Das christliche Magazin für Kinder mit Spass und Tiefgang! Fantasie. Fantasie

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3 Ansonsten koche ich gern, fahre gern Motorrad, z. B. mit Marlon, meinem älteren Sohn oder spiele mit meiner kleinen Tochter Ann Jolin, die jetzt bald 10 Monate alt wird. Mit ihr und meiner Freundin Michelle wohne ich in München. In dieser Ausgabe dreht sich alles um Fantasie, wovon man als Autor sicher eine ganze Menge braucht. Wer oder was inspiriert dich am meisten? Da gibt es ganz viel. Am meisten inspiriert mich meine eigene Neugier und der Wunsch, mich immer zu verbessern und immer wieder etwas neues auszuprobieren. Aber ich mag Filme wie Herr der Ringe, Fluch der Karibik, The Dark Night, fast alles von Tim Burton und Clint Eastwood, die neuen Sherlock Holmes Filme, und ich erinnere mich ganz viel, wie ich als Kind gewesen bin. Wann hast du das erste Mal zum Stift gegriffen und deine erste Geschichte geschrieben? Das war sehr spät. Ich habe mir mein erstes Buch erst nach dem Abitur gekauft und dann bin ich süchtig geworden. Süchtig nach Büchern, später dann auch nach Filmen und dann ist der Wunsch in mir gewachsen, selber Geschichten zu schreiben. Aber ich war auch sehr schüchtern und still und hatte vor vielen Dingen grosse Angst. Schreiben war schon in der Schule die einzige Art, mich mitzuteilen und dann später war es die Chance, Dinge zu erleben, die ich mich nicht getraut habe in Wirklichkeit zu tun. Und am Ende hat mir das Schreiben und Filmemachen geholfen meine Schüchternheit in Bescheidenheit zu verwandeln und mit meiner Angst zu leben. Ich bin eigentlich richtig mutig geworden. Denn das geht ja gar nicht ohne Angst. Du schreibst sehr erfolgreich Bücher, drehst Filme und hast eine Familie. Wie kriegt man da alles unter einen Hut? Bleibt da auch noch Zeit für ein Hobby? Ja, ich war jetzt drei Wochen mit Michelle und Ann Jolin im Urlaub in Ägypten, wo ich mit Michelle getaucht bin. Das habe ich zusammen mit meinem jüngeren Sohn Leon vor sechs Jahren dort gelernt. Mit Marlon fahre ich Motorrad und dann koche ich gern. Aber die Zeit ist sehr knapp und man muss schon sehr diszipliniert sein, um genug für seine Familie und sich selbst davon zu bewahren. Besonders jetzt. Bei den Wilde Kerle Filmen war das etwas leichter, weil da ja Marlon und Leon mitgespielt haben und wir so schon viel Zeit miteinander verbringen durften. Wie muss man sich einen «ganz normalen» Arbeitsalltag in deinem Leben vorstellen? Schreibst du von Morgens bis Abends an deinen Büchern? Wenn es sein muss, ja. Aber im Durchschnitt beginne ich morgens um vier, schreibe bis 9, gehe mit Jack, meinem Hund, spazieren, frühstücke dann mit Michelle und arbeite dann noch bis ca. drei Uhr. Danach kümmere ich mich um Ann Jolin oder treffe mich noch mit Verlegern oder Produzenten usw. und koche am Abend und mache viel Sport mit Michelle. Aber es wird natürlich alles ganz anders, wenn es in die Filmvorbereitung und den Dreh geht. Oder wenn ich eine Lesereise mache. Da schreibe ich dann im Zug und in der Nacht. Hast du einen Lieblingsplatz an dem du schreibst? Nein, ich schreibe überall und das ist dann mein Lieblingsplatz. Wenn ich schreibe, lebe ich nämlich nicht mehr in der wirklichen Welt, sondern in meinen Geschichten. Wie schreibst du deine Bücher? Von Hand, auf dem Computer, oder vielleicht auf einer alten Schreibmaschine? Ich schreibe auf dem Computer, weil ich mich ständig verbessere und weil ich meine Handschrift nach zwei Stunden nicht mehr lesen kann. Allerdings habe ich auf einer alten Schreibmaschine begonnen und so hämmere ich jetzt auch noch immer auf meine Computertastatur ein. Es gibt Autoren, die vor dem Schreiben ein bestimmtes Ritual haben, um die Fantasie anzuregen. Hast du auch ein Ritual bevor du dich an deine Geschichten wagst? Manchmal, wenn mir wirklich nichts einfällt, lege ich mich auf ein riesiges Sofa und warte auf den Moment, wo ich beinah einschlafe. Das ist der Ort, wo die Ideen wohnen. Manchmal geh ich deshalb aber auch Joggen oder mache einfach eine Pause. Aber normalerweise fange ich gleich an zu schreiben. Du arbeitest zurzeit an unterschiedlichen Projekten. Die wilden Kerle, Wildernacht und deine neue Buchreihe, die Honky Tonk Pirates. Schreibst du gleichzeitig an mehreren Büchern oder konzentrierst du dich jeweils auf ein einzelnes Projekt? Ich schreibe immer eins nach dem anderen. Das 8 DIe WelT Von JoACHIM MAsAnneK DIe WelT Von JoACHIM MAsAnneK 9

4 Parallelschreiben habe ich versucht. Ich kanns aber nicht. Allerdings fallen mir oft, wenn ich an einem Buch schreibe, Dinge für die anderen Geschichten ein. Die notiere ich dann und lasse sie liegen, bis ich sie brauche. Schreibst du bei deinen Büchern jeweils an einzelnen Szenen? Oder setzt du dich hin und schreibst die Geschichte von Anfang bis Ende der Reihe nach? Ich schreibe sie von Anfang bis Ende durch und dann überarbeite ich sie. Das ist für mich die wirtschaftlichste, schnellste und beste Art zu arbeiten. Man sagt, Tee rege die Fantasie an. Ist das bei dir auch so? Oder hast du ein anderes «Lieblingsgetränk» während dem Schreiben? Ich trinke Kaffee, Wasser und manchmal ein Isogetränk. Aber davon wird die Fantasie nicht angeregt. Manchmal will die Fantasie nicht immer wie man will, zum Beispiel bei einer Schreibblockade. Wie gehst du mit solchen Sachen um? Ich kenn keine Schreibblockaden. Wenn ich nicht sofort weiss, was ich schreiben möchte, verstehe ich in dem Moment meine Figuren nicht. Ich weiss nicht, was sie wollen und sie leben. Dann muss ich mich auf sie konzentrieren und ihnen zuschauen und zuhören. (Das geht am Besten auf dem grossen Sofa.) Denn ich schreibe ja nur auf, was sie erleben. Hast du selbst ein Lieblingsprojekt an dem du arbeitest? Ich mag alles was ich mache. Ich mag die Wilden Kerle, weil sie sich damit beschäftigen, wie man durch seine Angst stark wird. Ich mag die Honky Tonk Pirates, weil sie einem zeigen, was Freiheit ist und wie man vom Kind zum Erwachsenen wird. Ich mag Wildernacht, weil es eine grausame Geschichte über das Schönste und wichtigste auf der Welt ist: die Liebe. Und ich mag V8, weil es einem erzählt, wie man Träume wahr werden lassen kann. Ach ja, und da gibt es noch ein anderes Projekt. Ich besitze die Rechte an einem Roman, den ich nicht geschrieben habe: Tuareg. In ihm geht es darum, wie wir wieder werden müssen, damit wir in dieser Welt überleben. Deine neuste Buchreihe heisst «Honky Tonk Pirates». Alles was man über diese Bücher wissen Tipp» dieser Ausgabe. Wie viele Bücher wird es von den Honky Tonk Pirates geben? Ich habe einen Vertrag über sechs Bücher, den der Verlag aber verlängern will. Wenn ich genug Zeit habe, können es durchaus noch einige Bücher werden. Weshalb hast du dich bei dieser Reihe gerade für das Thema «Piraten» entschieden? Weil Piraten das tun, wonach sich jeder sehnt. Sie leben die Freiheit, wie wir sie gern leben würden. Sie tun, was sie wollen. Aber das ist lebensgefährlich. Da wird man als Pirat ganz schnell gehängt. Deshalb werden so wenige Menschen Pirat. Im wirklichen Leben reicht da schon weit weniger aus: Dass Freunde einen nicht mehr mögen. Dass ein Mädchen, das man mag, einen nicht mehr beachtet. Dass einen die Lehrer ermahnen. Das man Ärger mit den Eltern bekommt oder den Job verliert. Zu tun was man will, heisst nämlich, dass man sich traut, anzuecken und sich gegen Widerstände stellt. Dass man ganz allein verantwortlich ist, für das, was man tut- Man kann niemand anderem die Schuld geben. Aber das ist der erste Schritt, um erwachsen zu werden. Und weil viele sich das nicht trauen, werden so wenige Menschen erwachsen oder zu echten Piraten. Welche Botschaft möchtest du mit deinen Büchern an die Kinder und Jugendlichen bringen? Das jeder Mensch Angst hat und an sich zweifelt. Manchmal glaubt man nämlich, dass man der einzige ist. Dass man nur mit Angst mutig, durch Zweifel klug und durch Schwäche stark werden kann. Das Neugier und Offenheit das Wichtigste im Leben sind, um voranzukommen und in Freiheit zu leben und das es schön ist, erwachsen zu werden und Verantwortung zu übernehmen. Denn Verantwortung ist nichts anderes als Liebe. 10 DIe WelT Von JoACHIM MAsAnneK DIe WelT Von JoACHIM MAsAnneK 11

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