Wie eine Mediation beginnen könnte
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- Helmuth Geisler
- vor 9 Jahren
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1 Wie eine Mediation beginnen könnte Rechtsanwalt und Mediator: Guten Tag, Frau A, guten Tag, Herr A, bitte nehmen Sie Platz! Was ist Ihr Anliegen? Frau A: Wir brauchen Ihre Hilfe in einer schwierigen Situation. Mein Mann ist nach zehn Jahren Ehe aus unserer Wohnung ausgezogen. Ich habe die Kinder erzogen und nicht gearbeitet. Jetzt hat mein Mann eine neue Freundin, und ich weiß nicht, wie es weitergehen soll.wie eine Mediation beginnen könnteerstgespräch Herr A: Ich weiß auch nicht, wie es weitergehen soll. Ich konnte zu Hause nicht mehr leben. Rechtsanwalt und Mediator: Ich habe verstanden, dass Sie sich getrennt haben. Sie benötigen nun Hilfe und Unterstützung bei den Problemen, die sich aus der Trennung ergeben haben. Sie sind gemeinsam gekommen. Daraus schließe ich, dass Sie sich darin einig sind, diese Probleme gemeinsam anzugehen und mit Hilfe eines Dritten zu lösen. Ich erlebe Sie beide trotz Ihrer derzeitigen Lebenskrise klar und selbstbewusst. Deshalb möchte ich Ihnen ein Verfahren, die Mediation, vorstellen, in dem ich Sie unterstützen kann, eine Regelung der Folgen Ihrer Trennung miteinander zu erarbeiten. Ich übe in meiner Praxis zwei Tätigkeiten aus. Ich bin Rechtsanwalt und Mediator. Ich kann allerdings für Sie entweder als Anwalt nur einen von Ihnen beiden vertreten oder als Mediator für Sie beide tätig werden. Beide Tätigkeiten schließen sich aus. Wenn Sie mich als Anwalt beauftragt haben, kann ich nicht mehr für Sie als Mediator tätig sein. Gleiches gilt umgekehrt. Wenn Sie mich als Mediator beauftragt haben, kann ich nicht mehr als Anwalt einen von Ihnen beiden vertreten. Bevor Sie mir Ihre konkrete Situation schildern, möchte ich Ihnen unterschiedliche Möglichkeiten vorstellen, wie ich behilflich sein könnte. Danach können Sie entscheiden, welchen Weg Sie gehen wollen, um eine Lösung für Ihre schwierige Situation zu finden. Sind Sie mit dieser Vorgehensweise einverstanden? Ja! Der Rechtsanwalt, der auch Mediator ist, erläutert den Eheleuten unterschiedliche Verfahren der Konfliktbearbeitung und erklärt ihnen die Zielsetzungen von Gerichtsverfahren, anwaltlicher Verhandlung, Mediation und Therapie. Hierbei nimmt er eine erste 1
2 Wie eine Mediation beginnen könnte Einschätzung vor, inwieweit das Verfahren der Mediation gerade für dieses Konfliktpaar geeignet erscheint. Mediation ist dann geeignet, wenn die Konfliktpartner in der Lage sind, für sich selbst zu sprechen und sich in gemeinsamen Gesprächen mit dem anderen Konfliktpartner konstruktiv auf den Verhandlungsprozess einzulassen. Mediation ist ferner geeignet, wenn jeder Konfliktpartner weiß, was er will, und bereit ist, die Verantwortung für seine Entscheidung zu übernehmen. Die Konfliktpartner müssen vor allem die Prinzipien der Mediation respektieren und auch umsetzen. Beides müssen sie sowohl wollen als auch können. Stellt sich bei näherer Befragung der Konfliktpartner heraus, dass sie beide oder auch nur einer von ihnen eines dieser Kriterien nicht erfüllen, dann ist anwaltliche Vertretung geboten. Mediation ist in der Regel bei Gewaltanwendung und schweren psychischen Erkrankungen nicht geeignet. Geht es den Konfliktpartnern um die Aufarbeitung seelischer Konflikte, so sollte ihnen eine Therapie vorgeschlagen werden. 2
3 I. Die Prinzipien der Mediation und typische Praxisprobleme mit Fallbeispielen A. Überblick: Die Prinzipien der Mediation Offenheit und Informiertheit: Die Konfliktpartner legen alle Informationen, Tatsachen und Belege, die für die Mediation erheblich sind, offen.prinzipien der Mediation Neutralität und Allparteilichkeit: Der Mediator steht in der Mitte zwischen den Konfliktpartnern. Er vertritt keinen der Konfliktpartner parteilich gerichtlich oder außergerichtlich gegen den anderen. Schweigepflicht und Zeugnisverweigerungsrecht: Die Medianten und der Mediator verpflichten sich zur Verschwiegenheit. Der Mediator steht nicht als Zeuge zur Verfügung. Eigenverantwortung/Autonomie: Die Konfliktpartner nehmen im Mediationsprozess ihre Interessen und Bedürfnisse selbst wahr und vertreten sie angemessen. Freiwilligkeit: Die Konfliktpartner beginnen das Verfahren freiwillig und können es in jeder Lage des Verfahrens wieder beenden. Das Recht in der Mediation: Die Konfliktpartner lassen sich spätestens vor der Unterzeichnung der Vereinbarung parteilich rechtlich beraten. 3
4 kennen.offenheit und Informiertheit B. Offenheit und Informiertheit 1. Allgemeine Ausführungen Das Ziel der Trennungs- und Scheidungsmediation ist ein Vertrag. In diesem Vertrag regeln die Medianten die Probleme, die anlässlich der Trennung entstanden sind. Der Trennungs- und Scheidungsfolgenvertrag soll den wechselseitigen Bedürfnissen und Interessen der Parteien entsprechen. Die Konfliktparteien sollen auf die Wirksamkeit dieses Vertrages vertrauen dürfen. Um einen solchen Vertrag mit fairen Lösungen erarbeiten zu können, bedarf es der Offenlegung aller entscheidungserheblichen Fakten. Der Mediator achtet darauf, dass beide Konfliktpartner informiert sind und die Informationen offen legen. Hierzu gehören die Auskünfte über die Einkünfte und das Vermögen. Außerdem kann es wichtig sein, Pläne, Wünsche und Hoffnungen für die Zukunft zu Mit Gary Friedman unterscheiden wir zwischen,,weichen und,,harten Informationen 1. Bei den,,harten Informationen handelt es sich um Zahlen, die sich auf die Einkünfte und das Vermögen beziehen.,,weiche Informationen sind solche über Pläne, Wünsche, Ängste und Hoffnungen, die das zukünftige Leben betreffen und für die Entscheidungen im Mediationsverfahren von Bedeutung sind. Der Unterschied zwischen den,,harten und den,,weichen Informationen liegt darin, dass die Konfliktpartner die,,harten Informationen überprüfen können, während bei den,,weichen Informationen eine Überprüfung nicht möglich ist. Die Konfliktpartner vereinbaren in dem Eingangsvertrag Offenheit und Offenlegung. Siehe Muster Seite 225 ff. 4 1 Friedman, Die Scheidungsmediation, Seite 33.
5 2. Typische Probleme mit Fallbeispielen Offenheit und Informiertheit Nr. 1: Die fehlende Offenheit Familien- und Sozialdaten: Ehepaar A: er: 46 Jahre, Beruf: Architekt mit eigenem Büro, Einkommen: DM netto, sie: 35 Jahre, Beruf: Tänzerin, englische Staatsangehörige, kein Einkommen, verheiratet seit 2 Jahren, noch nicht getrennt lebend; Kinder: Maria 4 Jahre, Bill 8 Jahre alt Themenbereiche der Mediation: Das Ehepaar möchte in der Mediation die Themen Kindes- und Ehegattenunterhalt und das Besuchsrecht für die Kinder regeln. Sachverhalt und Konfliktsituation: Frau A wünscht die Trennung, die noch nicht vollzogen ist. Verlauf der Mediation: Der Mediator erläutert die Grundprinzipien der Mediation. Doch bereits jetzt bezweifelt Frau A, dass sich ihr Mann an das Prinzip der Offenheit halten wird. Sie glaubt nicht, dass er über die Einkünfte Auskunft geben und diese belegen wird. Wegen des mangelnden Vertrauens legt der Mediator bei der Eingangsvereinbarung sehr großen Wert auf das Thema Offenheit und Informiertheit. Herr A ist damit einverstanden, alle relevanten Zahlen über sein Einkommen in überprüfbarer Weise vorzulegen. Er versteht das Misstrauen seiner Frau überhaupt nicht. Herr A: Ich weiß gar nicht, wie du mir so misstrauen kannst. Das verletzt mich. Ich habe dich nie im Unklaren über unsere Einkommens- und Vermögenssituation gelassen. Du weißt, dass ich sehr gut verdiene. Du weißt auch, dass alle Zahlen von unserem Steuerberater erstellt werden und ich darauf gar keinen Einfluss nehme. Du kennst auch den Steuerberater gut und weißt, dass er keine Manipulationen vornehmen würde. Ich 5
6 Prinzipien der Mediation verspreche hiermit nochmals, dass ich alle Zahlen auf den Tisch legen werde und auch bereit bin, alle Zahlen von neutralen Dritten überprüfen zu lassen. Der Mediator: Frau A, reicht Ihnen dieses Versprechen Ihres Mannes oder benötigen Sie noch mehr Sicherheiten? Frau A: Wir können beginnen. Wir werden ja dann sehen, wenn die Zahlen da sind, ob sie korrekt sind. Der Mediator überreicht sodann formularmäßige Listen über die Einkünfte, Ausgaben und das Vermögen; siehe Muster Seiten 234 ff. Sie sollen zu Hause erarbeitet werden. Die Medianten wollen mit Hilfe dieser Listen die Daten zusammentragen, um den jeweiligen Bedarf bestimmen zu können. In der zweiten Sitzung zeigt sich, dass Herr A im Monat 3500 DM benötigt. Frau A gibt an, mit der Erstellung der Liste Probleme zu haben. Frau A: Ich kann das alles gar nicht genau berechnen. Ich weiß ja noch nicht einmal, wie hoch meine Miete sein wird. Ich kann mich doch jetzt noch nicht festlegen. Vielleicht benötige ich ja mehr. Frau A fängt an zu weinen, wirkt aber gleichzeitig sehr wütend und enttäuscht. Herr A: Dann sag doch einfach, was du maximal zu benötigen meinst. Wir können doch darüber reden. Wenn ich merke, dass das alles ehrlich gemeint ist, dann werden wir uns schon einigen. Die Zahlen des Herrn A ergeben ein monatliches Einkommen in einer Größenordnung von DM. Hierbei hat er schon alle Ausgaben wie Steuern, Krankenversicherung und Altersvorsorge berücksichtigt. Dieser Betrag steht für den Unterhalt der Familie zur Verfügung. Die Sitzung vergeht damit, dass Frau A die Zahlen sehr genau kontrolliert. Mehrmals fragt sie einzelne Details nach. Für die nächste Stunde verspricht Frau A, ihre Bedarfsbeträge zu ermitteln. In der dritten Mediationssitzung hat Frau A hat wieder den Bedarfsbogen nicht ausgefüllt. Herr A ist wütend. 6
7 Offenheit und Informiertheit Frau A: Ich kann es nicht ausrechnen. Es ist sicherlich mehr als 6500 DM. Wahrscheinlich benötige ich wenigstens DM. Herr A: Aber wie sollen wir denn dann hier weiterkommen? Wie sollen wir einen Unterhaltsbetrag finden, wenn du nicht sagst, wie viel du benötigst? Wir versuchen es jetzt gemeinsam. Frau A: Das kann ich nur allein. Du wirst es ohnehin nicht zahlen wollen. Die Mediation befindet sich in einer Sackgasse. Der Mediator hat den Eindruck, dass sich die Konfliktpartner im Kreis bewegen. Der Prozess ist blockiert. TIPP: Blockaden Ziehen Sie Resümee. Es ist sehr hilfreich, dass Sie immer dann, wenn der Prozess stockt, für sich überlegen, was genau den Mediationsprozess stört. Behalten Sie Ihre Fragen nicht für sich. Stellen Sie diese Fragen den Medianten. Der Mediator stellt sich folgende Fragen: Frau A hat in der ersten Sitzung ihr Misstrauen geäußert, ob ihr Mann sein Einkommen offen legen würde. Sie befürchtet weiter, dass er nicht die Zahlungen erbringen würde, die sie für sich und die Kinder benötigt. Nun hat sich herausgestellt, dass Herr A alle Zahlen offen gelegt hat. Die Zahlen sind überprüfbar. Es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass sie nicht korrekt sind. Herr A signalisiert auch, dass er ihren Bedarf finanzieren würde. Frau A weigert sich, die Höhe ihres Bedarfs zu benennen. Sie blockiert damit den Fortgang der Mediation. Warum tut sie das? Eigentlich müsste es doch ihr Interesse sein, möglichst bald zu wissen, was sie finanziell zur Verfügung haben wird. Wie soll sie sonst ihr Leben planen? Könnte es sein, dass sie einerseits die Trennung will, sie aber dennoch verhindert? Könnte es sein, dass sie die Trennung gar nicht mehr will? Mediator: Frau A, Herr A, ich habe das Gefühl, dass der Mediationsprozess stockt. Habe ich Ihr Einverständnis zu rekapitulieren, was aus meiner Sicht bislang geschehen ist? Beide geben ihr Einverständnis. 7
8 Prinzipien der Mediation Mediator: Frau A, Sie haben in der ersten Sitzung Ihre Befürchtung zum Ausdruck gebracht, dass Ihr Mann nicht offen und ehrlich die Zahlen über sein Einkommen offen legen und weniger Unterhalt zahlen wird, als Sie mit den Kindern benötigen. Inzwischen haben Sie, Herr A, die vollständigen Einnahmen- und Überschussrechnungen nebst Anlagen und Kontennachweisen, die Steuererklärungen und Steuerbescheide der letzten drei Jahre vorgelegt. Sie haben alle weiteren notwendigen Ausgaben wie Krankenversicherung, Altersvorsorge und Versicherungen belegt. Damit sind Sie Ihren Verpflichtungen nachgekommen. Sie, Frau A, haben bislang ihren Bedarf noch nicht berechnen können. Sie wissen noch nicht genau, was Sie brauchen werden. Sie benötigen dieses Wissen jedoch, um eine Vereinbarung treffen zu können, die Ihren Interessen gerecht wird. Mich interessiert, Frau A, was genau Sie daran hindert, Ihren Bedarf zu berechnen. Sie, Frau A, haben den Wunsch geäußert, dass Sie sich von Ihrem Mann trennen wollen. Sie haben erklärt, eine Vereinbarung über die Folgen Ihrer Trennung treffen zu wollen. Sie können eine Vereinbarung aber nur treffen, wenn Sie wissen, was Sie konkret benötigen. Was hindert Sie daran? Ich frage mich, was Sie wirklich wollen. Frau A: Muss ich Ihnen sagen, was ich will? Mediator: Sie müssen mir nicht sagen, was Sie wollen. Es könnte Ihnen aber beiden in der Mediation helfen, eine befriedigende Lösung zu finden, wenn Sie beide alle relevanten, konkreten Informationen offen legen. Sie haben beide zu Beginn der Mediation Offenheit und Informiertheit vereinbart. Zu dieser Offenheit gehören nicht nur die Zahlen. Zur Offenheit gehören auch die Informationen über Ihre Lebenspläne. Wie und wo wollen Sie mit den Kindern leben? Wollen Sie arbeiten, und wenn ja, was wollen Sie tun? Wir sprechen bei Offenheit von den,,harten und den,,weichen Fakten. Die,,harten Fakten sind die Zahlen, und die,,weichen sind die Pläne für die Zukunft, die Wünsche und die Vorstellungen. Frau A: Mir war nicht klar, dass Sie das unter Offenheit verstehen. Ich dachte nur an die Zahlen. Herr A: Das war mir auch nicht klar. Mediator: Ich habe wohl versäumt, bei der Erläuterung des Mediationsverfahrens darauf hinzuweisen, dass zur Offenheit und Informiertheit auch die Offenheit über eben diese,,weichen Fakten gehört. Es stellt sich nun 8
9 Offenheit und Informiertheit die Frage, ob Sie sich beide darauf verständigen können, dass nicht nur die Zahlen über das Einkommen offen gelegt werden, sondern auch Ihre Absichten und Pläne für die Zukunft. TIPP: Der Mediator hat etwas übersehen. Wenn Sie merken, dass Sie in einer früheren Phase etwas übersehen haben, scheuen Sie sich nicht, dies einzugestehen. Es ist kein Problem, mit den Konfliktpartnern wieder in frühere Phasen der Mediation zurückzugehen. Herr A: Ich denke, dass es ohne diese Offenheit nicht geht. Ich bin bereit, auch hier zu versprechen, dass ich mich daran halten werde. Mediator: Frau A, wie denken Sie darüber? Frau A fängt jetzt verzweifelt an zu weinen. Herr A: Sag bitte, was du wirklich willst, was sind deine Pläne? Es dauert eine Weile, bis sich Frau A wieder so weit gefangen hat, dass sie überhaupt reden kann. TIPP: Spannung aushalten Haben Sie Geduld und halten Sie die Spannung aus. Vermeiden Sie, weinende Klienten zu trösten oder einen Kommentar abzugeben. Sagen Sie nichts! Frau A: Ich will wieder nach England. Ich habe hier keine Chance. Ich möchte wieder in meinen Beruf. Hier kenne ich niemanden. Ich möchte für mich selbst sorgen können, zumindest in absehbarer Zeit. Ich will dir und den Kindern aber nicht weh tun. Ich will sie dir nicht nehmen. Aber sie brauchen mich auch. Ich weiß keinen Ausweg, aber ich weiß, dass ich gehen werde, und ich weiß auch, dass ich die Kinder mitnehmen werde. Herr A: Das habe ich gespürt und befürchtet. Deshalb wollte ich die Trennung nicht. Auch Herr A weint jetzt. Herr A: Ist es dein fester Entschluss, tatsächlich nach England zu gehen? 9
10 Prinzipien der Mediation Frau A: Ja. Herr A: Gut, dass es jetzt heraus ist, ich habe es ohnehin befürchtet. Die Unsicherheit hat mich ganz krank gemacht. Ich brauche jetzt Zeit, um darüber nachzudenken. Das Ehepaar A kommt nach zwei Monaten wieder. Frau A hat inzwischen sowohl eine Wohnung in England gefunden als auch Aussicht auf Arbeit. Sie sind sich einig, dass die Kinder in allen Ferien zum Vater und auch er sehr häufig nach England zu Besuch fahren werden. Nachdem Frau A festgestellt hat, was sie und die Kinder in England zum Leben benötigen, treffen sie eine Vereinbarung über den Unterhalt, die Reise- und Telefonkosten. Resümee Mangelnde Offenheit über Zukunftspläne der Konfliktpartner blockiert den Mediationsprozess. Der Mediator hat in der ersten Phase der Mediation bei der Erläuterung des Verfahrens und der Bedeutung von Offenheit und Informiertheit versäumt, über die unterschiedlichen Arten von Offenheit zu informieren: die Offenheit über Einkommen und Vermögen (,,harte Informationen) und die Offenheit über Lebenspläne und Wünsche (,,weiche Informationen). Der Mediator geht deshalb mit den Konfliktpartnern in die erste Phase der Mediation zurück und erläutert die Bedeutung, die harten und weichen Informationen offen zu legen. Dadurch kann der Mediator die Blockade durchbrechen und den Mediationsprozess fortführen. 10
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