Landessortenversuche 2011

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1 Landessortenversuche 2011 Ökologischer Landbau Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 1

2 Inhalt Seite 1 Einleitung 3 2 Standorte 3 3 Getreide Winterroggen Wintertriticale Winterweizen Sommergerste Hafer Sommerweizen 26 4 Körnerleguminosen Körnerfuttererbsen Ackerbohnen 34 5 Kartoffeln 35 6 Silomais 42 Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 2

3 1 Einleitung In den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurden im Jahr 2011 vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, von der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau Sachsen-Anhalt und der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft auf fünf Löss-Standorten Sortenversuche mit Getreide, Körnerleguminosen, Kartoffeln und Silomais unter den Bedingungen des ökologischen Landbaus durchgeführt. Wie bei den konventionellen Landessortenversuchen erfolgt eine gemeinsame Sortimentsabstimmung und Auswertung der Versuche. Der vorliegende Prüfbericht informiert über die wichtigsten Ergebnisse dieser Sortenversuche. Neben Erträgen und Qualitätsmerkmalen werden weitere Anbaueigenschaften der Sorten beschrieben. Bezugsbasis (BB) bei der Auswertung sind in der Regel die dreijährig angebauten Sorten. Bei bonitierten Merkmalen wurden Orte mit Boniturnoten von 1,0 bzw. 9,0 - sofern sie bei allen Sorten festgestellt wurden - nicht in die Mittelwertbildung einbezogen, außer diese Boniturnoten wurden auf allen Orten erhoben. 2 Standorte Die Versuche in Dornburg, Bernburg, Roda und Nossen finden auf ökologisch bewirtschafteten Flächen statt, die in Versuchsstationen integriert sind. In Mittelsömmern werden die Parzellenversuche auf einem ökologisch bewirtschafteten Betrieb durchgeführt. Weitere Sortenversuche mit Winterroggen und Kartoffeln finden auf einem Öko-Betrieb in Beetzendorf (Sachsen-Anhalt) statt. Die Ergebnisse gehen in die Auswertung der Sortenversuche auf D- Standorten ein und werden nicht im vorliegenden Bericht dargestellt. Lage und Eigenschaften der Standorte sowie angelegte Sortenversuche (Stand: Ernte 2011) Standort Mittelsömmern Dornburg Bernburg Roda Nossen Bundesland Thüringen Thüringen Sachsen- Anhalt Sachsen Sachsen Landkreis Unstrut Hainich Saale- Holzland Bernburg Leipzig Meißen Höhenlage (m ü. NN) Mittl. Niederschläge (mm) Mittl. Lufttemperatur ( C) 8,5 8,1 9,1 8,6 8,1 Standorttyp Lö Lö Lö Lö Lö Bodenart L L ul L tu Ackerzahl Fruchtarten - Winterroggen x x - Wintertriticale x x - Winterweizen x x x x x - Sommergerste x x x x - Hafer x x x x - Sommerweizen x x x - Körnerfuttererbsen x x x - Ackerbohnen x - Kartoffeln x x x - Silomais x Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 3

4 3 Getreide 3.1 Winterroggen Allgemeine Angaben Standort Vorfrucht Nmin (kg/ha) 0 60 cm Saatstärke K/m² Erntetermin Roda Kartoffeln Mittelsömmern Kartoffeln Geprüfte Sorten Sorte Typ Zulassung Züchter/Vertrieb Palazzo H 2009 KWS Lochow Brasetto H 2009 KWS Lochow Amilo P 1992 Syngenta Recrut P 2002 KWS Lochow Conduct P 2006 KWS Lochow Dankowskie Diament P 2007 Syngenta Dukato P 2008 Hybro/Saaten-Union P = Populationssorte H = Hybridsorte Kornertrag (dt/ha) Aussaattermin Einzelorte 2011 Anz. Vers Mittelsömm. Roda* Palazzo 79,1 58,9 74,0 58,9 Brasetto 66,3 66,3 Amilo 73,2 57,9 40,3 53,5 61,9 40,3 Recrut 74,8 65,6 51,1 62,0 67,5 51,1 Conduct 74,1 64,9 52,4 61,8 67,0 52,4 Dankowskie Diament 73,7 64,2 43,1 58,9 65,3 43,1 Dukato 78,2 66,4 50,9 62,5 69,2 50,9 BB (dt/ha) 74,8 63,8 47,5 59,7 66,2 47,5 GD 5 % 5,8 BB = Mittel der dreijährig geprüften Sorten * Roda 2011: Versuch wegen hoher Streuung nicht wertbar Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 4

5 Kornertrag (relativ) Einzelorte 2011 Anz. Vers Bernbursömm. Mittel- Roda* Palazzo Brasetto Amilo Recrut Conduct Dankowskie Diament Dukato BB (dt/ha) 74,8 63,8 47,5 59,7 66,2 47,5 GD 5 % 11,2 BB = Mittel der dreijährig geprüften Sorten * Roda 2011: Versuch wegen hoher Streuung nicht wertbar Qualitätseigenschaften Rohproteingehalt (%) Fallzahl (s) Hektolitergewicht (kg/hl) Anz. Vers Palazzo 8,9 9, ,4 73,5 Brasetto 9, ,3 Amilo 11,4 10,0 11, ,6 72,9 75,7 Recrut 10,9 9,6 10, ,7 72,6 75,0 Conduct 11,1 9,7 9, ,8 73,0 75,0 Dankowskie Diament 11,3 10,3 11, ,9 72,5 75,5 Dukato 10,7 9,4 9, ,2 73,4 75,5 BB 11,1 9,8 10, ,0 72,9 75,3 Wachstumsbeobachtungen Teil 1 Rhynchosporium Braunrost Mehltau Anz. Vers Palazzo 3,1 1,0 3,5 1,8 2,1 1,0 Brasetto 1,0 2,0 1,0 Amilo 2,8 2,6 1,0 3,0 2,3 1,8 2,5 2,5 1,0 Recrut 3,4 3,8 1,5 3,7 3,0 1,8 1,9 2,5 1,0 Conduct 3,1 2,9 1,3 2,8 2,5 1,8 2,0 2,1 1,0 Dankowskie Diament 2,3 2,5 1,3 2,9 2,3 2,3 2,9 2,1 1,0 Dukato 2,9 2,9 1,0 3,3 2,8 2,5 1,8 2,1 1,0 BB 2,9 2,9 1,2 3,1 2,6 2,0 2,2 2,3 1,0 Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 5

6 Wachstumsbeobachtungen Teil 2 Lager vor Ernte Pflanzenlänge vor Ernte (cm) Datum Gelbreife Anz. Vers Palazzo 3,4 2, Brasetto 2, Amilo 2,6 2,9 3, Recrut 4,2 3,6 2, Conduct 3,9 3,4 2, Dankowskie Diament 3,2 3,4 3, Dukato 3,2 2,9 2, BB 3,4 3,2 2, Ertragsstruktur und Tausendkornmasse Bestandesdichte (Ähren/m²) Kornzahl/Ähre Tausendkornmasse (g) Anz. Vers Palazzo ,3 37,4 39,0 43,2 Brasetto ,9 41,8 Amilo ,2 40,4 48,3 35,9 36,4 41,5 Recrut ,6 42,0 33,7 37,2 37,4 40,0 Conduct ,0 43,3 42,9 37,3 37,8 39,4 Dankowskie Diament ,6 41,5 39,6 36,6 38,1 41,9 Dukato ,8 45,7 34,2 37,4 37,8 40,0 BB ,2 42,6 39,7 36,9 37,5 40,5 Wachstum und Erträge In den Sortenversuchen liefen Roggen und Triticale bis Ende Oktober recht gleichmäßig auf, entwickelten sich bis zum Einbruch des Winters aber etwas zögerlich. Die zeitweise starken Fröste im Dezember und Januar verursachten keine nennenswerten Auswinterungsschäden, da die Pflanzen meist unter Schnee geschützt waren. Ende Februar bis Anfang März führten Kahlfröste und eine intensive Sonneneinstrahlung zu Stress. Im warmen und trocknen April entwickelte sich das Wintergetreide dann sehr rasch. So war die Bestockungsphase vergleichsweise kurz und das Ährenschieben im Mai fand etwa zehn Tage früher statt als im Vorjahr. Insbesondere in Roda wurde die Ertragsbildung durch die Trockenheit im Mai und Juni deutlich beeinträchtigt. Die Bestände erreichten nur eine geringe Pflanzenlänge. Demzufolge wurde Lager bei Roggen nur in geringem Umfang festgestellt. Daran änderten auch die hohen Niederschläge im Juli nichts mehr. Krankheiten traten nur schwach in Erscheinung. Die Kornerträge fielen deutlich geringer aus als in den Vorjahren. Der Roggensortenversuch aus Roda konnte wegen witterungsbedingter Schäden nicht in die Auswertung einbezogen werden. Sortenempfehlungen für den ökologischen Anbau Hybridsorten: Palazzo Populationssorten: Recrut, Conduct, Amilo, Dukato* * Eingeschränkte Empfehlung wegen mittlerer Fallzahl Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 6

7 Hinweise zu geprüften Sorten Palazzo (H) kam in beiden Prüfjahren auf sehr hohe Kornerträge. Bei mittlerer Pflanzenlänge besteht eine gute Standfestigkeit. Die Sorte hat eine mittlere bis geringe Anfälligkeit für Mutterkorn und eine geringe Auswuchsneigung. Brasetto (H) präsentierte sich im ersten Prüfjahr als sehr ertragsstark. Bei den agronomischen Eigenschaften und den Qualitätsmerkmalen ist sie ähnlich einzuschätzen wie Palazzo. Amilo (P) ist eine ältere Roggensorte, die zwar ertraglich mit den Neuzüchtungen nicht mehr mithalten kann, die aber aufgrund einer hervorragenden Qualität nach wie vor für die Erzeugung von Qualitätsroggen in Frage kommt. Neben einer geringen Anfälligkeit für Mutterkorn zeichnet sich Amilo durch eine sehr stabile Fallzahl aus. Die ausgeprägte Auswuchsfestigkeit stellte Amilo bei den schwierigen Erntebedingungen im Jahr 2010 besonders unter Beweis. Recrut (P) brachte mehrjährig stabile mittlere Erträge, 2010 kam sie sogar auf ein hohes Ertragsniveau. Lager kann stärker auftreten. Das Risiko für Mutterkorn ist gering. Recrut hat eine mittlere bis gute Auswuchsfestigkeit. Conduct (P) erreichte 2010 ebenfalls einen hohen Kornertrag, ansonsten liegt sie ertraglich im mittleren Bereich. Der Befall mit Braunrost war teilweise geringer als bei den anderen Sorten. Standfestigkeit und Fallzahlstabilität sind mittel eingestuft. Hervorzuheben ist die geringe Anfälligkeit für Mutterkorn. Dukato (P) ist eine vergleichsweise ertragsstarke Populationssorte. Die agronomischen Eigenschaften sind ausgewogen, positiv ist insbesondere die gute Resistenz gegen Mutterkorn. Wegen der nur mittleren Fallzahlstabilität sollte eine Verzögerung der Ernte vermieden werden. Dankowskie Diament (P) konnte 2010 im Kornertrag nicht überzeugen, nachdem sie in den Vorjahren auf ein mittleres Ertragsniveau kam. Die Populationssorte ist vergleichsweise standfest und wenig auswuchsgefährdet. Bei der Mutterkornanfälligkeit ist sie allerdings nur mittel eingestuft. Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 7

8 3.2 Wintertriticale Allgemeine Angaben Standort Vorfrucht Nmin (kg/ha) 0 60 cm Saatstärke K/m² Erntetermin Roda Kartoffeln Mittelsömmern Kartoffeln Geprüfte Sorten Sorte Zulassung Züchter/Vertrieb Sequenz 2008 Breun/BayWa Agostino 2009 Lantmännen SW Seed Benetto 2004 Syngenta Massimo 2006 Hege Cosinus 2009 KWS Lochow Amarillo Sz. Hege/BayWa Kornertrag (dt/ha) BB = Mittel der dreijährig geprüften Sorten Kornertrag (relativ) Aussaattermin Einzelorte 2011 Anz. Vers Mittelsömm. Roda Sequenz 83,9 71,9 59,4 66,9 73,3 65,2 53,7 Agostino 83,6 77,4 64,1 72,1 76,4 75,9 52,3 Benetto 75,8 77,5 57,3 69,4 71,8 69,9 44,8 Massimo 80,3 74,6 50,4 64,9 70,7 58,2 42,6 Cosinus 74,0 59,1 68,0 70,6 47,5 Amarillo ,9 60,5 35,3 BB (dt/ha) 80,9 75,4 57,8 68,3 73,1 67,3 48,3 GD 5 % 5,1 9, Einzelorte 2011 Anz. Vers Mittelsömm. Roda Sequenz Agostino Benetto Massimo Cosinus Amarillo BB (dt/ha) 80,9 75,4 57,8 68,3 73,1 67,3 48,3 GD 5 % 7,6 21,3 BB = Mittel der dreijährig geprüften Sorten Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 8

9 Qualitätseigenschaften Rohproteingehalt (%) Fallzahl (s) Hektolitergewicht (kg/hl) Anz. Vers Sequenz 12,5 11,9 11, ,8 72,2 73,9 Agostino 11,7 11,7 10, ,4 72,5 74,4 Benetto 11,8 11,3 11, ,8 71,9 71,5 Massimo 12,2 11,8 12, ,7 70,7 73,1 Cosinus 11,4 11, ,3 74,8 Amarillo , ,9 BB 12,0 11,7 11, ,9 71,8 73,2 Wachstumsbeobachtungen Teil 1 Mehltau Braunrost Blattseptoria Anz. Vers Sequenz 1,0 1,0 1,0 1,0 2,1 2,0 1,8 2,1 2,2 Agostino 1,4 1,8 1,0 1,1 1,4 2,0 2,0 1,8 2,5 Benetto 1,4 2,8 1,0 1,5 2,5 5,3 3,3 2,5 3,0 Massimo 1,1 2,6 1,0 1,0 1,8 3,0 2,0 2,5 1,2 Cosinus 2,6 1,0 2,2 2,3 2,1 1,7 Amarillo 105 1,0 1,7 1,5 BB 1,2 2,0 1,0 1,2 1,9 3,1 2,3 2,2 2,2 Wachstumsbeobachtungen Teil 2 Datum Gelbreife Lager vor Ernte Pflanzenlänge vor Ernte (cm) Anz. Vers Sequenz ,0 1,3 1, Agostino ,0 1,3 1, Benetto ,0 2,5 1, Massimo ,0 3,3 1, Cosinus ,0 1, Amarillo ,0 101 BB ,0 2,1 1, Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 9

10 Ertragsstruktur und Tausendkornmasse Bestandesdichte (Ähren/m²) Kornzahl/Ähre Tausendkornmasse (g) Anz. Vers Sequenz ,7 28,9 34,8 48,3 50,9 58,2 Agostino ,1 31,7 38,2 47,0 48,2 50,1 Benetto ,2 35,3 32,9 42,2 46,1 59,2 Massimo ,5 36,6 40,5 42,5 46,4 56,4 Cosinus ,2 33,4 46,3 53,7 Amarillo ,2 55,7 BB ,6 33,1 36,6 45,0 47,9 56,0 Wachstum und Erträge In den Sortenversuchen liefen Roggen und Triticale bis Ende Oktober recht gleichmäßig auf, entwickelten sich bis zum Einbruch des Winters aber etwas zögerlich. Die zeitweise starken Fröste im Dezember und Januar verursachten keine nennenswerten Auswinterungsschäden, da die Pflanzen meist unter Schnee geschützt waren. Ende Februar bis Anfang März führten Kahlfröste und eine intensive Sonneneinstrahlung zu Stress. Im warmen und trocknen April entwickelte sich das Wintergetreide dann sehr rasch. So war die Bestockungsphase vergleichsweise kurz und das Ährenschieben im Mai fand etwa zehn Tage früher statt als im Vorjahr. Insbesondere in Roda wurde die Ertragsbildung durch die Trockenheit im Mai und Juni deutlich beeinträchtigt. Die Bestände erreichten nur eine geringe Pflanzenlänge. Demzufolge wurde kein Lager bei Triticale festgestellt. Daran änderten auch die hohen Niederschläge im Juli nichts mehr. Krankheiten traten nur schwach in Erscheinung. Die Kornerträge fielen deutlich geringer aus als in den Vorjahren. Sortenempfehlungen für den ökologischen Anbau Benetto, Agostino, Sequenz, Cosinus* * Vorläufige Empfehlung Hinweise zu geprüften Sorten Benetto zeichnet sich durch stabile mittlere Erträge aus. Die Lagerneigung der langwüchsigen Sorte ist gering bis mittel. Unter den Bedingungen des ökologischen Landbaus ist die Krankheitsresistenz noch ausreichend, Braunrost und Blattseptoria können aber etwas stärker auftreten. Positiv zu vermerken ist die gute Winterfestigkeit. Agostino war dreijährig sehr ertragsstark. Die kurze, sehr standfeste Sorte zeichnet sich durch eine gute Blattgesundheit aus. Vor allem bei Braunrost liegt ein hohes Resistenzniveau vor. Agostino zählt zu den weitgehend winterfesten Sorten. Sequenz brachte insgesamt mittlere Kornerträge mit Schwankungen von Jahr zu Jahr. Ansonsten weist die Sorte eine gute Winterfestigkeit, sehr gute Standfestigkeit und geringe Anfälligkeit für Krankheiten auf. Die Tausendkornmasse ist hoch. Massimo konnte 2011 die mittleren Erträge aus den Vorjahren nicht bestätigen. Die Sorte ist lang im Wuchs und neigt auf besseren Böden stärker zu Lager. In der Winterfestigkeit ist Massimo mit mittel eingeschätzt. Cosinus erreichte zweijährig mittlere Kornerträge. Die Pflanzen sind lang im Wuchs, aber ausreichend standfest. Bei der Anfälligkeit für Krankheiten zeigte Cosinus bisher keine Schwächen. Auch für Auswinterungsschäden besteht im Vergleich zu anderen Sorten keine stärkere Neigung. Amarillo 105 konnte im ersten Prüfjahr ertraglich nicht überzeugen. Positiv ist die sehr geringe Anfälligkeit für Braunrost. Schwachpunkt dagegen ist die mittlere bis geringe Winterfestigkeit. Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 10

11 3.3 Winterweizen Allgemeine Angaben Standort Vorfrucht Nmin (kg/ha) 0 60 cm Aussaattermin Saatstärke K/m² Erntetermin Bernburg Ackerbohnen Mittelsömmern Kartoffeln Dornburg Luzerne Nossen Rotklee Roda Luzerne Geprüfte Sorten Sorte Qualitätsgruppe Zulassung Züchter/Vertrieb Capo (E) EU Probstdorfer/BayWa Astardo (E) EU Sz. Donau/BayWa Pireneo (E) EU Sz. Donau/BayWa Butaro E 2009 Spiess/LBSD Scaro (E) EU Kunz/Sativa Philipp (E) EU Sz. Donau/Hauptsaaten Wiwa (E) EU Kunz/Sativa Arnold (E) EU Sz. Donau Genius E 2010 Nordsaat/Saaten-Union Famulus E 2010 DSV/IG Florian E 2010 Nordsaat/Saaten-Union Naturastar A 2002 Schweiger/IG Pflanzenzucht Ataro (A) EU Kunz/Sativa Julius A 2008 KWS Lochow Mulan B 2006 Nordsaat/Saaten-Union Hermann C 2004 Limagrain Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 11

12 Bernburg Dornburg Mittelsömmern Mittelsömmern Nossen Roda Bernburg Dornburg Nossen Roda Kornertrag (dt/ha) Anz. Vers Capo 63,6 63,7 59,6 61,4 62,1 55,4 78,2 65,3 56,9 42,3 Astardo 65,2 64,0 58,5 60,9 62,2 54,3 74,4 65,4 56,8 41,8 Pireneo 65,3 64,0 56,2 59,7 61,4 52,1 70,8 60,2 56,7 41,5 Butaro 60,5 53,5 50,7 52,0 54,6 45,2 65,7 62,0 48,3 32,5 Scaro 59,4 57,8 54,6 56,0 57,1 51,7 64,3 64,5 52,1 40,3 Philipp 61,0 59,7 60,3 53,6 75,6 76,3 53,2 40,0 Wiwa 54,2 50,3 52,0 48,2 64,0 55,7 47,4 36,0 Arnold 65,4 58,6 61,6 54,1 72,3 67,2 56,9 42,4 Genius 67,8 59,8 63,4 54,6 68,8 70,7 60,3 44,8 Famulus 60,1 54,5 70,5 73,1 57,2 45,0 Florian 63,6 54,6 80,5 75,3 61,2 46,7 Naturastar 58,9 61,6 60,7 61,1 60,4 56,2 76,1 76,9 55,1 39,0 Ataro 62,9 62,3 56,6 59,1 60,3 54,4 68,9 68,0 54,2 37,6 Julius 65,8 56,7 77,2 86,1 60,6 48,4 Mulan 68,5 67,7 66,5 67,1 67,5 61,0 79,4 82,0 65,2 45,1 Hermann 68,4 69,8 73,5 71,8 70,8 64,4 86,0 91,1 69,7 56,3 BB 63,6 62,7 59,7 61,0 61,8 55,0 73,7 70,6 57,2 41,8 GD 5% 4,4 6,1 5,1 4,4 7,4 BB = Mittel der dreijährig geprüften Sorten Kornertrag (relativ) Anz. Vers Capo Astardo Pireneo Butaro Scaro Philipp Wiwa Arnold Genius Famulus Florian Naturastar Ataro Julius Mulan Hermann BB 63,6 62,7 59,7 61,0 61,8 55,0 73,7 70,6 57,2 41,8 GD 5% 8,1 8,3 7,2 7,7 17,4 Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 12

13 Qualitätseigenschaften Teil 1 Rohproteingehalt (%) Sedimentationswert (Eh) Feuchtklebergehalt (%) Anz. Vers Capo 12,9 12,4 11, ,2 24,9 24,2 Astardo 13,5 13,1 11, ,6 26,5 24,4 Pireneo 13,4 13,1 11, ,5 26,8 25,1 Butaro 13,0 12,8 12, ,3 27,7 29,6 Scaro 12,6 12,4 11, ,1 25,1 25,3 Philipp 12,5 11, ,2 26,1 Wiwa 14,0 12, ,6 28,7 Arnold 13,3 12, ,8 28,5 Genius 12,3 11, ,8 23,1 Famulus 10, ,1 Florian 10, ,6 Naturastar 12,8 11,7 10, ,3 26,3 24,6 Ataro 12,3 12,0 11, ,7 22,3 23,5 Julius 9, ,7 Mulan 11,6 10,8 9, ,3 20,6 18,6 Hermann 11,9 10,8 9, ,2 18,5 15,5 BB 12,7 12,1 11, ,2 24,3 23,4 Qualitätseigenschaften Teil 2 Fallzahl (s) Hektolitergewicht (kg/hl) Tausendkornmasse (g) Anz. Vers Capo ,3 79,4 81,7 39,0 43,8 50,4 Astardo ,9 80,0 81,3 43,4 46,4 49,9 Pireneo ,5 78,7 80,2 43,6 46,0 49,7 Butaro ,5 78,5 80,8 43,8 44,0 52,9 Scaro ,1 78,0 82,3 38,2 41,4 48,4 Philipp ,9 80,6 41,7 47,9 Wiwa ,3 82,4 44,2 49,2 Arnold ,5 82,4 43,9 48,6 Genius ,3 79,8 41,9 46,5 Famulus ,7 47,4 Florian ,0 45,8 Naturastar ,4 74,9 79,4 34,6 38,3 43,0 Ataro ,0 78,0 82,2 40,7 44,5 50,3 Julius ,4 49,2 Mulan ,0 72,6 77,1 37,9 40,8 49,3 Hermann ,2 69,5 74,1 37,5 42,0 47,6 BB ,9 76,6 79,9 39,9 43,0 49,1 Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 13

14 Wachstumsbeobachtungen Teil 1 Mehltau Braunrost Blattseptoria Anz. Vers Capo 1,9 1,7 1,9 1,6 1,8 2,2 4,6 2,9 2,0 Astardo 1,8 1,0 1,9 1,3 1,3 1,7 5,0 2,9 2,5 Pireneo 1,8 1,5 2,0 1,5 1,3 1,8 4,5 3,2 2,8 Butaro 2,3 1,5 2,4 3,6 3,1 4,1 4,3 3,0 2,9 Scaro 3,0 1,7 3,0 3,5 3,6 4,2 4,8 3,0 2,9 Philipp 1,8 2,5 1,5 2,1 3,0 3,0 Wiwa 1,3 2,5 2,6 4,1 2,9 2,7 Arnold 1,2 1,8 1,6 1,9 2,8 2,5 Genius 1,0 2,1 1,8 2,4 3,3 3,2 Famulus 2,6 5,6 3,4 Florian 2,5 3,9 3,3 Naturastar 2,8 1,8 2,1 3,6 3,4 3,3 3,5 3,3 3,0 Ataro 2,4 1,6 2,3 4,1 4,9 5,2 5,4 2,7 3,2 Julius 2,1 3,0 2,5 Mulan 1,7 1,3 2,1 3,6 3,8 4,3 4,5 3,1 2,9 Hermann 1,6 1,0 2,1 2,6 2,6 2,7 4,9 2,9 3,0 BB 2,1 1,5 2,2 2,8 2,8 3,3 4,6 3,0 2,8 Wachstumsbeobachtungen Teil 2 Spelzenbräune Ährenmehltau Ährenfusarium Anz. Vers Capo 1,0 1,0 2,0 1,0 3,8 1,0 1,0 1,0 1,5 Astardo 1,0 1,0 1,3 1,0 1,8 1,0 1,0 1,0 2,0 Pireneo 1,0 1,0 1,5 1,0 2,5 1,0 1,5 1,0 1,5 Butaro 1,0 1,3 2,0 1,0 1,8 1,0 1,3 1,0 1,5 Scaro 1,0 1,8 1,0 1,0 2,5 1,0 1,0 1,0 1,6 Philipp 1,8 2,5 1,8 1,0 1,0 1,5 Wiwa 1,5 2,0 1,5 1,0 1,0 2,0 Arnold 1,3 2,8 1,5 1,0 1,0 1,5 Genius 1,8 2,0 3,0 1,0 1,0 1,8 Famulus 2,8 1,0 1,5 Florian 2,3 1,0 1,6 Naturastar 1,0 1,8 3,0 1,0 3,0 1,0 1,3 1,0 1,5 Ataro 1,0 1,8 2,0 1,0 2,5 1,0 2,8 1,0 2,6 Julius 2,3 1,0 1,9 Mulan 1,0 2,3 2,3 1,0 2,3 1,0 2,3 1,0 1,8 Hermann 1,0 1,8 2,0 1,0 2,3 1,0 2,0 1,0 1,5 BB 1,0 1,5 1,9 1,0 2,5 1,0 1,6 1,0 1,7 Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 14

15 Wachstumsbeobachtungen Teil 3 Datum Gelbreife Lager vor Ernte Pflanzenlänge vor Ernte (cm) Anz. Vers Capo ,3 1,5 2, Astardo ,3 1,0 1, Pireneo ,0 1,0 1, Butaro ,8 1,1 1, Scaro ,0 1,0 1, Philipp ,0 1, Wiwa ,0 1, Arnold ,4 1, Genius ,3 1, Famulus ,0 88 Florian ,0 82 Naturastar ,0 1,0 1, Ataro ,0 1,0 1, Julius ,0 83 Mulan ,0 1,0 1, Hermann ,0 1,0 1, BB ,4 1,1 1, Ertragsstruktur Bestandesdichte (Ähren/m²) Kornzahl/Ähre Einzelährenertrag (g) Anz. Vers Capo ,8 27,0 30,1 1,2 1,2 1,5 Astardo ,9 29,6 37,2 1,5 1,4 1,9 Pireneo ,7 31,3 32,1 1,5 1,4 1,6 Butaro ,7 25,9 28,3 1,3 1,1 1,5 Scaro ,1 27,6 27,7 1,2 1,1 1,3 Philipp ,7 28,7 1,3 1,4 Wiwa ,8 29,3 1,1 1,4 Arnold ,7 29,9 1,3 1,4 Genius ,7 33,7 1,4 1,6 Famulus ,3 1,5 Florian ,2 1,6 Naturastar ,5 34,8 41,6 1,3 1,3 1,8 Ataro ,3 27,8 33,3 1,4 1,2 1,7 Julius ,1 1,6 Mulan ,6 31,0 33,7 1,3 1,3 1,6 Hermann ,9 30,9 38,0 1,4 1,3 1,8 BB ,7 29,5 33,5 1,3 1,3 1,6 Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 15

16 Wachstum und Erträge Der Winterweizen in den Sortenversuchen wurde im Zeitraum zwischen dem 6. und 13. Oktober ausgesät und entwickelte sich im Herbst zunächst etwas zögerlich, aber insgesamt gleichmäßig. Die im Dezember und Januar zeitweise auftretenden starken Fröste überstand der Weizen unter einer schützenden Schneedecke weitgehend ohne Auswinterungsschäden. Dagegen führten Kahlfröste und eine intensive Sonneneinstrahlung von Mitte Februar bis Anfang März zu Stress, so dass zunächst ein Entwicklungsrückstand bestand. Hohe Temperaturen und Trockenheit im April lösten dann aber einen Wachstumsschub aus und die Bestockungsphase war vergleichsweise kurz. Die weitere Ertragsbildung wurde maßgeblich durch ein anhaltendes Niederschlagsdefizit beeinflusst, mit unterschiedlicher Ausprägung an den Versuchsorten. Besonders betroffen waren die Standorte Roda und Bernburg. Im Vergleich zu den Vorjahren blieb der Weizen kürzer und die Bestandesdichte (Ähren/m²) war vermindert. Während bei Mehltau und Blattseptoria nur ein geringes Befallsniveau vor lag, wurden einzelne Weizensorten stark mit Braunrost befallen. Die Gelbreife fand zwischen dem 13. und 24. Juli statt. Trotz starker Niederschläge in den Monaten Juli und August blieben die Weizenbestände weitgehend standfest. In den Sortenversuchen lag der Kornertrag im Mittel über die fünf Orte bei 60 dt/ha mit einer Spanne von 42 dt/ha in Roda bis 74 dt/ha in Mittelsömmern. Ingesamt wurde in Relation zum Mittel der beiden Vorjahre 11 % weniger Weizen geerntet. Das Defizit fiel damit geringer aus als bei Roggen und Triticale. Der Winterweizen hat offensichtlich von den Niederschlägen am Ende der Vegetationsperiode noch stärker profitiert als die beiden anderen Getreidearten. Die Tausendkornmasse des Weizens war höher als in den Vorjahren. Die Rohprotein- und Feuchtklebergehalte sowie Sedimentationswerte liegen auf einem niedrigen bis mittlerem Niveau. In der Praxis dürfte die Vermarktungsfähigkeit des Weizens, wie bereits im Jahr 2010, maßgeblich von der Fallzahl abhängen, da es durch die anhaltenden Niederschläge im August bei später geernteten Weizenbeständen zu Auswuchsschäden kam. Von den Versuchsorten war Roda durch teilweise niedrige Fallzahlen (< 220 sec) gekennzeichnet. Sortenempfehlungen für Backweizen im ökologischen Landbau Pireneo (E), Capo (E) 1, Astardo (E) 1, Butaro (E) 1,2, Scaro (E), Philipp (E) 3, Naturastar (A) 4 1) Eingeschränkte Empfehlung wegen stärkerer Lagerneigung 2) Wegen geringerer Erträge ist Preisaufschlag für gute Qualität erforderlich 3) Vorläufige Empfehlung 4) Besonders für den Anbau mit zusätzlichen qualitätsfördernden Maßnahmen (Weite Reihe, Spätdüngung) Sortenempfehlungen für Futterweizen im ökologischen Landbau Hermann (C), Mulan (B) Hinweise zu geprüften Sorten Capo (E) erreichte insgesamt mittlere Erträge, in den letzten drei Jahren auf stabilem Niveau, nachdem zuvor Schwankungen von Jahr zu Jahr zu verzeichnen waren. Mit der begrannten Sorte lässt sich im Öko-Anbau recht sicher Qualitätsweizen erzeugen. Krankheiten treten vergleichsweise wenig in Erscheinung, auch gegen Braunrost liegt weiterhin eine ausgeprägte Resistenz vor. Wegen einer nur mittleren Standfestigkeit eignet sich Capo eher für leichtere Standorte. Astardo (E) überzeugte mehrjährig durch recht stabile mittlere Kornerträge. Rohprotein- und Feuchtklebergehalt sowie Sedimentationswert liegen auf dem Niveau von Capo, in einzelnen Jahren war der Rohproteingehalt sogar höher. Astardo ist wenig anfällig für Mehltau, Braunrost und Ährenfusarium. Die begrannte Sorte ist langwüchsig und neigt stärker zu Lager, so dass der Anbau auf guten Böden mit einem Risiko verbunden ist. Pireneo (E) konnte 2011 die leicht überdurchschnittlichen Erträge aus den beiden Vorjahren nicht bestätigen. Bemerkenswert ist die gute Qualität auf einem Niveau leicht über Capo bei Rohproteinund Feuchtklebergehalt. Allerdings offenbarten sich in den letzten beiden Jahren Schwächen bei der Fallzahlstabilität, so dass auf eine rechtzeitige Ernte geachtet werden sollte. Bisher war die begrannte Sorte standfest, so dass auch ein Anbau auf besseren Böden in Frage kommt. Weiterer Vorteil ist die geringe Anfälligkeit für Braunrost. Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 16

17 Butaro (E) ist durch niedrige Erträge und eine gute bis sehr gute Qualität gekennzeichnet. Von den in der Öko-Wertprüfung in Deutschland getesteten Sorten erreichte Butaro das höchste Backvolumen. Die lange bis sehr lange Sorte kann wegen der stärkeren Lagerneigung nur für weniger gute Standorte empfohlen werden. Während Braunrost etwas stärker auftreten kann, zeichnet sich Butaro durch eine geringe Anfälligkeit für Ährenfusarium aus. Nach Einschätzung des Züchters besteht eine gute Widerstandsfähigkeit gegen Weizensteinbrand. Philipp (E) präsentierte sich zweijährig mit knapp mittleren Erträgen und einer ansprechenden Qualität. Auch bei der Fallzahl zeigte Philipp keine Schwächen. Die Sorte ist begrannt und vergleichsweise kurz im Wuchs. Positiv hervorzuheben sind die sehr gute Standfestigkeit und geringe Anfälligkeit für Braunrost. Scaro (E) brachte trotz eines geringeren Ertragsvermögens bei Rohprotein- und Feuchtklebergehalt sowie Sedimentationswert keinen Fortschritt im Vergleich zu Capo. Dennoch ist die EU-Sorte eine interessante Erweiterung im Sortenspektrum, da sie die Eigenschaften Langwüchsigkeit, gute Standfestigkeit und hohe Fallzahlstabilität kombiniert. Braunrost und auch Mehltau traten vergleichsweise stark in Erscheinung. Die Reife war etwas später. Wiwa (E) ist ertraglich ähnlich einzuschätzen wie Butaro, d. h. in Relation zu den Vergleichssorten wurde 15 % weniger geerntet. Allerdings erzielte Wiwa in den beiden Versuchsjahren Spitzenwerte beim Rohprotein- und Feuchtklebergehalt sowie der Fallzahl. Die Sorte ist sehr lang im Wuchs, aber nach bisherigen Erkenntnissen nicht so lageranfällig wie Butaro. Die Anfälligkeit für Krankheiten liegt im mittleren Bereich. Arnold (E) fiel in den beiden Prüfjahren positiv durch ansprechende Kornerträge, eine im Vergleich zu Capo bessere Qualität, sehr gute Resistenzeigenschaften und eine gute Standfestigkeit auf. Als Schwachpunkt der begrannten und früher abreifenden Sorte zeichnet sich eine stärkere Auswuchsneigung ab. Genius (E) kam 2011 auf mittlere Kornerträge, während sie im Vorjahr noch als sehr ertragsstarke E-Weizensorte auffiel. Bei den Qualitätsparametern zeichnet sich ab, dass der Rohproteingehalt gute Werte erreicht, während der Feuchtklebergehalt kaum den Anforderungen entsprechen dürfte. Die agronomischen Eigenschaften sind insgesamt sehr ausgewogen, da neben einer geringen Lagerneigung auch eine gute Pflanzengesundheit vorliegt. Naturastar (A) brachte in den letzten Jahren schwankende Ertragsleistungen und eine mittlere bis gute Qualität. Insbesondere beim Feuchtklebergehalt kommt Naturastar auf das Niveau von guten E-Sorten. Bei der Fallzahl ist sie sehr sicher. Die standfeste Sorte wird inzwischen stärker durch Braunrost befallen. Weitere Besonderheiten sind die geringe Anfälligkeit für Ährenfusarium und eine vergleichsweise geringe Tausendkornmasse. Ataro (A) zeigte sich dreijährig mit insgesamt knapp mittleren Kornerträgen. In Relation zu Naturastar fielen der Rohproteingehalt etwas höher, der Feuchtklebergehalt niedriger und der Sedimentationswert deutlich höher aus. Vorteilhaft sind die hohe Fallzahl und gute Standfestigkeit. Dagegen muss mit einem stärkeren Braunrostbefall gerechnet werden. Auch bei Ährenfusarium besteht nur eine geringe bis mittlere Resistenz. Mulan (B) erzielte in den Prüfjahren hohe bis sehr hohe Kornerträge. Im ökologischen Landbau ist nur eine Futterweizenerzeugung möglich. Mulan zeichnet eine gute Winter- und Standfestigkeit aus. Braunrost trat stärker auf. Hermann (C) ist eine sehr ertragsstarke Futterweizensorte, insbesondere 2011 konnte sie sich deutlich von allen anderen Sorten im Kornertrag absetzen. Vorteile von Hermann sind eine gute Standfestigkeit, eine gute bis mittlere Resistenz gegen Blattkrankheiten und geringe Anfälligkeit für Ährenfusarium. Die Winterfestigkeit ist allerdings nur mäßig. Darüber hinaus muss mit einem raschen Absinken der Fallzahl gerechnet werden. Im ersten Prüfjahr standen Famulus (E), Florian (E) und Julius (A). Während Famulus mit mittlerer Leistung abschnitt, erreichten Florian und Julius ein hohes Ertragsniveau. Alle drei Sorten sind kürzer im Wuchs und standfest. Famulus wurde stark mit Braunrost befallen. Julius und Florian reiften etwas später. Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 17

18 Bernburg Dornburg Erntetermin Mittelsömmern Nossen 3.4 Sommergerste Allgemeine Angaben Standort Vorfrucht Nmin (kg/ha) 0 60 cm Saatstärke K/m² Aussaattermin Mittelsömmern Kartoffeln Dornburg Hafer (Grünnutzung) Nossen Winterweizen Bernburg Ackerbohnen Geprüfte Sorten Sorte Zulassung Züchter/Vertrieb Eunova 2000 Frank/IG Pflanzenzucht Marthe 2005 Nordsaat/Saaten-Union Streif 2007 Sz. Streng/IG Pflanzenzucht Armada EU Sz. Streng/IG Pflanzenzucht Grace 2008 Ackermann/BayWa KWS Bambina 2009 KWS Lochow Propino 2009 Syngenta Sunshine 2009 Breun/BayWa Kornertrag (dt/ha) Einzelorte 2011 Anz. Vers Eunova 57,4 55,9 56,0 56,0 56,4 39,7 75,4 63,0 45,8 Marthe 51,2 55,4 56,9 56,3 54,7 43,7 81,0 58,8 44,2 Streif 53,9 57,0 58,3 57,7 56,6 44,9 74,3 67,4 46,5 Armada 57,6 55,5 55,6 55,5 56,2 44,4 74,3 64,7 39,0 Grace 56,5 53,0 54,5 39,1 75,9 53,7 43,1 KWS Bambina 52,6 43,2 73,3 51,3 42,4 Propino 51,3 41,4 63,2 57,3 43,4 Sunshine 52,3 41,9 65,9 59,7 41,7 BB (dt/ha) 55,0 55,9 56,7 56,4 56,0 43,2 76,2 63,4 43,9 GD 5 % 5,9 6,4 4,2 2,6 BB = Mittel der dreijährig geprüften Sorten Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 18

19 Bernburg Dornburg Mittelsömmern Nossen Kornertrag (relativ) Einzelorte 2011 Anz. Vers Eunova Marthe Streif Armada Grace KWS Bambina Propino Sunshine BB (dt/ha) 55,0 55,9 56,7 56,4 56,0 43,2 76,2 63,4 43,9 GD 5 % 13,9 8,8 7,1 6,0 Qualitätseigenschaften Teil 1 Rohproteingehalt (%) Sortierung > 2,2 mm (%) Sortierung > 2,5 mm (%) Anz. Vers Eunova 12,7 12,0 11,0 97,2 99,2 99,6 85,8 96,4 98,8 Marthe 12,7 11,9 11,1 96,1 99,2 99,7 80,8 96,6 98,9 Streif 12,1 11,4 11,1 96,3 99,3 99,5 82,4 96,6 98,2 Armada 12,4 11,9 11,2 97,7 99,5 99,6 86,9 97,1 98,2 Grace 11,8 11,4 99,3 99,6 96,3 98,4 KWS Bambina 11,1 99,8 98,7 Propino 10,9 99,7 98,6 Sunshine 11,3 99,5 98,3 BB 12,5 11,8 11,1 96,8 99,3 99,6 84,0 96,7 98,5 Qualitätseigenschaften Teil 2 Hektolitergewicht (kg/hl) Tausendkornmasse (g) Anz. Vers Eunova 69,3 69,3 70,5 44,9 53,6 56,3 Marthe 66,9 66,8 69,6 39,7 48,0 51,2 Streif 66,5 67,7 68,8 41,7 51,1 55,1 Armada 68,7 68,3 70,1 46,5 53,2 55,5 Grace 67,3 70,8 50,7 55,8 KWS Bambina 68,7 55,6 Propino 66,9 56,7 Sunshine 68,5 54,4 BB 67,9 68,0 69,7 43,2 51,5 54,5 Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 19

20 Wachstumsbeobachtungen Teil 1 Mehltau Rhynchosporium Anz. Vers Eunova 1,0 1,8 1,5 2,0 1,0 2,0 Marthe 1,0 1,3 1,6 1,6 1,0 2,3 Streif 1,0 1,0 1,6 2,4 1,3 2,3 Armada 6,5 5,0 2,3 1,9 1,0 2,5 Grace 5,5 5,0 1,3 2,0 KWS Bambina 4,9 2,0 Propino 2,0 3,2 Sunshine 2,3 3,5 BB 2,4 2,3 1,7 2,0 1,1 2,3 Wachstumsbeobachtungen Teil 2 Netzflecken (P. teres) Zwergrost Ährenknicken Anz. Vers Eunova 4,3 2,8 2,3 2,8 1,5 1,8 2,0 2,9 2,5 Marthe 5,0 2,0 2,3 2,5 1,0 1,3 2,0 3,1 2,6 Streif 4,5 2,3 2,5 2,5 1,0 1,3 1,5 2,6 2,7 Armada 3,5 2,0 2,0 2,5 1,0 1,5 1,0 2,6 2,2 Grace 2,3 2,3 1,3 1,5 3,0 2,4 KWS Bambina 2,3 1,3 2,8 Propino 3,3 1,5 2,8 Sunshine 2,3 1,3 2,3 BB 4,3 2,3 2,3 2,6 1,1 1,4 1,6 2,8 2,5 Wachstumsbeobachtungen Teil 3 Halmknicken Lager vor Ernte Pflanzenlänge vor Ernte (cm) Anz. Vers Eunova 6,3 3,4 2,1 1,5 1,8 1, Marthe 6,3 2,8 2,0 1,0 1,4 1, Streif 6,2 3,3 1,8 1,0 1,9 1, Armada 4,3 3,5 2,1 1,0 1,8 1, Grace 3,1 1,7 1,5 1, KWS Bambina 2,5 1,2 70 Propino 2,3 1,2 72 Sunshine 2,4 1,3 72 BB 5,8 3,2 2,0 1,1 1,7 1, Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 20

21 Wachstumsbeobachtungen Teil 4 und Ertragsstruktur Datum Gelbreife Bestandesdichte (Ähren/m²) Kornzahl/Ähre Anz. Vers Eunova ,8 15,8 20,4 Marthe ,3 15,4 16,6 Streif ,1 15,9 19,4 Armada ,3 16,8 22,1 Grace ,5 17,6 KWS Bambina ,9 Propino ,3 Sunshine ,7 BB ,1 16,0 19,6 Wachstum und Erträge von Sommergetreide Das Sommergetreide wurde im März gedrillt und lief bis Anfang April zügig und gleichmäßig auf. Der bis Mitte Juni andauernde Niederschlagsmangel beeinträchtigte das Pflanzenwachstum, so dass die Bestände deutlich dünner und kürzer waren als in den Vorjahren. Krankheiten traten mit Ausnahme von Dornburg meist nur in geringem bis mittlerem Umfang auf. Das Getreide war trotz der teilweise starken Niederschläge im Juli kaum von Lager betroffen und reifte frühzeitig bis Mitte Juli. Bei Sommergerste und Hafer entsprachen die Kornerträge etwa dem Mittel der beiden Vorjahre, während bei Sommerweizen ein Minderertrag von 18 % zu verzeichnen war. Die Tausendkornmassen (TKM) und Hektolitergewichte fielen meist überdurchschnittlich aus. Die Qualitätsmerkmale bei Sommerweizen erreichten nicht die guten Werte der Vorjahre. Sortenempfehlungen Braugerste: Marthe, Streif Futtergerste: Eunova, Armada Hinweise zu geprüften Sorten Marthe kam insgesamt betrachtet auf leicht unterdurchschnittliche Kornerträge. Die Gerstesorte mit guter Braueignung ist kurz im Wuchs und wenig anfällig für Krankheiten. Die Reife ist mittel. Bei insgesamt ansprechender Qualität können die Rohproteingehalte etwas höher ausfallen. Streif zeichnet sich durch eine gute Ertragsfähigkeit und günstige Brauqualität aus. Die kurze Sorte hat eine gute Mehltau- und Zwergrostresistenz und reift mittel ab. Eunova erzielte meist mittlere bis hohe Kornerträge. Beim Hektolitergewicht ist sie den anderen Sorten meistens überlegen. Besonderheit der Sorte ist die längere Wuchshöhe, so dass eine vergleichsweise hohe Konkurrenzfähigkeit gegenüber Unkräutern besteht. Armada erreichte insgesamt mittlere Erträge mit etwas stärkeren Schwankungen von Jahr zu Jahr. Die EU-Sorte mit Eignung für die Futtererzeugung ist relativ lang im Wuchs. Mehltau kann etwas stärker auftreten. Dagegen war Armada weniger von Halmknicken betroffen. Grace konnte 2011 die mittleren Erträge aus dem Vorjahr nicht bestätigen. Die Sorte mit Braueignung wurde stärker durch Mehltau befallen, ist kurz im Wuchs und reift mittel. Die im ersten Jahr geprüften Sorten KWS Bambina, Propino und Sunshine kamen auf niedrige Kornerträge. Alle drei Sorten sind potentiell als Braugerstesorten geeignet. Insbesondere KWS Bambina wies einen starken Befall mit Mehltau auf. Propino und Sunshine sind etwas länger im Wuchs. Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 21

22 3.5 Hafer Allgemeine Angaben Standort Vorfrucht Nmin (kg/ha) 0 60 cm Saatstärke K/m² Erntetermin Dornburg Luzerne Nossen Winterweizen Bernburg Ackerbohnen Mittelsömmern 2011 wegen Befall mit Fritfliege abgebrochen Geprüfte Sorten Sorte Spelzenfarbe Zulassung Züchter/Vertrieb Aragon gelb 2000 Nordsaat/Saaten-Union Ivory weiß 2003 Nordsaat/Saaten-Union Dominik gelb 2003 Bauer/IG Pflanzenzucht Scorpion gelb 2007 Nordsaat/Saaten-Union Flämingsgold gelb 2007 KWS Lochow Max gelb 2008 IG Saatzucht Flocke weiß 2009 Alter/Lantmännen SW Seed KWS Contender gelb 2008 KWS Lochow Curly weiß 2010 KWS Lochow Kornertrag (dt/ha) Aussaattermin Einzelorte 2011 Anz. Vers Bernburburg Dorn- Nossen Aragon 62,7 54,3 50,0 52,2 55,7 43,9 73,1 33,1 Ivory 58,6 55,0 54,3 54,7 56,0 48,5 74,5 39,9 Dominik 62,2 55,5 58,3 56,9 58,7 46,8 82,2 46,1 Scorpion 59,4 55,3 57,0 56,1 57,2 50,3 78,8 42,0 Flämingsgold 60,8 57,0 62,8 59,9 60,2 55,0 83,5 50,0 Max 60,8 55,3 58,9 57,1 58,3 52,5 79,7 44,5 Flocke 53,0 59,6 56,3 50,6 83,1 45,2 KWS Contender 62,1 56,0 84,1 46,3 Curly 58,3 49,3 80,5 45,0 BB (dt/ha) 60,7 55,4 56,9 56,1 57,7 49,5 78,6 42,6 GD 5 % 5,0 4,9 3,5 BB = Mittel der dreijährig geprüften Sorten Mittelsömmern 2011 wegen Befall mit Fritfliege abgebrochen Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 22

23 Kornertrag (relativ) Einzelorte 2011 Anz. Vers Bernburburg Dorn- Nossen Aragon Ivory Dominik Scorpion Flämingsgold Max Flocke KWS Contender Curly BB (dt/ha) 60,7 55,4 56,9 56,1 57,7 49,5 78,6 42,6 GD 5 % 9,9 6,2 8,1 BB = Mittel der dreijährig geprüften Sorten Qualitätseigenschaften Teil 1 Spelzenanteil (%) Mittelsömmern 2011 wegen Befall mit Fritfliege abgebrochen Schälbarkeit Sortierung > 2,0 mm (%) Anz. Vers Aragon 31,5 25,9 29,2 1,7 4,3 2,3 94,9 97,2 97,1 Ivory 29,4 29,6 31,6 1,3 2,7 2,3 98,4 99,5 99,2 Dominik 31,8 31,8 32,1 1,7 4,7 2,3 94,6 96,4 96,7 Scorpion 29,7 33,1 30,0 1,0 3,0 1,7 97,2 98,6 98,8 Flämingsgold 29,2 28,2 28,2 2,0 3,3 2,3 95,2 98,1 98,0 Max 27,9 25,8 28,9 1,7 2,7 1,7 96,3 97,9 98,7 Flocke 29,1 31,0 2,7 2,3 98,1 97,9 KWS Contender 31,8 3,7 98,0 Curly 29,5 1,7 97,9 BB 29,9 29,1 30,0 1,6 3,4 2,1 96,1 97,9 98,1 Qualitätseigenschaften Teil 2 Rohproteingehalt (%) Tausendkornmasse (g) Hektolitergewicht (kg/hl) Anz. Vers Aragon 12,4 12,9 11,5 32,7 35,2 35,3 46,2 50,7 53,5 Ivory 12,2 12,4 11,6 39,5 42,5 45,2 47,3 50,7 52,9 Dominik 12,3 12,8 11,4 32,9 35,0 36,6 43,4 46,9 52,7 Scorpion 11,6 12,4 11,0 37,7 40,8 43,5 47,0 48,6 52,1 Flämingsgold 11,7 12,3 10,7 35,3 37,8 40,2 43,5 47,8 50,7 Max 11,8 12,1 10,7 31,6 32,7 35,4 47,8 51,8 54,9 Flocke 12,9 10,9 34,5 36,5 49,0 52,2 KWS Contender 11,0 40,2 50,6 Curly 10,9 34,0 53,8 BB 12,0 12,5 11,2 35,0 37,3 39,4 45,9 49,4 52,8 Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 23

24 Wachstumsbeobachtungen Teil 1 Mehltau Reifeverzögerung des Strohs Halmknicken Anz. Vers Aragon 6,8 2,1 7,3 3,8 1,8 2,0 5,9 3,8 3,3 Ivory 2,8 1,9 7,3 4,4 2,1 2,5 3,3 3,4 5,5 Dominik 6,5 2,6 8,0 4,0 2,1 2,5 5,3 3,6 2,3 Scorpion 6,0 1,6 8,5 4,1 1,9 2,0 3,6 3,8 5,8 Flämingsgold 3,8 1,8 7,3 3,8 1,5 3,0 6,7 5,0 4,3 Max 4,3 2,4 8,3 3,6 1,8 2,0 5,0 4,6 6,5 Flocke 3,3 8,0 1,8 2,8 2,8 2,8 KWS Contender 6,5 2,0 4,5 Curly 6,8 2,8 2,0 BB 5,0 2,1 7,8 3,9 1,8 2,3 5,0 4,0 4,6 Wachstumsbeobachtungen Teil 2 Haferkronenrost Lager vor Ernte Pflanzenlänge vor Ernte (cm) Anz. Vers Aragon 1,0 1,3 4,1 4,1 2,8 1, Ivory 1,0 1,3 4,3 4,4 2,1 3, Dominik 1,0 1,0 3,3 2,6 2,9 1, Scorpion 1,0 1,8 3,7 3,6 2,4 3, Flämingsgold 1,0 1,5 4,0 4,5 3,5 2, Max 1,0 1,8 4,0 4,5 3,8 4, Flocke 1,8 3,3 2,0 1, KWS Contender 3,6 2,3 90 Curly 4,1 1,3 85 BB 1,0 1,4 3,9 4,0 2,9 2, Wachstumsbeobachtungen Teil 3 und Ertragsstruktur Datum Gelbreife Bestandesdichte (Rispen/m²) Kornzahl/Rispe Anz. Vers Aragon ,5 50,6 39,8 Ivory ,3 40,2 37,2 Dominik ,6 48,5 48,9 Scorpion ,1 43,2 41,1 Flämingsgold ,1 51,3 50,8 Max ,1 60,1 49,5 Flocke ,7 53,8 KWS Contender ,2 Curly ,9 BB ,5 49,0 44,6 Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 24

25 Sortenempfehlungen Schälhafer: Ivory, Flocke* Futterhafer: Flämingsgold, Dominik, Max, Scorpion * vorläufige Empfehlung Hinweise zu geprüften Sorten Ivory erreichte mehrjährig leicht unterdurchschnittliche Kornerträge. Die Sorte kann durch sehr gute Qualitätseinstufungen überzeugen und eignet sich für die gezielte Schälhafererzeugung. Hervorzuheben sind die hohen TKM und Hektolitergewichte sowie die günstige Sortierung. Ivory neigt zu einer Reifeverzögerung des Strohs. Halmknicken trat aber vergleichsweise wenig auf. Flocke konnte sich im zweiten Prüfjahr ertraglich verbessern und kommt somit zweijährig auf insgesamt mittlere Ertragsleistungen. Nach vorläufiger Einschätzung besteht eine gute Eignung für die Schälhafererzeugung. Allerdings werden bei den Qualitätsparametern die guten Werte von Ivory nicht erreicht. Die Sorte reift mittel. Flämingsgold zeichnet sich durch ein hohes Ertragsvermögen aus, das 2011 mit einem Spitzenertrag wiederum unter Beweis gestellt wurde. Der Futterhafer hat zwar einen geringen Spelzenanteil, die Hektolitergehalte fallen allerdings niedrig aus. Dominik überzeugte durch stabile mittlere Erträge. Der Spelzenanteil ist vergleichsweise hoch und der Anteil in der Sortierung > 2,5 mm niedrig, so dass die Qualitätseigenschaften Dominik als Futterhafer ausweisen. Die Reife der standfesten Sorte ist mittel bis etwas später. Scorpion erwies sich dreijährig als recht ertragsstabil auf mittlerem Niveau. In der Qualität gehörte sie zu den besseren Sorten, so dass durchaus eine Eignung als Schälhafer besteht. Max zeigte sich dreijährig mit stabilen mittleren Erträgen und einer ansprechenden Qualität. Vor allem beim Hektolitergewicht zählt der Weißhafer zu den besten Sorten im gegenwärtigen Sortiment. Die TKM liegt allerdings im niedrigen Bereich. Die etwas stärkere Neigung zu Lager sollte beachtet werden. KWS Contender und Curly präsentierten sich im ersten Prüfjahr mit guten Ertragsleistungen, wobei sich KWS Contender als besonders ertragsstark erwies. Beide Sorten reifen mittel und dürften vorrangig als Futterhafer in Frage kommen. Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 25

26 3.6 Sommerweizen Allgemeine Angaben Standort Vorfrucht Nmin (kg/ha) 0 60 cm Saatstärke K/m² Erntetermin Nossen Winterweizen Bernburg Ackerbohnen Mittelsömmern 2011 wegen Befall mit Fritfliege abgebrochen Geprüfte Sorten Sorte Qualitätsgruppe Zulassung Züchter/Vertrieb Eminent E 2003 Schweiger/IG Pflanzenzucht SW Kadrilj E 2005 Lantmännen SW Seed KWS Scirocco E 2008 KWS Lochow KWS Chamsin A 2008 KWS Lochow Alora A 2008 Schweiger Sonett E 2010 Lantmännen SW Seed Kornertrag (dt/ha) BB = Mittel der dreijährig geprüften Sorten Kornertrag (relativ) Aussaattermin Einzelorte 2011 Anz. Vers Bernburg Nossen Eminent 54,5 50,0 41,1 46,4 49,4 42,4 39,8 SW Kadrilj 50,6 49,7 43,9 47,4 48,6 46,8 41,1 KWS Scirocco 55,1 56,3 43,9 51,3 52,7 43,7 44,1 KWS Chamsin 52,0 44,1 48,8 44,9 43,2 Alora 42,6 42,4 42,8 Sonett 43,7 46,3 41,2 BB (dt/ha) 53,4 52,0 43,0 48,4 50,3 44,3 41,7 GD 5 % 4,3 2, Einzelorte 2011 Anz. Vers Bernburg Nossen Eminent SW Kadrilj KWS Scirocco KWS Chamsin Alora Sonett BB (dt/ha) 53,4 52,0 43,0 48,4 50,3 44,3 41,7 GD 5 % 9,7 5,2 Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 26

27 Qualitätseigenschaften Teil 1 Rohproteingehalt (%) Sedimentationswert (Eh) Fallzahl (s) Eminent 13,8 13,3 10,9 54,0 54,0 39, SW Kadrilj 14,4 13,7 11,3 55,7 54,0 39, KWS Scirocco 14,4 13,0 11,1 57,0 55,7 44, KWS Chamsin 13,4 10,9 54,0 37, Alora 10,2 26,0 307 Sonett 10,6 27,5 214 BB 14,2 13,3 11,1 55,6 54,6 40, Qualitätseigenschaften Teil 2 Feuchtklebergehalt (%) Hektolitergewicht (kg/hl) Tausendkornmasse (g) Eminent 33,2 26,2 21,4 77,6 77,9 79,3 38,9 40,2 41,6 SW Kadrilj 34,3 29,4 23,0 78,2 78,1 77,8 41,9 42,7 43,7 KWS Scirocco 37,1 27,6 24,7 77,9 78,2 80,7 45,4 43,9 48,2 KWS Chamsin 29,4 21,4 79,3 82,0 40,5 42,9 Alora 21,1 81,0 35,8 Sonett 22,0 78,5 40,9 BB 34,8 27,7 23,0 77,9 78,1 79,2 42,1 42,3 44,5 Wachstumsbeobachtungen Teil 1 Blattseptoria Braunrost Mehltau Eminent 3,9 2,6 1,8 2,2 4,9 1,0 1,8 2,8 1,8 SW Kadrilj 3,4 2,5 3,8 1,9 2,3 1,0 1,4 2,3 1,0 KWS Scirocco 3,1 3,3 1,8 2,7 6,4 1,0 1,1 2,0 1,8 KWS Chamsin 3,5 2,0 6,0 1,0 2,0 1,3 Alora 2,0 1,0 1,5 Sonett 1,5 1,0 1,3 BB 3,5 2,8 2,4 2,3 4,5 1,0 1,4 2,3 1,5 Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 27

28 Wachstumsbeobachtungen Teil 2 Datum Gelbreife Lager vor Ernte Eminent ,3 1,5 2,8 SW Kadrilj ,0 1,1 1,0 KWS Scirocco ,0 1,1 1,0 KWS Chamsin ,0 1,0 Alora ,0 Sonett ,0 BB ,1 1,3 1,6 Wachstumsbeobachtungen Teil 3 Pflanzenlänge vor Ernte (cm) Halmknicken Eminent ,5 2,0 2,0 SW Kadrilj ,9 1,8 1,0 KWS Scirocco ,1 2,3 1,4 KWS Chamsin ,8 1,1 Alora 78 1,3 Sonett 83 1,3 BB ,8 2,0 1,5 Ertragsstruktur Bestandesdichte (Ähren/m²) Einzelährenertrag (g) Kornzahl/Ähre Eminent ,0 1,1 1,2 25,3 28,2 28,7 SW Kadrilj ,9 1,1 1,3 21,9 26,6 29,0 KWS Scirocco ,2 1,2 1,3 27,0 28,3 26,6 KWS Chamsin ,4 1,3 34,0 30,2 Alora 369 1,2 34,3 Sonett 381 1,2 28,6 BB ,0 1,2 1,2 24,7 27,7 28,1 Sortenempfehlung E-Weizen: KWS Scirocco, SW Kadrilj, Eminent Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 28

29 Hinweise zu geprüften Sorten KWS Scirocco (E) präsentierte sich dreijährig mit hohen Kornerträgen und ansprechender Qualität. Braunrost trat aber vergleichsweise stark in Erscheinung. Die großkörnige Sorte reift etwas früher ab. SW Kadrilj (E) brachte leicht unterdurchschnittliche Erträge mit Schwankungen von Jahr zu Jahr. RP-Gehalt und Sedimentationswert liegen auf hohem Niveau, so dass die E-Weizenqualität in der Regel sicher erreicht wird. Die sehr standfeste Sorte wird wenig durch Braunrost befallen. Eminent (E) war in den letzten Prüfjahren etwas ertragsschwächer, kommt aber insgesamt betrachtet noch auf knapp mittlere Ertragsleistungen bei gleichzeitig guten Qualitätseigenschaften. Schwachpunkt dieser längeren Sorte ist die geringere Standfestigkeit, allerdings war in den Öko- Versuchen bisher kein Lager zu beobachten. Der Befall mit Blattseptoria kann etwas stärker ausfallen. KWS Chamsin (A) brachte zweijährig mittlere Kornerträge und war den E-Weizensorten in der Qualität nicht unterlegen. Die Sorte wurde stärker durch Braunrost befallen, ist aber sehr standfest. Alora (A) und Sonett (E) zeigten sich im ersten Prüfjahr ebenfalls mit mittleren Erträgen. Nach bisher vorliegenden Ergebnissen ist Alora im RP-Gehalt schwächer einzustufen. Allerdings zeichnet sich die Sorte durch eine hohe Fallzahl aus. Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 29

30 4 Körnerleguminosen 4.1. Körnerfuttererbsen Allgemeine Angaben Standort Vorfrucht Nmin (kg/ha) 0 60 cm Saatstärke K/m² Erntetermin Mittelsömmern Kartoffeln Roda Luzerne Bernburg Ackerbohnen Geprüfte Sorten Sorte Zulassung Züchter/Vertrieb Rocket 2004 Späth/Saaten-Union Respect 2007 Intersaatzucht/BayWa Casablanca 2007 KWS Lochow Alvesta 2008 KWS Lochow Natura EU Saatbau Linz KWS Amiata 2009 KWS Lochow KWS La Mancha 2009 KWS Lochow Salamanca 2009 NPZ/Saaten-Union Auckland 2009 Limagrain Navarro 2010 NPZ/Saaten-Union Kornertrag (dt/ha) Aussaattermin Einzelorte 2011 Anz. Vers Bernbursömm. Mittel- Roda Rocket 37,5 31,8 28,9 30,3 32,1 27,9 32,2 26,7 Respect 37,6 30,8 31,4 31,1 32,7 26,3 38,0 29,8 Casablanca 42,0 31,3 28,4 29,9 32,9 26,6 33,3 25,2 Alvesta 40,1 32,0 31,5 31,7 33,8 27,5 35,4 31,5 Natura 36,0 29,8 29,6 29,7 31,3 24,3 28,7 35,8 KWS Amiata 32,8 26,9 29,8 25,2 25,7 29,9 KWS La Mancha 30,1 30,8 30,4 26,8 33,0 32,7 Salamanca 31,4 24,6 28,0 22,8 25,3 25,8 Auckland 24,9 21,3 24,1 29,2 Navarro 30,0 26,7 31,0 32,2 BB (dt/ha) 38,6 31,1 29,9 30,5 32,6 26,5 33,5 29,8 GD 5 % 3,8 3,3 3,4 BB = Mittel der dreijährig geprüften Sorten Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 30

31 Kornertrag (relativ) Rohproteinertrag (relativ) Einzelorte 2011 Anz. Vers Bernbursömm. Mittel- Roda Rocket Respect Casablanca Alvesta Natura KWS Amiata KWS La Mancha Salamanca Auckland Navarro BB (dt/ha) 38,6 31,1 29,9 30,5 32,6 26,5 33,5 29,8 GD 5 % 14,9 10,8 11, Einzelorte 2011 Anz. Vers Bernbursömm. Mittel- Roda Rocket Respect Casablanca Alvesta Natura KWS Amiata KWS La Mancha Salamanca Auckland Navarro BB (dt/ha) 8,1 6,5 5,4 6,0 6,5 4,2 6,2 5,7 Eigenschaften Teil 1 RP-Gehalt (%) Tausendkornmasse (g) Bestandesdichte (Pfl./m²) Rocket 19,5 19,4 16, Respect 21,2 21,9 17, Casablanca 22,1 21,4 19, Alvesta 20,4 20,7 17, Natura 21,2 21,4 17, KWS Amiata 20,6 18, KWS La Mancha 22,3 19, Salamanca 21,7 18, Auckland 18, Navarro 18, BB 20,9 21,0 17, Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 31

32 Eigenschaften Teil 2 Datum des Blühbeginns Datum der Gelbreife Ascochyta- Brennflecken Rocket ,0 1,0 1,0 Respect ,0 1,0 1,0 Casablanca ,0 1,0 1,0 Alvesta ,0 1,0 1,0 Natura ,0 1,0 1,0 KWS Amiata ,0 1,0 KWS La Mancha ,0 1,0 Salamanca ,0 1,0 Auckland ,0 Navarro ,0 BB ,2 1,0 1,0 Eigenschaften Teil 3 Pflanzenlänge (cm) Bestandeshöhe vor Ernte (cm) HEB-Index Rocket ,00 0,73 0,85 Respect ,98 0,85 0,86 Casablanca ,00 0,75 0,88 Alvesta ,99 0,74 0,82 Natura ,95 0,71 0,77 KWS Amiata ,78 0,81 KWS La Mancha ,77 0,84 Salamanca ,75 0,82 Auckland ,75 Navarro ,81 BB ,98 0,76 0,84 Eigenschaften Teil 4 Lager vor Ernte Neigung zum Platzen auf dem Feld Reifeverzögerung des Strohs Rocket 3,7 3,3 1,7 7,8 2,7 1,0 1,8 1,0 Respect 1,8 2,4 1,0 5,3 3,3 1,0 1,0 1,0 Casablanca 2,8 2,8 1,7 8,0 3,0 1,0 1,3 1,0 Alvesta 2,3 3,9 1,7 5,0 2,8 1,0 1,3 1,0 Natura 6,5 2,5 1,3 8,5 3,0 1,0 1,5 1,0 KWS Amiata 4,3 1,3 4,3 2,2 1,5 1,0 KWS La Mancha 2,5 1,7 4,5 2,8 1,5 1,0 Salamanca 2,5 2,0 5,8 2,8 1,3 1,0 Auckland 1,7 3,0 1,0 Navarro 1,7 2,7 1,0 BB 3,4 3,0 1,5 6,9 3,0 1,0 1,4 1,0 Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 32

33 Wachstum und Erträge Die Aussaat der Körnererbsen erfolgte auf den drei Lö-Standorten im März unter günstigen Bedingungen. Die Bestände liefen bis Anfang April auf und entwickelten sich bei überdurchschnittlichen Temperaturen zunächst zügig. Die meist ausgeprägte Trockenheit bis Mitte Juni beeinträchtigte dann aber das Wachstum und führte zu Beständen mit geringer Wuchshöhe und kurzer Blühphase. Trotz der teilweise starken Niederschläge ab Ende Juni war Lager kaum zu verzeichnen. In Mittelsömmern trat Rost stärker in Erscheinung, außerdem kam es in mittlerem Umfang zu Hülsenplatzen. Die Kornerträge lagen auf den drei Standorten im Mittel über die Sorten zwischen 26 und 31 dt/ha und erreichten damit noch ein gutes Niveau. In Relation zum Mittel der beiden Vorjahre ergab sich jedoch ein Minderertrag von 14 %. Auch der Rohproteingehalt fiel mit ca. 18 % im Sortenmittel vergleichsweise niedrig aus. Sortenempfehlungen Alvesta, Respect, Casablanca, KWS La Mancha* * vorläufige Empfehlung Hinweise zu geprüften Sorten Alvesta überzeugte dreijährig mit hohen und stabilen Ertragsleistungen. Der RP-Gehalt ist mittel bis leicht unterdurchschnittlich. Standfestigkeit und Strohstabilität sind etwas schwächer ausgeprägt. Respect brachte insgesamt mittlere Erträge. Im gegenwärtigen Sortiment ist sie die standfesteste Sorte und erreicht die höchste Bestandeshöhe vor Ernte. Diese Eigenschaft macht sie vor allem für gute Lössböden interessant. Casablanca kam auf insgesamt mittlere Kornerträge, allerdings mit Schwankungen von Jahr zu Jahr. Aufgrund des überdurchschnittlichen RP-Gehaltes fallen die Rohproteinerträge hoch bis sehr hoch aus. Die großkörnige Sorte liegt bei der Standfestigkeit und Bestandeshöhe vor Ernte im mittleren Bereich. Hülsenplatzen trat teilweise etwas stärker in Erscheinung, KWS La Mancha erzielte zweijährig mittlere Korn- und hohe Rohproteinerträge. Ihr hoher RP- Gehalt macht sie vor allem für die innerbetriebliche Verwertung interessant. Standfestigkeit und Strohstabilität sind mittel. Rocket erreichte insgesamt knapp mittlere Kornerträge, fiel aber beim RP-Ertrag deutlich ab. Die kleinkörnige Sorte hat den niedrigsten RP-Gehalt im gegenwärtigen Sortiment. Natura verbesserte sich zwar im dritten Prüfjahr, konnte aber insgesamt betrachtet nicht überzeugen, sowohl beim Kornertrag als auch bei den agronomischen Eigenschaften. Die einzige normalblättrige Sorte im Prüfsortiment erwies sich als stärker lageranfällig. Hülsenplatzen war teilweise stärker zu beobachten. KWS Amiata fiel im zweiten Prüfjahr ertraglich deutlich ab und zeigte auch bei der Standfestigkeit einige Schwächen. Salamanca konnte ebenfalls die mittlere Ertragsleistung aus dem Vorjahr nicht bestätigen und schnitt 2011 als ertragsschwächste Sorte ab. Sie fiel aber positiv durch eine bessere Standfestigkeit und überdurchschnittliche Bestandeshöhe vor Ernte auf. Bei den einjährig geprüften Sorten kam Auckland auf niedrige und Navarro auf mittlere Kornerträge. Auckland ist großkörnig, wurde stärker durch Rost befallen und wies eine unterdurchschnittliche Bestandeshöhe vor Ernte auf. Navarro liegt bei Standfestigkeit und Strohstabilität auf mittlerem Niveau und weist einen höheren RP-Gehalt auf. Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 33

34 4.2 Ackerbohnen Allgemeine Angaben Standort Vorfrucht Nmin (kg/ha) 0 60 cm Aussaattermin Saatstärke K/m² Erntetermin Mittelsömmern Kartoffeln Geprüfte Sorten Sorte Zulassung Züchter/Vertrieb Fuego 2004 NPZ/Saaten-Union Tangenta 2007 NPZ/Saaten-Union Divine EU I.G. Pflanzenzucht Ertrag, Qualität und Wachstumsbeobachtungen Fuego Tangenta * Divine BB GD 5% Kornertrag bei 86% TS dt/ha 43,1 43,9 43,5 3,1 Kornertrag bei 86% TS relativ ,5 9,5 Rohproteinertrag (Korn 86 %TS) dt/ha 9,9 10,2 10,1 Rohproteinertrag (Korn 86 %TS) relativ ,1 Rohprotein bei 86% TS (%) 23,1 23,2 23,1 Tausendkornmasse bei 86% TS (g) Anzahl Hülsen pro Pflanze 15,5 15,3 15,4 Bestandesdichte Datum des Aufgangs Datum des Blühbeginns Datum des Blühendes Datum der Gelbreife Pflanzenlänge cm Lager bei/nach Blüte 1,0 1,0 1,0 Lager vor Ernte 1,7 1,7 1,7 Ausfall 1,0 1,0 1,0 Auswuchs 1,0 1,0 1,0 Reifeverzögerung des Strohs 7,3 6,0 6,7 Neigung zum Platzen auf dem Feld 1,0 1,0 1,0 Botrytis F. 1,3 1,0 1,2 Fußkrankheiten 1,0 1,0 1,0 Rost (Uromyces spec.) 2,3 2,7 2,5 Wipfel-,Stengelknicken 1,0 1,0 1,0 * Keine Darstellung der Ergebnisse wegen geringem Feldaufgang (Triebkraftmangel) BB = Mittel aus Fuego und Divine Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 34

35 5 Kartoffeln Allgemeine Angaben Standort Vorfrucht Nmin (kg/ha) Pflanztermin Erntetermin 0 60 cm Bernburg Ackerbohnen Mittelsömmern Kleegrasgemenge Roda Ackerbohnen / Geprüfte Sorten Sorte Reifegruppe Kochtyp Zulassung Züchter/Vertrieb Anuschka 1 A-B EU Europlant Biogold 1 B-C EU Van Rijn/KWS Bellarosa 1 B EU Europlant Annabelle 1 A-B EU Weuthen Gala 2 B 2002 Norika Ballerina 2 A-B EU Landsbrugets/NSP Francisca 2 B 2008 Solana Musica 2 A-B EU Weuthen Ditta 3 A-B 1991 Europlant Allians 3 A-B EU Europlant Talent 3 B-C 2006 Norika Red Fantasy 3 B 2006 Europlant Adelina 3 A-B 2008 Europlant Melody 3 B-C EU Weuthen Soraya 3 B 2008 Norika Birgit 3 B 2009 Firlbeck/Norika Knollenertrag (dt/ha) Einzelorte 2011 Anz. Vers Bernbursömm. Mittel- Roda Anuschka Biogold Bellarosa Annabelle Gala Ballerina Francisca Musica Ditta Allians Talent Red Fantasy Adelina Melody Soraya Birgit BB (dt/ha) GD 5 % 51,6 41,8 37,9 BB = Mittel der dreijährig geprüften Sorten Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 35

36 Knollenertrag (relativ) BB = Mittel der dreijährig geprüften Sorten Marktwareertrag (relativ) Einzelorte 2011 Anz. Vers Bernbursömm. Mittel- Roda Anuschka Biogold Bellarosa Annabelle Gala Ballerina Francisca Musica Ditta Allians Talent Red Fantasy Adelina Melody Soraya Birgit BB (dt/ha) GD 5 % 14,3 12,6 13, Einzelorte 2011 Anz. Vers Bernbursömm. Mittel- Roda Anuschka Biogold Bellarosa Annabelle Gala Ballerina Francisca Musica Ditta Allians Talent Red Fantasy Adelina Melody Soraya Birgit BB (dt/ha) GD 5 % 15,4 12,9 13,8 BB = Mittel der dreijährig geprüften Sorten Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 36

37 Sortierung und Marktwareanteil Anteil an Untergrößen < 30 bzw. 35 mm (%) Anteil an Übergrößen > 55 bzw. 60 mm (%) Marktwareanteil (%) Knollen > 30 bzw. 35 mm Anz. Vers Anuschka 2,7 7,8 3,1 34,2 23,8 45,3 97,3 92,2 96,9 Biogold 3,0 6,2 2,0 36,2 43,6 28,2 97,0 93,8 98,0 Bellarosa 2,6 0,3 62,3 77,9 97,4 99,7 Annabelle 3,3 18,3 96,8 Gala 5,1 15,1 4,5 23,0 19,1 16,0 94,9 84,9 95,5 Ballerina 2,4 9,7 2,2 28,5 21,6 18,3 97,6 90,3 97,8 Francisca 2,0 31,9 98,0 Musica 1,7 30,5 98,3 Ditta 2,4 9,9 1,0 19,5 20,3 31,0 97,6 90,1 99,0 Allians 3,3 13,2 2,2 24,7 14,4 19,1 96,7 86,8 97,8 Talent 3,7 9,5 2,2 20,7 18,1 25,3 96,3 90,5 97,9 Red Fantasy 2,3 5,1 0,8 45,9 34,2 49,1 97,7 94,9 99,2 Adelina 4,1 15,0 1,3 22,6 8,9 30,0 95,9 85,0 98,7 Melody 3,3 5,1 1,4 33,2 45,2 51,9 96,7 94,9 98,6 Soraya 6,5 1,0 25,5 54,9 93,5 99,0 Birgit 1,4 37,3 98,6 BB 3,2 9,7 2,1 28,8 24,9 31,4 96,8 90,3 97,9 Krautfäule und Qualitätseigenschaften Teil 1 Krautfäule Kartoffelschorf (Index) Stärkegehalt (%) Anz. Vers Anuschka 2,6 3,1 2,4 0,7 0,4 2,2 14,4 14,0 14,9 Biogold 2,6 3,3 3,4 2,8 0,5 3,3 17,2 15,1 17,3 Bellarosa 3,5 3,1 0,8 4,6 14,2 15,5 Annabelle 3,9 5,1 13,9 Gala 3,4 2,0 3,1 2,5 0,3 2,4 13,8 13,7 15,3 Ballerina 4,8 3,9 2,9 1,3 0,6 4,6 13,2 13,7 13,1 Francisca 1,9 3,6 14,2 Musica 1,8 6,9 15,5 Ditta 2,0 1,5 1,2 2,9 1,8 4,6 15,4 16,9 16,8 Allians 1,7 2,1 1,3 6,8 0,7 4,8 15,0 14,2 15,8 Talent 1,4 2,1 1,2 2,3 0,1 5,8 20,3 18,8 20,6 Red Fantasy 1,3 2,0 1,5 4,5 0,6 6,2 15,5 14,7 16,3 Adelina 1,3 2,8 1,7 1,3 0,8 5,0 15,9 14,3 16,1 Melody 2,1 1,8 1,3 4,1 3,0 2,6 15,2 14,9 18,0 Soraya 2,0 1,6 1,0 5,2 13,2 14,2 Birgit 1,4 4,5 17,7 BB 2,3 2,5 2,0 2,9 0,9 4,2 15,6 15,0 16,4 Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 37

38 Qualitätseigenschaften Teil 2 Nitratgehalt (mg/kg FM) Wachstumsrisse (%) Mängel in der Formschönheit Anz. Vers Anuschka ,7 1,0 2,7 3,0 3,0 2,3 Biogold ,7 2,5 1,7 3,3 3,0 2,3 Bellarosa 45 1,0 3,3 3,0 3,3 Annabelle 68 1,3 3,0 Gala ,7 0,5 0,3 2,7 2,5 2,3 Ballerina ,0 1,0 2,7 3,3 3,0 2,7 Francisca 78 2,7 2,3 Musica 48 1,7 2,3 Ditta ,0 2,5 3,3 3,0 3,0 2,3 Allians ,0 1,5 2,0 3,0 3,5 2,7 Talent ,0 1,0 2,0 3,3 3,0 2,7 Red Fantasy ,3 1,0 2,3 3,0 3,5 3,3 Adelina ,0 2,5 2,3 3,3 3,0 2,7 Melody ,7 1,0 0,7 3,0 2,5 2,3 Soraya 53 0,0 1,3 3,0 3,0 Birgit 10 1,7 3,0 BB ,6 1,5 2,0 3,1 3,0 2,6 Qualitätseigenschaften Teil 3 Schalenbeschaffenheit Fleischfarbe Augentiefe Anz. Vers Anuschka 1,7 1,5 2,0 4,0 4,0 3,0 2,5 2,0 1,5 Biogold 2,0 1,5 1,7 2,5 3,0 2,0 2,0 2,0 2,5 Bellarosa 2,5 3,0 3,0 3,0 4,0 5,0 Annabelle 2,0 3,5 2,0 Gala 2,0 2,0 1,7 3,7 4,0 3,5 2,5 2,0 2,5 Ballerina 1,7 2,0 1,7 3,5 3,0 3,0 2,0 2,0 2,0 Francisca 2,0 3,0 2,0 Musica 1,7 3,5 1,5 Ditta 2,7 2,5 2,3 3,5 3,0 2,5 2,0 2,0 2,0 Allians 2,3 1,5 2,3 4,0 4,0 3,0 2,5 2,0 2,0 Talent 2,3 2,0 2,0 3,7 4,0 3,0 3,5 2,0 2,5 Red Fantasy 2,3 3,0 2,7 4,3 5,0 4,5 3,0 3,0 2,5 Adelina 2,3 2,5 2,3 4,0 3,0 3,0 2,0 2,0 2,5 Melody 2,7 2,5 2,3 3,7 3,0 2,5 3,5 3,0 3,0 Soraya 2,0 2,0 3,0 3,0 3,0 3,0 Birgit 2,3 4,0 2,0 BB 2,2 2,1 2,1 3,7 3,6 3,0 2,6 2,2 2,3 Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 38

39 Qualitätseigenschaften Teil 4 Zwiewuchs (%) Eisenfleckigkeit (%) Schwarzfleckigkeit (Index) Anz. Vers Anuschka 0,5 1,5 1,3 0,0 0,0 0, Biogold 0,5 2,5 1,0 0,0 0,0 0, Bellarosa 3,0 2,0 0,0 0, Annabelle 3,3 0,0 17 Gala 0,0 1,5 1,0 0,0 0,0 0, Ballerina 3,5 1,0 0,7 0,0 0,0 0, Francisca 1,7 8,0 20 Musica 1,7 0,0 29 Ditta 1,5 7,0 2,7 1,0 0,0 4, Allians 0,5 4,0 1,3 0,0 0,0 0, Talent 1,5 2,0 1,7 0,0 0,0 0, Red Fantasy 4,0 1,5 2,3 3,0 0,0 0, Adelina 0,5 2,5 1,0 0,0 0,0 0, Melody 1,0 4,5 1,0 1,0 0,0 0, Soraya 5,0 1,7 0,0 0,0 8 5 Birgit 1,7 0,0 46 BB 1,4 2,8 1,4 0,5 0,0 0, Qualitätseigenschaften Teil 5 Geschmack Kochdunklung Mehligkeit Anz. Vers Anuschka 3,3 2,2 3,6 3,0 2,0 4,0 3,0 3,0 3,9 Biogold 3,2 2,8 2,7 4,3 3,5 3,3 4,3 5,2 5,6 Bellarosa 4,5 3,7 3,0 4,7 4,2 3,9 Annabelle 2,7 3,3 4,2 Gala 2,6 2,3 3,0 3,0 1,5 3,0 3,8 5,3 4,4 Ballerina 3,3 2,5 3,2 4,3 2,5 3,0 2,8 4,0 3,4 Francisca 3,3 3,3 3,6 Musica 3,2 3,0 4,6 Ditta 2,8 3,3 2,7 3,0 3,5 4,7 3,6 3,5 4,4 Allians 2,9 3,0 3,1 2,3 2,0 3,3 2,9 3,8 2,7 Talent 2,7 3,0 2,4 3,3 2,0 3,0 6,3 6,8 6,0 Red Fantasy 3,1 3,7 3,7 3,3 3,0 4,7 3,6 3,7 4,1 Adelina 4,3 3,2 3,3 2,0 2,5 3,3 2,1 2,5 2,7 Melody 2,8 2,3 2,9 3,3 2,5 3,0 4,8 5,0 6,1 Soraya 2,3 2,9 2,5 3,3 3,3 3,3 Birgit 2,7 3,7 4,9 BB 3,1 2,8 3,1 3,2 2,5 3,5 3,7 4,3 4,3 Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 39

40 Wachstum und Erträge In den Sortenversuchen erfolgte das Auspflanzen Mitte April bei günstigen Bedingungen. Aufgrund überdurchschnittlicher Temperaturen liefen die Kartoffeln zügig bis Mitte Mai auf. Das Niederschlagsdefizit im Mai und Juni hatte eine nur schwache Krautentwicklung und einen geringen Knollenansatz zur Folge. Alternaria trat nur in sehr geringem Umfang in Erscheinung. Gegen Kartoffelkäfer wurden zwei- bis dreimal zugelassene Präparate eingesetzt. Die hohen Niederschlagsmengen im Juli begünstigten das Auftreten der Krautfäule, vor allem bei den frühen Sorten. Auf allen Standorten wurden Kupfermittel zur Phytophthora-Bekämpfung ausgebracht. Die sehr frühen und frühen Sorten starben Ende Juli bis Anfang August ab, die mittelfrühen Mitte bis Ende August. Mit im Mittel über die drei Standorte 319 dt/ha wurde ein mittleres bis gutes Ertragsniveau erreicht. Der Anteil an Übergrößen war hoch, mit deutlicher Differenzierung zwischen den Sorten. Auch bei den sehr groß fallenden Sorten wurde Hohlherzigkeit nur sehr selten festgestellt. Bei einzelnen Sorten traten Wachstumsrisse und Zwiewuchs in Erscheinung. In Roda wurde bei einigen Sorten die Qualität durch Knollenfäulen gemindert. Der Stärkegehalt fiel mit 16,4 % im Mittel über die Sorten und Standorte relativ hoch aus. Sortenempfehlung Reifegruppe sehr früh: Reifegruppe früh: Reifegruppe mittelfrüh: Anuschka (für spätere Rodetermine) Gala, Ballerina*, Agila** Ditta, Allians, Talent, Melody * eingeschränkte Empfehlung wegen geringer Erträge ** Sorte nicht mehr im aktuellen Prüfsortiment Hinweise zu geprüften Sorten Reifegruppe sehr früh Anuschka erreichte insgesamt unterdurchschnittliche Marktwareerträge, in Relation zu den anderen sehr frühen Sorten ist sie aber recht ertragssicher. Sie reift innerhalb der Reifegruppe vergleichsweise spät ab und bietet sich daher für spätere Rodetermine im Übergangsbereich zu den frühen Sorten an. Die etwas stärkere Neigung zu Übergrößen sollte beachtet werden. Die fest kochende Sorte mit ovaler Knollenform wurde bei den Qualitätseigenschaften durchgängig mit gut bewertet. Biogold zeigte sich dreijährig mit schwachen Erträgen. Äußerlich sind die rundovalen Knollen durch eine glatte Schale und hellgelbe Fleischfarbe gekennzeichnet. Geschmacklich waren keine Beanstandungen zu verzeichnen. Vom Züchter wird Biogold als mehlig kochend eingestuft. Der Grad der Mehligkeit ist vergleichbar mit Melody. Im Bestand wurden teilweise mehr Mängel beim Reihenschließen festgestellt als bei anderen Sorten. Bellarosa verbesserte sich im zweiten Prüfjahr deutlich beim Marktwareertrag, fiel aber durch einen sehr hohen Anteil an Übergrößen auf. Die rotschalige Sorte konnte beim Geschmack nicht überzeugen. Der Kochtyp ist vorwiegend fest kochend. Wachstumsrisse minderten teilweise die äußere Qualität. Darüber hinaus kann Schwarzfleckigkeit im mittleren Umfang auftreten. Annabelle brachte im ersten Prüfjahr niedrige Marktwareerträge. Dabei ist allerdings der geringe Anteil an Übergrößen positiv hervorzuheben. Die fest kochende Sorte ist optisch und geschmacklich ansprechend. Der Stärkegehalt war vergleichsweise niedrig. Reifegruppe früh Gala fiel 2011 ertraglich auf ein leicht unterdurchschnittliches Niveau ab, nachdem sie in den Vorjahren hohe Knollenerträge erzielte. Günstig ist die ausgeglichene Sortierung mit einem relativ geringen Anteil an Übergrößen. Gala zeichnet sich durch formschöne Knollen mit gutem Geschmack aus. Die Knollenform ist rundoval. Ballerina erreichte niedrige Knollenerträge, allerdings mit günstiger Sortierung, d. h. wenig Übergrößen. Vorteile der fest kochenden Sorte mit rundovaler Knollenform sind die glatte Schale, die geringe Augentiefe und die sehr geringe Neigung zu Schwarzfleckigkeit. Weiteres Kennzeichen von Ballerina ist ein niedriger Stärkegehalt. Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 40

41 Agila kam in den Prüfjahren meist auf hohe Erträge. Bei der Qualität gab es durchweg gute Bewertungen, wobei die sehr geringe bis geringe Neigung zu Schwarzfleckigkeit hervorzuheben ist. Beachtenswert ist der relativ hohe Anteil an Übergrößen und die hellgelbe Fleischfarbe der rohen Knollen. Agila ist fest kochend. Francisca und Musica präsentierten sich im ersten Prüfjahr mit sehr hohen Erträgen bei einem mittleren Anteil an Übergrößen. Beide Sorten haben optisch ansprechende Knollen und gaben auch bei der Speisewertprüfung keinen Anlass zu Beanstandungen. Bei Musica kann Schorf stärker auftreten. Der Kochtyp ist bei Francisca vorwiegend fest kochend und bei Musica fest kochend. Reifegruppe mittelfrüh Ditta brachte mittlere bis hohe Marktwareerträge, mit Schwankungen in den Prüfjahren. Die bereits 1991 zugelassene, fest kochende Sorte hat eine gute bis mittlere äußere und innere Qualität. Die gekochten Knollen fallen durch eine intensive gelbe Farbe auf. Zwiewuchs und Wachstumsrisse können etwas stärker auftreten. Allians erreichte in den letzten beiden Jahren hohe Marktwareerträge, zuvor schwankten die Leistungen. Die fest kochende Sorte zeigte bei Geschmack, Kochdunklung und Schwarzfleckigkeit keine Mängel. Die Knollen haben flache Augen und im gekochten Zustand eine intensive gelbe Farbe. Wegen der ausgeprägt langovalen Knollenform sollte auf eine schonende Ernte und Aufbereitung geachtet werden. Talent kam insgesamt auf leicht unterdurchschnittliche Erträge. Sie ist mehlig kochend und weist einen sehr hohen Stärkegehalt auf. Bei der Speisewertprüfung erhielt sie beim Merkmal Mehligkeit ähnlich hohe Werte wie Karlena. Der Geschmack ist meist einwandfrei. Die Neigung zu Schwarzfleckigkeit ist mittel, aber in Anbetracht des hohen Stärkegehaltes akzeptabel. Aufgrund der geringen Keimfreudigkeit verfügt Talent über eine gute Lagereignung. Red Fantasy erzielte dreijährig hohe stabile Ertragsleistungen und war dabei recht groß fallend. Die rotschalige Sorte mit ovaler Knollenform hat eine tiefgelbe Fleischfarbe und ist vorwiegend fest kochend. Geschmacklich konnte sie nicht immer überzeugen. Es besteht eine mittlere Neigung zu Schwarzfleckigkeit. Adelina schwankte erheblich in den Ernteergebnissen. Insgesamt fallen die Erträge überdurchschnittlich aus und der Anteil an Übergrößen ist relativ niedrig. Die ovalen Knollen mit geringer Augentiefe sind fest kochend. Kartoffelschorf kann stärker auftreten. Schwachpunkt ist die starke Neigung zu Schwarzfleckigkeit. In dieser Beziehung kann die gute Einstufung der Beschreibenden Sortenliste nicht bestätigt werden. Adelina ist wenig keimfreudig. Melody ist mehrjährig betrachtet die ertragsstärkste Sorte im Sortiment. Dabei ist der hohe Anteil an Übergrößen zu beachten. Die mehlig kochende Sorte wurde geschmacklich gut bewertet, weist aber eine mittlere Neigung zu Schwarzfleckigkeit auf. Im Vergleich zu Talent ist die Mehligkeit schwächer ausgeprägt und der Stärkegehalt ist niedriger. Soraya verbesserte sich im zweiten Prüfjahr auf ein sehr hohes Ertragsniveau, verbunden allerdings mit einem hohen Anteil an Übergrößen. Die Qualität ist durchweg ansprechend. Neben den guten geschmacklichen Eigenschaften ist die hervorragende Bewertung bei der Schwarzfleckigkeit zu betonen. Soraya hat einen niedrigen Stärkegehalt. Birgit zeigte sich im ersten Prüfjahr mit hohem Marktwareertrag, einem durchschnittlichen Anteil an Übergrößen und einem hohen Stärkegehalt. Die Knollen der vorwiegend fest kochenden Sorte weisen eine rote Schale, geringe Augentiefe und im gekochten Zustand eine intensive gelbe Farbe auf. Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 41

42 6 Silomais Die Prüfsortimente wurden bundesweit abgestimmt und sind als Gemeinschaftssortimente mit Sorten der frühen und mittelfrühen Reifegruppe angelegt. Dies ist bei der Bewertung der Ergebnisse zu berücksichtigen. Standorte 2011 Bretzfeld Bundesland SN SH BW BW BY BY Höhenlage (m ü. NN) Mittl. Niederschläge (mm) Mittl. Lufttemperatur ( C) 8,6 9,1 9,8 Bodenart L sl ls lt sl ls Ackerzahl Allgemeine Angaben zu den Prüforten 2011 Standort letzte Vorfrucht vorletzte Vorfrucht Nmin (kg/ha) 0 60 cm Standort Roda Lindhof Bissendorf Ismannsdorf Feldheim Aussaattermin Erntetermin Roda Kleegrasgemenge Kleegrasgemenge Lindhof Kleegrasgemenge Dinkel Bissendorf Hafer (Körnernu.) Winterweizen Bretzfeld Wintergerste Winterweizen Ismannsdorf Silomais Kleegrasgemenge Feldheim Winterweizen Kleegrasgemenge Geprüfte Sorten Sorte Siloreifezahl Zulassung Züchter/Vertrieb NK Falkone S Syngenta Seeds Ambrosini S Agromais Fabregas S KWS Mais Ayrro* S 220 NL 2008 Saaten-Union Adenzo* 1) S 220 EU 2005 DSV Padrino 1) S KWS Mais Amatus 1) S Agromais LG ) S LG Amamonte S Agromais Ampezzo* S 200 NL 2009 DSV Hobbit S DSV Pralinia* S 220 CH 2008 InterSaatzucht *EU-Sorten 1) 2011 nur in Roda Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 42

43 Trockenmasseertrag (dt/ha) Bundesweite Prüfung Roda (SN) absolut relativ absolut relativ Anz. Vers NK Falkone 155,1 199, ,0 191, Ambrosini 155,1 207, ,1 198, Fabregas 145,2 199, ,3 196, Ayrro 149,1 201, ,9 191, Adenzo 142, ,2 172, Padrino 148, ,2 191, Amatus 141, ,6 196, LG ,9 197, Amamonte 208, ,9 108 Ampezzo 197, ,7 103 Hobbit 190, ,2 94 Pralinia 191, ,6 98 BB 151,1 201,8 151,1 201,8 159,4 190,6 159,4 190,6 BB = Mittel der zweijährig geprüften Sorten Energieertrag (GJ NEL/ha) Bundesweite Prüfung Roda (SN) absolut relativ absolut relativ Anz. Vers NK Falkone 101,1 134, ,1 121, Ambrosini 97,8 140, ,3 126, Fabregas 92,3 135, ,6 124, Ayrro 93,5 135, ,2 120, Adenzo 94, ,9 113, Padrino 96, ,4 121, Amatus 91, ,8 127, LG ,8 121, Amamonte 144, ,5 106 Ampezzo 133, ,0 104 Hobbit 126, ,3 92 Pralinia 129, ,8 97 BB 96,2 136,4 96,2 136,4 97,1 122,1 97,1 122,1 Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 43

44 Stärkeertrag (dt/ha) Bundesweite Prüfung Roda (SN) absolut relativ absolut relativ Anz. Vers NK Falkone 43,9 67, ,3 53, Ambrosini 40,4 71, ,9 59, Fabregas 40,0 70, ,5 57, Ayrro 35,0 64, ,9 49, Adenzo 41, ,2 54, Padrino 44, ,8 54, Amatus 40, ,0 59, LG ,6 58, Amamonte 71, ,6 100 Ampezzo 64, ,2 102 Hobbit 62, ,0 93 Pralinia 62, ,2 88 BB 39,8 68,5 39,8 68,5 33,8 55,8 33,8 44,8 Inhaltsstoffe und Produkteigenschaften Teil 1 TS-Gehalt (%) Stärkegehalt (%) bundesweit Roda (SN) bundesweit Roda (SN) Anz. Vers NK Falkone 29,3 34,1 26,6 28,2 29,0 33,6 21,3 27,8 Ambrosini 28,9 33,9 25,8 29,8 26,8 34,0 19,9 29,8 Fabregas 29,2 35,0 26,0 30,0 28,3 35,0 22,0 29,5 Ayrro 27,0 32,4 24,6 28,4 24,6 31,6 16,3 25,9 Adenzo 27,8 26,1 28,1 29,1 24,7 31,3 Padrino 30,4 27,8 30,3 29,7 22,1 28,4 Amatus 29,6 26,7 30,3 29,1 22,4 30,3 LG ,3 28,0 21,2 31,3 Amamonte 32,4 28,1 33,5 26,9 Ampezzo 33,3 29,1 32,7 29,2 Hobbit 32,4 28,2 32,4 29,0 Pralinia 33,1 28,1 32,5 26,3 BB 28,6 33,9 26,1 29,1 27,2 33,6 21,2 29,3 BB = Mittel der zweijährig geprüften Sorten Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 44

45 Inhaltsstoffe und Produkteigenschaften Teil 2 Energiedichte (MJ NEL/kg TM) ELOS (% i. d. TM) bundesweit Roda (SN) bundesweit Roda (SN) Anz. Vers NK Falkone 6,57 6,70 6,17 6,36 72,1 72,4 68,2 69,5 Ambrosini 6,37 6,70 5,95 6,38 69,2 71,6 64,4 68,4 Fabregas 6,43 6,70 6,05 6,36 69,3 71,3 64,7 68,4 Ayrro 6,34 6,70 5,92 6,30 69,8 72,5 65,8 69,1 Adenzo 6,66 6,29 6,56 73,4 69,6 72,6 Padrino 6,51 6,10 6,34 71,9 67,2 68,7 Amatus 6,53 6,12 6,47 71,3 66,8 69,9 LG ,16 6,49 68,9 72,6 Amamonte 6,80 6,28 73,1 68,1 Ampezzo 6,70 6,49 72,9 72,1 Hobbit 6,70 6,27 72,2 69,2 Pralinia 6,80 6,36 72,8 69,7 BB 6,43 6,70 6,09 6,41 70,1 72,0 66,9 69,9 Wachstumsbeobachtungen Teil 1 Weibliche Blüte (Datum) Pflanzenlänge (cm) bundesweit Roda (SN) bundesweit Roda (SN) Anz. Vers NK Falkone Ambrosini Fabregas Ayrro Adenzo Padrino Amatus LG Amamonte Ampezzo Hobbit Pralinia BB BB = Mittel der zweijährig geprüften Sorten Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 45

46 Wachstumsbeobachtungen Teil 2 Bestockung Lagernde Pfl. zur Ernte (%) bundesweit Roda (SN) bundesweit Roda (SN) Anz. Vers NK Falkone 1,6 3,5 0,0 0,3 0,0 Ambrosini 1,0 2,0 0,4 0,0 0,0 Fabregas 1,6 0,0 0,0 0,0 0,0 Ayrro 3,9 3,3 0,4 2,1 0,0 Adenzo 0,8 0,0 0,0 Padrino 2,5 0,0 0,0 Amatus 4,0 0,0 0,0 LG ,5 0,0 Amamonte 1,9 5,8 0,4 0,0 Ampezzo 0,9 1,8 0,0 0,0 Hobbit 4,6 3,8 0,0 0,0 Pralinia 1,7 3,0 0,5 0,0 BB 2,0 2,2 0,2 0,6 0,0 Wachstumsbeobachtungen Teil 3 Beulenbrand (befallene Pfl. %) Maiszünsler (befallene Pfl. %) bundesweit Roda (SN) bundesweit Roda (SN) Anz. Vers NK Falkone 0,5 0,2 1,8 0,3 7,6 1,2 3,8 2,5 Ambrosini 0,4 0,3 1,3 0,8 17,1 2,3 7,0 4,3 Fabregas 0,6 0,4 0,8 0,3 12,7 1,6 5,3 4,0 Ayrro 0,1 0,7 0,3 1,8 6,5 1,5 3,0 3,3 Adenzo 0,1 0,3 0,5 7,2 5,0 8,0 Padrino 1,5 1,0 0,5 11,5 5,5 5,5 Amatus 0,7 0,3 0,5 19,5 6,3 8,5 LG ,8 1,5 4,0 3,3 Amamonte 0,3 0,5 4,2 7,0 Ampezzo 0,4 1,0 1,0 2,5 Hobbit 0,3 0,0 1,4 3,5 Pralinia 0,5 1,8 2,3 4,8 BB 0,4 0,4 0,8 0,8 11,0 1,7 5,0 4,9 Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 46

47 Wachstumsbeobachtungen Teil 4 Stängelfäule (%) bundesweit Roda (SN) Anz. Vers NK Falkone 0,0 0,0 Ambrosini 6,7 4,2 Fabregas 3,3 11,7 Ayrro 0,0 0,8 Adenzo 5,0 Padrino 8,3 Amatus 1,7 LG Amamonte 9,2 Ampezzo 4,2 Hobbit 2,5 Pralinia 0,8 BB 2,5 4,2 Wachstum und Ertrag Die Maisaussaat erfolgte in den bundesweiten Versuchen zwischen dem und dem Der Aussaat ging ein warmes und trockenes Frühjahr mit Niederschlagsdefiziten von Februar bis April voraus. Trotz der geringen Niederschläge war die Bodenfeuchte für einen gleichmäßigen Aufgang ausreichend. Kälteschäden traten in diesem Jahr nicht auf. Die sehr trockenen Bedingungen im Mai verursachten noch keinen sichtbaren Trockenstress. Erst ab Mitte Juni waren wieder höhere Niederschlagsmengen zu verzeichnen. Die Jugendentwicklung verlief problemlos. Der Juli war bei recht gemäßigten Temperaturen regenreich. Der Mais setzte das reichliche Wasserangebot in die Entwicklung üppiger Bestände mit teilweise sehr hohen Pflanzenlängen um. Die Blüte wurde nicht negativ beeinflusst. Befruchtungsprobleme traten nicht auf. Die Kolbenentwicklung verlief unter günstigen Bedingungen. Der September war warm und sonnig und bot gute Voraussetzungen für die Abreife. Zu beobachten waren lange grün bleibende Restpflanzen. Die Ernte erfolgte unter guten Bedingungen. Hinweise zu empfohlenen Sorten Ambrosini ( ) 1) S 220 / K 2) überzeugte zweijährig mit hohen Leistungen im Trockenmasse- und Energieertrag. Stärkeertrag und -gehalt sowie Energiedichte schwankten von unterdurchschnittlich 2010 zu mittel bis überdurch-schnittlich Die Verdaulichkeit liegt im knapp mittleren Bereich. Die Pflanzen sind mittel bis lang im Wuchs und besitzen eine gute Standfestigkeit. Aventura ( ) S 240 / K - Die Vorteile der Sorte liegen in hohen Trockenmasse- und mittleren Energieerträgen. Während Energiedichte und Verdaulichkeit ein mittleres bis knapp mittleres Niveau zeigten, blieben Stärkeertrag und -gehalt etwas deutlicher unter dem Versuchsmittel. Die Sorte ist großwüchsig, standfest und nur für wärmere Lagen geeignet. Fabregas ( ) S 210 / K - brachte dreijährig gute Ergebnisse in den Ertragsleistungen mit Vorteilen im Stärkeertrag und -gehalt bei knapp mittlerer Verdaulichkeit. Die Silomaishybride ist mittellang und sehr standfest. Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 47

48 Mazurka * ( ) S 240 / K 250 zeigte dreijährig ein mittleres bis gutes Niveau im Trockenmasse- und Energieertrag bei mittlerer Futterqualität. Die Pflanzen sind mittellang und sehr gut standfest. NK Falkone ( ) S 210 / K 210 erzielte zweijährig gute Leistungen im Trockenmasse- und Energieertrag bei mittlerer Energiedichte und guter Verdaulichkeit. Bei optimaler Abreife lagen auch Stärkeertrag und -gehalt im günstigen Bereich. Die Standfestigkeit ist gut. Saludo ( ) S 210 / K - erreichte mehrjährig ein hohes Niveau im Stärkeertrag bei mittleren Trockenmasse- und Energieerträgen und insgesamt sehr guter Futterqualität. Die Sorte ist mittel bis gut standfest. Adenzo * ( ) S 220 / K - ist eine qualitätsbetonte Sorte mit überdurchschnittlichem Stärkegehalt sowie sehr guter Energiedichte und Verdaulichkeit. Deutlichere Abstriche sind beim Trockenmasse- und Energieertrag zu machen. Die Pflanzen sind kompakt im Wuchs und standfest. Amatus ( ) S 210 / K 220 Die Vorteile der zügig abreifenden Sorte liegen in hohen Stärkeerträgen und -gehalten bei guter Energiedichte und mittlerer Verdaulichkeit. Trockenmasse- und Energieertrag erreichen ein mittleres Niveau. Die Standfestigkeit ist gut. LG ( ) S 220 / K - überzeugte in den Ertragsleistungen bei gleichzeitig guter Futterqualität. Die Pflanzen sind mittel bis kurz im Wuchs und sehr gut standfest. Zu beachten ist die spätere Reife. 1) 2) ( ) Prüfjahre Silo-/Körnerreifezahl Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 48

49 In Zusammenarbeit mit: Dr. Diana Haase und Marion Böhme Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Abteilung Pflanzliche Erzeugung Waldheimer Str Nossen Tel.: / Katrin Günther und Dr. Uwe Jentsch Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft Referat 420 Pflanzenbau Kühnhäuser Str Erfurt-Kühnhausen Tel.: 0361/ Christian Guddat und Evelin Schreiber Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft Referat 420 Pflanzenbau Apoldaer Str Dornburg-Camburg Tel.: / [email protected] [email protected] Heiko Thomaschewski und Dr. Gerhard Hartmann Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau Sachsen-Anhalt Strenzfelder Allee Bernburg Tel.: 03471/ [email protected] [email protected] Landessortenversuche 2011, Ökologischer Landbau 49

50 Herausgeber: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Pillnitzer Platz 3, Dresden Telefon: Telefax: [email protected] Redaktion: Referat 73 Dr. Wolfgang Karalus Ansprechpartner: siehe Redaktion Telefon: Telefax: [email protected] Redaktionsschluss: Mai 2012 Verteilerhinweis Diese Informationsschrift wird von der Sächsischen Staatsregierung im Rahmen ihrer verfassungsmäßigen Verpflichtung zur Information der Öffentlichkeit herausgegeben. Sie darf weder von Parteien noch von deren Kandidaten oder Helfern im Zeitraum von sechs Monaten vor einer Wahl zum Zwecke der Wahlwerbung verwendet werden. Dies gilt für alle Wahlen. Missbräuchlich ist insbesondere die Verteilung auf Wahlveranstaltungen, an Informationsständen der Parteien sowie das Einlegen, Aufdrucken oder Aufkleben parteipolitischer Informationen oder Werbemittel. Untersagt ist auch die Weitergabe an Dritte zur Verwendung bei der Wahlwerbung. Auch ohne zeitlichen Bezug zu einer bevorstehenden Wahl darf die vorliegende Druckschrift nicht so verwendet werden, dass dies als Parteinahme des Herausgebers zugunsten einzelner politischer Gruppen verstanden werden könnte. Diese Beschränkungen gelten unabhängig vom Vertriebsweg, also unabhängig davon, auf welchem Wege und in welcher Anzahl diese Informationsschrift dem Empfänger zugegangen ist. Erlaubt ist jedoch den Parteien, diese Informationsschrift zur Unterrichtung ihrer Mitglieder zu verwenden.

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