Empfang 25 Jahre Beratungsstelle für ältere Menschen. und ihre Angehörigen

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1 1 Empfang 25 Jahre Beratungsstelle für ältere Menschen und ihre Angehörigen Meine sehr geehrte Damen und Herren, ich freue mich sehr, Sie hier heute so zahlreich im Namen des Vorstandes der Hamburgischen Brücke begrüßen zu können. Der Anlass ist ein Großartiger: Nachdem wir erst im letztem Jahr das 100-jährige Bestehen der Hamburgischen Brücke e.v. festlich im Hamburger Rathaus begehen konnten, feiern wird heute das 25-jährige Jubiläum der Beratungsstelle für ältere Menschen und ihre Angehörigen unseres Vereins. Das Motto der Hamburgischen Brücke lautet seit jeher nach dem Mitbegründer Max Warburg Wir Hamburger lassen keinen von uns über Bord gehen und das passt auch für die Beratungsstelle für ältere Menschen und ihre Angehörigen, die vor 25 Jahren gegründet wurde. Die Arbeit der Hamburgischen Brücke hat sich in den vergangenen 100 Jahren stets den jeweiligen sozialen Problemen der Zeit angepasst und so war es auch folgerichtig, dass die Beratungsstelle für ältere Menschen und ihre Angehörigen vor 25 Jahren eingerichtet wurde, als sich abzeichnete, dass hier ein ganz besonderer Handlungsbedarf besteht. Wie heißt es treffend in der Einladung? : Seit 25 Jahren bieten wir Rat suchenden älteren Menschen und ihren Angehörigen eine Vielzahl von Hilfsangeboten rund um das Krankheitsbild Demenz an. Unsere Mitarbeiterinnen werden hierbei immer mehr von engagierten und ausgebildeten

2 2 Ehrenamtlichen unterstützt. Mit gemeinsamen Kräften konnten sie dazu beitragen, vielen an Demenz erkrankten Menschen die Teilhabe am Leben besser zu ermöglichen und ihre Angehörigen gleichzeitig zu entlasten. Demenz ist heute das Kernthema der Arbeit der Hamburgischen Brücke. Aber wie hat alles begonnen? Lassen Sie mich einen kleinen Rückblick machen: Die drei hochprofessionellen und qualifizierten sozusagen Geburtshelfer der ersten Stunde waren: - die Ärztin Frau Dr. Bettina Mutschler - die Sozialarbeiterin Frau Eva Sage - und die Psychologin Frau Angelika Maaßen Aber auch an die geistigen Eltern der Beratungsstelle, das langjährige Vorstandsmitglied der Hamburgischen Brücke, Frau Professor Mary Schmoecker und an Herrn Bernd Tews (Geschäftsführer DIE BRÜCKE) ist zu erinnern; sie entwarfen 1988 das Konzept für die zukünftige Beratungsstelle. Vor dem Hintergrund ihrer alltäglichen Erfahrungen in der Arbeit im ambulanten Bereich kamen sie zu der Erkenntnis, dass die bestehenden Hilfsangebote für alte Menschen und besonders für ihre Angehörigen bei weitem nicht ausreichend waren. Die mangelnde Unterstützung der pflegenden Angehörigen führte schon damals häufig zur Überforderung durch extreme Belastungen durch Pflege, Haushaltsführung und Berufstätigkeit.

3 3 Nach wie vor mündet dieser Zustand nicht selten in völliger Verausgabung der Angehörigen. Die Folge: Sie erkranken selbst oder müssen zwangsläufig die Pflege abbrechen. Ziel war es, diesen auch in Fachkreisen festgestellten Mangel des Altenhilfesystems in Hamburg zu beseitigen bzw. zu verringern. Schon bald begann die Planung für eine Einrichtung, die den Charakter einer bürgernahen Kontaktstelle für Ratsuchende, ehrenamtlich Engagierte und professionell Tätige der Altenarbeit vorweisen sollte. Knapp ein Jahr später war es soweit: Geburtsort der 1. Beratungsstelle dieser Art in Hamburg waren zwei kleine Zimmer in der 1. Etage des Hauses im Hellbrookkamp 58 in Hamburg-Bramfeld. Die Arbeit konnte beginnen! Schon nach einem Vierteljahr gab es den ersten Umzug nach Eppendorf: In der Martinistraße 29 konnten wesentlich größere und ebenerdige Büroräume bezogen werden. Die im Alter auftretenden Fragen konnten von dem professionell zusammengesetzten Team von Beginn an ganzheitlich betrachtet werden und es ergaben sich entsprechende Lösungsansätze. Im Gegensatz zur heutigen Situation konnte das damalige Team nicht auf entsprechende Fachliteratur zurückgreifen. Zum Thema Demenz, zu ihren

4 4 unterschiedlichen Krankheitsbildern und zum Krankheitsverlauf fehlten genaue Informationen. Oft gab es für die Angehörigen der älteren Menschen keine ärztliche Diagnose. Selten sprach man über eine Alzheimer Erkrankung oder Demenz. Bei den ersten Kontakten waren die meisten hilfesuchenden Menschen sehr verschämt wie sich Frau Professor Schmoecker und Frau Sage noch heute gut erinnern. Damit die Beratungsstelle überhaupt vor einem Vierteljahrhundert ihre Pforten öffnen konnte, stellte DIE BRÜCKE ein Startkapital von DM zur Verfügung. Die Personalkosten in den ersten drei Jahren wurden fast ausschließlich über ABM-Stellen des Arbeitsamtes finanziert. Neben den jährlichen Eigenmitteln des Vereins bildeten die ergänzenden Mittel der Behörde für Arbeit, Gesundheit und Soziales der FHH einen weiteren Finanzierungsbaustein. Unterstützung in der Aufbauphase fand der Verein insbesondere auch beim PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverband und beim Bezirksamt Hamburg-Nord. Diesen Institutionen möchte ich an diesem Tag meinen herzlichen Dank aussprechen! Im Laufe der 25 Jahre hat sich natürlich einiges geändert: - das Sozialversicherungssystem wurde um die Pflegeversicherung erweitert. Dadurch erhielten Demenzbetroffene finanzielle Hilfen und konkrete

5 5 niederschwellige Unterstützungsangebote. Hierzu zählen ehrenamtliche Besuchsdienste und die Betreuungsgruppen. - es entstanden Tagespflegeangebote und Wohn- Pflegegemeinschaften für Menschen mit Demenz. - es entstanden Betreuungsvereine und anschließend die Pflegestützpunkte in Hamburg. Diese im Grundsatz positive Entwicklung hatte für die Beratungsstelle aus finanzieller Sicht aber leider negative Auswirkungen: Die Stadt Hamburg hat sich mittlerweile fast völlig aus der Förderung des professionellen Beratungsteams zurückgezogen. Stattdessen fördert sie mit den Pflegekassen den Aufbau der niederschwelligen Betreuungsangebote. Durch die Veränderung der finanziellen Rahmenbedingungen hat sich auch der Schwerpunkt der Arbeit in der Beratungsstelle verlagert: Wo viele Jahre die Beratung im Vordergrund stand, gibt es heute den ehrenamtliche Besuchsdienst für Menschen mit Demenz, die Betreuungsgruppen, das KulturCafe Fünfjahreszeiten, den Hunde-Besuchsdienst 4 Pfoten für Sie und das türkischsprachige Projekt Gönüllü. Diese Angebote, die in Kürze noch mit einem Tanz- und Musikprojekt erweitert werden, wären ohne unsere vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer überhaupt nicht denkbar.

6 6 Was 1992 mit 11 Ehrenamtlichen im Unterstützungsprojekt Schutzengel begann, hat sich im Laufe der vielen Jahre sehr erfolgreich erweitert. Heute engagieren sich rund 100 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in der Beratungsstelle. Ihnen gilt mein besonders herzlicher Dank und meine Anerkennung für Ihre überaus hilfreiche Arbeit. Viele Veränderungen hat die Einrichtung seit 25 Jahren erlebt. Eine Person hat sie von Anfang an bis heute alle hautnah miterlebt: Frau Angelika Maaßen! Sie ist extra etwas frühzeitiger aus ihrem Urlaub zurückgekommen, um heute hier unter uns zu sein: Herzlichen Dank, liebe Frau Maaßen, für ein Vierteljahrhundert hervorragende Arbeit! Zum Schluss noch ein kleiner Blick in die Zukunft. In ungefähr drei Jahren wird die Beratungsstelle für ältere Menschen und ihre Angehörigen von ihrem jetzigen Standort im Hellbrookkamp in die Martinistraße 44 umziehen. Unter einem Dach werden Sie dann neben der Beratungsstelle unsere Tagespflege, unsere Sozialstation Eppendorf und eine Wohn-Pflege-Gemeinschaft finden. Zur Eröffnung werden wir Sie natürlich wieder einladen! Haben Sie herzlichen Dank und genießen Sie den Empfang!

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