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1 7. Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik Bildquelle: 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik

2 Die Druckproduktion von gestern Dieses war der erste Workflow und die Geburt der grafischen Industrie. 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 2

3 Begriff Workflow Workflow ['wə:kfləʊ; englisch»arbeitsfluss«] der, prozessorientierte Abwicklung arbeitsteiliger Vorgänge beziehungsweise Geschäftsvorfälle in Unternehmen und Behörden mit dem Ziel größtmöglicher Effizienz. Quelle: Quelle: 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 3

4 Workflow Printmedien Quelle: MAN Roland 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 4

5 Workflow Printmedien Quelle: 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 5

6 Workflow im Printmedienbetrieb Workflow = Arbeitsfluss Jeder Printmedienbetrieb hat seinen individuellen Workflow. Der Workflow ist abhängig von der Auftragsstruktur, de Kundenwünschen und den eingesetzten Produktionsmitteln. In der Praxis wird das Wort Workflow allerdings unterschiedlich eingesetzt. Oftmals wird es nur auf die Druckvorstufe bezogen, da es hierfür auch viele Workflow Softwareprodukte gibt, genau genommen gehört der Druck und die Weiterverarbeitung aber auch dazu. Der Trend geht dahin, dass die Digitalisierung den Druck und die Weiterverarbeitungsprozesse durchdringt. Quelle: Heidelberger Print Media Academy: World of Print Media 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 6

7 Moderner Printmedienbetrieb Vertriebsmanager und Druckvorstufenmanager Einkauf und Planung Agentur und Kunde Data Mining System Netzwerkserver High Speed Netzwerk Digitales Job Ticket Ausschießen und Rippen Color Management Stanzmaschine Zusammentragmaschine Transport und Logistik Roboter und Materialfluss Transportsystem Druckmaschinen und Drucker Quelle: Heidelberger Print Media Academy: World of Print Media 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 7

8 Produktionsablauf eines Druckprodukts Kunde Agentur Verlag Daten Eingabe Verarbeitung Ausgabe Druckvorstufe Prepress Platte/ Daten Druckprozess Press Beliebige Ausgabeeinheit Druckbogen Weiterverarbeitung Postpress Produkt Verteiler Endkunde Verbraucher 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 8

9 Prepress Workflow Druckvorstufe Prepress Dateneingang PS/PDF Preflight RGB CMYK Daten vom Kunden Datenbearbeitung und erstellen eines PostScripts oder eines PDFs PDF-Check nach definierten Regeln Vordruckkontrolle Farbraumtransformation Üblicherweise RGB nach CMYK Trapping Ausschießen RIP Überfüllen Digitale Plattenmontage Anordnen der Einzelseiten auf dem Druckbogen Rastern der Daten Proof Erstellen eines Druckmusters unter Berücksichtigung von Colormanagement 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 9

10 Digitaler Aufbau einer Druckseite Quelle: Kipphan, H.: Handbuch der Printmedien. Heidelberg: Springer Verlag, Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 10

11 Raster Image Prozessor - RIP Quelle: Kipphan, H.: Handbuch der Printmedien. Heidelberg: Springer Verlag, Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 11

12 Raster Image Processor (RIP) Ein Raster Image Processor (RIP) ist eine spezielle Hardware oder eine Kombination aus Hardware und Software, die spezifische Daten einer höheren Seitenbeschreibungssprache, beispielsweise PostScript, PDF (auch VPS, AFP) oder PCL in eine Rastergrafik umrechnet, in der Regel, um diese anschließend auf einem Drucker auszugeben. In der Druckvorstufe werden die Daten nach der Anpassung an eine CTP (Computer to Plate) Anlage gesendet um eine Druckplatte nach der Vorlage direkt herzustellen. Für das Senden der Daten an den RIP Server werden Programme wie ApogeeX genutzt. Ein Raster Image Processor implementiert im wesentlichen zwei Funktionen: Umrechnung von Vektorgrafiken in Rastergrafiken bestimmter Auflösungen Neuberechnung von Rastergrafiken zur Umwandlung in andere Auflösungen bzw. Größen Explizit gebräuchlich ist der Begriff Raster Image Processor nur in der Druckvorstufe bzw. in der Reproduktionstechnik und meint dort eine spezielle Komponente im Druckprozess, die neben den oben genannten Funktionen weitere Aufgaben übernimmt:farbmanagement, OPI-Bildersetzung, Separation, Trapping. Quelle: 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 12

13 Raster Image Processor (RIP) Der RIP ist neben der Druckmaschine selbst die wichtigste und zugleich fehleranfälligste Komponente im Druckprozess. Kommerzielle RIPs unterscheiden sich bezüglich der implementierten Funktionen, ihrer Kompatibilität mit bestimmten Postscript-Versionen und ihrer PDF- Unterstützung erheblich. Der Trend geht allerdings dahin, dass viele Aufgaben der Druckvorstufe zunehmend von der RIP-Komponente übernommen werden. Weiterhin besitzt jeder Postscript-Drucker bzw. jeder PCL-Laserdrucker einen internen RIP in seiner Firmware. Das freie GNU-Programm Ghostscript, das die direkte Darstellung von Postscript-Dateien erlaubt, bildet einen reinen Software- RIP. Abstrahiert man von diesen speziellen RIPs, so kommen "raster image processors" überall dort zum Einsatz, wo Bilddaten zur Ausgabe bzw. zur Darstellung am Monitor in Rastergrafiken umgerechnet werden müssen. Somit besitzt jedes Betriebssystem oder (Grafik-)Programm eine Art "raster image processor". Beispielsweise setzt die einfache Darstellung von Text, der überwiegend in vektorisierter Form vorliegt, eine RIP-Komponente voraus. Quelle: 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 13

14 Press Workflow Druckprozess Press Auftragsvorbereitung Auftragsübernahme Papierlogistik Produktion Auflagendruck Auftragsübergabe Qualitätskontrolle und Übergabe an die Weiterverarbeitung, evtl. integrierte Weiterverarbeitung 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 14

15 Postpress Workflow Weiterverarbeitung Postpress Planschneiden Falzen Schneiden der Druckbogen, Trennung der Nutzen Falzen der einzelnen Druckbogen zum Falzbogen Binden Zusammentragen und Binden einzelner Falzbogen zu einem Produkt Dreiseitenbeschnitt Schneiden auf fertiges Produkt Verpacken Verpacken mit bestimmter Menge Adressieren 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 15

16 Wandel der Prozesse - Cross-Media Before (Graphic Arts Technology) Pre-Press Press Post-Press Now (Media Technology) Contents producion Packaging and dissemination in different channels Retrieval and use "Cross-Media" Quelle: Oittinen, P.: Education in Media Technology at Helsinki University of Technology. Graphic Arts in Finland 28(1999)3, S Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 16

17 Beispiel für einen Medien-Dienstleister Verzeichnis gesperrter Kreditkarten Abfrage der Datenbank Herstellung Hefte Versand in Europa Werbung für neuen Investmentfond Drucken Folder Drucken Verkaufsprospekte Brennen 500 CD s Einstellen ins Internet 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 17

18 Beispiel für einen Content Provider (1) 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 18

19 Beispiel für einen Content Provider (2) 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 19

20 Cross-Media Digitaler Workflow ermöglicht die Ausgabe der Informationen sowohl auf Print als auch auf elektronischen Medien ( Cross Media Publishing ) Der digitale Workflow der Daten erfolgt heute bevorzugt mit PDF- Dateien. Quelle: Heidelberger Print Media Academy: World of Print Media 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 20

21 Cross-Media Verschiedene Datenquellen, wie z.b. das Internet, Dateien verschiedener Formate und Inhalte wie Video, Audio, Grafik und Bild, werden in einem Cross Media Betrieb durch eine Datenbank verwaltet. Aus diesen Daten, die digital vorliegen müssen oder in einem Cross Media Betrieb digitalisiert werden, werden zunächst ausgabeunabhängig die Entwürfe erstellt und dann erst relativ spät vor der eigentlichen Ausgabe für das entsprechende Trägermedium optimiert, z. B. Internet, CD-ROM oder Print. Quelle: Heidelberger Print Media Academy: World of Print Media 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 21

22 Cross-Media Quelle: Kipphan, H.: Handbuch der Printmedien. Heidelberg: Springer Verlag, Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 22

23 Cross-Media versus Multimedia Crọss-Media-Publishing [- mi:dia pʌblɪʃɪŋ; englisch ], Mehrfachnutzung von elektronisch aufbereiteten Daten, Texten und Bildern, die in unterschiedlichen Medien (zum Beispiel als gedrucktes Buch, Zeitschrift oder Zeitung, als CD- ROM, auf DVD und im Internet) publiziert werden. Multimedia [lateinisch] das (meist ohne Artikel verwendet), Informatik, Medientechnik, Telekommunikation: allgemein die gemeinsame Anwendung mehrerer Medien, heute (im Zuge der Konvergenz der technischen Übertragungsmöglichkeiten) als Oberbegriff für eine Vielzahl von Produkten, Diensten und Anwendungen aus dem Computer-, Telekommunikations- sowie Hörfunk- und Fernsehbereich verwendet. Multimedia beinhaltet die computergestützte Kombination von digitalisierten Texten (Daten), Tönen (Audio), Grafiken und Bewegtbildern (Video), bei deren Anwendung ein interaktiver Dialog zwischen Anbieter und Nutzer möglich ist. Verschiedene Medientypen werden dabei integrativ verwendet, wobei man von Multimedia erst dann spricht, wenn mindestens ein dynamischer Informationstyp (z. B. Audio) einbezogen ist. Quelle: 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 23

24 Workflow Konzepte Um die Prozesse einer Druckerei zu steuern gibt es verschiedene Workflow-Konzepte. Workflow-Konzepte: Analoge Workflow PS Workflow PDF Workflow PPF Workflow JDF Workflow Etc. Analoger Workflow PS Workflow PDF Workflow Digitalisierungs- Anteil nimmt zu PPF Workflow JDF Workflow 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 24

25 Analoger Workflow Bild- und Texterstellung RIP Filmbelichter Nach der Dokumenterstellung und des Rippens werden die Einzelseiten-Filme auf einem Filmbelichter erstellt. Diese werden anschließend manuell auf einen Ganzbogenfilm mit Hilfe eines Leuchttisches montiert. Das Plattenkopiergerät erzeugt dann Filmmontage Plattenkopie Druckplatte die Druckplatten für die Druckmaschine. Die analoge Montage wird heute weitgehend durch digitale Montagesysteme abgelöst. Druckmaschine 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 25

26 PDF-Workflow Beim PDF Workflow werden die Daten in eine PDF-Datei umgewandelt, z.b. mit den Programmen Pronergy (Heidelberg), Apogee (Agfa) oder Distiller (Adobe). Sie erlaubt die Ausgabe als Druck, im Internet oder z. B. auf CD-ROM. Quelle: Heidelberger Print Media Academy: World of Print Media 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 26

27 PDF-Workflow Die PDF Datei ist ein standardisiertes, komprimiertes und optimiertes Dateiformat. Mit der PDF Datei können zusätzliche Prozessschritte wie Preflighting (Datencheck im Prepress und im Druck), Trapping (Überfüllung/Unterfüllung beim Bildaufbau) und Color Management durchgeführt werden. Die PDF Datei kann als einzelseitiger Farbproof ausgedruckt werden. Im Anschluss wird die PDF Datei gerippt und ausgegeben. Quelle: Heidelberger Print Media Academy: World of Print Media 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 27

28 PDF/X Definiert eine Teilmenge des Portable Document Format (PDF), die durch klare Bedingungen bezüglich Schriftart, Color Management u.a. für einen reibungslosen Datenaustausch in bzw. zwischen der Druckvorstufe und dem Druck sorgt (X: exchange) Ende der 90er Jahre auf der Basis von PDF 1.2, Acrobat 3 vom Committee for Graphic Arts Technologie Standards (CGATS, USA) entwickelt PDF/X von ISO für Workflows mit Color Management als internationaler Standard festgeschrieben PDF/X-3 Quelle: C t 1/ Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 28

29 Der PDF- und PDF/X-Workflow im Vergleich Quelle: C t 1/ Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 29

30 PDF/X im Internet Quelle: C t 1/ Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 30

31 Digitalisierung und Workflow Vernetzte Druckproduktion Management-Workflow Produktions-Workflow Wie sollen die einzelnen Fertigungsschritte miteinander kommunizieren? Quelle: Heidelberger Druckmaschinen AG 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 31

32 Digitalisierung und Workflow Standards In der grafischen Industrie existieren folgende Standards: Standard eines Datenflusses (Data-Workflow): Redaktion und Herstellung von Druckdaten aber auch Druck und Imagecontrol; Farbstandards (Colormanagement): gleiche Farbe auf allen Ausgabemedien (Remote-Proofing; Color-Management-Systeme); Standards für die Plattenbelichtung: Ausgleich von Rasterwerten und Punktzuwachs bei der Plattenbelichtung (AM-, FM-Raster; CtP-Technologie); Standards zur Qualitätskontrolle (Color-Check-Workflow): Druckkontrollstreifen, Farb- und Rasterkontrollfelder, Registerkontroll-Marken, Eigenschaften (Farbschichtdicke, Rasterung, Gestaltung und Form des Druckpunktes bspw. dublieren, schablonieren); etc. Bisher völlig ungenügend, großes Potential! Quelle: das Bild im Hintergrund - zeitungstechnik März 2005, S. 24 u Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 32

33 Digitalisierung und Workflow CIP3 -CIP4 -JDF CIP3 Cooperation for Integration of PrePress, Press and PostPress CIP4 Cooperation for Integration of Processes in PrePress, Press and PostPress Ziel: Entwicklung eines allgemeinen Standardformates zur Verwaltung und Steuerung von Industriedaten (Fertigungsinformationen) im grafischen Gewerbe Die Basis für die Zukunft: CIP4 und GATF (Graphic Arts Technical Foundation) Zertifikat für das Produktionsformat im grafischen Gewerbe JDF. (Job Definition Format) Quelle: 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 33

34 CIP3 CIP3: International Cooperation for Integration of Prepress, Press and Postpress Ziel: die Produktion von Druckprodukten zu verbessern und zu automatisieren. Basis: Print Production Format (PPF) Historie - Dezember 1993: erste Ideen - September 1994: erster Entwurf der Spezifikation - Dezember 1994: Entwicklung eines Prototypen - Februar 1995: Gründung des CIP3 Konsortiums (15 Gründungsmitglieder) - Mai 1995: CIP3-Präsentation auf DRUPA 95 (Version 1.0) - August 1995: Druckvorstufe erzeugt erste CIP3 PPF-Datei - August 1996: Version 2.0 des CIP3 PPF - Juni 1997: Version 2.1 des CIP3 PPF - Juni 1998: Version 3.0 des CIP3 PPF - Oktober: Mitgliedsfirmen Technische Unterstützung: Fraunhofer IGD Darmstadt Quellen: Stefan Daun, Fraunhofer IGD, Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 34

35 CIP4 CIP4: International Cooperation for the Integration of Processes in Prepress, Press and Postpress mit derzeit 300 Mitgliedern aus der grafischen und Druckindustrie (Software, Systemkomponenten, Maschinen, Verfahren aber auch on-demand, e-commerce etc.) Gründung: 2000 Ziel: Computerbasierte Integration aller, für die grafische und Druckindustrie maßgebenden Prozesse, insbesondere die Spezifikation von Standards Basis: Job Definiton Format (JDF) Weitere Infos: Quelle: 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 35

36 Digitalisierung und Workflow Job Definition Format (JDF) ist Standard seit definiert und beschreibt alle Produktionsdaten und phasen eines Druckauftrages. ermöglicht die Integration von Produktion und Administration auf einer allgemein gültigen Kommunikationsbasis. garantiert eine durchgängige Arbeitsstruktur für den ganzen Workflow. überwacht und kontrolliert den gesamten Produktionsprozess. ist internetfähig. JDF Auftragsmanagement Produktionsplanung und -steuerung Produktionsmittel und -ressourcen Layout Press S/W Seiten Pre- Press * Broschüre PPF JDF Umschlag Press Press Post- Press PPF Produktknot en Prozess- Gruppen- Knoten * PJTF Portable Job Ticket Format (Adobe) Quelle: Kühn, W.: JDF, Springer Verlag Berlin Heidelberg 2000 CtP Prepress Post- Press Prepress CtP Post- Press Prozess- Knoten 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 36

37 Job Definition Format (JDF) Digitale Auftragstasche JDF beruht auf die Extensible Markup Language (XML), die u. a. eine internetbasierte Kommunikation mit anderen Systemen ermöglicht. JDF unterstützt CIP3 PPF und PTJF (Portable Job Ticket Format, Adobe Systems) Spezifiziert Druckauftrag, Produktionsmittel und enthält technische, organisatorische terminliche und evtl. auch betriebswirtschaftliche Informationen Quellen: Heidelberger Print Media Academy: World of Print Media, Quelle: Der JDF-Workflow, Thomas Hoffmann-Walbeck 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 37

38 JDF-Workflow JDF beinhaltet Metadaten für die gesamten Produktbeschreibung von Druckprodukten, also für Arbeitsabläufe im Prepress, Press und Postpress. JDF erlaubt ein großes Optimierungspotenzial über die gesamte Prozessstrecke. Dabei werden z. B. Kunden, Spedition oder Papierlieferanten usw. mit einbezogen. Im JDF Workflow übernimmt ein zentrales Produktionsplanungssteuerungssystem (PPS) den Transport der auftragsbezogenen Daten durch die gesamte Prozesskette und ermöglicht die Voreinstellungen von praktisch allen Maschinen. 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 38 Quelle: Der JDF-Workflow, Thomas Hoffmann-Walbeck

39 Voraussetzung: Vernetzung horizontal/vertikal 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 39

40 Voraussetzung: Logistik in der Druckerei 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 40

41 Beispiel JDF in der Buchbinderei Die Produktionseinstellungen können aus dem JDF übernommen werden. Quelle: Fachhefte grafische Industrie, 2005 Ein Auftrag wird im Management Informationssystem (MIS) des Kunden eröffnet. Ist er einmal im elektronischen Auftragsbuch erfasst worden (zum Beispiel Name, Auflage, Produkttyp, Umschlag, Papierart, Grammatur, Lieferdatum u.v.a.), so lassen sich diese Daten exportieren und können in die Liniensteuerung der Weiterverarbeitung übernommen werden. Mit den eingelesenen Daten kann die Maschine eingerichtet werden. Während der Auftrag läuft, werden die aktuellen Produktionsdaten über das Job Messaging Format (JMF) an das MIS gemeldet. Dieses Feedback ist die Basis für eine stets aktualisierte Produktionsplanung im MIS. Nach Ende des Jobs wird das geschlossene File mit allen relevanten Produktionsdaten an das MIS zurückgeschickt. Es bildet die Basis für die Nachkalkulation und weitere Analysen. 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 41

42 Module einer Druckproduktion A Mit JDF werden alle Prozesse verbunden und gesteuert. Quelle: 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 42

43 In einer Druckerei anfallende Job-Informationen Content (PDF) z. B.: Text, Bilder Anpassung an Ausgabemedium erforderlich (Print, Online Auflösung, Umfang) Kundeninformationen z. B.: Betriebsmittel, Personal, Kunden- u. Lieferantenadressen Ändern sich selten, können aus Datenbank abgerufen werden Auftragsinformationen z. B. Auftragsvolumen, Produktionsmaschine, Papiersorte Werden mittels Job Ticket zu den einzelnen Station übermittelt Quelle: Kühn, W.: JDF: process integration, technology, product description. Springer, Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 43

44 In einer Druckerei anfallende Job-Informationen Produktionsinformationen z. B.: ICC-Profile (Farbprofile) Definieren Produktionsprozess zwischen verschiedenen Softwareapplikationen und Maschinen Steuerungsinformationen z. B. Druckwerkbelegung, Trocknung Werden aus Produktionsdaten mit Hilfe von z. B. Kalibrationskurven oder ICC-Profilen erzeugt Betriebs- und Maschineninformationen z. B. Wartungszeiten, Maschinenlaufzeiten, Energie- u. Betriebsmittelverbrauch Für Auswertung der tatsächlich abgelaufenen Prozesse ( Produktionssteuerung, Nachkalkulation), geben Auskunft über Ressourcennutzung und Materialverbrauch Qualitätsinformationen z. B. densitometrische Messwerte und photospektrale Messwerte Dienen der Aufrechterhaltung eines angestrebten Qualitätsstandards bzw. kontinuierlicher Produktion und dem Nachweis über die erbrachte Qualität (z. B. bei ISO-Zertifizierung) Quelle: Kühn, W.: JDF: process integration, technology, product description. Springer, Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 44

45 Konventionelle Auftragstasche Die Auftragstasche enthält Informationen über den Auftrag z.b. Farbigkeit, Papierart, Bindung, Seitenzahl, Auflage, Format, Kunde, etc. 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 45 Quelle:

46 Konventionelle Auftragstasche Quelle: 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 46

47 Job Ticket (elektronische Auftragstasche) Der Inhalt der Seiten wird über PDF, PS oder TIFF/IT beschrieben, für die Beschreibung der Auftragsdaten verwendet man Job Tickets. Job Tickets enthalten Informationen die in der konventionellen Auftragstasche auch enthalten sind und auch Informationen, die im Laufe der Auftragsbearbeitung entstehen (z.b. Falzschema, Ausschießschema, Maschineneinstellungen ). Der Vorteil ist, dass die Informationen immer auf dem neuesten Stand sind und von jedem Beteiligten zu jeder Zeit eingesehen werden können. Quelle: 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 47

48 Job Ticket Bsp. Ausschießen A Mit Hilfe eines Management Information System (MIS) kann der komplette Job von der Auftragsstellung, über den Druck bis hin zum Versand geplant und definiert werden. Das Job Ticket wird generiert und über die Prozesse weitergegeben und vervollständigt. Quelle: 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 48

49 Kunde Quelle: Quelle: Quelle: test.itirol.at Quelle: Quelle: schmidl-druckerei.de Quelle: 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 49

50 Auftragsinformationen vom Kunden Beispiel Quelle: 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 50

51 Auftragsinformationen vom Kunden Beispiel Quelle: 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 51

52 Printmedienproduktion Digitaler Workflow Quelle: Kipphan, H.: Handbuch der Printmedien. Heidelberg: Springer Verlag, Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 52

53 Digitalisierung und Workflow Printmedienproduktion gestern - heute? Trend CtP Erwartung Digitaldruck 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 53

54 Web to Print Web to Print beschreibt den Prozess für die Erstellung und Abwicklung von standardisierbaren Druckaufträgen über das Internet. Dabei werden Produktvorlagen vom Kunden über den Internet- Browser mit den Auftragsinformationen befüllt und in Auftrag gegeben. Web to Print ermöglicht eine Effizienzsteigerung und Kostensenkung. Quelle: 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 54

55 Web to Print Beispiel Quelle: 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 55

56 Web to Print Beispiel Quelle: 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 56

57 on Demand Publishing on demand Print on Demand Book on Demand on Demand Herstellung auf Nachfrage oder nach Bedarf, keine Lagerhaltung BoD - Book on Demand Herstellung von Büchern nach der Bestellung PoD - Print on Demand Herstellung und Weiterverarbeitung von Druckprodukten Publishing on Demand Bedarf steht vor der Publikation und Produktion umfasst neben dem Druck auch das Publizieren auf anderen Medien/Datenträgern 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 57

58 BoD - Book on Demand Bücher im Server anstatt auf dem Regal - das Prinzip "Book on Demand" besteht darin, die Daten für ein Buch im Computer zu speichern und erst bei Bedarf zu drucken, d. h. nach der Bestellung. Druck mit Digitaldrucksystemen meist Standardformatgrößen, Inhalt meist einfarbig, Cover vierfarbig. Near-Line -Produktion: Weiterverarbeitung räumlich direkt neben Druckmaschine; händisches Umsetzen. Erfolg? Weitere Infos: - Books on Demand GmbH - Bertelsmann Media on demand - Schaltungsdienst Lange (Handbücher) - RuckZuckBuch (RZB) Books on Demand - frühes US-Patent von Barnes & Noble 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 58

59 PoD - Print on Demand "Drucken auf Nachfrage" ist im ersten Moment ein irreführender Begriff, da nahezu jedes Drucken eine Auftragsfertigung ist. Bei PoD bezieht sich die "Nachfrage" jedoch auf den Abverkauf beim Auftraggeber des Druckauftrages. Oft ruft ein Verlag die beauftragte Auflage in Teilauflagen (Quoten) bei der Druckerei ab. Die Druckerei kann die Auflage auf einmal oder in Teilauflagen produzieren und zwischenlagern (Platz, Kosten). Von PoD spricht man, wenn die Anzahl der gedruckten Teilauflagen in die Größenordnung der Gesamtauflage kommt. Der Auftraggeber ruft hier kleine Losgrößen ab, im Extremfall die Losgröße "eins". PoD zielt auf eine zeitliche Untergliederung in quotierte Teilauflagen ab. 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 59

60 Print on Demand Print on Demand bezeichnet die Produktion eines Druckerzeugnisses auf direkte Bestellung. Print on Demand basiert auf dem Digitaldruck. Damit ist es möglich kleine Auflagen in kurzer Zeit kostengünstig zu produzieren. Die Lagerung von Druckprodukten entfällt und es wird nur die Menge produziert die Tatsächlich erwünscht ist. Üblicherweise sind die Stückkosten zwar höher als im Offsetdruck, dafür werden Lagerkosten und Finanzierungskosten gespart. 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 60

61 Print on Demand Kunde Agentur Verlag Bestellung eines bereits existierenden Produkts Bestellung Ansteuerung Druckvorstufe Prepress Druckprozess Press Digitaldruck Druckbogen Weiterverarbeitung Postpress Produkt Endkunde Verbraucher 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 61

62 ... on Demand: Customizing A Beim Customizing (auch Targeting) werden verschiedene Zielgruppen angesprochen, die Gesamtauflage wird in Teilauflagen mit gewissen Anteilen variablen Inhalts aufgeteilt. 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 62 Quelle: Kipphan, H.: Handbuch der Printmedien. Heidelberg: Springer Verlag, 2000

63 ... on Demand: Personalisierung und Hybrid-Drucksysteme Bei der Personalisierung (auch VDP - Variable Data Printing) werden individuelle Inhalte auf das Produkt aufgedruckt. Es kann entweder nach dem Druckprozess (offline) oder während des Druckens (inline) erfolgen. Der Digitaldruck eignet sich besonders für die Personalisierung, da das Druckbild nach jedem Exemplar erneuert werden kann. 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 63 Offset-Maschine mit Inkjet-Eindrucksystem zum Personalisieren und Nummerieren Quelle: Kipphan, H.: Handbuch der Printmedien. Heidelberg: Springer Verlag, 2000

64 ... on Demand: Cross Media Publishing Ein digitaler Workflow ermöglicht die Ausgabe von medienneutralen Daten sowohl auf Print als auch auf elektronischen Medien. ( Cross Media Publishing ) Verschiedene Datenquellen, wie z.b. das Internet, Dateien verschiedener Formate und Inhalte wie Video, Audio, Grafik und Bild, werden in einem Cross Media Betrieb durch eine Datenbank verwaltet. Die digitalen Daten, die in einem Cross Media Betrieb vorliegen, müssen digitalisiert werden. Zunächst werden Entwürfe ausgabeunabhängig erstellt und dann vor der eigentlichen Ausgabe für das entsprechende Trägermedium optimiert (z. B. Internet, CD-ROM oder Print). 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 64 Quelle: Heidelberger Print Media Academy: World of Print Media

65 Personalisierung Bei der Personalisierung (auch VDP - Variable Data Printing) werden individuelle Inhalte auf das Produkt aufgedruckt. Es kann entweder nach dem Druckprozess (offline) oder während des Druckens (inline) erfolgen. Quelle: Kipphan, H.: Handbuch der Printmedien. Heidelberg: Springer Verlag, Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 65

66 Trends in der grafischen Industrie Digitalisierung, Vernetzung Wettbewerb der Medien Hohes technisches Innovationstempo Zielgruppenorientierung, Fragmentierung von Märkten Personalisierung Zeitwettbewerb Diversifikation zum Mediendienstleister Angebot korrespondierender Dienstleistungen kleinere Auflagen, schnell und kostengünstig Überkapazitäten, Kostendruck Wandel Berufsbilder und Qualifikationsprofile 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 66

67 Verständnisfragen Workflow Definieren Sie den Begriff Workflow Welche Workflow gibt es in einem Printmedienbetrieb? Erkläre den Unterschied zwischen einem Management- und Produktionsworkflow Was bedeuten JDF und CIP? Welche on demand -Technologien kennen Sie? BoD welche Zukunft sehen Sie? 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik 67

68 Impressum Einführung in die Druck- und Medientechnik Vorlesung im Wintersemester 2013/14 Prof. Dr.-Ing. E. Dörsam Technische Universität Darmstadt Fachgebiet Druckmaschinen und Druckverfahren Magdalenenstr Darmstadt Betreuung: Duy Linh Nguyen 7.Workflow Printmedien Einführung in die Druck- und Medientechnik

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