Programmsteuerung. Mittel zur Programmverzweigung:
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- Albert Schumacher
- vor 9 Jahren
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1 Programmsteuerung Mittel zur Programmverzweigung: GOTO Anweisung: Unbedingtes GOTO: GOTO L (L=Labelnummer) Bedingtes GOTO (Finger weg!): GOTO(L1,L2, ) I (L1,L2, =Labelnummer, I: Integervariable, die angibt, welche Labelnummer verwendet wird) IF Anweisung: Logisches IF: IF (<logischer Ausdruck>) <Statement> (Statement kann jede ausführbare Anweisung sein außer IF, DO, ELSE, ELSE IF, IF, ), zb: IF(AGT10) B=30 Arithmetisches IF (Finger weg!): IF(<arithmetischer Ausdruck>) L1,L2,L3 1
2 Block IF Anweisung: einfachste Form: IF(<logischer Ausdruck>) THEN IF ELSE Anweisung: IF(<logischer Ausdruck>) THEN ELSE IF Verschachtelung mit ELSE oder ELSE IF, zb: IF(<logischer Ausdruck>) THEN ELSE IF(<logischer Ausdruck>) THEN ELSE IF IF 2
3 nur ineinander schachteln! Einrückungen für Übersichtlichkeit Beispiel: IF(AGT10) THEN X = 3*Y + 2 ELSE IF(BGT0) THEN Z = 35 X = 20 ELSE X = 30 IF IF oder (ELSE IF Konstruktion) IF(AGT10) THEN X = 3*Y + 2 ELSE IF(BGT0) THEN Z = 35 X = 20 ELSE X = 30 IF 3
4 DO Schleifen DO L I=M1,M2,M3 (L=Labelnummer, I=Schleifenindex, M1=Startwert, M2=Endwert, M3=Schrittweite (Default=1)) I,M1,M2,M3 sollen/dürfen in der Schleife nicht verändert werden Letzte Anweisung muß ausführbar sein, dh nicht: DO, GOTO, PAUSE, RETURN, arithm IF, Block IF, ELSE IF, ELSE, IF, In der Schleife darf kein RETURN auftreten CONTINUE als letzte Anwei- Empfehlung 1: sung einer Schleife Empfehlung 2: INTEGER Variable als Schleifenindex (reelle Zahlen möglich, aber loop Länge hängt von interner Rechengenauigkeit ab!) Beispiel: DO 100 I=1,15 J = 3 + I 100 CONTINUE 4
5 Alternative Form der DO-Schleife Kein Standard in FORTRAN77, erst in FORTRAN90 Standard! DO I=M1,M2,M3 DO Beispiel: DO I=1,15 J = 3 + I DO 5
6 Nützliche Iterationen In anderen Programmiersprachen wie PASCAL gibt es nützliche Konstrukte wie DO WHILE und DO UNTIL Iterationen, die in FORTRAN77 nicht zur Verfügung stehen, daher: DO WHILE in FORTRAN77: N = IF(NLT1000) THEN N = 2 * N J = J + 1 GOTO 100 IF DO UNTIL in FORTRAN77: N = CONTINUE N = N / 2 J = J + 1 IF(NNE1) GOTO 100 Initialisierung nicht vergessen ( Endlos Schleife!) 6
7 Kommentare Kommentare beginnen in der ersten Spalte: C Dies ist ein Kommentar Beim Kommentieren sollte man folgendes beachten: Übersichtliche, ausgewogene und strukturierte Kommentare im header eines Programmsegments: Zweck der Routine Hinweis auf Methode/Algorithmus Ein und Ausgabeparameter Besonderheiten Autoren bzw Entwicklungs geschichte, Version, Datum im Rumpfteil Gliederung logisch gekoppelter Abschnitte algorithmische Hinweise Unterprogrammaufrufe, komplizierte Funktionen nicht Überkommentieren! 7
8 PROGRAM TEST A= B=1 C=1 N=1 10 CONTINUE F=B+C E=ABS(F-B) WRITE(*,*) N =,N, N=N+1 B=F C=C/FLOAT(N) IF (EGTA) GOTO 10 F=,F 8
9 Indizierte Variable (Felder) Vektoren, Matrizen o ä können mit Feldern (array) dargestellt werden Deklaration: REAL A DIMENSION A(N) Besser: REAL A(N) (Indexbereich von 1 bis N) oder REAL A(M:N) (M N: Bereich erlaubter Indices) Index Bereich darf negativ sein bis zu 7 Indices erlaubt (Empfehlung: nicht mehr als 3 Indices) REAL A(M,N) (1 Index von 1 bis M, 2 Index von 1 bis N) Darstellung im Speicher: eindimensional, seriell Der am weitesten links stehende Index läuft am schnellsten (bei C gerade umgekehrt!) 9
10 Indices dürfen aus einfachen arithmetischen Berechnungen (*,+,-) bestehen Überschreiten der Indices führt normalerweise zu keiner Fehlermeldung! Kontrolle durch Programm(iererIn)! (aber: sog array bound checking häufig als Compiler Option vorhanden) keine Vektornotation (zb a=0) Beispiele: 1 REAL A(6),B(-3:5),C(-1:1,2:5) 2 PARAMETER(NMAX=1000) REAL A(NMAX),B(NMAX,NMAX+1) 3 X = A(5*I+3) 10
11 Programmsegmente Programmsegmente können nacheinander in einem File stehen oder auf mehrere Files verteilt werden, die vom Compiler einzeln bearbeitet werden 1 HAUPTPROGRAMM PROGRAM name 2 UNTERPROGRAMM SUBROUTINE name (<Parameterliste>) <Deklarationsteil> <Anweisungsteil> RETURN Parameterliste darf leer sein Beispiel: SUBROUTINE UNTER(X,Y,Z) oder SUBROUTINE SUB1 11
12 Aufruf des Unterprogramms: CALL <Unterprogrammname>(<Parameterliste>) zb oder CALL UNTER(A,B,C) CALL SUB1 Unterprogramm darf weitere Unterprogramme aufrufen keine rekursiven Aufrufe (in FORTRAN90 gibt es die Möglichkeit rekursive Funktionen zu definieren) In verschiedenen Segmenten dürfen gleiche Namen für unterschiedliche Variable benutzt werden (lokale Variable) Weiterreichen von Variablen erfolgt entweder durch Parameterliste oder über COMMON Block 12
13 Beispiel: A = 55 B = 32 CALL SUB(A,B,C) C********************************* SUBROUTINE SUB(X,Y,Z) REAL X,Y,Z Z = X * Y A,B,C sind aktuelle Parameter X,Y,Z sind formale Parameter, dh sie belegen keinen Speicherplatz 13
14 Bemerkungen zu den Übergabeparametern 1 Variable werden im call by reference Verfahren übergeben, dh es wird nur die Speicheradresse, nicht aber der Variablenwert weitergegeben (sog call by value) Übergeben werden dürfen Variable und Konstanten; letztere dürfen aber KEINESFALLS im Unterprogramm verändert werden (wird nicht vom Compiler überprüft!) Auch Zahlen dürfen direkt in der Parameterliste übergeben werden ( Konstante) FORTRAN überprüft nicht, ob die übergebenen Variablen den im Unterprogramm deklarierten und erwarteten Variablentyp entsprechen(feature oder bug?!) ProgrammiererIn muß selbst Konsistenz der Übergabeliste sicherstellen! (häufigste ernsthafte Fehlerquelle, kryptische Ergebnisse!) Empfehlung: keine Zahlen in CALL Aufruf, explizites Prüfen der Variablenliste auf Konsistenz 14
15 3 FUNKTION <Funktionstyp> FUNCTION name(<parameterliste>) name = Parameterliste darf nicht leer sein (dummy Argument darf aber übergeben werden) Parameter wird wie bei SUBROUTINE übergeben (call by reference) Funktionstypen: REAL, INTEGER, LOGICAL, DOUBLE PRECISION, CHARACTER, COM- PLEX (ansonsten gilt die implizite Typvereinbarung) Dem Funktionsnamen muß innerhalb der Funktion ein Wert zugewiesen werden Benutzerdefinierte Funktionen müssen im rufenden Programm deklariert werden Beispiel: DOUBLE PRECISION FUNCTION F1(X) DOUBLE PRECISION X F1 = X**2 R E T U R N 15
16 vordefinierte (intrinsische) Funktionen Wurzel: SQRT(X) Exponentialfunktion: Betrag: ABS(X) EXP(X) Vorzeichen: SIGN(X,Y) = sgn(y) * X Maximum/Minimum: MAX(X,Y), MIN(X,Y) ganzzahliger Rest bei Division: natürlicher Logarithmus: LOG(X) dekadischer Logarithmus: LOG10(X) trigonometrische Funktionen, zb MOD(X,Y) SIN(X) zugehörige Umkehrfunktionen, zb ACOS(X) (Besonderheit: auch quadrantengerechter Arcustangens: ATAN2(Y,X)) Hyperbelfunktionen, zb SINH(X) (aber nicht die zugehörigen Umkehrfunktionen!) Typkonversion: REAL(I), DBLE(I), INT(X), NINT(X), + maschinen abhängige Funktionen (zb CPU Zeit, Datum, weitere Funktionen etc) 16
17 4 COMMON BLOCK COMMON /<COMMON-Block-Name>/ <Variablenliste> COMMON Blöcke gestatten gemeinsamen Zugriff unterschiedlicher Programmsegmente auf gleiche Speicherbereiche ( eine weitere Variante Variablen auszutauschen ) COMMON Block muß im Deklarationsteil eines Segments stehen COMMON Block ist ein eigenständiges Segment, das im Kernspeicher hinter dem Segment steht, in dem er das erste Mal vorkommt FORTRAN überprüft nicht die Konsistenz der COMMON Blöcke in verschiedenen Segmenten ProgrammiererIn muß selbst Konsistenz der COMMON Blöcke, dh der in ihnen definierten Variablen, sicherstellen! ( schöne Quelle für unauffindbare Fehler!) 17
18 Beispiel: PROGRAM PROG1 DOUBLE PRECISION X COMMON /PARA/ X CALL SUB1 WRITE(6,*) X C**************************************** SUBROUTINE SUB1 DOUBLE PRECISION X COMMON /PARA/ X X=4D0 1 Empfehlung: Bei Änderungen an einem COMMON Block SOFORT alle anderen Stellen, an denen er auftritt, ebenfalls aktualisieren 2 Empfehlung: NIEMALS unterschiedliche Variablentypen verwenden oder Reihenfolge der COMMON Block Variablen ändern 3 Empfehlung: Verwendung von INCLUDE Files 18
19 INCLUDE Files INCLUDE Files können an beliebiger Stelle im Programm eingefügt werden (allerdings Nicht Standard FORTRAN77) INCLUDE Files enthalten typischerweise alle relevanten Deklarationen und COMMON Blöcke, zb File prog1f PROGRAM PROG1 INCLUDE prog1inc CALL SUB1 WRITE(6,*) X C**************************************** SUBROUTINE SUB1 INCLUDE prog1inc X=4D0 File prog1inc DOUBLE PRECISION X COMMON /PARA/ x 19
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