Tiere im Teich - Frühling

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1 00.05 Endlich ist der Winter vorbei, jetzt kommt langsam der Frühling. An der Oberfläche des Teiches ist es aber noch ziemlich ruhig. Auch im Wasser sieht man noch nicht viel. Aber es wird jeden Tag ein bisschen wärmer. Die Tiere im Teich spüren das und erwachen aus der Winterruhe. Viele hatten sich den Winter über auf dem Teichboden versteckt, zum Beispiel unter alten Blättern Auch dieses merkwürdige Tier. Das ist die Larve einer Libelle also das Jungtier, das aus dem Libellenei schlüpft. Die Larve sieht überhaupt nicht aus wie eine Libelle. Aber wenn sie genug gewachsen ist wird sie sich in eine Libelle verwandeln. Den Winter über hat sie nichts gefressen. Jetzt hat sie Hunger. Also geht sie los, Nahrung suchen. Die Wasserpflanzen sind auch ein gutes Versteck für den Winter. Der Stichling Für die Fische zum Beispiel. Die pieksen zwar etwas, sind aber für Menschen nicht gefährlich. Auch der Stichling hat während der Winterruhe nichts gefressen. Weil das Wasser so kalt war hat er sich kaum bewegt. Er ist noch immer etwas träge. Aber auch er muss Futter suchen gehen. Er frisst kleine Würmer und Schnecken. Und ganz besonders gerne: Wasserflöhe. Der Wasserfloh Wasserflöhe heißen Flöhe, weil sie durchs Wasser hüpfen. Es sind aber kleine Krebse. Sie sind nur wenige Millimeter groß. Aber mit der Kamera kann man sie vergrößern. Hier kommt wieder die Libellenlarve von vorhin. Sie sucht schon eine Weile nach Futter. Im Sommer wird sie sich 1

2 in eine Libelle verwandeln und durch die Luft fliegen. Die erwachsenen Libellen leben an Land und legen ihre Eier ins Wasser. Ihre Jungen bleiben unter Wasser, als so genannte Larven. Viele Tiere machen das so. Die Larven müssen vor allem eines: Viel fressen und schnell wachsen. Die Libellenlarve ist ein Räuber und auf der Jagd nach anderen Tieren. Die Köcherfliegenlarve Auch das ist eine Larve. Aus ihr wird mal eine Fliege. Vielleicht ist das eine gute Beute für die Libellenlarve? Schmecken würde sie ihr. Die Fliegenlarve ist lang wie ein Wurm und ihr Hinterende ist ganz weich. Sie steckt es in ein Haus aus kleinen Pflanzen- und Holzstückchen. Bei Gefahr kann die Larve den Kopf einziehen und verschwindet dann ganz in dem Haus. Und das kann die Libellenlarve nicht aufkriegen. Keine Chance. Die Fliegenlarve selbst ist Vegetarier. Sie frisst Pflanzen. Sie braucht die Pflanzen aber auch zum Bauen. Denn ihr Haus baut sie selber. Das Haus nennt man Köcher. Darum heißt die Larve Köcherfliegenlarve. Wenn sie wächst, baut sie einfach ein Stück an damit sie wieder reinpasst Die Frösche Die Frösche sind schon eine Weile wach. Sie streiten um den besten Platz am Ufer. Durch ihr Quaken wollen sie Weibchen zur Paarung anlocken. Aber noch sind keine in Sicht. Bei den Kröten haben sich die Pärchen schon gefunden. Zur Paarung steigen die Männchen den Weibchen auf den Rücken. Die Paare schwimmen eine Weile huckepack herum, dann geben sie gleichzeitig Eier und Samen ins Wasser. Das sind die Eier. Man nennt sie auch Laich. Die schwarzen Kugeln sind der Dotter. Der Dotter ernährt die Embryos während sie wachsen. 2

3 05.39 ist jetzt heller, denn sie hat sich gehäutet. Ihr Hunger ist groß. Genau die richtige Beute für sie wäre diese Mückenlarve. Doch die Libellenlarve sieht nur Dinge, die sich schnell bewegen. Die Mückenlarve hält ganz still. Dann flüchtet sie blitzschnell. Die Mückenlarve Die Mückenlarve hat selber ziemlichen Hunger. Auch sie ist eine Jägerin, aber ihre Beute ist viel kleiner. So klein, dass man sie kaum sieht, höchstens als winzige Pünktchen. Aber die Kamera kann sie vergrößern: Das sind Hüpferlinge kleine Krebstierchen. Diese Krebschen sind die Leibspeise der Mückenlarven. Sie haben eine Art Schnabel. Damit schnappen sie immer wieder zu. Die Larven haben Luftblasen im Bauch. Damit können sie zwischen den Hüpferlingen im Wasser schweben. Die Stabwanze Die Mückenlarven suchen ihre Beute auch zwischen den Wasserpflanzen. Man muss genau hinschauen, dann sieht man: Das hier ist gar keine Pflanze. Das ist ein Tier! Eine Stabwanze. Sie lauert hier auf Beute. Ihre Tarnung ist perfekt. Ihr Stich tötet die Mückenlarve. Anschließend schlürft sie sie mit dem Saugrüssel aus. ist immer noch hungrig. Und auch der Stichling ist wieder auf der Suche nach etwas zu fressen. Die Libellenlarve legt sich auf die Lauer. Der junge Stichling ist fast so groß wie sie selbst. Ihr Fangapparat liegt zusammengefaltet unter ihrem Kopf. Im richtigen Moment schleudert sie ihn 3

4 hervor. Aber sie trifft nicht immer. Der Stichling hat Glück. Und der Magen der Libellenlarve bleibt wieder leer. Die Kaulquappe Die Sonne scheint jetzt länger, und das Wasser wird immer wärmer. Die Eier der Frösche sind schon ziemlich weit (entwickelt). Die Embryonen waren von der glibberigen Eihülle geschützt und haben sich vom Dotter ernährt. Jetzt sind die Froschbabies fast fertig. Sie sehen noch gar nicht aus wie Frösche: Sie haben einen langen Schwanz, aber noch keine Beine. Man nennt sie Kaulquappen. Für diese hier ist es soweit: sie schlüpft. Es kostet viel Kraft aus der zähen Eihülle herauszukommen. Aber schließlich schafft sie es! Die Kaulquappen wollen nur eins: möglichst schnell ganz viel fressen und groß werden. Sie sind Pflanzenfresser. Aber sie sind auch eine willkommene Beute für andere hungrige Teichbewohner. Die Gelbrandkäferlarve Für die Larve des Gelbrandkäfers zum Beispiel. Sie ist ständig auf der Jagd. Aber zwischendrin muss sie immer wieder an die Oberfläche. Denn sie muss Luft holen. Sie atmet durch ihr Hinterteil wie durch einen Strohhalm. Der Kopf bleibt im Wasser. So kann sie gucken, ob jemand sie angreift. Danach geht die Jagd gleich weiter. Nur: Ihre Augen sind sehr schlecht. Sie kann die Kaulquappen nur sehen, wenn sie direkt vor ihrer Nase sind. Und sie müssen sich bewegen. Die hier bemerkt sie nicht. Aber diese kommt zu nahe. Die Gelbrandkäferlarve lähmt die Kaulquappe mit einem tödlichen Gift. Dann saugt sie sie aus. Sehr viele Kaulquappen werden gefressen, bevor sie groß werden können. Darum legen Frösche viele Tausend Eier damit wenigstens ein paar von ihnen durchkommen. 4

5 Der Rückenschwimmer Durch die Sonne ist das Wasser an der Oberfläche inzwischen schon ziemlich warm. Gerade recht für das Rückenschwimmerweibchen. Sie lebt verkehrt herum: Kopfüber hängt sie sich an die Wasseroberfläche und rudert auf dem Rücken. Zum Atmen braucht sie Luft. Dafür hat sie eine dicke Luftblase am Hinterteil, die sie immer erneuert. Sie verbringt ihr ganzes Leben im Wasser, nicht wie die Libellen, die sich verwandeln und an Land gehen. Ein Männchen kommt dazu. Es sucht eine Frau, denn es ist Paarungszeit. Es gibt aber noch einen Bewerber. Den muss das erste Männchen erst vertreiben. Erst dann kann es das Weibchen befruchten hat immer noch nichts gefangen. Sie hält es schon viele Tage ohne Futter aus. Die Kaulquappen sind inzwischen ganz schön gewachsen. hat immer noch einen Bärenhunger. Das hier wäre ein dicker Brocken für sie. Endlich hat die Libellenlarve mal Erfolg. Von dieser Mahlzeit wird sie nun eine Weile satt sein. Eine andere Libellenlarve hat gerade eine große Veränderung vor sich. Dies ist schon ihr zweites Jahr im Teich. In dieser Zeit hat sie viel gefressen und ist gewachsen. Jetzt ist es Zeit für ihre Verwandlung. Ihre alte Larvenhaut reißt auf. Heraus kommt die erwachsene Libelle. Noch ist sie ganz weich und empfindlich. Ihre Flügel sind noch ganz schrumpelig. Sie muss sie erst noch aufpumpen und trocknen. Das Trocknen dauert ein paar Stunden. Von nun an wird sie mit den vielen anderen Libellen über den Teich jagen. Natürlich mit kleinen Pausen. Denn wie die anderen Tiere im Teich, hat sie noch den ganzen Sommer vor sich. Dann ist es soweit: Der erste Flugversuch. 5

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