Nr. 2 Juni Jahrgang. 1. Mai Feier Ratgeber: Aufhebungsvertrag So Nicht!

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1 P.P. FL-9495 Triesen Nr. 2 Juni Jahrgang 1. Mai Feier Ratgeber: Aufhebungsvertrag So Nicht!

2 2 Wir ArbeitnehmerInnen INHALT AKTUELL Leitartikel... Seite 3 Wo bleibt die Chancengleichheit? 1. Mai Feier...S e i t e 4 Sozialpartnerschaft unter neuer politischer Führung Unternehmertum trifft Gewerkschaften...S e i t e 5 Sigi Langenbahn beim Unternehmerforum in Lilienberg/D Delegiertenversammlung... Seite 6 Neue Verbandstruktur und Erhöhung Mitgliederbeitrag Chancengleichheitspreis Seite 7 Anerkennungspreis für Mobbing-Projekt Businesstag Seite 8 Mein Praktikum beim LANV... Seite 9 Lina Spalt berichtet über ihr Praktikum LANV in Kommissionen... Seite 10 Ratgeber Aufhebungsvertrag... Seite 9 So nicht! Steiniger Weg... Seite 12 Impressum Herausgeber: LANV Liechtensteinischer ArbeitnehmerInnenverband Dorfstrasse 24, Postfach 54, FL-9495 Triesen, Tel Fax , Nachdruck nur mit Genehmigung des Herausgebers. Druck: BVD Druck+Verlag AG, 9494 Schaan Titelbild: LANV

3 Editorial 3 Wo bleibt die Chancengleichheit? Als Gewerkschaft setzen wir uns für Chancengleichheit und Gerechtigkeit ein. Wir engagieren uns für faire Löhne, soziale Sicherheit, verbesserte Arbeitsbedingungen und die Gleichbehandlung von Frau und Mann am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft. Gewerkschaftsarbeit ist auch politische Arbeit. Politische Arbeit ist Gleichstellungsarbeit. Die Gleichstellungsarbeit gehört in unseren gewerkschaftlichen Alltag und geniesst Priorität. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit Die Lohnungleichheit zwischen Mann und Frau liegt in Liechtenstein immer noch bei 17.8 %. Gerechte Frauenlöhne sind der Schlüssel für bessere Arbeitsbedingungen und Lebenschancen von Frauen. Bessere Löhne sind existenzsichernd für Frauen bei Erwerbslosigkeit und im Alter. Dass hier dringender Handlungsbedarf besteht, bleibt unbestritten. In Zusammenarbeit mit der Frauennetzorganisation BPW beteiligt sich der LANV seit Jahren am Equal Pay Day. Vereinbarkeit Familie und Erwerb Vereinbarkeit von Familie und Erwerb lastet noch überwiegend auf den Schultern der Frauen. Es wünschen sich jedoch vermehrt Väter Teilzeitarbeit, wie eine Studie aus St. Gallen feststellt. Auch der wirtschaftliche und gesellschaftliche Nutzen ist ausreichend belegt. Das Kooperationsprojekt «Vereinbarkeit» zwischen Stabsstelle für Chancengleichheit, Ministerium für Gesellschaft, Infra und LANV widmet sich dieser Thematik. Ob das wichtige Projekt weitergeführt werden kann, bleibt offen, nachdem die Stabsstelle nach August nicht mehr funktionsfähig ist. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz In erster Linie sind Frauen betroffen. Es gibt aber auch Beschwerden von Männern, die über sexuelle Belästigung klagen. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz stellt ein grobes Fehlverhalten und ein Straftatbestand dar. Sie verletzt Persönlichkeitsrechte der Betroffenen und deren Rechte auf sexuelle Selbstbestimmung. In der Kampagne zur Gleichstellung im Erwerbsleben durchgeführt von der Stabsstelle für Chancengleichheit, infra und LANV wurde auf diese Thematik aufmerksam gemacht. Elternurlaub und Vaterschaftsurlaub Durch die Einführung eines Elternurlaubes von vier Monaten wird Eltern die Möglichkeit gegeben, Zeit für die Kinderbetreuung zu schaffen. Die Einführung des Elternurlaubs trägt dazu bei, die beruflichen und familiären Verpflichtungen der Arbeitnehmer besser miteinander zu vereinbaren und unterstützt die Gleichbehandlung von Männern und Frauen. Zusammen mit der Stabsstelle für Chancengleichheit sowie dem Frauennetz haben wir uns für einen bezahlten Elternurlaub eingesetzt. Aktuell läuft in der Schweiz die Debatte über die Einführung eines bezahlten Vaterschaftsurlaubes auf gesetzlicher Ebene. Ein Anliegen, das wir wiederum mit der Stabsstelle diskutieren wollten. Stabsstelle für Chancengleichheit Mit dem Rücktritt der Kommission für die Gleichstellung von Mann und Frau Ende Mai hat die Kommission ein sichtbares Zeichen gesetzt. Sie hat klar gemacht, dass unter den gegebenen Umständen eine Wahrnehmung ihrer Aufgaben nicht mehr möglich ist. Die Stabsstelle wurde durch den massiven personellen Abbau sukzessive geschwächt. Alle Versuche des Frauennetzes und der Gleichstellungskommission, die Stellen neu zu besetzen, sind ungehört und erfolglos geblieben. Wir sind verärgert, empört und bestürzt über die Vorgehensweise! Dass die Gleichstellungsziele noch nicht erreicht sind, erleben wir in unserer täglichen Arbeit. Antriebsfeder für unsere gewerkschaftliche Gleichstellungsarbeit für Mann und Frau sind die ratsuchenden Arbeitnehmenden und nicht eine «religiöse Verfolgung der Gleichstellungsfrage». Durch die Auflösung der Stabsstelle für Chancengleichheit würden wir eine kompetente und verlässliche Partnerin für unsere politische und gewerkschaftliche Arbeit verlieren. Der Know-how Verlust bremst die Chancengleichheit und schadet der Bevölkerung und dem Land Liechtenstein, vom Imageschaden im internationalen Umfeld (CEDAW) einmal abgesehen. Petra Eichele

4 4 Wir ArbeitnehmerInnen Maifeier Die diesjährige Maifeier stand unter dem Motto «Die Bedeutung der Sozialpartnerschaft unter neuer politischer Führung». Es war sehr erfreulich, dass viele hochkarätige Politikerinnen und Politiker aus Regierung und Landtag der Einladung in die Grossabünt gefolgt waren. So konnte Sigi Langenbahn viele Gäste von nah und fern begrüssen. Moderate Töne vom Präsidenten Nachdem Sigi Langenbahn und der LANV an der Jahresversammlung der Wirtschaftskammer massiv kritisiert worden waren, wurde von vielen eine ähnliche Antwort erwartet. Doch er schlug moderatere Töne an. Er wolle nicht weiter Öl ins Feuer giessen und die Thematik am Verhandlungstisch und nicht in der Öffentlichkeit diskutieren. Als die heutige Tradition der Maifeier im Jahr 1957 begründet wurde, betonte der damalige Präsident Josef Sele, dass die Festversammlung «nicht ein Tag der Proteste, Forderungen und Vorwürfe gegen die Arbeitgeber sein darf», sondern dass zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ein noch besseren Geist der Zusammenarbeit geschaffen werden solle. Die moderate Art der Maifeier des LANV ist immer wieder in inländischen und ausländischen Zeitungen kritisiert worden. Auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kritisieren immer wieder unsere vom sozialen Dialog geprägte konsensorientierte Gewerkschaftsarbeit. «Ihr seid doch gar keine richtige Gewerkschaft, weil ihr nicht streikt und nicht demonstriert». Sigi Langenbahn führte aus, dass dabei immer wieder vergessen wird, dass der Streik nur das allerletzte Mittel sein könne, um verbesserte Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Ansonsten können sie einer Volkswirtschaft massiven Schaden zufügen. «Der LANV hat es immer geschafft sicher auch begünstigt durch den wirtschaftlichen Aufschwung im vergangenen Jahrhundert auf dem Verhandlungsweg Sigi Langenbahn bei der Maiansprache zum Ziel zu kommen, und das kann man uns nicht zum Vorwurf machen», so Langenbahn. Forderungen an die Politik Anhand der Problematik der Subunternehmer zeigte Sigi Langebahn auf, wo er Handlungsbedarf sieht. Entsendebetriebe, die gezielt oder wiederholt Missbrauch betreiben, sollen vom liechtensteinischen Wettbewerb ausgeschlossen werden können. Öffentliche Aufträge sollen nur an Unternehmen vergeben werden, die ihn an höchstens ein Subunternehmen weitergeben. Der Erstunternehmer muss solidarisch gegenüber seinem Subunternehmer haften. Scheinselbstständigkeit soll besser als das identifiziert werden können was es ist, nämlich nichts anderes als Schwarzarbeit, da die Arbeiter um die Sozialleistungen betrogen werden. Der Staat müsse gesetzliche Grundlagen schaffen und immer wieder neuen Einflüssen und Praktiken wie Scheinselbstständigkeit anpassen. Sigi Langenbahn erinnerte daran, dass der soziale Frieden in Liechtenstein genauso wenig naturgegeben sei wie das Sprudeln der Steuereinnahmen. Für beides müsse hart gearbeitet werden. Dialog pflegen Mit seiner Anwesenheit unterstrich Regierungschef-Stellvertreter und Wirtschaftsminister Thomas Zwiefelhofer, dass die Regierung auch weiterhin grossen Wert auf eine gelebte und funktionierende Sozialpartnerschaft legt. Er erläuterte die wirtschaftspolitischen Zielsetzungen der Regierung und machte gleichzeitig auf die Bedeutung einer aktiven Arbeitnehmervertretung sowie die Solidarität als «Kitt» für den Zusammenhalt einer Gemeinschaft aufmerksam. Es ist die Aufgabe des LANV, die Interessen der Arbeitnehmer gegenüber den Arbeitgebern zu vertreten, ihnen Gehör zu verschaffen und eine Stimme zu verleihen. Dabei gehe es nicht um Kampf, sondern um Fairness. «Eine aktive Arbeitnehmervertretung steht jedem demokratischen Staat gut an und der LANV nimmt seine Funktionen mit einer Vielzahl von Dienstleistungen wahr», führte Zwiefelhofer aus. Es liege in der Natur der Sache, dass die Interessen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern unterschiedlich sind. «Es braucht nicht Druck, sondern Dialog. Es braucht nicht Kampf, sondern Argumente. Kein stures Festhalten an Positionen, sondern Kompromisse.» Es sei der Regierung ein grosses Anliegen, mit den Sozialpartnern weiterhin einen fairen Dialog zu führen und er hoffe, dass es auch ihnen ein wichtiges Anliegen sei, den partnerschaftlichen Dialog miteinander zu pflegen. Im Schlusswort betonte auch Verbandssekretärin Christine Schädler, dass der LANV an einem Konsens interessiert sei. Sie bat, den Dialog am Verhandlungstisch und nicht in den Medien zu führen. Sandra Schmid (Klarinette) und Andrea Steger (Gitarre) gaben dem Anlass eine festliche Note. Sie rundeten die Feier mit beschwingten Musikstücken ab. Christine Schädler

5 Wir ArbeitnehmerInnen 5 Region Bodensee: Unternehmertum trifft Gewerkschaften leben wird wertvolles Erfahrungswissen entwertet, was zu einem negativen Altersbild beiträgt. Die Sozial- und Gesundheitspolitik, das Bildungswesen und der Arbeitsmarkt müssen umdenken und sich nach der veränderten Altersstruktur neu ausrichten. Unternehmerforum Lilienberg: v.l.n.r. Patrik Häberlin (Stiftung Lilienberg, Kanzlei Häberlin und Partner), Werner Gloning (DGB), Manuela Auer (ÖGB), Sieglinde Götze (Stiftung Lilienberg, Götze Consulting), Hans-Peter Wüthrich (Stiftung Lilienberg, Politik und Gesellschaft), Sigi Langenbahn (LANV), Wolfgang Himmel (Translake) LANV-Präsident am Unternehmerforum Lilienberg Im Zyklus «Herausforderung Grenze: Arbeit und Wirtschaft» lud am 29. Mai das renommierte Unternehmerforum Lilienberg in Ermatingen Gewerkschaftsvertreterinnen und Vertreter des Bodenseeraums zu einem Kolloquium, um zu verschiedenen Themen zu referieren und anschliessend im Plenum zu diskutieren. Mit 20 Unternehmerinnen und Unternehmern aus dem Bodenseeraum diskutierten ÖGB-Vorarlbergs Landesgeschäftsführerin Manuela Auer, DGB-Bayerns Regionsvorsitzender Werner Gloning und LANV- Präsident Sigi Langenbahn. Alters- und alternsgerechte Arbeitswelt Sigi Langenbahn sprach in seinem Impulsreferat über eine alters- und alternsgerechte Arbeitswelt. Infolge demographischer Alterung verändert sich auch die Altersstruktur in der Erwerbsbevölkerung und folglich auch in den Belegschaften der Unternehmen. Mit Zuwanderung alleine ist der Alterung und der damit verbundenen Nachhaltigkeitslücke in der Altersvorsorge nicht beizukommen. Produktivitätssteigerung durch längere Wochenarbeitszeiten kann auch nicht die Lösung sein, weil Kostenersparnisse im Vordergrund stehen und nicht Innovationen und verbesserte Produktions- und Arbeitsabläufe. Zudem erschweren längere Arbeitszeiten die Vereinbarkeit von Familie und Erwerb, was sich negativ auf die Geburtenrate auswirkt. Aus mehr Arbeit und Arbeitsdruck bei weniger Regeneration folgern mehr und längere Krankheiten, im Alter mehr Abschiebungen in Frühpensionierungen, Invalidität und Altersarbeitslosigkeit. Wegen der demographischen Alterung und der Nachhaltigkeitslücke in der Altersvorsorge wird es aber in Zukunft unumgänglich sein, die Lebensarbeitszeit zu verlängern. Langenbahn sieht die Lösung aber nicht in der seitens des Fürstenhauses und Teilen de Politik geforderten pauschalen Anhebung des Rentenalters auf 70 Jahre. Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit, nicht des Pensionsalters Wir brauchen eine Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit, statt des Renteneintrittsalters; weniger Frühpensionierungen und weniger vorzeitiges Ausscheiden aus gesundheitlichen Gründen oder wegen Arbeitslosigkeit. Durch die Abschiebung von leistungsfähigen Älteren aus dem Arbeits- Insbesondere aber in Unternehmen muss eine neue Personalpolitik Einzug halten. Die Unternehmen können künftig nur dann leistungs- und wettbewerbsfähig bleiben, wenn sie stärker auf die Bedürfnisse der Älteren eingehen. Ziel muss der Erhalt der Altersfähigkeit und der Arbeitsbereitschaft sein, damit möglichst alle bis zum Erreichen des regulären Pensionsalters arbeiten können. Drei Handlungsschwerpunkte Abschliessend gab Langenbahn Ausführungen zu den drei Handlungsschwerpunkten «Arbeitsorganisation und Arbeitsplatzgestaltung», «Betriebliche Gesundheitsförderung» und «Lebenslange Qualifizierung und Weiterbildung». Die zentrale Herausforderung in betrieblicher Personalpolitik ist das Fördern der Arbeitsmotivation, der Gesundheit und der Qualifizierung über die gesamte Erwerbsbiographie hinweg. Das Allerwichtigste jedoch für den Erhalt und die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit ist gutes Führungsverhalten der Vorgesetzten. Die weiteren Themen der Gewerkschaftsseite waren (gesetzliche) Mindestlöhne und die Auswirkungen der Euro-Krise auf die Sozialpartnerschaft. In einer anschliessenden zweistündigen Diskussion wurden die Themen der Referenten vertieft und teils auch kontrovers diskutiert. Die Erkenntnisse aus dem Kolloquium sollen für eine Tagung im Oktober aufgearbeitet werden, um anschliessend die Politik zum Handeln aufzufordern. Sigi Langenbahn

6 6 Wir ArbeitnehmerInnen Delegiertenversammlung Nachdem abgeklärt worden ist, dass eine Strukturänderung rechtlich möglich ist, wurde der Delegiertenversammlung nun ein Organigramm zur Abstimmung vorgelegt, welches den aktuellen Bedürfnissen des LANV besser entspricht. Die diesjährige Delegiertenversammlung wurde im Restaurant Freihof in Mauren durchgeführt. Auf der Traktandenliste standen neben den statutarischen Geschäften auch die Strukturänderung des LANV und die Erhöhung des Mitgliederbeitrages. Das Protokoll der DV 2012, der Jahresbericht des Präsidenten und die Jahresrechnung wurden einstimmig genehmigt. Der LANV hatte zwar Mehreinnahmen und weniger Ausgaben als im Vorjahr, dennoch schloss die Jahresrechnung mit einem Defizit von CHF 34' Damit rutschte der LANV mit CH 9' in die roten Zahlen. Es sind verschiedene Massnahmen notwendig, um die finanzielle Sicherheit des LANV wieder herzustellen. Erhöhung Mitgliederbeitrag Eine Massnahme ist die Erhöhung des Mitgliederbeitrages. Verbandsleitung, Zentralvorstand und Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle hatten Vor- und Nachteile verschiedener Modelle abgewogen und der DV schliesslich einen lohnabhängigen Mitgliederbeitrag vorgeschlagen. Den Delegierten wurde die Notwendigkeit der Erhöhung des Mitgliederbeitrages nochmals erläutert und nachdem verschiedene Fragen beantwortet waren, stimmten die Anwesenden schliesslich mit einer Enthaltung und einer Gegenstimme zu. Umstrukturierung Schon an den Jahresversammlungen 2012 hat der LANV die Mitglieder über die geplante Strukturänderung informiert. Hauptgrund dafür ist, dass die Ortssektionen durch den Ausbau der Geschäftsstelle an Bedeutung verloren haben. Die Präsidenten der Ortssektionen (Zentralvorstand) wünschte sich deshalb eine Klärung der Situation wurden in einem Workshop mögliche Szenarien erarbeitet. Die Delegiertenversammlung wird in eine Mitgliederversammlung umgewandelt und anstelle von Zentralvorstand und Verbandsleitung wird es nur noch ein Gremium geben. Die jetzige Verbandsleitung (5 Personen) wird um 2 3 Personen erweitert. An die Stelle der Ortssektionen werden Interessengruppen (z.b. branchenspezifisch, Frauen, Pensionisten, Grenzgänger) treten. Die entsprechende Statuten- und Reglementsänderung liegt im Entwurf vor. Sie wird der DV 2014 zur Abstimmung vorgelegt. Unter dem Punkt Varia äusserten Delegierte ihre Meinung zur finanziellen Situation der AHV und der staatlichen Pensionskasse. Es wurde gewünscht, dass sich der LANV vermehrt zu aktuellen Themen in den Tageszeitungen öffentlich äussert. Der Vizepräsident Robert Kaiser dankte zum Schluss allen, die den LANV tatkräftig unterstützen und die eine gute Arbeit erst möglich machen. Christine Schädler Einkommensabhängige Mitgliederbeiträge ab 2013 Einkommen Beitrag Beitrag 1. bis 3' Lehrlinge 50. (auf Antrag) 2. 3'500. bis 5' Arbeitslose 50. (auf Antrag) 3. 5'500. bis 7' Rentner/innen 50. (freiwillig) 4. ab 8' Unabhängig vom Beschäftigungsgrad dient der Bruttomonatslohn zur Einstufung des Mitgliederbeitrags. Bei einem Lohn von CHF 3'800. beträgt der Beitrag CHF Ehe- und Lebenspartner können beide Einkommen zusammenzählen. Bei einem Gesamtlohn von CHF 7'560. beträgt der Partnerschaftsbeitrag CHF Bei Fragen melde dich bitte zu den Schalteröffnungszeiten unter oder direkt bei uns auf der Geschäftsstelle. Wir geben dir gerne Auskunft.

7 Wir ArbeitnehmerInnen 7 Chancengleichheitspreis 2013: LANV und infra gewinnen gemeinsam einen Anerkennungspreis Übergabe Chancengleichheitspreis: Claudia Heeb-Fleck (Infra), Christine Schädler (LANV) und Klaus Tschütscher Die Regierung vergibt seit mehr als zehn Jahren den Chancengleichheitspreis. Der Preis unterstützt Projekte, die zu einer grösseren Chancengleichheit in den Bereichen Gleichstellung von Frau und Mann, Behinderung, soziale Benachteiligung, Alter, Migration und Integration sowie sexuelle Orientierung beitragen wurden insgesamt acht Projekte eingereicht. Neben dem Hauptpreis der mit CHF 20'000. dotiert war, verlieh die Jury zwei Anerkennungspreise über je CHF 5'000.. Die Preisübergabe fand am 8. März 2013 in Vaduz statt. den Gesprächsrunden Informationen über Fachstellen und Unterstützungsangebote, was die Chance der Kinder auf eine gelingende Schullaufbahn positiv beeinflusst. In der Schweiz wird «Femmes Tisches» bereits seit einigen Jahren durchgeführt. «Mobbing am Arbeitsplatz» Einen Anerkennungspreis erhielt das Projekt «Mobbing am Arbeitsplatz» welches vom LANV in Zusammenarbeit mit der infra, Informations- und Kontaktstelle für Frauen, erarbeitet wurde. Im Zentrum des Projektes steht die Erstellung eines Mob- bing Ratgebers, eine erste Datenerhebung zum Thema Mobbing bei den Mitgliedern der infra und des LANV sowie Weiterbildungsangebote und Öffentlichkeitsarbeit. Der Ratgeber soll Orientierungshilfe bieten und sowohl Betroffenen als auch ArbeitgeberInnen ein Handlungsinstrument geben. Er soll die komplexe Thematik des Mobbings übersichtlich, informativ und praxisnah darstellen und die spezifischen Unterstützungsmöglichkeiten sowie die gesetzlichen Grundlagen in Liechtenstein abbilden. Das Projekt hilft Diskriminierungen zu verhindern, denen sogenannte Risikogruppen auf dem Arbeitsmarkt wie Frauen, AusländerInnen und älteren ArbeitnehmerInnen besonders ausgesetzt sind. Es leistet einen aktiven Beitrag zur Gesundheitsförderung der Arbeitnehmenden in Liechtenstein, insbesondere zum betrieblichen Gesundheitsmanagement. «Halo» Den zweiten Anerkennungspreis gewann das Projekt «Halo» der Wirtschaftskammer Liechtenstein. Die Hausaufgaben- Lobby «Halo» hilft Jugendlichen mit schulischen Problemen und erhöht somit deren Chancen auf eine gute Ausbildung. Ebenso werden Betriebe in der Ausbildung von Jugendlichen unterstützt. Martina Haas «Femmes Tisches» Der Hauptpreis erhielt das Projekt «Femmes Tische», eingereicht vom Eltern- Kind-Forum. Das Projekt bemüht sich speziell um Eltern, die aufgrund von Sprachbarrieren den Zugang zu Elternbildungsangeboten nur schwer oder gar nicht finden. Bei «Femmes Tisches» diskutieren Frauen über Erziehungs- und Gesundheitsthemen in ihrer jeweiligen Muttersprache. Die Teilnehmenden erhalten an Einladung Präsentation der Ergebnisse zur Umfrage «Sozialkapital und Mobbing» Datum Donnerstag, 12. September 2013 Zeit Uhr Ort Pfarreizentrum, Schaan

8 8 Wir ArbeitnehmerInnen «Neue Chancen in herausfordernden Zeiten» Businesstag 2013 Sabine Asgodom Herausfordernde Zeiten, Krise - und trotzdem herrschte eine positive Stimmung am 6. Businesstag, dem Wirtschaftsforum für Frauen aus dem Rheintal. Moderatorin Mona Vetsch begrüsste vor 400 vorwiegend weiblichen Teilnehmerinnen vier hochkarätige Gäste im ausverkauften Vaduzersaal. Den Anfang machte Barbara Kux, eine der erfolgreichsten Managerinnen der Schweiz. Sie wurde während der Finanzkrise 2008 Vorstandsmitglied bei Siemens. Frau Kux sah im schwierigen, politischen und wirtschaftlichen Umfeld auch Chancen. Sie trieb bei Siemens den Bereich Nachhaltigkeit voran, was sich auch wirtschaftlich auszahlt. Der Greentec Markt wächst und Barbara Kux sieht in der Nachhaltigkeit die grosse Geschäftschance für Frauen. Das Erfolgsgeheimnis Barbara Kux: Nicht zögern, sondern auch in Angeboten eine Chance sehen, die vielleicht auf den ersten Blick nicht so attraktiv erscheinen. feld. Mit Begeisterung versuchte sie uns anwesenden Damen vom Naturprodukt Bier zu überzeugen. Hätten Sie gewusst, dass dunkles Bier nach Kaffee und dunkler Schokolade schmeckt? Aus dem fernen Hollywood angereist kam die Liechtensteiner Stuntfrau Simone Bargetze. Auch sie keine Frau die zögert, wenn es darum geht, eine Chance zu ergreifen. Als eine der erfolgreichsten Stuntfrauen in Hollywood erzählt sie, dass sie lieber extreme Stunts ausführt, als in hohen Hacken eine sexy Stripperin zu spielen. Dazu braucht es eine Menge Mut! «Tu was du liebst, liebe was du tust». Dass Sabine Asgodom ihre Arbeit liebt und mit Überzeugung die Führungskräfte aus Politik, Wirtschaft und der Unterhaltungsbranche dazu bewegt mit S.E.E.L.E. zu führen, zeigte sie humorvoll und überzeugend während ihrem Vortrag. S.E.E.L.E. steht für Sinn, Empathie, Enthusiasmus, Liebe und Elan. Wer einen Sinn in seiner Arbeit sieht, hat die Triebfeder, um zu arbeiten, auch wenn sich das Umfeld und die Umstände mal schwieriger gestalten. Wer ein «warum» hat, der erträgt das «wie». Eine gute Führungskraft braucht Empathie, um sich in die Mitarbeitenden einzufühlen und ihre Stärken zu erkennen. Weiter gilt es, Enthusiasmus zu verbreiten anstelle von Stress, denn «Stress macht blöd». Seine Aufgabe mit Liebe und Elan anzugehen bringt frau dazu, auch mal etwas anzupacken und zu wagen, anstatt nur darüber nachzudenken. Eines zeigte sich deutlich am 6. Businesstag für Frauen: Erfolg stellt sich nur ein, wenn frau sich etwas traut: «Just do it!» Petra Eichele Als jüngste Braumeisterin der Schweiz und jüngste Geschäftsführerin einer Schweizer Brauerei erzählte Claudia Graf aus ihrem Führungs- und Berufsalltag. Mit nur 27 Jahren führt sie die familieneigene Brauerei in vierter Generation und das in einem traditionell männlich dominierten Um- v.l.n.r: Mauro Pedrazzini, Sabine Asgodom, Simone Bargetze, Barbara Kux, Claudia Graf, Thomas Zwiefelhofer und Mona Vetsch

9 Wir ArbeitnehmerInnen 9 Mein Praktikum beim LANV Ich durfte einen 5- wöchigen Praxiseinsatz beim LANV absolvieren, wo ich einige Erfahrungen sammeln konnte. Das war für mich eine interessante und spannende Herausforderung, meine praktischen Erfahrungen mit meinen theoretischen kaufmännischen Kenntnissen zu kombinieren. petenten Teams hat der LANV 24 GAV ausgehandelt und somit positiven Einfluss auf die liechtensteinische Wirtschaftsund Sozialpolitik genommen. Ausserdem nimmt der LANV Einfluss auf die Gesetzgebung und hat zum Beispiel erreicht, dass der Pflegeurlaub eingeführt wurde. Ab dem ersten Tag hat mich das Team mit seiner Freundlichkeit und Kompetenz begeistert und voll motiviert. Bereits am 3. Tag meines Praktikums durfte ich an der ERFA-Gruppen-Sitzung teilnehmen. Auch an den arbeitsrechtlichen Beratungen durfte ich mich beteiligen. Als sozial orientiertes Team sind die Mitarbeitenden des LANV wichtigste Ansprechpersonen bei Unstimmigkeiten zwischen Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden. Mich freute ganz besonders, dass ich bei den Beratungen teilnehmen durfte, da mir die Mitarbeiter auf diesem Weg ihr Vertrauen entgegenbrachten. Von Tag zu Tag habe ich die Struktur und die Funktionen des LANV besser kennenund schätzen gelernt. Der LANV ist der Lina Spalt einzige gewerkschaftliche Verband Liechtensteins, welcher parteipolitisch und konfessionell unabhängig die Interessen der erwerbstätigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aller Branchen und Berufe vertritt. Dank des grossen Engagements des Präsidenten Sigi Langenbahn und seines kom- Ein wichtiger Anlass während meines Praktikums war die Maifeier, ein Höhepunkt im Geschäftsjahr, an dessen Vorbereitungen ich gerne teilgenommen habe. Mit vielen abwechslungsreichen Aufgaben im kaufmännischen und buchhalterischen Bereich entwickelte sich das Praktikum für mich zu einer wertvollen, aber leider viel zu kurzen Erfahrung. Zu guter Letzt möchte ich mich bei Sigi Langenbahn und seinem Team recht herzlich für den unvergesslichen Praxiseinsatz bedanken, und ganz besonders Petra Eichele für ihre Unterstützung. Lina Spalt Ratgeber Aufhebungsvereinbarung das müssen Sie beachten Der Aufhebungsvertrag ist eine Alternative zur Kündigung, die es Arbeitgebern und Arbeitnehmenden ermöglicht, Austrittszeitpunkt und Finanzielles individuell und einvernehmlich zu regeln. Er hilft den Parteien, sich respektvoll und im gegenseitigen Einverständnis zu trennen. Auf den ersten Blick erscheint dies eine elegante und gute Lösung. Bei näherer Betrachtung hingegen zeigt sich, dass ein Aufhebungsvertrag vor allem für die Arbeitnehmenden mit Nachteilen verbunden sein kann. Wir haben in letzter Zeit vermehrt festgestellt, dass Unternehmen, und dies vor allem in der Finanzbranche, Arbeitsverhält- nisse durch Aufhebungsvereinbarungen beenden. Bei einer ordentlichen Kündigung durch den Arbeitgeber verlängert sich das Arbeitsverhältnis, wenn der/die Arbeitnehmende krank wird oder einen Unfall hat. Die Kündigungsfrist wird unterbrochen und erst nach der Krankheit fortgesetzt. Dies gilt auch bei einer Schwangerschaft. Es gelten in allen Fällen Sperrfristen. Mittels Aufhebungsvertrag wird das Arbeitsverhältnis oft vor Ablauf der Kündigungsfrist beendet. Damit verzichtet der/ die Arbeitnehmende auf die Einhaltung der Kündigungs- und Sperrfristen, sowie auf den Lohn bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist. Das Unternehmen kann so den gesetzlichen Kündigungsschutz umgehen. Besonders unangenehm war dies für eine Arbeitnehmerin, welche nach Unterzeichnung der Aufhebungsvereinbarung schwanger wurde und somit auf die Ansprüche des Mutterschutzes verzichten musste! Wir raten den Arbeitnehmenden, die Vorund Nachteile einer Aufhebungsvereinbarung genau zu prüfen. Petra Eichele

10 10 Wir ArbeitnehmerInnen LANV in Kommissionen: Sozialfonds Die Stiftung Sozialfonds wurde im Jahr 1981 unter dem Namen «Stiftung Sozialfonds für das Gewerbe im Fürstentum Liechtenstein» gegründet. In den 30 Jahren der Geschäftstätigkeit ist die Stiftung Sozialfonds für die betriebliche Personalvorsorge zur zahlenmässig grössten Pensionskasse im Fürstentum Liechtenstein angewachsen. Seit Eintritt des Obligatoriums 1989 können sich auch gewerbefremde Betriebe anschliessen. Mehr als 1'400 Betriebe mit über 7'400 Versicherten gehören zu den Kunden der Stiftung. Zurzeit wird ein Sparkapital von rund 400 Millionen Franken verwaltet. Der Deckungsgrad beträgt mehr als 106 % und das Sparguthaben der Versicherten wird zu 2.25 % verzinst. Das oberste Organ der Pensionskasse ist der Stiftungsrat. Er ist paritätisch besetzt. Das heisst, es haben gleich viele Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter einen Sitz im Stiftungsrat. Auf Arbeitnehmerseite ist der LANV durch Sigi Langenbahn und Christine Schädler vertreten. Der Stiftungsrat legt die strategische Ausrichtung der Pensionskasse fest und verabschiedet Statuten und Reglemente. Dabei hat er sich an die gesetzlichen Vorgaben zu halten. Im Vorsorgereglement werden z.b. Art und Umfang der Vorsorgeleistungen sowie Rechte und Pflichten der Arbeitgeber und Arbeitnehmer geregelt. Der Stiftungsrat entscheidet auch darüber, zu welchem Zinssatz das Geld der Versicherten verzinst wird. Um eine Verzinsung zu ermöglichen, wird das Geld angelegt und investiert. Wie dies zu geschehen hat, ist im Anlagereglement festgehalten. Die Interessen der Versicherten stehen bei der Anlagetätigkeit im Vordergrund. Bei der Bewirtschaftung und Verwaltung des Vermögens sind folgende Punkte zu beachten: Sicherheit: Sorgfältige Auswahl der Anlagen Risikoverteilung: Vermögenswerte auf verschiedene qualitativ einwandfreie Anlagen aufteilen Realwertzunahme: Maximierung der Rendite unter Berücksichtigung der Risikofähigkeit Liquidität: Bedarf an flüssigen Mitteln sicherstellen Grundsätze und Ziele der Vermögensanlage, Anlagerichtlinien und Anlagestruktur werden vom Stiftungsrat bestimmt. Er legt in der Anlagestruktur fest, wie viel Prozent des Vermögens in Obligationen, Aktien, Immobilien oder Rohstoffe investiert wird und wie hoch die Liquidität sein soll. Der Anlageausschuss sorgt für die Umsetzung dieser Vorgaben. Er besteht aus drei Mitgliedern des Stiftungsrates sowie dem Geschäftsführer der Stiftung. Sigi Langenbahn vertritt auch in diesem Gremium die Arbeitnehmerseite. Christine Schädler Ihre Gewerkschaft. Tag der offenen Fabrikstüren Die Türen der Fabrik stehen offen! Samstag, 21. September 2013, Uhr Alle in der ehemaligen Baumwollweberei Triesen beheimateten Institutionen und Vereine lassen sich hinter die Kulissen blicken und bieten am 21. September 2013 ein abwechslungsreiches Programm! Bild: Gasometer Auch der LANV öffnet seine Türen. Das LANV-Team stellt seine Arbeit vor und heisst Sie unter dem Motto «Meine Arbeitswelt deine Arbeitswelt» recht herzlich willkommen.

11 Wir ArbeitnehmerInnen 11 Ich danke Dir! Ihre Gewerkschaft. Liebes LANV-Mitglied Triesen, im Juni 2013 Ich danke Dir. Es geht um die Kraft der Gemeinschaft. Mit deiner Teilnahme an der Umfrage «Sozialkapital und Mobbing» hast Du einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Sozialkapitals in Liechtenstein geleistet. Und Du hast am Erfolg des Projektes «Mobbing am Arbeitsplatz» mitgewirkt. Dieses Projekt, das vom LANV Liecht. ArbeitnehmerInnenverband in Zusammenarbeit mit der infra, Informations- und Kontaktselle für Frauen erarbeitet wurde, hat die Regierung des Fürstentums Liechtenstein mit dem Anerkennungspreis «Chancengleichheit 2013» ausgezeichnet. Mit dem Preis wird unser aller Einsatz gewürdigt. Das Projekt zum Thema «Mobbing am Arbeitsplatz» leistet einen nachhaltigen Beitrag zur Gesundheitsförderung der Arbeitnehmenden in Liechtenstein, insbesondere zum betrieblichen Gesundheitsmanagement. Mobbing wirkt sich zerstörerisch auf das innerbetriebliche Klima aus und verursacht durch Heilbehandlungen, Rehabilitationskuren, Dauerarbeitslosigkeit und Frühpensionierungen beträchtliche betriebswirtschaftliche und gesellschaftliche Kosten. Das Projekt hilft Diskriminierungen zu verhindern, denen sogenannte Risikogruppen auf dem Arbeitsmarkt wie Frauen, AusländerInnen und ältere Arbeitnehmende besonders ausgesetzt sind. Schön, dass Du an der Umfrage «Sozialkapital und Mobbing» teilgenommen hast. Die Ergebnisse der Sozialkapital-Erhebung ermöglichen einen tiefgehenden Einblick in die Zusammenhänge zwischen Arbeitsplatz, Mobbing, Wohlbefinden und Gesundheit. Der LANV und die infra werden die Resultate der Umfrage dazu nutzen, um ihre Arbeit zu verbessern. Die Ergebnisse und das erarbeitete Konzept stellen wir am 12. September 2013, um Uhr im Pfarreizentrum Schaan vor. Dazu laden wir Dich herzlich ein. Wir freuen uns auf Dein Kommen. Mit besten Grüssen LANV Liechtensteinischer ArbeitnehmerInnenverband Martina Haas

12 Wir ArbeitnehmerInnen 12 So Nicht! Steiniger Weg Schon wieder suchte ein ausländischer Arbeitnehmer unsere Hilfe. Er versteht die Welt nicht mehr. Er ist doch in Liechtenstein, einem der reichsten Länder Europas. Er hat seine Heimat verlassen, weil es dort keine Arbeit mehr gibt. Nun hat er schon zwei Monate geschuftet und nicht einmal für den ersten Monat den ganzen Lohn erhalten. Jetzt, nachdem er den zweiten Monat wieder so viel gearbeitet hat, ist überhaupt kein Geld gekommen. Herr P. hat Glück. Er wohnt neben einer Frau aus seinem Heimatland, welche sehr gut deutsch spricht und mit ihm zur Beratung kommt. Uns kommt die ganze Geschichte leider sehr bekannt vor. Mit besagtem Unternehmen haben wir schon in fünf Fällen genau das Gleiche erlebt. Wir hatten sowohl mit dem Inhaber als auch mit dem Geschäftsführer ein persönliches Gespräch und sehr deutlich gemacht, dass ihr Verhalten nicht nur gegen den Gesamtarbeitsvertrag verstösst, sondern auch gegen jeden Anstand. Sie haben uns damals hoch und heilig versprochen, dieses unlautere Geschäftsgebaren aufzugeben und darauf zu achten, dass die Arbeitnehmenden richtig, pünktlich und überhaupt entlöhnt werden. Alle Fälle gleichen sich: Das Unternehmen stellt Arbeitnehmende an, welche kaum deutsch sprechen. Sie werden als Hilfskräfte eingestellt, im Falle von Herrn P. sogar unter dem GAV-Mindestlohn. Am Monatsende wird nicht der ganze Lohn ausbezahlt. Es werden Abzüge für «unsorgfältigen Umgang mit dem Material», «Verlassen eines unsauberen Arbeitsplatzes», etc. gemacht. Wir wissen aus dem Gespräch mit der Geschäftsleitung, dass das Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Dienen diese Machenschaften dazu, mit unfairen Lohnabzügen die Kasse aufzubessern? Kündigen die Arbeitnehmenden auf unseren Rat, müssen wir wochenlang den Gehältern nachspringen. Entgegen der Vereinbarung mit dem Arbeitgeber wir haben eingewilligt, dass der Arbeitgeber den Lohn in drei Raten überweisen kann ist bis Ende Mai keine Überweisung eingegangen. Herr P. steht immer noch ohne Gehalt da. Wir haben nun rechtliche Schritte in die Wege geleitet. Wir bleiben dran! Petra Eichele Schon Mitglied beim LANV? Wir setzen uns für die Rechte der Arbeitnehmenden ein. Wenn Sie bei uns Mitglied werden, stärken Sie unsere Position als Verhandlungspartner für faire Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Ihre Gewerkschaft. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten macht sich eine Mitgliedschaft beim LANV bezahlt. Als Mitglied erhalten Sie fachkundige Beratung und tatkräftige Unterstützung in allen Fragen rund um das Thema Arbeit. * Besuchen Sie unsere Homepage * Ab einer Mitgliedschaft von sechs Monaten profitieren Sie zusätzlich von einer Rechtsschutzversicherung im Arbeitsrecht und vergünstigten Bedingungen beim Abschluss einer weiteren DAS-Rechtsschutzversicherung. Der LANV behält sich das Recht vor, im konkreten Rechtsfall die DAS-Rechtsschutzversicherung selbst zu beauftragen.

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