Was ist denn nun ein MBA?

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1 Was ist denn nun ein MBA? Was ist denn nun ein MBA? Für das grundsätzliche europäische Verständnis, was ein MBA-Programm sein sollte, sind die 1997 von Akkreditierungsagenturen, Unternehmen und Business Schools aus 19 europäischen Ländern und den USA erarbeiteten European MBA-Guidelines eine mögliche Richtschnur. Interessenten sollten diese Guidelines bei der Bewertung von MBA-Programmen immer im Hinterkopf behalten. European MBA-Guidelines Auszug aus den European MBA-Guidelines Ein MBA-Programm sollte folgende Punkte erfüllen: 1. Der MBA ist ein Postgraduate-Abschluss auf Master-Level und muss daher den entsprechenden Qualifikationsrahmen erfüllen. Das Zulassungsverfahren setzt in der Regel einen ersten akademischen Abschluss oder eine gleichwertige Vorbildung voraus. Zulassungsbedingungen können nur niedriger angesetzt werden, wenn Kandidaten entsprechende Weiterbildungen und Praxiserfahrung nachweisen können. 2. Der MBA setzt mindestens zwei bis drei Jahre Berufserfahrung voraus; Ziel ist es, eine Karriere zu beschleunigen oder ihr eine neue Richtung zu geben. Programme, die Absolventen den ersten Berufseinstieg ermöglichen, sollten einen anderen Abschluss vergeben. 3. Der MBA ist ein generalistischer Abschluss. Aus diesem Grund sollte der MBA das Wissen verbreitern. Spezialisierte Master sollten nicht als MBA bezeichnet werden. 4. Inhalt eines MBA-Programms sollten alle funktionalen Managementbereiche sein. Dazu gehören Accounting, Finance, Marketing, Operations Management, Information Management, Law und Human Resources Management. Neben dem Erwerb von Wissen sollte auch die persönliche Entwicklung (Entscheidungsfindung, Teamarbeit, Leadership Skills, unternehmerisches Potenzial, Verhandlungsfähigkeit, Kommunikation und Präsentationstechniken) der Teilnehmer gefördert werden. Das Programm sollte dem Teilnehmer Wahlfächer anbieten und es ihm so ermöglichen, einen Schwerpunkt zu wählen. 5. Ein MBA-Programm sollte eine Studienzeit von mindestens einem Jahr (Vollzeit) haben oder den entsprechenden zeitlichen Umfang bei Teilzeitprogrammen. Natürlich werden MBA-Absolventen nicht in all den in den MBA-Guidelines genannten Bereichen arbeiten. Aber sie haben die Möglichkeit erhalten, durch ihr generalistisches Wissen die Fachkräfte besser zu verstehen. Dies ist die Theorie hinter einem generalistischen MBA-Studium. Die meisten MBA-Absolventen werden aber nach ihrem Studium erst einmal eine solche Senior-Managementfunktion noch nicht erhalten. Deshalb hat es sich eingebürgert, dass zunehmend mehr Hochschulen Vertiefungen anbieten, damit sich die Studie- 21

2 Was ist denn nun ein MBA? renden in einem Aufgabenfeld bzw. einer Branche spezialisieren können. Im Ausland sind gerade die Bereiche Finanzen, Consulting und Marketing besonders beliebt, einer der Gründe, warum man dort auch viele MBA-Absolventen findet. Wenn Sie also vertieftes Interesse an bestimmten Fächern haben oder bestimmte Kompetenzen erwerben wollen, ist es ratsam, sich die Schwerpunkte und Fächer eines jeden einzelnen Anbieters bzw. einer jeden einzelnen Business School genau anzusehen. Für viele ist der weiterbildende Master (WB-Master) oder besonders der Master of Business Administration (MBA) die Möglichkeit, ihrer Karriere eine neue Richtung zu geben. Sie haben die Möglichkeit, darüber nachzudenken, wie sich Ihr Leben entwickeln soll. Der MBA z.b. wird Ihnen neue Fähigkeiten vermitteln sowie Lernstrategien und Fachwissen. Gute Programme werden auch Ihr schon vorhandenes Wissen verstärken und nutzen. Strategisches und analytisches Denken werden gefördert. Quelle: CHE Arbeitspapier Nr. 150 Abb. 4: Kriterien bei der Programmwahl Nutzen der Weiterbildung Trotzdem zweifeln viele am Nutzen der Weiterbildung. Andere, die dagegen daran glauben, sehen Weiterbildung und besonders den MBA als einen Zugang zum Erfolg in der Geschäftswelt, gekoppelt an höhere Gehälter und mehr Verantwortung. Es werden sicherlich nicht alle dies Ziel erreichen, aber der Rückblick zeigt, dass Weiterbildung und besonders der MBA zu entsprechenden Erfolgen bei der Masse der Studierenden geführt hat. 22

3 Was lernt man in weiterbildenden Master-Programmen? Was lernt man in weiterbildenden Master-Programmen? Neben den Fachinhalten sind im Berufsleben zunehmend die sogenannten Softs Skills von großer Bedeutung. Im Rahmen des Bologna-Prozesses wurden für die verschieden Bildungsstufen (z.b. Stufe 6 = Bachelor; Stufe 7 = Master) der europäische wie die nationalen Qualifikationsrahmen erarbeitet. In ihnen sind die zentralen Qualifikationsziele definiert. Diese sind für die Master-Ebene (also auch für den MBA) als zwingend definiert: Den umfassendsten Katalog, der auch gezielt auf weiterbildende Master eingeht, hat hier die Schweiz vorgelegt. Er kann trotz trockenem Bildungsbeamtendeutsch auch problemlos für Deutschland und Österreich angewendet werden. Nachdem Sie Ihre Ausbildung abgeschlossen haben, sollten Sie über folgende Qualifikationen verfügen: Wissen und Verstehen: Sie verfügen über Wissen und Verstehen auf Hochschulniveau in einem hoch spezialisierten, in einem vom grundständigen Studium abweichenden oder in einem multidisziplinär erweiterten Fachbereich sowie insbesondere von forschungsbezogenen Erkenntnismethoden. Ihr Wissen und Verstehen baut in der Regel auf den Kenntnissen eines ersten, bereits abgeschlossenen Hochschulstudiums und der eigenen Berufserfahrung auf. Je nach Profil des Programms reflektiert, aktualisiert und vertieft es diese Kenntnisse, ergänzt sie durch Kenntnisse in einem neuen Fachbereich oder erweitert sie multidisziplinär. Innovation und Problemlösung: Sie sind in der Lage, hoch spezialisiertes Wissen aus einem Fachgebiet respektive interdisziplinäres Wissen aus verschiedenen Fachgebieten zu integrieren, auf der Basis unvollständiger oder begrenzter Informationen innovative Problemlösungen auf hohem Komplexitätsniveau zu entwickeln, diese in ihren Tätigkeitsfeldern reflektiert und adäquat umzusetzen und ihre Resultate zu evaluieren. Beurteilen und Entscheiden: Sie sind fähig, komplexe, hoch spezialisierte respektive interdisziplinäre Sachverhalte in neuen und unvertrauten Zusammenhängen zu analysieren, zu beurteilen und theoretisch fundiert zu begründen. Sie sind in der Lage, anspruchsvolle, nachhaltige und ethisch verantwortbare Entscheide zu fällen und Führungsaufgaben bei der Analyse, Systematisierung und Lösung komplexer spezialisierter respektive interdisziplinärer Probleme zu übernehmen. Kommunikation: Sie sind fähig, komplexe Sachverhalte, Beurteilungen und Lösungsansätze sowie das Wissen und die Prinzipien, die ihnen zugrunde liegen, in der Wissenschaft und in der beruflichen Praxis gegenüber allen Anspruchsgruppen klar und eindeutig zu kommunizieren, auf andere Argumente einzugehen und über Lösungsmöglichkeiten zu verhandeln. Soft Skills Wichtige Qualifikationen 23

4 Was lernt man in weiterbildenden Master-Programmen? Learning Outcomes Wissensmanagement und Kompetenzentwicklung: Sie finden sich in der Systematik, der Akteurlandschaft, den Entwicklungen und Datenquellen Ihrer Wissensgebiete und der entsprechenden Berufspraxis zurecht und können sich selbstständig mit dem für Sie relevanten neuen Wissen auseinandersetzen, dieses bewerten und integrieren. Sie sind sich dabei der Grenzen Ihres Wissens, Verstehens und Handelns bewusst und setzen sich aktiv mit den Veränderungsprozessen und Anforderungen der Zukunft auseinander. Sie können Ihre Lernziele selber definieren und Ihre Kompetenzen wissenschaftlich und praxisbezogen selbstständig weiterentwickeln sowie Gelerntes in andere Kontexte übertragen. Berufliche Identität: Sie sind in der Lage, Ihr berufliches und gesellschaftliches Handeln in seinen inneren und äußeren Zusammenhängen zu verstehen, sind mit den relevanten Kulturen in Ihren Praxisfeldern vertraut und haben für Beruf und Funktion eine professionelle Haltung und Identität entwickelt, die es Ihnen erlauben, Ihre Aufgaben engagiert und verantwortungsbewusst anzugehen. In viele Curricula haben diese Forderungen schon Einzug gehalten. In den Modulbeschreibungen der Studiengänge werden Sie sehen, dass nicht mehr die vermittelten Inhalte, sondern Lernziele formuliert sind. Die Orientierung an Lernzielen, Learning Outcomes, vollzieht sich dabei nicht im Raum des Beliebigen. Namentlich die Dublin-Deskriptoren stellen eine solche Leitlinie für die Planung und Qualitätssicherung eines jeden konkreten Studiengangs dar. Hinzu kommen fachspezifische Qualifikationsrahmen oder Entwürfe (z.b. Soziale Arbeit, Chemie, Wirtschaftswissenschaften, frühkindliche Pädagogik). 24

5 Was lernt man in einem MBA? Was lernt man in einem MBA? Die MBA-Curricula basieren zwar auf einer Grundidee, aber die Anbieter sind frei, wie sie ihr Programm jeweils gestalten. Dies führt in einigen Fällen dazu, dass Programme eher für Spezialisten mit außerordentlichen Mathematik- und BWL-Kenntnissen vorbehalten sind. Ob sich diese Programme überhaupt MBA nennen sollen, ist ein ständiger Streit unter Fachleuten. Die meisten MBA-Programme enthalten Pflichtkurse, die immer zu belegen sind. Hinzu kommen noch Wahlkurse, von denen man sich einige heraussuchen muss. Über die Pflichtkurse sollen dem Teilnehmer des MBA-Programms die Grundlagen vermittelt werden. Die Bandbreite der Programme ist immens und Sie als Kunde haben die Qual der Wahl. Wie schon angedeutet, sind die Pflichtkurse in den letzten Jahren unter Druck geraten. Man kann nicht mehr davon ausgehen, dass Mathematik und Analytik in allen Programmen vorkommen. Leadership, Kommunikation und andere Soft-Skill-Themen haben deren Platz eingenommen. Teilweise unterscheiden sich die Programme auch darin, dass die Akteure verschiedenen Schulen der BWL und der Unternehmensführung angehören. Zentrale inhaltliche Bestandteile der meisten MBA-Programme Financial Accounting Der Kurs sollte den Studierenden das Wissen vermitteln, um Jahresabschlüsse von Unternehmen verstehen zu können und Finanzinformationen und -nachrichten richtig interpretieren zu können! Studierende erhalten weiter einen fundierten Einblick in die Grundlagen der Bilanzierung und Bilanzanalyse. Sie lernen, wie Sie die Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und sonstige Finanzinformationen richtig interpretieren. Sie lernen den Umgang mit Kenngrößen aus der Rechnungslegung, mit denen Sie Unternehmen besser beurteilen können. Sie sehen Beispiele für Bilanzpolitik und Bilanzanalysen und sammeln direkt Erfahrung durch andere Teilnehmer im Kurs, durch Fallstudien und Best- Practice-Vorträge. Management Accounting Die Studierenden lernen die wesentlichen Voraussetzungen für ein aussagefähiges System des Management Accounting und dessen Komponenten kennen. Weiterhin wird vermittelt, wie Daten aus den Financial Accounting mit dem Management Accounting harmonisiert und für Managemententscheidungen genutzt werden können. Sie erhalten zudem einen Ausblick auf die internationalen Entwicklungslinien und die Einführung in die Grundformen des strategischen Management Accounting (Target Costing, Life Cycle Costing) und des Controllings als mögliches Koordinationsmodell des Operation Management. Inhalte der MBA- Programme Financial Accounting Management Accounting 25

6 Was lernt man in einem MBA? Die Studierenden sollen im Rahmen der Veranstaltung auch nationale und internationale Konzepte des Financial-Controllings kennenlernen. Im Vordergrund steht dabei eine kritische Auseinandersetzung mit den verschiedenen Inhalten und Herangehensweisen sowie den sich daraus ergebenden Problemen. Daneben werden die Anforderungen an eine Informations-, Entscheidungs- und Koordinationsunterstützung durch das Controlling aus verschiedenen Perspektiven untersucht. Dabei werden optimalerweise neben internen Stakeholdern (Marketing, Produktion, Beschaffung) auch externe Stakeholder berücksichtigt (Corporate Social Responsibility). Corporate Finance Finance (Corporate Finance) Dies ist einer der zentralen Kurse eines MBAs. Unter Corporate Finance versteht man ganz grundsätzlich das Studium aller Entscheidungen (Entscheidungsbereiche) von Unternehmungen, die finanzielle Konsequenzen haben. Die zwei grundlegendsten Entscheidungsbereiche betreffen die Investitionsseite (Welche Investitionen sollen getätigt werden?) und die Finanzierungsseite (Wie sollen diese Investitionen finanziert werden?). Dabei werden fünf zentrale Gestaltungsbereiche der Corporate Finance unter die Lupe genommen: Investitionspolitik, Finanzierungs- bzw. Kapitalstrukturpolitik, Liquiditätspolitik, Risikopolitik, Informationspolitik. Die Corporate Finance geht dabei nicht besonders auf technische, produkt- und marktbezogene Sachverhalte ein, sondern betrachtet die Auswirkungen von Finanzierungen und Investitionen in finanzieller Hinsicht (Finanzbedarf für Investitionen, spätere Geldrückflüsse aus Investitionen, Auswirkungen auf den Unternehmenswert). Anschließend folgt oft eine Einführung zum Investitionsmanagement und abgeschlossen wird diese Unit mit einer Übersicht zu Finanzmanagement und finanzieller Führung. Studierende können abschließend das Finanzmanagement aus verschiedenen Blickwinkeln beschreiben (als betriebswirtschaftliche Funktion, als Teil der Gesamtführung, als Gegenstück des Investitionsbereiches). Weiterhin sollten sie die Rolle der Finanzfunktion auf der Geld-, Erfolgs- und Kapitalebene erklären können. In den Lehrveranstaltungen zum Thema Finance wird auch behandelt, wie die Grundstruktur von Finanzsystemen und die Konfiguration der wichtigsten Elemente eines Finanzsystems aus unterschiedlichen Perspektiven funktionieren. Ebenfalls wird diskutiert, wie es zu Finanzkrisen kommen kann, welche Typen von Krisen man unterscheidet und welche Möglichkeiten die Politik hat, die Krisen einzugrenzen. 26

7 Was lernt man in einem MBA? Statistik Kompetenz- und Lernziele für das Fach Statistik bauen meist auf der in der Schule vermittelten Qualifikation und der bisherigen Berufspraxis auf. Die Interpretation von Statistiken wird geübt, die Problematik der Fehlergrenze sowie die Bedeutung der Streuung (Standardabweichung) oder die Regeln, nach denen aus verschiedenen Datenreihen Ursache-Wirkungs-Beziehungen abgeleitet werden können (Problematik von Korrelationen), werden kennengelernt. Das Planen, das Sammeln, die Darstellung und das Interpretieren der Daten unter Verwendung von Kenngrößen und besonders das Reflektieren und das Bewerten der Daten sowie die Entwicklung von Managementargumenten, sind ebenfalls Ziele des Kurses. Human Resource Management/Managing People Mit diesem Kurs erlangen die Studierenden praxisrelevantes Fachwissen, um durch erprobte Instrumente und Methoden ihre HRM-Kenntnisse weiterzuentwickeln. Zentrale Themenfelder sind Analyse und Diskussion der Grundlagen, der Rollen und der Kompetenzen im HRM. Weitere Schwerpunkte bilden die Analyse der Aufgaben z. B. strategisches HRM, der Einfluss der Unternehmenskultur, die Analyse und Entwicklung der HRM-Prozesse als Managementunterstützung, der Personaldiagnostik, der Personalentwicklung und des Management Development sowie Möglichkeiten der Unterstützung beim Change Management und der Führung in Organisationen. Persönliche Feedbackgespräche runden den Kurs ab. Information Management Studierende lernen in diesem Kurs die Bedeutung und Notwendigkeit des Informations- und IT-Managements kennen. Sie sollen essenzielle Standardverfahren in der Informationsgewinnung und -verarbeitung kennen und die für den Systembetrieb erforderlichen organisatorischen, technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen beherrschen. Studierende sollen in situativen Gegebenheiten die für den Betrieb und die strategische Entwicklung erforderliche Strategie- und Handlungskonzepte des IM entwickeln und vertreten können. Die Studierenden des Kurses können IT-Projekte begleiten, aus Daten Managementinformationen generieren und Konzepte erarbeiten, wie eine nutzbringende Informationsbereitstellung ermöglicht wird. Sie sollen erkennen, dass Informationsmanagement die Vorstufe zum Wissensmanagement eines Unternehmens ist. Macroeconomics/Microeconomics Der Kurs wird in vielen Curricula auch als Managerial Economics bezeichnet. Hier geht es um den Zusammenhang von Unternehmen und Volkswirtschaft. Behandelt werden Methoden der modernen dynamischen Makroökonomik Statistik Human Resource Management Information Management Macroeconomics/ Microeconomics 27

8 Was lernt man in einem MBA? und deren Anwendungen auf Fragestellungen aus den Bereichen Wirtschaftswachstum, Konjunkturzyklen, Konsum und Ersparnis, Investitionen, sowie Finanz- und Arbeitsmärkte. Der Kurs beinhaltet in der Regel eine Einführung in die Methoden der Mikroökonomik. Inhaltlich werden zunächst die klassischen Themen wie die Theorie des Haushalts, die Theorie der Firma, allgemeine Gleichgewichtstheorie, Grundlagen der Wohlfahrtsökonomik sowie Entscheidungen bei Unsicherheit behandelt. Es folgen Themen der Mikroökonomik wie Informationsökonomik, Prinzipal-Agenten-Modelle, Vertragstheorie und Mechanismus-Design. Marketing Organisational Behavior Operation Management Marketing Der Leitgedanke des Marketing lautet: Der Kunde ist König! Marketing muss sich daher bei allem, was im Unternehmen geschieht, mit zwei zentralen Fragen auseinandersetzen: Wo liegt der Nutzen für den Kunden? Wo liegt der Nutzen für das Unternehmen? Marketing ist damit eine zentrale betriebswirtschaftliche Funktion und nicht nur auf Werbung und Unternehmenskommunikation beschränkt. Der Studierende soll hier lernen, was Marketing im Sinne einer marktorientierten Unternehmensführung kennzeichnet. Das Fach umfasst Themen, wie Marketingziele, Marketingstrategien und die operative Umsetzung in konkrete Marketingmaßnahmen im Marketingmix sowie die Erfolgskontrolle. Außerdem wird den Fragen nach den Arten von Märkten, Konsumentenverhalten, Grundlagen von Kundenzufriedenheit und Kundenloyalität, Preisverhalten, Marktforschungsprozessen, operativen Marketingzielen etc. nachgegangen. Organisational Behavior Das Thema Führung bzw. Leadership spielt in den Organisationswissenschaften eine wichtige Rolle. Nicht nur der Einsatz von Führung in Unternehmen ist von großer Bedeutung, sondern auch die Frage, was unter einer effizienten Führung zu verstehen ist. In diesem Schwerpunkt werden verschiedene Ansätze der Führungsforschung kennengelernt, um zu verstehen, welche Faktoren einem Führer Effektivität verleihen und wodurch sich eine Führungspersönlichkeit auszeichnet. Weiter geht es um die Tätigkeiten von Managern (Managementfunktionen, Managementrollen, Managementkompetenzen) sowie um das Verständnis von Auswirkungen des Verhaltens von Individuen und Gruppen auf die Organisationen und darum, Fähigkeiten im Umgang mit Menschen zu entwickeln. Sie lernen die Grundbegriffe der Motivation kennen und verstehen, wie effektive Motivationsprogramme in der Praxis gestaltet werden. Vereinzelt werden hier auch schon Exzellenzmodelle bzw. Balanced Scorecard behandelt. Operation Management Abhängig von der Unternehmensstrategie, des Produktportfolios, der Art des spezifischen Produktes und dem spezifischen Kundenwunsch gibt es unterschiedliche Anforderungen an die einzelnen Arbeitsprozesse, deren Steuerung 28

9 25 häufig gestellte Fragen zu weiterbildenden Mastern und dem MBA 25 häufig gestellte Fragen zu weiterbildenden Mastern und dem MBA 1. Muss ich wirklich viel arbeiten? Eine Weiterbildung, die ernst gemeint ist, ist kein Spaziergang. Nur wenige behaupten, ein Master sei einfach, und viele verzweifeln fast am Zeitmanagement. Neben den Unterrichtsstunden muss ebenso für das Selbststudium Zeit eingeplant werden. Dies wird oftmals verkannt. Der Unterricht dient zum Vertiefen des gelernten Stoffes und zur Diskussion in der Gruppe. Sie sollen fähig werden, komplexe, hoch spezialisierte respektive interdisziplinäre Sachverhalte in neuen und unvertrauten Zusammenhängen zu analysieren, zu beurteilen und theoretisch fundiert zu begründen. Hierfür reichen die Unterrichtsstunden bei Weitem nicht aus. In den Klausuren und Hausarbeiten werden Sie schnell merken, dass Ihnen dann ein Großteil der Informationen und des Fachwissens fehlt. Die Programme haben meist einen geplanten Workload von bis Stunden (60 bis 120 ECTS), davon ist maximal ein Drittel Unterricht, der Rest ist Selbststudium. 2. Wie viel wird es kosten? Ist ein teurer MBA besser? Irgendwo zwischen und Euro belaufen sich die Kosten für einen MBA-Abschluss. Doch keine Angst, die meisten Programme pendeln sich im Bereich um die bis Euro ein. Spezialisierte, weiterbildende Master sind oft ein wenig preiswerter. Zu den Studiengebühren kommen als weitere Kosten in der Regel hinzu: Bewerbungskosten, Studienkosten, Reisekosten, Lebenshaltungskosten, zusätzliche Kosten (Auto), Sozialkosten und Krankenversicherung. 3. Beteiligt sich der Arbeitgeber an einer Weiterbildung? Das hängt vom eigenen Verhandlungsgeschick ab. Einige Arbeitgeber fördern solche Hochschulstudiengänge, besonders bei Mitarbeitern, die sie unbedingt halten und entwickeln wollen. Aber es ist nicht generell davon auszugehen, dass es vom Arbeitgeber Geld gibt. Die Angaben zahlreicher Hochschulen zeigen, dass rund zehn bis 15 Prozent der Teilnehmer vom Arbeitgeber das Studium bezahlt bekommen. Weitere 30 Prozent erhalten in irgendeiner Form andere Förderungen (Urlaub, Reisekosten, etc.) und der Rest bezahlt das Studium aus eigener Tasche. In den Executive-Programmen ist der Anteil der finanziell gesponserten Studierenden größer und liegt bei rund 30 bis 40 Prozent. Zeitliche Belastung Kosten Unterstützung durch Arbeitgeber 65

10 25 häufig gestellte Fragen zu weiterbildenden Mastern und dem MBA Finanzierung Langzeitinvestition Gehalt 4. Wie finanziere ich ein MBA-Studium, wenn der Arbeitgeber keine Unterstützung anbietet? Nahezu jede Hochschule empfiehlt, zunächst die eigenen Finanzierungsmöglichkeiten zu nutzen: Ersparnisse, Unterstützung durch die Eltern, Darlehen, Stipendien. Um die Last eines MBA-Studiums zu erleichtern, können aber verschiedene Modelle genutzt werden; besonders die Studierenden, die in berufsbegleitende Teilzeitprogramme gehen, haben eine gute Chance, einen erheblichen Teil der eingesetzten Finanzmittel beim Finanzamt abzusetzen. Ausführliche Informationen dazu im Abschnitt Wie finanziere ich das Studium?. 5. Ist die Ausbildung überhaupt ihren Preis wert? Der Master und besonders der MBA vermittelt praxisnahes Management- Know-how auf akademischem Niveau. Sicher ist aber auch eines: Wer z.b. ein MBA-Studium absolviert, das diesen Namen auch verdient, hat eine Langzeitinvestition getätigt, auch wenn diese sich vielleicht nicht sofort in Dollars oder Euro ummünzen lässt. Man erwirbt mit einer MBA-Ausbildung zugleich Denkund Arbeitsinstrumente sowie eine verbesserte Sozialkompetenz, die sich in der beruflichen Weiterentwicklung vielfältig anwenden lassen. 6. Wie viel kann ich mit einem weiterbildenden Master oder einem MBA verdienen? In Deutschland werden Gehaltsdaten leider nur sehr zögerlich preisgegeben. Aus Untersuchungen wissen wir, dass ein Master-Absolvent rund Euro im Monat mehr verdient als ein Bachelor-Absolvent. Abhängig von Branche, Region etc. verdienen Master-Absolventen rund Euro. Einen wesentlichen Unterscheid zwischen Fachhochschulen und Universitäten gibt es nicht so Unternehmensvertreter. Die INCHER-Studie der Universität Kassel zeigt sogar, dass FH-Absolventen tendenziell etwas mehr verdienen als die Uni-Absolventen. Bei den weiterbildenden Programmen liegen nur Daten zu den MBA-Programmen vor. Durchschnittszahlen zeigen, dass bei Top-Programmen mit einem Gehalt um die bis Euro zu rechnen ist. Andere Studien gehen von einer Gehaltssteigerung von ca. 25 Prozent aus. Oft liegt es auch am Verhandlungsgeschick und an einem Jobwechsel. Unter finden Sie z. B. Gehaltsangaben von MBA-Absolventen, die sich mit drei Jahren Berufserfahrung als Consultant bewerben und um die Euro Jahresgehalt als Gehaltsforderung haben. Die Studie Personal- Markt des Staufenbiel-Verlags bestätigt, dass die Einstiegsgehälter mit MBA je nach Branche und Region und bei geringer Berufserfahrung zwischen und Euro liegen. 66

11 25 häufig gestellte Fragen zu weiterbildenden Mastern und dem MBA 7. Ich habe keine Berufserfahrung, kann ich trotzdem einen weiterbildenden Studiengang besuchen? In Deutschland ist die Reglung, dass zwischen dem ersten Hochschulabschluss und dem Master mindestens ein Jahr qualifizierte Berufserfahrung liegen muss. Die Herausforderung liegt also vor allem darin, schon bald klar vor Augen zu haben, wo man später arbeiten möchte, und das haben Sie direkt nach dem Studium meist noch nicht. Nur wenn Sie eine relativ genaue Lebensplanung haben, können Sie Ihr optimales Studienprogramm zusammenstellen. Ich kann nur empfehlen, sich drei bis fünf Jahre im Beruf zu entwickeln und dann ein passgenaues weiterbildendes Studium zu beginnen. Keine Berufserfahrung 8. Warum ist Berufserfahrung für einen MBA so wichtig? Bedenken Sie, Berufserfahrung ist für das Lernen in einem weiterbildenden Master existenziell wichtig. Schließlich sollte man wissen, wovon man spricht. Meistens reichen in den Zulassungsbedingungen ein bis drei Jahre, manche Anbieter verlangen allerdings mindestens fünf Jahre; denn die Arbeit in der Gruppe lebt von den Erfahrungen der einzelnen Teilnehmer. Dass diese Hürde aber nicht nur aufgrund der praktischen Ausrichtung des MBA-Studiums aufgestellt wird, sondern den Teilnehmern nicht zuletzt dabei helfen soll, Netzwerke zu stricken, sagen Kenner der weiterbildenden und MBA-Szene offen. Staatlich anerkannte, private Fachhochschule des Mittelstands (FHM) ((1/2 Anzeige) BERUFSBEGLEITEND STUDIEREN // Master of Arts (M.A.) Creative Communication & Social Media Management // Master of Arts (M.A.) Crossmedia & Communication Management // Master of Arts (M.A.) Mittelstandsmanagement // Master of Arts (M.A.) New Media Management Bielefeld // Köln // Pulheim // Hannover // Rostock // Master of Arts (M.A.) Unternehmenskommunikation // Master of Business Administration (MBA) Entrepreneurship & Management // Promotionsstudium (DBA) Doctor of Business Administration // Promotionsstudium (DMC) Doctor of Media & Communications 67

12 25 häufig gestellte Fragen zu weiterbildenden Mastern und dem MBA Karriereaussichten Personalentwicklung Mathekenntnisse 9. Werde ich mit einem MBA auf dem Arbeitsmarkt Erfolg haben? In Österreich oder Deutschland zeigen Studien, dass eher der Mittelstand der Hauptinteressent an MBA-Programmen ist. Mitarbeiter dieser Unternehmen stellen überwiegend die Masse der Bewerber. Bei den internationalen MBA- Programmen ist an die Stelle der Finanzhäuser als wichtigste Arbeitgeber die Beratungsbranche getreten. Laut einer Untersuchung der Londoner QS Quacquarelli Symonds Limiteds, eines weltweit agierenden Veranstalters von Karrieremessen zum Thema MBA, rekrutieren nicht nur die klassischen Strategieberatungen nach wie vor eifrig. Da Outsourcing immer wichtiger wird, suchen auch die Dienstleister aus der Informationstechnik wie Siemens oder IBM nach MBA-Absolventen für ihre Beratungsabteilungen. 10. In einem Blog habe ich gelesen, dass der MBA für Unternehmen keinen Wert hat, und ein Personalvorstand sogar abrät, einen MBA zu machen! Viel MBA-Absolventen meinen, sie haben mit ihrem Abschluss automatisch den Marschallstab im Tornister. Aber der Abschluss ist erst der Anfang auf dem weiteren Karriereweg und die Absolventen müssen durch Leistung im Unternehmen zeigen, dass sie für höhere Positionen geeignet sind. Beim Thema MBA spielt die Personalentwicklung nach einer Studie der Uni Mannheim auch eine entscheidende Rolle. Nur bei 24 Prozent der Studenten in Deutschland leistet sie Hilfe bei der Entscheidungen für eine Weiterbildung. Ganz anders sieht es in Frankreich aus. Hier ist die Personalentwicklung bei 45 Prozent der Entscheidungen involviert. Der Mitarbeiter selbst dagegen nur bei 20 Prozent. Übrigens: Wann hat der besagte Personalvorstand seine letzte akademische Weiterbildung besucht? Gerade diese Ebene hat es mittlerweile bitter nötig sich weiterzubilden, so der Journalist Axel Gloger Reicht meine wenige Erfahrung im Mathe aus? Die Frage zu ihren Mathekenntnissen stellen sich viele Menschen immer wieder. Bei Grundrechenarten, Brüchen, Prozenten oder Dreisatz ist der Nutzen der Mathematik im Alltag vielleicht noch unmittelbar einsehbar. Warum sollen sich Studenten aber mit Parabeln, Sinus, Exponentialfunktionen und mehr herumplagen? Als zukünftiger Wirtschaftswissenschaftler müssen Sie jedoch die Unternehmenswelt (z.b. Balanced Scorecard) kennen und begründete Zukunftsprognosen (z.b. Marketing) besser verstehen können. Sie werden bei statistischen Problemen wie bei der Qualitätskontrolle, bei der Erhebung und Analyse von Marktdaten sowie bei der Simulation von Produktionsabläufen nicht um ein Mindestmaß an Mathe herumkommen. Sprechen Sie mit Ihrer Hochschule, welche Anforderungen gestellt werden. 68

13 25 häufig gestellte Fragen zu weiterbildenden Mastern und dem MBA 12. Warum soll ich an einer Hochschule etwas lernen, was ich schon im Beruf praktisch mitbekomme? Es gibt viel gute Manager, die eher ihren Instinkten als einem Training vertrauen. Praktische Erfahrung ist gut, aber theoretische Fundierung hilft, das eigene Handeln zu verstehen und den richtigen Rahmen zu setzen. Forschungsbezogenen Erkenntnismethoden helfen, aus vorgefahrenen Gleisen auszuscheren. Je nach Profil des Programms reflektiert, aktualisiert und vertieft es die eigenen praktischen Kenntnisse, ergänzt sie durch Kenntnisse von Studienkollegen und erweitert sie so multidisziplinär. Nur so können Sie Ihr Handeln reflektieren und adäquat umsetzen. Erst durch Wissen sind Sie in der Lage, anspruchsvolle, nachhaltige und ethisch verantwortbare Entscheide zu fällen und Führungsaufgaben bei der Analyse, Systematisierung und Lösung komplexer spezialisierter respektive interdisziplinärer Probleme zu übernehmen (Schweizer Qualifikationsrahmen). 13. Der MBA scheint eine Männerdomäne zu sein, ist das fair? Fakt ist, dass rund 70 bis 80 Prozent aller Studierenden in diesen weiterbildenden Programmen in D-A-CH männlich sind. International versuchen seit Jahrzehnten die Business Schools, mit verschiedenen Programmen den Anteil der weiblichen Studierenden zu heben mit mäßigem Erfolg. Zumindest in den USA ist der Anteil der weiblichen Absolventen auf rund 45 Prozent gestiegen, berichtet die Business Week. Der AACSB gibt die Zahlen der weiblichen Vollzeitstudierenden mit rund 30 Prozent an. Wo liegen mögliche Probleme? Die Forté Foundation, ein Konsortium aus Unternehmen und Schulen zur Förderung von Frauen in der Wirtschaft, stellte 2010 fest, dass viele Frauen zwar über ein weiterführendes Studium nachdenken, dass dabei Business-Schulen aber nicht Teil der Überlegung sind. Das liege mit daran, erklären Rekrutierungsexperten der Schulen, dass der übliche Weg zum MBA in der Regel vier bis fünf Jahre Berufserfahrung vorschreibt. Dies setzt junge Frauen, die eine Familie planen, zeitlich oft ziemlich unter Druck. Während die meisten männlichen MBA-Absolventen ihren Abschluss für den beruflichen Erfolg nutzen, steigt doch immer noch ein großer Prozentsatz der weiblichen Absolventen aus dem Erwerbsleben aus, um Kinder zu erziehen oder um ehrenamtlich zu arbeiten, berichtet ergänzend Tonya Olpin, Executive Director der National Association of Women MBAs. 14. Mich interessiert eher die soziale Verantwortung der Unternehmen, wo lernt man etwas darüber? Gerade in Europa setzen viele Hochschulen eher auf einen generalistischen Ansatz. Für das internationale Verständnis von MBA-Programmen sind sicherlich die 1997 entwickelten European MBA-Guidelines von zentraler Bedeutung. Sie wurden von Bildungsexperten der European Foundation for Management Development (EFMD), von Unternehmens- und Hochschulenvertretern aus 19 europäischen Ländern und den USA erarbeitet. Sie gelten als Richtschnur Praktische Erfahrung Frauen und MBA Ethik und MBA 69

25 häufig gestellte Fragen zu weiterbildenden Mastern und dem MBA

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