Die Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung Mittel- und Osteuropas

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1 Die Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung Mittel- und Osteuropas Mag. Thomas Oberngruber Leiter Enterprise Europe Network und Mittel- und Osteuropa WKO Campus Steyr, Fakultät für Management, 27. Mai 2014

2 Eine Botschaft vorweg: Mittel- und Osteuropa gibt es nicht mehr.

3 Agenda Oberösterreich und der Faktor Export Meilensteine Ostöffnung und EU-Erweiterung Handelsbeziehungen mit MOE EU sichert Wachstum in MOE Ausblick

4 Wirtschaftsstandort OÖ Wirtschaftliche Kennzahlen Oberösterreich %-Anteil Position Österreich BIP/Regionales BIP* (2014, in M rd., laufende Preise) 54,9 16,9% 2 324,9 Wachstum BIP* (2014, real) 1,9% 1,7% Neugründungen (2013, inkl. Personenbetreuer) ,5% Beschäftigte (Jahresdurchschnitt 2013) ,8% Arbeitslosenquote (Jahresdurchschnitt 2013) 5,1% 1 7,6% Exporte* (Waren 2013, M rd. ) 31,5 25,1% 1 125,7 Exportquote* (Warenexporte in % des BIP 2013) 59,5% 1 39,9% Industrieproduktion (abgesetzte Produktion 2012, M rd. ) 35,9 24,9% 1 144,2 *vorläufige Zahlen, Prognose, Schätzung Quelle: AMS 2014 WKO-Statistik 2014 Bank Austria 2013 WIFO 2013

5 Konjunkturmotor Export Exportbundesland Nr.1 Exportvolumen in Mrd. EURO ,3 Anzahl der Exporteure in OÖ: Anteil an österreichischen Gesamtexporten: 25,1 % Oö. Warenexportquote: 59,5 % 16,8 17,3 18,1 20,0 21,5 24,6 27,6 28,9 23,5 27,7 Ohne Exporterfolge wäre Österreich im Jahr 2013 geschrumpft, da Konsum und Investitionen rückläufig waren. 31,6 30,8 31,5 33, * 2014* *Hochrechnung Prognose Quelle: WKOÖ Statistik Austria 2014

6 Let s talk about Mittel- und Osteuropa MOEL-5 Tschechische Republik, Ungarn, Polen, Slowakei und Slowenien MOEL-7 + Bulgarien und Rumänien MOEL-10 + Estland, Lettland und Litauen MOEL-21 + Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Serbien, Kosovo, Russland, Ukraine, Weißrussland und die Republik Moldau MOEL-28 + Kasachstan, Aserbaidschan, Armenien, Usbekistan, Georgien, Turkmenistan und Tadschikistan Einteilung lt. IWF

7 Ein kleines Quiz für 1. Nennen Sie die sechs Länder Mittel- und Osteuropas, in denen man mit dem Euro offiziell bezahlen kann. Slowenien, Slowakei, Estland, Lettland, Kosovo, Montenegro 2. Nennen Sie die derzeitigen drei EU-Beitrittskandidaten aus Mittel- und Osteuropa. Mazedonien, Montenegro und Serbien 3. Nennen Sie die drei Hauptstädte mittel- und osteuropäischer Länder, die weiter westlich als Wien liegen? Prag, Zagreb, Laibach 4. Nennen Sie das einzige Land Mittel- und Osteuropas, das eine höhere Staatsschuldenquote als Österreich aufweist. Ungarn

8 Gemeinsame Geschichte: Österreich und Mittel- und Osteuropa Österreich war ein Vielvölkerstaat in Mittel- und Südosteuropa. Österreich hatte mit 12 von 21 Ländern Mittel- und Osteuropas ein gemeinsames Staatsgebiet. Beispiel Ukraine: Ein Großteil der Westukraine gehörte ab 1772 zu Österreich-Ungarn.

9 MOE: differenzierte Sichtweisen sind unerlässlich! EU-Mitglieder: Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Polen, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, Bulgarien, Kroatien (seit ) Aktuelle Beitrittskandidaten: Montenegro, Mazedonien, Serbien Krisenresistenz 2009: Wachstum Polen: +1,7% Wachstum Albanien: +2,8% Wachstum Lettland: -17,7% Wachstum Tschechien: -4,7% Wachstum Russland: -7,8% Mitglieder der Eurozone: Slowakei, Slowenien, Estland, Lettland Offener Arbeitsmarkt: Estland, Lettland, Litauen, Tschechien, Slowenien, Slowakei, Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien. Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich: + viel Handel mit Zentraleuropa, derzeit wenig Dynamik! + weniger Handel mit GUS, derzeit hohe Dynamik!

10 Jährlich gehen mehr als 20 Prozent der heimischen Exporte nach Mittel- und Osteuropa oö. Unternehmen sind in Mittelund Osteuropa aktiv.

11 Bedeutung Mittel- und Osteuropas für den österreichischen Außenhandel Bis 2008 sehr hohe Wachstumsdynamik der heimischen Exporte nach Mittel- und Osteuropa. Seit 2006 gehen jährlich jeweils mehr als ein Fünftel der heimischen Warenexporte nach Mittel- und Osteuropa. Im Jahr 2013 wurden 21,1% der heimischen Waren in MOE abgesetzt. Die österr. Warenexporte in die Länder Mittel- und Osteuropas sind im Jahr 2009 um rund 27% eingebrochen (weltweit: 20%).

12 Top-10 Exportländer Österreichs in Mittel- und Osteuropa Österreich setzt in 8 Ländern Mittel- und Osteuropas jährlich mehr als eine Mrd. Euro Warenexportwert ab. Tschechien, Ungarn, Polen und Russland befinden sich unter den Top-10 Exportländern Österreichs weltweit Tschechische Republik Ungarn Polen Russische Föderation Slowakei Slowenien Rumänien Kroatien Ukraine Bulgarien 0,68 0,63 1,07 1,79 2,50 2,48 4,36 3,94 3,62 3,48 0,0 1,0 2,0 3,0 4,0 5,0 Quelle: Statistik Austria Warenexporte 2013 vorläufig in Mrd. Euro

13 Handelsbilanzüberschuss mit Mittel- und Osteuropa seit 2008 rückläufig seit 2013 Erholung ,6 1,7 MOEL Welt 2,8 2,3 2,2 2,0 2,6-6,4-7,3-5,5-4,9-5,0-5,2-4,4 3,4 3,0 0,3 3,6 3,8 5,6-2,1-1,2-1,8-0,5 8,6 8,6 0,4-2,0 5,7 4,1-3,8-4,3 2,5 1,7-9,2-8,5 3,1-4,6 österreichische Warenexporte* Warenimporte* Handelsbilanz* nach MOEL 21 26,422 23,290 +3,132 weltweit 125, ,962-4,551 Quelle: Statistik Austria 2014 *vorläufige Zahlen 2013 in Mrd. Euro

14 Österreich ist Top-Investor in Mittel- und Osteuropa Anteil Österreichs an den Auslandsinvestitionen in Prozent Slowenien Kroatien Bosnien und Herzegowina Serbien Bulgarien Rumänien Slowakei Ungarn Tschechische Republik Mazedonien Albanien Montenegro Polen Lettland Estland Litauen 3,5% 2,3% 1,1% 0,7% 20,3% 18,8% 18,1% 17,0% 13,6% 12,1% 11,5% 8,7% 8,4% 26,6% 29,8% 49,1% 0,0% 10,0% 20,0% 30,0% 40,0% 50,0% 60,0% Quelle: wiiw Database on Foreign Direct Investment 2013

15 Kredite im Ländervergleich im Verhältnis zum BIP- in Prozent 180,0% 160,0% 140,0% Weltweite Exposures CEE Exposures 172,2% Kreditvolumen in Mrd. Euro Österreich 223,9 Belgien 71,2 120,0% 133,9% 121,2% Niederlande 71,2 Italien 162,8 100,0% Deutschland 122,1 80,0% 74,4% 88,0% Frankreich 132,3 60,0% 78,7% 40,0% 20,0% 0,0% 43,1% 19,2% 11,7% 4,8% 6,7% 10,3% Österreich Belgien Niederlande Deutschland Frankreich Italien Quelle: OeNB-Fakten zu Österreich und seinen Banken 10/2012

16 Die Verflechtung im Tourismus wird zunehmend wichtiger Kroatien ist die beliebteste Reisedestination der Österreicher in Mittel- und Osteuropa. Knapp ein Viertel der Nächtigungen aus Mittel- und Osteuropa in Österreich kommen aus Tschechien, gefolgt von Ungarn, Polen und Russland. Ein russischer Gast gibt in Österreich pro Tag mehr als doppelt soviel aus wie ein Urlauber aus Deutschland.

17 Positive Aussichten Dank der EU?

18 EU-Erweiterung mit vielen Perspektiven!? Währungen: Die Slowakei, Slowenien, Estland und Lettland sind Mitglieder der Eurozone. Weitere vier mittel- und osteuropäische Länder (Bosnien- Herzegowina, Litauen, Bulgarien und Kroatien) haben einen fixen Wechselkurs zum Euro. Abbau von Handelshemmnissen: Mit der EU-Erweiterung bzw. Initiativen wie der Donauraumstrategie wurden Handelshemmnisse abgebaut bzw. neue Chancen eröffnet. Ost-Partnerschaft der EU: Ein Projekt im Rahmen der Europäischen Nachbarschaftspolitik. Ziel: Heranführung der östlichen Länder Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Moldawien, Ukraine und Weißrussland an die Europäische Union ist.

19 EU-Förderungen bringen Wachstumsimpulse Mittel der Kohäsionsfondspolitik ( ) Polen Rumänien Tschechien Ungarn Slowakei Bulgarien 72,6 Mrd. Euro 21,7 Mrd. Euro 20,5 Mrd. Euro 20,4 Mrd. Euro 13,0 Mrd. Euro 7,1 Mrd. Euro Sie möchten EU-Fördermittel für Projekte erschließen? Die WKOÖ hat gemeinsam mit dem Land OÖ das Fördernetzwerk EU+ ins Leben gerufen. In Summe sind in den Jahren 1995 bis 2013 insgesamt 4,9 Mrd. Euro an EU- Mitteln aus dem Strukturfonds und weiteren EU-Förderprogrammen aus Brüssel an das Land OÖ zurückgeflossen.

20 Chance EU-Dienstleistungsexport In den letzten Jahren sind vor allem Hemmnisse beim Dienstleisten über die Grenze (beispielsweise in das nördliche Nachbarland Tschechien) weiter abgebaut worden. Chancen ergeben sich insbesondere für Neuexporteure bzw. für kleinere und mittlere Unternehmen. Die WKOÖ unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe u.a. mit der Broschüre Arbeiten in und Liefern nach Deutschland und Tschechien bzw. mit individuellen Beratungsleistungen.

21 Positive Stimmung für MOEL Das BIP der Länder Mittel- und Osteuropas ist bis zur Wirtschaftskrise 2008 stärker als das der Weltwirtschaft gewachsen. Nach einem überdurchschnittlichen Einbruch im Jahr 2009 zeigt der Wachstumstrend in Mittel- und Osteuropa für 2013 bis 2015 wieder klar nach oben:

22 Hohe Dynamik im Außenhandel mit GUS Im Jahr 2013 wurden über 4 Prozent des gesamten österreichischen Warenexportvolumens (5,1 Mrd. von 125,4 Mrd. Euro) mit der Region GUS (11 Länder) erzielt. Das heißt, dass über 5 Mrd. Euro an österreichischen Waren (von 125,4 Mrd. Euro) in diesem Wirtschaftsraum abgesetzt wurden. Besonders hervorzuheben ist das dynamische und überdurchschnittlich hohe Wachstum der österreichischen Exporte in der Region GUS: Jahr 2013: +8,7 Prozent (weltweit: 1,5 Prozent) Jahr 2012: +9,9 Prozent (weltweit: 1,5 Prozent) Jahr 2011: +11,7 Prozent (weltweit: 11,3 Prozent) Quelle: IWF October 2013 Statistik Austria 2014

23 Thema: Ukraine / USA EU - Ukraine: Aktuelle Wachstumsprognose Ukraine: Österr. Exporte 1-2/14: -5,5% Grundeinstellung: Keine Pauschalurteile aus der Distanz und Einzelfälle der Unternehmen konkret Russland: Österreichische Exporte (1-2/14: -4,7%) vor allem aufgrund des schwachen Rubels rückläufig. Hohe Politik benützt Wirtschaftssanktionen. Schaden für heimische Wirtschaft?!

24 Mittel- und Osteuropa bleibt im Fokus der Wirtschaft und der WKO Heimische Unternehmen sind in Mittel- und Osteuropa bestens aufgehoben: Die AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA ist mit über 30 MOE-Stützpunkten DIE Serviceanlaufstelle für österreichische Unternehmen im jeweiligen Zielmarkt.

25 Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und alles Gute für Ihre Geschäftstätigkeit in MOE!

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