SYSTEMISCHE FAMILIENTHERAPIE

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1 SCHLOSS HOFEN GESUNDHEIT UND SOZIALES SYSTEMISCHE FAMILIENTHERAPIE Psychotherapeutisches Fachspezifikum der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für systemische Therapie und systemische Studien (ÖAS)

2 Zielsetzung Die Österreichische Arbeitsgemeinschaft für systemische Therapie und systemische Studien (ÖAS) bietet in Kooperation mit Schloss Hofen eine fachspezifische Ausbildung in Systemischer Familientherapie an. Diese entspricht dem österreichischen Psychotherapiegesetz und ist vom Bundesministerium für Gesundheit anerkannt. Die inhaltliche Gesamtverantwortung obliegt der ÖAS. Systemische Psychotherapie versteht sich als eigenständiges psychotherapeutisches Verfahren und ist der Oberbegriff für eine Vielzahl von Ansätzen und Modellen, die sich aus der Paar- und Familientherapie heraus entwickelt haben. Neben der zunächst analytisch orientierten Familientherapie und später der entwicklungsorientierten Richtung (Virginia Satir) traten die auf die Forschergruppe um Gregory Bateson zurückgehenden systemischen Schulen in den Vordergrund. Mit dem Begriff "systemisch" weist die Familientherapie über den Bezugsrahmen Familie hinaus und stellt Zusammenhänge zur allgemeinen Systemtheorie her. Als Weiterentwicklung der Familientherapie stellt sie auch die einzeltherapeutische Arbeit in einen interaktionellen Kontext. Das Ziel systemischer Familientherapie ist es, mit den KlientInnen bzw. PatientInnen gemeinsam Lösungen für ihre Probleme zu suchen und zu finden und sie bei den dabei zu gestaltenden Veränderungsprozessen zu begleiten. Dadurch, dass die Anliegen aller am Problem beteiligten Personen einbezogen werden, können sich Perspektiven entwickeln, die konstruktive Veränderungen rascher und nachhaltiger fördern. Im Laufe der systemischen Psychotherapie wird weniger über das Problematische und Defizitäre gesprochen. Fokussiert wird vielmehr auf (vielfach) ungenutzte Kompetenzen und Fähigkeiten, die Menschen bestärken, im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Wertsysteme eigene konstruktive Gestaltungsformen wieder vermehrt aufzugreifen. So entstehen unter den Betroffenen sinnstiftende Anliegen und Selbstbeschreibungen, die neue Sichtweisen und kompetentes Gestaltungserleben fördern. Ausbildungsziel wird es sein, psychotherapeutische Fähigkeit zu erwerben bzw. zu vertiefen, die eine kooperative Beziehung mit KlientInnen herstellen, in deren Rahmen wertschätzend und wirksam problemfokussierte Erlebnisbereiche in Frage gestellt und verändert, alternative Lösungsgeschichten Schritt für Schritt realisiert und reichhaltige und sinnstiftende Gestaltungskompetenzen ihrer Lebens- und Beziehungsformen entwickelt werden können. Eine wichtige Rolle im Rahmen der Ausbildung stellt dabei auch die Reflexion der eigenen (familiären) Entwicklungsgeschichte im Hinblick auf die möglichst optimale Gestaltung förderlicher Beziehungen zwischen PsychotherapeutInnen und KlientInnen dar.

3 Das Ausbildungscurriculum 1. Theorie-Praxis-Seminare im Umfang von 400 Stunden 18 Wochenendworkshops (jeweils Freitag und Samstag) 2 dreitägige Theorie/Praxisseminare mit internationalen Lehrtherapeut- Innen 2. Methoden- und themenspezifische Selbsterfahrung (kursbegleitend) Insgesamt 100 Stunden während der 4 Kursjahre Bei der Auseinandersetzung und Reflexion der vermittelten Inhalte spielt die persönliche Erfahrung der TeilnehmerInnen eine wichtige Rolle. Neuere Konzepte systemischer Selbsterfahrung kommen dabei zur Anwendung. 3. Selbsterfahrung in der Kleingruppe Insgesamt 50 Stunden ab dem zweiten Kursjahr Die persönlichen Geschichten und Lebenssituationen der TeilnehmerInnen werden auf dem Hintergrund psychotherapierelevanter Themen reflektiert. 4. Einzelselbsterfahrung Mindestens 80 Stunden im Laufe der Ausbildung bei dazu beauftragten systemischen LehrtherapeutInnen 5. Supervision der psychotherapeutischen Tätigkeit Insgesamt 220 Stunden in regionalen Gruppen Drei Live-Supervisionen und die Teilnahme an reflektierenden Teams sind dabei ein wesentlicher Bestandteil. 6. Psychotherapeutische Tätigkeit unter Supervision Es müssen 600 Stunden nachgewiesen werden. 7. Praktikum, Praktikumssupervision 550 Stunden Tätigkeit in einer Einrichtung des Gesundheits- und Sozialwesens und Supervision dieser Tätigkeit im Ausmaß von 30 Stunden

4 Organisatorische Rahmenbedingungen Aufnahmekriterien In das Fachspezifikum Systemische Familientherapie können nur Personen aufgenommen werden, die nachfolgende Voraussetzungen erfüllen: vollendetes 24. Lebensjahr abgeschlossenes psychotherapeutisches Propädeutikum Nachweis eines entsprechenden Quellenberufes (siehe Psychotherapiegesetz 10 Abs. 2) Zudem erfordert die Aufnahme in die Ausbildung für systemische Familientherapie ein Auswahlgespräch mit den ausbildungsleitenden LehrtherapeutInnen und die Teilnahme am Einführungsseminar (Teil des Ausbildungscurriculums). Anmeldung Die Anmeldung erfolgt schriftlich im Sekretariat von Schloss Hofen. Dem Ansuchen sind folgende Unterlagen beizulegen: ausgefüllte Bewerbungskarte mit Foto Lebenslauf Motivationsschreiben Nachweis über das abgeschlossene psychotherapeutische Propädeutikum Nach dem Eintreffen der Bewerbungsunterlagen werden die Termine für die Auswahlgespräche vereinbart. Ausbildungsvertrag Zu Beginn der Ausbildung wird mit jedem Teilnehmer, jeder Teilnehmerin ein Ausbildungsvertrag abgeschlossen. Dieser regelt die gegenseitigen Rechte und Pflichten sowie die Modalitäten der Ausbildung. Zeitlicher Ablauf Die Ausbildung wird in einer geschlossenen Ausbildungsgruppe berufsbegleitend organisiert. Für die Absolvierung aller erforderlichen Seminare bzw. der anderen Ausbildungsanforderungen (Praktikum, Supervision, Selbsterfahrung) ist mit einem Zeitaufwand von 4 bis 5 Jahren zu rechnen. Kosten Die Kosten für die einzelnen Ausbildungsteile sowie für den gesamten Lehrgang sind dem Informationsblatt zu entnehmen. Um den Verwaltungsaufwand möglichst gering zu halten, erfolgt die Abrechnung der Seminare jeweils zu Beginn des Semesters. Abschluss der Ausbildung Mit dem Nachweis aller Ausbildungsteile ist der Abschluss der Ausbildung möglich. Die Ausbildung wird mit einem Kolloquium abgeschlossen. Die Graduierung zur systemischen Familientherapeutin, zum systemischen Familientherapeuten erfolgt durch die Österreichische Arbeitsgemeinschaft für systemische Therapie und systemische Studien (ÖAS). Diese ermöglicht die Eintragung in die Österreichische Psychotherapeutenliste. Veranstaltungsorte Die Seminare finden in Innsbruck (Haus Marillac) und in Lochau am Bodensee (Bildungszentrum Schloss Hofen) statt (siehe Informationsblatt).

5 Ausbildungsleitende LehrtherapeutInnen Organisatorische Zuständigkeit ÖAS Region Innsbruck Dr. Reinhold Bartl Kochstr. 1, 6020 Innsbruck Tel. 0664/ Reinhold Bartl, Dr. Klinischer Psychologe und Psychotherapeut, Leiter des Milton Erickson Instituts für klinische Hypnose, Innsbruck Ansprechpartner in Vorarlberg SCHLOSS HOFEN Wissenschaft und Weiterbildung Land Vorarlberg FH Vorarlberg Dr. Elmar Fleisch Verena Mayer (Sekretariat) Hoferstr. 26, A-6911 Lochau T +43 (0) 5574/ F +43 (0) 5574/ [email protected] Ingrid Egger Sozialmedizinische Krankenschwester, Psychotherapeutin in freier Praxis, Supervisorin, Graz Gerhard Walter, Dr. Klinischer Psychologe und Psychotherapeut und Supervisor in freier Praxis, Salzburg Sowie GastdozentInnen, EinzellehrtherapeutInnen und SupervisorInnen.

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