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- Ella Beyer
- vor 9 Jahren
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1 Impfen - praktisch 2014 STIKO-Empfehlungen zu den Standardimpfungen Lagerung und Verabreichung von Impfstoffen, Aufklärung und Nebenwirkungen, Dokumentation, echte und falsche Kontraindikationen, Dagmar Gran Impf- und Reisemedizin Gesundheitsamt Bremen Horner Str Bremen Tel:
2 Impfstoffe werden vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) geprüft und zugelassen: Was zugelassen ist, darf geimpft werden. Impfstoffe werden von der Ständigen Impfkommission (STIKO) auf ihren öffentlichen Nutzen bewertet: Allgemein empfohlene Impfungen Indikationsimpfungen Reiseimpfungen Der Gemeinsame Bundesausschuss(GBA) prüft innerhalb von 3 Monaten. Übernahme der Empfehlung durch die obersten Gesundheitsbehörden der Länder Die Kosten für die empfohlenen Impfungen werden von den Krankenkassen übernommen. Der Staat übernimmt die Verantwortung und die Haftung. 2
3 3
4 Indikationsimpfungen / Aufzählung nicht vollständig FSME Hib regional keine funktionsfähige Milz Hepatitis A Sexualverhalten, Vorerkrankungen, psychiatr. Einrichtungen Hepatitis B Immundefizienz, erhöhte Exposition Influenza Masern Schwangerschaft, Vorerkrankungen, Epidemie, Geflügelkontakt bei Ausbrüchen Meningokokken-Meningitis Meningitis ACWY Pertussis Pneumokokken Polio Röteln Varizellen Vorerkrankungen, Ausbruch Frauen im gebärfähigen Alter, Säuglingskontakt Vorerkrankungen, Reisen in Infektionsgebiete, Flüchtlinge in Sammelunterkünften Frauen im gebärfähigen Alter Seronegativ bei Kinderwunsch, Neurodermitis, vor Immunsuppression 4
5 Hepatitis B-Impfung als Indikationsimpfung Kontrolle des Impferfolgs 4-8 Wochen nach der 3. Impfung, Ziel: Anti-HBs>100IE/L Wenn Anti-HBs<100IE/L, sind weitere Impfungen mit anschließender Kontrolle erforderlich Wenn Anti-HBs einmal >100IE/L war, sind keine weiteren Auffrischungen nötig Ausnahme: besonders hohes Hepatitis-B-Risiko, dann Anti-HBs-Kontrolle nach 10 Jahren und bei < 100IE/L eine Auffrischungsimpfung (wie früher) 5
6 Fehler bei der Lagerung von Impfstoffen keine regelmäßige Temperaturkontrolle: Lagerung bei 2-8 Grad C empfohlen Packungen zu dicht gelagert Packungen an Kühlschrankwand festgefroren Zu häufiges öffnen der Kühlschranktür Lagerung in der Kühlschranktür Kühlschrank vereist Tür schließt nicht korrekt Impfstoffe im Gefrierfach aufbewahrt nach: Hrg S. Dittmann Handbuch der Impfpraxis 6
7 Injektion der Impfstoffe Injektion in den Deltamuskel des Oberarms oder s.c in die Region des Deltamuskels. Alternativ kann in den äußeren Oberschenkelmuskel (M. vastus lateralis) geimpft werden Die Impflinge sollen sitzen oder liegen Angemessenes Nadelkaliber wählen Zügiger Einstich Vor dem Injizieren muss aspiriert werden Langsam injizieren Nach der Injektion die Impfstelle kurz abdrücken nach: Hrg S. Dittmann Handbuch der Impfpraxis 7
8 Achtung! Es sol kein Impfstoff außen an der Kanüle sein; das kann zur Irritationen von Haut und Subkutangewebe führen! deshalb: Entlüften der Spritze vor Aufsetzen der Kanüle! Bei fixierter Kanüle nicht bis zum Erscheinen von Impfstoff an der Kanülenspitze entlüften! Nach der Hautdesinfektion warten, bis das Desinfektionsmittel abgetrocknet ist, bevor die Injektion gesetzt wird! 8
9 Impfabstände Totimpfstoff - Totimpfstoff: gleichzeitig oder beliebig Totimpfstoff Lebendimpfstoff: gleichzeitig oder beliebig Lebendimpfstoff Lebendimpfstoff: gleichzeitig oder 4 Wochen Abstand Wichtig für junge Reisende nach Südamerika und Afrika: MMR/Varizellen und Gelbfieberimpfungen: simultan oder mit 4 Wochen Abstand! Innerhalb einer Serie gilt: Impfabstände sind Minimalabstände. Jede dokumentierte Impfung zählt. Es gibt keine zu langen Impfabstände. Auch wenn eine Grundimmunisierung unterbrochen wurde oder eine Auffrischungsimpfung erst nach langen Jahren erfolgt, muss man nicht erneut mit einer Grundimmunisierung beginnen! 9
10 Impfabstände Wichtig: Für lang anhaltenden Impfschutz soll man den empfohlenen Mindestabstand zwischen der 2. und 3 Impfung (meist 6 Monate) einhalten. Bei dringlichen Indikationen, z.b. Tollwutimpfung nach Säugetierbiss oder Hepatitis-B-Immunprophylaxe bei Neugeborenen, soll das empfohlene Impfschema eingehalten werden. 10
11 Impfdokumentation 22 Impfausweis (1) Der impfende Arzt hat jede Schutzimpfung unverzüglich in einen Impfausweis nach Absatz 2 einzutragen oder, falls der Impfausweis nicht vorgelegt wird, eine Impfbescheinigung auszustellen. Der impfende Arzt hat den Inhalt der Impfbescheinigung auf Verlangen in den Impfausweis einzutragen. Im Falle seiner Verhinderung hat das Gesundheitsamt die Eintragung nach Satz 2 vorzunehmen. (2) Der Impfausweis oder die Impfbescheinigung muss über jede Schutzimpfung enthalten: 1. Datum der Schutzimpfung 2. Bezeichnung und Chargenbezeichnung des Impfstoffes 3. Name der Krankheit, gegen die geimpft wird 4.Name und Anschrift des impfenden Arztes sowie 5. Unterschrift des impfenden Arztes oder Bestätigung der Eintragung des Gesundheitsamtes. 11
12 Aufklärung vor Schutzimpfungen Vor der Impfung steht die Aufklärung, sie ist Sache der Ärztin/des Arztes. Aufklären soll man über die zu verhindernde Erkrankung, den Nutzen der Impfung, über allgemein zu erwartende Nebenwirkungen über die Nebenwirkungen, die für eine Impfung spezifisch sind, über Eintreten und Dauer des Schutzes und über Verhaltensmaßnahmen nach der Impfung. Ärztinnen und Ärzte sind verpflichtet, auf gesundheitliche Störungen im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung zu achten und sie zu melden! (IfSG) 12
13 Wie kann man aufklären? mündlich schriftlich eigene Materialien oder vorbereitete Aufklärungsblätter, Mappen und Aushänge im Wartebereich, Flyer für jede angebotene Impfung Quellen: Deutsches Grünes Kreuz (DGK), reisemedizinische Beratungsangebote, Internetportale etc. 13
14 Kontraindikationen Kontraindikationen sind oft relativ. Nach STIKO müssen folgende medizinische Kontraindikationen beachtet werden: Bestehende schwere Infektionen und Rekonvaleszenz ( 2 Wochen Pause, Ausnahme: postexpositionelle Impfungen) abwarten Impfkomplikationen bei früheren Impfungen, mindestens bis zur Klärung der Ursache Bei Allergien gegen Impfstoffbestandteile (z.b. Konservierungsstoffe, Stabilisatoren und Zusatzstoffe, Streptomycin, Neomycin, Hühnereiweiß ): evtl. anderen Impfstoff verwenden Immunsuppression oder Immundefekte: Konsultation des Arztes, der den Immundefekt behandelt. Serologische Kontrolle des Impferfolgs, wenn möglich. Vorsicht bei Lebendimpfungen. Schwangerschaft (Risiko-Nutzenabwägung erforderlich, nicht dringliche Lebendimpfungen nicht durchführen) 14 14
15 Falsche Kontraindikationen Banale Infekte, subfebrile Temperaturen Krampfanfälle in der Familie Möglicher Kontakt des Impflings zu Personen mit ansteckenden Krankheiten Fieberkrämpfe in der Anamnese Ekzeme, lokalisierte Hautinfekte, Behandlung mit Antibiotika oder niedrig dosierte Kortisontherapie Schwangerschaft der Mutter des Impflings Angeborene oder erworbene Immundefekte bei Impfung mit Totimpfstoffen Neugeborenenikterus Frühgeburtlichkeit Chronische Krankheiten und nicht progrediente ZNS-Erkrankungen Epidemiologisches Bulletin 30/08 15
16 Impfen in der Schwangerschaft Grundsätzlich: so viel wie nötig und so wenig wie möglich indiziert sind Impfungen zum Schutz der Mutter und des Neugeborenen z.b. vor: Influenza, Tetanus, Tollwut und Hepatitis B nach Exposition kontraindiziert sind Lebendimpfungen gegen: Masern, Mumps, Röteln, Varizellen Lebendimpfungen gegen Gelbfieber und Typhus (Schluckimpfstoff) nur bei dringender Indikation Inaktivierte Impfstoffe sind in der Schwangerschaft nicht kontraindiziert und können bei Notwendigkeit verabreicht werden, aber möglichst nicht im ersten Schwangerschaftsdrittel. 16
17 Probleme der Praxis Hepatitis-A-Schutz für Reisende, die in der Kindheit gegen Hepatitis B grundimmunisiert worden sind: grundsätzlich mit Hepatitis-A-Mono-Impfstoff, nicht mit Hepatitis- A/B-Kombi-Impfstoff, im Kombi-Impfstoff ist die halbe Hepatitis- A-Impfdosis vorhanden; eine Kombi-Impfung vor der Reise reicht noch nicht für einen belastbaren Hepatitis-A-Schutz. Fragen Sie vor dem Impfen, ob die Patienten gerinnungshemmende Medikamente einnehmen : Dann, wenn möglich, subkutan impfen. Das geht nicht bei Impfstoffen, die Aluminiumhydroxid als Wirkverstärker enthalten. Wenn i.m.,., mäßiger Druck auf die Impfstelle für 5 Minuten und kontrollieren, ob alles in Ordnung ist. 17
18 Eine neue Praktikantin in einer Kindertagesstätte hat folgende Impfungen: Kinderimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Polio, Pertussis, Hepatitis B, HIB vollständig, 1mal MM. Wogegen soll sie noch geschützt sein und welche Impfungen sollten ihr empfohlen werden? 18
19 Sie möchten in naher Zukunft gerne zum ersten Mal schwanger werden. Welchen Impfschutz sollten Sie aktuell haben oder noch vor einer Schwangerschaft durchführen lassen? 19
20 Sie sind berufshalber gegen Hepatitis B vollständig geimpft worden vor 10 Jahren und wollen nun im Urlaub für 2 Wochen nach Ägypten reisen. Sie möchten deshalb auch Hepatitis-A-Schutz Schutz. Man bietet Ihnen eine Kombiimpfung Hepatitis A+B an. Was sagen Sie? 20
21 nützliche web-sites Allgemeines zu Impfungen und Impfen Stichworte: Infektionsschutz/Impfen/Stiko Stichwort: Meldeformulare, Impfkomplikationen Stichwort: Aufklärungsmaterial Stichwort: Aufklärungsmaterial 21
q Von der STIKO generell empfohlene Impfungen q Impfungen bei erhöhtem individuellen Risiko bezüglich Exposition,
ifi-card Impfungen Allgemeines zu Impfungen Standardimpfungen Indikationsimpfungen Injektion Dokumentation Schwangerschaft Immunschwäche q Von der STIKO generell empfohlene Impfungen q Impfungen bei erhöhtem
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