Ausgabe 2012/2013. Vorwärtskommen! Mit Anavant dem Schweizerischen Verband technischer Kaderleute

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1 Ausgabe 2012/2013 Vorwärtskommen! Mit Anavant dem Schweizerischen Verband technischer Kaderleute

2 Ihr Ziel: Technische Kauffrau / Technischer Kaufmann mit eidg. Fachausweis Suchen Sie die zweifache Herausforderung und mehr Verantwortung in Ihrem Beruf? Verknüpfen Sie Ihr technisches Know-how mit einer betriebswirtschaftlichen Weiterbildung und Sie sind die begehrte doppelte Fachkraft in einer Person. Für weitere Interessen: Praxisorientierte Diplom-Lehrgänge: Online-Marketing Manager/in Dialogmarketing Planer/in Merchandiser Verkaufs-Manager/in Detailhandel Projektmanagement KMU-kompakt Für weitere Perspektiven: Führungsfachfrau/-mann mit eidg. Fachausweis Führungsexpert/-expertin mit eidg. Diplom Melden Sie sich noch heute zu einer Infoveranstaltung an und lassen Sie sich kompetent und unverbindlich beraten. Tel oder

3 Inhalt Editorial 4 Bruno Aregger, Präsident Anavant Laura Perret Ducommun 5 Leiterin Ressort Höhere Berufsbildung, BBT Verband 6 Interview Jörg Rösler und Roland Hänni Hintergrund 10 Interview Ständerätin Christine Egerszegi 13 Der Verband in Zahlen 17 Geschäftsstelle und Sekretariat Zürich Know-how 18 Interview Bruno Aregger, APPLETREE TK in der Praxis Impressum Herausgeber Anavant, Schweizerischer Verband technischer Kaderleute Redaktion Erica Sauta Guido Stalder (redaktionelle Mitarbeit) Anzeigenmarketing sales friends gmbh, Rorschach Gestaltung aformat, Luzern Administration Sekretariat Anavant Schweizerischer Verband technischer Kaderleute Postfach, 8048 Zürich Telefon Druckerei Druckerei Schüpfheim AG 22 Portrait Diana Kurth, Inhaberin GangArt und Vorstandsmitglied 25 Portrait Stefan Lackmann, Kundenberater und Vorstandsmitglied 28 Portrait Silvano Beltrametti, Hotelier und TK-Absolvent 31 Interview Renato Cadisch, Direktor IBZ und Fachvorstand 36 Interview René Michel, Präsident Henkel & Cie. AG Schweiz 40 Das Wichtigste in Kürze 42 Der Begriff «TK» hat sich in der Wirtschaft etabliert 45 Stimmen von der mündlichen TK-Prüfung in Basel 47 Schriftliche Prüfung TK in der St. Jakobshalle Basel 50 Hätten Sie s gewusst? Geschäftsführer mit eidg. Diplom Interview Peter Theilkäs, Vizedirektor und 54 Leiter Berufsbildung Viscom Möglichkeiten nach dem TK 56 Wie weiter als Technische Kauffrau / Technischer Kaufmann? 58 Bildungssystem Schweiz Fotos Anavant, Schweizerischer Verband technischer Kaderleute 3

4 Entscheidet ein TK nur rational? Bruno Aregger Präsident Anavant, Schweizerischer Verband technischer Kaderleute editorial Liebe Leserinnen und Leser «Der Mensch funktioniert ra tional, alle seine Entscheidungen fällt er bewusst, das heisst berechnend und rational. Vor allem der TK!» 4 Kennen Sie solche Aussagen? Kommt Ihnen dies bekannt vor? Die Technik ist wissenschaftlich. Der Technische Kaufmann oder die Technische Kauffrau hat oder hatte technische Affinitäten. Will heissen, dass Technische Kaufleute im Besonderen ihren Tagesablauf berechnend und rational gestalten. Ist das wirklich so? Fragen Sie sich doch einmal, warum Sie sich für diese Firma oder jenen Mitarbeitenden entschieden haben. Oder warum Sie mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin zusammen sind. Was hat bei der ersten Begegnung den Ausschlag gegeben? Welches war der Auslöser, der Sie veranlasste zu denken: Wow, diesen Menschen finde ich interessant!? Die Macht der Emotionen wurde erst vor kurzer Zeit von unserer Wissenschaft, im Besonderen von der Hirnforschung entdeckt. Zu Unrecht eigentlich, denn schon Dr. Murphy hatte erkannt, dass die Emotionen mehr Macht besitzen als unser bewusster Verstand. Was heisst das für den Verband Anavant oder für den TK? Ganz einfach: Der TK wurde vor 30 Jahren als Marke aufgebaut und geniesst heute eine besonders gute Reputation. Alle, welche die Ausbildung zum eidg. TK absolviert und die Prüfung erfolgreich abgeschlossen haben, empfehlen diese Weiterbildung weiter. Dies passiert dann jeweils über emotionale Geschichten (Verlauf der Karriere, dieses oder jenes Ziel erreicht, interessante Menschen kennengelernt, da einen Zugang erhalten usw.). Der Empfänger der TK-Botschaft hat dann ein sogenanntes positives Vorurteil und wird die Ausbildung bei einem Entscheid über die berufliche Weiterentwicklung in Erwägung ziehen. Mit dem vorliegenden aktualisierten Anavant Magazin möchten wir die Marke TK festigen und weitere TK-Markenbotschafter gewinnen. Nebst Artikeln über Menschen aus Politik und Wirtschaft und Informationen über den Verband, war es uns wichtig, auch aktuelle Absolventen der eidg. Prüfung zu Wort kommen zu lassen. All dies erfahren Sie in diesem Magazin. Wenn Sie schon TK sind, werden Sie damit die Bestätigung erhalten, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Andernfalls können wir vielleicht Ihren Ansporn wecken, mehr über diese Generalisten-Ausbildung zu erfahren. Ich wünsche Ihnen eine inspirierende Lektüre. Bruno Aregger Präsident Anavant

5 Die höhere Berufsbildung am Puls der Wirtschaft Laura Perret Ducommun Leiterin Ressort Höhere Berufsbildung, Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT Liebe Leserinnen und Leser Hervorragend ausgebildete Fachkräfte sind das A und O für den Wirtschaftsstandort Schweiz. Sie sind eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass die Schweiz zu den wirtschaftlich führenden Ländern zählt. Um die Qualität und Quantität des Kadernachwuchses zu gewährleisten, ist ein breitgefächertes, durchlässiges Bildungssystem von zentraler Bedeutung. In diesem System nimmt insbesondere auch die höhere Berufsbildung eine wichtige Stellung ein: Mit ihren rund 400 Bildungsgängen der höheren Fachschulen sowie 400 eidgenössischen Berufs- und höheren Fachprüfungen, deren Abschlüsse auf einer engen Verknüpfung von Theorie und Praxis beruhen, stellt sie den Bedarf an ausgewiesenen Fach- und Führungskräften für die Wirtschaft sicher. Die Bildungsinhalte werden von den Organisationen der Arbeitswelt definiert. Mit der bedarfsgerechten Ausrichtung auf die Wirtschaft sind sie nicht nur volkswirtschaftlich bedeutsam, sondern auch von hohem individuellen Nutzen. Berufsleute, die über einen Abschluss der höheren Berufsbildung verfügen, verbessern ihre beruflichen Aussichten. Sie erbringen den Nachweis, dass sie ihre soliden praktischen Fähigkeiten mit fundierten theoretischen Kenntnissen verbinden können. Zudem geniessen die Abschlüsse in der Arbeitswelt einen sehr guten Ruf; die Absolventinnen und Absolventen erfreuen sich einer hohen Nachfrage. Studien belegen, dass keine andere Ausbildungsform eine höhere Bildungsrendite bringt und besser vor Arbeitslosigkeit schützt als das Absolvieren einer höheren Berufsbildung. Dazu kommt: Wer über ein Diplom der Höheren Berufsbildung verfügt, wird an Fachhochschulen zugelassen, ohne eine Berufsmaturität nachweisen zu müssen. Auch international ist eine starke Positionierung der höheren Berufsbildung für die Mobilität auf dem Arbeitsmarkt zentral. Die aktive Mitarbeit der Schweiz im Kopenhagen-Prozess sorgt dabei für Transparenz und Vergleichbarkeit der Berufsbildungsabschlüsse auf europäischer Ebene. Die höhere Berufsbildung ist wichtig für die Zukunft des Wissens- und Wirtschaftsstandorts Schweiz. Sie erschliesst neue Möglichkeiten für all jene, die sich weiterbilden möchten. Sie bildet Menschen aus, die mit ihrem engen Bezug zur Arbeitswelt Innovationen auch tatsächlich kundennah am Markt umsetzen. Damit schafft sie eine der Grundlagen dafür, dass unser Land auch künftig international mithalten kann. Ich kann Sie deshalb nur ermutigen: Schlagen Sie den Weg der Profis ein! Erweitern Sie Ihr Wissen und nutzen Sie das vielfältige Karriereangebot der höheren Berufsbildung! Ich wünsche Ihnen dabei viel Neugier, Freude und Erfolg. Laura Perret Ducommun Leiterin Ressort Höhere Berufsbildung, BBT 5

6 Der Verband «TK-Absolventen sind mit ihrem breiten Generalistenwissen in der Wirtschaft sehr gefragt» Jörg Rösler Präsident der Prüfungskommission Roland Hänni Prüfungsleiter Jörg Rösler, Präsident der Prüfungskommission seit 2010, und Roland Hänni, Prüfungsleiter seit 2011, äussern sich im Interview über die Erfahrungen in ihrem Amt. 6 Jörg Rösler, im Jahr 2010 haben Sie das Präsidentenamt Ihres Vorgängers Werner Schnyder übernommen. Wie ist es dazu gekommen und was reizte Sie an der Aufgabe? Jörg Rösler: Ich war jahrelang als Rechtskunde-Experte tätig. Vor rund drei Jahren hat man mich angefragt, ob ich Interesse hätte, dereinst das Präsidium der Prüfungskommission zu übernehmen. Im Frühjahr 2009 wurde ich deshalb in die Prüfungskommission gewählt. Als Werner Schnyder Mitte 2009 unerwartet seinen Rücktritt bekanntgab, habe ich mich vorzeitig für das Amt zur Verfügung gestellt und wurde durch den Vorstand in diese Funktion eingesetzt. An der Aufgabe reizten mich vor allem das strategische Management einer grossen Berufsprüfung sowie die Gesamtverantwortung, namentlich bezüglich Führung und Finanzen. In diesen Aufgaben sehe ich eine willkommene Herausforderung und eine Ergänzung zu meiner aktuellen Berufstätigkeit als Rechtsanwalt. Welches Fazit ziehen Sie nach 2 1 /2 Jahren im Amt? Haben Sie den Schritt schon einmal bereut? Jörg Rösler: Es sind mehr Aufgaben auf mich zugekommen, als ich erwartet hatte. Aber bereut habe ich den Schritt nie. Womit hatten Sie beispielsweise nicht gerechnet? Jörg Rösler: Es waren unerwartete personelle und rechtliche Probleme zu lösen. Durch die stets steigende Anzahl von Prüfungskandidaten sind wir auch herausgefordert, den Prüfungsablauf laufend weiter zu optimieren und zu professionalisieren. Roland Hänni, Sie haben dieses Jahr Ihre «Feuertaufe» als Prüfungsleiter gehabt. Wie sind Sie zu diesem Amt gekommen? Roland Hänni: Ich bin seit der Gründung der TK-Prüfung Mitglied der Prüfungskommission. Dadurch und auch als zwischenzeitlicher Fachvorstand kenne ich die Prüfungen schon sehr gut. Als es darum ging, dass Rolf Grossmann zurücktritt, kam die Frage auf, wer als sein Nachfolger in Frage kommt. Mit dem TK ermöglichen wir Berufsleuten, einen eidgenössisch anerkan nten Abschluss zu erlangen. Dieser Bildungsauftrag finde ich sehr

7 Jörg Rösler ist neben seiner Funktion als Präsident der Prüfungskommission Rechtsanwalt im Kanton Bern (Schwergewicht Strafrecht). Roland Hänni ist neben seiner Funktion als Prüfungsleiter Technische Kaufleute Professor an der Fachhochschule Nordwestschweiz, Hochschule für Wirtschaft. spannend und mich reizte die Aufgabe, in diesem Umfeld die Prüfungsleitung zu übernehmen. Darum habe ich mich offiziell um das Amt beworben und mich den Assessments gestellt. Es hat mich sehr gefreut, dass sich die Jury schliesslich für mich entschieden hat. Welche Aufgaben erfüllt der Präsident der Prüfungskommission? Jörg Rösler: Ich trage grundsätzlich die Gesamt verantwortung für die Durchfüh rung der Prüfung, ich leite die 7-köpfige Prü - fungskommission und bin zusätzlich als soge nannter «Fachgötti» für das Fach Rechts - lehre zuständig. Eine weitere wesentliche Auf gabe besteht in den Repräsentationspflichten wie beispielsweise an der Prüfung selber, an der Diplomfeier und am Tag der Schulen. Als Präsident bin ich zusammen mit meinem Team sodann bestrebt, die Prüfung weiterzuentwickeln und damit in eine sichere Zukunft zu führen. Welche Aufgaben erfüllt der Prüfungsleiter? Roland Hänni: Zu meinen Aufgaben gehört die Organisation der Prüfungen von A bis Z im Rahmen des Reglementes und des Berufsbildungsgesetzes. Aufgrund von Gesprächen mit meinem Vorgänger wusste ich, was in etwa auf mich zukommt. In der Praxis war es dann aber doch etwas mehr. Im ersten Jahr als Prüfungsleiter bin ich mit dem Ablauf zufrieden. Die Prüfungen mit über 1000 Kandidaten sind praktisch reibungslos vonstattengegangen. Rückblickend sehe ich den einen oder anderen Prozess, den man 7

8 Praktizierende Ausbilder. Praxisbezogene Ausbildung. WIRTSCHAFTSSCHULE KV WINTERTHUR Die kaufmännische Berufsfachschule Das kaufmännische Weiterbildungszentrum Technische Kauffrau/Technischer Kaufmann mit eidg. Fachausweis Technische Kauffrau/Technischer Kaufmann mit eidg. Fachausweis in einem Jahr Besuchen Sie unsere Infoanlässe oder melden Sie sich gleich jetzt an: TK? KV! Die WSKVW Ihre kompetente Partnerin für die Ausbildung zur Technischen Kauffrau/ zum Technischen Kaufmann mit eidg. Fachausweis EFA 4 Semester Start KW 34 (August) Tagesschule + Abendschule Mitglied & Partnerschule anavant WIRTSCHAFTSSCHULE KV WINTERHUR weiterbildung Tösstalstrasse Winterthur T X KV ZÜRICH BUSINESS SCHOOL WEITERBILDUNG Limmatstrasse Zürich Telefon

9 Der Verband noch optimieren kann. Seit 20 Jahren bewährte Abläufe werde ich beibehalten, aber ich möchte auch ein paar Neuerungen reinbringen. Zum Beispiel im Zusammenhang mit der elektronischen Datenverarbeitung. Uns schwebt vor, dass wir gewisse Daten auf dem Internet statt in Papierform zur Verfügung stellen. Überhaupt möchten wir die neuen Medien verstärkt mit einbeziehen. Wie viel Zeit investieren Sie ungefähr in Ihre Aufgabe? Roland Hänni: Im ersten Prüfungsjahr war es für mich fast ein 50%-Job. Dadurch, dass auch das Sekretariat neu besetzt wurde, ergab sich zusätzlicher Aufwand. In den Folgejahren können wir den Ablauf sicher effizienter gestalten und etwas mehr Zeit in neue Projekte investieren. Wir möchten auch den Mitgliedern des Verbandes noch mehr Nutzen bieten. Jörg Rösler: Die Stellvertretung auf allen Stufen ist aus meiner Sicht unentbehrlich bei der zweitgrössten Berufsprüfung der Schweiz. In dieser Hinsicht haben wir schon massgebende Fortschritte erzielt. Sie haben es angesprochen: Die TK- Prü fung ist nach der Polizisten-Prüfung der Berufsabschluss mit der zweit - grös s ten Teilnehmerzahl in der Schweiz. Wie erklären Sie sich das ungebrochene Interesse an dem TK-Fähigkeitsausweis? Jörg Rösler: Die Ausbildung entspricht dem Bedürfnis der Kandidaten und insbesondere der Wirtschaft. Sie bietet Berufsleuten mit einer handwerklichen oder technischen Grundausbildung die Möglichkeit, auf der Karriereleiter weiterzukommen. Aufgrund von Entscheiden des BBT haben wir weiter die Zulassungsbedingungen überprüft und weitere Berufsgattungen zur Prüfung zugelassen. Roland Hänni: Die Prüfung gibt es seit 20 Jahren. Angefangen haben wir mit rund 50 Teilnehmern und Teilnehmerinnen. Nächstes Jahr kommen wir gesamthaft auf rund erfolgreiche Absolventen. Der überwiegende Teil der Technischen Kaufleute ist sehr zufrieden mit der Ausbildung und stolz auf den Titel. Indem all diese Berufsleute den Titel in die Wirtschaft tragen und darüber berichten, wächst das Ansehen weiter und weiter. Einige Absolventen haben den TK als Sprungbrett benutzt und sich weitergebildet. Sie besetzen inzwischen mittlere bis höhere Kaderstellen und machen dem Namen TK alle Ehre. Spürt man von Seiten der Wirtschaft die Anerkennung des Berufes? Roland Hänni: Man sieht oft in Stelleninseraten, dass ausdrücklich TK-Absolventen gesucht werden. Zudem erhalte ich ab und zu Anrufe von Unternehmen, ob wir auch eine Stellenvermittlung anbieten bzw. TK-Absolventen vermitteln könnten. Das machen wir als Dachverband nicht, aber es zeigt uns doch, dass TK-Absolventen mit ihrem breiten Generalistenwissen in der Wirtschaft sehr gefragt sind. Auch zur Prüfung 2012 werden sich voraussichtlich wieder über 1000 Kandidatinnen und Kandidaten anmelden. Welche Tipps geben Sie den Absolventen auf dem Weg zur Prüfung mit? Roland Hänni: Ich empfehle den Kandidatinnen und Kandidaten, dass sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Es ist schade, wenn man sich etwas vergibt, weil man zum Beispiel den Raum nicht findet. Wichtig ist auch, dass man für die Anreise genügend Zeit einrechnet. Mit über 1000 Absolventen ist die Prüfungslogistik sehr ausgeklügelt. Deshalb sind wir in Sachen Pünktlichkeit streng. Und was raten Sie den erfolgreichen Absolventen für die Zukunft nach dem TK? Jörg Rösler: Wir werden die Anforderungen weiterhin hochhalten, damit der Fachausweis TK seinen Wert in der Wirtschaft behält. Der TK-Titel ist ein Sprungbrett für Berufsleute, die weiterkommen wollen und öffnet Türen. Wichtig ist aber, dass man sich auch nach dieser Generalisten-Ausbildung stets weiterbildet. Roland Hänni: Von Verbandsseite unterstützen wir erfolgreiche Absolventen, indem wir ihnen aufzeigen, wie sie sich nach dem TK weiterentwickeln können. Eine Pause nach dem Prüfungsabschluss ist sicher legitim, aber wir empfehlen immer, sich auch nach dem TK-Abschluss weiterzubilden und nicht stehen zu bleiben. Herr Rösler, Herr Hänni, herzlichen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg. 9

10 Hintergrund «Mein Mathe-Lehrer hätte gläserne Augen gehabt» Ständerätin Christine Egerszegi über den Wert der Weiterbildung in der Schweiz Sie engagiert sich seit vielen Jahren für die berufliche Weiterbildung: Christine Egerszegi-Obrist, FDP-Ständerätin aus dem Kanton Aargau. Vom ursprünglichen Beruf als Primarlehrerin über verschiedene politische Ämter ist sie zur nationalen Politikerin geworden. Dabei hat sie sich immer selber weitergebildet. Und sagt, eine TK-Ausbildung hätte ihr durchaus geholfen. 10 Christine Egerszegi, rund um die Schweiz kriseln die Wirtschaften mit zum Teil sehr hohen Arbeitslosenzahlen, und wir haben noch fast Vollbeschäftigung. Sind unsere Ausbildungen besser? Wir haben tatsächlich ein sehr gutes Bildungssystem: Gegenüber anderen Ländern ist unser duales System eine gute Voraussetzung dafür, dass wir nicht nur Leute mit Kopf haben, sondern auch solche, die zupacken können. Dual bedeutet, dass bei uns nicht nur die akademischen Ausbildungen gefördert werden, sondern auch die Berufslehren mit ihren entsprechenden Weiterbildungen. Wenn wir so gut sind warum kopieren uns denn die anderen Länder nicht? Es würde bei ihnen ein Umdenken brauchen. Wir haben ja auch Respekt und Achtung vor den Handwerksberufen. Wir riskieren aber vor allem auch mit der jüngeren Entwicklung, dass uns dies verloren geht. Deshalb müssen wir der klassischen Berufsaubildung wieder vermehrt Sorge tragen. Wir räumen ja jeweils an den Berufs- Weltmeisterschaften richtiggehend ab und holen uns viele Medaillen. Das ist so, weil wir so viel in die Weiterbildung investieren. Der Staat soll dabei aber nicht alles selber machen, sondern die Berufsverbände sollen eine grosse Mitsprache haben, wie man die Leute ausbildet, damit man sie nachher auch wirklich gut einsetzen kann. Auf der anderen Seite importieren wir viele Akademiker in die Schweiz. Ja, aber wir holen auch andere Fachleute. Das ist einerseits wegen der demographischen Entwicklung: Die Leute werden älter, es kommen weniger Junge nach, die die Wirtschaft tragen können. Das spürt man vor allem an den Berufsschulen und inzwischen schon bis zu den Fachhochschulen.

11 Christine Egerszegi Jahrgang 1948, ist verwitwet, Mutter zweier erwachsener Kinder und wohnt in Mellingen AG. Sie arbeitete lange als Sprachlehrerin und engagierte sich daneben in der Politik. Als FDP-Vertreterin sass sie im Grossen Rat des Kantons Aargau und war Stadträtin von Mellingen wurde sie in den Nationalrat gewählt; als Nationalrats-Präsidentin war sie 2006/07 die höchste Schweizerin. Seit 2007 vertritt sie den Kanton Aargau im Ständerat. In ihrer politischen Arbeit sind Bildungsthemen seit jeher von grosser Bedeutung. Auf der anderen Seite sind wir einfach ein Land, das nur einen kleinen Markt innerhalb der eigenen Grenzen hat. Jeder zweite Schweizer Franken wird im Ausland verdient. Wir könnten mit unseren eigenen Leuten allein diesen Ansprüchen gar nicht gerecht werden. Also müsste man doch viel mehr Geld in die Ja, im Moment noch. Aber es ist ein ständiges Ringen darum, dass die Sache auch im Lot bleibt. Bildung ist für ein Land, das keine Bodenschätze hat, enorm wichtig. Wir haben ja kein Gold oder Öl oder so etwas wir haben Leute, die denken und zupacken können, und da müssen wir gut bleiben. Sie waren ursprünglich Primarlehrerin, Und hat Ihnen Ihr Romanistik-Studium als Politikerin geholfen? Sicher, vor allem auch als Nationalrats-Präsidentin: Dass ich mit allen Mitgliedern des Parlaments in ihrer Landessprache reden konnte. Egal, in welcher Landesgegend ich war ich konnte mit den Leuten unmittelbar kommunizieren. Das hätte ich natürlich beispielsweise als Ärztin nicht machen können. Bildung einfliessen lassen. Wir haben in Bern immer darum gerungen, dass wir die Bildungsausgaben steigern können. Eine Zeitlang machte mir eine Entwicklung Sorgen: Wir haben Fachhochschulen eingeführt für die Weiterentwicklung der Berufslehren und klar gesagt, dass sie anders, aber gleichwertig sein sollen wie andere Hochschulen. Mit dem gleichen Budget haben wir dann das Angebot der früheren BIGA-Berufe erweitert um die Gesundheits-, Lehr- und Kunstberufe. Das ging mit dem gleichen Geld irgendwann nicht mehr. Darum musste man hier einfach einmal einen Sprung machen: Wenn immer mehr Leute höhere Berufsbildungen machen, müssen auch mehr Mittel dafür da sein. Im Moment scheinen die Ausgaben für die Bildung ja noch im Lot zu sein. haben Romanistik studiert, nachher eine Gesangsausbildung absolviert und sind inzwischen als Ständerätin Berufspolitikerin. Hilft es, wenn eine Politikerin singen kann? Absolut, das hilft mir selber immer wieder. Das bedeutet: hinstehen, atmen, die Gefühle im Griff haben, das Lampenfieber bei einem Auftritt nicht zeigen. Wenn ich in einer «Arena»-Sendung bin und der Trailer läuft, ist das genau gleich, wie wenn die Orgel zu spielen beginnt und man einsetzen muss: Man muss auf den Punkt genau da sein. Ich werde übrigens nie vergessen, wie Bundesrätin Simonetta Sommaruga, die ja Konzertpianistin ist, ihren ersten Auftritt im Ständerat hatte: Sie sass da, legte die Hände auf ihre Oberschenkel das ist genau diese Phase, in der man über den Atem einen Einsatz kontrolliert. Nachher war sie wirklich präsent. Hätte Ihnen eine Ausbildung als technische Kauffrau geholfen? Ja, ich hätte mir einige Fähigkeiten nicht so mühsam erarbeiten müssen. Heute bin ich ja Spezialistin für Sozialversicherungen. Ich habe noch an der Maturprüfung zum Mathe-Lehrer gesagt, ab heute schreibe ich ausser dem Datum keine Zahl mehr. Er sagte mir damals, dann komme ich mein Leben lang zu kurz. Und wenn er mich ge sehen hätte, wie ich später als Politikerin meinen Kollegen die Auswirkungen der Sen kung des Umwandlungssatzes auf die Renten vorrechnete er hätte gläserne Augen gehabt. Sie plädieren ja auch für das lebenslange Lernen. Ich war immer der Meinung, dass man sich laufend weiterbilden müsse, um nicht stehen zu bleiben. Das gibt einem neue Im- 11

12 Hintergrund pulse, nicht nur für den Beruf, sondern auch für das tägliche Leben. Man sollte sich immer wieder die Zeit nehmen, um den eigenen Horizont zu erweitern sei das mit kaufmännischen Fähigkeiten, mit Sprachen oder was auch immer. Das können sich nicht alle Leute leisten. Es stimmt: Weiterbildung in der Schweiz ist für die Einzelnen relativ teuer, wenn sie nicht über den Arbeitgeber oder den Verband subventioniert ist. Ich finde, dass man diese beachtlichen Kosten auch vom Staat her berücksichtigen muss, zum Beispiel bei den Steuerabzügen. Hatten Sie selber manchmal auch schlicht genug vom ewigen Lernen? Ja, natürlich. Aber wenn einen dieses Gefühl überfällt, ist es ja gewöhnlich am Abend. Da ist man müde, hatte einen strengen Tag, vielleicht einen Frust erlebt. Ich sage mir dann jeweils: Wenn ich am Morgen immer noch das gleiche Gefühl habe, dann muss ich etwas ändern. Aber bis jetzt ist das Gefühl immer über Nacht verschwunden und ich habe am nächsten Tag weiter Neues gelernt. 12

13 Der Verband in Zahlen 1982 Gründungsversammlung Hintergrund 1982 bis 1989 «Nöd lugg loh gwünnt!» Im Landgasthof Wallberg in Volketswil findet am 20. März 1982 die Gründungsversammlung der Vereinigung von Technischen Kaufleuten, kurz svtk, statt. 74 Unter den 74 Anwesenden befinden sich unter anderem Herr H.-U. Bührer, Amt für Berufsbildung von Schaffhausen (Tagespräsident), Herr E. Gerber, Sektionschef des BIGA, Herren Lutz und Hatt von der HSZ, Herr Himmelrich sowie Herr und Frau Bachmann von der TEKO, Herr E. Kern, KS sowie Herr J. Schneider, Ausbildungsassistent der Gebrüder Bühler AG in Uzwil. Protokoll führt Frl. V. Schneider. 60 Der Jahresbeitrag von 60 Franken wird ebenso einstimmig angenommen wie die Statuten und alle anderen Traktanden. Der Tagespräsident beendet die Versammlung mit den Worten «nöd lugg loh gwünnt!» Nach getaner Arbeit rundet ein feines Dreigangmenü die erste GV ab. Es gibt Gemüsesuppe, Schinken im Teig, Öpfel us em Ofe, Kartoffelsalat und zum Dessert einen Coupe Jaques. 13

14 1990 Prüfungsreglementsunterzeichnung 1991 ERste prüfung bis 1997 Techn. Kaufmann mit eidg. FA 1999 bis 2007 svtk wird Anavant 22 Am 22. Februar 1990 unterzeichnet Bundesrat Delamuraz das Prüfungsreglement für den technischen Kaufmann FA Präsident Rolf Capol eröffnet am 24. März 1990 um Uhr die 8. GV. Punkt 10 der Traktandenliste sind die Zielsetzungen für das Vereinsjahr 1990: Aktivitäten im Verein fördern Mitglieder-/Schulenwerbung Seminarien Regionaltreffs Öffentlichkeitsarbeit für den svtk Emil Kern, KS St. Gallen, erläutert den Aufbau und die Organisation der Prüfungskommission. Kostenpunkt: Fr Im Jahr 1991 findet mit 50 Kandidaten die erste Berufsprüfung für Technische Kaufleute mit eidg. Fachausweis statt. 654 In nur 6 Jahren ( ) erhöht sich die Zahl der Prüfungsteilnehmer um das 13-fache auf ff. Die Vereinigung technischer Kaufleute mutiert 1999 offiziell zum Verband im Sinne von Artikel 60 ff. des Schweiz. Zivilgesetzbuches (ZGB) und heisst neu «Schweiz. Verband technischer Kaderleute» Per Ende 2000 wächst die Anzahl der Mitglieder auf 1065 an Das eidgenössische Diplom «techn. Geschäftsführer/in» wird vom BBT anerkannt und unter der Nummer im Berufsverzeichnis aufgenommen findet die erste Prüfung statt. 20 An der 20. ordentliche GV wird Bruno Aregger im Mai 2002 als Nachfolger von Rolf Capol zum neuen Präsidenten gewählt Jean-Michel Besse «Dr. Welsch», wohnhaft im Kanton Fribourg ( Einwohner, , Bundesamt für Statistik) macht den Verband ab 2004 über den Rösti graben hinaus im Welschland bekannt und fördert die Zusammenarbeit mit Schulen und der Wirtschaft Im Januar 2005 nimmt der Prüfungsabsolvent aus den Händen von Bruno Aregger den Fachausweis technischer Kaufmann entgegen. 7 Sieben Buchstaben hat der neue Dachname, der am 25-Jahr-Jubiläum feierlich enthüllt wird. Anavant kommt aus dem Rätoromanischen, ist in allen Landessprachen aussprechbar und bedeutet «vorwärts». 25 Das 25-Jahr-Jubiläum des Verbandes findet am 8. Juni 2007 im Circus Monti statt. Nationalrätin und Ehrengast Christine Egerszegi-Obrist hält die Eröffnungsansprache und Filippo Leutenegger leitet die Podiumsdiskussion in der Arena. Tollkühne Artisten bezaubern die anwesenden Gäste und ein köstliches Dinner sorgt für das leibliche Wohl. 14

15 bekanntmachung im Welschland Prüfungsteilnehmer Jubiläum bis 2011 Neue Führung 15 Nach 15 Jahren Expertentätigkeit steigt Jörg Rösler, von Beruf Rechtsanwalt mit Schwergewicht Strafrecht, schneller als Präsident der Prüfungskommission ein, als erwartet. Dies nach dem Rücktritt von Werner Schnyder Mitte Es haben sich erstmals über 1000 Kandidaten zur Prüfung angemeldet. 620 der 821 Absolventen bestehen die anspruchsvolle Prüfung der Technischen Kaderleute. Am 9. Januar 2010 versammeln sich die erfolgreichen Diplomanden mit ihren Familien und Freunden im Hotel Mövenpick in Regensdorf zur 19. Diplomfeier. 8 Am zeichnet Anavant, der Schweizerische Ver band technischer Kaderleute, zum 8. Mal Geschäftsführer mit dem eidgenössischen Diplom aus. 1 Per 1. Januar 2011 übernimmt nach sorgfältiger Einarbeitung Roland Hänni neu die Prüfungsleitung von Rolf Grossmann. Anavant heute: Facts & Figures 66 Mitgliedschulen in der ganzen Schweiz angemeldete Technische Kaufleute im Mitglieder Anavant (Stand Ende 2011) 7 Vorstandsmitglieder Zeitaufwand in Stunden aller Experten und Fachvorstände (Stand 2010) 15

16 Nachfolge Unternehmenswert steigern dank starker Marke. Machen Sie Mitarbeitende zu Markenbotschaftern und Kunden zu Fans. Mit dem 5-Phasen- Erfolgsmodell für KMU steigern Sie Ihren Unternehmenswert. Und erhöhen die Chancen massiv, eine mögliche Nachfolgeregelung schneller und erfolgreicher abzuwickeln. Kostenloser Leitfaden: APPLETREE root your brand ag

17 Geschäftsstelle und Sekretariat Zürich Hintergrund Nach dem Rücktritt der langjährigen Sekretariatsleiterin, Evelyne Kläy, hat Anavant das Verbandssekretariat mit dem Sekretariat der Prüfungsleitung zusammengelegt. Neu steht den Mitgliedern und Interessenten in Zürich somit eine durchgehend erreichbare Geschäftsstelle zur Verfügung Mit grossem Engagement hatte Evelyne Kläy das Verbandssekretariat seit 2003 in einem Teilzeitpensum geleitet packte sie die Chance für eine neue berufliche Herausforderung. An der Diplomfeier 2011 wurde die sympathische Bernerin würdig verabschiedet. Per hat der Verband sein Sekreta riat mit dem Sekretariat von Prüfungsleiter Roland Hänni zusammengelegt und in Zürich Büroräumlichkeiten bezogen. Die Zusammenlegung des Verbands- und des Prüfungssekretariates bringt viele Vorteile mit sich: Eine bessere Erreichbarkeit dank Stellvertretungen, Kostenreduktion, noch bessere Betreuung der Schulen und Mitglieder sowie erweiterte Öffnungszeiten. Seit dem ist die Geschäftsstelle mit Prüfungsleiter Roland Hänni und zwei Mitarbeitenden besetzt, die sich um alles kümmern, was mit der eidg. TK-Prüfung oder mit Verbandsangelegenheiten zusammenhängt: An seinen Aufgaben im Verbands- und Prüfungssekretariat schätzt Paulo Buendia vor allem die Vielseitigkeit. Jeder Monat bringt andere Schwerpunkte mit sich: Arbeiten im Zusammenhang mit dem Anmeldeprozedere vor der TK-Prüfung, dann die eigentliche Durchführung der Prüfung, die Nachbearbeitung und als krönender Abschluss die Diplomfeier. Das Sekretariat ist zudem Drehscheibe für alle Verbandsmitglieder und Informationsstelle für Interessierte. Paulo Buendia arbeitet 80% und ist am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag erreichbar. Für Mirjam Lalive d Epinay ist die Stelle bei Anavant eine ideale Chance für den erfolgreichen Wiedereinstieg nach der «Mamipause». Auch ihr bereitet es besondere Freude, dass die Aufgaben im Verbands- und das Prüfungssekretariat äusserst abwechslungsreich sind. Mirjam Lalive d Epinay arbeitet 40% am Montag und am Mittwoch. Das Sekretariat ist von Montag bis Freitag, 9.00 bis und bis Uhr telefonisch erreichbar. Adresse Anavant Schweizerischer Verband technischer Kaderleute Postfach 8048 Zürich Telefon Fax

18 know-how «Mitarbeitende müssen Markenbotschafter sein» Bruno Aregger Gründer und Geschäftsleiter Appletree Menschen in technischen Berufen gelten als besonders rational. Eine gängige Lehrmeinung besagt, dass der Mensch generell rational entscheidet. Aktuelle Studien zeigen jedoch, dass nicht allein der Verstand, sondern vor allem auch die Gefühle die Entscheidungsfindung steuern. Bruno Aregger erklärt, was diese Erkenntnisse für Unternehmen und ihre Marken bedeuten. Entscheiden wir Menschen rational oder Dann haben die Emotionen also viel Aber nicht jede Firma hat eine 18 emotional? Wissenschaftler haben mit speziellen Messgeräten bei Studienteilnehmenden die Hirnaktivitäten bei Entscheidungsfindungen gemessen. Aufgrund dieser Studien weiss man seit ein paar Jahren, dass Entscheidungen zwar zu 80 bis 99,99% emotional gefällt, aber anschliessend rational gerechtfertigt werden. Dazu ein Beispiel: Wenn Franz Müller einen neuen BMW X5 kaufen will, dann sind es die emotionalen Gründe wie Status, Stolz, Stärke, die ihn zum Kaufentscheid bewegen. Das Hirn sucht dann allerdings automatisch auch rationale Gründe wie Sicherheit, Technologie und so weiter, um den Entscheid zu rechtfertigen. mehr Macht. Was bedeutet das für einen Menschen oder ein Unternehmen? Produkte und Dienstleistungen werden heute immer austauschbarer. Und es kann nicht die Lösung sein, dass man sich nur noch über den Preis von den Mitbewerbern unterscheidet. Das Zauberwort heisst Markenführung. Unternehmen müssen die Einzigartigkeit ihres Angebotes herauskristallisieren. Unter Einzigartigkeit versteht man nicht Merkmale wie Professionalität oder Qualität. Das wird vorausgesetzt. Einzigartigkeit ist das Besondere an einem Unternehmen und seinem Angebot. Ideal ist, wenn man die Einzigartigkeit in eine Geschichte verpacken kann, so wie dies zum Beispiel Apple sehr vorbildlich tut. tolle Geschichte wie Bill Gates oder Steve Jobs... Häufig wird einfach zu wenig unternommen, um die Einzigartigkeit heraus zukristallisieren. Wenn man fundiert recherchiert, kommen aber oft spannende Be sonderheiten zutage. Wie ist der Gründer auf die Idee gekommen, dieses Produkt oder diese Dienstleistung anzubieten? Was waren seine Visionen? Was erzählen die älteren Mitarbeitenden über die Anfangszeiten? Was hat das Unternehmen erfolgreich gemacht? Solche Recherchen bergen viel Potenzial für Geschichten. Und Fakt ist, dass der Mensch Geschichten hören will.

19 Bruno Aregger ist Gründer und Geschäftsleiter von APPLETREE root your brand ag. APPLETREE verfolgt das Ziel, mit einem 5-Phasen-Modell KMU bei der Entwicklung starker Marken zu helfen. Was macht Marken denn erfolgreich? Als Markenprofis zeigen wir von APPLE- TREE mit unserem Modell vom Apfelbaum auf, wie eine Marke funktioniert. Ein Apfelbaum ist so einzigartig wie ein Unternehmen. Bei einem gesunden Baum sind die Wurzeln tief und breit. Sie versorgen den Baum mit Nährstoffen und ermöglichen es ihm zu wachsen. Die Wurzeln bilden das Fundament einer starken Marke. Hier ist der genetische Code verankert und dieser muss bei allen Mitarbeitenden verinnerlicht werden. Der Code wird ab dem Stamm ersichtlich, das sind dann die sogenannten Markenwerte. Bei unseren Beratungen werden sämtliche Bezugsgruppen von Anfang an miteinbezogen. Nur, wenn die Mitarbeitenden eine hohe Verbundenheit mit dem Unternehmen haben und sich mit den Werten identifizieren, können sie diese auch nach aussen tragen. Wenn sie dies aus Überzeugung tun, sind das die Früchte, die das Unternehmen ernten kann. Was genau versteht man unter Werten und wie entwickelt man ein Wertesystem? Erfolgreiche Unternehmen haben ein klar definiertes Wertesystem. Die Werte lassen sich klar definieren in einzigartigen Kernbotschaften, Tonalitäten und Bildwelten. So entsteht ein nicht austauschbares Gesicht einer Marke. Rund 95% aller KMU haben keine Werte definiert. Sie haben vielleicht ein Leitbild erarbeitet, doch Leitbilder sind sehr oft austauschbar. Sie widerspiegeln nicht den Charakter eines Unternehmens. Für die Entwicklung eines Wertesystems verwenden wir gerne das Bild eines Trichters. Dieser ist oben breit. Hier werfen wir Informationen hinein, die wir über das Unternehmen erhalten: Produktmerkmale, Aussagen von Kunden und Mitarbeitenden usw. Die Gesamtheit dieser Informationen verdichten wir in einem spannenden Denkprozess und ziehen dann die Essenz daraus. Die Essenz ist die Differenzierung gegenüber den Konkurrenten, sprich die Einzigartigkeit. Das kann ein einzelnes Wort oder ein Claim sein. Wichtig ist, dass die Aussage emotional ins Herz trifft. Sie drückt aus, wofür ein Unternehmen steht. Diesen Prozess setzen wir mit 19

20 Ihre Bildungsperspektiven an der European Business School Mit eidg. Fachausweis ohne Umwege zu Ihrem HF- und FH-Abschluss. Variante Parallelstudium Variante Aufbaustudium EUROPEAN.CH BUSINESS EUROPEAN.CH BUSINESS EUROPEAN.CH BUSINESS SCHOOL SCHOOL SCHOOL SWITZERLAND SWITZERLAND SWITZERLAND FA 4 Semester + HF 4 Semester FH 6 Semester (inkl. HF) FH 8 Semester (inkl. HF) Technische Kauffrau / Technischer Kaufmann Dipl. Betriebswirtschafter / -in HF für technische Kaufleute 2 Jahre Bachelor of Arts in Betriebswirtschaft für technische Kaufleute 3 Jahre Bachelor of Arts in Betriebswirtschaft für technische Kaufleute 4 Jahre Fachhochschul-Fernstudium, Abschluss als Bachelor of Arts in Betriebswirtschaft Akademischer Erstabschluss nach Bologna,180 ECTS, nach 1 Jahr ab HFW-Abschluss 2. Jahr Fernstudium Bachelor of Arts Diplomstudium HFW, Abschluss als Dipl. Betriebswirtschafter / -in HF Fachhochschul-Fernstudium, Abschluss als Bachelor of Arts in Betriebswirtschaft Akademischer Erstabschluss nach Bologna,180 ECTS, nach 1 Jahr ab HFW-Abschluss 3. Jahr Fernstudium Bachelor of Arts 1. Jahr Fernstudium Bachelor of Arts Beliebiger Einstiegszeitpunkt nach HFW Diplomstudium HFW, Abschluss als Dipl. Betriebswirtschafter / -in HF Direkte Einstiegsoption ins 2. Studienjahr HFW und Bachelor Parallelstudium unter Anrechnung des eidg. Fachausweises. 3. Jahr Diplomstudium Betriebswirtschaft (HFW) 2. Jahr Diplomstudium Betriebswirtschaft (HFW) 2. Jahr Fernstudium Bachelor of Arts 1. Jahr Fernstudium Bachelor of Arts 3. Jahr Diplomstudium Betriebswirtschaft (HFW) 2. Jahr Diplomstudium Betriebswirtschaft (HFW) Technische Kaufleute mit eidg. Fachausweis Direkteinstieg ab Berufsprüfung in das 2. Studienjahr Betriebswirtschaft (HFW) 1. Jahr Diplomstudium Betriebswirtschaft (HFW) Gratis Karriereberatung jetzt anrufen! European Basel European Bern European Luzern European St. Gallen European Thun European Zürich european.ch Die praxisorientierte Wirtschaftsschule mit globalem Netzwerk. International akkreditiert.

21 know-how unserem Markenmodell professionell um. Die Erfahrungen zeigen, dass es uns sehr gut gelingt, den kleinsten gemeinsamen Nenner eines Unternehmens auf den Punkt zu bringen. Denn als Externe sind wir kritisch, hinterfragend und ehrlich. Wie schafft man es, dass Mitarbeitende sich mit der Marke identifizieren? Bei einer professionellen Markenführung ist das Wertesystem in den Köpfen der Mitarbeitenden verankert. Sie empfinden sich nicht mehr nur als Lohnbezüger, sondern als Markenbotschafter. Mit Stolz em pfehlen sie ihren Arbeitgeber weiter. Und um wieder auf das Bild vom Apfelbaum zurückzukommen: Die starken Wurzeln haben den Baum genährt, ihn wachsen lassen und beginnen nun Ertrag abzuwerfen. Der höhere Ertrag wird wiederum eingesetzt, um den Wurzeln Nahrung zu geben. Welche Unternehmen profitieren bei der Anwendung des Modells von APPLETREE am meisten? Das Modell eignet sich vor allem für inhabergeführte KMU und Familienbetriebe. Voraussetzung ist eine weitsichtige Denkweise. Wer professionelle Markenführung betreibt, sieht dies als nachhaltige Investition. In grösseren Unternehmen mit Filialen dient unser Modell auch als Instrument, um Niederlassungen zu unterstützen. Sie erhalten ein Markenhandbuch, das ihnen einfach und verständlich aufzeigt, welches die Werte ihres Unternehmens sind. Das Markenhandbuch eignet sich auch für die Rekrutierung von Mitarbeitenden. Man merkt sehr schnell, ob die Bewerber zum Unternehmen passen bzw. ob sie sich mit dem Wertesystem identifizieren können. Haben Sie abschliessend einen Tipp, den Sie Unternehmern hinsichtlich ihrer Marke auf den Weg geben können? Ich empfehle, den sogenannten Elevator Pitch im eigenen Unternehmen auszuprobieren. Wir machen diesen Test jeweils mit potenziellen Kunden bei rund 10 Mitarbeitenden ihres Unternehmens. Die Testpersonen müssen sich vorstellen, dass sie an einem Kongress teilgenommen haben und ein Namensschildchen tragen mit ihrem Namen und dem Namen ihres Unternehmens. Sie fahren mit dem Lift in den 3. Stock. Im Fahrstuhl befindet sich eine fremde Person, die das Namensschild studiert und sie fragt, was denn ihr Unternehmen genau anbiete. Nun haben sie 15 bis 20 Sekunden Zeit, um die Firma zu präsentieren. Bei diesem Test erhalten wir jeweils von 10 Leuten mindestens 7 verschiedene Aussagen. Im Idealfall würden alle Mitarbeitenden das Unternehmen identisch und mit klaren Aussagen beschreiben. Und wie würde der Elevator Pitch bei AppleTree lauten? «Starke Marken machen Unternehmen erfolgreicher, davon sind wir überzeugt. Mit unseren pragmatischen, bewährten und sofort umsetzbaren Methoden machen wir Ihre Marke attraktiver und steigern den Unternehmenswert.» Kontakt APPLETREE root your brand ag Bruno Aregger Luzern Telefon

22 TK in der Praxis «Technische Kaufleute sind Macher-Typen!» Diana Kurth Inhaberin GangArt und Vorstandsmitglied Anavant Diana Kurth, Vorstandsmitglied von Anavant seit 2003, ist immer in Bewegung, beruflich und privat: In der Autoindustrie sorgte sie früher für rollende Räder, als Pilates- und Poweryoga-Trainerin für bewegte und fitte Menschen. Und als Podologin EFZ mit eigener Praxis kümmert sie sich darum, dass ihre PatientenInnen gut zu Fuss sind und es auch bleiben. Selber ist sie schon wieder auf dem Sprung zur nächsten beruflichen Etappe, typisch für einen TK-Absolventen, oder? 22 Begonnen hat es beruflich mit einer Notariatslehre, gefolgt von Temporär-Einsätzen für die Sandoz-Wander AG in Bern. Als Novartis den Betrieb übernahm, verlor Diana Kurth ihre Stelle und fand Arbeit in einer Autogarage mit Chrysler-Jeep-Vertretung «als allgemeine Sekretärin zwischen Mechanikern, Lagerist und Verkäufer», wie sie sich gerne erinnert. Drei Jahre später wechselte sie zu einem Carrosserie-Spritzwerk. Gefördert und gefordert Hier, bei der Robert Fisler AG in Bern mit zwei Dutzend Angestellten, entwickelte sie sich sehr schnell zur rechten Hand des Geschäftsleiters und bzw. Inhaber. Einen sehr väterlichen Umgang habe der Chef gehabt und habe sie sehr gefördert. Noch heute sei sie ihm dafür dankbar. Im männerdominierten Autogewerbe erkämpfte sie sich so ihren Platz und konnte immer anspruchsvollere Arbeiten erledigen. Die Jahre vergingen und der Geschäftsführer und Inhaber kam in die Situation, die Nachfolgeregelung zu definieren. Nach diversen Gesprächen hat sich Diana Kurth für die Ausbildung zum Technischen Kaufmann entschieden mit dem Gedanken, den Betrieb mit weiteren zwei Fachmännern des Betriebes zu übernehmen. Mit viel Unterstützung des Chefs schloss sie 2003 erfolgreich ab. Mit der Übernahme des Betriebs klappte es dann unter anderem aus finanziellen Gründen doch nicht. Die Firma erhielt 2007 neue Besitzer, eine Umstrukturierung war absehbar, und so verlor Diana Kurth die Stelle. Körper statt Räder bewegen Diana Kurth blieb in der Autobranche, wechselte als Assistentin des Serviceleiters zu einer grossen Garage in Bern. Doch so richtig Spass machte ihr die Arbeit nicht mehr. Hat-

23 Diana Kurth Jahrgang 1974, lebt in Ostermundigen bei Bern. Nach einer Notariatslehre hat sie anschliessend in verschiedenen Betrieben der Automobilbranche gearbeitet, zuletzt als Assistentin des Serviceleiters einer renommierten Garage schloss sie die Ausbildung als Technische Kauffrau ab, sie blieb weiter in Bewegung. Sie bildete sich anschliessend zur Pilates- und Poweryoga-Instructorin aus und 2010 schloss sie die Ausbildung zur Podologin EFZ erfolgreich ab. Heute ist sie Inhaberin der Firma GangArt Fussgesundheit & Bewegung GmbH, einer modern eingerichteten Fachpraxis für Podologie, in Münsingen. te sie zuvor einen Betrieb mitleiten dürfen, durfte sie nun noch Teilbereiche betreuen. Neben dem Volljob in der Autogarage leitete sie dann jeweils 10 bis 15 Stunden Pilatesund Poweryoga-Lektionen pro Woche, denn sie hatte sich in der Zwischenzeit auch zur Pilates- und Poweryoga Instructorin ausbilden lassen. Schliesslich setzte sie definitiv auf die Themen Fitness und Gesundheit. Auf zu neuen Ufern dachte sie sich, und entschied sich, die Ausbildung zur Podologin EFZ zu absolvieren, mit dem Ziel einer eigenen Praxis. Nach einiger Zeit kam auch Diana Kurth an die Grenzen des Möglichen und so musste sie die Prioritäten neu setzen Adieu Autogarage, willkommen Podologie. 3 Jahre Ausbildung. Es war hart, wieder ein Azubi zu sein, auch was den Lohn angeht. In dieser bewegten Zeit fand sie nicht nur in ihrem Partner Halt, auch auf die Mitglieder vom Vorstand des Anavant konnte sie zählen. Inhaberin der GangArt Fussgesundheit & Bewegung GmbH Der Aufwand hat sich gelohnt. Heute sitzt Diana Kurth in ihrer eigenen Podologie- Praxis in Münsingen bei Bern und ist schon nach wenigen Monaten zu 95 Prozent ausgelastet. Leute allen Alters und aus allen Schichten kommen zu ihr, um ihre Füsse 23

24 TK in der Praxis medizinisch pflegen zu lassen, «Banker, Stras senbauer, Männer, Frauen, vom Teenager bis zum Greis». Als Podologin EFZ ist sie die Fachperson, die für alle möglichen Fussbeschwerden und deren Prävention zuständig ist. Sie betreut nebst vermeintlich gesunden «Kunden» mehrheitlich Risikopatienten darunter versteht sie z.b. Diabetiker oder Patienten mit Durchblutungsstörungen (PAVK), um einige zu nennen. Als Podologin arbeitet sie mit Ärzten, Orthopädie-Schuhmachermeister und anderen Fachleuten aus dem Gesundheitswesen. Dies setzt voraus, dass sich die Podologin EFZ auch immer wieder weiterbildet, um mit den neusten Techniken und medizinischen Methoden die Behandlungen ausführen zu können. Die modern eingerichtete Fachpraxis ist gross und einladend. Es hat durchaus Platz für weitere Mitarbeiter. Über kurz oder lang werden sich die Räume mit Angestellten, Praktikanten oder gar Auszubildenden füllen, Diana Kurth ist zuversichtlich! ist, erlebt sie auch seit Jahren den Anavant- Vorstand. Hier habe sie Kollegen und Kolleginnen, bei denen sich immer etwas bewege, die aktiv seien und immer wieder «das Bequeme verlassen». Eine richtige Macher- Mentalität gebe es hier, und die Leute seien sehr vielseitig interessiert und begabt: «Der TK kann nicht alles, aber sehr viel er ist von seinem Wesen her ein Generalist.» Diese Leidenschaft und Macher-Mentalität wünscht sie sich manchmal noch etwas mehr von den erfolgreichen TK-Absolventen. Sie sollten nicht darauf warten, dass jetzt der Markt auf sie zukommt, um ihnen ihre Traumstelle vor die Füsse zu legen. Sie sollen den Titel TK durch Aktivität in die Welt tragen, sagt sie dezidiert, und zeigen: «TK ist nichts für fade Leute.» 24 Leidenschaft im Vorstand Eigentlich denkt man bei einer Technischen Kauffrau nicht gerade zuerst an eine Podologin EFZ, aber Diana Kurth betont, wie gut sie ihre TK-Ausbildung nutzen könne: «Ich führe ja ein eigenes Geschäft, wenn auch zurzeit als Einzelperson. Da mache sie alles in Eigenregie, und scherzt, von der Buchhaltung bis zum Weihnachtsessen.» Diana Kurth wäre nicht Diana Kurth, wenn sie nicht schon an der nächsten beruflichen Etappe arbeiten würde. Jetzt steht die Höhere Fachschule für Podologie an, eine neue anerkannte Ausbildung, die nochmals drei Jahre dauert. Nochmals drei Jahre, na und? Bewegt und leidenschaftlich, wie sie selber Kontakt GangArt Fussgesundheit & Bewegung GmbH Münsingen Telefon

25 TK in der Praxis «Vieles ist möglich, wenn man es wirklich will» Stefan Lackmann Kundenberater und Vorstandsmitglied Anavant Stefan Lackmann absolvierte eine Lehre als Elektromechaniker. Heute arbeitet er als Kundenberater bei PostFinance. Dazwischen liegen Phasen der Neuorientierung und die Ausbildung zum TK. Als neues Anavant-Vorstandsmitglied liegen ihm das Networking und die weitere Bekanntmachung des TK-Titels besonders am Herzen. Stefan Lackmanns Laufbahn verlief nicht immer gradlinig. Schon während der vierjährigen Lehre als Elektromechaniker (dem heutigen Polymechaniker) spürte er, dass er seine Zukunft nicht in der technischen Branche sieht. So kam es, dass er nach der Lehre ins Facility Management wechselte. In diesem Bereich war er neun Jahre lang tätig. Um sich kaufmännisches Wissen anzueignen, begann Stefan Lackmann 2003 mit der Handelsschule und anschliessend mit der Ausbildung zum TK. Er erinnert sich: «Die Be anspruchung damals war immens. Der Job forderte mich zu über 100%. Daneben ging ich zur Schule und wendete meine Freizeit auf, um zu lernen.» 2005 eröffnete sich dem mittlerweile 34-Jährigen eine neue Chance: Bei einer grossen Versicherung konnte er die Stabsfunktion Logistik übernehmen. Sein damaliger Vorgesetzter hatte einst den TK absolviert und war begeistert von dieser vielseitigen Generalistenausbildung. Stefan Lackmann wechselte somit während der Ausbildung zum TK die Stelle und schloss 2006 die Prüfung erfolgreich ab. «Ich plädiere immer dafür, dass bei jedem Menschen alle Teile seines persönlichen Kuchens, bestehend aus dem Privat- und Geschäftsleben sowie einer allfälligen Weiterbildung, immer etwa gleich gross sein sollten. In jener Zeit war das bei mir sicher nicht so. Die Schule war enorm happig. Vor allem das dritte Semester war streng. Wir hatten drei Mal abends Schule und mussten nebenbei Fallstudien lösen. Ich habe mich mit meinem Mitschüler, Claudio Luca, zusammengetan und wir haben uns zu zweit auf die Prüfung vorbereitet. So konnten wir uns immer wieder gegenseitig motivieren. Bei der schriftlichen Prüfung in Basel hiess es dann vier Tage lang volle Konzentration. Nach diesen anstrengenden Tagen machte ich zwei Wochen lang gar nichts für die Schule. Erst dann begann ich mich auf die mündliche Prüfung vorzubereiten», sagt Stefan Lackmann rückblickend. Phase des Umbruchs Auch beruflich eröffnete sich ihm bald darauf ein neuer Weg: Er absolvierte eine interne Weiterbildung zum Fachkader und konnte im Stabsbereich des Konzernleitungsbereichs Finanzen wertvolle Erfahrungen sammeln. Die fol genden Jahre bezeichnet der leiden schaft - liche Salsa-Tänzer als die Phase des Umbruchs, der Neuorientierung. Ihn reizte die Welt der Finanzdienstleistung. So bewarb er 25

26 TK in der Praxis sich als Kundenberater bei Postfinance, einem der grössten Retailbanking-Institut, der Schweiz. Und er hatte Glück: Er wurde zum Gespräch eingeladen und konnte die Verantwortlichen von sich und seinem breiten Fachwissen überzeugen. Denn so anerkannt der TK in der technischen Branche ist, so wenig kennt man die Ausbildung in der Finanzwelt. Dazu Stefan Lackmann: «Die Personalverantwortlichen staunten, als ich ihnen erklärte, in welchen Fächern beim TK ausgebildet wird. Verkaufs- und Verhandlungstechniken, Betriebs- und Volkswirtchaft, Führung und so weiter. All diese Kompetenzen sind in der Finanzwelt gefragt.» «TK eröffnet viele Möglichkeiten» Schliesslich schaffte er den Einstieg als Kundenberater im Bereich Finanzdienstleistungen. Die Tätigkeit mit Menschen, der Kundenkontakt, die Top-Dienstleistungen seines Arbeitgebers und die Begleitung von Kunden nach ihren Bedürfnissen sind Aufgaben, die Stefan Lackmann zusagen. Das TK-Wissen hilft ihm in den verschiedensten fachlichen Bereichen. Zudem hat die Ausbildung auch seine Persönlichkeit gestärkt. Mit einer technisch-handwerklichen Grundausbildung hat Stefan Lackmann den Einstieg in die Finanzwelt geschafft. «Wenn man etwas 26 Publireportage: Hoch hinaus mit der European Business School Berufsbegleitend zum Hochschulabschluss: praxisorientiert und flexibel Ein Hochschulabschluss zu absolvieren eröffnet neue Perspektiven und Aufstiegschancen. Die European Business School führt kaufmännische Berufsleute in einem zeitlich flexiblen Studienprogramm über die Höhere Fachschule direkt zum bologna-konformen Fachhochschulabschluss. In vier berufsbegleitenden Jahren absolvieren Studierende so parallel zwei etablierte Abschlüsse. Die European begleitet Sie auf dem Weg in Ihre erfolgreiche Zukunft. Das Studienprogramm der Höheren Fachschule für Wirtschaft HFW an der European ermöglicht es, sich persönlich und fachlich nach schweizerischen Standards zu qualifizieren. Absolventen können die eidgenössische Wirtschaftsbildung mit international anerkannten Bachelor- und Masterstudien verbinden. Dank der Zusammenarbeit mit der Hamburger Fern-Hochschule HFH, eine der grössten privaten Hochschulen Deutschlands, eröffnet sich die Perspektive, parallel zum HFW-Studium oder im Anschluss dazu ohne Umweg einen FH-Abschluss zu erlangen. Die Fachhochschul-Module sind exakt auf das HFW-Studium abgestimmt und werden im Fernstudium zeitlich flexibel vermittelt. Von diesem Angebot profitieren auch Studenten ohne Berufsmatura. Konsequent praxisorientiert Die European hat ein hochentwickeltes transferorientiertes Lernmodell, welches den spezifischen Bedürfnissen der Businessstudenten entspricht. Das Studium findet im Unterrichtsraum, online, von zuhause aus, am Arbeitsplatz, bei Betriebsbesichtigungen und auf einer internationalen Studienreise statt. Diese unterschiedlichen Lehrund Lernmethoden ermöglichen ein effizientes Studium. Die gezielte Transferorientierung, theoretisches Wissen in praktische Handlungskompetenz umzuwandeln, zeichnet die Wirtschaftsschule aus. Gratis Karriereberatung jetzt anrufen! Kontaktieren Sie uns und vereinbaren Sie mit uns einen Termin für eine unverbindliche, individuelle Bildungsberatung. Wir begleiten Sie von Beginn weg aktiv bei Ihrer Karriereplanung. European Basel European Bern European Luzern European St. Gallen European Thun European Zürich EUROPEAN.CH BUSINESS SWITZERLAND SCHOOL EUROPEAN Die praxisorientierte Wirtschaftsschule mit globalem Netzwerk. International akkreditiert. Als privates Bildungsunternehmen orientiert sich die European konsequent am Markt und am Kunden. Der direkte Kontakt mit der Wirtschaft macht die Bildungsorganisation für angehende Führungskräfte und erfahrene Manager gleichermassen zum idealen Partner.

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