Informationsdesign. Newsletter. Der Studiengang. Ausgabe 3 Juli 2007

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1 Informationsdesign Newsletter Der Studiengang Informationsdesign Ausgabe 3 Juli 2007

2 Impressum Redaktionsleitung: Dr. Luz-Maria Linder, Sina Salzmann, Corinna Schulenberg Layout: Jonathan Bauer, Christoph Bühnert, Tim Scheuermeyer, Lena Schmid, Andreas Scholz, Kristin Tecles Satz und Umbruch: Jonathan Bauer und Christoph Bühnert Druck und Weiterverarbeitung: alinea Digitaldruck, Dresden Veronika Hubl, Claudia Lange und Jasminka Krobot Auflage: 95 Exemplare Redaktionsschluss: 22. Juni 2007 Wir bedanken uns bei: Dr. Luz-Maria Linder, Prof. Dr. Wibke Weber, Prof. Dr. Roland Mangold, Prof. Dr. Jörg Westbomke, Oliver Siegmund und allen anderen, die zu diesem Newsletter beigetragen haben.

3 Editorial Informationsdesign in drei Schritten: Landen, Betanken, Durchstarten Bitte bringen Sie Ihre Rückenlehne in eine aufrechte Position. Ihr Flug durch das Informationsdesign-Studium startet sogleich. Was passiert mit einem Flugzeug, wenn es nicht richtig betankt wird? Es stürzt früher oder später ab. Das soll den Informationsdesignern der Hochschule der Medien gewiss nicht passieren und deshalb werden sie auch bestens ausgebildet. Die dritte Ausgabe des Informationsdesign Newsletters zeigt einen Überblick über das Profil des Studiengangs, Studienprojekte, Kooperationspartner sowie die zukünftigen beruflichen Chancen eines Informationsdesigners. Doch zuallererst müssen die Studierenden einmal im Studiengang Informationsdesign landen. Dazu sollte die Landebahn noch von einigen Fragen befreit werden: Wie lauten die Inhalte des Studiums? Mit welcher technischen Ausstattung arbeitet ein Informationsdesign-Studierender? Außerdem wird im Terminal 1 beschrieben, welche Professoren den Studiengang begleiten, welche Standorte es an der Hochschule gibt und was der Unterschied zwischen den Studiengangskürzeln IDB, IDB neu und IDB alt ist. Nachdem die Studierenden gelandet sind, kann es mit dem Betanken losgehen: Durch viele verschiedene Projekte im Studium füllt sich der Tank der Informationsdesigner langsam mit dem nötigen Treibstoff. Dazu gehören zum Beispiel die Gestaltung einer Zeitschrift, Usability-Tests mit Hilfe von Eye-Tracking, das Praxissemester und vieles mehr. Der Verlauf und die Inhalte der einzelnen Projekte werden im Terminal 2 vorgestellt. Sobald die angehenden Informationsdesigner mit allen nötigen Kenntnissen betankt wurden, sollten sie sich richtig anschnallen und durchstarten. Wie diese sich dann in der Berufswelt zurechtfinden können wird im Terminal 3 beschrieben. Außerdem werden Tipps für die perfekte Bewerbung gegeben. Checken Sie nun in aller Ruhe ein. Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Flug und eine gute Reise. Ihr Redaktionsteam

4 Inhaltsverzeichnis Landen 008 Informationsdesign der dritten Generation 016 Informationsdesign weiter in der öffentlichen Wahrnehmung etablieren Interview mit Studiendekan Professor Dr. Jörg Westbomke 020 Werkzeuge des Infodesigners 024 Die Gestalter des Alltags 028 Studiengebühren 032 Wolframstraße goes Vahingen? 036 Wir sind Informationsdesign! Betanken 040 Neuer Lernbereich für Südtiroler Bildungsserver geht an den Start 044 Fünftes Symposium für Informationsdesign 048 Zweiter World Usability Day in Stuttgart 052 Sackerl und Paradeiser Auslandssemester in Graz 056 IDB on the road Ein Besuch bei der Robert Bosch GmbH 060 IDB-Bingo für Studierende 062 Lernen mit Spaßfaktor Lernprogrammkonzepte für Porsche 066 JUST DO IT Hochschulsport 068 Packende Musterüberschrift ein Zeitschriftenprojekt 072 Einen wunderschönen guten Morgen hier bei HoRadS Kultür 078 Gemeinsam mit Stephen King auf Kuscheltierjagd 082 Neuartige Werbeformen im Kampf um die Aufmerksamkeit Durchstarten 088 Wo ist Jeannie? Der Kampf einer Studentin mit der Bachelorarbeit 092 Die perfekte Bewerung 096 Studium und was jetzt? Berufschancen von Informationsdesignern 100 Autoren dieser Ausgabe

5 LANDEN Informationsdesign Newsletter Bienen landen auf Blumen, Neil Amstrong auf dem Mond und kreative Köpfe im Studiengang Informationsdesign. Im folgenden Terminal 1 wird die Landebahn des Informationsdesign-Studierenden von einigen Fragen befreit: Wie lauten die Inhalte des Studiums? Mit welcher technischen Ausstattung arbeiten die Studierenden? Welche Professoren begleiten den Studiengang? Welche Standorte gibt es an der Hochschule? Und was ist der Unterschied zwischen den Studiengangskürzeln IDB, IDB neu und IDB alt? Bitte bringen Sie ihre Rückenlehne in eine aufrechte Position, stellen Sie das Rauchen ein und schnallen Sie sich jetzt an.

6 Informationsdesign der dritten Generation Keep it simple lautet der Wahlspruch des Informationsdesigns. Dabei sind die Anforderungen an Informationsdesigner keinesfalls einfach wagt der Studiengang doch einen Spagat zwischen den verschiedensten Disziplinen. Angesiedelt zwischen Journalist und Kommunikationsdesigner, Informatiker und Ergonom gibt der Informationsdesigner Orientierung im alltäglichen Informationsdurcheinander. Text: CHRISTOPH BÜHNERT Sie müssen vom Nutzer her denken, fasst Dr. Frank Thissen, Initiator des Studiengangs Informationsdesign, die Ausbildung zusammen fiel der Startschuss für das neue Studienangebot. Mittlerweile lernt der sechste Studierendenjahrgang das Vom-Nutzerher-Denken. Gebrauchstauglichkeit, optische Attraktivität, Verständlichkeit und klare Informationsstrukturierung sind die Schlagwörter. Sie sind Drehund Angelpunkt des Studiums. Der Informationsdesigner erwirbt deshalb die Kernkompetenzen verschiedener Fachdisziplinen, um optimierend eingreifen zu können. Am Anfang war alles sehr chaotisch Zum Beginn im Jahr 2001 waren 15 Studierende im Studiengang eingeschrieben. Trixie Freude gehörte zu ihnen: Es war sehr chaotisch. Die Lehrpläne standen noch nicht endgültig fest. Das Studium dauerte damals noch sieben Semester und vermittelte zunächst Grundlagen der Informationswissenschaft, Schreib- und Kreativitätstechniken. Daran schlossen sich Gestaltung, Bild- und Medienkonzeption, Interfacedesign und Informationsvernetzung an. Alles noch sehr theoretisch. Heute sind es fünfzig Studierende im Studiengang. Kooperationsprojekte mit Partnern aus der freien Wirtschaft sind mittlerweile fester Bestandteil des sehr praxisnahen Studiums. Informationsdesign Version 3.0 Im Studiengang hat sich aber nicht nur die Anzahl der Studierenden geändert. Um neue Entwicklungen und Trends zu integrieren, wurde die Prüfungsordnung zwischenzeitlich dreimal geändert. Die Lehrinhalte sind wiederholt ergänzt und umstrukturiert, Anknüpfungspunkte zwischen den Schwerpunktthemen geschaffen worden. Nach der Aufbauphase ist der Studiengang jetzt an seinem Zielpunkt angekommen, kommentiert Professor Dr. Jörg Westbomke, 008 \\ Landen

7 Im Alltag konkurrieren viele Informationsangebote miteinander. Aufgabe des Informationsdesigners ist es, die Flut der Informationen zu ordnen und die Wahrnehmung zu erleichtern. Dieser Wegweiser (in Leverkusen) wurde nicht von einem Informationsdesigner entworfen! Landen \\ 009

8 i Professoren im Studiengang Dr. Michael Burmester. Professor für Usability Engineering und Human Computer Interaction Professor Dr. Burmester studierte Psychologie an der Süddeutschen Universität Ravensburg. Zunächst arbeitete er für das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation in Stuttgart, anschließend war er bei Siemens Corporate Technology, München, tätig. Ab 2000 arbeitete er für die User Interface Design GmbH in München folgte er dem Ruf an die HdM. Elke Knittel. Professorin für Informationsarchitektur und Kommunikationsdesign Professorin Knittel studierte Industriedesign an der FH Darmstadt. Ab 1996 arbeitete sie am Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation in Stuttgart. Danach gründete Professorin Knittel die Agentur did. design im dialog in Stuttgart folgte sie dem Ruf an die HdM. Dr. Roland Mangold. Professor für Informations- und Kommunikationspsychologie Professor Dr. Mangold studierte Elektrotechnik in Darmstadt und Psychologie an der Universität Mannheim promovierte er, 1992 habilitierte er. Danach arbeitete Professor Dr. Mangold an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken. Ab 1997 war er selbstständig in der Aus- und Weiterbildung tätig folgt Professor Dr. Mangold dem Ruf an die HdM. Er gehört zu den Gründungsprofessoren des Studiengangs Informationsdesign Dr. Frank Thissen. Professor für Multimedia-Didaktik, Informationsdesign, Screendesign und Interkulturelle Kommunikation Professor Dr. Thissen schloss sein Studium der Philosophie, Sprach- und Literaturwissenschaften an der Universität Düsseldorf 1991 ab. Ab 1985 arbeitete er an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, später als Lehrbeauftragter für Philosophie. Außerdem war er für Siemens und SAP tätig folgte er dem Ruf an die HdM initiierte er die Gründung des Studiengangs Informationsdesign. Dr. Wibke Weber. Professorin für Informationsaufbereitung und -präsentation, Textkonzeption und -design Professorin Dr. Weber studierte Romanistik, Germanistik, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften in Frankfurt und Köln promovierte sie. Professorin Dr. Weber arbeitete für den Westdeutschen Rundfunk (WDR), den Hessischen Rundfunk (HR) und den Südwestrundfunk (SWR) sowie für die Kulturredaktion von Hubert Burda Media in Offenburg folgte sie dem Ruf an die HdM. Professorin Dr. Weber gehört zu den Gründungsprofessoren des Studiengangs Informationsdesign. 010 \\ Landen

9 Dr. Jörg Westbomke. Professor für Multimedia und Internet, Datenbanktechnologie Professor Dr. Westbomke studierte Informatik an der Universität Dortmund promovierte er an der Universität Ulm. Er war an verschiedenen Projekten im Bereich Wissensvermittlung beteiligt folgte er dem Ruf an die HdM. Seit 2006 ist Professor Dr. Westbomke Studiendekan bei Informationsdesign. Verstärkung in Sicht Zum Wintersemester 2007/2008 wird eine neue Professur für das Design Interaktiver Medien eingerichtet. Den Ruf auf die Stelle hat Ralph Tille erhalten. Der Siebenunddreißigjährige hat Design mit dem Schwerpunkt Produktdesign studiert. Er arbeitete unter anderem für Daimler-Chrysler in Stuttgart und an der Universität Duisburg-Essen. Zurzeit unterrichtet er an der FH Oberösterreich in Wels im Studiengang Innovations- und Produktmanagement. der seit 2006 Studiendekan ist, diese Entwicklung. Wie sieht dieses Informationsdesign der dritten Generation aus? Es ist kein Studiengang, in dem das reine Grafikdesign im Mittelpunkt steht. Verschiedene Inhalte stehen gleichberechtigt nebeneinander: Ergonomie und Usability, Content, Informatik, Kommunikationspsychologie und Design (vgl. Info-Box zum Studienverlauf Informationsdesign). Schwerpunkt der Ausbildung ist die Gestaltung und Vermittlung von Informationen für verschiedene Ausgabekanäle. Hier grenzt sich Informationsdesign von anderen Disziplinen ab, die nur für ein einzelnes Ausgabemedium optimieren. Für Professor Dr. Westbomke ist der entscheidende Pluspunkt für den späteren Berufseinstieg, der interdisziplinäre Ansatz, der hilft, Brücken zwischen den unterschiedlichen Sparten zu schlagen. Dass der Studiengang damit den richtigen Weg beschreitet, zeigen die Praktika: Es ist kein Problem, die Studenten in Praktika zu vermitteln, erklärt Herr Professor Dr. Westbomke. Die Praktika-Berichte der Studierenden wiederum ziehen ein durchweg positives Fazit. Noch mehr Professoren Die Fülle an neuen Lehrinhalten macht die Einrichtung einer neuen Professur notwendig. Ab dem Wintersemester 2007/2008 wird es eine Professur für das Design Interaktiver Medien geben. Der neue Stelleninhaber wird Konzeption und Gestaltung elektronischer Medien vermitteln, also Interface-Design, Multimedia-Authoring, Interaktions- und Navigationsdesign, Animation und Informationsvisualisierung lehren. Noch praxisorientierter Informationsdesign ist in Deutschland noch nicht sehr bekannt. In vielen Bereichen des Wirtschaftslebens herrscht die Meinung vor, dass sich der Nutzer selber in ein Produkt einarbeitet, die angebotenen Informationen über kurz oder lang schon verstehen wird. Landen \\ 011

10 die Zulassungsvoraussetzungen erschweren. Der angehobene Numerus Clausus und die Einführung von Studiengebühren in Baden-Württemberg hatten jedoch nur geringen Einfluss auf die Bewerberzahlen. Für das Wintersemester 2006/2007 haben sich 329 Hochschulzugangsberechtigte beworben. Wenn das Studium nach sechs Semestern beendet ist, kommt der Sprung ins Berufsleben. Gerade der scheinbare Nachteil, dass der Studiengang in der Wirtschaft noch nicht etabliert ist, stellt für den Absolventen einen Vorteil dar: Er kann frei von Vorurteilen mit seinem breiten Kenntnisstand punkten. So sind die Berufsaussichten - entgegen dem Designtrend durchaus gut. Für Jessica Eickhoff und Kathrin Hollinger geht das Studium im Juni 2007 zu Ende. Gefragt nach ihren Eindrücken, erklärt Jessica Eickhoff: Es war überraschend vielfältig mit interessanten Themen. Kathrin Holi Mit dem Symposium für Informationsdesign ist ein erster Anfang gemacht, um die Belange der Nutzerorientiertheit einem breiten Kreis verständlich zu machen. Dieser alljährliche Austausch erfreut sich wachsender Beliebtheit. Trotzdem ist der Studiengang noch nicht am Markt etabliert. Firmen, die eine Zusammenarbeit mit den Studierenden wagten, waren zunächst skeptisch. Im Laufe der Kooperationsprojekte konnten die Die Mitglieder des Industriebeirats Dr. Sybille Horend, DaimlerChrysler, Stuttgart-Fellbach Franz Koller, User Interface Design GmbH, Ludwigsburg Sascha Martini, Bassier, Bergmann & Kindler, Oberhausen Wolf H. Nöding, Fa. Spirit Link GmbH, Erlangen Axel Platz, Siemens AG, München Ulrich Ray, DaimlerChrysler, Stuttgart-Fellbach Sönke Vaihinger, ARD-online, Mainz Barbara Vollert, Porsche AG, Stuttgart Informationsdesigner aber voll und ganz überzeugen. Die Partnerfirmen, darunter Daimler-Chrysler, Porsche, Bosch und die Deutsche Lufthansa, gaben ein sehr positives Feedback. Im Professorenkolleg möchte man sich aber nicht nur auf diese Art der Rückmeldung verlassen. Zusammen mit Partnern aus der freien Wirtschaft will man die zukünftigen Studienprojekte noch enger mit der Praxis verzahnen. Am 23. Mai 2007 gründete sich deshalb der Industriebeirat des Studiengangs Informationsdesign. Ziel ist die Weiterentwicklung des Studiengangs im engen Kontakt mit der Wirtschaft. Trends und Tendenzen sollen frühzeitig in die Ausbildung mit einfließen können. Umgekehrt sollen Forschungserkenntnisse in der Wirtschaft populär gemacht werden. Neben dem gegenseitigen Austausch ist eine noch engere Verbindung von theoretischer Ausbildung und praktischer Arbeit Aufgabe des Industriebeirates. Außerdem baut die HdM ein Alumni-Netzwerk auf. Hier berichten auch ehemalige Studierende des Informationsdesigns über ihre weitere Entwicklung nach dem Studium. Wie kommen sie mit den erworbenen Fähigkeiten im beruflichen Alltag zurecht? Wo besteht Verbesserungsbedarf? Und nicht zuletzt: Wie sind die Berufsaussichten der Absolventen? Das Studium ist Chance Am steht die Zulassung: 2003/2004 bewarben sich nur 199 Bewerber auf 50 Studienplätze, daraus wurden zum Wintersemester 2005/ Bewerbungen. Der Studiengang musste deshalb 012 \\ Landen

11 linger ergänzt: Wir hatten ein offenes Verhältnis zu den Professoren, es war teilweise sehr familiär. War das Studium eine Chance? Auf jeden Fall, sind sie sich einig. Beide haben bereits eine feste Jobzusage. i Studium Informationsdesign Studienschwerpunkte Die Studierenden erlangen Kenntnisse aus vier Schwerpunktbereichen: Communication Design/Interface Design Professional Writing Media Technologies (Technologien für das Internet) Communication Culture/Media Culture Studienverlauf Das Grundstudium (1. und 2. Semester) vermittelt Kenntnisse über: menschliche Wahrnehmung und menschliches Lernverhalten Designgrundlagen mit den Schwerpunkten Typografie, Bildgestaltung und visuelle Kommunikation mensch-maschine-interaktion, Nutzungsszenarien, Handlungsabläufe Datenbanken, Programmiersprachen und digitale Formate Netzwerktechnologien Texten: Aufbau und Strukturierung von Informationen jeder Art Das Hauptstudium (3. bis 6. Semester) vertieft Wissen in einem oder mehreren Teilbereichen. Vier Module stehen zur Wahl: 1. Communication Design/Interface Design: Entwicklung von Erscheinungsbildern, Leitsystemen und Ausstellungsdesign, Interface-Gestaltung, Screendesign 2. Professional Writing: Umgang mit Texten für bestimmte Medien, Redaktion, Schreiben von Handbüchern und journalistisches Arbeiten 3. Media Technologies: vertiefende Informatikkenntnisse und Strategien in Bezug auf die Neuen Medien 4. Communication Culture/Media Culture: Schwerpunkt auf Lernmethoden und Kommunikationstheorie Mindestens zwei Module müssen gewählt werden. Es ist darüber hinaus möglich, Lehrveranstaltungen aus anderen Studiengängen der HdM zu belegen. Das 5. Semester ist ein Praxissemester. Das Studium schließt im 6. Semester mit der Bachelor-Arbeit ab. Die Aufnahme eines anschließenden Masterstudiums ist möglich. Berufsaussichten Informationsdesigner arbeiten in Verlagen, Internetagenturen, Technischen Redaktionen, Werbeagenturen, in der Produktentwicklung interaktiver Systeme oder als selbstständige Allrounder. Landen \\ 013

12 i Begriffe rund um das Informationsdesign Content: Bezeichnet jede Form des inhaltlichen Arbeitens. Im Studiengang Informationsdesign erlernen Studierende Schreibtechniken, um z.b. Bedienungsanleitungen und Presseberichte zu verfassen. Design: Die optische Gestaltung der Inhalte verschiedener Medien. Ergonomie: In erster Linie die Gestaltung von Gegenständen, die der menschlichen Physionomie angepasst sind. Im Informationsdesign bedeutet ergonomisches Gestalten die Verwendung von klaren Layouts, leicht erkennbaren Schriften in optimalen Lesegrößen, deutlichen Farbkontrasten etc. Informationsarchitektur: Lehrt das Zusammenspiel von Illustrationen, Tabellen, Zeitleisten, Karten, Plänen und narrativen Texten. Sowohl für statische Medien, wie z.b. Druckprodukte, oder interaktive Medien relevant. Informatik: Die Wissensverarbeitung mit Computern. Dieser Studienbereich vermittelt Kenntnisse im Aufbau und Umgang mit Datenbanken. Die Studierenden erlernen darüber hinaus mehrere Programmiersprachen. Interaktions- und Navigationsdesign: Die Entwicklung von Handlungsabläufen bzw. Leitsystemen. Interface-Design: Beschreibt die Gestaltung der Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine, zum Beispiel die grafische Oberfläche von Bank- und Fahrkartenautomaten. Kommunikationspsychologie: Vermittelt die Grundlagen menschlicher Wahrnehmung. Die Studierenden lernen unter anderem, wie das Gedächtnis funktioniert und wie menschliche Kommunikation aufgebaut ist. Multimedia-Authoring: Die Mischung mehrerer Informationsträger, also Bild, Ton und Text in einem Medium Usability: Darunter versteht man den Aufbau und die Gestaltung von leicht zu bedienenden Schnittstellen aller Art, z.b. die Menüstruktur eines Mobiltelefons. 014 \\ Landen

13 Informationsdesigner müssen immer in mehreren Dimensionen denken. Es reicht nicht dem Nutzer Informationen zu präsentieren. Er muss sie auch verstehen können. Oder würden Sie die obige Darstellung als die biblische Schöpfungsgeschichte verstehen? Landen \\ 015

14 Informationsdesign weiter in der öffentlichen Wahrnehmung etablieren Studiendekan Professor Dr. Westbomke beleuchtet im Interview den Studiengang Informationsdesign und zeigt, welche Veränderungen in naher Zukunft stattfinden werden. INTERVIEW: CARINA ROTHENHÄUSLER und TIM SCHEuERMeYER Herr Westbomke, quo vadis Informationsdesign? Wir wollen den Ausbauzustand erreichen, der ursprünglich geplant war. Seit dem Einrichten des Studiengangs 2001 waren sieben Professuren geplant, derzeit haben wir aber nur sechs Professuren besetzt. Zum Wintersemester wird mit Ralph Tille ein weiterer Designer das Kollegium verstärken, der den Bereich Design Interaktiver Medien unterrichten wird. Mittelfristig wird es ein Ziel sein, Informationsdesign weiter in der öffentlichen Wahrnehmung zu etablieren. Dazu hat gerade die erste Sitzung des Industriebeirates stattgefunden, in der wir uns mit Vertretern der Industrie treffen, um die Ausbildungsinhalte noch stärker an den Bedürfnissen des Marktes auszurichten, wobei ich allerdings überzeugt bin, dass wir schon relativ nah am Markt ausbilden. Infodesign vs. Kommunikationsdesign. Wie setzt sich der Studiengang von anderen Disziplinen ab? Informationsdesigner sind eher die Generalisten, die über viele Themenbereiche den entsprechenden Überblick haben und diese Themen miteinander verknüpfen können, während das Kommunikationsdesign-Studium den Fokus stärker auf den Gestaltungsaspekt setzt. Textkompetenz und Usability- Kompetenz sind so wie im Informationsdesign-Studium in einem Kommunikationsdesign-Studium sicherlich nicht vorzufinden. 016 \\ Landen

15 Lehrinhalte sind bekanntlich immer im Fluss. Wie wird sich zum Beispiel der Anteil von Vorlesungen und betreuter Projektarbeit entwickeln? Natürlich wird mit der Integration der neuen Professur der Designanteil größer werden. Die 180 ECTS-Punkte, die während des Studiums zu erbringen sind, können nicht ausgeweitet werden. Deshalb werden wir wahrscheinlich die IT-Ausbildung zurückfahren, ich denke da zum Beispiel an die Vorlesung Computernetze. In diesem Sektor hat eine starke Entwicklung stattgefunden und man kann im Bereich WWW manches schon als Allgemeinwissen bezeichnen, was vor einiger Zeit noch Spezialwissen war. In diesem Zuge werden wir Vorlesungen und damit Veranstaltungen ohne Gruppenteilung zurückfahren und den Anteil von Veranstaltungen mit Kleingruppen erhöhen. Es ist aber kein strategisches Ziel, dass wir weniger Vorlesungen und mehr betreute Gruppenarbeit wollen, sondern es ergibt sich automatisch daraus, dass wir verstärkt Designinhalte in den Studiengang einbringen werden. Studierende müssen seit dem Sommersemester 2007 Studiengebühren bezahlen. Welchen Benefit gibt s dafür? Wir werden versuchen in der Designausbildung noch mehr auf Lehrbeauftragte zu setzen, da mit der neuen Professur auch die Anzahl der Studienplätze ansteigt und wir im kommenden Wintersemester 60 Studienanfänger haben werden. Mein Ziel ist es, durch Lehrbeauftragte Herrn Tille oder Frau Knittel unterstützen zu lassen. Wir möchten kleinere Gruppen anbieten und eine intensivere Betreuung ermöglichen. Voraussichtlich ab Sommersemester 2008 wird man auch über erweiterte Ausstattung nachdenken, z.b. im Bereich des Videoequipments. Für die AV-Produktion im Wintersemester wäre es sehr dienlich, nicht nur mit drei Arbeitsplätzen agieren zu können. Eine Aufstockung um ein bis zwei weitere Arbeitsplätze wäre im Sinne einer besseren Lehre sicherlich hilfreich. Die Ausstattung des Mac-Poolraums ist zwar noch ziemlich aktuell, aber auch dort muss irgendwann über eine Erneuerung nachgedacht werden, die aus dem normalen Etat so einfach nicht zu finanzieren ist. Landen \\ 017

16 Im Industriebeirat haben Sie mit potentiellen Arbeitgebern von Informationsdesignern zu tun. Wie beurteilen diese den Studiengang? Der Grund, warum wir den Industriebeirat gegründet haben, war, den Austausch mit potentiellen Arbeitgebern zu stärken. Im Industriebeirat sitzen dabei Firmen, mit denen wir z.t. schon länger kooperieren und die das Studienangebot und unsere Studierende aus eigener Erfahrung kennen. Das Ausbildungsprogramm, wie es derzeit in der Studien- und Prüfungsordnung festgeschrieben ist, wird im Wesentlichen als sehr positiv angesehen, weshalb sie sich für den Arbeitsmarkt ganz gut vorbereitet fühlen dürfen. Natürlich gibt es kleinere Punkte, die man an den Studieninhalten sicherlich noch verbessern kann, aber der Grundtenor der ersten Sitzung war, dass es um Optimierung geht und nicht um grundlegenden Wandel. Worauf bezieht sich die Optimierung? Von mehreren Vertretern wurde angemahnt, dass man versuchen müsste, den Bereich der soft skills zu vertiefen. Projektmanagement zum Beispiel ist eine Sache, die stärker eingefordert wurde, was wir aber in der neuen Studien- und Prüfungsordnung im zweiten Semester in Form einer Vorlesung bereits realisiert haben. Ebenfalls stark gewünscht wurde eine stärkere internationale Ausrichtung. Die Studierenden sollten ein Semester, vorzugsweise das Praxissemester, im Ausland verbringen. Andere Studiengänge sehen in ihren Prüfungsordnungen ein Auslandssemester vor, was bei uns so nicht vorgesehen ist, weil wir stattdessen großen Wert auf das Praxissemester legen. Aber man könnte in diesem Bereich sicherlich mehr tun, indem man verstärkt internationale Partner für Praktika im Ausland sucht und so versucht, die Vermittlungsquote ins Ausland zu stärken. 018 \\ Landen

17 Eine letzte Frage: Würden Sie Bachelor-Absolventen empfehlen, ein Master-Studium aufzunehmen? Prinzipiell muss man sich entscheiden, welchen weiteren Berufsweg man einschlagen möchte. Wenn man sehr praxisnah arbeiten möchte, also weniger leitende Funktionen anstrebt, dann weiß ich nicht, ob man uneingeschränkt einen Masterabschluss empfehlen sollte. Richtgrößen besagen, dass 20 30% der Bachelorabsolventen einen Master Studiengang beginnen. Daran können sie schon erkennen, dass auch von der Kapazität her nicht davon ausgegangen wird, dass jeder Bachelorabsolvent ein Masterstudium anschließt. Aus dem Industriebeirat haben wir die Rückmeldung, dass im Moment weniger Master-Absolventen eingestellt werden, sondern ein klarer Bedarf an Personal besteht, welches das Doing macht, wofür der Bachelor-Abschluss als Qualifikation vollkommen ausreicht. Eine weitere Anregung des Industriebeirats war, stärker über berufsbegleitende Programme nachzudenken. Die Bachelor-Absolventen würden dabei 3 5 Jahre Berufserfahrung sammeln und dann berufsbegleitend ein Masterstudium beginnen. Diese Form der Ausbildung haben wir bisher so noch nicht in unsere Überlegungen einbezogen. Das werden wir jetzt tun! Herr Westbomke, wir danken Ihnen für das Interview. i Professor Dr. Jörg Westbomke Professor Dr. Westbomke studierte Informatik an der Universität Dortmund promovierte er an der Universität Ulm. Er war an verschiedenen Projekten im Bereich Wissensvermittlung beteiligt folgte er dem Ruf an die HdM. Seit 2006 ist Westbomke Studiendenkan im Studiengang Informationsdesign. Landen \\ 019

18 Werkzeuge des Infodesigners Die technische Ausstattung des Studiengangs Anspruchsvolle Projekte fordern individuelle Werkzeuge, die es zu beherrschen gilt. Text: JONATHAN BAUER Es ist eines der unzähligen Gruppentreffen. Besprochen wird die Herangehensweise an ein bevorstehendes Projekt. Eine multimediale Flash-Website steht diesmal auf dem Programm. Stille. In sich versunken überlegen die Studierenden des Informationsdesign, jeder für sich, wie wohl der beste Weg zum Ziel aussehen könnte. Eins ist klar: Die Ansprüche sind gestiegen. Um aus der Masse hervorzustechen, genügt es nicht mehr, nur eine beliebige Site zu basteln. Nein, sie muss zeigen, welche Kompetenzen in den letzten Monaten erarbeitet wurden. Die ersten Vorschläge gelangen in die Runde. Jeder möchte einen Teil seiner Idee verwirklichen. Die Lautstärke nimmt zu, die Diskussion wird unruhiger. Manche würden nun von kostruktivem Brainstorming sprechen. Nach gut eineinhalb Stunden und zwei Litern koffeinhaltigem Brausegetränk pro Kopf hat man sich auf die wesentlichen Eckpunkte geeinigt. Neben dem Grundaufbau in Flash, dem eine verständliche Informationsarchitektur als Grundlage dienen soll, müssen streamfähige Filme, aussagekräftige Fotos und informative Illustrationen über eine intuitive Navigation verknüpft werden. Dann wieder Stille. Langsam wird allen Beteiligten klar, was sie sich da vorgenommen haben. Allein mit Flash ist es da nicht getan. Sie benötigen eine gute Fotokamera, jemand muss die schon vorhandenen Videos schneiden und braucht dafür einen leistungsstarken Rechner. Hinzu kommen diverse Grafikprogramme, die zur sauberen Umsetzung dringend erforderlich sind. Die Technischen Angestellten Die Probleme finden im vierten Stock ihre Lösung. Es gilt: Wer ein Problem rund um Hard- oder Software hat und es alleine nicht lösen kann, sollte sich in Richtung Raum 410 der Wolframstraße bewegen. Ein unscheinbares Zimmer, in dem von acht Uhr morgens bis acht Uhr abends mindestens einer der drei technischen Angestellten des Studiengangs Informationsdesign anzutreffen ist. Die drei Eigengewächse kehrten nach ihrem Diplom zurück zur Hoch- 020 \\ Landen

19 schule, um den damals wie heute noch sehr jungen Studiengang bei technischen Angelegenheiten zu unterstützen. So kümmert sich Peer Johannes um die Probleme rund um Audio- und Videoschnitt und hilft bei Problemen im Usability-Labor. Diese Einrichtung ermöglicht die Aufzeichnung und Analyse von Interaktionen zwischen Probanden und zu testenden Produkten. Diese Eigenschaften machen es zu einem Kronjuwel des Studiengangs. Für den reibungslosen Betrieb des Labors ist der zweite Angestellte, Simon Eisele, zuständig. Zudem kümmert er sich um die Finanzen des Studiengangs und gilt als erster Ansprechpartner in Sachen Apple Computer. Der dritte im Bunde David Prüm ist für den reibungslosen Serverbetrieb sowie für jegliche Probleme rund um dynamischen Content zuständig. Vom Grafiktablett bis zum Usability-Labor Neben dem schon angesprochenen Usability-Labor verwalten die technischen Angestellten eine Reihe anderer Werkzeuge und die dafür notwendigen Räume. So zum Beispiel das Fotolabor. Neben der Buchung des Raums, können Kameras aus drei verschiedenen Kategorien geliehen werden. Diejenigen, die schnell mal ein paar Bilder knipsen möchten oder eher ein Platz sparendes Gerät suchen, werden sich mit den Kompaktkameras des Studiengangs anfreunden können. Studierende, die eine große Brennweite bevorzugen, aber auf die einfache Bedienbarkeit der Kompakten nicht verzichten wollen, können sich eine Bridgekamera leihen. Setzt das Projekt jedoch voraus, dass jede Umgebungsvariable des späteren Motivs kontrolliert werden kann, können die Studierende auf digitale Spiegelreflexkameras von Nikon zurückgreifen. Falls gewünscht natürlich mit Stativ. Zusätzlich stehen im Fotolabor Balgengerät und Endoskop für spektakuläre Makroaufnahmen bereit. Sollen sich die Bilder bewegen, kann auf Mini-DV-Kameras zurückgegriffen werden. Zudem können hierfür extra Abspielgeräte ausgeliehen werden, um die ersten Aufnahmen zu kontrollieren und ein komfortables Aufspielen auf den Rechner zu ermöglichen. Sind die Ansprüche an die Bildqualität nicht allzu hoch, kann auch eine USB-Webcam ausgeliehen werden. Neben den verschiedenen Geräten für Foto- und Videoaufnahmen stehen unzählige andere Dinge bereit, die sich oft als enorm hilfreich erweisen: Wacom-Grafiktabletts für Feinheiten beim Illustrieren und Retuschieren, externe Festplatten, Farbfächer oder gar Handbücher für die im Hause vorhandene Software. Das Organisatorische Wer diese Dinge ausleihen möchte, muss immatrikuliert sein und einen gültigen Studentenausweis vorzeigen Landen \\ 021

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