FREIBURGISCHER BAUERNVERBAND TÄTIGKEITSBERICHT. Freiburgische Landwirtschaftskammer

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1 FREIBURGISCHER BAUERNVERBAND TÄTIGKEITSBERICHT Freiburgische Landwirtschaftskammer

2 VERZEICHNIS VERZEICHNIS... 2 DAS WORT DES PRÄSIDENTEN, DES DIREKTORS... 3 DAS LANDWIRTSCHAFTSJAHR BERUFSVERTRETUNG... 5 DIENSTE... 6 GESCHÄFTSFÜHRUNGEN RECHNUNG 2008 UND KONTROLLSTELLE DAS WORT DES REGIONALEN NATURPARKS GRUYERE - PAYS-D'ENHAUT DES VERBANDES FREIBURGISCHER BIENENZÜCHTER DAS WORT VON H. PASCAL KRAYENBUHL DAS WORT DES SCHWEIZERISCHEN BAUERNVERBANDES DER BRANCHENORGANISATION MILCH SCHLUSSBETRACHTUNGEN, ZIELE GRATULATION AN DIE IM 2009 DIPLOMIERTEN FREIBURGER MEISTERLANDWIRTE Kantonalvorstand des Freiburgischen Bauernverbandes Andrey Jean-Daniel, Cormérod Philipona Jean-Nicolas, Vuippens * Baechler José, Vallon * Piccand Marc, St-Martin * Bapst Mary-Lise, Autafond Remy Dominique, Farvagny Bersier Fabrice, Vesin Schafer Denise, Wünnewil Buchs Henri, Cerniat Schnyder Thomas, Bösingen Cotting René, Châtonnaye Schöpfer Lukas, St. Antoni Cuennet Benoît, Lossy-Formangueires * Stabrowski Chantal, Mur Egger Angela, Guschelmuth * Stirnimann Jean-Pierre, Posieux * Fasel Elmar, Tafers Zahnd Roland, Wünnewil Fragnière Jean-Pierre, Montagny-la-Ville * Gapany Olivier, Echarlens Eingeladene mit beratender Stimme: * Glauser Fritz, Châtonnaye * Andrey Beat, Heitenried Haldemann Urs, Murist * Blanc Daniel, Matran Mesot Benoît, Le Châtelard Corminboeuf Pascal, Domdidier Oberson Patricia, Prez-vers-Siviriez Egger Francis, Onnens Perler Hans, Guschelmuth Krayenbuhl Pascal, Corpataux Ehrenmitglieder Fasel Josef, Alterswil Maillard Francis, Marly * Mitglieder des Direktionsausschusses Philipona Jean-Nicolas, Vuippens Delegierte des Freib. Bauernverbandes an der Versammlung des Schweiz. Bauernverbandes Baechler José, Vallon Balsiger Béatrice, Greng Bapst Mary-Lise, Autafond Barras Jacques, Bouloz Blanc Daniel, Matran Brönnimann Charles, Onnens Fasel Elmar, Tafers Fragnière Elie, Gumefens Gapany Olivier, Echarlens Glauser Fritz, Châtonnaye Grandjean Denis, Romont Jordan Patrice, Vaulruz Molleyres Norbert, Murist Pache Philippe, Lussy Perler Hans, Guschelmuth Savoy Michel, Attalens Schafer Denise, Wünnewil Schorderet Gilles, Zénauva Schwab Friedrich, Kerzers Schwaller Bruno, Düdingen Stabrowski Chantal, Mur Stöckli Fritz, Brünisried 2

3 DAS WORT DES PRÄSIDENTEN Was wir dieses Jahr erlebt haben, ist die Umsetzung pur der Agrarpolitik 2011 des Bundes und von unseren Parlamenten in Bern abgesegnet. Der Hagelschlag, dieses Jahr extrem ausgedehnt, oder die Trockenheit haben wir naturbedingt alle x Jahre wie gute Ernten auch. Dagegen sind die Probleme auf den Märkten (z.b. Milchkrise) das Resultat der Politik und der verschiedenen Marktakteure. Alle sprechen von Solidarität. Aber wer soll sich mit wem solidarisieren? Schön wird es dann, wenn der SP-Präsident sich mit der "Révolte paysanne" solidarisiert. Schaut man aber die Haltung der Sozialisten in unseren Bundesparlamenten betreffend Agrarpolitik (Agrarfreihandel, Ernährungssouveränität etc.) an, stellt man fest, dass es doch stimmt, wir sind bereits wieder im Wahlkampf. Darum glaube ich vielmehr all den Mitbürgerinnen und Mitbürgern, Konsumentinnen und Konsumenten, die sich bei täglichen Kontakten, mittels Leserbriefen aber vor allem beim Einkaufen, für eine einheimische Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion bekennen. Die heutige Situation, und nach Frau Bundesrätin Leuthard sind wir auf Kurs (Milchmarktliberalisierung, Zollabbau Getreide usw.), bringt aber etliche Bauernfamilien in Bedrängnis, vor allem finanziell. Und da wird uns gleichzeitig der Agrarfreihandel schmackhaft gemacht, ein Szenario mit nochmals Einkommenseinbußen von 33 % bis 50 %, je nach Sektor. Man kann uns ja nicht allen Ernstes einen Bericht über die Weiterentwicklung der Direktzahlungen mit einem der lobenswerten Ziele, nämlich der Erhaltung des Selbstversorgungsgrades, präsentieren und gleichzeitig das Agrarfreihandelsabkommen vorantreiben. Wir ignorieren weder die WTO-Verhandlungen noch die übrigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zwänge, aber was wir brauchen, ist eine sozialverträgliche Landwirtschaftspolitik, eine Agrarpolitik für den Familienbetrieb, den besten Garant für eine nachhaltige Landwirtschaft! Fritz Glauser DES DIREKTORS 2009 war für die gesamte Landwirtschaft ein sehr schwieriges Jahr. Unsere ganze Gesellschaft stellt viele Errungenschaften in Frage, so dass es immer schwieriger wird zu wissen, in welche Richtung wir uns orientieren sollen, um zu überleben, oder wie wir überhaupt einer ungetrübten Entwicklung unserer Freiburger oder Schweizer Agrarbetriebe entgegenblicken können. Vor dem Hintergrund eines übertriebenen Liberalismus wird uns ein Loblied auf die globalen Abkommen gesungen, von denen unsere Agrarprodukte betroffen sind. Zum heutigen Zeitpunkt ist es nicht möglich, Freihandelsabkommen in Erwägung zu ziehen, welche die Nahrungsmittel für südliche als auch nördliche Länder einschliessen. Andere Stimmen ermuntern uns zu einer intensiveren Pflege der Biodiversität, was natürlich zu einem Ausbau der Bürokratie und zu vermehrten Kontrollen führen würde. Dies ist nicht mehr zumutbar. Ab einem gewissen Punkt müssen sich die uns auferlegten Forderungen auch in korrekten Nahrungsmittelpreisen niederschlagen. Der Krieg, den sich die Schweizer Grossverteiler liefern und unsere Konsumentinnen und Konsumenten dazu verleiten, für Nahrungsmittel immer weniger zu bezahlen, was sich letztlich auf unser Einkommen auswirkt, ist nicht länger tolerierbar. Wir müssen dafür sorgen, dass unsere sogenannten Handelspartner Verständnis für unsere äussert prekäre Lage aufbringen und verlangen, dass die Produzentenpreise korrekt und für sämtliche Bauernfamilien angehoben werden. Zum Schluss meines letzten Berichts möchte ich Ihnen, liebe Freiburger Bäuerinnen und Bauern, herzlich für das Vertrauen danken, das Sie mir während den letzten sieben Jahren geschenkt haben. Ich wünsche Ihnen alles Gute und heiterere Zeiten als bisher. Daniel Blanc 3

4 DAS LANDWIRTSCHAFTSJAHR : ein schwieriges, ja sogar sehr schwieriges Jahr für die Landwirtschaft. Die Natur hingegen meinte es äusserst gut mit uns. Problematisch war einzig der 23. Juli 2009, dann nämlich hagelte es so stark, dass ein grosser Teil der Kulturen und des Futters für das Vieh im Kanton Freiburg (Gebiet zwischen Siviriez, Romont, Farvagny, Treyvaux und Giffers) in der Grössenordnung von 80 Millionen Franken beschädigt wurde. Ausserdem entstanden grosse Schäden an Dächern und Fassaden landwirtschaftlicher und anderer Bauten. Trotz verschiedener Unterstützungen bleibt die Last für den gesamten Bauernstand dieser Region gross. Klimaseitig kann dieses Jahr ansonsten als normal, mit ausgeprägten Jahreszeiten, bezeichnet werden. Der Winter war hart, insbesondere was die Schneemengen anbelangt. Im Oktober 2008 fiel der erste Schnee und sogar der Alpabzug in Albeuve fand bei Schnee statt. Nach einer Wetterberuhigung fiel dann der Schnee bis in tiefe Lagen. Im November war es bis zum 20. recht freundlich. Dann aber meldete sich der Winter still und leise zurück. Der Schnee bereitete einige Sorgen im Rahmen der zwingend zu verrichtenden Herbstarbeiten. Bis im März machte die Natur ihren wohlverdienten Winterschlaf. Sorgen bereitete den Bäuerinnen und Bauern auch die Bewirtschaftung der Hofdünger. Der Monat April war sehr trocken, der Monat Mai sehr heiss, was im Osten des Landes leider zu Gewittern und Hagel führte. Im Juni war es eher trocken, was erlaubte, gewissen gewohnheitsmässigen landwirtschaftlichen Arbeiten nachzugehen. Im Juli war es ebenfalls sehr heiss und es hagelte sehr stark. Während sich die Anzahl durchschnittlicher Hagelmeldungen in den letzten 30 Jahren auf 369 beläuft, gingen allein im Juli dieses Jahres im Kanton Freiburg über 1'400 Meldungen ein! Der August war seit zahlreichen Jahren einer der heissesten Monate. Die Landwirtschaft war im Jahre 2009 von zahlreichen landwirtschaftlichen Ereignissen geprägt. Enorm war vor allem der Druck, der bei zahlreichen Agrarprodukten zu einem Preiszerfall führte. Wiesen die buchhalterischen Ergebnisse 2008 noch eine gewisse Preiserhöhung aus, so ist das Jahr 2009 stark von dieser Preissenkung geprägt. Milchseitig waren vor allem drei Punkte einschneidend: Die inakzeptable Milchpreissenkung, insbesondere im Industriemilchbereich; Der chaotische Ausstieg aus der staatlich geregelten Milchkontingentierung; Die Gründung der Branchenorganisation Milch. Der im Rahmen des industriellen Sektors im Juli 2009 bezahlte Milchpreis war um über 25 % tiefer als im Vorjahr. Dafür gibt es verschiedene Gründe: den weltweiten Milchpreiszerfall, die in der Schweiz produzierte Gesamtmenge, die hauptsächlich aus Zusatzmengen stammt, die im Jahre 2008 vom BLW bewilligt wurden, und den Entscheid, den Milchfettgehalt in der Konsummilch zu senken, was zu einer Butterüberproduktion führte. Die Gründung der Branchenorganisation Milch wird - so hoffen wir - zu einer Stabilisierung des Schweizer Milchmarkts, vor allem aber zu einem korrekten Milchpreis für unsere Produzentinnen und Produzenten führen. In Europa aber auch in der Schweiz fanden im September zahlreiche Demonstrationen statt. Politikern aber auch Konsumentenkreisen wurde damit vor Augen geführt, dass es nicht länger möglich ist, Milch zu einem Selbstkostenpreis zu produzieren, der nicht einmal die Produktionskosten deckt. Die Lage bei der Käsereimilch war im Jahre 2009 zufriedenstellend. Die Tatsache, dass unsere Produkte durch die AOC einen Mehrwert erzielten, wirkt sich günstig aus. Auf dem Fleischmarkt, insbesondere bei den Rindern, waren die Preise rund 10 % unter jenen des Vorjahres. Die von der Freiburgischen Viehverwertungs-Genossenschaft organisierten Märkte sorgen für alle Landwirtinnen und Landwirte für Transparenz bei den Marktpreisen und oft für einen willkommenen höheren Preis. 4

5 BERUFSVERTRETUNG Bei den Schweinen wurden im Jahre 2008 normale Preise erzielt. Diese konnten aber nicht gehalten werden und tauchten im Monat Juli erstmals unter die 4 Frankenschwelle pro kg Schlachtgewicht. Auch hier stellen wir fest, dass die Angebotslenkung eines der Hauptkriterien darstellt. Der Einfluss der 3 Hauptkäufer in der Schweiz, welche die Preise stark diktieren, führt immer mehr dazu, dass diese keinen Bezug mehr zur Realität und zu unseren Produktionskosten haben. Die Getreideernte lag leicht über dem Vorjahr. Im Freiburger Gebiet wirkte sich jedoch der Hagel vom 23. Juli sehr negativ auf die gesamte Ernte aus. Trotz intensiver Arbeit im Rahmen der Branchenorganisation Swiss granum sowie unserer Kollegen des Schweizerischen Getreideproduzentenverbands befinden sich die Getreidepreise auf einem historischen Tiefpunkt. Bei den Kartoffeln liegt der Ertrag in der Schweiz deutlich über jenem der Vorjahre. Aufgrund des günstigen Klimas rechnen wir mit einer um rund 30 % höheren Produktion. Wir weisen darauf hin, dass erstmals seit zahlreichen Jahren die schweizerische Gesamtfläche von Kartoffeln in diesem Jahr 2009 nicht zurückgegangen ist. Hingegen ist dies die erste Schweizer Ernte, die ohne grössere Stützung des Bundes erfolgt. Die Branche ist gefordert, Lösungen für einen optimalen Absatz der Produktion zu suchen. Bei der Berufsvertretung war die Arbeit ebenfalls gross. Der enorme Druck auf die Preise bleibt nach wie vor das Sorgenkind der gesamten Berufsvertretung. Selbstverständlich spielen bei der Festlegung der Preise unterschiedliche Parameter mit. Ab Januar 2009 hat eine Delegation von Freiburger Bäuerinnen und Bauern an verschiedenen Sitzungen in Belgien zum Thema Agrarfreihandelsabkommen mit der Europäischen Union teilgenommen. Zahlreiche Informationen bestätigen uns, dass wir uns vehement gegen diese möglichen Abkommen wehren müssen, die unser landwirtschaftliches Einkommen noch stärker und schneller senken würden. Die Abkommen von Doha auf Stufe Welthandelsorganisation (WTO) befinden sich in einer Ruhephase, könnten aber sehr schnell wiederbelebt werden und unsere gesamte Schweizer Landwirtschaft bedrohen. Die ultraliberale Haltung unserer Bundesrätin gibt nicht Anlass zu Optimismus für unsere Landwirtschaft, insbesondere was globale Abkommen betrifft. Die Vernehmlassung zum neuen Raumplanungsgesetzesentwurf bereitete unserer Berufsvertretung ebenfalls viel Arbeit. Eine Prüfung derselben hat gezeigt, dass sie die Entwicklung unserer Branche, insbesondere bei den verschiedenen landwirtschaftlichen Bauten, nicht berücksichtigt. Dieses Projekt scheint vom Bundesrat aufgegeben worden zu sein, der eine Teilrevision des entsprechenden Gesetzes vorschlägt. Auch der Bericht über die Weiterentwicklung des Direktzahlungssystems beschäftigte uns sehr und tut dies immer noch. Er präzisiert die möglichen Richtlinien des Bundes für die kommenden Jahre, d.h. ab Dieser Bericht fällt für die gesamte Schweizer Landwirtschaft sehr negativ aus. Er sieht eine deutliche Senkung des landwirtschaftlichen Einkommens vor und lässt keine Hoffnung für die Zukunft. Der FBV stellt sich vehement gegen ein solches Antizipieren von Problemen und die Formulierung von Lösungen wie "Biodiversität" und "Ultraliberalismus". Bei der Förderung der Landwirtschaft hat der FBV weiter an der Pflege der verschiedenen Beziehungen mit den Konsumentenkreisen gearbeitet. So waren wir Ende Oktober am Comptoir gruérien in Bulle vertreten, was uns erlaubte, den Besucherinnen und Besuchern die Vitalität unserer Landwirtschaft aufzuzeigen. 5

6 DIENSTE - VERSICHERUNGEN Einleitung Die Abteilung Versicherungen ist in vollem Umbruch, sei dies bei den Dienstleistungen wie beim Personal. Die Übernahme der Krankenkasse Philos durch die Groupe Mutuel veränderte den praktischen Umgang mit den Versicherten grundlegend. Die Fakturierung und die Bearbeitung der Krankheitsfälle werden nun direkt von der Groupe Mutuel ausgeführt. Personal Frau Karin Burri hat die Arbeit von Frau Sandra Corsini übernommen und kümmert sich vorwiegend um die Fakturierung der übrigen Versicherungen. Sie ist deutscher Muttersprache und spricht ausgezeichnet Französisch. Sie absolviert ein Arbeitspensum von 50 %. Im Aussendienst wurden zwei neue Teilzeitmitarbeiter eingestellt. Leider musste der deutschsprachige Mitarbeiter die Stelle wieder aufgeben, da er auf dem eigenen Hof sehr beansprucht war. Aus diesem Grund sind wir erneut auf der Suche nach einer/einem Mitarbeiter/in. Für den französischen Teil des Kantons haben wir einen kompetenten Mitarbeiter in der Person von H. Christophe Pittet gefunden. Wir wünschen den beiden neuen Mitarbeitern viel Erfolg und Freude bei ihrer Arbeit. Ein herzliches Dankeschön geht ebenfalls an die beiden anderen Mitarbeiterinnen für Ihren täglichen Einsatz im Dienste der Landwirtschaft. Krankenkasse Obl. Krankenpflegeversicherung (OKP) Der Anschluss an eine grosse Versicherergruppe hat nicht nur Nachteile. Es erlaubt uns, von neuen öffentlichen Kassen zu profitieren, welche günstigere Prämien anbieten. Es müssen aber auch Bedingungen eingegangen werden wie beispielsweise der Anschluss an das Gesundheitsnetz. Für 2010 verzeichnen wir einen leichten Prämienanstieg. Krankenkasse Krankentaggeldversicherung (KT) Die Prämie für die Taggeldversicherung ist sehr vorteilhaft, sei es für den Arbeitnehmer wie für den Arbeitgeber. Interessant ist sie auch für den selbständig Erwerbenden. Die Versicherung ist Teil eines grossen Kollektivs, das es möglich macht, die Auswirkungen grosser Krankheitsfälle auszugleichen, so dass die Prämien mehr oder weniger stabil bleiben. Die gute Rentabilität der Kasse ermöglicht es, den Satz von 1,6 % auf 1,3 % abzusenken. Hingegen fliesst der Anteil von 0,3 % aus einem Spezialfonds zum Ausgleich nicht mehr, weshalb die Prämie auch im ,3 % beträgt. Unfallversicherung (UVG) Die Unfallversicherung entspricht den Erwartungen der Kunden, sie bietet attraktive Prämien. Ihr können alle landw. Angestellte angeschlossen werden und sie akzeptiert auch das Personal der Landwirtschaft angegliederten Tätigkeiten wie Agrarhandel, Gemeinschaften, Arbeiten für Dritte, usw. Nicht- Berufsunfälle werden ab einer wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 8 Stunden versichert. Berufliche Vorsorge (BVG) Unsere Versicherung kümmert sich ebenfalls um die berufliche Vorsorge für das landw. Personal. Die Situation ist auch hier sehr stabil und sie bietet den Landwirten das, was sie für ihre Mitarbeiter benötigen. Gut zu wissen ist, dass der Arbeitgeber von der Prämienpflicht befreit werden kann, wenn die Arbeitsdauer weniger als 90 Tage beträgt. Voraussetzung ist, dass beide Parteien dies schriftlich bescheinigen. Freiwillige berufliche Vorsorge Sie ist sehr wichtig für den selbständig Erwerbenden. Sie erlaubt es ihm, ein Kapitalpolster für seine Rente aufzubauen. Die Prämien sind von der Steuer und der AHV abziehbar. Diese Vorsorge bietet maximale Flexibilität für den selbständig Erwerbenden. 6

7 DIENSTE - VERSICHERUNGEN Der selbständig Erwerbende hat zudem die Möglichkeit, das Kapital für Investitionen auf dem Betrieb (Landkauf und Bauten) vorzubeziehen. In einkommensstarken Jahren können Prämien eingekauft werden, die sich steuerlich voll auswirken. Zudem kann die IV-Rente und das Todeskapital den Bedürfnissen angepasst werden. Es ist wichtig, dass sich die junge Generation darum kümmert, dass sie eine korrekte Risikoabdeckung hat. Es darf in keinem Fall zugewartet werden, bis ein Schadenfall eingetroffen ist, dann ist es meist zu spät! Haftpflicht Unser Angebot wird wenig genutzt. Die Haftpflichtversicherung ist verfügbar und sie erlaubt eine korrekte Deckung. Gerne erstellen wir für Sie eine unverbindliche Offerte. Es ist natürlich unerlässlich, eine Haftpflichtversicherung abzuschliessen oder die gegenwärtige Deckung auszuweiten, denn beispielsweise im Falle eines Neu- oder Umbaus muss dieses Risiko miteinbezogen werden. Fahrzeugversicherung Diese Versicherung ist wenig beansprucht, sie wird mit einer spezialisierten Partnergesellschaft abgeschlossen. Der Vorteil dieser Lösung ist, dass der Landwirt von Prämienrabatten profitiert. Dienstleistungen Unsere Dienstleistungen sind zahlreich und komplex zugleich. Sie sind allen Landwirten zugänglich. Unsere Philosophie lautet, dem Kunden behilflich zu sein und ihm die optimale Lösung für seine private Situation und seinen landw. Betrieb unter Einbezug der finanziellen Möglichkeiten anzubieten. Sie können uns jederzeit kontaktieren und einen Beratungstermin vereinbaren. Kostenpunkt: Fr im Maximum und gratis bei einem Vertragsabschluss einer Versicherung. Diese Investition ist oftmals Gold wert! Im 2009 wurden zahlreiche Anfragen bearbeitet und viele gute, an die Betriebe angepasste Lösungen konnten gefunden werden. Schlussbetrachtungen Abschliessend hoffen wir, Sie für die Problematik der zahlreichen Risiken und ihre Versicherungsdeckung sensibilisiert zu haben. Es wird oftmals festgestellt, dass gerade die grossen Risiken schlecht abgesichert sind. Ihr Jungen, nehmt Euch einen Moment Zeit für Euer Versicherungsdossier. Ihr werdet schnell feststellen, dass es dringend notwenig ist, Massnahmen zu ergreifen! André Remy Rechtsschutzversicherung Diese Versicherung ist sehr preiswert (Fr /Fr pro Jahr). Damit erhält der Versicherte die notwendige Beratung und Unterstützung im Streitfall. Sie deckt die beruflichen und privaten Risiken. Die Mitarbeiter können für einen Zuschlag von Fr pro Jahr ebenfalls abgesichert werden. 7

8 DIENSTE - LANDWIRTSCHAFTLICHE BUCHHALTUNG AGRO Fiduciaire / Treuhand Fribourg Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Freiburgischen AGRO Fiduciarie / Treuhand Fribourg waren auch im vergangenen Jahr erfolgreich tätig. Ihre hauptsächliche Tätigkeit war der Abschluss von landwirtschaftlichen Buchhaltungen, in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden. Ebenso konnten die Steuererklärungen erstellt und fristgerecht eingereicht werden. Beim Personal gab es geringfügige Änderungen: H. Raphaël Conus, Bionnens, hat seine Tätigkeit als Teilzeitbuchhalter aufgegeben, um sich seinem Betrieb besser widmen zu können. Herzlichen Dank für all die geleistete Arbeit! Neu im Team der Buchhalter ist Frau Sophie Currat, Le Crêt. Sie bewirtschaftet mit ihrer Familie einen Milchwirtschaftsbetrieb. Wir wünschen ihr viel Erfolg und Freude bei der neuen Arbeit. Im Zuge der Restrukturierung in der Landwirtschaft, wurden im vergangenen Jahr erneut zahlreiche Betriebsgemeinschaften gegründet. Für den Buchhalter und Treuhänder heisst dies, besondere Sorgfalt walten zu lassen. So sind in Folge der Zusammenarbeit oft mehrere Buchhaltungen miteinander verflochten, was besondere Aufmerksamkeit erfordert. Wichtig beim Abschluss von Gemeinschaftsbuchhaltungen ist zudem die permanente Übersicht über die jeweiligen Vermögensanteile, damit es zu jeder Zeit möglich ist, Neumitglieder aufzunehmen oder Mitglieder austreten zu lassen oder um ganz einfach die Auflösung vornehmen zu können. Bäuerliche Bürgschaftsgenossenschaft des Kantons Freiburg Die Tätigkeit der Bäuerlichen Bürgschaftsgenossenschaft des Kantons Freiburg hatte sich bei der Gründung in den Vierzigerjahren die hehre Aufgabe gestellt, den Freiburger Bauern erschwingliche Darlehen zu ermöglichen. Auch heute noch ist diese Organisation ihrem Leitgedanken treu geblieben. So wurden im Geschäftsjahr 2008 die Bürgschaft für neue Kredite von insgesamt Fr. 560' übernommen. Rund die Hälfte dieser Kredite wurde für die Finanzierung des Inventars (Starthilfen) junger Landwirte verwendet, welche nicht die Möglichkeit hatten, den Kredit auf der Liegenschaft ihrer Eltern abzusichern. Die andere Hälfte wurde dafür verwendet, die Restfinanzierung neuer Ökonomiegebäude und Wohnungen zu ermöglichen. Verbürgte Kredite in der Höhe von Fr. 33' konnten definitiv zurückbezahlt und somit von der Bürgschaft entlassen werden. Zusätzlich wurden Fr. 619' der verbürgten Kredite amortisiert. Somit wurden Ende 2008 Kredite von 80 Landwirten in der Höhe von Fr. 4,019 Millionen verbürgt. Die rasante Restrukturierung unserer Landwirtschaftsbetriebe, ausgelöst durch die aggressive Agrarpolitik des Bundes, führt dazu, dass die Betriebseinheiten immer grösser und kapitalintensiver werden. Wird der Betrieb immer umfangreicher, so kann nicht einfach mir nichts dir nichts mehr produziert werden. Die Betriebe sind gezwungen, ihre Infrastruktur wie Stallungen und Installationen, Hangars, Bewässerungsanlagen, Nutzvieh und Maschinen, der Betriebsgrösse anzupassen und zu investieren. Fährt man über Land, sind die zahlreichen gross dimensionierten Ökonomiegebäude nicht zu übersehen. Werden die Betriebe weiterhin so rasant wachsen, genügen die heutigen Finanzierungsmodelle und die aktuellen Gesetzesgrundlagen bald nicht mehr aus, um unter vernünftigen finanziellen Risiken produzieren zu können. Hat der Familienbetrieb ausgedient, will man die Landwirtschaft industrialisieren? Die finanziellen Möglichkeiten einer Bauernfamilie jedenfalls haben ihre Grenzen, insbesondere bei jungen Familien. Denn ein gesundes Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital hat mehr denn je seine Bedeutung. 8

9 DIENSTE - EXPERTISEN und SCHÄTZUNGEN FBV Einleitung Der Dienst "Expertisen und Schätzungen" ist sehr aktiv und mobilisiert all seine Kräfte, um alle Aufträge fristgerecht ausführen zu können. Die starke Nachfrage zeigt, dass es richtig war, diese Dienstleistung anzubieten. Die Tätigkeit ist stark an das Bundesgesetz über das Bäuerliche Bodenrecht vom 4. Oktober 1991 (BGBB) gebunden. Laufend werden auch Finanzierungsfragen und die daraus erfolgenden Kosten bearbeitet. Hofübergabe Die Hofübergabe wirft immer wieder zahlreiche Fragen auf, die genau analysiert und beantwortet werden müssen. Es ist für uns nicht immer leicht, die richtige Lösung anbieten zu können, mit der alle Familienmitglieder einverstanden sein können. Neue steuerliche Richtlinien Im Jahr 2009 wurden auf kantonaler Ebene neue Richtlinien im Bereich Besteuerung der Kapitalgewinne eingeführt. Daraus resultieren substanzielle Steuererleichterungen für die Besteuerung der Kapital- und Liquidationsgewinne bei der Überführung des landwirtschaftlichen Betriebes ins Privatvermögen. Die Anwendung dieser neuen Gesetzgebung betrifft die Selbständigerwerbenden ab dem 55. Altersjahr oder bei Invalidität. Erfolgt die Aufgabe der selbständigen Tätigkeit vor der oben erwähnten Altersgrenze, so werden Kapitalgewinne wie bisher steuerlich abgerechnet. Das heisst, der Kapitalgewinn wird zum ordentlichen Einkommen hinzu gezählt. Aufgabe der selbständigen Tätigkeit und Verpachtung Bei der Verpachtung des ganzen Gewerbes kann der Betrieb im Geschäftsvermögen verbleiben, die Gewinnsteuer auf die kumulierten Abschreibungen wird aufgeschoben. Wird jedoch nur das Land verpachtet, der Ökonomieteil bleibt ungenutzt und die Wohnung wird weiterhin selber bewohnt, so fällt der Aufschub dahin und der Betrieb wird ins Privatvermögen überführt mit Steuerfolgen für den Kapitalgewinn (kumulierte Abschreibungen). Der Eigentümer, der den ganzen Betrieb verpachtet, hat die Freiheit den Zeitpunkt der Überführung ins Privatvermögen selber zu bestimmen, mit Steuerfolge für die kumulierten Abschreibungen. Besteuerung der Liquidationsgewinne Seit dem 1. Januar 2009 werden im Kanton Freiburg die Kapital- u. Liquidationsgewinne separat vom ordentlichen Einkommen besteuert. Spricht man von Liquidationsgewinn, so sind das die Auflösung stiller Reserven auf dem Inventar und die kumulierten Abschreibungen auf den Gebäuden und Einrichtungen, die beim Verkauf realisiert werden. Vom Liquidationsgewinn können abgezogen werden: Einkauf und fiktiver Einkauf in eine Vorsorgeeinrichtung. Fiktive Einkäufe werden sofort besteuert zu den Steuersätzen eines Vorsorgekapitalbezuges. Nach Abzug der geschuldeten AHV-Prämie wird der Restgewinn separat vom ordentlichen Einkommen besteuert. Für die Festsetzung des Steuersatzes wird ein Fünftel des Gewinnes beigezogen. Der Mindestsatz von 6 % kommt aber in jedem Fall zur Anwendung. Schlussbetrachtung Es ist ratsam, wenn immer möglich bei jeder Handänderung die kumulierten Abschreibungen abzurechnen. Mit dieser Praxis wird verhindert, dass sich die stillen Reserven ins unermessliche anhäufen und eine nächste Übergabe noch erschwert wird. André Remy 9

10 GESCHÄFTSFÜHRUNGEN Landwirtschaftlicher Betriebshelferdienst (SECADA) Unser landwirtschaftlicher Betriebshelferdienst verzeichnete eine weitere Zunahme seiner Tätigkeiten. Die Anzahl der Aushilfstage im Jahre 2008 nahm gegenüber dem Vorjahr um 43 % zu, Tendenz steigend. Die meisten Betriebshelferdienstgesuche werden infolge Krankheit und Ferienabwesenheit gestellt. Glücklicherweise konnten wir diesen Sommer zwei neue Vollzeit-Betriebshelfer anstellen, nämlich die HH. Steve Meuwly und Sébastien Jaquet, womit wir insgesamt über drei festangestellte Betriebshelfer verfügen. H. Gaston Nicolier ist weiterhin für die Wochenend- Notfallhotline zuständig. Unsere Liste zählt auch weitere gelegentlich im Einsatz stehende Betriebshelfer. Um jedoch den zahlreichen Gesuchen nachkommen zu können, möchten wir mehr Personal anstellen. An der Jahresversammlung in Vuisternens-dt- Romont ist H. Toni Vonlanthen der Landi Düdingen als Vertreter des Agrarhandels in den Direktionsvorstand aufgenommen worden. Freiburgische Vereinigung der Zuckerrübenpflanzer Im 2009 begann die Zuckerrübenernte am 17. September unter guten, besonders trockenen Bodenbedingungen. Die Erträge sind gut und der Zuckergehalt ist ausserordentlich hoch. Die ergiebige Produktion führt zu einem Anschwellen der Zuckerrübenlager. Aufgrund mehrerer ertragsreicher Jahre ist das Problem nun akut. Der Berufsstand sah sich deshalb gezwungen, die Produzentenquoten zu kürzen und all jenen Produzenten, die dies wünschten, ein Einfrieren ihrer Quote für das Jahr 2010 anzubieten. An der Jahresversammlung verabschiedeten die Freiburgischen Zuckerrübenpflanzer eine Resolution zur Änderung des Bundesbeitrags für Zuckerrübenproduzenten. Das erarbeitete System sieht eine Prämie von Fr. 1' pro ha vor. Aus Angst vor einer möglichen Qualitätseinbusse bei Zuckerrüben, die ein solches System nach sich ziehen könnte, schlägt unsere Vereinigung vor, die Prämie nicht mehr auf der Grundlage der gesäten Fläche, sondern aufgrund der Zuckerquote zu gewähren. Freiburgischer Pächterverband Mit rund 140 Mitgliedern nimmt der Freiburgische Pächterverband die Interessenvertretung all jener wahr, die ihren landwirtschaftlichen Betrieb oder einen Teil davon in Pacht betreiben. An der Jahresversammlung in Vuisternensen-Ogoz rief der Präsident der waadtländischen Schwesterorganisation die Freiburger Pächter dazu auf, ihren Verband aufrechtzuerhalten. Andernfalls fehlen dem Schweizerischen Pächterverband die Ressourcen, um spezifische Forderungen der Pächter durchzusetzen. Klub der Freiburgischen Jungzüchter Zum vierten Mal in Folge hat der Klub der Freiburgischen Jungzüchter gewisse administrative Tätigkeiten wie die Rechnungsstellung und die Buchhaltung dem FBV übertragen. Dieser von einem jungen und dynamischen Vorstand geführte Klub unter dem Vorsitz von H. Benoît Cardinaux, verzeichnet heute 490 Mitglieder. Im Dezember 2009 wird die Junior Bulle Expo mit Stolz ihre 20. Austragung feiern. 10

11 GESCHÄFTSFÜHRUNGEN Freiburgischer Alpwirtschaftlicher Verein Im Jahre 2009 befasste sich der Freiburgische Alpwirtschaftliche Verein (FAV) hauptsächlich mit der Problematik der Revitalisierung der Alpwirtschaft, insbesondere im Rahmen der Anpassung von Alphütten, die Käse zu Handelszwecken herstellen. Im Anschluss an die am 25. Mai 2009 in Kraft getretene neue Verordnung über die hygienische Milchverarbeitung in Sömmerungsbetrieben nahm der FAV an zahlreichen Informationssitzungen mit verschiedenen Teilnehmern teil und suchte nach Lösungen für jeden einzelnen Sömmerungsbetrieb. Die Kontrollen fanden durch das kantonale Labor statt, das mit den Alpbewirtschaftern ein gewisses Arbeitsklima aufbauen konnte. In der Folge konnten Kostenvoranschläge erstellt werden. Der FAV dankt den verschiedenen Staatsämtern, dem Staatsrat sowie dem Grossen Rat für ihre grosse finanzielle Unterstützung der Alpwirtschaft im Rahmen des Belebungsprogramms des Kantons Freiburg. Das Jahr 2009 war punkto Klima für die Alpen ein sehr gutes Jahr. Dank viel Sonnenschein und geringen Regenfällen konnte das Vieh lange auf den Alpen verweilen. Der FAV führte im Jahre 2009 wiederum Winterkurse durch, die gut besucht wurden und hauptsächlich dem Tourismus und der Vorbeugung der Blauzungenkrankheit auf den Alpen gewidmet waren. Ein anderes Thema, das an den Winterkursen aufgegriffen wurde, war die besorgniserregende Anwesenheit des Wolfes auf den Alpen. Eine Koordinationsgruppe "Wolf" wurde ins Leben gerufen, der auch Delegierte unseres Vorstandes angehören. Unsere Website ist nun fertig erstellt und steht allen Liebhabern unserer Freiburger Alpen zur Verfügung. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Besuch unter Vereinigung zur Förderung der Produkte aus dem Freiburgerland Im Jahr 2009 konnten wir unser 10-jähriges Bestehen feiern und können heute bestätigen, dass unsere Vereinigung voll auf Kurs ist. In diesen ersten zehn Jahren konnten wir namhafte Erfolge verbuchen. Unser Ziel, nämlich den Bekanntheitsgrad und das Image unserer Freiburger Produkte zu steigern, haben wir erreicht. Wie ist uns dies gelungen? Hier einige konkrete Beispiele zur seit 1999 geleisteten Förderungsarbeit: Vermietung von Material an die Mitglieder Stand bei Ereignissen und an Veranstaltungen Salon Suisse des Goûts & Terroirs Organisation des Schweizer Standes am Salon International de l'agriculture in Paris Zahlreiche Werbekampagnen Website Online-Verkauf von Gemüse aus der Region Vully und Seeland Förderung von Traditionen wie jener der Kilbi Postkarten Der Einfluss dieser Aktionen auf dem in- und ausländischen Markt ist teilweise messbar durch unsere Medienpräsenz, unsere von den grossen Küchenchefs verwendeten und gepriesenen Produkte, die Produktion und den Verkauf von spezifischen Produkten wie der Cuchaule, dem Kilbisenf, der Poire à Botzi (Büschelibirne), unseren Käsen und vielem mehr. Die im Jahre 2009 erfolgte Wiederbelebung der Kilbi war ein voller Erfolg, insbesondere aufgrund der starken Medienpräsenz. Unsere Präsenz in Berlin, Paris, Zürich, Freiburg, Genf, Bulle und St. Gallen führte zu neuen Kontakten und einer Erhöhung des allgemeinen Bekanntheitsgrads der Agrarprodukte aus dem Freiburgerland. Die aktuelle Krise und der Druck auf die Preise erfordern verstärkte Bemühungen, um unsere Marktanteile halten zu können. Ausserdem müssen unsere gewerblich hergestellten Produkte dank ihrer Wertschöpfung in der Lage sein, den Produzentinnen und Produzenten heute wie in Zukunft einen korrekten Preis zu garantieren. 11

12 RECHNUNG 2008 Ertrag Erfolgsrechnung 2008 Budget 2008 Budget 2010 Jahresbeiträge Landw. Buchhaltungsdienst Versicherungen Expertisen und Schätzungen Produkte aus dem Freiburgerland Verschiedene Sekretariate Verschiedenes 555' ' ' ' ' ' ' ' ' ' ' ' ' ' ' ' ' ' ' ' Total Ertrag 2'130' '043' '025' Aufwand Personal Administration Dienste FLK Transportkosten Gebäudeaufwand Informatik Berufsvertretung Steuern und Finanzaufwand Verschiedenes 1'267' ' ' ' ' ' ' ' ' '270' ' ' ' ' ' ' ' ' '248' ' ' ' ' ' ' ' ' Total Aufwand 2'127' '995' '016' Gewinn 3' ' ' BILANZ Aktiven Flüssige Mittel Forderungen Immobilien 1'560' ' ' '553' ' ' Total Aktiven 2'469' '423' Passiven Kurzfristige Verpflichtungen Mittelfristige Verpflichtungen Reserve-Fonds Eigenkapital Jahresergebnis 1'127' ' ' ' ' '201' ' ' ' Total Passiven 2'469' '423'

13 KONTROLLSTELLE Als Revisionsstelle haben wir die Jahresrechnung (Bilanz, Erfolgsrechnung und Anhang) des Freiburgischen Bauernverbandes sowie des Fonds Collaud für das am 31. Dezember 2008 abgeschlossene Geschäftsjahr geprüft. Für die Jahresrechnung ist der Verwaltungsrat verantwortlich, während unsere Aufgabe darin besteht, diese zu prüfen. Wir bestätigen, dass wir die gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich Befähigung und Unabhängigkeit erfüllen. Unsere Revision erfolgte nach dem Schweizer Standard zur Eingeschränkten Revision. Danach ist diese Revision so zu planen und durchzuführen, dass wesentliche Fehlaussagen in der Jahresrechnung erkannt werden. Eine Eingeschränkte Revision umfasst hauptsächlich Befragungen und analytische Prüfungshandlungen sowie den Umständen angemessene Detailprüfungen der beim geprüften Unternehmen vorhandenen Unterlagen. Dagegen sind Prüfungen der betrieblichen Abläufe und des internen Kontrollsystems sowie Befragungen und weitere Prüfungshandlungen zur Aufdeckung deliktischer Handlungen oder anderer Gesetzesverstösse nicht Bestandteil dieser Revision. Bei unserer Revision sind wir nicht auf Sachverhalte gestossen, aus denen wir schliessen müssten, dass die Jahresrechnung sowie der Antrag über die Verwendung des Bilanzgewinns nicht Gesetz und Statuten entsprechen. Fidutrust Revisions AG Dominique Borcard Dominique Aebischer Jean-Bernard Bapst Granges-Paccot, 24. Juni 2009 Brandversicherung Bürogebäude: 50 % von Fr. 2'162' Fonds Collaud, Freiburg Reserve für Stipendien am 1. Januar 2009 Kapital am 1. Januar 2009 Fr. 18' Fr. 21'

14 DAS WORT des Regionalen Naturparks Gruyère - Pays-d'Enhaut Die Landwirtinnen und Landwirte erhoffen sich vom Park einen Beitrag zur mittel- und langfristigen Erhaltung ihrer Aktivitäten. Im Jahre 2009 widmete sich die Landwirtschaftskommission des Parks zwei Projekten. Die Investition für die Ausdehnung der ökologischen Netzwerke zahlt sich aus: Seit 2009 decken die Netzwerke der Intyamon- und Jaun-Täler die gesamte landw. Nutzfläche (LN) der 7 Freiburger Gemeinden des Parks ab. Die Schaffung eines landwirtschaftlichen Parkvereins, der sämtlichen Landwirten und Alpbewirtschaftern offen steht, wurde gut aufgenommen. Dieser Verein entstand aus einem Informationsbedarf über den Park und dem Wissen um die Bedeutung eines Zusammenschlusses der Landwirte aus der Waadtländer und Freiburger Region. Er muss nun noch gefestigt werden, damit er der wirkliche Ansprechpartner des Parks wird und Landwirte dazu motivieren kann, sich zu engagieren. In Cerniat wurde ein Pilotprojekt mit Ziegenherden gestartet, welches die Aufgabe hat, eine offene Landschaft aufrechtzuerhalten und die Verbuschung zu bekämpfen. Der Park sollte zu einer vermehrten Anerkennung der landwirtschaftlichen Tätigkeiten führen, sei dies bezüglich Produktion und Aufwertung der Produkte als auch Gestaltung und Erhaltung der Landschaft. Für das Jahr 2010 stehen die Konkretisierung des ökologischen Netzwerkes im Pays-d'Enhaut sowie die Verkaufsförderung der Produkte im Vordergrund. Ferner wird die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Abwässer geprüft. Es muss schrittweise vorgegangen werden und es sind Aktionen notwendig, die nicht vorgeschrieben sind, sondern von der Basis ausgehen. Montbovon, Oktober 2009 Vincent Grangier, Präsident der Landwirtschaftskommission des Parks des Verbandes Freiburgischer Bienenzüchter Die Familie der Freiburgischen Bienenzüchter ist gross. Man ist per Du, man verfolgt die gleichen Ideale, nämlich die Hingabe zu den Bienen! Nach dem Massensterben im Frühling 2008 eilte uns Mutter Natur zu Hilfe und bescherte uns einen Frühling mit ziemlich grossen Bienenschwärmen und damit eine Besiedelung leerer Bienenstöcke. Im Frühling 2009 weist die kantonale Statistik 690 Bienenzüchter aus mit insgesamt 9'000 Völkern. Der Winter 2008/09 meldete sich sehr früh und dauerte sehr lange. Aufgrund der monatelangen Abgeschlossenheit waren wir etwas in Sorge über das Wohlbefinden unserer Bienen. Glücklicherweise erwiesen sich unsere Befürchtungen als unbegründet und der sehnlichst erwartete Frühling meldete sich. Die Entwicklung folgte der Kurve der Natur. Intensive Sonnenmomente ermöglichten den Flugbienen eine sehr schöne erste Ernte. Die zweite Ernte - obwohl weniger einträglich - ermöglichte die Aufnahme von Nektar aus Himbeer- und Brombeersträuchern, Weissklee, Linden und Eichen. Es war definitiv ein gutes Jahr! EINE ALLERLIEBSTE BIENE AUF EINER OFFENEN BLÜTE LÄSST NAHRUNG FÜR DIE GESAMTE MENSCHHEIT ENTSTEHEN Genau das ist die Hauptaufgabe der bestäubenden Bienen. Schon Albert Einstein stellte fest, dass eine Welt ohne Bienen zum Untergang der Menschheit führen würde. Heutzutage wächst dieses Bewusstsein stetig und immer mehr Personen absolvieren die Grundausbildung für Bienenzüchter. Diese erfolgt im kantonalen Rahmen und wird alle zwei Jahre zweisprachig durchgeführt. Seit 2008 gewährt der Staat Freiburg, der sich des Stellenwerts der Bienen bewusst ist, Neuimkern, welche die Grundausbildung absolviert haben, eine finanzielle Starthilfe. Diese Initiative freut uns sehr. Die Grundausbildung erfreut sich denn auch zunehmender Beliebtheit und dieses Jahr konnten unsere Bezirksvereine eine Zunahme ihrer Mitglieder verzeichnen. Villarimboud, Oktober 2009 Michel Curty, Präsident 14

15 DAS WORT VON H. PASCAL KRAYENBUHL H. Pascal Krayenbuhl hat am 1. April dieses Jahres die Leitung des Amts für Landwirtschaft des Kantons Freiburg übernommen. Wir übergeben ihm deshalb gerne das Wort, um uns seine Vision der Freiburger Landwirtschaft darzulegen. Um eine Vision zu entwickeln, kann es Sinn machen, auf der Grundlage verschiedener Annahmen, Szenarien aufzustellen. Genau das werden wir nachfolgend tun, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne wissenschaftlichen Ansatz. H. Pascal Krayenbuhl, Dienstchef des Amts für Landwirtschaft des Kantons Freiburg VISION DER FREIBURGER LANDWIRTSCHAFT FÜR DIE KOMMENDEN 10 JAHRE Einleitend sei daran erinnert, dass es schwierig ist, Zukunftsprognosen zu stellen und diese deshalb mit Vorsicht zu geniessen sind. Die Aufgabe ist umso komplexer, als dass sich heute alles sehr schnell verändert. Man denke dabei an die Restrukturierung der Milchwirtschaft auf dem inländischen Markt oder die bilateralen Abkommen auf dem Auslandmarkt. Unabsehbar bleibt, wie sich die laufenden Verhandlungen im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) entwickeln und zu welchem Ergebnis sie führen. Das gleiche gilt für die Verhandlungen im Hinblick auf ein "Agrarfreihandelsabkommen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union" (FHAL). Es ist klar, dass sich die Verhandlungsergebnisse in jedem Fall stark auf die Entwicklung der Schweizer Agrarpolitik und demzufolge auf die Freiburger Landwirtschaft auswirken werden. Szenario 1: Ein FHAL wird diskutiert, das WTO-Abkommen hat zu keinem Ergebnis geführt Trotz mehrerer Versuche der Agrar-Nettoexportländer, die WTO-Verhandlungen wiederzubeleben, wird kein Konsens gefunden. Die Vision der Ernährungssouveränität herrscht vor und es wird allgemein eingeräumt, dass die Landwirtschaft den strengen Regeln des freien Markts nicht unterstellt werden kann. Mit dem Wiederaufschwung der Weltwirtschaft haben die Märkte Zeit, sich zu organisieren; es stellt sich ein gewisses Gleichgewicht ein, insbesondere auf dem Milchmarkt. Die Preise steigen. AOC-Produkte und sich durch Swissness abhebende Nischenprodukte können sich auf Exportmärkten behaupten. Das Direktzahlungssystem wird beibehalten. Die parlamentarischen Debatten zeigen jedoch, dass die Anforderungen im Umweltbereich zur Stärkung der Biodiversität und zur Bekämpfung der Klimaerwärmung zunehmen. Trotz der Skepsis zahlreicher landwirtschaftlicher Organisationen steht der Abschluss eines FHAL unmittelbar bevor. Es werden genügend Mittel für griffige Begleitmassnahmen zur Verfügung gestellt, was ihm zu Akzeptanz verhilft. Die landwirtschaftlichen Betriebe haben sich in einem angemessenen Rahmen vergrössert, indem sie sich dem technischen Fortschritt stets angepasst und die nach Betriebsaufgaben frei werdenden Flächen übernommen haben. Die Unterstützung der Berglandwirtschaft bleibt bestehen und stösst bei den anderen Kreisen immer auf breite Zustimmung. 15

16 DAS WORT VON H. PASCAL KRAYENBUHL Trotz der grossen Interessenvielfalt ist es den Interessenvertretungsorganisationen gelungen, gestärkt aufzutreten und geeint zu bleiben. Obwohl sie nicht sehr zahlreich sind, verteidigen sie mit Erfolg eine familiengebundene und dynamische Landwirtschaft. Die Konsumentenkreise sind sich der Qualität und des Stellenwerts der Inlandproduktion bewusst. Die Klimaerwärmung und die höheren Energiekosten haben die Warentransporte verteuert, was sich positiv auf eine konsumentennahe Landwirtschaft auswirkt. Trotz grosser Rationalisierungsanstrengungen steigen die Produktionsmittelkosten weiter an, insbesondere jene von Treibstoffen. Um dieser unaufhörlichen Preissteigerung entgegenzuwirken, wird eine Umschuldung geprüft. Der Kanton bleibt bezüglich strukturellen Beihilfen und Förderung der Agrarprodukte aktiv. Szenario 2: Rascher Abschluss der WTO-Abkommen Die aktuelle Krise hält an. Zahlreiche Länder wünschen eine stärkere Öffnung für einen wirtschaftlichen Aufschwung. Unter dem Druck mehrerer Exportstaaten wird auf dem Gebiet der Agrarprodukte für den Abschluss des Doha-Zyklus ein Konsens gefunden. Die WTO-Abkommen werden somit schnell ratifiziert, ohne Kriterien bezüglich der Ursprungsbezeichnung der Produkte einzuführen. Das Prinzip der "green Box" - und somit die Garantie des Direktzahlungssystems - konnte jedoch beibehalten werden. Parallel dazu findet im Parlament eine Debatte zur Ausstattung eines Fonds zur Finanzierung von Begleitmassnahmen statt. Aufgrund der Rezession und der Sparmassnahmen werden diese knapp genehmigt, die Mittel aber reduziert. Das Sicherheitsnetz wirkt aber für den Ernstfall ungenügend. Schematisch gesehen ergeben sich folgende Konsequenzen: Preisrückgang für Agrarprodukte Erhöhter Wettbewerb auf den Agrarmärkten Beibehaltung des Direktzahlungssystems aufgrund der "green Box" sowie der Strukturhilfen Umgesetzte Begleitmassnahmen. Mit dem Rückgang der Produktpreise und trotz Aufrechterhaltung der Direktzahlungen kämpfen zahlreiche Betriebe mit immer grösseren finanziellen Schwierigkeiten. Das landwirtschaftliche Einkommen geht stark zurück. Der Milchmarkt, der sich nach der Gründung einer neuen Marktorganisation etwas stabilisiert hatte, gerät ins Wanken. Die WTO- Regeln erlauben keine staatliche Stabilisierung mehr, so dass die Milchbranche durch grosse Preisschwankungen geschwächt wird. Auch die Verarbeitungsindustrie ist betroffen, was zur Schliessung einer der Molkereien führt. Das Manko an Liquiditäten führt in zahlreichen Fällen dazu, dass Schulden nicht mehr zurückbezahlt werden können. Eine dringende Motion zur Umschuldung wird angenommen, was die Situation etwas beruhigt. Trotz dieser Eingriffe verschwinden immer mehr landwirtschaftliche Betriebe. Die drastischen Marktmassnahmen ermöglichen es jedoch nicht, wirksam einzugreifen und die Schutzklausel muss zum Einsatz gebracht werden. Die frei werdenden Flächen werden von den verbleibenden Betrieben übernommen. Im Talgebiet entstehen Grossbetriebe, die sich im Ackerbau oder der Milchproduktion spezialisieren. Im Berggebiet werden vermehrt die am schwierigsten zu bewirtschaftenden Flächen trotz ökologischer Direktzahlungen aufgegeben. Die Alpzone ist unter starkem Druck und nur wenige Alpen können sich halten. 16

17 DAS WORT VON H. PASCAL KRAYENBUHL Die Käseproduktion bleibt auf den liberalisierten Märkten ein wichtiger Trumpf. Bewirtschaftern, die in renovierte Strukturen investiert haben, gelingt es, mit organisatorischen Anpassungen zusätzliche Kapazitäten aufzufangen. Es zeichnet sich eine zweigleisige Landwirtschaft ab. Einerseits bestehen kleinere Strukturen mit bedeutenden Nebenerwerben, indem sämtliche Möglichkeiten des Direktverkaufs genutzt werden. Anderseits begegnet man grossen Strukturen, denen es gelungen ist, ihre Produktionskosten so zu senken, dass sie auf einem offenen Markt konkurrenzfähig sind. Wo stehen wir in 10 Jahren? Ziel dieser Szenarien war es, aufzuzeigen, wie die Zukunft aussehen und wie man sich entsprechend vorbereiten könnte. Auch wenn die Aufgabe auf den ersten Blick schwierig, ja sogar gefährlich erscheinen mag, so ist sie dennoch unerlässlich. Letztlich muss sich jede Bäuerin und jeder Bauer die Frage stellen: "Wo stehen wir in 10 Jahren?". Diese Frage mag beunruhigend klingen, doch ist sie unumgänglich. Bei jeder Bauernfamilie wird die Antwort darauf anders lauten und muss den persönlichen Erwartungen und Zielsetzungen angepasst werden. Bestimmt wird sich das Zukunftsbild von den beiden Szenarien unterschieden und liegt möglicherweise zwischendrin. Zahlreiche interne und externe Faktoren werden die Landwirtschaft beeinflussen. Einige Punkte können jedoch aufgezählt werden, welche die Landwirtschaft künftig prägen werden: die allgemeine Wirtschaftslage, die Qualität der landwirtschaftlichen Ausbildung, die Höhe der Direktzahlungen und der strukturellen Beihilfen, die ihm Rahmen der Verhandlungen und auf der Grundlage von bezifferten Modellen getroffenen Kompromisse, die Schlagkraft der Interessenvertretung, der technische Fortschritt, die Klimaerwärmung, die Frage der Energieversorgung und die Raumplanungspolitik. Diese Liste ist nicht vollständig, verdeutlicht aber die Komplexität der Einflussfaktoren. Konkreter ausgedrückt: Für die landwirtschaftlichen Betriebe werden das Preis- und Direktzahlungsniveau, begleitet von der optimalen Beherrschung der Produktionskosten über die Höhe des landwirtschaftlichen Einkommens entscheiden. Auch die strukturellen Beihilfen werden wichtig sein, um dem Investitionsbedarf gerecht zu werden und Güterzusammenlegungen zu ermöglichen. Nach diesen Überlegungen bleibe ich zuversichtlich, dass die Freiburger Landwirtschaft über zahlreiche Trümpfe verfügt, um die kommenden Herausforderungen anzunehmen. Ich wünsche mir zum Schluss, dass Sie, liebe Bäuerinnen und Bauern, Ihre persönlichen Überlegungen anstellen und vor allem den Weg finden können, der Sie zum Erfolg führen wird. Givisiez, 30. Oktober 2009 Pascal Krayenbuhl Dienstchef des Amts für Landwirtschaft Wir danken für Ihre Ausführungen und wünschen Ihnen viel Erfolg für Ihre berufliche Tätigkeit Freiburgischer Bauernverband 17

18 DAS WORT des Schweizerischen Bauernverbandes Agrarfreihandel mit der EU Die Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen Landwirtschaft mit der EU wurden im Herbst 2008 aufgenommen. Der SBV engagierte sich entlang verschiedener Achsen. Im März 2009 schickte der SBV Bundesrätin Leuthard eine Liste mit nicht-tarifären Handelshemmnissen. Auf der anderen Seite begleitete er die Ausarbeitung der Begleitmassnahmen für ein allfälliges EU- oder WTO-Abkommen. Schliesslich engagierte er sich auch für die Sicherstellung der nötigen Finanzen, die Umsetzung der ausgearbeiteten Begleitmassnahmen und unterstützt die SALS-Schweiz (Schweiz. Vereinigung für einen starken Agrar- und Lebensmittelsektor). WTO und bilaterale Freihandelsabkommen In der WTO bis im Herbst wenig bis nichts, auch wenn zwischendurch immer wieder die Wiederaufnahme der Gespräche angekündigt wurden. Da die WTO-Verhandlungen seit längerem blockiert sind, schloss die Schweiz mit verschiedenen Staaten bilaterale Freihandelsabkommen ab. Der SBV setzte sich dafür ein, dass in der Landwirtschaft keine Konzessionen gemacht werden, die unseren Grenzschutz weiter aufweichen. Direktzahlungssystem Der SBV begleitet die laufenden politischen Arbeiten für die eine Neugestaltung des Direktzahlungssystems eng und achtet dabei darauf, die produzierende Landwirtschaft zu stärken. Gut, gibt's die Schweizer Bauern Die Kampagne "Gut, gibt's die Schweizer Bauern" mit prominenten Persönlichkeiten im Edelweisshemd sowie zahlreichen weiteren Massnahmen wird fortgesetzt. Am 18. Oktober startete eine Castingaktion, an der sich jedefrau und jedermann als Botschafter für die Bauernfamilien bewerben kann. Daneben läuft die Suche nach neuen prominenten Persönlichkeiten. Im Frühling 2010 werden sowohl die neuen Prominenten wie die beiden Gewinner des Castings auf Plakaten in der ganzen Schweiz zu sehen sein. Bern, Oktober 2009 Jacques Bourgeois, Direktor der Branchenorganisation Milch Aktivitäten der BO Milch Die Branchenorganisation Milch (BO Milch) wurde, unter Federführung des schweizerischen Bauernverbandes, nach rund dreimonatiger Vorbereitungszeit am 29. Juni 2009 gegründet. Die BO Milch ist eine Plattform, in der alle Stufen der Wertschöpfungskette Milch gemeinsam und partnerschaftlich Lösungen zur Bewältigung der Herausforderung im Milchsektor definieren sollen. Gegenwärtig zählt die BO Milch 55 Mitglieder aus der Produktion, Verarbeitung und dem Detailhandel. Alle wichtigen Akteure der Schweizer Milchwirtschaft sind Mitglied. In der BO Milch sind sowohl produktions- als auch verarbeiterseitig über 95 % der Schweizer Milchmenge vereint. Die BO Milch hat im Jahr 2009 vordringlich darauf hingearbeitet, mit geeigneten Massnahmen und Instrumenten einen wesentlichen Beitrag zu einem stabilen Milchmarkt zu leisten. Unter grösstem zeitlichem Druck hat die BO Milch bereits in den ersten Monaten wichtige Beschlüsse umgesetzt. Erwähnt sei die Festlegung eines Richtpreises für Molkereimilch, die Inbetriebnahme einer Milchbörse oder die Entlastung des Buttermarktes im Umfang von 3'500 t. Zudem wurde ein System zur Mengenführung für den Milchmarkt erarbeitet. Mit einem dreistufigen Marktsystem mit Vertrags-, Börsen- und Abräumungsmilch soll künftig eine marktkonforme Marktversorgung gewährt werden. Zielsetzung der BO muss es sein, dass auch im 2010 die Branche ihre Massnahmen und ihr System zur Mengenführung konsequent und flächendeckend umsetzt. Sie muss die Massnahmen so weiterentwickeln, dass wir einen stabilen Schweizer Milchmarkt haben und die Akteure aller Stufen der Branche ihre Wertschöpfung erzielen können. Wängi, Oktober 2009 Hansjörg Walter, Präsident 18

19 SCHLUSSBETRACHTUNGEN ZIELE ein kontrastreiches Jahr. Auch wenn es die Natur mit vielen Freiburger Betrieben sehr gut meinte, so richtete das Hagelgewitter im Juli doch enorme Schäden an, und dies auch im übertragenen Sinn. Das wirtschaftliche und politische Umfeld der Landwirtschaft hat bei den Freiburger Betrieben ebenso tiefe Spuren hinterlassen und wird dies noch weiter tun. Die wirtschaftliche Lage der Schweizer Landwirtschaft hat in diesem Jahr 2009 stark gelitten. Sämtliche Branchen verzeichneten einen Preiszerfall. Bei der Milch, dem Gemüse, dem Getreide, den Kartoffeln, dem Schwein und dem Vieh betrug dieser zwischen Oktober 2008 und 2009 rund 20 %. Die Weltwirtschaftskrise, wie wir sie in anderen Wirtschaftssektoren erlebt haben, macht sich auch bei unseren Betrieben spürbar. Der FBV zieht die Alarmglocke bezüglich der Existenz zahlreicher Betriebe, die heute auf ihre Eigenmittel zurückgreifen müssen. Will die Schweizer Bevölkerung eine umweltgerecht produzierende Landwirtschaft aufrechterhalten und entwickeln, müssen für unsere Agrarprodukte korrekte Preise bezahlt werden. Nur so können wir weiterhin naturgerecht und kostendeckend produzieren und die Löhne auf unseren landwirtschaftlichen Betrieben bezahlen. Um aber zu diesem Ziel zu gelangen, braucht es eine Mengenführung und ist Transparenz notwendig. Hier sind alle Produzentinnen und Produzenten gefordert. Es muss ein Konsens für korrekte Produzentenpreise gefunden werden. Es sind die Branchenorganisationen, die Lösungen finden können. Nur Kompromisse werden uns zu einer etwas verheissungsvolleren Zukunft verhelfen stellt für den Freiburgischen Bauernverband auch ein Jahr des Wechsels dar. Die Wirtschaftslage zwingt uns, unseren Mitgliedern, d.h. den Freiburger Bäuerinnen und Bauern und ihren Vereinigungen, unsere Förderungs- und Interessenvertretungspolitik noch besser zu erklären. Die Wunden des Jahres 2009 sind bei den Bäuerinnen und Bauern tief und der FBV wird alles daran setzen, um die schwierige Lage aufzuzeigen und für die Landwirtschaftsbetriebe positive Zeichen zu setzen. Ein Weg führt über die Beteiligung der bäuerlichen Basis an den verschiedenen Informationsveranstaltungen sowie an Stellungnahmen, und zwar dank unserer neuen Website, die anfangs 2010 zur Verfügung stehen wird. Letztere vereinfacht die Kommunikation mit uns. Sie werden uns Ihre Anliegen mitteilen können und wir werden versuchen, positive Lösungen für Sie, aber auch für die gesamte Freiburger Landwirtschaft, zu finden. Der Freiburgische Bauernverband fordert alle Akteure der Milchbranche dazu auf, bei der Suche nach Lösungen zur Krise im Milchsektor mitzuhelfen. Es ist klar, dass die Milchproduzentinnen und Milchproduzenten in der Lage sein müssen, die produzierten Mengen zu führen. Die gewerblichen oder industriellen Verarbeiter und die Verteiler von Nahrungsmitteln müssen aber ihrerseits der Produktion ein Zeichen geben, damit diese den Ast, auf dem alle Branchenakteure sitzen, nicht absägt. Der Freiburgische Bauernverband und sein Personal wünschen Ihnen ein gutes Landwirtschaftsjahr

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