuermann Matthias Rebellius viel Erfolg. Kontakt / Information BT Management Meeting Building up November / Dezember 2014

6 Projekte Foto: Stadthalle Braunschweig Betriebsgesellschaft mbh Das Eintracht- Stadion in Braunschweig: Hier sorgen mehr als 870 Brandmelder für Sicherheit. Bestens gerüstet BT hat das Eintracht-Stadion in Braunschweig mit Brandmeldetechnik und einem Sprachalarmierungssystem ausgestattet. Für die Sicherheit der Stadionbesucher ist also gesorgt. Sie werden im Ernstfall schnell und sicher aus der Gefahrenzone gelotst. Die Stadt Braunschweig (Deutschland) hat in den vergangenen Jahren rund 30 Millionen Euro in den Ausbau und die Modernisierung des Heimatstadions von Fußball-Zweitligist Eintracht Braunschweig investiert. Dabei wurde auf die Sicherheit der Besucher großer Wert gelegt: Seit der Bundesligasaison 2013/14 ist die gesamte Wettkampfarena mit moderner BT-Brandmelde- und -Sprachalarmierungstechnik ausgestattet. Im Auftrag der Stadt Braunschweig und des Betreibers Stadthalle Braunschweig Betriebsgesellschaft mbh hat BT außerdem die Lautsprecheranlagen der Tribünenbeschallung modernisiert. «Großevents mit zehntausenden Besuchern stellen immer sehr hohe Ansprüche an die Sicherheit», sagt Marcus Meyer, Technischer Leiter der Stadthalle Braunschweig Betriebsgesellschaft. «Mit dem neuen Brandmelde- und Sprachalarmierungssystem, das speziell für Großveranstaltungen konzipiert ist, erfüllen wir alle technischen Anforderungen an eine zeitgemäße Spielstätte für den Profisport.» Feuerwehr in Sekundenschnelle informiert Mehr als 870 intelligente Brandmelder aus der Sinteso-Produktfamilie sind über das Stadion verteilt und erkennen mit Hilfe von Sensoren optische und thermische Brandkenngrößen, also Rauchpartikel und Wärmeentwicklung. Das Brandmeldesystem überwacht den gesamten Innenbereich des Stadions von den VIP-Logen über den Bewirtungs- und Pressebereich bis hin zu Toiletten- und Nebenräumen und die neu errichtete Geschäftsstelle von Eintracht Braunschweig. Wird ein entstehender Brand detektiert, informiert das System automatisch und in Sekundenschnelle die Feuerwehr. Dabei bietet die ASA-Technology eine hohe Sicherheit vor Falschalarmen, die bei-spielsweise durch Dampf, Staub oder Zigarettenqualm ausgelöst werden könnten. Gesamter Stadionbereich abgedeckt Das Sprachalarmierungssystem Siemens E100 unterstützt bei einem Alarmfall die Evakuierung der Stadionbesucher. Es ist direkt an das Brandmeldesystem gekoppelt und deckt den gesamten Stadionbereich ab. Bei einem Brand gibt das System sofort gezielte und eindeutige Sprachmeldungen in die verschiedenen Stadionbereiche ab. «Die Ansagen richten sich nach dem jeweiligen Brandszenario», erklärt Felix Schlensog von der BT-Vertriebsregion Nord. Ziel sei es, die Evakuierung schnell und geordnet einzuleiten, bis die Feuerwehr eintreffe. Diese könne dann über eine spezielle Feuerwehrsprechstelle direkt in den Prozess eingreifen und die weitere Evakuierung bei Bedarf selbst übernehmen. Im Juni 2014 war das Stadion auch dank der neuen Technik Austragungsort für die Leichtathletik-Europameisterschaft der Nationalteams. Bei der internationalen Sportveranstaltung haben sich die zwölf besten Nationalmannschaften Europas in zwanzig Disziplinen gemessen. «Das runderneuerte Eintracht-Stadion war für die Wettkämpfe bestens gerüstet», sagt Stephan Lemke, Geschäftsführer der Stadthalle Braunschweig Betriebsgesellschaft. Kontakt / Information References+ 6 Building up November / Dezember 2014

7 Projekte Deckenmontierte flache Kaltwasser-Heizkörper Sperrige mechanische Vorrichtungen in der Fassadenaußenwand Abgeschrägte Fenster für bessere Tageslichtqualität In Betonplatten integrierte Luftschächte Vergleich zwischen herkömmlichem Gebäudedesign (links) und dem Baukonzept «3for2», das es Bauträgern ermöglicht, drei Stockwerke im gleichen Raum unterzubringen, der normalerweise für zwei vorgesehen ist, ohne dass die wahrgenommene Raumhöhe beeinträchtigt wird. Das Projekt «3for2» Der Startschuss ist gefallen für eine Partnerschaft zur Schaffung des energieeffizientesten Büroraums in Singapur: Wissenschaftler und natürlich Building Technologies sind an einem Bauprozess beteiligt, der ein vollständig neues Gebäudekonzept umsetzen soll. Im August 2014 kam es zum formellen Abschluss einer Partnerschaft zwischen dem Singapore-ETH Centre Future Cities Laboratory (SEC FCL), einem gemeinsamen Forschungszentrum mit Teilnehmern aus der Schweiz und Singapur, und dem United World College South East Asia (UWCSEA), der weltgrößten internationalen Schule. Ziel ist die Schaffung des energieeffizientesten Büroraums in Singapur. 40 Prozent weniger Energie Der neue Büroraum soll 40 Prozent weniger Energie verbrauchen als das durchschnittliche Büro in Singapur. Es ist die erste kommerzielle Anwendung des «3for2»- Konzepts, das es Bauträgern ermöglicht, in einem normalerweise für zwei Stockwerke vorgesehenen Raum drei Stockwerke unterzubringen, ohne dass die wahrgenommene Raumhöhe dadurch beeinträchtigt wird. Erzielt wird dies durch den Einsatz neuer Bautechniken und die effiziente Integration neuer Technologien wie LED-Leuchtplatten, passiv gekühlte Deckenkacheln und Wenn sich durch neue Lösungen für Klimaanlagen und Beleuchtung sowohl der benötigte Raum als auch die benötigte Energie halbieren ließe, könnte man im Hinblick auf Baumaterial und Energie beträchtliche Kosteneinsparungen erzielen.» Arno Schlüter, Leiter des «3for2»-Projekts leistungsstarke Kälteanlagen. Das «3for2»- Konzept wurde von Forschern am SEC FCL entwickelt, einem Forschungszentrum, das von der Singapore National Research Foundation und der ETH Zürich ins Leben gerufen wurde und am Campus for Research Excellence and Technological Enterprise (CREATE) ansässig ist. «In modernen Büros in Singapur werden bis zu 25 Prozent des vertikalen Raums durch Schächte, Strukturen und andere technische Systeme belegt, die notwendig sind, um den Nutzern einen angenehmen Aufenthalt im Gebäude zu ermöglichen. Darüber hinaus werden rund 60 Prozent des Stromverbrauchs durch die Klimaanlage verursacht. Das ist seit Jahrzehnten der Status Quo», meint Arno Schlüter, Leiter des «3for2»-Projekts und Professor am Lehrstuhl für Architektur und Gebäudesysteme an der ETH Zürich. «Wenn sich durch neue Lösungen für Klimaanlagen und Beleuchtung sowohl der benötigte Raum als auch die benötigte Energie halbieren ließe, könnte man im Hinblick auf Baumaterial und Energie beträchtliche Kosteneinsparungen erzielen. Dieses Potenzial ist im Green-Building-Sektor größtenteils noch unangetastet.» Die Forschung und Entwicklung für das «3for2»-Projekt begann vor zwei Jahren auf dem BubbleZERO-Prüfstand im Future Cities Laboratory. Die nächste Herausforderung der Gruppe bestand darin, einen Bauträger zu finden, der bereit war, das Projekt komplett umzusetzen. Das United World College of South East Asia (UWCSEA), eine Schule in Singapur mit umfangreicher Erfahrung in der Entwicklung bahnbrechender Hochleistungsgebäude, war der ideale Partner. Im Jahr 2011 stellte das UWCSEA den Bau seines zweiten Tampines-Campus fertig, der die Green Mark Platinum-Zertifizierung und den BCA Platinum Universal Design Award erhielt. Dieser m 2 7 Building up November / Dezember 2014

8 Projekte Die zukünftige m 2 große Erweiterung des Dover-Campus des UWCSEA, deren Fertigstellung bis Mitte 2015 erfolgen soll. große Campus wurde jüngst erneut mit dem Green Mark Platinum zertifiziert und enthält eine der energieeffizientesten zentralen Klimaanlagen in Singapur, die sich durch ein außergewöhnliches Design auszeichnet. «Die Nachhaltigkeitsmission der Schule zeigt sich darin, wie wir unsere Gebäude entwerfen, bauen und betreiben. Da die gleichen Personen für Konzipierung, Bau und Betrieb verantwortlich sind, können wir äußerst kosteneffiziente Gebäude schaffen», sagt Simon Thomas, Director of Facilities and Operations am UWCSEA. «Uns geht es aber nicht nur darum, die Betriebskosten der Schule zu senken. Mit diesem Projekt können wir vielmehr demonstrieren, wie ernst wir unsere Mission nehmen. Wir zeigen in der Praxis, wie konventionelle und akzeptierte Designs neu angedacht werden können, um bessere Ergebnisse zu erreichen. Eine bessere Botschaft kann man seinen Schülern doch gar nicht vermitteln!» Die perfekte Umgebung Im Rahmen der neuen Partnerschaft planen SEC FCL und UWCSEA die Umsetzung des «3for2»-Konzepts in einem 600 m 2 großen Bereich, und zwar auf einem einzigen Stockwerk in einem neuen m 2 großen Gebäude, das gerade auf dem Dover- Campus des UWCSEA entsteht. «Obwohl unser Projekt nur drei Prozent der Gebäudenutzfläche belegt, reicht uns das vollkommen aus», meint Adam Rysanek, als Manager von SEC FCL für die «3for2»- Umsetzung am UWCSEA verantwortlich. «Bevor wir unser Konzept auf einen Wolkenkratzer mit 50 Stockwerken übertragen können, wollen wir absolut sicher sein, dass die Grundlagen stimmen. Die ETH Zürich und Building Technologies haben schon erfolgreich an einer Reihe von Projekten für energieeffiziente Gebäude in der Schweiz zusammengearbeitet. Singapur ist bereits ein Vorreiter in puncto Innovation und wird eine Katalysator- und Vorbildrolle für die Umsetzung dieser Prinzipien und Betriebskonzepte in dichtbevölkerten tropischen Regionen einnehmen.» Helmut Macht, Chief Technology Officer, BT Mit diesem Projekt hier müssen wir zuerst beweisen, dass sich mit unserem System wirklich der energieeffizienteste Büroraum in der Region schaffen lässt.» Am «3for2»-Projekt nehmen aber auch führende Unternehmen aus dem Green- Building-Sektor teil, darunter BT. «Die ETH Zürich und Building Technologies haben schon erfolgreich an einer Reihe von Projekten für energieeffiziente Gebäude in der Schweiz zusammengearbeitet. In deren Rahmen konnten Energieverbrauch und -kosten deutlich gesenkt, die Ressourceneffizienz erhöht werden. Singapur ist bereits ein Vorreiter in puncto Innovation und wird eine Katalysator- und Vorbildrolle für die Umsetzung dieser Prinzipien und Betriebskonzepte in dichtbevölkerten tropischen Regionen einnehmen», sagt Helmut Macht, Chief Technology Officer bei BT. «Das Singapore-ETH Centre hat sich als perfektes Umfeld erwiesen, um diese von Schweizer Werten inspirierte Partnerschaft auf Singapur auszudehnen.» Beeindruckende Leistungssteigerungen Peter Halliday, Head BT für die ASEAN- Staaten, fügt hinzu: «Das 3for2 -Projekt nimmt bewährte Energieeffizienzkonzepte und geht noch einen Schritt weiter. Die beeindruckenden Leistungssteigerungen, die wir verzeichnen können, sind der Zusammenarbeit mit UWCSEA zu verdanken. Von den frühesten Planungsphasen des neuen Schulgebäudes an hat sich unsere Partnerschaft bewährt. Der Enthusiasmus unseres Partners für bahnbrechende wissenschaftliche Erkenntnisse hat den Grundstein für eine völlig neue Art von Gebäude gelegt, in dem Komfort, Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit über den gesamten Lebenszyklus hinweg von Anfang an Teil der Planungsformel sind. BT ist stolz, an diesem Projekt beteiligt zu sein, denn wir werden Antworten auf Fragen liefern können, die uns die Zukunft stellen wird.» Neben der Forschungszusammenarbeit mit der ETH am «3for2»-Konzept erhielt BT auch den Zuschlag zur Installation des Gebäudeautomationssystems Desigo CC im neuen UWCSEA-Gebäude und zur Umstellung des gesamten Dover-Campus auf Desigo CC. Das neue Gebäude soll Mitte 2015 fertiggestellt sein. Kontakt / Information References+ Future Cities Laboratory 8 Building up November / Dezember 2014

9 Projekte Die Kreditgenossenschaft Romagna Est entschied sich für Siemens- Technologie. Der Hauptgrund: Energieeffizienz Cerberus Pro an der Adria In Bellaria in der italienischen Provinz Rimini hat die örtliche Bank Romagna Est ihren neuen Hauptsitz errichtet. Cerberus Pro sorgt für den Brandschutz, während Gamma den Komfort in den Büros sowie den niedrigen Energieverbrauch sicherstellt. In ganz Italien finden sich Filialen eines Banknetzwerks aus 388 Kreditgenossenschaften namens Banche di Credito Cooperativo (BCC). Diese Kreditgenossenschaften sind gemeinnützige örtliche Einrichtungen. Die 1995 gegründete Bank Romagna Est BCC hat nun in Bellaria in der Nähe von Rimini einen neuen Hauptsitz errichtet. Die Geschäftsführung der Bank entschied sich aus einer Reihe von Gründen für Siemens: hochwertige KNX- und Brandschutzprodukte, hohe Energieeffizienz durch Überwachung und Steuerung des gesamten thermischen und elektrischen Energieverbrauchs, Verwendung von ETS4, der unabhängigen Engineering-Tool- Software für KNX, und schließlich solide Kenntnis der ETS4-Software des Beratungsunternehmens, das für die Realisierung des Projekts verantwortlich war. Vorteil der ETS4-Plattform ist, dass der zur Projektentwicklung erforderliche Zeitaufwand gesenkt Da die Siemens-Produkte für zahlreiche Anwendungsbereiche geeignet sind, ließen sich alle Anforderungen der Ausschreibung erfüllen.» und die Kosten für den Endbenutzer reduziert werden können. Zudem ermöglicht die Verfügbarkeit zahlreicher Gateways mit unterschiedlichen Protokollen die einfache Verwaltung und Integration unterschiedlicher Systeme. Da die Siemens-Produkte für zahlreiche Anwendungsbereiche geeignet sind, ließen sich alle Anforderungen der Ausschreibung erfüllen. Eine der Prioritäten ist die Energieeffizienz. Hierzu müssen alle installierten Systeme Heizung, Lüftung, Beleuchtung, Lamellennachführung, Sicherheit und Brandschutz fachgerecht gemanagt werden. Zur Verwaltung der Gebäudegewerke wurde die KNX-Plattform gewählt. Durch Beleuchtungs- und bedarfsbasierte Raum-klimasteuerungen ist sichergestellt, dass Büros, Flure und Gewerberäume optimal beleuchtet, geheizt oder gekühlt sind. Intelligente Bewegungs- und Präsenzmelder für Beleuchtungs- und HLK-Steuerungen sowie für die installierten Jalousien optimieren den Komfort, stellen ein gleichbleibendes Beleuchtungsniveau sicher und tragen zur Reduzierung des Energieverbrauchs bei. Außerdem steuern sie die Geschwindigkeit der Ventilatorkonvektoren und sorgen für die ordnungsgemäße Funktionsweise der Ventile. Die Melder und Thermostate in allen Büros kommunizieren über das KNX-Protokoll mit der Zentrale, und eine Wetterstation auf dem Dach hält das KNX-System über die Außenbedingungen informiert. Das Brandschutzsystem Cerberus Pro ist über offene E/A-Module in das Gamma-Gebäudeautomationssystem integriert. Kontakt / Information References+ Romagna Est 9 Building up November / Dezember 2014

10 Projekte Das Niedrigstenergie-Gebäude der China Academy of Building Research (CABR NZEB) in Beijing Intelligentes Gehirn inklusive Zur Erhöhung der Energieeffizienz in Gebäuden haben Experten aus China und den USA im Rahmen des Sino-US Clean Energy Research Center gemeinsam das erste Niedrigstenergie-Gebäude in China konzipiert und gebaut. BT und LMV sorgten dabei für innovative Lösungen. Das Niedrigstenergie-Gebäude der Chinesischen Akademie für Gebäudeforschung (China Academy of Building Research Nearly Zero Energy Building oder «CABR NZEB») ist ein 4025 m 2 großes Bürogebäude in Beijing, das die grundlegenden Themen der Gebäudeeffizienz in China anschneidet. Das Designprinzip lautet «passives Gebäude, proaktive Optimierung, Wirtschaftlichkeit und Pragmatismus». CABR NZEB ist ein innovativer Versuch, ein Niedrigstenergie- Gebäude zu erschwinglichen Kosten zu errichten. Siemens-Experten spielten bei der Optimierung von Integration und Erschwinglichkeit sowie bei der Inbetriebnahme des Systems eine aktive Rolle, um sicherzustellen, dass der Systembetrieb so effizient wie möglich läuft. Bestes Beispiel für Gleichgewicht In Entwicklungsländern besteht ein Spannungsfeld zwischen Null-Energie und Erschwinglichkeit. CABR NZEB ist ein praktisches Beispiel für das Gleichgewicht zwischen Energie- und Kosteneffizienz. Die in diesem Projekt gesammelte Erfahrung bietet wertvolle Einsichten zur Entwicklung neuer chinesischer Normen. Man kann davon ausgehen, dass dieses Pilotprojekt zu einer Verbesserung der Gebäudeenergieeffizienz in ganz China führen wird. 10 Building up November / Dezember 2014

11 Projekte Im Gebäue werden 28 weltweit führende Technologien zur Gebäudeumgebungsund Energieeffizienz eingesetzt. Das Ziel ist die Eliminierung fossiler Brennstoffe für die Heizung im Winter, eine Reduzierung des Kühlenergiebedarfs um 50 Prozent im Sommer und eine Senkung des Lichtenergiebedarfs um 75 Prozent. Laut einer Analyse der in den vergangenen Monaten erfassten tatsächlichen Betriebsdaten kann CABR NZEB das Gesamtenergieverbrauchsziel von 25 kwh/m 2 a (Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr) bei inkrementellen Kosten von 700 CNY/m 2 (knapp unter 100 Euro) erreichen. Damit besteht ein gutes Gleichgewicht zwischen Energie- und Kosteneffizienz. Siemens: der beste Partner Da CABR NZEB als experimentelles Pilotprojekt dienen wird, müssen zahlreiche Subsysteme ineinander integriert werden, um sicherzustellen, dass sie wie beabsichtigt interaktiv zusammenwirken. Dies stellte das Gebäudeautomationssystem vor eine große Herausforderung, und die Siemens-Experten entwickelten proaktiv innovative Lösungen für die Integration. CABR war überzeugt, dass Siemens der beste Partner im Bereich Gebäudeautomation, Brandschutz und Niederspannung für ihr Gebäude sei. Das Siemens-Gebäudeautomationssystem ist das intelligente Gehirn von CABR NZEB, integriert zahlreiche globale Technologien, stellt nahtlose Verbindungen her und sorgt für die perfekte Koordinierung von mehr als 10 Subsystemen. Es schafft ein sicheres und komfortables Umfeld mit maximaler Energieeffizienz. Mit den Siemens-Komplettlösungen integriert das Gebäude nicht nur hochmoderne Energieeffizienztechnologien in eine Plattform, sondern bietet auch Flexibilität für F&E. Das CABR NZEB dürfte ein praxisnahes Informationszentrum für Niedrigstenergie-Gebäude in China werden. Um den Bau derartiger Gebäude zu fördern, schlossen sich die am CABR-NZEB- Projekt beteiligten Unternehmen zur China Nearly Zero Energy Building Alliance (CNZEBA) zusammen. Diese Allianz um- Medienvertreter besichtigten Ende August 2014 die Kälteanlage im CABR NZEB. Mehr als 10 Subsysteme koordiniert das Gebäudeautomationssystem im CABR NZEB. fasst gegenwärtig 32 Institute und Organisationen; Siemens ist als Beiratsmitglied vertreten. Seit der Gründung wurden bereits mehr als zehn neue NZEB-Projekte in China ins Leben gerufen, und Siemens wird an diesen Projekten aktiv beteiligt sein. Ein neues Zeitalter in China Das Medieninteresse an den innovativen NZEB-Technologien war von Anfang an groß. Am Siemens Media Day, der von SLC CC organisiert wurde, fanden sich Vertreter von 24 öffentlichen Medien ein. Das Thema Energieeffizienz in Gebäuden und damit verwandte fortschrittliche Technologien stößt überall auf lebhaftes Interesse. Nicht nur in Zeitungen und Zeitschriften wird intensiv über NZEB berichtet, auch neue Medien wie Websites haben das Thema aufgegriffen. Mit CABR NZEB wurde in China ein neues Zeitalter eingeläutet und es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Bauboom für Niedrigstenergie-Gebäude beginnt. Als agierender Marktführer in China wird Siemens weiter eng an dieser Entwicklung mitarbeiten. Kontakt / Information References+ Highlights der Siemens-Komplettlösungen n Expertenteams optimieren die Energieeffizienzlösungen für CABR NZEB bei maximaler Kosteneffizienz n Gebäudeautomationslösungen von Siemens liefern wichtige Daten über das CABR NZEB an das Energiemanagementsystem, das für chinesische Behörden sowie Industrie und Öffentlichkeit als technische und praxisorientierte Plattform dient n Siemens DDC-Controller sorgen für hohe Effizienz des HLK-Systems, selbstregulierend und ohne Modalbausteine n Das Siemens-Gebäudeautomationssystem bietet eine offene Plattform für mehr als 10 Subsysteme und koordiniert sie unter Verwendung optimierter Betriebsstrategien. n Das FS18-Brandmeldesystem schützt Menschen und Sachwerte vor Feuer n Niederspannungsschalter und -steckdosen der Vision-Serie zaubern ein angenehmes Innenambiente, welches das Image des CABR NZEB als wirtschaftliches und pragmatisches Gebäude ideal ergänzt. 11 Building up November / Dezember 2014

12 Innovation & Technik Ist stolz, dass Siemens ein Teil der Open-Source- Community ist: OSS-Experte Roger Meier (Bildmitte) im Kreise seiner Mitstreiter. Offen und doch sicher Eingesetzt wird sie vielerorts, und der Erfolg lässt aufhorchen: «Open Source Software» wird bei BT in mehr als 400 Produkten, Systemen und Lösungen eingesetzt. Roger Meier, Head CCP, gibt Einblick in einen Bereich, der garantiert weiter stark zulegen wird. Die NASA fliegt mit «Open Source Software» (OSS) in den Weltraum, Schiffe sind damit auf den Meeren unterwegs, Autos fahren damit auf den Straßen herum und in Gebäuden wird OSS für die Steuerung des Raumklimas eingesetzt. Was in aller Welt ist OSS? «Open Source Software» nennt sich öffentlich zugängliche Software, die einen frei verfügbaren Quellcode hat die Baupläne solcher Programme sind einsehbar. Dieser offene Code erlaubt ein tiefergehendes Verständnis der Software; neben großen Erleichterungen bei der Applikationsentwicklung wird dadurch auch der Wissensaustausch von Entwickler oder Benutzer zu Entwickler gefördert, weltweit. Hinzu kommt, dass viele Verbesserungen, die Anwender entwickeln, in die Software einfließen, wovon letztlich alle Nutzer profitieren. Das Rad nicht neu erfinden Klingt irgendwie logisch, aber auch abenteuerlich es wird Einblick in bedeutende Steuerbereiche ermöglicht. Computer- und Software-Experten betonen jedoch, OSS mache Bösewichten ihr Spiel nicht einfacher, sondern ermögliche viel mehr den Herstellern von sicherheitsrelevanten Steuerungen, mögliche «Backdoors» auszuschließen. Jede Änderung kann eingesehen und nachverfolgt werden. Im Endanwenderbereich wird OSS seit einigen Jahren aktiv genutzt, dazu gehören der Webbrowser Firefox, die freie Bürosoftware OpenOffice oder das Betriebssystem Android, das den Linux-Kernel einsetzt. «Bei BT setzen wir in Produkten, Systemen und Lösungen über 1500 Fremdsoftwarekomponenten ein», weiß Roger Meier, der sich als Head Common Controller Platform bestens damit auskennt und das Thema OSS innerhalb von BT steuert. Beim Touchpanel PXM50 von Desigo Touch and Web, das zur lokalen Bedienung gebäudetechnischer Anlagen verwendet wird, liege der OSS- Anteil bei rund 90 Prozent, zeigt er auf. Das ist Wiederverwendung im großen Stil. BT gewinne einiges an Effizienz, erklärt Meier, denn durch den Einsatz von OSS könne das Unternehmen Produkte rascher, kostengünstiger und mit größerem Funktionsumfang entwickeln. «Neue Funktionen stehen wesentlich schneller zur Verfügung, denn sie müssen nicht erst programmiert werden», zeigt der Experte auf, «und oft ist es einfach sinnvoller, eine OSS-Komponente mit zusätzlicher Funktionalität zu erweitern, anstatt das Rad neu zu erfinden.» Damit der Effizienzgewinn wirklich eintritt, wurde die «BT 3rd Party Reference Software»-Datenbank erstellt. Bei neuen Projekten legen die Software-Architekten und Entwickler während der Definitionsphase fest, welche OSS-Komponenten eingesetzt werden sollen. Dies unter Berücksichtigung allenfalls bereits bestehender Elemente. Finden sich in der Datenbank keine passenden Elemente, sind eine Variantenanalyse und Evaluation notwendig. Neue oder nur vereinzelt eingesetzte Funktionen werden zuerst getestet. «Wenn Fehler behoben sind, entsprechen sie unseren Qualitätsbedürfnissen», macht Meier klar. Solche Korrekturen und Änderungen würden intern geprüft und anschließend mit der Community diskutiert, damit Verbesserungen in die ursprüngliche OSS-Komponente einfließen können. Meier sichtlich stolz: «Ja, auch Siemens ist ein Teil der Open-Source-Community.» Wiederverwendungsgrad angestiegen Wer OSS nutzt, geht einen verbindlichen Lizenzvertrag ein, der eingehalten werden muss. «Insbesondere bei der Weiterverteilung der Software über unsere mehrstufigen Vertriebskanäle ist dieser Vertrag relevant», erklärt Meier. Wird ein OSS-Lizenzvertrag nicht eingehalten, kann dies bis zu 12 Building up November / Dezember 2014

13 Innovation & Technik einem Vertriebsstopp führen, falls ein Urheber klagt. Dies ist Siemens vor Jahren einmal wiederfahren. «Um die Einhaltung der Lizenzverträge sicherzustellen, wurde ein Audit von einem Produkt von BT mit externen Anwälten sowie Software-Spezialisten durchgeführt», erklärt Meier. «Unser Produkt ist das erste, das ein solches Audit überhaupt bestanden hat.» Um alle Pflichten solcher Lizenzverträge zu erfüllen, werden sämtliche zur Anwendung kommenden OSS-Komponenten lizenztechnisch bis auf Dateiebene analysiert. Zudem wird die Qualität der Komponente geprüft und die Aktivität der entsprechenden Community begutachtet. Diese Informationen werden aufbereitet und dem Division Clearing Team (DCT) je nach Bedarf bestehend aus Open-Source-Experten, Projektleitern, Sicherheitsexperten, Software- und Systemarchitekten, Rechtsanwälten, Einkäufern sowie Patentanwälten und Exportkontrolleuren zur Bewertung vorgelegt. Die Freigabe erfolgt für jedes Produkt-Release. Zudem wird über die Aufnahme bzw. Klassifizierung in die angelegte Datenbank entschieden. Der Wiederverwendungsgrad ist ein Kernelement bei der effizienten und strategisch erfolgreichen Nutzung von Software. Er ist daher ein wesentliches Kriterium im DTC, und er konnte in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert werden. «Ein wichtiger Vorteil der zentralen Erfassung ist die Nachverfolgbarkeit von Komponenten und deren Version, um bei allfälligen Sicherheitslücken betroffene Projekte zu erkennen und Maßnahmen einzuleiten», zeigt Meier auf. So konnte bei der OpenSSL-Sicherheitslücke, bekannt unter dem Namen «Heartbleed», innerhalb kurzer Zeit geprüft werden, ob Produkte von BT betroffen sind. Die betroffenen crsp Server in den Siemens-Rechenzentren Malvin, Fürth und Singapur wurden in kürzester Zeit mit aktualisierter Software bespielt. Communities sind nützlich und gefragt «Die aktive Teilnahme in OSS-Communities ist ein wichtiger Beitrag, um unsere Interessen analog zu Standardisierungsgremien zu vertreten und deren Entwicklung voranzutreiben», ist sich Meier sicher. Zudem Beim Touchpanel PXM50 von Desigo Touch and Web, das zur lokalen Bedienung gebäudetechnischer Anlagen verwendet wird, liegt der OSS-Anteil bei etwa 90 Prozent. lassen sich so auch Programmierfehler und Qualitätsprobleme wie im Fall «Heartbleed» vermeiden. Neben der Berücksichtigung der Social Media Guidelines sind daher auch sehr gute technische Fähigkeiten nötig. «Und ohne Reviews von internen OSS-Experten darf nicht mit den Communities kommuniziert werden», sagt der Chef. Einerseits will sich BT nicht blamieren, andererseits darf das geistige Eigentum von geschäftsrelevanten Informationen oder Funktionen die Firma auf keinen Fall verlassen. Vorsicht ist dringend notwendig, denn ein wilder Mix von unachtsam eingesetzter OSS kann leicht das Gegenteil bewirken und riesige Mehraufwände generieren. Zudem kann es rufschädigend wirken, sollten Fehler passieren. OSS fordert von den Ingenieuren neben den fachlichen Fähigkeiten auch kommunikative Stärken, denn sie arbeiten oft über die ganze Welt verstreut am gleichen Projekt. So einigten sich beispielsweise Entwickler verschiedener Computer-Chip-Hersteller auf kooperative und pragmatische Art und Weise über einheitliche Software-Schnittstellen. «Solche Interaktion sowie die öffentliche Diskussion über Software ist kein Phänomen des Social-Media-Trends, sondern wurde bereits seit über 30 Jahren gemacht», weiß Meier. «Und nicht zuletzt ist die Aktivität in OSS-Communities ein wichtiger Beitrag, um die Attraktivität als Arbeitgeber weiter zu steigern.» Roger Meier mit dem Zertifikat des ersten Produkts, das ein «License Compliance Audit» der Open Source Automation Development Lab (OSADL) bestanden hat Kontakt 13 Building up November / Dezember 2014

14 Dialog Kennt die richtigen Stellschrauben für optimale Gebäudeeffizienz: Eike-Oliver Steffen, Head BPS Umfassendes Energiemanagement Die strategische Beratung von Kunden zum Thema Energieeffizienz in Gebäuden wird immer wichtiger. Eike-Oliver Steffen, Head SSP Building Performance & Sustainability, im Interview über umfassendes Energiemanagement und die dazugehörigen Handlungsfelder. Building up: Herr Steffen, was sind die dringendsten Anliegen rund um die Gebäudeeffizienz? Eike-Oliver Steffen: Aktuell sind ganzheitliche Effizienzkonzepte für Gebäudeportfolios stark gefragt. Bei der Gebäudeeffizienz gibt es aber viele Stellschrauben: Dreht man an einer beispielsweise die Regelung von Temperatur, Beleuchtung oder Beschattung kann das Einfluss auf andere haben. Die Automation in Gebäuden ist dabei eine wichtige Stellgröße. Ein Beispiel: Die Klimatisierung und Beleuchtung von Räumlichkeiten sollte danach ausgerichtet sein, wie der Raum gerade genutzt wird und was die Sensorik meldet, beispielsweise die Helligkeit und die Temperatur. Das kann durch Regelungs- und Automatisierungstechnik berücksichtigt werden und führt zu einer deutlich höheren Energieeffizienz. Das ist wie beim «Finetuning» eines Motors: Man muss die einzelnen Teile und ihre Funktion kennen, um das Zusammenspiel so kalibrieren zu können, dass der Motor rund läuft. Das ist bei Gebäuden und Gebäudeportfolios nicht anders. Auch hier macht sich das Kalibrieren in finanzieller Hinsicht bezahlt. Aber es geht um mehr als nur die Kostenseite. Gebäude verbrauchen 40 Prozent 14 Building up November / Dezember 2014

15 Dialog der weltweiten Energie und stoßen über 20 Prozent der Emissionen aus. Die Effizienz von Gebäuden zahlt sich also auch in Bezug auf die Umwelt aus. Was beinhaltet umfassendes Energiemanagement? Ich sehe fünf Handlungsfelder für das Energiemanagement: Erstens muss klar sein, wo wieviel Energie verbraucht wird und wie hoch die Kosten sind. Das umfasst alle Energieträger wie Elektrizität, Gas, Öl, aber natürlich auch Wasser. Zweitens ist die Kenntnis über Aufbau und Struktur der Energieversorgung gefordert. Diese beinhaltet auch das Wissen über gesetzliche oder sonstige Rahmenbedingungen. Drittens: der historische Vergleich des Energieverbrauches im Gebäude mit der aktuellen Situation. Hier ist in meinen Augen auch das Benchmarking mit anderen Gebäuden von Bedeutung. Viertens: Die Ist-Gebäudesituation muss kontinuierlich durch Experten analysiert werden. Die Erfahrung zeigt, dass Gebäude sonst mittelfristig wieder aus dem Ruder laufen, was Effizienz anbelangt. Als fünftes Handlungsfeld sehe ich die Unterstützung aller genannten Aktivitäten durch ein Softwaresystem, das die kontinuierliche Überprüfung der Verbrauchsdaten und das Reporting übernimmt, aber auch die automatisierte Erkennung von Fehlern der technischen Infrastruktur anbietet. Das System sollte in diesem Zusammenhang auch Remote Services anbieten. Wo und wie lassen sich Einsparpotenziale im Gebäudemanagement erkennen? Es ist wichtig, den Zweck, den Standort und die beabsichtigte Nutzung des Gebäudes verstanden zu haben. Ist der Standort in einer warmen Klimazone, wird das Gebäude anders betrieben werden als in einer kalten Region. Entsprechend unterschiedlich wird die Einstellung der Betriebsparameter Temperatur, Feuchtigkeit oder Luftmengenwechsel ausfallen. Daneben muss der Ist-Zustand dieser Betriebsparameter in einer Zeitreihe ermittelt werden. Aus dieser Analyse können dann Einsparpotenziale und Maßnahmen zur Effizienzsteigerung abgeleitet werden. Um den Erfolg auch in der Zukunft überprüfen zu können, identifizieren Experten die energetische Performance zum gegenwärtigen Zeitpunkt, die sogenannte «Baseline» des Gebäudes. Gegen diese «Baseline» werden dann Verbesserungen gespielt und bewertet. Das Erkennen spart aber noch keine Energie. Wie wird das Wissen konkret umgesetzt? Hierfür brauchen wir eine ganze Reihe unterschiedlicher Experten. Dazu gehören Energieingenieure, Spezialisten für Gebäudeautomation und Analysten für den Energieeinkauf. Sie führen die unterschiedlichen Informationen zu einem Energie- konzept zusammen. Dabei werden sie von der Energiemanagementplattform Navigator unterstützt, welche die Daten in einen größeren Kontext stellt und analysierbar macht. Das fertige Energiekonzept beschreibt dann detailliert, welche Änderungen an Heizung, Warmwasser, Klimatisierung, Lüftung, Gebäudeautomation, Energieerzeugung, Gebäudemanagement und so weiter durchgeführt werden können und welchen Effekt dies hat. Weiter zeigt es auf, wie lange die Amortisation der Einzelmaßnahmen dauert. Welche Prozesse sind in welchen Gewerken bereits digitalisiert und miteinander ganzheitlich vernetzt? Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, das gesamte Gebäudemanagement zu vernetzen. Konkrete Beispiele sind hier die Vernetzung von Beleuchtung und Beschattung über Heizung, Klimatisierung und Lüftung, Einzelraumsteuerung bis hin zu Brandschutz, Zutrittskontrolle und Belegungsplanung. BT bietet dies mit der Gebäudemanagementstation Desigo CC an. Damit können wir gewerkespezifische Systeme im Gebäude miteinander vernetzen, gleichzeitig aber auch an übergeordnete Energiemanagementplattformen wie Navigator oder Building Performance Management Cockpit anbinden. Wer braucht welche Daten? Das hängt sehr von der Nutzerrolle ab. Gemeinsam mit Siemens Real Estate haben wir im Umfeld von Corporate-Real-Estate- Organisationen die wesentlichen Nutzerrollen aufgenommen und deren Hauptaufgaben ermittelt. Ein Facility Manager benötigt andere Leistungskennzahlen als ein Projektleiter, ein Energy Manager oder gar ein Finanzchef. Einige Nutzer benötigen den Energieverbrauch pro Quadratmeter, andere die Daten über die Mieterzufriedenheit. Die funktionsbezogenen Leistungskennzahlen stellen wir in einem Cockpit dar. Wir sind der Meinung, dass es keinen «One size fits all»-ansatz gibt. Beratung spielt hier eine ganz entscheidende Rolle und stellt sicher, dass unsere Kunden die auf die jeweilige Nutzerrolle bezogenen Daten als Entscheidungsgrundlage erhalten und somit ihre Entscheidungen rein auf Fakten bezogen treffen können. Allerdings: Es ist nach wie vor eine große Herausforderung, diese Transparenz zu schaffen. Der Weg zum umfassenden Energiemanagement führt gemäß Steffen über fünf Handlungsfelder. Kontakt / Information Building Performance & Sustainability 15 Building up November / Dezember 2014

16 Panorama Martin à Porta, CEO BT EU, hatte die besten 23 Service-Sales-Mitarbeitenden seiner Region zu einem Event in die Schweizer Alpen eingeladen. BT EU OPS Sales Optimization Service Sales Event 2014 Gipfelstürmer «Service Growth» genießt bei BT Europe höchste Priorität. Um die Leistung der 23 Service-Sales-Mitarbeitenden zu würdigen, die im Geschäftsjahr 2014 am meisten dazu beigetragen haben, wurden diese zu einem Event der ganz besonderen Art eingeladen. zwölf Monate in einem sehr schwierigen Wettbewerbsumfeld ein Migrationsvolumen von 2,1 Millionen Euro erreichte, und das bei hohen Gewinnmargen. Und last but not least Bernhard Mager aus Österreich: Er teilte seine Konzepte und Best Practice filialenübergreifend mit den Kollegen ein unbezahlbarer Wert. Doch nun zum Event, der in einer idyllischen Umgebung inmitten der Schweizer Alpenwelt durchgeführt wurde. Entsprechend ihrer Top-Leistung waren die Teilnehmer in einem erstklassigen Hotel untergebracht. Sie nutzten intensiv die einzigartige Gelegenheit, Wissen mit den Kollegen aus den anderen Areas auszutauschen. Workshops und Outdoor-Aktivitäten ergänzten sich an den zwei Tagen ideal. Alle gesteckten Ziele wurden letztlich erreicht, wenn nicht gar übertroffen. Zu Beginn des ersten Tages ließ es sich Martin à Porta, CEO BT EU, nicht nehmen, jeden Teilnehmer persönlich vorzustellen und auf die Bedeutung von Service für BT EU hinzuweisen. An- Nur die allerbesten Service-Sales-Mit- Die hier gemachten Erfaharbeitenden wurden von ihren jeweiligen rungen waren neben dem Area-Managern für einen ganz besonderen Spaßfaktor absolut ziel- Event nominiert: Ausschlaggebend waren führend. Nun kehren wir mit der persönliche finanzielle Beitrag und/oder großartigen Erinnerungen außergewöhnliche Leistungen. Als Beispiel in unser Tagesgeschäft mag Catherine Tourasse aus Frankreich zurück, und zwar mit einer dienen, die eine finanzielle Lösung mit einer noch klareren Vorstellung, der größten Banken Frankreichs vorantrieb, wie wir vorgehen sollen. was in einen Migrationsvertrag über 2,5 Besten Dank an diejenigen, Millionen Euro mündete. Oder Mariangela die sich dafür eingesetzt Rapiti aus Italien, deren Abkommen aus haben, uns diesen Event dem Unternehmen und potenziellen Wett- zu ermöglichen. Eine bewerber Cofely einen Partner und Kunden tolle Sache, die von allen gemacht hat. Oder etwa Sören Jensenus geschätzt wird.» aus Dänemark, der während der letzten Mariangela Rapiti, BT EU Rom 16 Building up November / Dezember 2014

17 Panorama Teilnehmer am Service Sales Event 2014 von BT EU (von links): G. Baudequin, J. Marguet, A. Michel, K. Jeziak, S. Jensenius, C. Van Laethem, C. Tourasse, A. Hodel, H. Vet, M. Rapiti, R. Genoud, D. Grandoso, M. à Porta, M. Weigl, S. Lidén, D. Gama, B. Mager, P. Umilta, I. Rundqvist, S.T. Roee, W. Safranek, I. Tamas, P. Pinto, J. Vehviläinen und K. Christen (nicht am Event: B. Grassmugg) schließend erklärte Beat Frey, Head Service, wie wichtig die installierte Basis ist, um beim Service die anspruchsvollen BT-Wachstumsziele von fünf Prozent zu erreichen. Danach beleuchtete Thomas Zermin, Head Service Migration Portfolio, den allgemeinen Kundennutzen und präsentierte die richtige Argumentationsweise bei Migrationsprojekten. Der erste Tag endete mit einem Besuch des TBS- und des HVAC- Labors in Zug, gefolgt von einem gemütlichen Abendessen auf dem Zugersee. Der zweite Tag startete mit einem zweistündigen Workshop, an dem die Teilnehmer gebeten wurden, zwei einfache Fragen zu beantworten: «Was sind die kritischen Erfolgsfaktoren für Ihre hervorragenden Resultate im Serviceverkauf?» sowie «Wie Der Informationsaustausch war für alle zielten auf die Durchführung eines bilateralen Forums bei BT EU Sales, die Entwicklung Beteiligten bereichernd und zugleich ein guter Anstoß für Verbesserungsideen. Eine einer gemeinsamen Denkweise und eines Gruppe äußerte beispielsweise den Bedarf Servicekonzepts für BT EU. nach globalen Offerten für Kunden, in Der Wissensaustausch wird nach dem denen BT-Disziplinen besser k mbiniert Event aber nicht enden: Die Teilnehmer werden. Dazu gehört natürlich auch, sich sind dank ihrer persönlichen Kontakte nun über das gesamte Siemens-Service-Portfolio noch besser im Stande, auch über ihre Area Gedanken zu machen. Um solche Leistungen hinaus Ideen zu diskutieren und ihr Wissen anzubieten, muss aber das notwendige zu teilen. So können sie gegenseitig von technische Know-how vorhanden sein und den Erfahrungen der Kollegen profitieren. der administrative Aufwand vereinfacht Die restlichen Stunden des zweiten Tages werden. Weitere Verbesserungsvorschläge wurden ganz speziellen und hoffentlich Wir haben so viel Verkaufsenergie in diesem Unternehmen; so viel Kompetenz in verschiedenen Areas! Ich hoffe, dass der Event der Anfang von etwas noch Größerem ist: vielleicht ein multilaterales Forum innerhalb von Sales, um eine gemeinsame Sales-Denkweise zu prägen.» Stig Tore Roee, BT EU Oslo kann ein stärkeres Wachstum im Servicebereich erreicht werden und welchen Beitrag können Sie persönlich leisten?» Der Event wird den Teilnehmern als einmaliges Erlebnis in Erinnerung bleiben. 17 Building up November / Dezember 2014

18 Panorama unvergesslichen Aktivitäten in den Bergen gewidmet: So durften Mutige einen Adrenalinstoß auf Europas höchster Hängebrücke erleben. Eine Gruppe von 15 Personen entschied sich für einen steilen Aufstieg auf einen Gletscher, der zum Gipfel des 3238 Meter hohen Titlis führte. Auf dem Rückweg gab es noch die Gelegenheit, sich 14 Meter tief in eine Gletscherspalte abzuseilen; natürlich alles freiwillig. Eine andere Gruppe bewältigte 820 Meter Höhenunterschied mit speziellen Bikes auf einer gewagten Abfahrt über Stock und Stein; sie wurden anschließend bei einer Degustation im Weinkeller in die Geheimnisse edler Tropfen eingeweiht. Diejenigen, die lieber ihre Batterien aufladen wollten, zogen eine Massage im Spa des Hotels vor. «Der Event war für mich eine großartige Gelegenheit, einige unserer Mitarbeitenden mit der besten Performance kennenzulernen und auch direkte Feedbacks aus den Areas mit den aktuellen Schwerpunkten sowie mögliche Verbesserungsmaßnahmen entgegenzunehmen. Die zwei Tage waren reich an konstruktiven Inputs und Diskussionen. Das Lösungsgeschäft ist wichtig für BT; es macht 75 Prozent unseres Umsatzes aus, aber 75 Prozent unseres Profits erwirtschaften wir mit dem Servicegeschäft. Aus diesem Grund und unter Berücksichtigung unseres Potenzials bei der installierten Basis ist Service Growth der Schlüssel zum Erfolg für BT EU», erklärte Martin à Porta. Anschließend bedankte er sich bei jedem Mitarbeitenden, der die Idee einer Servicekultur bei BT EU unterstützt. «Vergessen Sie nicht, dass Service für uns oberste Priorität hat. Alle Teilnehmer haben das bislang sehr gut gemacht, weiter so, denn der Weg ist noch lang.» 100% Arbeit, 100% Spaß Raoul Genoud, Organisator des ersten BT EU Service Sales Events in Engelberg (Schweiz), im Gespräch mit Building up. Er zieht ein erstes Fazit und äußert sich zur Zukunft der Veranstaltung. Ein Event für die besten Service-Sales- Mitarbeitenden von BT EU klingt nach viel Spaß. Woher stammt diese Idee? Die Idee kommt ursprünglich von BT US, wo jedes Jahr ein fantastischer Event für die besten Sales-Mitarbeitenden organisiert wird. Wir haben das Konzept an unser Budget angepasst und geplant, den Wissensaustausch in Europa über Areas hinweg zu erhöhen. Der erste Event sollte erst 2015 stattfinden, aber dank der tollen Unterstützung des Managements konnten wir bereits 2014 starten. Das war für die Teilnehmer eine erfreuliche Überraschung. Sind Sie mit den Ergebnissen des Events zufrieden? Ja, sehr sogar. In Anbetracht des überwältigenden Feedbacks von Teilnehmern und Management denke ich, dass wir sehr zufrieden sein können. Unser Ziel war, etwa 20% der Zeit für Workshops und 80% für Aktivitäten einzusetzen. Am Ende hatte ich das Gefühl, dass fast 100% der Zeit auf irgendeine Art und Weise mit Arbeit verbunden waren. Die meisten Diskussionen während der Aktivitäten bezogen sich auf unser Business. Und wenn ich den Enthusiasmus der Teilnehmer während des Workshops berücksichtige, lag der Spaßfaktor vermutlich auch bei 100%. Die Herausforderung ist nun, auf dem aufzubauen, was gemacht wurde, und das neue Netzwerk als Inspirationsquelle für weitere Entwicklungen zu nutzen. Ist auch im nächsten Jahr ein Service Sales Event geplant? Ja. Gute Neuigkeiten für diejenigen, die dieses Jahr nicht teilnehmen konnten, und für diejenigen, die wiederkommen wollen. In Anbetracht des diesjährigen Erfolgs wird das BT EU Sales Optimization Team für 2015 einen Event mit ähnlichen Zielen organisieren einerseits um unsere Wertschätzung gegenüber hohen Leistungen zu zeigen und andererseits um den Wissensaustausch über Areas hinweg voranzutreiben. Die Details wie Nominationskriterien, Ort und Termin werden Ende des Jahres kommuniziert. Kontakt / Information BT Europe 18 Building up November / Dezember 2014

19 Panorama Gebäudetechnologie ist es allerdings ein noch eher vernachlässigtes Marketingwerkzeug. Jedoch spätestens seit den legendären Auftritten des 2011 verstorbenen Apple-Chefs Steve Jobs ist klar, welchen Einfluss eine Rede respektive Präsentation auf den Wert von Produkten und das Unternehmen haben kann. Perfekter Auftritt: Johannes Milde kürzlich am Siemens Forum in Regensburg Rhetorische Risiken vermeiden Eine Rede zu einem bestimmten Thema halten. Darum werden BT-Führungskräfte nicht selten gebeten. Jeder einzelne Auftritt ist eine Chance, die Leistungen der Division richtig zu positionieren. Deshalb sollte man stets den richtigen Redner am richtigen Ort haben. Wer eine Rede hält und vorne steht, dem spricht man meist mehr Bedeutung, Kompetenz und Fachwissen zu als jemandem, der das nicht macht. Und je größer die Zahl der Zuhörer ist, umso größer die Reputation des Vortragenden. Mehr noch: Die positive Haltung gegenüber der Person überträgt sich in der Wahrnehmung der Zuhörer auch auf das Unternehmen oder auf Produkte, Systeme und Lösungen. Denn wo kompetent vorgetragen wird, vermutet man hohe Sachkompetenz. Vorträge als Marketinginstrument Einige Branchen nutzen Vorträge und Präsentationen schon lange als Marketinginstrument und für den Verkauf. In der Wissenschaft ist es sehr verbreitet, auf Kongressen und Tagungen Fachvorträge oder «Keynotes» zu halten. Auch in der Finanzindustrie und Versicherungsbranche ist es Usus, Vorträge oder Reden zu halten, um ein Produkt zu promoten oder Sachinformationen zu vermitteln. In der Mehrzahl der Branchen so auch in der Grünes Licht vom BT-Management Auch bei BT soll diese Form der Kommunikation künftig verstärkt genutzt werden, um die Leistungen der Division ins rechte Licht zu rücken. Sind doch Vorträge ein exzellentes und gleichzeitig kostengünstiges Marketinginstrument mit hoher Glaubwürdigkeit und Akzeptanz, das nicht zuletzt auch die persönliche Reputation des Vortragenden steigert. Das Konzept beinhaltet folgende Themenschwerpunkte: relevante Veranstaltungen, die Entwicklung der Präsentationen und das Einbinden von Medienarbeit. Es wurde dem BT-Management präsentiert und von diesem bereits abgesegnet. BT-Themen und -Botschaften platzieren In einem ersten grundlegenden Schritt werden geeignete Personen innerhalb von BT im HQ und in den vier Regionen identifiziert, die zu bestimmten Kernthemen wie etwa Building Performance Management, Data Center Solutions, Safety and Security sowie Smart Buildings in Smart Grids reden können und wollen. Damit sie kein allzu hohes rhetorisches Risiko eingehen müssen, werden entsprechende Trainingseinheiten angeboten. Dort kann geübt werden, wie relevantes Wissen weitergegeben, grundlegende Sachinformationen vermittelt oder innovative Problemlösungen aufgezeigt werden können, ohne dass der Redner am Manuskript klebt oder allzu «verbale Seifenblasen» aufsteigen lässt. Parallel dazu werden diejenigen Veranstaltungen eruiert, die einen geeigneten Rahmen bieten, um BT-Themen und -Botschaften zu platzieren. Hinzu kommt eine sorgfältige Analyse der Personen und ihrer Interessenslagen. Getreu dem Motto «Was man nicht messen kann, man auch nicht verbessern» gibt es Kennzahlen, mit deren Hilfe sich die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen ermitteln lässt. Über deren Erfolg sollte in einigen Monaten Klarheit herrschen. Kontakt 19 Building up November / Dezember 2014

20 Newsticker Climatix IC: das perfekte Tool Climatix IC bietet rund um die Uhr sowie von überall her Zugriff und nutzt die Vorzüge der Cloud-Technologie. Die Anforderungen an die Verfügbarkeit komplexer Anlagen nehmen ständig zu: Einerseits muss rund um die Uhr auf die Systeme zugegriffen werden können, andererseits sollen die Kosten für Inbetriebnahme und Unterhalt auf ein Minimum gesenkt werden. Mit Climatix IC unterstützt BT Erstausrüster und andere Hersteller von HLK-Anlagen über den gesamten Lebenszyklus einer Anlage. Climatix IC ist ein webbasiertes Remote Servicing System, das die Vorzüge der Cloud-Technologie nutzt. Mittels Fernzugriff kann das System jederzeit und von jedem Ort bedient und gewartet werden. Sämtliche wichtigen Prozessdaten werden kontinuierlich gesammelt und automatisch an einem zentralen Ort gespeichert. Sie stehen damit jederzeit für unterschiedlichste Auswertungen zur Verfügung und liefern wertvolle Hinweise über den Zustand, die Zuverlässigkeit sowie die Effizienz der Anlagen und damit den entscheidenden Wissensvorsprung. HLK-Anlagen werden oft an Standorten betrieben, die weit vom Produktionsort des Erstausrüsters entfernt sind. Dies kann zu hohen Service- und Reisekosten führen, die vermeidbar sind insbesondere während der Gewährleistungsphase. Über Climatix IC lassen sich von überall her Diagnosen erstellen, Werte optimieren oder System-Upgrades durchführen. Der Großteil aller Climatix-Regler ist mit einer IP-Schnittstelle ausgestattet. Über diese verbindet sich die Anlage selbstständig mit dem Climatix IC Remote Servicing System. Climatix IC arbeitet mit Standard-Webbrowsern und funktioniert auf allen webfähigen Geräten: Der Servicetechniker loggt sich ganz einfach via Laptop, Tablet oder Smartphone auf dem Climatix-Portal ein und hat sofort direkten Zugriff auf seine Anlagen. Doch Climatix IC ist in der Siemens-Cloud- Welt nicht allein: Siemens bietet in zunehmendem Maß eigene Services über die Cloud an. Cloud Computing oder webbasierte Services werden von verschiedenen Geschäftsbereichen angeboten. Beispiele sind webbasiertes Energiemanagement, Online-Services für die Bearbeitung medizinischer Daten oder Online-Versionen von Produktlebenszyklus-Managementprogrammen. Aus diesem Grund unterhält Siemens Corporate Technology ein eigenes Kompetenzzentrum für Cloud Computing, das alle Geschäftsbereiche hinsichtlich der Realisierung verschiedener Anwendungen berät und mit Lösungen zur Datensicherheit unterstützt. Kontakt Beeindruckendes Sparpotenzial Im polnischen Bytom werden 17 Schulbauten komplett von BT modernisiert. (Foto: Tupungato / Shutterstock.com) Die polnische Stadt Bytom plant die Umsetzung eines Energieeffizienzprojekts in 17 ihrer Schulbauten. Das Projekt ist als öffentlich-private Partnerschaft angelegt und soll den Heizenergieverbrauch um 48 Prozent senken. Für die Gemeinden in Polen wird das Thema Einsparung und Kostensenkung immer wichtiger. Aufgrund schrumpfender Budgets bei gleichzeitig steigendem Investitionsbedarf sind neue Einsparmodelle gefragt. Das BT-«Energy Performance Contracting»-Modell bietet sich hier geradezu an. Die Ergebnisse werden sich langfristig auf Budget und Energieverbrauch auswirken. Ziel dieses Projekts ist die Modernisierung von 17 Schulbauten, um den Energieverbrauch zu überwachen und zu optimieren. Siemens garantiert eine Senkung des Heiz- energieverbrauchs um 48 Prozent und des Stromverbrauchs um 20 Prozent. Um maximalen Nutzen aus dem System zu ziehen, werden Innentemperatur und Stromverbrauch der verbundenen Anlagen durch Remote-Überwachung gesteuert und optimiert. Der Vertragswert beläuft sich auf rund 12 Millionen Euro. Die anfänglichen Modernisierungsarbeiten sollen innerhalb eines knappen Jahres erfolgen; die gesamte Vertragsdauer beträgt 15 Jahre. Die Investition wird durch die erzielten Einsparungen finanziert. Kontakt / Information References+ 20 Building up November / Dezember 2014

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