Die interne Peripherie der Mikrocontroller
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- Clara Amsel
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1 DIE INTERNE PERIPHERIE DER MIKROCONTROLLER 1 Die interne Peripherie der Mikrocontroller Dargestellt am Beispiel Atmel AVR Übersicht: 1. Externe Interrupts 2. Zähler und Zeitgeber (Counter/Timer) 3. serielle Schnittstellen (UARTs) 4. Schnittstellen für serielle Einfachbussysteme (z. B. SPI oder I 2 C) 5. analoge Comparatoren 6. Analog-Digital-Wandler 7. EEPROMs 1. Externe Interrupts Externe Interrupts können über entsprechende Schaltkreisanschlüsse ausgelöst werden. Beispiel (8535): Anschlüsse INT0 und INT1. Die Interruptauslösung wirkt auch denn, wenn der jeweilige Anschluß als Ausgang konfiguriert ist. Anwendung: Auslösung von Software-Interrupts (durch entsprechende Ausgabebefehle). Programmseitige Steuerung: a) Interrupts zulassen oder verhindern: General Interrupt Mask Register GIMSK. b) Wann wird der Interupt ausgelöst? MCU Control Register MCUCR. c) Abfrage von Interruptanforderungen: General Interrupt Flag Register GIFR. General Interrupt Mask Register GIMSK INT1 INT INT0: Auslösung über Anschluß INT0 zugelassen. INT1: Auslösung über Anschluß INT1 zugelassen. MCU Control Register MCUCR SRE SRW SE SM ISC11 ISC10 ISC01 ISC00 ISC01, ISC00: Unterbrechungssteuerung INT0 ISC11, ISC10: Unterbrechungssteuerung INT1 SM: Auswahl Stromsparzustand (SLEEP-Befehl) SE: Stromsparzustand zulassen SRW: Wartezustand für externen RAM aus/ein SRE: externer RAM-Bus aus/ein. Wenn ein, dann Port A = AD7...0, Port C= A15...8, Port D Bits 6 und 7 = WR# und RD#
2 DIE INTERNE PERIPHERIE DER MIKROCONTROLLER 2 ISCx1 ISCx0 Interruptauslösung 0 0 Interruptauslösung bei Low-Pegel 0 1 res. 1 0 Interruptauslösung mit fallender Flanke (High-Low) 1 1 Interruptauslösung mit steigender Flanke (Low-High) General Interrupt Flag Register GIFR INTF1 INTF Setzen der Flagbits: Hardware (bei Auftreten der jeweiligen Bedingung). Löschen der Flagbits: a) bei Einleitung der Interruptbehandlung (Hardware), b) durch Schreiben von Einsen in die jeweiligen Bitpositionen (Software). INTF0: eine Signalflanke an Anschluß INT0 hat eine Interruptanforderung ausgelöst. INTF1: eine Signalflanke an Anschluß INT1 hat eine Interruptanforderung ausgelöst. Anwendung: Vor allem programmseitige Abfrage (Polling) bei nicht zugelassenen Interrupts. Hinweis: Die Interruptauslösung über Low-Pegel wird nicht über besondere Flagbits signalisiert, da der Signalpegel direkt am Anschluß abgefragt werden kann. 2. Zähler und Zeitgeber (Counter/Timer) Zähler (Counter) Zählimpulse kommen von außen. Vorwärtszählen von geladenem Wert an. Nulldurchgang (Wrap Around) wird registriert. Kann abgefragt werden oder Interrupt auslösen. Zeitgeber (Timer) zählt mit internem Takt. Takt kann über Vorteiler (Prescaler) geführt werden. Typische Teilerverhältnisse sind Zweierpotenzen. Vorwärtszählen von geladenem Wert an. Nulldurchgang (Wrap Around) wird registriert. Kann abgefragt werden oder Interrupt auslösen. Zeiterfassungsfunktion (Capture) Externes Signal bewirkt Übernahme des aktuellen Zählerstandes in ein programmseitig abfragbares Halteregister. Das Auftreten des externen Signals wird registriert. Kann abgefragt werden oder Interrupt auslösen. Vergleichsfunktion (Compare) Zählerstand wird mit dem Inhalt eines programmseitig ladbaren Vergleichsregisters verglichen. Bei Gleicheit wird eine entsprechende Bedingung gesetzt. Kann abgefragt werden oder Interrupt auslösen. Ggf. weitere Wirkungen (programmseitig einstellbar):
3 DIE INTERNE PERIPHERIE DER MIKROCONTROLLER 3 bei Gleichheit Zähler löschen (so daß er von Null an weiterzählt) oder durchlaufen lassen Ausgangssignal setzen / löschen /umschalten Interrupts einer Zähler-Zeitgeber-Einheit: Nulldurchgang (Überlauf), Capture, Compare PWM (Pulsweitenmodulation): fortlaufendes Zählen Zählperiode fest, Duty Cycle veränderlich (Vergleichsregister) PWM-Betriebsarten Sind von Bedeutung, wenn mehrere synchrone PWM-Signale zu erzeugen sind. 1. Synchronsation durch Rücksetzen. Zähler zählt aufwärts und wird am Ende der Periode wieder gelöscht. Alle PWM-Impulse starten bzw. enden (je nach Polarität) zur gleichen Zeit 2. Komplementäre Zählweise. Zähler zählt aufwärts bis zur Häfte der Zählweite und dann wieder abwärts bis Null. Der Zähler durchläuft den jeweiligen Vergleichswert zweimal. Der eine Durchlauf bewirkt das Einschalten des PWM-Signals, der andere das Ausschalten. Schrittmotorsteuerung Wir brauchen Impulse, die gegeneinander um 90 phasenverschoben sind. PWM-Vorkehrungen ungeeignet. Abhilfe: das Zeitraster der Schritte mit Timer darstellen lassen, Interrupt auslösen und Impulse mit einfacher Interruptroutine erzeugen. Richtwert: Schritte/s; demgemäß wird z. B. alle ms ein Interrupt ausgelöst. Erzeugung komplizierter Impulsverläufe Impulsverläufe als Bitmuster im Speicher darstellen und gemäß dem jeweiligen Zeitraster zyklisch ausgeben. Manche Mikrocontroller haben hierfür Hardware-Unterstützung (Timing Pattern Controller). Nützliche Besonderheiten: Ausgabe-Pufferregister. Software lädt dieses Pufferregister. Eigentliche Ausgabe wird hardwareseitig vom Vergleicher (Comparator) des Zeitgebers ausgelöst. Behelf: dem E-A-Port des Controllers ein Register nachschalten. Dessen Takt ist das vom Comparator gesteuerte Ausgangssignal. Erweiterung: FIFO-Puffer. Nicht vergessen: den Puffer initialisieren und ggf. in das Rücksetzen einbeziehen. Abruf der Impulsmuster mit DMA-Vorkehrungen (falls vorhanden). Behelf: das komplette Impulsmuster in einen FIFO-Schaltkreis laden und daraus zyklisch abrufen. Retransmit-Funktion ausnutzen. Achtung: Das programmseitige Aufbereiten eines neuen Impulsmusters darf das Ausgeben des alten nicht beeinträchtigen. Abhilfe: zwei Bereiche (alt - neu) und Synchronisation bei Beginn des zyklischen Auslesens. Beispiel (8535): drei Zähler-Zeitgeber-Einheiten Timer/Counter Timer/Counter 0. 8 Bits. Timer/Counter Bits mit Zählwerterfassung (Capture), Vergleicher und PWM.
4 DIE INTERNE PERIPHERIE DER MIKROCONTROLLER 4 Timer/Counter 2. 8 Bits mit Vergleicher und PWM. Zusätzlicher Taktgenerator wählbar (vorzugsweise für Uhrenquarz 32,763 khz). Timer/Counter 0
5 DIE INTERNE PERIPHERIE DER MIKROCONTROLLER 5 Timer/Counter 1 Vorteiler (Prescaler) für Timer/Counter 0 und 1
6 DIE INTERNE PERIPHERIE DER MIKROCONTROLLER 6 Timer/Counter 2 Programmseitige Steuerung: a) Zeitgeberinterrupts zulassen oder verhindern: Timer/Counter Interrupt Mask Register TIMSK. b) Abfrage von Interruptanforderungen der Zeitgeber: Timer/Counter Interrupt Flag Register TIFR. c) Betriebsarteneinstellung. Timer/Counter Control Register TCCR0, TCCR1A, TCCR1B, TCCR2. d) Zählwert einstellen und abfragen. e) Vergleichswert einstellen. f) Erfaßten Zählwert abfragen. Timer/Counter Interrupt Mask Register TIMSK OCIE2 TOIE2 TICIE1 OCIE1A OCIE1B TOIE1 - TOIE0 OCIEx: Interruptauslösung bei Zählwertvergleich (Zeitgeber 1 und 2). TICIE1: Interruptauslösung bei Zählwerterfassung (Capture; nur Zeitgeber 1). TOIEx: Interruptauslösung bei Zählerüberlauf (vom Endwert nach Null). Betrifft alle Zeitgeber. Timer/Counter Interrupt Flag Register TIFR OCF2 TOV2 ICF1 OCF1A OCF1B TOV1 - TOV0 Setzen der Flagbits: Hardware (bei Auftreten der jeweiligen Bedingung). Löschen der Flagbits: a) bei Einleitung der Interruptbehandlung (Hardware), b) durch Schreiben von Einsen in die jeweiligen Bitpositionen (Software). OCFx: Es ist eine Vergleichsbedingung aufgetreten (Zählwert = Vergleichswert). Betrifft die Zeitgeber 1 und 2. ICF1: ein Zählwert wurde erfaßt (= ins Halteregister übernommen). Betrifft nur Zeitgeber 1 (Capture). TOVx: ein Zählerüberlauf (vom Endwert nach Null) ist aufgetreten. Betrifft alle Zeitgeber. Anwendung: Vor allem programmseitige Abfrage (Polling) bei nicht zugelassenen Interrupts. Timer/Counter Control Register TCCR0, TCCR1A, TCCR1B, TCCR2 Register TCCR CS02 CS01 CS00 TCCR1A COM1A1 COM1A0 COM1B1 COM1B0 - - PWM11 PWM10 TCCR1B ICNC1 ICES1 - - CTC1 CS12 CS11 CS10 TCCR2 - PWM2 COM21 COM20 CTC2 CS22 CS21 CS20 CSx2...CSx0: Auswahl des Zähltaktes (über Vorteiler (Prescaler)). COMx1, COMx0: Betriebsart des Vergleichers.
7 DIE INTERNE PERIPHERIE DER MIKROCONTROLLER 7 PWMx: PWM-Betriebsart. CTCx: Zähler löschen, wenn Zählwert = Vergleichswert (Gleichheit, Compare Match). ICNC1: Störunterdrückung für Erfassungsfunktion (Capture). 0 = ausgeschaltet, 1 = eingeschaltet. Nur Zeitgeber 1. ICES1: Flankenauswahl für Erfassungsfunktion (Capture). 0 = fallende Flanke (High-Low), 1 = steigende Flanke (Low-High). Nur Zeitgeber 1.
8 DIE INTERNE PERIPHERIE DER MIKROCONTROLLER 8
9 DIE INTERNE PERIPHERIE DER MIKROCONTROLLER 9 3. Serielle Schnittstellen (UARTs)
10 DIE INTERNE PERIPHERIE DER MIKROCONTROLLER 10 Programmseitige Steuerung: a) Einstellung der Baudrate: UART Baud Rate Register UBRR. b) Betriebsartensteuerung: UART Control Register UCR. c) Zustandsabfrage: UART Status Register USR. d) Datenbytes eintragen oder abholen: UART I/O Data Register UDR UART Baud Rate Register UBRR UBRR7 UBRR0 UBRR7...UBRR0: 8-Bit-Baudratenangabe. Ergibt sich gemäß Formel oder Tabelle. fc BAUD = 16 ( UBRR + 1) fc UBRR = 1 16 BAUD UART Control Register UCR RXCIE TXCIE UDRIE RXEN TXEN CHR9 RXB8 TXB8 TXB8: das 9. Bit des zu sendenden Zeichens. RXB8: das 9. Bit des empfangenen Zeichens. CHR9: Zeichenlänge: 0 = 8 Bits, 1 = 9 Bits. Das 9. Bit kann auch als zweites Stopbit oder als Paritätsbit verwendet werden. TXEN: Sendebetrieb ein- und ausschalten. 0 = ausgeschaltet, 1 = eingeschaltet. RXEN: Empfang ein- und ausschalten. 0 = ausgeschaltet, 1 = eingeschaltet. UDRIE: Interruptauslösung, wenn Datenregister leer (beim Senden). TXCIE: Interruptauslösung nach Senden eines Zeichens RXCIE: Interruptauslösung nach Empfang eines Zeichens. UART Status Register USR RXC TXC UDRE FE OR OR: Überlauf. FE: Stopbit des empfangenen Zeichens = 0 (Framing Error). UDRE: Datenregister leer. TXC: Zeichen gesendet. RXC: Zeichen empfangen.
11 DIE INTERNE PERIPHERIE DER MIKROCONTROLLER 11 UART I/O Data Register UDR D7 D0
12 DIE INTERNE PERIPHERIE DER MIKROCONTROLLER Schnittstellen für serielle Einfachbussysteme (z. B. SPI oder I 2 C)
13 DIE INTERNE PERIPHERIE DER MIKROCONTROLLER 13
14 DIE INTERNE PERIPHERIE DER MIKROCONTROLLER Analoge Komparatoren Analog Comparator Control and Status Regster: ACSR ACD - ACO ACI ACIE ACIC ACIS1 ACIS0 ACIS1, ACIS0: Unterbrechungssteuerung ACIC: Zeiterfassung (Capture) in Timer/Counter 1 über Komparator ein/aus ACIE: Unterbrechungserlaubnis für Analogkomparator ein/aus ACI: Komparatorunterbrechung anhängig. Löschen bei Interruptauslösung oder durch Schreiben einer Eins. ACO: Komparatorausgang (zur direkten Abfrage) ACD:Komparator ausschalten/einschalten Unterbrechngssteuerung ACIS1 ACIS0 0 0 Unterbrechung bei Änderung der Ausgangsbelegung 0 1 res. 1 0 Unterbrechung bei fallender Flanke 1 1 Unterbrechung bei steigender Fanke 6. Analog-Digital-Wandler Merkmale: Auflösung: 10 Bits, integrale Nichtlinearität: 0,5 LSB, absolute Genauigkeit: ± 2 LSB, höchste Abtastrate bei maximaler Auflösung: 15 khz, Eingangsspannungsbereich: 0V bis Referenzspannung (AREF), Referenzspannung (AREF): 2 V bis AV CC, Wirkprinzip: schrittweise Annäherung (sukzessive Approximation),
15 DIE INTERNE PERIPHERIE DER MIKROCONTROLLER 15 Anzahl der Eingänge: 8 (programmseitig wählbar), Betriebsarten: Einzelumsetzung (Single Conversion) oder kontinuierlicher Betrieb (Free Running). Programmseitige Steuerung: a) Eingangsauswahl: ADC Multiplexer Select Register: ADMUX. b) Betriebsartensteuerung und Auslösung: ADC Control and Status Register ADCSR. c) Abholen der Digitalwerte: ADC Data Register ADCL und ADCH. ADC Multiplexer Select Register: ADMUX MUX2 MUX1 MUX0 MUX2...MUX0: Auswahladresse. Belegung 0H wählt Eingang ADC 0 aus, Belegung 1H Eingang ADC1 usw. ADC Control and Status Register ADCSR ADEN ADSC ADFR ADIF ADIE ADPS2 ADPS1 ADPS0 ADPS2...ADPS0: Auswahl des Abtasttaktes (über Vorteiler (Prescaler)). ADIE: Interruptauslösung nach Wandlung. ADIF: Flagbit. Kennzeichnet, daß eine Interrupanforderung aufgetreten ist. ADFR: Betriebsart. 0 = Einzelabtastung, 1 = kontinuierliche Abtastung. ADSC: Start der Abtastung. ADEN: Analog-Digital-Wandler ein- und ausschalten. 0 = ausgeschaltet, 1 = eingeschaltet.
16 DIE INTERNE PERIPHERIE DER MIKROCONTROLLER 16 ADPS2...0 Abtastintervall ADPS2...0 Abtastintervall 0 2 Takte (f S = f C : 2) 4 16 Takte (f S = f C : 16) 1 2 Takte (f S = f C : 2) 5 32 Takte (f S = f C : 32) 2 4 Takte (f S = f C : 4) 6 64 Takte (f S = f C : 64) 3 8 Takte (f S = f C : 8) Takte (f S = f C : 128) f S = Abtastfrequenz; f C : Taktfrequenz ADC Data Register ADCL und ADCH Register ADCH ADC9 ADC8 ADCL ADC7 ADC0
17 DIE INTERNE PERIPHERIE DER MIKROCONTROLLER EEPROMs EEPROM Control Register EECR EEMWE EEWE EERE EERE: Lesezugriff EEWE: Schreibzugriff EEMWE: generelle Schreiberlaubnis
18 DIE INTERNE PERIPHERIE DER MIKROCONTROLLER 18 EEPROM Data Register EEDR D7 D6 D5 D4 D3 D2 D1 D0 EEPROM Address Register EEAR A7 A6 A5 A4 A3 A2 A1 A0 A8 Praxistip: Nach dem Schreiben Byte(s) zur Kontrolle zurücklesen.
19 DIE INTERNE PERIPHERIE DER MIKROCONTROLLER Watchdog-Überwachung (Kontrollzeitgeber) Rücksetzen mit Befehl WDR. Wenn Zeitgeber bis zum Ende durchläuft, wird ein Hardware-Rücksetzen ausgelöst. Beim ATMega Rücksetzursache abfragbar. Vor dem Einschalten WDR-Befehl geben, damit Zeiüberwachung mit einer vollen Zykluslänge beginnt. Watchdog Timer Control Register WDTCR WDTOE WDE WPD2 WPD1 WPD0 WPD2...0: Vorteilereinstellung WDE: Watchdog ein- und ausschalten WDTOE: Erlaubnis zum Ausschalten
20 DIE INTERNE PERIPHERIE DER MIKROCONTROLLER Externer RAM
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