TEIL 13: DIE LINEARE REGRESSION
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- Ida Holst
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1 TEIL 13: DIE LINEARE REGRESSION Dozent: Dawid Bekalarczyk
2 GLIEDERUNG Dozent: Dawid Bekalarczyk Lineare Regression Grundlagen Prognosen / Schätzungen Verbindung zwischen Prognose und Zusammenhang zwischen zwei Variablen Die Regressionsgerade Bestimmung der Güte der Anpassung durch eine Regressionsgerade der Determinationskoeffizient
3 Lineare Regression Grundlagen Die lineare Regression ist ebenfalls den bivariaten Verfahren für metrische Daten zuzuordnen Sie hat einen Sonderstatus, da sie nicht bloß eine einfache Maßzahl darstellt, sondern ein komplexeres Verfahren bzw. die Realisierung eines Modells ist: Es wird eine Verbindung zwischen den Phänomenen Zusammenhang zwischen zwei Variablen und Prognose / Schätzung der Werte einer Variablen hergestellt Es werden gerichtete Beziehungen betrachtet; so stellt X die unabhängige Variable (angenommene Ursache) und Y die abhängige Variable (angenommene Wirkung) dar Somit lassen sich gerichtete Hypothesen der Art X Y testen
4 Prognosen / Schätzungen Eine Schätzung / Prognose in der Statistik beschäftigt sich allgemein mit der Frage, welche Merkmalsausprägung einer bestimmten Variablen einem (zufällig gewählten) Objekt zugeordnet werden soll o Beispiel: Es soll das Einkommen einer Person geschätzt werden, die man zufällig in der Stadt trifft Liegen keine weiteren Informationen über die Person vor, so muss sich die Prognose auf das beschränken, was über die eigentliche Variable (hier im Beispiel: das Einkommen) gewusst wird: Prognosen anhand univariater Verteilungen Der beste Wert der Verteilung einer Variablen, der zur Prognose hinzugezogen werden kann, ist der Mittelwert (hier im Beispiel: das Durchschnittseinkommen; wir würden also behaupten, dass das Einkommen der zufällig getroffenen Person dem Durchschnittseinkommen entspricht) Je größer aber die Streuung einer Variablen, umso schlechter eignet sich der Mittelwert zur Vorhersage bzw. umso größer ist die Gefahr, dass man sich stark verschätzt
5 Visualisierung des Beispiels Einkommen einer Person : Prognosen können verbessert werden, wenn Informationen über ein weiteres Merkmal X hinzugezogen werden (wissen wir z.b., welchen Beruf die Person ausübt, dann können wir u.u. eine bessere Schätzung des Einkommens abgeben) Es wird hierbei unterstellt, dass zwischen X und Y ein linearer Zusammenhang besteht
6 Verbindung zwischen Prognose und Zusammenhang zwischen zwei Variablen Je stärker X und Y miteinander linear zusammenhängen, umso besser ist X geeignet, um die Werte von Y vorauszusagen Die Vorhersagewerte sind hierbei die Y-Werte der sog. Regressionsgeraden: ŷ (y-dach)
7 Die Regressionsgerade Die Gerade, welche sich einer bivariaten Punktewolke am besten anpasst Je stärker der Zusammenhang zwischen X und Y umso weniger weichen im Schnitt die tatsächlichen Y-Werte von der Regressionsgeraden (bzw. von den y-dach-werten) ab Bestimmung der Parameter der Regressionsgeraden: Es lassen sich nach Augenmaß viele passende Geraden durch eine Punktewolke legen Doch es gibt nur eine Gerade, welche mathematisch gesehen die beste Anpassung an die Punktewolke liefert Die Regressionsgerade Allgemein: Eine Gerade ist eindeutig bestimmt, wenn die Steigung ( b ) und der y- Achsenabschnitt ( a ) bekannt ist a lässt sich wiederum berechnen, wenn Steigung und ein Punkt der Geraden bekannt sind
8 Geraden-Formel: Kriterium zur Bestimmung der besten Anpassung einer Geraden an eine Punktewolke: Die Summe 1 der Abweichungen zwischen den echten und den vorhergesagten Y-Werten soll minimal sein (damit alle Abweichungen positiv sind, werden sie quadriert) Wird im nächsten Schritt ŷy mit dem Ausdruck der Geradengleichung ersetzt, ergibt sich: Dieser Ausdruck lässt sich nun nach b ableiten und somit kann rechnerisch eine eindeutige Größe bestimmt werden,, welche das Kriterium zur besten Anpassung einer Geraden an ei- ne Punktewolke erfüllt: 1 Die Summe bezieht sich hierbei auf die Objekte; so entspricht die Zahl der Summanden der Zahl der Objekte
9 b steht für die Steigung der Geraden, besagt somit, wie sich der Schätzwert von Y ändert, wenn X um eine Einheit steigt b ist unstandardisiert und somit nicht geeignet zur Beurteilung der Vorhersagekraft der Regressionsgeraden Bestimmung von a : Ferner soll eine Regressionsgerade durch den Schwerpunkt der Verteilung gehen Der Schwerpunkt setzt sich aus den beiden Mittelwerten zusammen, ist also der Punkt: P ( X Y) Damit ist auch ein Punkt der Geraden bekannt; ; werden die Koordinaten in die Geradenglei- chung eingesetzt, lässt sich a bestimmen: a steht für den y-achsenabschnitt und besagt somit, welchen geschätzten Wert Y an- nimmt, wenn X gleich 0 ist
10 Allgemeine Anmerkungen: Es lässt sich durch jede Punktewolke eine Regressionsgerade legen; diese Gerade ist immer die beste Gerade, die sich an diese Punktewolke anpassen lässt Wenn aber keine oder nur eine schwache Beziehung zwischen X und Y besteht, dann vermag auch die Regressionsgerade die Schätzung der Y-Werte kaum zu verbessern:
11 Bestimmung der Güte der Anpassung durch eine Regressionsgerade der Determinationskoeffizient In der Regressionsanalyse werden gerichtete Zusammenhänge zwischen X und Y angenommen; dies lässt sich unterschiedlich ausdrücken: o X beeinflusst Y, also ist X die Ursache für Y o Mit Hilfe von X lassen sich die Y-Werte besser vorhersagen o X kann einen gewissen Anteil an der Varianz von Y erklären Der letzte Satz setzt die Idee um, dass es Gründe geben muss, warum die Werte von Variablen mehr oder weniger streuen Diese Gründe werden in der Regressionsanalyse durch unabhängige X-Variablen formalisiert, von denen man annimmt, dass sie z.t. für die Streuung einer Variablen Y verantwortlich sind o Beispiel: Unterschiedliche Schulnoten (Y) lassen sich z.t. durch die unterschiedliche Lernmotivation der Schulkinder (X) erklären
12 Weitere Beispiele für Fragestellungen, welche sich auf die Varianz interessanter abhängiger Variablen beziehen: Warum gibt es unterschiedliche Einkommen? Warum gibt es derartige Leistungsunterschiede zwischen Schulkindern? Warum gibt es Unterschiede in dem Ausmaß der Integration von Migranten? Warum erkranken manche Leute an einer bestimmten Krankheit und die anderen wiederum nicht? Funktionsweise des Determinationskoeffizienten: Das Ausmaß, mit dem X die Streuung von Y erklären kann, lässt sich mathematisch quantifizieren mit Hilfe des Determinationskoeffizienten Der Determinationskoeffizient wird definiert als der Anteil der erklärten Varianz an der Gesamtvarianz von Y
13 Die Gesamtvarianz von Y: Die Erklärte Varianz von Y Die Nicht-Erklärte Varianz von Y:
14 Visualisierung der Aufsplittung der Gesamtvarianz von Y an nur einer Person: ( y i ŷ i ) ( ŷ y ) i i
15 Formel des Determinationskoeffizienten: Diese Maßzahl setzt die erklärte Varianz in Relation zur Gesamtvarianz Sie drückt aus, wie groß der Anteil der erklärten Varianz an der Gesamtvarianz ist Sie bewegt sich immer zwischen 0 und 1,, da die Erklärte Varianz nur ein Bestandteil der Ge- samtvarianz ist Wird das Ergebnis mit 100 multipliziert, so lässt sich der neue Wert prozentual deuten; so besagt bspw. ein Wert von 0,74, dass 74% der Varianz von Y durch das Hinzuziehen von X erklärt werden kann Ist der Wert 1,, dann entspricht die Erklärte rte Varianz der Gesamtvarianz; es bleibt kein Rest, alle Punkte liegen exakt auf der Regressionsgeraden und es besteht ein perfekter linearer Zu- sammenhang zwischen X und Y; X kann die gesamte Streuung von Y aufklären Der Determinationskoeffizient lässt sich leicht aus dem Korrelationskoeffizienten berechnen, indem dieser quadriert wird
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