Case 7: Kostenschätzung

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1 Universität Trier WS 2009/2010 Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik I Gebäude H / Campus II D Trier Management von Softwareprojekten Case 7: Kostenschätzung Gruppe 7a Sebastian Baltes, Johannes Thull

2 Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung 1 2 Kostenschätzung Gepäcktrackingportal Aufbau Logische Module Kostenschätzung mit dem angepassten Wolverton-Modell Benötigte Mitarbeiter Weitere Kostenschätzung Kostenschätzung Logistikschnittstelle Aufbau Logische Module Kostenschätzung mit dem angepassten Wolverton-Modell Benötigte Mitarbeiter Gesamtkosten 13 5 Beurteilung der Kostenschätzungen 14 I

3 1 Einleitung Ziel dieser Ausarbeitung ist es, eine Kostenschätzung für die Entwicklung des HebAb!Air- Gepäcktrackingportals und der HebAb!Air-Logistikschnittstelle zu geben. Zunächst wird der Aufbau der beiden Projekte noch einmal kurz erläutert, um dann die einzelnen Komponenten bzw. logischen Module und deren Funktionen darzustellen. Anschließend wird eine Umfangs- und Komplexitätsschätzung durchgeführt und mit den entsprechenden Sätzen bewertet. Außerdem wurden die Kosten für das Portal zusätzlich mit der Delphi- Methode abgeschätzt und abschließend die Kostenschätzungen beurteilt. 1

4 2 Kostenschätzung Gepäcktrackingportal 2.1 Aufbau Masken Anmeldung Tracking-Seite Login TAN Kontaktformular PortalServer Benachrichtigung Passagier-DB (Flughafen) Gepäck-DB (LogistikSoft) Telefon SMS externer Dienstleister Abbildung 2.1: Aufbau der Portalsoftware In Abbildung 2.1 ist der Aufbau der Portalsoftware noch einmal vereinfacht dargestellt. Der Passagier interagiert mit dem System über die bereitgestellten Masken. Als registrierter Benutzer kann er sich mit seinen Benutzerdaten anmelden, ansonsten dient die 2

5 2 Kostenschätzung Gepäcktrackingportal TAN zur Identifizierung. Nach dem Login wird die entsprechende Trackingseite in der gewünschten Sprache angezeigt. Falls der Passagier nun einen Fehler bemerkt, kann er dies über das Kontaktformular der Fluggesellschaft mitteilen. Für die Authentifizeriung der Benutzer und die dynamische Erstellung der Trackingseiten ist der Portal-Server zuständig. Dazu greift er auf die von der FLuggesellschaft (Benutzerdaten) bzw. von der Logistikschnittstelle (Trackingdaten) bereitgestellten Datenbanken zu. Außderdem stellt dieser Server einen Benachrichtungsdienst per , sowie eine Schnittstelle für die externen Dienstleister, welche die Benachrichtigung per Telefon und SMS ermöglichen, zur Verfügung. 2.2 Logische Module Die Einteilung in logische Module und deren Funktionen wurde wie folgt vorgenommen. Rechts ist eine Umfangs- und Komplexitätsschätzung nach dem in der Vorlesung vorgestellten Muster angeben. Masken 1. Anmeldung (Login oder TAN ) AL I (03 PT) 2. Trackingseiten (in versch. Sprachen) NM I (08 PT) 3. Kontaktformular AL I (02 PT) Schnittstellen 1. DB-Anbindung Passagiere NS D (10 PT) 2. DB-Anbindung Gepäck NS D (10 PT) 3. Schnittstelle Benachrichtigungen NM P (10 PT) Portal-Server 1. Login-Daten/TANs verifizieren AM C (02 PT) 3

6 2 Kostenschätzung Gepäcktrackingportal 2. Trackingseiten dynamisch erzeugen AM P (06 PT) 3. Kontaktformular versenden AL C (02 PT) 4. -Benachrichtigungen versenden NL C (03 PT) 4

7 2 Kostenschätzung Gepäcktrackingportal 2.3 Kostenschätzung mit dem angepassten Wolverton-Modell Zur Ermittung der Kosten wurde folgende Tabelle zur Aufschlüsselung der Einzelkosten verwendet: Tabelle 2.1: Kosten nach Projekttag und Schwierigkeitsgrad in Euro Alt Neu C I P A D T Leicht Mittel Schwer Leicht Mittel Schwer Kategorisierung C I P A D T Nicht kritische Komponenten zur Steuerung des Kontrollflusses E/A-Komponente (Masken) Komponenten zur Aufbereitung der Daten für den nachfolgenden Programmschritt und Schnittstellen Algorithmus, der logische und arithmetische Berechnungen durchführt Datenverwaltungskomponente (DB-Schnittstelle) Zeitkritische komponente, bestehend aus hochgradig optimiertem Code 5

8 2 Kostenschätzung Gepäcktrackingportal Damit ergibt sich für die gesamten Implementierungskosten folgende Tabelle: Tabelle 2.2: Implementrierungskosten Modul Funktion Umfang PT E-Kosten G-Kosten Masken Schnittstellen Portal-Server Anmeldung ALI e 1800 e Tracking NMI e 5200 e Kontakt ALI e 1200 e Passagiere NSD e e Gepäck NSD e e Benachrichtigungen NMP e 7400 e Login AMC e 1420 e Seiten erzeugen AMP e 4260 e Kontaktformular ALC e 1400 e Nachrichtenversand NLC e 1950 e Gesamt: e Zusätzlich fallen natürlich noch Kosten für das Projektmanagement bzw. die Koordination an, welche hier pauschal mit 1000 e pro Personentag vergütet werden. Außerdem muss die Software getestet werden. Hierfür fallen Kosten von 800 e pro Personentag an. Weitere Kosten 1PT Projektmanagement: 1000e 1PT Testen: 800e 1. Testen der Module a) Masken (20PT) 16000e b) Schnittstellen 40PT) 32000e c) Portal-Server (30PT) 24000e Zwischensumme: 72000e 6

9 2 Kostenschätzung Gepäcktrackingportal 2. Projektmanagement/Koordination (50PT) 50000e Zwischensumme: 50000e Gesamt: e Gesamtkosten Die Gesamtkosten für Implementierung, Projektmanagement und Testen belaufen sich somit auf e. 2.4 Benötigte Mitarbeiter Wir gehen von 20 Arbeitstagen pro Monat aus. Projektdauer: 6 Monate 120 Arbeitstage pro Mitarbeiter Bedarf für Implementierung: Bedarf für Testen: Bedarf für Projektmanagement: Gesamt: 56 Personentage 90 Personentage 50 Personentage 196 Personentage Bei einer Projektdauer von 6 Monaten werden also zwei Mitarbeiter benötigt. Wir bieten dem Kunden eine Realisierung innnerhalb von 2 Monaten an. Hierfür werden entsprechend 6 Mitarbeiter benötigt. 2.5 Weitere Kostenschätzung Eine weiteres empirisches Verfahren zur Kostenschätzung stellt die Delphi-Methode dar. Ziel dieser Methode ist es, die Kostenschätzungen verschiedener Experten zu objektivieren. Wir betrachten zwei Experten. Der erste Experte stützt seine Schätzung auf das Wolverton-Verfahren, der zweite verlässt sich lediglich auf seine Erfahrung. 7

10 2 Kostenschätzung Gepäcktrackingportal 1. Runde: Schätzung Experte 1: Schätzung Experte 2: Mittelwert: e (mit Wolverton-Verfahren) e (Erfahrungswerte) e 2. Runde: Schätzung Experte 1: Schätzung Experte 2: Mittelwert: e (Berücksichtigung höherer Kosten für das Testen) e (geringere Personalkosten als erwartet)) e 3. Runde: Schätzung Experte 1: Schätzung Experte 2: Mittelwert: e ((geringfügig höhere Personalkosten)) e (geringere Kosten beim Projektmanagement)) e Endgültige Kostenschätzung: e 8

11 3 Kostenschätzung Logistikschnittstelle 3.1 Aufbau Gepäckaufgabe Gepäckstück registrieren LogistikServer Passagier-DB (Flughafen) Gepäck-DB (LogistikSoft) Scanner Status ändern Abbildung 3.1: Aufbau der Logistiksoftware In Abbildung 3.1 ist der Aufbau der Portalsoftware noch einmal vereinfacht dargestellt. Wenn ein Passagier ein Gepäckstück aufgibt, wird es beim Logistik-Server registriert. Zunächst wird geprüft, ob es sich bei dem Passagier um einen registrierten Benutzer handelt ( Passagier-DB). Falls ja, wird ein Eintrag für das Gepäckstück in der Gepäck- DB angelegt. Ansonsten wird eine TAN generiert, damit ein Eintrag in der Gepäck-DB 9

12 3 Kostenschätzung Logistikschnittstelle erstellt und diese TAN dem Passagier mitgeteilt. Wenn nun von irgendeinem Scanner, den das Gepäckstück passiert, eine Nachricht beim Logistik-Server eintrifft, wird der Status in der Gepäck-DB entsprechend geändert. Somit bildet diese Datenbank die Schnittstelle, auf die die Portalsoftware zugreift. 3.2 Logische Module Schnittstellen 1. DB-Anbindung Passagiere NS D (10 PT) 2. DB-Anbindung Gepäck NS D (10 PT) Logistik-Server 1. Gepäck registrieren NM C (10 PT) 2. Status ändern NS P (40 PT) 10

13 3 Kostenschätzung Logistikschnittstelle 3.3 Kostenschätzung mit dem angepassten Wolverton-Modell Im Folgenden werden wieder die Kosten aus Tabelle 2.1 und die bekannte Kategorisierung verwendet. Damit ergibt sich für die gesamten Implementierungskosten folgende Tabelle: Tabelle 3.1: Implementrierungskosten Modul Funktion Umfang PT E-Kosten G-Kosten Schnittstellen Logistik-Server Passagiere NSD e e Gepäck NSD e e Gepäck registrieren AMC e 7100 e Status ändern AMP e e Gesamt: e Zusätzlich fallen natürlich noch Kosten für das Projektmanagement bzw. die Koordination an, welche hier pauschal mit 1000 e pro Personentag vergütet werden. Außerdem muss die Software getestet werden. Hierfür fallen Kosten von 800 epro Personentag an. Weitere Kosten 1PT Projektmanagement: 1000e 1PT Testen: 800e 1. Testen der Module a) Schnittstellen (40PT) 32000e b) Logistik-Server (80PT) 64000e Zwischensumme: 96000e 2. Projektmanagement/Koordination (50PT) 50000e 11

14 3 Kostenschätzung Logistikschnittstelle Zwischensumme: 50000e Gesamt: e Gesamtkosten Die Gesamtkosten für Implementierung, Projektmanagement und Testen belaufen sich somit auf e. 3.4 Benötigte Mitarbeiter Wir gehen von 20 Arbeitstagen pro Monat aus. Projektdauer: 6 Monate 120 Arbeitstage pro Mitarbeiter Bedarf für Implementierung: Bedarf für Testen: Bedarf für Projektmanagement: Gesamt: 70 Personentage 120 Personentage 50 Personentage 240 Personentage Bei einer Projektdauer von 6 Monaten werden also zwei Mitarbeiter benötigt. Wir bieten dem Kunden eine Realisierung innnerhalb von 2 Monaten an. Hierfür werden entsprechend 6 Mitarbeiter benötigt. 12

15 4 Gesamtkosten Die Kosten für die Portalsoftware belaufen sich insgesamt auf e, für die Logistikschnittstelle haben wir e kalkuliert. Als Kosten für das gesamte Projekt erhält man somit e. Außerdem kommen zu diesen Betrag eventuell noch Zuschläge hinzu, welche hier aber außer Acht gelassen wurden. 13

16 5 Beurteilung der Kostenschätzungen Das angepasste Wolverton-Verfahren bietet zwar eine gewisse Möglichkeit, die Kostenschätzung zu objektivieren. Allerdings hängt auch hier die Qualität der Schätzung von der Erfahrung des Schätzers ab. Die erste Schwierigkeit besteht darin, die Softwarekomponenten korrekt zu Kategorisieren. Außerdem muss für die Schätzung der Personentage auf Erfahrungen aus früheren Projekten zurückgegriffen werden. Ebenso ist die verwendete Kostenmatrix nichts anderes, als eine Sammlung von Erfahrungswerten aus abgeschlossenen Projekten. Ein weiteres Problem des Wolverton-Verfahrens besteht darin, dass bereits detaillierte Kenntnisse über das Projekt vorhanden sein müssen, um die Aufspaltung in logische Module und Funktionen realisieren zu können. Es muss also bereits ein fortgeschrittenes Stadium des Projekts erreicht sein, was natürlich mit Kosten verbunden ist. Das Delphiverfahren erhebt zwar den Anspruch reine Expertenbefragungen objektivieren zu wollen, die Qualität der Schätzungen hängt allerdings immer noch stark von der Kompetenz der beteiligten Experten, aber auch von deren Zusammenwirken, ab. 14

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