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1 Best Practice Best Practice Ausgabe Das Kundenmagazin von T-Systems

2 editorial 3 Reinhard Clemens, 50, ist seit Dezember 2007 Vorstand T-Systems Deutsche Telekom AG und CEO von T-Systems. Foto: T-Systems Deutsche Maßarbeit bei Datenschutz und Datensicherheit genießt internationales Ansehen. Darum sollte Deutschland jetzt die Chance nutzen, Standards in Europa zu setzen und die Versorgungssicherheit der Industrie maßgeblich mitzugestalten. Eine europäische Cloud made in Germany Das Motto der diesjährigen CeBIT lautet Work and Life with the Cloud. Viele haben sich gefragt, warum man erst jetzt die Cloud zum Topthema der Messe macht das haben die Medien doch schon vor zwei Jahren heiß diskutiert? Für die meisten war Cloud Computing zu jenem Zeitpunkt nicht viel mehr als ein Hype. Heute ist es das beherrschende Thema unserer Branche: In fast allen Kundengesprächen geht es mittlerweile darum, welche Anwendungen wir als Nächstes in die Cloud bringen, mit welchen Standards wir arbeiten und wie wir die Daten sichern. Nach einer aktuellen Studie im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM haben sich IT und Telekommunikation zu den Innovationsmotoren der deutschen Volkswirtschaft entwickelt. So soll fast ein Viertel des BIP-Wachstums in Deutschland auf den Einsatz von ICT zurückgehen. Und Cloud Computing wird diese Entwicklung noch verstärken. Denn ICT aus der Wolke macht leistungsfähige Infrastrukturen und Systeme für Unternehmen und Organisationen aller Größe verfügbar. Dabei ist es kein Zufall, dass gerade hierzulande Cloud Computing boomt. Die deutsche Wirtschaft hat die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise verhältnismäßig gut gemeistert. Ihre Produktion ist global aufgestellt, und sie nutzt auch die weltweite Lieferfähigkeit von Clouds. Und deutsche Konzerne wollen auch deutsche Maßarbeit bei Datenschutz und Datensicherheit. Nirgendwo sind die Standards so hoch wie bei uns. Und diese Standards schützen ein wertvolles Gut. Kein Unternehmen kann es sich heute leisten, seine ICT aufs Spiel zu setzen. Zu erfolgs- und überlebenskritisch ist dieser Rohstoff geworden. Gerade in Zeiten oft staatlich organisierter Wirtschaftsspionage oder -sabotage genießen die hohen deutschen Sicherheitsstandards großes Vertrauen in der Welt. Mit Blick darauf, dass nationale Konzepte in einer globalen Welt nur Zwischenlösungen sein können, fällt Deutschland und seiner ICT-Branche hier eine Vorreiterrolle zu. Die Entwicklung bietet uns die einmalige Chance, Standards in Europa zu setzen und so ein Stück Versorgungssicherheit für die europäische Industrie maßgeblich mitzugestalten. Aus diesem Grund ist das Messemotto Arbeit und Leben mit der Cloud klug gewählt und kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Denn das Thema Cloud neigt sich noch lange nicht seinem Ende zu. Es hat gerade erst begonnen. Herzlichst Ihr Reinhard Clemens

3 4 inhalt AUSGABE Wenn das Leben und Arbeiten in der Cloud auf Applikationen unterschiedlich sicherer Herkunft zurückgreift, sorgen Provider-Plattformen dafür, dass die Compliance-Regeln von Unternehmen eingehalten werden. Fotos: Bildagentur Zoonar GmbH, PR (2); Illustration: designwünsche IMPRESSUM Best Practice Das Kundenmagazin von T-Systems Herausgeber Thomas Spreitzer, T-Systems-Marketing Gesamtverantwortung Gina Duscher Projektmanagement Tatjana Geierhaas Chefredaktion Thomas van Zütphen (V. i. S. d. P.) Organisation Liane Schönefeld Layout Jessica Winter Chef vom Dienst Stefan M. Glowa Schlussredaktion Sebastian Schulin Autoren dieser Ausgabe: Ralf Bretting, Anna Dunne, Horst Ellermann, Tatjana Geierhaas, Steffan Heuer, Roger Homrich, Silke Offergeld, Matt Sloan, Thomas van Zütphen Verlag HOFFMANN UND CAMPE VERLAG GmbH, ein Unternehmen der GANSKE VERLAGSGRUPPE Harvestehuder Weg 42, Hamburg Tel. (040) , Fax (040) Geschäftsführung Dr. Kai Laakmann Objektleitung HOFFMANN UND CAMPE Christian Breid Herstellung Claude Hellweg (Ltg.), Oliver Lupp Litho Einsatz Creative Production, Hamburg Druck NEEF + STUMME premium printing GmbH & Co. KG, Wittingen Copyright 2011 by T-Systems Nachdrucke nur mit Quellen angabe und Belegexemplar. Der Inhalt gibt nicht in jedem Fall die Meinung des Herausgebers wieder. Fragen zu Inhalt, Versand oder Bestellungen ISSN X ausgewählt 06 News-Ticker International. BMW testet europaweites Notrufsystem ecall METRO-Märkte nutzen Smartphones als Einkaufsassistenten T-Systems- Rechenzentrum in Brasilien mit TIER III zertifiziert gemeinsames CRM-Tool SalSA von Telekom und SAP 220 IT-Mitarbeiter des Energiekonzerns E.ON wechseln zu T-Systems 10 Autofahrers kleine Helfer Ausgezeichnet. Für findige Ideen, die Autofahren via Handy sicherer, umweltschonender oder bequemer machen, vergaben die Telekom und die Zeitschrift Autobild erstmals den App- Award. Vier smarte Gewinner stellen wir vor. VIDEO Schon gesehen? BEST PRACTICE ONLINE Schon gelesen? TWITTER Schon verfolgt? BEST PRACTICE AUFS HANDY Themen der kommenden Ausgabe vorab unter bewegen 12 Sicherer Pfad in die Wolke Cloud Computing. Wenn CIOs nur ein Problem hätten, wären sie glücklich. Aber Kostendruck und Investitionsstau, die Wucht der Social Media von draußen und der eigenen Mitarbeiter von innen, eine Flut immer smarterer Endgeräte und täglich neue Angebote von Software und Infrastruktur aus der Cloud um dieses Problemdickicht zu lösen, brauchen CIOs Helfer. Den Pfadfinder zur richtigen Wolke zum Beispiel. 13 Das Sorgerecht der CIOs Grafik. Wenn Clouds über das Web 2.0 auch Unternehmen erobern, leben ERP und CRM in Nachbarschaft mit YouTube & Co. Dafür, dass die Wohngemeinschaft etwa auf Firmenhandys nicht verwildert, muss der CIO sorgen. 22 Analyze IT Wenn der Consumer zweimal klingelt. Cloud Computing ist für Forrester-Analyst Dr. Stefan Ried nicht nur ein neues Providermodell. Vielmehr habe die IT-Branche, getrieben von der Social-Consumer-Welt, die Chance, einen großen Schritt zur Industrialisierung zu gehen. Dafür, so der Experte, brauchen CIOs jedoch Mut für ihren Rollenwandel zu Cloud-Brokern. Best Practice

4 5 erfahren 24 Distanzkauf in neuem Look Klingel. Mit seinen Internetportalen lockt der Pforzheimer Versandhändler neue Zielgruppen zum Shoppen auf die Chaiselongue und führt klassische Kataloge zur Renaissance. 26 Vordenker Social Media. Für den wachsenden Einfluss der Facebooks dieser Welt hat Marc Benioff den Begriff Cloud 2 geprägt. Dort, so der Salesforce- Gründer, seien immer mehr Unternehmen schon angekommen. Allein sie wissen es noch nicht. 28 Eine Frage der Etikette(n) Gerry Weber AG. Mit RFID-Chips revolutioniert der Modekonzern seine globale Warenwirtschaft und setzt schicke Benchmarks in der Textilindustrie. 34 Gastbeitrag Horst Ellermann. Am Drei-Letter-Code im Titel CIO-Magazin, so dessen Chefredakteur, wird sich nichts ändern. Er könnte nur eine neue Bedeutung bekommen: Cloud Interface Officer. 36 Wo sie sind, ist vorn HBPO. Der Automobilzulieferer formt die Gesichter der markantesten Fahrzeugmodelle der Welt. Und ob für Zwölfzylinder oder Viertakter er fertigt weltweit immer just in sequence. 40 Kein Platz für Schwerenöter Chancen & Risiken. Analyst Dr. Carlo Velten nennt unkonventionelle IT-Lösungswege charmantes Bypassing, vergleicht Rechenzentrumsbetreiber mit Drachen und rät auch sonst gern zu neuen Betrachtungsweisen in Richtung Wolke. 42 ICT Talk Kenneth Lindstroem. Der Head of IT Infrastructure Solutions von Nokia Siemens Networks im Gespräch über erste Bewegungsübungen in der Cloud, Business-IT auf Knopfdruck und warum Nutzungsmodelle aus der Wolke für Unternehmen immer greifbarer werden. Frontend: Mit fertigen Modulen aus Licht-, Crash-Management- und Klimakomponenten beliefert HBPO seine internationalen Automobilbau-Kunden. Ein Komplett-Outsourcing seiner ICT machte den Zulieferer fit für die weltweite Expansion. 46 Inside Telekom Telematik. In einer strategischen Allianz wollen Deutsche Telekom und die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit Megastädten helfen, ihren Autoverkehr umweltfreundlicher zu steuern. 50 Fragebogen Grünes Rechenzentrum. Betreiben Sie noch eigene Datacenter? Mit welcher Auslastung, wie hoch sind die Energiekosten, und wie halten Sie s eigentlich mit dem Klima zwischen Servern und Racks? Bevor Ihre Kunden solche Fragen stellen, empfehlen wir: Machen Sie den Test. Stylische Lösung: Mit RFID-Funketiketten verfolgt die Gerry Weber International AG Produktion und Transport ihrer Damenmode von der Fertigung in Fernost bis zum Point of Sale. Best Practice

5 6 ausgewählt NEWS Fotos: Mauritius Images, E.ON Energie, Metro AG, istockphoto.com Gipfelstürmer im Energiemarkt Ein Vertragsvolumen von bis zu rund einer Milliarde Euro bei einer Laufzeit von maximal sieben, mindestens jedoch fünf Jahren: Damit gehört der Großauftrag des E.ON-Konzerns zu den größten in der Unternehmensgeschichte von T-Systems. Im Zuge des Outsourcings wechseln rund 220 E.ON-Mitarbeiter zu T-Systems. Die Erfahrung des ICT-Dienstleisters mit der Integration von Mitarbeitern war für E.ON ein wichtiges Kriterium für die Auswahl der Partner. Zum Leistungsumfang gehören die Übernahme der internationalen Sprach- und Datenkommunikation sowie die Mail-Infrastruktur für das Energieunternehmen, das zu den führenden der Branche gehört. Wir wollen auch bei der IT schlanker und leistungsfähiger werden, damit wir im immer dynamischeren Energiemarkt unsere Spitzenposition behalten, so Edgar Aschenbrenner, Chief Information Officer der E.ON AG und Vorsitzender der Geschäftsführung der E.ON-konzerninternen IT-Gesellschaft E.ON IT. Für Reinhard Clemens, Vorstand Deutsche Telekom und T-Systems- Chef, ist der Auftrag mehr als ein Megadeal: Er ist für uns ein Meilenstein für das neue Konzerngeschäftsfeld Energie. Wir wollen der beste Partner der Energiebranche werden. Dem sind wir einen deutlichen Schritt nähergekommen. Der Großauftrag von E.ON gilt für Standorte in zehn europäischen Ländern: Deutschland, Großbritannien, Ungarn, Tschechien, Rumänien, Slowakei, Schweden, Bulgarien, Italien und die Niederlande. Er umfasst neben Betrieb und Management von Festnetz- und Mobilfunk-Telefonie auch die Infrastruktur von Audio-, Web- und Videokonferenzen, Unified-Communications-Services sowie den Betrieb der gesamten Datennetzstruktur. Kontakt:

6 7 Im gleichen Takt dank SalSA Beim Tanzen kommt es darauf an, dass beide Partner den gleichen Grundschritt beherrschen. Wenn diese Basis steht, klappt es zumeist auch mit der Kür. Als Fundament für ein gutes Zusammenspiel mit seinen Partnern nutzt T-Systems seit November des vergangenen Jahres das Kundenbetreuungs- und Vertriebstool SalSA (Sales SAP). Über diese zentrale Plattform für Sales- Planung, Angebotsprozess, Beauftragung und Beschwerdemanagement können Vertrieb und Delivery einfach und effizient kommunizieren. So erhalten alle Beteiligten stets den Überblick über die jeweiligen Opportunities und Projekte. Von der Telekom-Tochter und SAP gemeinsam in Betrieb genommen, ist SalSA die bislang zweitgrößte SAP-CRM-7.0-Installation einer Customer-Relationship-Management-Plattform in Deutschland. Nun werden T-Systems und SAP das Produkt im Zuge ihrer strategischen Partnerschaft gemeinsam Unternehmenskunden anbieten. Kontakt: Schöner shoppen bei Real Einkaufen ist in Tönisvorst besonders komfortabel. Hier erprobt die METRO GROUP im real, Future Store Technologien und Vertriebskonzepte für den Handel. Der Mobile Einkaufsassistent (kurz MEA), den T-Systems und die METRO GROUP gemeinsam entwickelt haben, ist eine spezielle Software für Handys. Mit der Kamera der Mobiltelefone scannen die Kunden Artikel selbst ein, bevor sie sie in den Einkaufswagen legen. Die MEA-Software berechnet dann automatisch die Summe des Warenkorbs. Der intelligente Einkaufsbegleiter ist mit dem Warenwirtschaftssystem gekoppelt, daher müssen die Kunden ihre Produkte an der Kasse nicht mehr auf das Band legen. Mit dem Tastendruck Einkauf beenden zeigt das Handy einen Barcode auf seinem Bildschirm, mit dem der gesamte Warenkorb des Kunden über den Kassenscanner zur Verrechnung übergeben wird. Mit einer weiteren Lösung von T-Systems lassen sich Apps von Real auf iphones laden, um verschiedene Onlineservices zu nutzen. So zeigt das Handy den Weg zum nächsten Real-Markt, Sonderangebote oder Rezepte von Promiköchen. Die Zutaten lassen sich direkt in die Mobile Einkaufsliste übernehmen. Für beide Lösungen hat T-Systems 2010 den Innovation Award der METRO GROUP Future Store Initiative erhalten. Kontakt: RECHNEN MIT AUSZEICHNUNG Für Kunden eines Rechenzentrums (RZ) ist dessen Verlässlichkeit entscheidend. Um die Qualität, Effizienz und planbare Verfügbarkeit von RZ-Infrastrukturen vergleichen zu können, gilt die TIER-Klassifikation des Uptime Institute im amerikanischen Santa Fe als weltweit anerkannte Messlatte. Als erstes Rechenzentrum im brasilianischen Bundesstaat São Paulo zeichnete Uptime jetzt das neue Datacenter von T-Systems do Brasil mit TIER III, der zweithöchsten Stufe seines Zertifizierungssystems, aus. Damit ist das Rechenzentrum des deutschen ICT-Dienstleisters erst das zweite in ganz Südamerika mit diesem Zertifikat des internationalen Beratungshauses. Untereinander mit dem Hochgeschwindigkeitsnetz DWDM (Optisches Wellenlängenmultiplexverfahren) verbunden, unterstützt T-Systems nach der Inbetriebnahme seines neuen RZ mit insgesamt vier Datacentern vor allem die Automobilindustrie, die Finanzbranche und den öffentlichen Sektor Brasiliens mit ICT-Lösungen, Services und Produkten. Kontakt:

7 8 ausgewählt NEWS Tengelmann Energie und Textildiscounter KiK testen Smart Metering Seit Januar dieses Jahres erfasst der Mülheimer Energiedienstleister Tengelmann Energie den Stromverbrauch von 50 Filialen des Textildiscounters KiK und überträgt die Messdaten in seine zentrale Datenbank, an den lokalen Netzbetreiber und die KiK-Zentrale im westfälischen Bönen. Ziel des Pilotprojekts ist es, die Verbrauchsdaten im Viertelstundentakt verfügbar zu machen. Dazu installiert die Deutsche Telekom in den KiK-Märkten die elektronischen Zähler, die Kommunikationsboxen sowie die Datenverbindungen und sorgt für die Datenkommunikation zwischen Zähler und Tengelmann-Zentrale. Optional lassen sich weitere Untermessungen wie Licht, Klimaanlagen und Heizung aufschalten. Mit diesem Pilotprojekt verschaffen wir uns einen differenzierten Überblick über das Verbrauchsverhalten unseres Kunden, können mit ihm gemeinsam seine Bedarfssituation analysieren und für die Zukunft den Energieeinsatz optimieren, sagt Werner Kalter, Geschäftsführer der Tengelmann Energie GmbH. Kontakt: EIN STANDARD WELTWEIT Next Generation IT heißt das Konzernprogramm, mit dem die Deutsche Telekom die internationale Harmonisierung und Standardisierung ihrer IT-Landschaft vorantreibt. Für das Teilprogramm NG CRM beauftragte der Konzern jetzt seine Tochter T-Systems, die als erstes Projekt die Customer-Relationship-Management-Systeme der Telekom-Landesgesellschaften in Ungarn, Tschechien, Mazedonien und der Slowakei vereinheitlicht. Mehr als 25 Millionen Privat- und Geschäftskunden nutzen dort schon heute die gesamte Angebotspalette des Konzerns. Neben den CRM-Funktionalitäten, die bisher in den vier Ländern über lokal ge wachsene Systeme laufen, sollen nun auch die Businessprozesse über Landesgrenzen hinweg aufeinander abgestimmt werden. Dazu wird zunächst ein einheitlicher Kernel als zentrale Komponente entwickelt, auf der dann unterschiedlichste landesspezifische Adaptierungen in Form von Lokalisierungen zusammengeführt werden. Sprache und Währung, legale und regulatorische Vorgaben etwa sind wichtige lokale Anforderungen, die bei der Abstimmung aller Prozesse berücksichtigt werden müssen. Ganz entscheidend war die Zusammenarbeit mit den IT- und Business-Fachbereichen, um eine Harmonisierung der Funktionalitäten sicherzustellen, erklärt Markus Schiffer, Program Manager des Bereichs Systems Integration. Am Lösungskonzept für die Deutsche Telekom lobt der SI-Experte besonders die maximalen Synergieeffekte, die sich branchenunabhängig für jedes Unternehmen adaptieren lassen. Kontakt:

8 9 Managed Telepresence So einfach wie telefonieren. Videokonferenzen überwinden Grenzen ohne hohe Reisekosten. Zudem fühlt sich moderne Videokom munikation heute dank HD-Technologie und lebensgroßer Darstellung längst an wie ein reales Meeting. Dennoch gibt es technische Schranken, wenn Unternehmen Verhandlungen mit externen Partnern führen möchten und die Systeme verschiedener Anbieter aufeinandertreffen. Doch auch diese Grenzen sind jetzt überwunden: Mit dem Cross Company Exchange Service stellt T-Systems eine Plattform bereit, über die alle Telepresence-Kunden kommunizieren können unabhängig von Technik und Provider. Dabei wird eine Videokonferenz in Zukunft so einfach wie ein Telefonat, egal, welches Telefon der Gesprächspartner nutzt oder bei welchem Anbieter er seine Leitung einkauft. Einen weiteren Mehrwert bieten zusätzliche Dienste wie ein Buchungsservice oder technischer Support, den T-Systems über die zentrale Plattform bereitstellt. Das macht Cross Company Collaboration noch einfacher. Kunden, die das Managed-Telepresence- Angebot also ein komplett von T-Systems betriebenes System, inklusive aller Hard- und Softwarekomponenten und eines ständigen Monitorings nutzen, machen sich keine Gedanken mehr um Technik, Störungsmanagement & Co. Das schafft Zeit, sich um Verhandlungsinhalte zu kümmern und so Geschäfte schneller zum Erfolg zu bringen. Live erleben kann man das grenzüberschreitende Gesprächserlebnis übrigens auf der CeBIT (Halle 4). Kontakt: AMBULANCIA? Ob über die Notrufsäule in der Pannenbucht, das eigene Handy oder wildes Gestikulieren am Fahrbahnrand der schnelle Notruf nach Ambulancia oder Mentoautó scheitert bei Verkehrsunfällen im Ausland häufig an technischen und sprachlichen Barrieren. Darum testete eine Industriepartnerschaft des Chipherstellers NXP unter anderem mit der Deutschen Telekom Ende vergangenen Jahres auf einer Sternfahrt quer durch Europa ihr neues elektronisches Notrufsystem ecall. Dabei setzten Testfahrer von BMW, unterwegs aus Madrid, Helsinki und Athen nach Brüssel, über das Netz der Deutschen Telekom und ihrer Roaming-Partner und über SIM-Karten des Kommunikationskonzerns gut Notrufe ab, die in Callcentern unter anderem des Allianz-Ortungsservices angenommen und automatisch weitergeleitet wurden. Solche automatischen Notrufsysteme sollen von 2013 an in allen Neuwagen EU-weit eingebaut sein. Sie übermitteln unmittelbar nach einem Crash die GPS-Koordinaten der Unfallstelle und die Anzahl der beteiligten Menschen im Wagen an die nächste Leitstelle. So sind die Retter oft doppelt so schnell am Unfallort, um rasch Hilfe zu leisten und unter Umständen Leben zu retten. Zum mehrwöchigen Test im vergangenen November steuerten neben der Dekra und IBM auch mehrere europäische Automobilklubs Technik und Logistik bei. Dabei erreichten alle Testnotrufe via SMS oder In-Band-Modem ohne technische Pannen ihr Ziel und lieferten den Beweis: ecall funktioniert zuverlässig über Ländergrenzen hinweg und macht Autos sicherer für die Zukunft. Studien haben gezeigt, dass mit ecall die Zahl der Verkehrstoten in Europa jährlich um 2500 Opfer gesenkt werden kann und sich die Zahl der Schwerverletzten um 15 Prozent verringern lässt. Notrufsysteme, die nach einem Crash automatisch die GPS-Koordinaten der Unfallstelle weiterleiten, sollen ab 2013 EU-weit in allen Neuwagen Pflicht sein. Fotos: Plainpicture/Fancy, BMW AG (2), istockphoto.com (4), Fotolia, PR Kontakt: Best Practice c e01 l

9 10 ausgewählt APP AWARD Der Tank ist leer, und nach dem Besuch der nächsten Zapfsäule herrscht auch im Geldbeutel Ebbe. Mehr als 1,50 Euro kostete der Liter Super in Deutschland Mitte Januar. Tendenz weiter steigend. Diese rekordträchtigen Benzinpreise regten auch die Kreativitätszellen der Teilnehmer des ersten Telekom-App-Awards an. Tankstellen-, Spritpreis- Scanner- oder Clever-Apps waren die Renner. Sie alle suchten nach einer Antwort auf die Frage, wie sich unterwegs mithilfe der kompakten Programme für Smartphone & Co. aufspüren lässt, wo der kostbare Treibstoff aus welchen Zapfpistolen am preiswertesten sprudelt. Mehr als 600 App-Ideen rund ums Autofahren gingen in den vier Award- Kategorien Reisemanagement, Umwelt, Sicherheit und Unterhaltung nach dem Start des Wettbewerbs ein. Viel Arbeit für die sechsköpfige Jury, die sich durch den Dschungel von Minianwendungen mit so fantasievollen Namen wie Es ist Sommer, NaviWecker oder Ja, wo stehen sie denn? kämpfen mussten. Es hat sehr viel Spaß gemacht, die Kreativität in der Autofahrer- und App-Community ist ungeheuer groß, freut sich Autobild -Chefredakteur Bernd Wieland auf die nächsten Jurysitzungen mit den weiteren Wettbewerbspartnern ADAC, BMW, Continental, Gartner, Automobilwoche und Deutsche Telekom. Goldene Erfolgreicher Start: der Telekom-App-Award in Kooperation u. a. mit erfolgreich in die ersten (www.appfahren.de). freuen sich über jeweils Gewinner: Kategorie: Name der App: Link: Pierre-Zoltán Kühner Reisemanagement handyc-app Rufglocke für den Tankwart Gewinner: Kategorie: Name der App: Link: Dennis Hofmann Umwelt Park n Ride Einer der Favoriten in Runde 1 war schnell gefunden: handyc-app. Die Idee dahinter kam ihrem Erfinder Pierre-Zoltán Kühner im Nebenjob. Der 32-jährige Kaufmann für Bürokommunikation hat in der Vergangenheit seine Privatkasse in einer Nürnberger Tankstelle aufgebessert. Wir hatten dort ein Empfangsgerät für das sogenannte Dienst-Ruf-System (DRS), über das behinderte Autofahrer Hilfe beim Tanken anfordern können. Hat sich jemand gemeldet, sind wir rausgegangen und haben die Kunden unterstützt, erklärt der begeisterte iphone-nutzer. Das Notrufsystem gibt es schon seit vielen Jahren. Doch noch immer nutzen die wenigsten Tankstellen ein entsprechendes Empfangsgerät. Dies hat einen triftigen Grund: Rund Euro kostet es, den Service für gehbehinderte Menschen zu installieren. Zudem sei das System inzwischen veraltet, weiß Kühner. Seine handyc-app könnte das Autofahren der etwa deutschen Autofahrer mit Behinderung also ein Stück weit erleichtern. Ein Tastendruck auf die App würde das Auto mit der nächsten Tankstelle verbinden, zum Beispiel durch ein Signal auf dem Kassenterminal. Die Behinderten wären über ein solches System sehr dankbar, ist sich nicht nur Award-Gewinner Kühner sicher. Seine Idee gehört zu den ersten Wettbewerbs-Apps, die die Telekom als Prototyp entwickeln lassen wird. Park n Ride Verstopfte Innenstädte und dreckige Luft hatte Dennis Hofmann im Visier, als er seiner Freundin die Idee einer Park- n -Ride-App vorstellte. Der 24-jährige Azubi für Anwendungsentwicklung lebt in der Fahrradstadt Münster, deren City oftmals überfüllt ist. Einige Bereiche sind ganz schlecht mit dem Auto zu erreichen. Dabei gibt es in Münster ein gutes öffentliches Verkehrsnetz, so Hofmann. Seine App soll mehrere Informationsquellen miteinander verbinden: Navigation mit Parkplatzsuche, Fahrpläne von Bus und Bahn sowie Handyticketing. Damit Fahrer, die spontan auf Park n Ride umsteigen, ein gutes Gefühl haben, zeigt die App auch noch an, wie viel CO 2 und Zeit sie gespart haben. Städte und Unternehmen könnten mit dem System auch eine Rabatt aktion verbinden. Wer etwa sein Auto vor der Stadt stehen lässt und anschließend shoppen geht, bekommt im nächsten Kaufhaus eine Freifahrt gutgeschrieben.

10 11 Auto-App Mit Hunderten Ideen ist der Deutschen Telekom der Zeitschrift Autobild Runden gestartet Die Auftaktgewinner 1000 Euro in bar. Kreative Ideen gefragt Der Telekom-App-Award läuft noch bis Mitte dieses Jahres. Kreative Autofahrer und interessierte Entwickler sind eingeladen, Entwürfe für Apps einzureichen, die das Fahren sicherer, effizienter und schöner machen. Jeden Monat kürt die Jury die besten Beiträge in den Kategorien Intelligentes Travel Management, Intelligente Verkehrssteuerung/Umwelt, Sicherheit/Unfallvermeidung und Fahrzeugspezifisches Entertainment. Zu gewinnen gibt es monatlich 1000 Euro in jeder Kategorie, und am Ende winken dem Erfinder der Super-App Euro. Kontakt: Links: Group Recommender Fotos: istockphoto.com (4), Fotolia (5) Gewinner: Kategorie: Name der App: Link: Torsten Witusch Unterhaltung Music-In-Car Recommender Gewinner: Kategorie: Name der App: Link: Serjoscha Ziegler Sicherheit Safety-Reminder DJ fürs Auto Entspannt im Stau oder gutgelaunt durch den Dauerregen könnte es bald mit der App von Torsten Witusch gehen. Für seine Idee des Music-In-Car Recommender bekam der Darmstädter 1000 Euro in der Kategorie Unterhaltung. Die App soll kontextbezogenen Musikgenuss im Auto ermöglichen, so Witusch, dessen Vorschlag in einem Innovationsteam der Deutschen Telekom entstanden ist. Der Medieninformatiker, 38, befasst sich auch beruflich mit intelligenten Empfehlungsmaschinen, was kompliziert klingt, sich aber auch einfach erklären lässt: Autofahrer füttern für unterschiedliche Gefühlszustände die App mit Lieblingssongs. Die lernt aus den Informationen und baut selbständig Playlists zusammen. Bei Sonnenschein und guter Laune laufen dann vielleicht nur Schlager, auf der Fahrt in den Urlaub die Sommerhits und im Regen Walking in the Rain von Flash and The Pan. Reifendruck prüfen Aus dem Autofahrer-Alltag kam auch die Idee für die Sieger-App in der Kategorie Sicherheit. Softwaretester Serjoscha Ziegler bezeichnet sich selbst als Hobbyschrauber, für den Reifenmontage oder Ölwechsel eine Kleinigkeit sind. Mit wichtigen Checks aber tut er sich trotzdem schwer. Ich ertappe mich immer wieder dabei, selbst sicherheitsrelevante Sachen wie Reifendruck, Scheibenwischerwasser oder Radmuttern zu vergessen, gibt der 22-jährige Wirtschaftsinformatiker zu. Eine Warn-App könnte so manchem Autofahrer auf die Sprünge helfen. Einmal mit Basisdaten gefüttert, meldet sie sich nach jedem zweiten Tankstopp und fordert zur Reifendruckkontrolle auf. Man könnte auch Checklisten hinterlegen, die helfen, den Wagen wintertauglich zu machen, schlägt Ziegler vor. Auch Spritspartipps oder Hinweise, die etwa beim nächsten Ölwechsel ein besseres Leichtlauföl empfehlen, könnten für Autofahrer hilfreich sein. Bei so vielen guten Ideen baut Bernd Wieland auf die Industrie und hofft, dass die Autohersteller auf proprietäre Lösungen für solche App-Systeme verzichten. Gut wäre es, wenn sie sich mit Netzprovidern und Softwareunternehmen auf einheitliche Standards einigen würden, über die man die Apps in alle Autos holen kann, so der Autobild -Chefredakteur. Sie müssten eine Plattform bilden, auf die alle zugreifen könnten. Verpacken könnte die Autoindustrie die Services weiterhin unter ihrem Label, oder sie bietet über die allgemein zugänglichen Anwendungen hinaus markenspezifische Apps ein. ROGER HOMRICH Die Telekom-App-Award-Jury: Reinhard Clemens, Deutsche Telekom AG, Vorstand T-Systems, Helmut Kluger, Herausgeber Automobilwoche, Thilo Koslowski, Gartner, Inc., Vice President Automotive and Vehicle ICT, Ralf Lenninger, Continental Automotive GmbH, Leiter Systementwicklung, Innovation und Strategie der Division Interior, Dr. Markus Schramm, BMW AG, Bereichsleiter Projekt Mobilitätsdienstleistungen, Bernd Wieland, Autobild -Chefredakteur, Herausgeber autobild.de und autobild.tv, André Zarth, ADAC, Leiter Marketing und Werbung beim ADAC e.v.

11 12 bewegen CLOUD COMPUTING Mit Sicherheit den Application Management & Modernization ERP Dynamic Services for Infrastructure M Monitoring ing SAP Benchmark to go Dynamic Services for Collaboration

12 13 bewegen CLOUD COMPUTING ICT-SERVICE IM HOTEL Am Fernseher ihres Hotelzimmers wechseln Gäste aus der Videokonferenz mit ihrer Familie zu Hause in eine Private Cloud zum virtuellen Kollegen-Meeting im Unternehmensnetz. Wo Ihr CRM Tür an Tür mit Facebook arbeitet Nach den Cloud-Pionieren der Consumerwelt holen sich auch mehr und mehr Unternehmen die Wolke ins Haus. In der immer mobileren Wohngemeinschaft, in der ERP und CRM Tür an Tür mit Facebook & Co. arbeiten, sind CIOs so etwas wie die Hausmeister, die Enterprise-Services und Consumeranwendungen zu einer guten Nachbarschaft führen müssen. KLINIK ONLINE Ob Notaufnahme, stationäre Behandlung oder Nachsorge für die hochsichere Kommunikation im Gesundheitswesen nutzen alle Beteiligten hochmoderne Verschlüsselungsund Authentifizierungstechniken. SCHNELLE ORIENTIERUNG Besucher einer Stadt nutzen Navigationssysteme, Location Based Services oder Suchdienste wie Friendfinder über ihr Smartphone in einer Public Cloud. SUPERMARKT DER ZUKUNFT Kunden scannen mit ihrem Handy Produktcodes im Supermarktregal und vergleichen deren Preise mit denen anderer Anbieter via Internet. Über den gleichen Barcode aber in einer Private Cloud initiiert ein Mitarbeiter der Filiale die Faktorierung der nötigen Neuwarenbestellung. DIE GANZE WELT ZU HAUSE In der eigenen Wohnung schreiben Internetnutzer s, bearbeiten Fotos, streamen Musik und Filme oder spielen auf den Social-Media-Plattformen mit Menschen auf der ganzen Welt in einer Public Cloud. SMARTER UNTERWEGS s abhören, Briefe diktieren, Konferenz-Apps nutzen für Büroarbeiter unterwegs wird das vernetzte Auto zum beinahe vollwertigen Arbeitsplatz. In der Cloud buchen und bezahlen Fahrer von Elektrofahrzeugen auch den Ladevorgang oder den Austausch einer Batterie. SOFTWARE AUS DER WOLKE Wie 20, 50 oder ihrer Kollegen nutzen Mitarbeiter großer Konzerne z. B. Windows 7/ Office 2010 aus einer Public, Private oder Hybrid Cloud ihres IT-Dienstleisters. Illustration: designwünsche Cloud Modelle Cloud Angebot Infrastructure PayPal Public Facebook Twitter YouTube Skype itunes MySpace Flickr Blogger LinkedIn Mail Community

13 STUDIEREN IM E-CLASSROOM Berufseinsteiger, die sich im Unternehmen weiterbilden, studieren vom Arbeitsplatz aus in virtuellen Klassenzimmern, treffen sich zu Lehrveranstaltungen und kommunizieren über Headsets mit ihren Dozenten. STROM AUS DER WOLKE In zu Smart Grids zusammengeführten Strom- und Datennetzen steuern Ver - sorgungsunternehmen Energieproduktion und -verbrauch, damit Haushalte und Unternehmen lastvariable Tarife nutzen. VIRTUELLES RATHAUS In den Online-Servicecentern der Kommunen bedienen Rathausmitarbeiter via Internet ihre Kunden. Die haben ihre Serviceanfragen zu Hause vom Laptop aus gestellt, beim Cafébesuch auf dem Smartphone oder unterwegs im Auto oder im Zug. 16 LIVE INS MEETING Noch während eines Präsentationstermins bekommen Mitarbeiter neueste CRM-Daten auf Smartphone oder Tablet-PC und nutzen das Update aus der Cloud zur Aktualisierung ihres anschließenden Kundengesprächs. Noch schneller geht s nicht. IMMER UND ÜBERALL Ob Hotellobby, Airport-Lounge oder Straßencafé wo immer Menschen ins Netz gehen, sind ihre Daten und Anwendungen schon da ganz unabhängig vom Endgerät. TRAFFIC-CENTER Über Verkehrsmanagementsysteme und ihr eigenes ERP steuern Speditionen Auslastung und Routenpläne ihrer Kollegen und Fahrzeuge auf der Straße, verfolgen CO 2 -Ausstoß, Bremsverschleiß oder Reifenabrieb und kontrollieren angefallene Mautgebühren in Echtzeit. Hybrid Private BUSSE UND BAHNEN GEHEN ONLINE Verkehrsunternehmen informieren an den Haltestellen in Echtzeit über Anschlussverbindungen und Abfahrtzeiten. Ihre Fahrgäste lösen und bezahlen Tickets in der Cloud und mieten z. B. Fahrräder am Zielort. Dynamic Services for Collaboration SAP Benchmark to go Cloud Readiness Services Dynamic Services for SAP Projects Managed Workplace Services Dynamic Services for Infrastructure Network Service Integration 360 Monitoring Network Dynamic Services for SAP Solutions ERP Application Management & Modernization

14 17 Horizont erweitern Cloud Readiness Services Dynamic Services for SAP Projects Managed Workplace Services NetworkService Integration Dynamic Services for SAP Solutions Lesen Sie hier wie Skaleneffekte aus der Wolke Ihre IT-Kosten reduzieren, wie Cloud Computing dynamisch bezogene IT-Ressourcen zuverlässig macht, warum Clouds made in Germany für die Compliance entscheidend sein können, wie nachhaltig Consumer-Impulse das Arbeitsleben in der Cloud beeinflussen. Fotos: Plainpicture/Glasshouse, Henning Angerer

15 18 bewegen CLOUD COMPUTING Avancen aus der Wolke Die einen konnten die Alliteration zuletzt nicht mehr hören, die anderen fanden sie nach wie vor klasse! Monatelang ließ Microsoft in Windows 7 -Radiospots nette Storys von Klaus und Claudia erzählen. In einer Version allerdings hat Klaus der Claudia in der Cloud das Herz geklaut. Die Diebstahlmeldung aus der Werbung für Softwareanwendungen aus der Wolke trifft ein Reizwort und einen empfindlichen Nerv der IT-Community. Denn bei allem, was mit Sicherheit und Schutz jedweden Datenverkehrs zu tun hat, werden nicht nur CIOs hellhörig. So sollte sich jeder IT-Verantwortliche dringend fragen: Arbeiten Klaus oder Claudia etwa bei uns? Über welches Endgerät haben sie sich eigentlich getroffen? Und in welchem Netzwerk? Erfolgte der wie auch immer geartete Diebstahl gegen ihren Widerstand, mit ihrem Zutun, oder blieb er anfangs sogar unbemerkt? Oder können Sie ausschließen, dass nichts von dem, was Ihre Mitarbeiter in öffentlichen Wolken tun und tun dürfen, in deren Business-Umgebung am Arbeitsplatz überschwappt? Consumer läuten Sturm Fotos: Jasper James/Getty Images; Illustration: istockphoto.com Impulse aus dem Public-Consumer-Markt klopfen schon lange nicht mehr vorsichtig an die Tür zur Business-IT, sagt Forrester-Analyst Dr. Stefan Ried. Sie nehmen den Finger nicht mehr vom Klingelknopf (siehe Interview S. 22). Doch unter dem Eindruck Hunderter von Jahrmärkten der Social Media sehen nicht wenige Unternehmen das Web 2.0 nur noch als Ecstasy-Version des klassischen Web, so Dr. Frank Schönefeld, Mitglied der Geschäftsleitung des Multimedia-Spezialisten T-Systems MMS. Zu unsicher, mangelnde Kontrolle, aber auch die unübersichtliche Zahl und Qualität der Angebote, so der Experte, blieben ernstzunehmende Vorbehalte, die IT-Verantwortliche nicht nur mit der Massenbewegung in öffentlichen Wolken in Verbindung bringen, sondern auch mit Private Clouds. Wie zur Bestätigung titelte das CIO-Magazin Ende des vergangenen Jahres denn auch: Es gibt Cloud-Kraut. Die allgemeine Verunsicherung trifft die IT-Abteilungen der Unternehmen zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die weltweite Wirtschaftskrise hat viele Bilanzen gleich in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren arg ramponiert. Während die Aufträge in den Fach- und Produktionsabteilungen vielerorts ausblieben, liefen die IT-Kosten weiter. Ergebnis: Mit dem üblichen Hard- und Software-Rhythmus von drei Jahren konnten die Budgets nicht mehr Schritt halten. Die Konsequenz sind Investitionsstaus in vielen IT-Abteilungen. Und als ob CIOs nicht schon genug mit Aufräum- und Anschlussarbeiten im eigenen Unternehmen zu tun hätten, tobt draußen vor der Tür der Mob. Twitter, Facebook und ICQ, aber auch Onlinefestplatten wie YouTube,

16 19 Entscheidend für Entscheider Die wichtigsten Herausforderungen im Jahr 2011 und ihre Lösungsansätze Kosten Das IT-Budget gekürzt, die Innovations- und Betriebskosten in Schieflage Technologie/Infrastruktur Services immer einfacher, Integration in Geschäftsprozesse schwierig Security Compliance-Konflikt zwischen privaten und Business-Applikationen Wertschöpfung/Innovationen Wettbewerbsvorteile durch schnellere Time-to-Market-Zyklen Höhere Wirtschaftlichkeit durch dynamische Leistungen, die Fixkosten reduzieren Managed Services für (beherrschbare) Business-Einbindung Virtualisierung zur sicheren Trennung von Anwendungen auf einer Plattform Flexibilisierung von statischen Architekturen Luft holen oder Luft anhalten? - Architekturen, Budgets, Compliance - das ABC der Handlungsspielräume macht die Atmungsfähigkeit von ICT buchstäblich zu einer Frage der Kondition. Googles Picasa oder Yahoos Flickr sind Tummelplätze für mehr als eine Milliarde Menschen. Sie reden miteinander, tauschen Informationen und Dokumente aus, bearbeiten sie mit beliebigen Endgeräten ohne den Umweg über USB-Sticks oder gemeinsam, millionenfach weltweit in jeder Sekunde (siehe Aufklapp-Grafik auf S ). Und was passiert eigentlich direkt nebenan, nur einen Raum weiter? Und ist das Ganze ein riesiger Albtraum oder vielleicht doch ein winzig kleiner Traum? Zugegeben, die grenzenlose Freiheit der Public Clouds hat etwas Verführerisches. Wenn auf Social-Media-Plattformen 50 oder 100 Menschen quer über die Welt verteilt in der Cloud zusammenspielen können, dann können sie auch gemeinsam arbeiten. Und für Mitarbeiter ist es nur ein einziger Schritt durch die virtuelle Bürotür, um Freunde und Followers ins Businessnetzwerk Xing mitzunehmen oder gleich an den eigenen Arbeitsplatz zu bitten. Doch die Trennschärfe zwischen öffentlich zugänglichen Cloud-Services und hochsensiblen Kunden- und Projektdaten einzuhalten, wird für Unternehmen existenziell wichtig und zugleich jeden Tag schwieriger. Swarming nennen die Marktforscher von Gartner bereits den Schritt einer zwangsläufigen Entwicklung über klassische Teamarbeit in Unternehmen und die Collaboration mit Partnern, Kunden und Lieferanten hinaus. Und wenn Menschen, die sich persönlich gar nicht kennen, dennoch ad hoc und kurzfristig ein gemeinsames Projekt bearbeiten, bleibt für lange Abstimmungswege und bürokratische Strukturen wenig Zeit. Mobilität als Treiber Vor allem die Immer und Überall -gewohnte zukünftige User-Generation von Unternehmens-IT wird vom ersten Arbeitstag an wie selbstverständlich die gleichen Anwendungen und Endgeräte nutzen wollen wie noch am Tag zuvor. Sie werden ihren mobilen Lifestyle zum Workstyle machen, erklärte etwa SAP-Managing Director Michael Kleinemeier, verantwortlich für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz), unlängst in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Vor allem getrieben von der Entwicklung im Verbraucherbereich, wird Enterprise Mobility eine entscheidende Rolle im Wettbewerb der Unternehmen spielen. Dabei erlebt die Halbwertzeit von Technologien und Anwendungen auch in Unternehmen schon jetzt immer kürzere Zyklen. Was gestern noch hip to have war, ist heute ein Auslaufmodell. als Kommunikationsmittel liegt im Sterben. So denken jedenfalls viele Teenager, sagt Salesforce.com-Gründer Marc Benioff (siehe Porträt S. 26). Sobald die ersten der jetzt 17- bis 18-Jährigen auf den Arbeitsmarkt strömen, so der Rat des kalifornischen Softwareanbieters, müssen sich Unternehmensanwendungen ändern, um von einer neuen Mitarbeitergeneration wahrgenommen und akzeptiert zu werden. Schon treffen erste Unternehmen offensiv Vorbereitungen, um Mitarbeitern zu erlauben, demnächst mit ihren eigenen Endgeräten ins Firmennetz zu gehen. Wie steigern CIOs die Produktivität? Zur grassierenden Selbstbediener-Mentalität passt, dass immer mehr Business-Software als SaaS weitaus günstiger aus dem Netz zu bekommen ist, die vor gar nicht langer Zeit immer erst gekauft werden musste. Marktbeobachtern zufolge werden täglich weltweit Zehntausende neuer Offerten ins Netz gestellt. Aber welcher Bruchteil davon ist wirklich businesstauglich und unternehmensrelevant? Mit welchem Produkt verbessern CIOs ihre Prozessunterstützung und erhöhen die Produktivität der Mitarbeiter? Trends aufzugreifen, zu erproben und gegebenenfalls neue Technologien schnell bereitzustellen, stellt das Innovationsmanagement vor große Herausforderungen. Engpässe im Budget, die Power der Masse ( FAZ ) und eine technologische Entwicklung, die als Perpetuum mobile immer kürzere Taktzahlen vorgibt. Schon streiten Experten, ob die Berufung zum CIO zum trostlosen Beruf wird (siehe Gastbeitrag S. 34). Zumindest schafft der Druck von allen Seiten eine Situation, so die Beobachtung von Forrester-Analyst Stefan Ried, in der sich das Lager der CIOs spaltet. Die einen fahren vorsichtig weiterhin Kutsche, die anderen steigen um in Sportwagen. Denn viele IT-Chefs sähen durchaus die Chance, sich über den dynamischen Leistungsbezug externer Dienstleister wieder Flexibilität und neuen Spielraum zu erobern. Und IT-Abteilungen werden erkennen, so Ried, dass Cloud Computing Chancen zur

17 20 bewegen CLOUD COMPUTING Weiterentwicklung des eigenen Geschäftsmodells bietet wie kaum ein IT-Trend zuvor. Allerdings müsse sich auch die Rolle der CIOs in den nächsten Jahren massiv ändern hin zu einem Cloud-Broker, der seine Business Units als Makler unterschiedlichster Services unterstützt. Dafür empfiehlt Experton-Analyst Dr. Carlo Velten dringend eine Cloud-Strategie und eine implementierte Cloud-Infrastruktur. Das ermöglicht CIOs, auf einer eigenen Private Cloud selbst Cloud-Services anzubieten oder externe Services aus der Wolke sicher anbinden zu können (siehe Aufräumen mit Vorurteilen, S. 40). Für ein neues Rollenverständnis der IT-Chefs liefern offene Fragen gute Gründe zuhauf. Wie mache ich mir die Hyperkonnektivität meiner Mitarbeiter zunutze? Wie behalte ich die Kontrolle über die Vielfalt dessen, was unter- Dr. Carlo Velten, Experton-Group schiedlichste Endgeräte können müssen, können sollen und können dürfen? Zu welchem Preis dürfen Unternehmen wie viel IT auslagern, ohne die Benchmarks ihrer Branchen aufrecht gehend zu unterlaufen? Und wie schnell muss ich beim Bezug externer Leistungen Anwendungen, Plattformen oder auch Provider wechseln können, ohne dass unterschiedlichste Cloud-Strukturen zum Einfallstor für Spamware, Datenlecks & Co. werden? Doch nicht nur CIOs arbeiten an neuen Funktionen, Qualitäten und Services. Auch Softwareanbieter und IT-Dienstleistungsunternehmen müssen Produktangebote und Performances ständig neu gestalten. Ausgefeilte Security- Standards einschließlich rollenbasierter Sicherheitskonzepte, dynamische Abrechnungsmodelle, ein hoher Grad an Flexibilität und optimale Skalierbarkeit sind die Eckpfeiler von Angeboten, die Unternehmen heute erwarten. Erfahrung mit virtuellen Umgebungen Um diese Säulen herum stellt deshalb das Walldorfer Softwareunternehmen SAP AG strenge Anforderungen an Partner wie T-Systems, deren Services der Dynamik von Geschäftsprozessen sicher, transparent und effizient folgen müssen. Denn, so Michael Ressemann, Global Head of Outsourcing Services and Solution Delivery der SAP AG: Immer mehr unserer Kunden fragen nach einem sogenannten Pay as you go -Modell, bei dem Unternehmen nur die Ressourcen bezahlen, die sie auch benutzen. Und dieser Kundenanforderung will SAP laut Ressemann durch den verstärkten Einsatz von SAP in der Cloud Rechnung tragen. Mit der Standardisierung und Automatisierung von virtuellen Umgebungen weise T-Systems einen sehr hohen Reifegrad auf. T-Systems setzt den Cloud-Grundsatz any service, any time, on any server einfach sehr konsequent um. Tatsächlich ist die Telekom-Tochter mit über 3,2 Millionen produktiven SAP-Nutzern ihrer Application Operations for SAP Solutions das größte SAP- Outsourcing-Unternehmen in Europa und betreibt die Services seiner Kunden als eines der ersten Unternehmen weltweit in einer von SAP zertifizierten Cloud-Umgebung. Bewegung im CIO-Ranking Services aus der Wolke, die Unternehmen heute schon nutzen, und Services, mit denen sie als Nächstes planen. aktuell innerhalb der nächsten 2 Jahre Geschäftsanwendungen z. B. Business-Software, Applications aas Sicherheit Security as a Service Backup Anwendungsentwicklung Platform as a Service Storage as a Service Infrastruktur Server, IaaS etc. - Tools Collaboration

18 21 Fotos: Jasper James/Getty Images; istockphoto.com Dr. Stefan Ried, Forrester-Analyst So profitieren Kunden auf unterschiedlichste Arten von ICT-Kapazitäten, die in kürzester Zeit zur Verfügung gestellt und flexibel an den jeweiligen Bedarf angepasst und abgerechnet werden. Unabhängig davon, welches SAP- System Unternehmen auch für ein aktuelles Projekt benötigen, sie bestellen und konfigurieren SAP künftig über ein Selfservice-Portal per Mausklick. In Minuten stehen die gewünschten SAP-Systeme bereit. Der erste Prototyp der Landscape-as-a-Service-Lösung wurde bereits realisiert. Basis der Idee ist eine hochgradige Standardisierung und Automatisierung, sodass Anwender übers Netz Services beziehen und einsetzen können. Unternehmen erhalten schnell Systeme, um ein Projekt zu evaluieren. Landscape as a Service eignet sich somit auch für Cloud-Einsteiger. Mit Blick auf die zunehmende Mobilität der Arbeitswelten forciert das Walldorfer Softwarehaus besonders seine strategische Ausrichtung On Device. Dafür hat T-Systems Lösungen entwickelt, die den Zugriff auf SAP-Applikationen von jedem Gerät also auch Mobiltelefonen oder ipads aus ermöglichen. Infrastructure as a Service Das Ende starrer Prozesse und Anwendungen läutet T-Systems von der CeBIT 2011 an auch bei den Infrastrukturen ein. Auf einem User-Selfservice-Portal haben Unternehmen Zugang zu flexiblen Infrastruktur-Basisdiensten, die sie nach Bedarf nutzen und bezahlen können. Als Dynamic Services for Infrastructure bedient das Angebot die steigende Nachfrage nach kostengünstigen, frei gestaltbaren Infrastruktur-Ressourcen, bei denen Unternehmen nicht an bestimmte Applikationen gebunden sind, sondern über bereitgestellte virtuelle Server frei verfügen können. Über ein sicheres Webportal innerhalb weniger Minuten zusammengestellt, werden alle Ressourcen vom ausgewählten Betriebssystem bis zur Prozessor- und Speicherleistung auf die Stunde genau abgerechnet. Dabei kombiniert T-Systems die Vorteile der Public Cloud mit den Standards des hochsicheren Geschäftskundenbereichs: Außer einer Zugangskontrolle, Datensicherheit und -schutz, definierten SLAs und voller Skalierbarkeit hat die hybride Cloud von T-Systems für Unternehmen den großen Vorteil, dass sich alle Rechenzentren und Kundendaten auf Wunsch ausschließlich in Deutschland befinden. Deutsche Datenschutz- und Datensicherheitsbestimmungen sind einer der Gründe, warum auch Softwareanbieter Microsoft seine strategische Partnerschaft mit T-Systems ausbaut. Wir bündeln unsere gemeinsamen Cloud- Kompetenzen nicht nur, weil die Nachfrage gerade von Großkunden nach standardisierten Lösungen aus der Cloud spürbar steigt, erklärt Microsoft- Deutschland-Chef Ralph Haupter. Wir wollen unseren Kunden auch die Option anbieten, auf Rechenzentren in Deutschland zuzugreifen. So stellt T-Systems von der diesjährigen CeBIT an Microsoft-Produkte über seine Hochsicherheitsrechenzentren zwischen Hamburg und München zur Verfügung und integriert sie als Cloud-Angebote in die IT-Landschaft der Konzerne. Das Angebot, Softwareprodukte wie Office, Exchange, SharePoint und andere als Dynamic Services for Collaboration nach Bedarf abzurufen und nach Verbrauch zu bezahlen, soll vor allem die Flexibilität steigern, mit der Unternehmen die Kommunikation und Zusammenarbeit ihrer Mitarbeiter im Unternehmensverbund unterstützen. Dafür ist Sicherheit das entscheidende Kriterium, so Ralph Haupter. In diesem Sinne folge die Kooperation von Microsoft und T-Systems der Philosophie, jede Form der Cloud, sei sie Private, Public oder Hybrid, je nach Kundenwunsch sicher und zuverlässig bereitzustellen. Und so sind dann auch die Treffen von Klaus und Claudia für Unternehmen kein Grund zur Besorgnis. THOMAS VAN ZÜTPHEN Kontakt: Links:

19 22 bewegen ANALYZE IT Interview Der CIO als Cloud-Broker Dr. Stefan Ried, Senior Analyst von Forrester Research, über Plattformen in der Wolke, den Trend zu kollaborativen Cloud-Szenarien und warum sich nicht nur das Einkaufsverhalten von CIOs in Zukunft komplett ändern wird. Herr Dr. Ried, so langsam einigt sich die Branche auf ein gemeinsames Verständnis von Cloud Computing. Was bleibt nach der leidenschaftlichen Diskussion an wirklich Neuem? Vor allem ist Cloud Computing ein großer Schritt zur Industrialisierung der IT- Branche. Cloud Computing nur als Providermodell zu sehen, greift zu kurz. Es ist die Kombination aus Hosting plus Maintenance, Technologie-Stacks inklusive Software as a Service. Das heißt, der Service ist allumfassend, und er kommt in einem hochstandardisierten Paket. So kann man IT-Kosten enorm reduzieren. Was hat Cloud Computing in Unternehmen mit Consumerdiensten zu tun? Consumerization of IT sorgt dafür, dass immer mehr Mitarbeiter mit den Erwartungen, die sie aus der Einfachheit von Consumeranwendungen haben, ins Unternehmen kommen und sich dort nicht vorschreiben lassen wollen, was sie verwenden dürfen und was nicht. Wir sprechen da von empowered people dem selbstbewussten Mitarbeiter, Partner und Kunden. Im Klartext: Impulse aus dem Public-Consumer-Markt, die aus dem Hintergrund von Facebook & Co. kommen, klopfen schon lange nicht mehr vorsichtig an die Tür zur Business-IT sie nehmen den Finger nicht mehr vom Klingelknopf. Mit welcher Konsequenz? Mit der zum Beispiel, dass die Public-Cloud-Player Services und Gewohnheiten ihrer User in den Enterprise-Bereich mitbringen und so Communitys, in denen Menschen sich privat Tipps und Verbesserungsvorschläge geben, als eine Art Collaborative Cloud weiterführen. Das führt dazu, dass Marc Benioff von Salesforce etwa fragt: Wo ist der Differenziator im CRM-Bereich? Und fordert: CRM muss so einfach sein wie Facebook. Einige CRM-Anwender greifen zum Beispiel gemeinsam auf die Jigsaw-Datenbank zu, über die man Kundenadressen aktuell halten kann. Dabei verbessert man einen Adressbestand vielleicht sogar gemeinsam mit seinen Konkurrenten, aber mit erstaunlicher Qualität und niedrigem Total Cost of Ownership. Ein anderes Beispiel im Large-Enterprise-B2B sind Automobilhersteller, die gemeinsam die Spezifikationen von Zulieferern und deren Produkten vergleichen auf einer konsolidierten Datenbasis, die sie in ihren Produktionssystemen nutzen, um hinterher im Endprodukt wieder miteinander zu konkurrieren. Das ist die sichtbare Brücke zwischen Social Content in Consumeranwendungen wie Facebook und den neuen Collaborative-Cloud-Szenarien in der Enterprise-IT. Worauf ist zu achten, wenn Cloud Computing wirklich Einsparungen bringen soll? Da verhält sich Cloud Computing ein wenig so wie Open Source. Wenn Sie Open Source nutzen, haben Sie anfangs keine Lizenzausgaben, aber benötigen schon bald sinnvollerweise Wartungskosten im Betrieb. Bei Cloud haben Sie keine initialen Kosten für Hardware oder Lizenzen aber Sie brauchen natürlich eine Cloud/Legacy-Integration und Betriebskosten, die man nicht unterschätzen sollte. Da hilft eine Budgetplanung, über die man linear zu den Transaktionsvolumina oder zur Zahl seiner Mitarbeiter auch die IT-Budgets variabel hält. Stichwort Wertschöpfungstiefe wie viel eigene IT ist für Unternehmen noch sinnvoll? Eigene IT vorzuhalten, hat durchaus noch Sinn, aber nur im Verbund mit einem Netz. Cloud Bursting nennen wir diesen Austausch. Verbrauche ich mehr, als ich selbst produziere, hole ich mir Leistung aus einem Netz. Und produziere ich mehr, als ich brauche, speise in das in ein Netz ein und biete meine Leistungen wenn die Security nachkommt quasi als Cloud auch anderen an. Das geht mit geteilten Rechenzentren, wie T-Systems sie betreibt, natürlich besser, als wenn ich alles on premise habe. Aber es gibt bereits Broker-Plätze, auf denen Unternehmen sich ein virtuelles Rechenzentrum dazukaufen und einen Teil ihres Rechenzentrums vermieten je nach eigener Auslastung. Sie haben das Stichwort Security genannt wie angemessen ist die Panik vor Datenlecks, die als latenter Albtraum der Unternehmen durchs Netz wabert? Sicherheit ist in unseren Umfragen nach wie vor die Nummer 1 aller Bedenken. Interessant ist aber: In den Unternehmen, die die Wolke bereits nutzen, hat das Thema Cloud/Legacy-Integration, also die Harmonisierung von Cloud-Services mit den eigenen Systemen, Security als potenzielles Problemfeld schon abgelöst. Das heißt: Security ist für Leute, die sich besser mit Cloud Computing auskennen, nur noch die Nummer 2, es verliert an Bedrohungspotenzial und wird im Sinne eines vor allem mentalen Problems in wenigen Jahren nicht annähernd mehr die Rolle spielen wird wie vielerorts heute noch. Das betrifft im ersten Schritt die technische Sicherheit. Über die bewusste Steuerung der Privatsphäre muss man sich weiterhin Gedanken machen, das wird heute oft mit Security vermischt, ist aber eigentlich eine ganz eigenständige Frage. Wohin geht der Trend innerhalb des Cloud Computing? Das Plattformgeschäft in der Cloud wird rasant an Bedeutung gewinnen nicht nur für IT-Dienstleister, sondern vor allem für deren Kunden, die damit flexibler zwischen den Angeboten des Marktes switchen können. Es ist interessant für kundenspezifische Anwendungen und um Lösungen unabhängiger Softwarehersteller darauf zu nutzen. So werden Plattformen als Service (PaaS) zwischen den beiden Blöcken IaaS und SaaS positioniert und mit der Offenheit immer weiterer Programmiersprachen eine große Rolle spielen. Parallel wird 2011 der Trend von kollaborativen Cloud-Szenarien weiter wachsen.

20 23 Starre Hostingkonzepte werden abgelöst von einer verbesserten Partnertauglichkeit der Technologie. Dr. Stefan Ried, Senior Analyst bei Forrester Research Foto: PR Was macht den Unterschied aus zwischen den großen Cloud-Anbietern? Entlang einer Skala der Industrialisierung gilt: Je höher die Standardisierung, desto weniger versteht ein Anbieter in der Regel einen einzelnen Kunden. So funktioniert nun mal das Prinzip von Standardisierung. Wenn man etwa Amazon und T-Systems vergleicht, kommt Amazon aus der Seite einer extrem hohen Standardisierung in der Public Cloud, während T-Systems historisch die individuellen Infrastrukturen und Prozesse einzelner Enterprise-Kunden versteht und diese in Hybrid Clouds abbildet. Provider aus beiden Extremen versuchen ihr Portfolio zu erweitern, und so konnte T-Systems jetzt einen Infrastructure-as-a-Service-Dienst in die Betaphase bringen, der konkurrenzfähig zu Amazons EC2 ist. Erwarten Kunden eher einzelne Cloud-Dienste von spezialisierten Anbietern oder ein vollständiges Portfolio von einem Anbieter? Erstmals werden sich die Angebote der Public Cloud mit Hybrid-Cloud-Angeboten der großen Enterprise-Infrastrukturanbieter überlappen. Das ist eine gute Nachricht, denn dann hat ein Kunde die Möglichkeit, bei seinem Anbieter zu bleiben, aber trotzdem Infrastrukturdienste in einem anderen Standardisierungsgrad zu konsumieren. Anders als im Infrastrukturbereich haben wir im Applikationsbereich den Trend zur Diversifizierung. Zehn Jahre lang haben CIOs Single-Vendor-strategisch alles bei SAP oder Oracle gekauft. Aber die Cloud-Computing-Technologien machen es heute so einfach, SaaS- Anwendungen zu integrieren diesen sogenannten Mashup, dass die Diversifizierung in Best-of-Breed-Applikationen steigt. Welche Veränderungen forciert Cloud Computing mit Blick auf die Geschäftsmodelle von IT-Anbietern? Anbieter müssen realisieren, dass sich das Einkaufsverhalten von CIOs komplett ändert. Der Einkauf von starren Paketen wird abgelöst vom Konsumieren, das sich elastisch an meinem Geschäftsverlauf orientiert. Hinzu kommt, dass immer mehr Mitarbeiter in den Fachbereichen Applikationen als Service direkt kaufen unter Umgehung der IT-Abteilung. Ist das kein Problem? Nein, überhaupt nicht. Es bedeutet, dass die IT eine neue Wertdarstellung finden muss. Schlaue CIOs werden ihre IT so darstellen, dass sie selbst mit einem Opex-Modell daherkommt. Die Kapitalkosten eines eigenen Rechenzentrums auf die Umsätze meiner Fachbereiche zu überschlagen, ist ein Auslaufmodell. Nur wenn sich der private Betrieb in einem Corporate Network etwa von der Billing-Relation seines Geschäftsmodells so verhält wie eine Pub lic Cloud, dann verstehen die eigenen Leute auch, wie dynamisch ihre IT-Abteilung Leistungen bereitstellt und abrechnet. Den Unterschied zwischen Capex und Opex kapieren Mitarbeiter sehr schnell, wenn sie plötzlich 20 Cent bezahlen müssen, weil sie in der Mittagspause 20 Minuten YouTube geguckt haben. Das ist besser, als so einen Dienst in den Firmennetzen zu verbieten. Welchen Schluss ziehen Sie daraus, dass sich nach der Zertifizierung von T-Systems als SAP Cloud Hoster auch andere Provider um diese Auszeichnung bemühen? Softwarehersteller wie SAP und zuvor auch Microsoft durchlaufen einen Erfahrungs- und Reifeprozess. Exklusive und starre Hostingkonzepte werden abgelöst durch neue Partnerkonzepte und verbesserte Partnertauglichkeit der Technologie. Microsoft hat deshalb zusätzlich zu der Azure Public Cloud die Azure Appliances mit Partnern ermöglicht, die besser in hybride Clouds passen. Hier macht SAP gerade die ersten Schritte und ist mehr denn je auf Partner wie T-Systems angewiesen. Wie sehen Sie T-Systems auch mit Blick auf deren IaaS-Angebote aufgestellt? Im Sinne eines vollständigen Portfolios wird T-Systems mit dem IaaS-Dienst jetzt eine Lücke schließen, und das ist für seine Kunden interessant. Niedrigpreisige Infrastruktur, bewusst andere SLAs, keine Backup-Dienste und weniger Integration. Das hat im Portfolio von T-Systems etwa mit Blick auf den günstigen Betrieb von Test- und Entwicklungsservern bisher gefehlt. Letztlich ermöglicht dies Unternehmen, eine grünere Infrastruktur zu nutzen. Wenn Sie nur daran denken, dass Unternehmens-IT im Schnitt zu 20 Prozent ausgelastet wird, Cloud-Anbieter ihre Rechenzentren aber zu 80 bis 90 Prozent auslasten. Natürlich haben Cloud-Computing-Zentren auch noch einen Carbon Footprint, aber das Verhältnis zur gelieferten Rechenleistung ist viel besser. Deshalb müsste auf der Agenda eines jeden Unternehmens stehen: Wie viel Strom muss mein IT-Bedarf wirklich in Anspruch nehmen, und wie sehr muss er die Umwelt belasten? Wie wird sich die Rolle der CIOs in Zukunft verändern? Massiv. Bisher war die CIO-Rolle durch Operation Excellence getrieben. Er sollte dafür sorgen, dass IT-Infrastruktur mit einem niedrigen Total Cost of Ownership zuverlässig läuft. Und nebenbei sollte er ein wenig Innovation betreiben, was für viele CIOs ein Problem ist, weil das Budget das nicht zulässt. Der CIO der Zukunft ist ein Cloud-Broker. Eine Vertrauensperson, die entsprechend kompatibel zu den Policies der Firma den eigenen Business Units hilft, den richtigen Provider zu finden. CIOs dürfen Cloud-Provider nicht als Konkurrenz sehen. Sie werden Makler sein und eine flexible Mischung zwischen den Angeboten der Public, Hybrid oder Private Clouds ihren Fachbereichen anbieten. INTERVIEW: THOMAS VAN ZÜTPHEN Link:

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