BITBW News Dezember 2015 Die Themen BITBW Aktuelle Entwicklungen Good Practice Award Auszeichnung für Vielfalt
Liebe Leserin, lieber Leser, die aktuelle Ausgabe unserer BITBW News versorgt Sie wieder mit spannenden Neuigkeiten aus der IT-Welt. Aktuelle Entwicklungen BITBW: Ein halbes Jahr ist seit der Gründung vergangen. Zeit, ein erstes Fazit zu ziehen und einen Ausblick zu geben. Good Practice Award: Wir wurden bei der landesweiten Kampagne Vielfalt macht bei uns Karriere Willkommen im öffentlichen Dienst! ausgezeichnet. Viel Spaß bei der Lektüre! Christian Leinert Präsident 2
IT Baden-Württemberg, Dienstleister und Abnahmezwang ein Paradoxon? Nein, aber eine Herausforderung! Per Gesetz sind die Dienststellen des Landes Baden-Württemberg verpflichtet, die IT-Leistungen der IT Baden-Württemberg, oder griffiger: der BITBW, die am 1. Juli 2015 als Landesoberbehörde gegründet wurde, zu nutzen. Die BITBW ist mit rund 330 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem Umsatz in Höhe von ca. 70 Mio. Euro gestartet. Sie wird als zentraler IT-Dienstleister in den nächsten Jahren einen erheblichen Teil der IT-Services für das Land Baden-Württemberg erbringen. Grundlage dieser umfassenden IT-Neuordnung ist das Gesetz zur Errichtung der Landesoberbehörde IT Baden-Württemberg vom Mai 2015. Diesem Gesetz ging ein intensiv geführter Abstimmungsprozess voraus, der im Landtag einstimmig, bei nur einer Enthaltung, mit der Verabschiedung des BITBW-Gesetzes gekrönt wurde. Der Auftrag zur Integration der Informationstechnik des Landes durch die BITBW ist weitreichend und ambitioniert. Er umfasst die IT-Infrastruktur bis hin zur Entwicklung und Pflege der fachlichen IT-Verfahren. Für Ersteres gilt eine Nutzungspflicht für die Dienststellen des Landes ab Mitte 2018, für die IT-Fachverfahren ab Mitte 2021. Die Signale für die BITBW stehen auf Wachstum! Die BITBW versteht sich dabei als Dienstleister mit ausgeprägter Serviceorientierung. Sie ist nur zu einem geringen Teil mit eigenen Aufgaben und damit eigenem Haushaltsbudget ausgestattet. Zu diesen originären Aufgaben gehören der Betrieb zentraler Architekturen wie Firewalls und E-Mail-Gateways oder die Sicherheitseinrichtung CERT für die gesamte Landesverwaltung. Ebenso die konzeptionelle Verantwortung für die Netze und die IP-Telefonie. In diesen Themen arbeitet die BITBW als klassische Behörde ohne Rechnungsstellung gegenüber den Leistungsbeziehern. Der weitaus größere Teil sind die IT-Dienstleistungen. Bei den Dienstleistungen arbeitet die BITBW mit der üblichen kaufmännischen Vorgehensweise im Auftraggeber- und Auftragnehmerverhältnis: Kundenanliegen werden aufgenommen, fachlich geklärt und Angebote vorgelegt. Eine wesentliche Grundlage ist der Servicekatalog der BITBW, in dem die Leistungskomponenten beschrieben und mit einem Preis versehen sind. Nach Auftragseingang wird der IT-Service umgesetzt, anschließend wird das Ergebnis vom Kunden abgenommen. Danach folgt ein unverzichtbarer Schritt, die Rechnungsstellung, denn für die Dienstleistungen gibt es in der BITBW kein Haushaltsbudget. 3
Wie jedes Unternehmen erwirtschaftet sich die BITBW ihren Finanzbedarf durch Rechnungsstellungen gegenüber ihren Kunden. Die IT-Neuordnung ist ein umfassendes Vorhaben. Ausnahmen gibt es wenige, Beispiele sind die IT-Fachverfahren der Gerichte, Notariate und Staatsanwaltschaften sowie die steuerlichen Fachverfahren. Alle anderen IT-Services werden künftig von der BITBW geliefert. In der Konsequenz bedeutet es, dass die heute von den Ministerien und ihren nachgelagerten Behörden und IT-Fachzentren erbrachten Leistungen mit dem hierfür eingesetzten Personal sich perspektivisch in der BITBW wiederfinden werden. Damit Kunden, die künftig Leistungen der BITBW beziehen sollen, die sie bisher mit eigenen Ressourcen erbracht haben, diese Leistungen bezahlen können, wurden Spielregeln entwickelt. Bei der Dienstleistungsübernahme durch die BITBW wird das bisher hierfür beim Kunden eingesetzte Personal samt Stellen an die BITBW übertragen. Die Personalmittel verbleiben bei der abgebenden Dienststelle und werden in Sachmittel umgewandelt. Als Landesbetrieb kalkuliert die BITBW ihre Preise zu Vollkosten und muss Kostenbestandteile beachten, die in den kameralen Haushalten ihrer Kunden nicht berücksichtigt sind, wie beispielsweise der Versorgungszuschlag für die Beamten. Um dies auszugleichen, werden die Budgets der Kunden durch das Finanzministerium entsprechend aufgestockt. Aus Landessicht ein Nullsummenspiel, für die kameralen Budgets unserer Kunden ein sehr wichtiges Element. Ebenso wichtig wird der qualifizierte und auskömmliche Personalübergang vom Kunden zur BITBW sein. Dies ist der Schlüssel für eine rasche und erfolgreiche Übernahme der IT-Services durch die BITBW. Hier wird es interessant, wie sich die kommenden Jahre gestalten werden. Motivation zur IT-Neuordnung und Gründung der BITBW Die Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit der IT des Landes Baden-Württemberg sind nachhaltig zu sichern und zu optimieren. Über die Zusammenführung der IT-Infrastrukturen, der IT-Basisdienste wie beispielsweise Netze, Bürokommunikation, zentrale Sicherheitseinrichtungen und Rechenzentren werden Synergieeffekte in unterschiedlichen Dimensionen erschlossen.die erzielbaren Skaleneffekte, zentralen Ansätze und standardisierten Geschäftsprozesse steigern neben der Wirtschaftlichkeit auch Qualität, Verfügbarkeit und Sicherheit der IT-Services. Bei der Entwicklung von Fachverfahren sollen zunehmend standardisierte Komponenten und Module Eingang finden. Der Fachverfahrensbetrieb soll stärker als bisher auf einheitlichen Plattformen geleistet werden können. Die BITBW steht vor einer Orientierungsphase und wird klären, welche Kompetenzen und IT-Architekturen sie entwickeln soll, um die IT-Services des Landes optimal übernehmen und leisten zu können. Optimal im Sinne von Sicher wirtschaftlich performant nutzerfreundlich. Nachhaltige IT-Services gehen Hand in Hand mit einer nachhaltigen Personalwirtschaft. Die Gründergeneration der IT-Experten in den Verwaltungen bewegt sich unaufhaltsam der Ruhestandsgrenze entgegen. Ein großer IT-Dienstleister mit klarer Zukunftsperspektive kann sich am Arbeitsmarkt stärker positionieren als kleinere und dezentrale Einheiten und in der Konkurrenz mit privaten IT-Firmen besser bestehen. Ein Aspekt, der in Baden-Württemberg mit seinen zahlreichen und leistungsstarken IT- Firmen von besonderer Bedeutung ist. Damit die IT-Neuordnung gelingt, haben wir einen starken Partner den CIO! Zeitgleich mit der Gründung der BITBW wurde Stefan Krebs als CIO im Rang eines Ministerialdirektors im Innenministerium eingesetzt. Er ist für die IT-Neuordnung verantwortlich und noch weit darüber hinaus, insbesondere für die strategischen IT-Themen des Landes. In der IT-Strategie des Landes Baden-Württemberg wird der BITBW eine wichtige Rolle zugewiesen. Stichworte sind Standardisierung erhöhen, Verwaltungsprozesse automatisieren, nutzergerechtes Design der IT verwirklichen, angemessenes IT-Sicherheitsniveau sichern und Innovationen ermöglichen. In alle Strategiefelder ist die BITBW eingebunden und sie wird der Motor der Veränderung sein. Die strategische Steuerung wird der CIO übernehmen gemeinsam schaffen wir das! 4
Good Practice Award Vielfalt braucht Vorbilder! Unter dem Dach der landesweiten Kampagne Vielfalt macht bei uns Karriere Willkommen im öffentlichen Dienst! wurde die BITBW am 07. Oktober 2015 für ihre Maßnahmen zur Umsetzung der Charta der Vielfalt im Rahmen des Wettbewerbs Vielfalt braucht Vorbilder! durch Integrationsministerin Bilkay Öney ausgezeichnet. Mehr Infos zum Thema finden Sie im Internet unter: www.vielfalt-macht-karriere.de Ministerin Öney beschrieb unter anderem, dass es besonders wichtig sei, für die Vielfalt der Berufe im öffentlichen Dienst, die Vielfalt der Bevölkerung im öffentlichen Dienst abzubilden und diese im Sinne einer modernen und dienstleistungsorientierten Verwaltung zu nutzen. Zu den von der BITBW eingeführten und dauerhaft umgesetzten Maßnahmen gehören unter anderem die Bildungskooperation mit dem Neuen Gymnasium in Stuttgart-Feuerbach, die Durchführung des jährlichen Girls Days sowie die Kooperation mit dem Berufsförderungswerk Schömberg und dem Berufsbildungswerk der Nikolauspflege in Stuttgart. Interessierte finden weitere Informationen zur Kampagne Vielfalt macht bei uns Karriere Willkommen im öffentlichen Dienst! im Internet unter: www.vielfalt-macht-karriere.de Foto oben: Bei der Preisverleihung des Good Practice Award gab es viele strahlende Gesichter Abbildungen links: Urkunde Charta der Vielfalt & Foto Ramona Bosch vom Referat 12 (Personal) IT Baden-Württemberg (BITBW) www.bitbw.de Krailenshaldenstraße 44 70469 Stuttgart Telefon: +49 (0)711 89 10-40 Fax: +49 (0)711 89 10-97 69 6 E-Mail: Poststelle@bitbw.bwl.de 5