Mehr Luft Jetzt auch im Verbund

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1 N r. 4 9 / N o v e m b e r Warm anziehen im Märlibus Seite 3 Neuer Tarifverbund Tipps, Reaktionen Seite Wenn der Berg ruft René Lustenberger Seite 20 Mehr Luft Jetzt auch im Verbund Liebe Fahrgäste Das Thema «mehr Luft» bleibt auch im kommenden Jahr präsent. Zum Beispiel bei der Einführung des neuen integralen Tarifverbunds am 13. Dezember Dieses Tarifkonzept verspricht neue Möglichkeiten und damit mehr Bewegungsfreiheit im öffentlichen Verkehr also mehr Luft für Sie. Im neuen «Raum- und Zeitalter» dürfen Sie mit Ihrem Billett innerhalb der Gültigkeitsdauer und der gelösten Zonen alle öffentlichen Verkehrsmittel frei benützen: hin und retour oder über Umwege ans Ziel. Mehr dazu auf den Seiten 11 bis 14. Zufrieden mit den neuen Automaten? Mit den neuen Billettautomaten erfüllen wir die Anforderungen des Tarifverbunds. Die Um - stellung auf das neue System ist gut ge lun - gen. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Ihre Meinung interessiert uns, auf Seite 23 dieser Zeitung. Immer wieder sprechen uns die Kunden auf die neuen Tarife an. Dazu muss ich sagen, dass wir weder auf die Billettpreise noch auf die Zonenverteilung direkt Einf luss nehmen können. Die zuständigen Behörden (Besteller und Ta rif verbund) haben sie nach langen Abklärungen politisch festgelegt. Wir setzen uns dabei im Namen unserer Kunden stets für eine faire Preispolitik ein. Neuer Verkehrsverbund Gleichzeitig mit dem integralen Tarifverbund nimmt auch der neue Verkehrsverbund seine Arbeit auf. Gestützt auf das kantonale öv- Gesetz hat sich die Bestellerorganisation neu formiert. Lesen Sie auf Seite 7, wer im Verkehrsverbund das Sagen hat und sich für mehr Luft im öffentlichen Verkehr einsetzt. Zusammen mit den neu gewählten Partnerinnen und Partnern der Bestellerorganisation agieren wir weiterhin im Interesse unserer Kun dinnen und Kunden. Denn Sie liegen uns am Herzen. Norbert Schmassmann, Direktor

2 2 h i n t e r g r u n d Auf- und Gegenwind im öffentlichen Verkehr Der öffentliche Verkehr in der Schweiz spürt Aufwind. Immer öfter und weiter reisen Frau und Herr Schweizer mit dem Zug. Diesen Trend spürt auch vbl und verbucht jährlich eine deutliche Fahrgastzunahme. Gleichzeitig weht dem öv seit Beginn der Finanzkrise eine steife Brise entgegen. Die Verkehrseinnahmen sinken. Der Druck von Bund und Kanton steigt. Konrad Graber Präsident des Verwaltungsrates Verkehrsbetriebe Luzern AG Altdorf Luzern). Der dreijährige Versuchsbetrieb von SBB, vbl AG und Auto AG Uri wird auf den Fahrplanwechsel vom 13. Dezember 2009 in einen def initiven Betrieb überführt. Abstimmung über Luzerner Tiefbahnhof 2008 stieg jede Schweizerin und jeder Schweizer im Schnitt 50-mal in den Zug waren es noch 47-mal. Im gleichen Mass stiegen auch die per Bahn zurückgelegten Kilometer pro Einwohner. Die An - gebotsverbesserungen im Fahrplan, die verkürzten Gesamtreisezeiten und die guten Anschlüsse während der ersten Etappe der Bahn 2000 wirken sich positiv aus. Immer vernetzter Auch vbl verzeichnet in den letzten Jahren eine stetige Steigerung der Fahrgäste und deren Reisekilometer. Die Zusammenarbeit mit den SBB funktioniert gut. Exemplarisch dafür ist der Tellbus (Schnellbus Rund um Luzern sind einige grosse Infrastrukturprojekte und Angebotsanpassungen in Planung. Nach dem einstimmigen Beschluss des Luzerner Kantonsrates stimmt die Luzerner Bevölkerung am 29. No vember 2009 über die Projektierung des Tief bahnhofs Luzern ab. Kommt es zu einem Ja, hat dies auch für vbl bedeutende positive Auswirkungen. Auswirkungen der Finanzkrise Der öffentliche Verkehr spürt jedoch auch Gegenwind. Die Rezession wird zu weniger Einnahmen führen. Erstmals wird vbl dieses Jahr die budgetierten Verkehrseinnahmen wohl nicht erreichen. Dazu kommt in den kommenden Jahren der finanzpolitische Druck von Bund und Kanton. Die Luft wird dünner. Umso wichtiger ist es für vbl, unternehmerische Freiheiten zu schaffen und umzusetzen: für einen at traktiven öffentlichen Verkehr in und um Luzern. Konrad Graber, Präsident Verwaltungsrat

3 a k t u e l l 3 Durch Eis und Schnee Der vbl-märlibus ist eingespannt Die Heizung hat er vorsichtshalber schon hochgedreht. Denn der vbl-märlibus fährt dieses Jahr durch besonders kalte Zonen. Jolanda Steiner entführt ihre kleinen Gäste ins Eisschloss von Hans Christian Andersens «Die Schneekönigin». Die Märlifahrten im November und Dezember gehen vom Bahnhof Luzern nach Kriens ins Le Théâtre. ******************************************************************************************* Liebe Kinder, zieht euch warm an. Am 28. November 2009 gibt der Märlibus seinem Rentiergespann das Zeichen zum Start. Auf dem Kutschersitz nimmt wie in den vergangenen Jahren die Geschichtenerzählerin Jolanda Steiner Platz. Sie entführt die Kinder mittwochs und samstags in den hohen Norden, in die kalte Welt der Schneekönigin. Zeitreise in die Ewigkeit Das berühmte Märchen «Die Schneekönigin» von Hans Christian Andersen lässt keinen Zuhörer kalt. Die Suche der kleinen Gerda nach ihrem Freund Kay führt durch die un - endlichen Weiten des nordischen Winters zum Eisschloss der Schneekönigin. Eine Reise durch die Zeit, von der Kindheit ins Erwachsenenalter. Zwischenhalt im Le Théâtre in Kriens Die Märchenfahrt führt vom Bahnhof Luzern ins Le Théâtre in Kriens. Nach einem kurzen Zwischenhalt bringt der Chauffeur die Kinder nach rund eineinhalb Stunden wieder an den Bahnhof zurück. Die Märlifahrten erfreuen sich jedes Jahr einer gros sen Beliebtheit. Deshalb lohnt sich eine frühe Anmeldung. Wird unterstützt von: Chocolat Schönenberger AG, Der vbl-märlibus fährt an folgenden Daten ab Bahnhof Luzern, Busperron 3: Samstag, 28. November 2009, Mittwoch, 02. Dezember 2009, Samstag, 05. Dezember 2009, Mittwoch, 09. Dezember 2009, Mittwoch, 16. Dezember 2009, / / Uhr / Uhr / / Uhr / Uhr / Uhr Märlitickets Der vbl-märlibus fährt exklusiv für Kinder zwischen 5 und 10 Jahren. Tickets gibt es ab sofort für CHF 5. an der vbl-verkaufsstelle in der RailCity von Montag bis Freitag, bis Uhr, und samstags von bis Uhr. Für einen guten Zweck Sämtliche Ticketeinnahmen gehen als Spende an den Verein insieme Luzern, speziell für das insieme- Lager Der vbl-märlibus wird unterstützt von Chocolat Schönenberger AG, Le Théâtre, Kriens, und Radio Sunshine.

4 4 h i n t e r g r u n d Tangential genial vbl mit «mehr Luft» auf Probefahrt Mehr Luft für Mensch, Stadt und Verkehr. Mehr Luft für das Unternehmen vbl im Markt des öffentlichen Verkehrs. Das kommuniziert und fordert vbl mit Wort und Bild seit diesem Jahr. Neue Express- oder Tangentiallinien sind Teil dieser Kampagne. Vorbei am Zentrum führen sie von Vorort zu Vorort. vbl hat sie im Frühling und Sommer getestet. Tangential- und Expresslinien entlasten die Innenstadt und verkürzen die Fahrzeit der Pendlerinnen und Pendler. Sie sollen Verkehrspolitiker und -experten sowie betroffene Gemeinden überzeugen, dass sie einem echten Kundenbedürfnis entsprechen und eine grosse Chance für den öffentlichen Verkehr darstellen. Reussbühl Renggloch-Express während LUGA Während der LUGA verkehrte probeweise der Renggloch-Express. Die Tangentiallinie stand den Fahrgästen gratis zur Verfügung. Diese nicht bestellte, jedoch angekündigte Linie war ein Novum und er - freute zahlreiche Gäste von Littau und Malters. Malters Allmendli Malters Bahnhof Stegmättli Littauerberg Gasshof Kriens Littau Littau Schützenhaus Sonnenberg Feldmühle Kriens (Busschleife) Hofmatt Bellpark Nidfeld Kupferhammer Luzern Allmend Zihlmattweg Biregg Horw Bei total 100 gefahrenen Kur- sen nutzten von Littau zur LUGA / Allmend durchschnittlich 36 Personen (Mo So) und von Malters zur LUGA / Allmend sogar 48 Personen (Sa, So) pro Fahrt das Angebot. Das heisst, von den 120'000 LUGA-Besucherinnen und -Besuchern reisten rund 8 % mit dem Renggloch-Express an (total 63 % mit dem öv).

5 h i n t e r g r u n d 5 Sonnenberg-Express Das Prinzip der Tangentiallinie versuchten wir in der Zeit vom 2. bis 26. Juni 2009 auch im Berufsverkehr für Pendlerinnen und Pendler mit dem Sonnenberg-Express zu testen. Insgesamt probierten rund 2'000 Fahrgäste das neue Angebot aus. Idee weiter verfolgen Mit diesen beiden Versuchsbetrieben weiss vbl heute, dass Tangentiallinien Zukunft haben, um für den öffentlichen Verkehr und vbl «mehr Luft» zu erhalten. Brigitte Herzog, Leiterin Marketing Emmenbrücke Sprengi Littau Kriens Rothenburg Seetalplatz Reussbühl Sonnenplatz Kriens (Busschleife) Ibach Hofmatt-Bellpark Alpenstrasse Sonnenberg Allmend Luzern Horw Der Sonnenberg-Express verkehrte in der Zeit vom 2. bis 26. Juni 2009 jeweils werktags zwischen Kriens (Busschleife) via Kup ferhammer Sonnenbergtunnel Ibach und Emmenbrücke Sprengi. Es wurde ein Halbstundentakt angeboten. Die Benützung der Versuchslinie war für die Fahrgäste kostenlos (Nulltarif ). In beiden Fahrtrichtungen Kriens Sprengi / Sprengi Kriens fuhren pro Tag im Durchschnitt rund 110 Fahrgäste. Die Kurse in beiden Fahrtrichtungen waren ungefähr gleich gut ausgelastet (also je bis 75 Fahrgäste pro Fahrtrichtung). An den insgesamt 18 Betriebstagen haben total Fahrgäste das Versuchsangebot genutzt. M M M M M M M M M M M M M Impressum Herausgeber: vbl Verkehrsbetriebe Luzern AG, Tribschenstrasse 65, Postfach, 6002 Luzern, Telefon , Fax , Redaktionsleitung: Brigitte Herzog, vbl. Layout: Felder Vogel, Luzern. Bilder: Felder Vogel, Luzern. Druck: Neue Luzerner Zeitung AG. Auflage: 000 Exemplare M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M

6 6 f o r u m Luft macht Gewinner Auflösung «mehr Luft»-Fotowettbewerb In der vbl zeitung Nr. 48 vom April 2009 hat vbl alle Leserinnen und Leser zu einem Fotowettbewerb aufgerufen. Die Aufgabe war: Fotografieren Sie «mehr Luft». Das hört sich simpel an. Doch Luft sichtbar zu machen, ist zugegebenermassen nicht ganz einfach. Umso überraschter war die Redaktion über die unterschiedlichen Bilder und Interpretationen des Themas. Unter den Teilnehmenden wurden die drei besten Bilder ausgewählt und mit einem Preis prämiert. Herzliche Gratulation! 1. Preis: vbl-gutscheine im Wert von CHF 100. Susanna Muri, Ebikon 2. Preis: vbl-gutscheine im Wert von CHF 70. Andreas Mathys, Reussbühl 3. Preis: vbl-gutscheine im Wert von CHF 40. Patrick Kessler, Amberg Engineering AG Susanna Muri, Ebikon Wir atmen sie nicht nur ein, manchmal raubt sie uns auch den Atem: luftige Grüsse aus Neuseeland. Andreas Mathys, Reussbühl Höher oben lässt sich freier atmen: akrobatische Lufteinlage von Andreas Mathys. Patrick Kessler, Amberg Engineering AG Wenn die Luft knapp wird: Untertag-Bauleitungsteam der Amberg Engineering AG unterhalb der Autobahn des Reussporttunnels.

7 s e r v i c e 7 Der Verbundrat im neuen Luzerner Verkehrsverbund Ab Januar 2010 leitet der 7-köpfige Verbundrat im neuen Luzerner Verkehrsverbund die strategischen Geschicke des öffentlichen Verkehrs im Kanton Luzern. Die vbl zeitung stellt ihren Leserinnen und Lesern das vom Regierungsrat des Kantons Luzern gewählte Gremium vor: Hanspeter Bossart, lic. iur., Präsident, Departementssekretär des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements des Kantons Luzern Rolf Bättig, Kantonsingenieur des Kantons Luzern Hansjörg Kaufmann, Leiter Dienststelle Finanzen Matthias Senn, Gemeindeamman Kriens (FDP) Irene Keller, Kantonsrätin, Gemeindeamtfrau Vitznau (FDP) Willi Bucher, Gemeindeamman, Wolhusen (CVP) Vertretung der Stadt Luzern, bei Redaktionsschluss noch offen Der Verbundrat nimmt für die öv-zukunft Luzerns eine wichtige Rolle ein. Er bestimmt massgeblich das öv-angebot als strategisches Führungsorgan im Rahmen des Gesetzes und der f inanziellen Möglichkeiten der öffentlichen Hand. Ausserdem hat der Verbundrat die Aufsicht über die operative Geschäftsführung im Verkehrsverbund und ist für deren personelle Besetzung zuständig. In Zukunft legt der Verbundrat auch die Tarife fest und entscheidet über allfällige Veränderungen des Tarifverbundsgebietes. Der Verkehrsverbund hat die Entscheidungskompetenz über die Vergabe des öv- Angebots an die Transportunternehmen. vbl ist weiterhin bestrebt, die an sie vergebenen Transportaufträge so gewissenhaft wie nur möglich und zu wirtschaftlichen Bedingungen zu erfüllen. Hanspeter Bossart Rolf Bättig Hansjörg Kaufmann Matthias Senn Irene Keller Willi Bucher Vertretung Stadt Luzern VBL Herbst 2009:Inserat VBL Le Théâtre :27 Seite 1 Das Musical- & Eventtheater der Zentralschweiz Nur noch bis 3. Januar: Der Publikums-Grosserfolg! EVITA - Das Musical Der Klassiker von Andrew Lloyd Webber: Das Leben einer faszinierenden Persönlichkeit umrahmt von weltbekannter Musik. Jetzt Tickets bestellen für die Vorstellungen im Dezember! Ab 15. April 2010 wird herzhaft gelacht im Le Théâtre Dä chli Horrorlade - s Musical Das Kultstück «Little Shop of Horrors» in einer schweizerdeutschen Übersetzung: Schräg, rasant und so amüsant! Vorverkauf: LZ-Corner der Zentralschweiz, TicketCorner, Ticketportal, www. le-theatre.ch, Telefon Le Théâtre ist auch der Schauplatz Ihres Firmen- oder Privatevents: Erkundigen Sie sich über unsere Mietangebote! Le Théâtre Kriens-Luzern, erreichbar mit der VBL-Buslinie 31 (Kasernenplatz - Pilatusmarkt, Haltestelle Grabenhof)

8 8 i n t e r v i e w «Die Region stärken» vbl-perspektiven in naher Zukunft «Der öffentliche Verkehr befindet sich im Aufwind», schreibt Konrad Graber, vbl-verwaltungsratspräsident, in seinem Editorial auf Seite 2. Wo sehen Norbert Schmassmann, Direktor vbl, und Beat Nater, Betriebschef vbl, die Ausbauschritte im vbl-netz in naher und in fernerer Zukunft? Welche Projekte haben am meisten Chance? Die Redaktion der vbl zeitung hat sich mit den beiden vbl-exponenten unterhalten. Welche Linie fährt vbl in Zukunft? Am runden Tisch mit Beat Nater, Betriebschef, und Norbert Schmassmann, Direktor vbl.

9 i n t e r v i e w 9 «Eines ist allen klar: Man wird die wachsende Mobilität in der Agglomeration Luzern nur mit gezielten angebotsseitigen Massnahmen bewältigen können.» Norbert Schmassmann, Direktor vbl Interview von Brigitte Herzog Wo steht der öffentliche (Bus-)Verkehr heute? N. Schmassmann: Generell greift die Erkenntnis um sich, dass ökologische Mobilitätsformen Zukunft haben. Hier übernimmt der öffentliche Verkehr in städtischen Ballungsräumen weiterhin eine Führungsfunktion. Einerseits ist und bleibt er einer der wichtigsten «people-mover». Anderseits muss er die stets steigenden Mobilitätsansprüche der Kunden umweltfreundlich erfüllen können. Das ist eine doppelte Herausforderung. Der öffentliche Verkehr wird uns in den nächsten Jahren und Jahrzehnten weiterhin sehr stark beschäftigen. In unserer Region denke ich zum Beispiel an das Jahrhundertprojekt Tiefbahnhof Luzern. B. Nater: Der Ausbau des öv-angebotes muss parallel zur Siedlungsentwicklung erfolgen. Es nützt nichts, wenn der öffentliche Verkehr auf der Strasse nur im Zentrum gefördert und erhalten wird. Denn es haben sich längst neue Entwicklungsschwerpunkte in der Region Luzern etabliert. Das heutige Nahverkehrsnetz ist traditionell zentral auf den Bahnhof Luzern ausgerichtet. Dies macht umständliche Um - wegfahrten von einer zur anderen Agglomerationsgemeinde via Bahnhof Luzern erforderlich. Damit stösst das vbl-netz an seine Leistungsgrenze. Gleichzeitig wird die Agglomeration immer mehr zum Lebens- und Arbeitsraum. Hier könnten Tangentialverbindungen die Lösung sein. Sie umfahren den Bahnhof Luzern und entlasten so den Verkehr im Stadtzentrum. vbl hat dieses Jahr Tangentiallinien getestet. Wie war der Erfolg? B. Nater: Sowohl beim Renggloch- als auch beim Sonnenberg-Express waren die Versuchsperioden sehr kurz. Aber es zeigte sich nach kurzer Zeit, dass die Nachfrage da ist. Die Befragung der Fahrgäste ergab, dass Tangentiallinien einem zunehmenden Bedürfnis entsprechen. Neben neuen Verbindungen darf aber auch die Infrastruktur nicht vergessen werden. Es ist schade, wenn neue Ortsteile oder Quartiere entstehen und dabei die öv-erschliessung vergessen wird. Bei einer Neuerschliessung sollte stets an die Anlegung einer Quartiersammelstrasse und an eine Wendemöglichkeit für eine Ortsbuslinie gedacht werden. Hier wollen wir Partner für die Gemeinden sein und betriebliche Bedürfnisse einer öv-erschliessung rechtzeitig aufzeigen. N. Schmassmann: Wichtig ist und bleibt auch in Zukunft, dass der öffentliche Verkehr als übergreifendes System verstanden wird. Dieses muss eine integrierte Transportkette von der Bahn auf den Bus und umgekehrt garantieren. Man kann nicht für alle Transportbedürfnisse Direktverbindungen anbieten. Häufig geht es nicht ohne Umsteigen. Aber dann soll das Umsteigen so attraktiv wie möglich sein. At traktiv heisst: garantierte Fahrplananschlüsse, kurze Umsteigezeiten und angenehm gestaltete Umsteigeknoten. Welche Projekte stehen in naher Zukunft an? N. Schmassmann: Ende Oktober 2009 hat die Delegiertenversammlung des Zweckverbands abschliessend die Verlängerung der Trolleybuslinie 6 ins Büttenenquartier beschlossen. Dieses Projekt ist wie der «Spatz in der Hand». Alle anderen vbl-projekte sind heute noch «Tauben auf dem Dach». Das heisst, sie sind noch nicht beschlossen. Aber man darf ja trotzdem darüber nachdenken. Eines ist allen klar: Man wird die wachsende Mobilität in der Agglomeration Luzern nur mit gezielten angebotsseitigen Massnahmen bewältigen können. Kann vbl die Planung ihrer Wunschprojekte selbst vorantreiben? N. Schmassmann: Nein, wir stehen stets in engem Kontakt mit den zuständigen öv-bestellerbehörden. In den vergangenen Jahren und bis Ende dieses Jahres war dies in erster Linie der Zweckverband für den öffentlichen Verkehr. Ab nächstem Jahr wird der neue Verkehrsverbund unser Ansprechpartner sein. Das, was wir in der Planung vorantreiben, muss immer mit der offiziellen öv-förderungspolitik des Kantons und künftig des Verkehrsverbunds abgestimmt sein. B. Nater: vbl hat eine kompetente Planungsabteilung aufgebaut. Das Team aus erfahrenen Mitarbeitenden erarbeitet optimierte Fahrpläne und Fahrplananschlüsse. Dabei sind uns nicht nur die vbl-eigenen Schnittstellen wichtig, sondern auch die Anschlüsse von der Bahn auf den Bus und umgekehrt. Dass es in einem engmaschigen öv-netz manchmal Ziel- und Interessenskonf likte gibt, ist klar. In solchen Fällen hat der öv-besteller aus politischer Sicht zu gewichten, welche Anschlussbeziehungen wichtiger sind.

10 1 0 i n t e r v i e w «Trolleybusprojekte für die Region Luzern stehen für uns ganz klar im Zentrum. Zum Beispiel die Verlängerung der Linie 1 über den heutigen Endpunkt Maihof hinaus ins Rontal bis nach Ebikon.» Beat Nater, Betriebschef vbl Konkret gefragt: Welche Projekte sind in der Pipeline? B. Nater: Trolleybusprojekte für die Region Luzern stehen für uns ganz klar im Zentrum. Zum Beispiel die Verlängerung der Linie 1 über den heutigen Endpunkt Maihof hinaus ins Rontal bis nach Ebikon. Oder die in Diskussion stehende Umstellung auf Trolleybusbetrieb der Linie 12 nach Littau. Die relativ steile Bernstrasse wäre für den Elektroantrieb ideal. N. Schmassmann: Mit der Fusion von Luzern und Littau wird der politische Entscheidungsprozess im Fall der geplanten Elektrifizierung der Linie 12 einfacher. Wir hoffen sehr, dass nach erfolgter Fusion die entsprechende politische Diskussion in Gang kommt. Gibt es noch weitere Trolleybusprojekte? N. Schmassmann: Ja, die elektrisch betriebenen Busse der Linie 20 nach Horw zum Beispiel. Das ist aber noch Vision. Generell ist zu erwähnen, dass der Trolleybus auch in anderen in- und ausländischen Städten eine Renaissance erlebt. Dies aufgrund der ökologischen Vorteile und der geringen Lärmemissionen. B. Nater: Wegen des Entwicklungsgebietes rund um das neue Stadion macht die Realisierung dieser Vision Sinn. Denn es ist davon auszugehen, dass das Gebiet rund um die Allmend aufgewertet wird und zu einem neuen städtebaulichen Zentrum aufrückt. Welche Trends gibt es im übrigen vbl-angebot? N. Schmassmann: Es ist klar, dass die Dieselbuslinien auf das Trolleybusnetz abgestimmt sein müssen. Bis heute befördert vbl deutlich mehr als die Hälfte der Passagiere mit den sechs Trolleybuslinien. Mit den übrigen 18 Autobuslinien wird die kleinere Hälfte des Fahrgastauf kommens bewältigt. B. Nater: Eine aufeinander abgestimmte öv-transportkette mit bestmöglichen Verbindungen, einem Minimum an Umstiegen und entsprechend einer schnellen Beförderung das sind die öv-themen der nächsten Jahre. Nur wenn man mit dem öv gleich schnell oder schneller am Ziel ist als mit dem Auto einschliesslich der Parkplatzsuche, wird der öv weitere Umsteiger gewinnen. Wir sprechen bis jetzt nur über das reguläre Fahrplanangebot. Was aber gibt es Neues beim Nachtbus-Angebot? B. Nater: Die «nachtstern»-linien, die wir in Zusammenarbeit mit verschiedenen lokalen und regionalen Unternehmen betreiben, werden auf den kommenden Fahrplanwechsel weiter optimiert und ausgebaut. Massgebend sind uns dabei die Kundenwünsche des mehrheitlich jungen Publikums. Mit gezielten Massnahmen stellen wir zudem sicher, dass dieses im gesamtschweizerischen Vergleich einmalig günstige Nachtangebot weiterhin für alle Gäste und Mitarbeitenden sicher und attraktiv bleibt. Das Nachtbus-Angebot untersteht nicht dem öv-gesetz. Deshalb haben wir hier mehr Freiraum. Wir können klare Grenzen setzen und selber entscheiden, wie und wo wir die Linien bedienen. Die Verlängerung der Trolleybuslinie 6 ins Büttenenquartier ist definitiv beschlossen und kommt 2011.

11 v b l s p e z i a l z u m H e r a u s n e h m e n s e r v i c e 1 1 Nur noch 1 Billett für alles Neues Tarifzonensystem Am 13. Dezember 2009 startet der öv ins neue «Raum-Zeit-Alter». Der integrale Tarifverbund wird in den Kantonen Luzern, Obwalden und Nidwalden eingeführt. Die vom Passepartout-Abo bekannte Flexibilität gilt dann auch für Einzelfahrausweise. Albrecht Strohbach, Geschäftsführer Tarifverbund LU, OW und NW, erläutert das System. Interview von Brigitte Herzog Was gab eigentlich den Ausschlag zum integralen Tarifverbund? Albrecht Strohbach: Wir wollen die Benützung des öffentlichen Verkehrs einfacher machen. Das heisst, den Kun dennutzen erhöhen. Der öv ist seit Län gerem im Umbruch. So ist es nur konsequent, auch das Billettsystem zu modernisieren. Dabei orientieren wir uns am erfolgreichen Abo-Modell. Was bringt dieses neue System den Kunden? In den drei Kantonen fahren neun Transportunternehmen für den öffentlichen Verkehr. Die neuen Fahrausweise sind für alle An bieter gültig. Zudem können in den gelösten Zonen alle öffentlichen Verkehrsmittel benützt werden, egal ob Bus oder Bahn. In der Stadt und Agglomeration Luzern besteht bereits ein Zonen system bei den Einzel-Fahrausweisen. Ändert hier überhaupt etwas? Ja, das in der Stadt und Agglo vorhandene System haben wir weiterentwickelt und einheitlich auf alle drei Kantone ausgedehnt. Die Einzel-Fahrausweise werden zu eigentlichen «Mini-Abos». Sie gelten wie das Abo in der gelösten Zone («Raum») für x-beliebige Fahrten, Richtungen und Verkehrsmittel und unterscheiden sich nur in der zeitlichen Gültigkeit («Zeit»): J Aus dem einfachen Billett wird neu das Zonen-Billett. Je nach Anzahl Zonen gilt es zwischen 30 Minuten und 4 Stunden. Falls Sie nur für eine kurze Besorgung weggehen, können Sie neu mit dem gelben Billet wieder zurückfahren. J Aus einem Billett für die Hin- und Rückfahrt (sinngemäss) wird die Zonen-Tageskarte. Sie gilt am Kalendertag.

12 1 2 s e r v i c e Was ändert noch? Die heutigen Agglomerations-Zonen 20 und 40 werden zusätzlich un - ter teilt. Die Zonen-Tageskarte ist neu für alle Zonen einzeln erhältlich. Und neu können an jedem Automaten Fahrausweise ins ganze Verbundgebiet gelöst werden. Können Sie uns etwas zur Unterteilung der Agglomerations- Zonen sagen? Die heutigen Abo-Zonen (sie bleiben weiterhin bestehen) wurden wie im ganzen Verbundgebiet für die Einzel-Fahrausweise unterteilt. Aus den drei Stadt- und Agglo-Zonen 10/20/40 werden neu die sechs Zonen 101, 201, 202, 203, 401, 403. Sicher gibt es auch Nachteile. Wo sehen Sie solche für die Kunden? Wie bei jeder Umstellung gibt es Gewinner und Verlierer. Die Einführung des integralen Tarifverbunds ist grundsätzlich ertragsneutral. Durch die Harmonisierung der Preise zwischen den Transportunternehmen und infolge der Zoneneinteilung gibt es aber Preis auf- und Preisabschläge. Das ist nicht optimal, lässt sich aber leider nicht vermeiden. Unter dem Strich wird jedoch die Mehrheit der Kunden profitieren. Wie viel teurer als zuvor könnte eine Fahrt werden? Haben Sie ein Beispiel? Ja, aber lassen Sie mich auch ein neutrales und ein positives Beispiel aufzeigen. 1. Wenn Sie die ganze Agglo durchqueren, bezahlen Sie in der Regel eine Zone mehr als bisher. Z.B. Obernau Dorf Udligenswil kostet neu Fr. 8. statt Fr. 6., bzw. Fr. 4. statt Fr mit dem Halbtax- Abonnement. 2. Eine Fahrt innerhalb des Zentrums oder von der Agglo ins Zentrum kostet gleich viel wie bisher. Zusätzlich profitieren Sie allenfalls vom neuen Nutzen. 3. Eine Tageskarte der Zone 101 kostet neu Fr statt Fr. 10. ( 45 %). hinausgehen, gratis. Mit der Zonen-Tageskarte sind alle zusätzlichen Fahrten, welche über die einmalige Hin- und Rückfahrt hinausgehen, gratis. Der Ortsverkehr ist neben dem Abgangs- auch am Zielort stets inbegriffen. Zudem ist jetzt einheitlich bei allen Transportunternehmen jede sechste Fahrt gratis; mit der Mehrfahrtenkarte oder der Sechser-Zonen-Tageskarte. Wer wollte eigentlich diesen integralen Tarifverbund? Er wurde gemeinsam von den Kantonen LU, OW, NW und dem ÖVL sowie den beteiligten Transportunternehmen entwickelt. Gibt es eigentlich auch Bereiche, in denen nichts ändert? Ja, beim Kurzstrecken-Billett ändert sich nichts. Es gilt nach wie vor für eine einmalige und einfache Fahrt. Und bei den Passepartout Monats- und Jahres-Abos ändert sich ebenfalls nichts. Die Zonen und die Preise bleiben wie bisher. Auch bei der Benützung des Schiffs ändert sich nichts. Es gilt wie bisher nur mit dem Abo, und auch da nur eingeschränkt. Danke schön für das interessante Gespräch. Weitere Infos unter Bezieht man bei Preisvergleichen zudem den neuen Nutzen mit ein, relativieren sich einige der Preisaufschläge wieder: Mit dem Zonen- Billett sind alle zusätzlichen Fahrten, die über eine einfache Fahrt

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14 1 4 s e r v i c e Verkaufsstellen und Billettautomaten Was wir wissen sollten Wo sind die neuen Tickets erhältlich? An den bedienten Verkaufsstellen, an den Billettautomaten, teilweise beim Chauffeur sowie im Internet-Ticket-Shop Im Sommer gingen die neuen Billettautomaten in Betrieb. Wie bedienerfreundlich sind sie? Das neue Ticketsystem machte den Wechsel auf die neuen Automaten und bedienten Verkaufsgeräte unumgänglich. Die Automa ten ent sprechen dem schweizweit üblichen Standard. Sie sind bedienungsfreundlich und selbsterklärend. Doch wie immer bei der Umstellung auf etwas Neues, braucht es eine gewisse Gewöhnungsphase. Die ers ten paar Ver suche brauchen eventuell etwas mehr Zeit, so wie das bei einem neuen Fernseher oder Handy auch der Fall wäre. Tipp: Probieren Sie den Automaten in einer ruhigen Minute aus! Wo gibt es Hilfe? J Es erscheint ein Infof lyer mit den wichtigsten Schritten. Er ist bei den Verkaufsstellen erhältlich und wird auch auf dem Internet als Download zur Verfügung gestellt. J Es hat immer andere Kunden, die bereit sind zu helfen. Ist das neue Zonensystem nicht komplizierter als das bisherige? Im Gegenteil: Es ist einfacher. Der Kunde hat die Wahl, sein Billett nach Zonen oder wie bis anhin nach Fahrziel zu lösen. Er kann nach wie vor ein Billett von A nach B lösen und profitiert automatisch vom neuen Nutzen. Die Verkaufssysteme berechnen die benötigten Zonen und den Preis. Die Auswahl an Billetten ist grösser als bis anhin. Es können direkte Fahrausweise ins ganze Verbundgebiet gelöst werden. Im Verlauf des 1. Halbjahres 2010 wird auch die Er neue rung der Monats-Abos am Automaten mög lich sein. Dann steht auch eine Auswahl an Ver bindungen in die ganze Schweiz zur Verfügung. Brigitte Herzog, Leiterin Marketing

15 s e r v i c e 1 5 Neue Funktionen, mehr Service Vor zwei Jahren hat vbl ihre neue, kundenfreundliche Website präsentiert. Die Angebote wie der Online-Fahrplan kommen bei den Kunden gut an. Die technischen Möglichkeiten und die Gewohnheiten der Nutzer haben sich in diesen zwei Jahren weiterentwickelt. vbl nutzt diese Möglichkeiten und hat auf ihrer Website neue Funktionen platziert. Ein Überblick. Vor Fahrplanwechsel gleichzeitig alter und neuer Fahrplan Zwei Wochen vor dem Fahrplanwechsel vom 13. Dezember 2009 sind gleichzeitig der aktuell gültige und der neue Fahrplan abruf bar. Kunden haben also die Möglichkeit, bereits vor dem Fahrplanwechsel die neuen Fahrpläne anzuschauen. Ak tuelle Betriebsmeldungen auf dem Linienfahrplan Betriebsmeldungen auf dem Linienfahrplan Die einzelnen Linienfahrpläne zeigen neu Warnhinweise zu aktuellen Betriebsmeldungen an, welche diese Linien betreffen. Kunden sind also stets über die neusten Baustellen oder Behinderungen auch über die Linienfahrpläne informiert. Sämtliche Betriebsmeldungen sind nach wie vor auch auf der Startseite der vbl-homepage abruf bar. Haltestellen auf der Karte anzeigen Unter der Rubrik «Fahrpläne Linien und Haltestellen» ist neu für jede Haltestelle ein Kartenausschnitt abruf bar. Die gewählte Haltestelle wird rot dargestellt, alle umliegenden Haltestellen blau. Neuer Navigationspunkt «Haltestellenfinder» Wo liegt die nächste Haltestelle? Im neuen Suchfenster «Haltestellenf inder» können Plätze, Strassen und Hausnummern eingegeben werden. Ein Kartenausschnitt zeigt anschliessend den Suchstandort in Rot sowie alle umliegenden vbl-haltestellen in Blau an. Kartenausschnitt mit markierter Haltestelle Kurzumfragen vbl startet in Zukunft über die Homepage Online-Kurzumfragen zu aktuellen Themen. Die Antworten werden online erfasst und das momentane Umfrageresultat wird anschliessend angezeigt. Neuer Handyfahrplan ab 13. Dezember 2009 Ab Fahrplanwechsel stellt vbl ihren Fahrgästen einen neuen Handyfahrplan zur Verfügung. Haltestellenfinder

16 1 6 a k t u e l l 111 Jahre vbl Nr. 1 über drei Jahrhunderte Kommendes Jahr feiern die Luzerner Verkehrsbetriebe ihren 111. Geburtstag. Zugegeben, nur eine Schnapszahl. Doch hinter diesem Jubiläum steckt mehr. Denn gleichzeitig steht auch das zehnjährige Bestehen der vbl als Aktiengesellschaft der Stadt Luzern an. Zuvor waren die Verkehrsbetriebe 101 Jahre lang in die städtische Verwaltung eingegliedert. 1 2 Das kommende 111-Jahr-Jubiläum erlaubt es vbl, zurück in die Ge - schichte zu schauen. Verschiedene Anlässe und Events entführen die Kundinnen und Kunden in die vbl-welt von gestern. Aus der Vergangenheit lässt sich bekanntlich auch für die Zukunft lernen. Deshalb wagt vbl gleichzeitig einen Blick nach vorne. Mehr unternehmerische Freiheit Die Marktbedingungen im öffentlichen Verkehr haben sich in den ver gangenen Jahrzehnten von Grund auf verändert. Mehr Wettbewerb und Konkurrenz verlangen nach mehr Flexibilität, nach mehr unternehmerischem Freiraum, eben «mehr Luft». vbl strebt deshalb eine Unternehmensform an, die es ermöglicht, rascher und gezielter auf die Bedürfnisse am Markt zu reagieren. Veränderungen an der Tagesordnung Klar: Umwälzungen gab es schon immer in der vbl- Geschichte. Erinnert sei an die Einstellung des Trambetriebes Damals wurde das Tram als Behinderung des Automobilverkehrs empfunden. Im Hinblick auf eine «autogerechte Stadt» haben damals neben Luzern auch andere Schweizer Städte das Tram abgeschafft, zum Beispiel Schaffhausen, Winterthur, St. Gallen oder Biel um nur einige zu nennen. Das Ende des «Billeteurs» Eine weitere gewichtige Umwälzung Ende der 1960-er Jahre war die Umstellung auf den billeteurlosen Betrieb. Die Erf indung des Billettautomaten ermöglichte es jedermann, schnell und einfach das ge - wünschte Ticket selbst zu lösen. Die eben dieses Jahr eingeführte Automatengeneration ist bereits die fünfte seit Eine Rückkehr zum alten (sehr personalintensiven) Regime wäre aus heutiger Sicht undenkbar. Nach vorne schauen Man mag gewisse Entwicklungen und Entscheide aus heutiger Sicht be dauern oder nicht. Viel wichtiger ist es für vbl, sich den zukünftigen Herausforderungen zu stellen. Das bringt mehr, als der Vergangenheit mit Wehmut nachzutrauern. Norbert Schmassmann, Direktor

17 a k t u e l l Erinnerungen an den November Tram 1 vor dem Hotel Schweizerhof 2 vbl-tram mit Wagenführer, Streckenwärter und Billeteur 3 An der Traminsel in der Alpenstrasse 4 Grünlicht am Schwanenplatz 5 Bahnhofplatz mit Tram-Perron und Bus-Bahnhof 6 Blauer Vierachser an der schmalen Fussgängerinsel 7 Tramschleife und Kreiselverkehr vor der Schifflände 8 Tram nach Kriens, Blick gegen Hotel Gotthard und Flora 9 Tramhaltestelle «Bahnhof» 10 Auf der Fahrt nach Kriens 11 Haltestelle bei der Kreuzbäckerei, Kriens

18 1 8 a k t u e l l Hoch über dem 3. Lucerne Marathon Abenteuer mit dem vbl-heissluftballon Herbert Borner und Roman Vögtli sind die Gewinner des vbl-wettbewerbs am Luzerner Stadtlauf Sie und jeweils eine Begleitperson kamen in den Genuss einer Fahrt mit dem vbl-heissluftballon am 3. Lucerne Marathon vom 25. Oktober Ein Erlebnisbericht aus luftiger Höhe Uhr: Der erfahrene Ballonfahrer Patrik Schmidle begrüsst Roman Vögtli und seine Frau sowie Herbert Borner und seinen Begleiter auf der Luzerner Lidowiese. Vom Ballon ist noch nicht viel zu sehen ausser einer Segeltuchrolle und einem grossen Korb. Hand anlegen ist gefragt: Ballonhülle ausrollen, Korb bereitstellen, Gasf lasche kontrollieren. Wie eine Ameisenstrasse 9.00 Uhr: Der Ballon hebt ab. Umringt von Zuschauerinnen und Zuschauern. Das Wetter spielt tadellos mit. Die Sonne scheint auf der Lidowiese. Hinter dem Pilatus sind Wolken auszumachen. Es ist West windwetter. Der Ballon steigt zuerst gerade auf und lässt die Gäste den Start mit den 8'000 Läuferinnen und Läufern mitverfolgen. Sie feuern die Lauf begeisterten an, die sich von hier oben wie eine Ameisenstrasse durch die Stadt bewegen. Gewinnspiel im vbl-zelt Uhr: Während der Heissluftballon mit dem vbl-banner «mehr Luft» durch den Himmel gleitet, beweisen sich die zahlreichen Gäste vor allem die Kinder beim Gewinnspiel im vbl-zelt in der Arena des Verkehrshauses. Geschicklichkeit und viel Puste sind gefragt bei der Aufgabe, einen Pingpongball durch einen vorbereiteten Parcours zum Ziel zu bugsieren. Wer dies in weniger als 60 Sekunden schafft, erhält einen Spezialpreis. Erfolgreiches vbl-marathonteam Noch mehr Puste braucht währenddessen das offizielle vbl-marathonteam. Rund zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen ent weder am Halbmarathon oder Marathon teil. Allen herzliche Gratulation! Uhr: Nach einer traumhaften Ballonfahrt über den Zuger- und Ägeri see auf bis Meter Flughöhe landet der Ballonpilot Patrik Schmidle den Heissluftballon sicher auf der zweiten Altmatt. Das ist zwischen Rothenthurm und Biberbrugg vor den Toren Einsiedelns. Die vier Passagiere haben die Fahrt genossen und sind froh, wieder festen Boden unter den Füssen zu spüren. Ein Fahrer holt sie ab und bringt sie wieder nach Luzern zurück. Es war für alle ein riesiges Erlebnis. Brigitte Herzog, Leiterin Marketing

19 a k t u e l l 1 9 vbl fachzentrum Innovative Aus- und Weiterbildung Die Professionalität der Berufsfahrerinnen und -fahrer soll verbessert werden. Die Chauffeurzulassungsverordnung (CZV) verlangt dies. Mit dem Fachzentrum leistet vbl einen wichtigen Beitrag. Hier bilden sich interessierte Lenkerinnen und Lenker der Kategorie C/CE und D/DE aus und weiter. Walter Jenny, Leiter Personal und vbl fachzentrum: «Weiterbildung steigert die umweltschonende, energieeffiziente Fahrweise und erhöht die Sicherheit auf der Strasse.» Grosse Themenvielfalt Das vbl fachzentrum bildet schon seit über einem Jahr aus und weiter. Die Kurse sind für Inhaberinnen und Inhaber der Fähigkeitsausweise C/CE und D/DE attraktiv. Die Themenvielfalt reicht von fach- und fahrtechnischen Kursen bis zur Gesundheitsförderung. Die Kurse sind ASA-anerkannt. Offenes Angebot Der Verkehr wird dichter, die Technik komplexer. Neue Vorschriften müssen befolgt werden. Vandalismus und Gewalttätigkeit erfordern neue Kompetenzen. Deshalb wird die Ausbildung am Steuer immer wichtiger. Seit dem 1. September 2009 ist die Zulassung von Fahrerinnen und Fahrern geregelt und eine regelmässige Weiterbildung obligatorisch. Vier vbl-fahrlehrer mit höchster Ausbildungsstufe unterrichten auch Profis, die nicht bei vbl arbeiten. Gut eingespielt hat sich die Zusammenarbeit mit anderen Transportunternehmen, die Mitarbeitende zur Aus- und Weiterbildung schicken. Vielfältiger Nutzen Weiterbildung dient unter anderem der Verkehrssicherheit und umweltschonenden Fahrweise. Zudem will vbl das Ansehen des Berufsstandes und die Attraktivität der Aus- und Weiterbildung steigern. Walter Jenny, Leiter Personal und vbl fachzentrum Dank Training im vbl fachzentrum wird die Sicherheit auf der Strasse erhöht. Kompetente Ausbilder machen die Weiterbildung zum Erlebnis.

20 2 0 p o r t r ä t Ohne Halt bis zum Gipfel Bergsteiger René Lustenberger 38 Gipfel über m.ü.m. hat René Lustenberger bereits erklommen. Jedes Jahr kommen ein paar hinzu. Der 59-jährige Fahrdienstmitarbeiter der vbl ist Sommer wie Winter am liebsten in den Bergen. «Dort fühle ich mich wie ein Vogel», erzählt der passionierte Bergsteiger im Interview mit der vbl zeitung. René Lustenberger Fahrdienstmitarbeiter welche die Gegend und Touren kennen. Eine spezielle Vorbereitungsphase habe ich aber nicht. Ich mache das ganze Jahr hindurch Konditions- und Ausdauertraining. Zusätzlich beobachte ich bereits Tage im Voraus das Wetter. Bei unsicheren Wetterlagen gehe ich keine Risiken ein und sage lieber eine Tour ab, auch wenn es noch so schade ist. Seit wann machen Sie Bergtouren? Ich bin bereits als kleiner Junge gerne geklettert. Aber so richtig auf den Geschmack gekommen bin ich durch einen Arbeitskollegen. Meine Frau und meine drei Kinder konnte ich nie so richtig dafür begeistern. Deshalb standen andere Beschäftigungen im Vordergrund, als die Kinder noch jünger waren. Heute unternehme ich Klettertouren, Skitouren, Hochtouren und Biketouren. Welche Ausrüstung braucht es für eine Hochgebirgstour? Die Ausrüstung ist sehr umfangreich. Es braucht Seile, Eisschrauben, Steigeisen und einen Klettergürtel, den man um sich trägt. Ich habe immer einen Biwaksack dabei. Der Biwaksack ist ein winddichter, meist auch wasserdichter Sack, welcher die eigene Körperwärme speichert und bei Übernachtungen im Freien zum Einsatz kommt. Zusammen mit dem Proviant kann der Rucksack dann ein Gewicht von 25 bis 30 Kilogramm erreichen. 1 2 Wie regelmässig und mit wem unternehmen Sie Bergtouren? Ich gehe bei schönem Wetter Sommer wie Winter auf Touren. Meistens bin ich mit Kollegen unterwegs. Manchmal auch mit Arbeitskollegen der vbl. Zudem bin ich Mitglied beim SAC (Schweizer Alpenclub). Durch die unregelmässige Arbeitszeit ist es jedoch schwierig, beim SAC als Aktivmitglied tätig zu sein. Ich bekomme aber regelmässig das Infoheft. Mit diesem bin ich stets informiert über Routensanierungen oder neue SAC-Hütten. 3 Was braucht es, um auf eine Hochgebirgstour zu gehen? Das Wichtigste ist, Freude an der Natur zu haben und sich in den Bergen wohl zu fühlen. Eine gute körperliche Verfassung und Schwindelfreiheit sind natürlich genauso wichtig. Bei Skitouren sind die Abfahrten meist anspruchsvoll. Gute Skikenntnisse sind deshalb von Vorteil. Jeder, der auf einen Berg steigen will, sollte seine körperlichen und psychischen Grenzen kennen. Wer seine Grenzen überschreitet, bringt sich und andere in Gefahr. Wie bereiten Sie sich auf eine Tour vor? Ich habe Freude daran, selber Berge auszukundschaften und Routen zu planen. Ich hole Informationen beim Hüttenwart oder bei Kollegen ein,

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