Smart Metering Status und Perspektiven

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2 Was ist smart metering? Technologiesprung in der Messtechnik von Elektromechanik zu Elektronik von analog zu digital. Betrifft v.a. Messung der Sparten Strom und Gas, perspektivisch auch Fernwärme, Wasser, Warmwasser,... Smart metering ist für Industriekunden nicht neu neu ist die Ausdehnung auf die Haushalts- und Gewerbekunden. 2

3 Wann ist ein Zähler smart? Wenn ein Zähler elektronisch ist, ist er dadurch nicht automatisch smart. Smarte Anwendungen erfordern Zählerfernauslesung. Smart muss bezogen werden auf die Anwendung, nicht nur auf die Technologie denn der Zähler ist nur Mittel zum Zweck. Zentrale Frage ist, für welche Zwecke die erhobenen Daten genutzt werden. 3

4 Daten: was kann gemessen werden? Verbrauchswerte (kwh): Von 1 Wert pro Jahr und Kunde künftig 1 Wert pro ¼-Stunde? Zentrale Frage: wie oft werden die Daten übertragen (monatlich, day after, online)? Technische Größen: beim Strom Spannung, Frequenz, Phasenwinkel, Momentanleistung, Wer hat Vorteile durch die Nutzung dieser Daten? Kunde EVU 4

5 Vorteile für EVU Bessere Datenlage für den Netzbetrieb Z.B. Erkennung von Netzengpässen Bessere Datenlage für den Vertrieb und den Kundenservice Smart grid (perspektivisch) Aber: Ein Massen-Roll-Out ist trotz der genannten Vorteile nicht wirtschaftlich, auch weil Elektronik störanfällig und vergleichsweise kurzlebig ist 5

6 Smart meter erfordern den smart customer! 6

7 Vorteile für Kunde Transparenz über seinen Energieverbrauch Durch Änderung des Verbrauchsverhaltens Energieeeinsparung möglich (5%?), allerdings Komforteinbuße Für Kaufentscheidung neuer Haushaltsgeräte ist smart metering nicht erforderlich, dafür Strommessgerät ideal Zeit- und lastvariable Tarife, die über HT/NT-Tarif hinausgehen Gesetzliche Vorgaben noch unausgereift und verhindern Einführung Preisvergleiche zwischen verschiedenen Anbietern werden allerdings erschwert Smart home (perspektivisch) Aber: Wie ist das Kosten-/Nutzenverhältnis aus Sicht des Kunden? Wie wird der Datenschutz gewährleistet? 7

8 Datenschutz, Datensicherheit Stromverbrauch als Lastgang lässt relativ genaue Rückschlüsse auf die Lebensgewohnheiten zu. Erhebung personenbezogener Daten erfordert daher klare gesetzliche Regelungen. Allerdings sollten Datenschutz-Anforderungen smart metering nicht unverhältnismäßig verteuern. Bislang vorliegende Technologie (EDL-Konzept) ist nicht praktikabel: Bundesamt in der Informationstechnik definiert gerade neuen Standard (BSI-Schutzprofil) Neues Energiewirtschaftsgesetz seit August

9 Pilotergebnisse Hohe Kosten: Materialkosten für Zähler, MUC, Antennen, Zusatzmaterial: > 300 Einbau: Lange Einbaudauer Vielzahl von Bauteilen/Zusatzmaterial, das separat bestellt werden muss Oft Platzprobleme bei Einbau der Antennen IT: SAP IS-U unterstützt bislang nur rudimentär die neuen Messsysteme im SAP-Gerätemanagement. Erhebliche Aufwände in den SAP- und deren Satellitensystemen. Strahlung: Elektrosmog bei Mobilfunk-Datenübertragung insbesondere in der Wohnung direkt über dem Zählerkeller bei größeren Wohneinheiten 9

10 Umfeld Zählerindustrie Die deutschen Zählerhersteller, die dem deutschen FNN-EDL- Zählerkonzept gefolgt sind, haben das Nachsehen: Hohe Entwicklungskosten Geringe Bestellmengen bei den Netzbetreibern nur für Piloten Neues Zählerkonzept durch EnWG-Novelle gefordert (BSI- Schutzprofil), dadurch EDL-Technik bereits wieder überholt Die großen Zählerhersteller (z.b. Landys+Gyr) haben gar keine EDL- Zähler entwickelt. 10

11 Einbauverpflichtung nach 21c Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) Verpflichtung für Messstellenbetreiber zum Einbau von Messsystemen, sobald diese technisch verfügbar sind ab Mitte Bei Neubauten und größeren energetischen Renovierungen 2. Bei Kunden mit einem Jahresverbrauch > 6000 kwh 3. Bei Neuanlagen nach EEG/KWKG und P inst > 7kW 11

12 Was ist ein Messsystem? - 21d EnWG Messsystem Messeinrichtung Einbindung in Kommunikationsnetz Stromzähler Messstellenbetreiber Verdrahtet über RS232 Gateway Gateway Admin GSM/GPRS, PLC, DSL/LAN Zentralsysteme Netzbetreiber Kunde soll Informationen über tatsächlichen Energieverbrauch und tatsächliche Nutzungszeit erhalten. Nähere Anforderungen an Messsysteme werden über Verordnungen geregelt. Stromzähler als führendes System für andere Sparten 12

13 Anforderungen an Messsysteme - 21e EnWG Erfüllung des Eichrechts Zertifizierung gemäß Schutzprofil Smart Metering Messsystem Gewährleistung von Interoperabilität Gewährleistung von Datenschutz und Datensicherheit: Anforderungen durch Schutzprofile festgelegt Vertraulichkeit und Integrität der Daten Verwendung moderner Verschlüsselungsverfahren 13

14 Smart Metering Gas - 21f EnWG Messsystem Anbindung ins Kommunikationsnetz Stromzähler Messstellenbetreiber Verdrahtet über RS232 Gateway Gateway Admin GSM/GPRS, PLC, DSL/LAN Zentralsysteme Netzbetreiber Gaszähler Sichere Anbindung an Messsystem muss möglich sein! z.b. wireless M-Bus 14

15 Rechtsverordnungen - 21i EnWG Was ist durch Verordnungen von der Bundesregierung u.a. noch zu regeln? Spezifizierung der Einbauverpflichtungen Zertifizierungsverfahren für Einhaltung Interoperabilität Datenschutzrechtlicher Umgang mit personenbezogene Daten Wirtschaftliche Betrachtung Smart Metering (KNA) Explizite Anforderungen an Messsysteme Bestandsschutz Fristen Haftungsfragen Zeitplan und Vorgaben für Rollouts Smart Metering 15

16 Vergleich mit dem Ausland Durch die deutschen Sonderwege (Liberalisierung des Messwesens, neue Marktrollen, eigener deutscher Standard, marktgetriebener Ansatz, Anreizregulierung) sind Erfahrungen ausländischer EVU nur sehr bedingt auf Deutschland übertragbar. Oft ist die Energieversorgung im Ausland auch durch wenige sehr große Player geprägt (z.b. Frankreich). Das Thema smart metering in Deutschland wird vsl. ab 2013 ein revival erleben. 16

17 Politik muss Prioritäten setzen Wohin will die Politik? - Wettbewerb vs. - Klimaschutz vs. - Datenschutz vs. - Unbundling vs. - Smart Grids => Alles gleichzeitig wird nicht funktionieren, daher Schwerpunktsetzung erforderlich 17

18 Vision: Smart Grid I 18

19 Vision: Smart Grid II 19

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