Sommerackerbohnen geeigneter als Winterackerbohnen
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- Angelika Kirchner
- vor 8 Jahren
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1 Sommerackerbohnen geeigneter als Winterackerbohnen Winter- und Sommerackerbohnen wurden je mit Pflug, Streifenfrässaat, Mulchsaat, und Direktsaat angebaut. Winterackerbohnen brachten einen Ertrag von 25 kg/a, Sommerackerbohnen 50 kg/a. Während die Sommerackerbohnen völlig stehen blieben, lagerten die Winterackerbohnen sehr stark und litten deshalb auch viel stärker unter der Schokoladenfleckenkrankheit. Die Sommerackerbohnen waren entsprechend wirtschaftlicher als die Winterackerbohnen Ackerbohnen als Eiweisslieferant Für die Eiweissversorgung der Tiere sind sogenannte Eiweissfuttermittel mit entsprechend hohen Eiweissgehalten von grosser Bedeutung. Während bei den Wiederkäuern der Anteil aus inländischer Produktion bei 90 Prozent und darüber liegt, sind bei den Schweinen und beim Geflügel weniger als die Hälfte des Eiweisses inländischer Herkunft. (Priska Baur: Sojaimporte Schweiz: Möglichkeiten und Grenzen der Reduktion/Vermeidung von Sojaimporten in die Schweiz, 2011). Durchschnittswerte Kultur Ertrag dt Rohprotein Rohproteinertrag frisch (%) in FS (kg/ha) (13% H 2 O) 13% H 2 O Ackerbohnen Eiweisserbsen Soja NEL MJ /kg TS Anbautechnik in Kürze Vorkultur: Winterkorn Bodenbearbeitung: vier Verfahren Effektive Werte BBZN 2011 (in Klammern Werte auf Basis TS) Winter-AB 24.6 (21.3) 24.5 (28.3) Sommer-AB 49.6 (42.9) 24.1 (27.9) Pflug und Saekombination Streifenfrässaat Mulchsaat:Scheibenegge und Saekomb. Direktsaat Saat: Winterackerbohnen, Sorte Olan, 25 Körner/m2 am Sommerackerbohnen, Sorte Fuego, 40 Körner/m2 am Grunddüngung nach Norm, keine N-Düngung Pflanzenschutz: pfluglose Verfahren 5 l/ha Glyphosat, alle Verfahren Vorauflauf 3.0 l/ha Golaprex 6276 Hohenrain Telefon [email protected]
2 - 2 - Wachstum und Beobachtungen Die Winterackerbohnen starteten langsam und gingen kaum aufgelaufen in den Winter. Die Sommerackerbohnen starteten schneller. Entsprechend waren sie weniger verunkrautet. Da die Winterackerbohnen Seitentriebe bilden, lag die Bestandesdichte bei Winterackerbohnen trotz tieferer Saatmenge (25 Körner/m2) bei 45 Trieben, bei Sommerackerbohnen bei 50 Trieben. Sowohl Winter- wie Sommerackerbohnen waren mit 140 bis 170 cm sehr lang. Die Sommerackerbohnen blieben aber vollständig stehen, während die Winterackerbohnen bis zu 75 % (Verfahren Pflug) gelagert waren. Wegen höherer Anfälligkeit und wegen der starken Lagerung, beginnend am 22. Juni, waren die Winterackerbohnen früh und stark von der Schokoladenfleckenkrankheit befallen. WAB = Winterackerbohnen SAB = Sommerackerbohnen PF = Pflug SFS = Streifenfrässaat MS = Mulchsaat DS = Direktsaat, Notill Je mehr die Ackerbohnen gelagert waren, desto stärker waren sie von der Schokoladenfleckenkrankheit befallen.
3 - 3 - Blattläuse, Eigelege von Marienkäfer Larve des asiatischen Marienkäfers Bienenweide Die Ackerbohnen blühten fast einen Monat lang: die Winterackerbohnen vom 9. Mai bis 7. Juni, die Sommerackerbohnen vom 16. Mai bis 14. Juni, also eine Woche später. Die Blüte findet von unten nach oben statt. Während unten schon Schoten angesetzt sind, blühen die Ackerbohnen oben noch. Ackerbohnen stellen eine beliebte und langdauernde Bienen- und Hummelweideweide dar. Der Blattlausbefall war schwach. Nur am Feldrand waren etwa 10% der Pflanzen befallen. Sowohl der einheimische wie der asiatische Marienkäfer dezimierten die Blattläuse. Winterackerbohnen Pflug Sommerackerbohnen Pflug v.li.n.re.: WAB-MS, WAB-DS, WAB-SFS, WAB-PF, SAB-PF, SAB-MS, SAB-DS, SAB-SFS
4 - 4 - Erträge Die Winter- und Sommerackerbohnen wurden am gleichen Tag geerntet, am 18. August Die Feuchtigkeit nach Vorreinigung ein Tag nach der Ernte betrug bei Winterackerbohnen 16.4%, bei Sommerackerbohnen 14.2 %. Der Fremdbesatz (v.a. Unkrautsamen betrug bei den Winterackerbohnen beinahe 20 %, bei den Sommerackerbohnen 4 %. Die Sommerackerbohnen lieferten mit 50 kg/a einen doppelt so hohen Ertrag wie die Winterackerbohnen mit 25 kg/a. Hauptverantwortlich dafür war die Lagerung und der einhergehende Blattfleckenbefall der Schokoladenkrankheit. WAB = Winterackerbohnen SAB = Sommerackerbohnen PF = Pflug SFS = Streifenfrässaat MS = Mulchsaat DS = Direktsaat, Notill
5 - 5 - Sommerackerbohnen wirtschaftlicher als Winterackerbohnen, Notill top Der Berechnung des um die Differenzkosten bereinigten Ertrages wurden folgende Werte zu Grunde gelegt: Glyhosat- Bestellungskosten (Lohnunternehmer lokal, Parzellengrösse 1 ha) behandlung Verfahren Pflug Scheibenegge Kombination Saat Total Arbeit + Mittel Pflug Fr Fr Fr Mulchsaat Fr Fr Fr Fr SFS Fr Fr Fr Notill Fr Fr Fr Es sind hohe Erträge von 50 kg/a nötig, um einen einigermassen befriedigenden Erlös zu erhalten. Dieser liegt aber unter dem Ertrag, welcher den gleichen Deckungsbeitrag ergäbe wie 70 kg/a Erstklassweizen. Für Selbstverwerter können Ackerbohnen trotzdem eine Option sein, weil der Wert nach Inhaltsstoffen über dem Richtpreis liegt und die Folgekultur vom höheren Stickstoffniveau profitiert. Provisorische Schlussfolgerungen für die Praxis nach einem Versuchsjahr Ackerbohnen können in unserem Klimabereich gut angebaut werden. Sie ermöglichen die Produktion von Eiweissfutter. Sommerackerbohnen sind Winterackerbohnen vorzuziehen. Als Leguminosen sollten sie nicht mit Stickstoff gedüngt werden. Sie lockern ackerbaubetonte Fruchtfolgen auf und haben einen guten Vorfruchtwert für die Folgekultur. Heinrich Hebeisen, 26. Sept., ergänzt 21.Okt Vielen Dank an Josef Estermann und sein Team und an Marie-Luise Simon für die Mithilfe bei Bonituren.
6 - 6 - Bilder : bei der Ernte wird pro Verfahren eine Mähdrescherbreite herausgeschnitten : bei der Ernte wird pro Verfahren eine Mähdrescherbreite herausgeschnitten
7 WAB Mulchsaat WAB Direktsaat WAB Streifenfrässaat WAB Pflug SAB Pflug SAB Mulchsaat SAB Direktsaat SAB Streifenfrässaat : li WAB Pflug, gelagert, re SAB Pflug aufrecht : li WAB Pflug, gelagert, re SAB Pflug aufrecht 6276 Hohenrain Telefon
zwischen den Pflanzenschutzverfahren (Extenso und ÖLN), aber grosse Unterschiede im kostenbereinigten Erlös.
www.bbzn.lu.ch Rapsanbau: geringe Ertrags-Unterschiede zwischen den Bodenbearbeitungsverfahren (Streifenfräs-, Mulchsaat und Pflug), der Saatmethode (Einzelkorn- und ) und zwischen den Pflanzenschutzverfahren
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