Wirtschaftsmittelschule. Luzern

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Transkript:

Wirtschaftsmittelschule Luzern

Wirtschaftsmittelschule Luzern (WML) Hier, in ihrem Schulhaus am Hirschengraben 10, hier sind sie nicht zu sehen. Während am Gymi oder in der Berufsschule die SchülerInnen der Abschlussklassen cool und abgeklärt herumhängen, sich wahlweise von den Jüngeren anhimmeln lassen oder einfach die Chefs spielen und Tipps geben hier an der Wirtschaftsmittelschule Luzern WML tauchen die SchülerInnen der Abschlussklassen gar nicht erst auf. Sind sie cooler als die anderen? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Auf alle Fälle verbringen sie ihr Abschlussjahr nicht in der Schule, sondern an der Arbeit. Dabei sitzen sie während ihres Praktikumsjahres nicht bloss in einem Büro an einem Schreibtisch und wissen nicht, was tun. Die Praktikumsbetriebe haben zusammen mit dem Praktikumsleiter der WML anforderungsreiche Praktikumspläne erarbeitet, und so bearbeiten die WML- PraktikantInnen nicht nur Exceltabellen und Worddokumente, sondern sie kalkulieren, telefonieren, verhandeln, leiten sogar Sitzungen und nehmen an Entscheidungsprozessen teil. In Verwaltungen von Behörden, Produktionsbetrieben, Dienstleistern, Internetfirmen. Im Marketing, im Verkauf, in Personalabteilungen, in Stabsfunktionen, auf der Linie. Die Betriebe mögen die PraktikantInnen der WML. Im Gegensatz zu Lehrlingen sind sie fünf Tage im Betrieb, also voll präsent, sagt Patrik Mares, Praktikumsleiter der WML. Herrscht da ein Gerangel um die besten Praktikumsplätze? «Angebot und Nachfrage halten sich da die Waage. Und wer gute Noten hat, erhält drei bis vier Praktikumsangebote.» Es könne schon einmal passieren, dass ein Unternehmen enttäuscht sei, weil seine WunschkandidatIn absage. «Die Betriebe tun viel dafür, eine verhältnismässig gute Bezahlung zu bieten», so Mares. Das sei den SchülerInnen aber gar nicht so wichtig. Viel wichtiger sei ihnen, nach dem Praktikum ein besseres Profil zu haben. «Deshalb geht es ihnen um gute, also abwechslungsreiche und fordernde Ausbildungspläne, sodass sie den Arbeitsalltag möglichst gut kennen lernen und möglichst umfassende Erfahrungen sammeln». Diplome, Diplome, Diplome An diesem Profil zu arbeiten, dazu bietet die WML beste Möglichkeiten, und das schon vor dem Praktikum. «Für mich», sagt WML-Absolventin Qendresa Sadrijaj, «war es ganz wichtig, dass ich an der WML zusätzliche Diplome erlangen konnte, die international anerkannt sind, und so verfüge ich auch noch

über das FIRST und das DELF B2 sowie das SIZ Informatik Anwender II-Diplom.» Sadrijajs Profil scheint zu stimmen: Sie hat bei der Versicherung, bei der sie ihr Praktikum gemacht hatte, gleich eine feste Anstellung erhalten. «Englisch und Französisch werden auf Wirtschaftsbasis gelehrt, und das ist wirklich nützlich», so Sadrijaj. Und wer will, kann im dritten Jahr einen Auslandaufenthalt absolvieren. Ob mit oder ohne Auslandaufenthalt: In ihrem vierten Schuljahr, nach drei Jahren Vollzeit-Schule, landen also die SchülerInnen der WML-Abschlussklassen genau da, wo sie hinwollen und wo auch ihre Eltern sie wohl gerne sehen: in dem, was «richtiges Leben» genannt wird. Genau wie diejenigen, die eine Lehre machen und die Berufsschule absolvieren, haben sie einen anerkannten Beruf: Sie beherrschen das Handwerk der Kauffrau, des Kaufmanns EFZ. Und genau wie denjenigen, die ins Gymi oder an die Kanti gehen, stehen den AbsolventInnen der WML viele Möglichkeiten offen. «Wir schicken sie nicht in den Elfenbeinturm, sondern dahin, wo sie sich einbringen können, in die Arbeitswelt», sagt Martin Dolder, der als langjähriger Leiter der WML die Bedürfnisse der Wirtschaft genauso gut kennt wie als Germanist besagten Elfenbeinturm: Unsere AbsolventInnen können nach diesem Praktikumsjahr eine Stelle als Kaufmann oder Kauffrau EFZ annehmen, oder sie können sich an der Fachhochschule weiter spezialisieren. «Bis ich auf die Broschüre der WML gestossen bin, war ich mir noch nicht sicher, in welche Richtung ich gehen wollte. Ich habe gestaunt über die vielen Möglichkeiten, die die WML bietet, es stehen einem sehr viele Wege offen. Wir haben mehr Wirtschaft als die, die das Gymi machen, und zusätzlich Rechnungswesen. Ausserdem haben wir neu IPT, da bauen wir ein eigenes Unternehmen auf. So machen wir schon Erfahrungen in der Wirtschaft, und das von Grund auf. Was wir nicht haben, ist Chemie und Physik, aber das vermisse ich überhaupt nicht. Nach der WML will ich etwas reisen und dann das Passerellen-Jahr machen und vielleicht Medizin studieren. Aber vielleicht gefällt mir das KV ja mega und ich spezialisiere mich an einer Hochschule.» Anna Bolzern, Schülerin WML

Sogar an die Uni Und wer sich doch vom Elfenbeinturm angezogen fühlt oder seiner Ausbildung eine ganz andere Richtung geben will, wählt ein Passerellenjahr. «Danach kann man an jeder Universität der Schweiz studieren», so Dolder, «Biologie, Philosophie, Germanistik, Mathematik, was auch immer.» Oder Musik oder Kunstgeschichte: Denn vielleicht kommt man auf diese musischen Ideen an der WML. Denn im Gegensatz zur Berufsschule, an der fast ausschliesslich Berufsspezifisches unterrichtet wird, gibt es an der WML ganz bewusst auch Fächer, die das rein Berufliche überschreiten: Musik zum Beispiel und bildnerisches Gestalten. Und grosse, schulübergreifende Projekte wie das Schultheater von 2012 «No exit». Hier wird alles von SchülerInnen und LehrerInnen gemacht, vom Stückeschreiben über Kulissengestaltung bis hin zur Vermarktung. Gehen die AbsolventInnen der WML übrigens den Weg an die Fachhochschule oder die Uni, kommen sie dort mit denjenigen zusammen, die statt an die WML an die Kanti gegangen sind. Gibt es einen Unterschied? Sicher nicht nur einen, bringen doch die WML-AbsolventInnen einiges an sehr unterschiedlichen Praxiserfahrungen mit. Vielleicht kann man sagen, dass da PraktikerInnen auf Theoretiker- Innen treffen, und ob mit WML-Abschluss, Praxiserfahrung und Berufsmatur oder mit gymnasialer Matur: Alle zusammen bringen sie viele unterschiedliche Perspektiven in die Diskussion die besten Voraussetzungen also, das Fach voranzutreiben.

Wissenswertes Die WML wurde aus drei Schulen geschaffen: der Städtischen Töchterhandelsschule (STH), der Zentralschweizerischen Verkehrsschule (ZVL) und der Handelsmittelschule der Kantonsschule Luzern. Eintritt a. Nach 9. Schuljahr (Sek oder Kanti) b. oder via Quereinstieg von Gymnasium oder Kantonsschule Zusätzliche Fächer im Vergleich zur Lehre Geschichte (nach der Französischen Revolution), Mathematik, Geografie, Natur und Umwelt, vertiefte Informatik, Bildnerisches Gestalten (1 Jahr, 2 Lektionen) Musik (1 Jahr, 2 Lektionen), Plus fächerübergreifende Projekte Ziel Auf dem Weg der schulisch organisierten Grundbildung zum Abschluss Kaufmann/Kauffrau EFZ mit Berufsmaturität Dauer Drei Jahre Schule in Vollzeit, danach ein Jahr Praktikum in Vollzeit Zusätzliche Diplome FIRST, DELF B2, SIZ-Anwender II Alle diese Diplome sind international anerkannt Praktika Die WML unterstützt die Lernenden bei der Suche nach Praktikumsplätzen Aussicht a. Berufseinstieg und / oder b. Studium an einer Fachhochschule oder Höheren Fachschule c. Nach einem Passerellenjahr an einer Maturitätsschule für Erwachsene Zugang zur Universität Aufnahmebedingungen a. Entweder prüfungsfreie Aufnahme b. oder Aufnahmeprüfung in den Fächern Deutsch, Französisch, Englisch und Mathematik

Prüfungstermine Die Aufnahmeprüfung findet am Samstag, 14. März 2015 am Fach- und Wirtschaftsmittelschulzentrum FMZ in Luzern statt. Anmeldeschluss: Mitte Februar 2015. Das Anmeldeformular ist auf der Webseite des FMZ abrufbar. Die Aufnahmeprüfung kostet Fr. 70.-. Die Quereinsteigerprüfung findet in der letzten Woche der Sommerferien statt. Zahlen SchülerInnen: 400 Lehrpersonen: 65 Schulhaus: Hirschengraben 10 Leitung: Martin Dolder, lic. phil. hist. Auskunft und Anmeldung Fach- und Wirtschaftsmittelschulzentrum, Hirschengraben 10, Postfach 3439, 6002 Luzern 041 228 43 10, info.fmz@edulu.ch, www.fmz.lu.ch Das FMZ im Herzen der Stadt Luzern.

Praktikum Im 4. WML-Jahr absolvieren die Lernenden ein Praktikum. Ein herzliches Dankeschön an alle Betriebe, die unsere SchülerInnen praktisch ausbilden: A&D Dienstleistungen, Emmenbrücke, Adcom Group, Zug, Anwalts- und Wirtschaftskanzlei, Emmenbrücke, Apfel Design, Zürich, Berufsbildungszentrum Bau + Gewerbe, Luzern, Braun Medical AG, Sempach, Caritas Luzern, CSS Kranken- Versicherung AG, Luzern, Die Schweizerische Post, Olten, Genossenschaft Migros, Grundbuchamt Luzern-Stadt, Luzern, Hotel Monopol & Metropole Luzern AG, Kantonspolizei Luzern, Kaufmännisches Bildungszentrum Luzern, Keiser Verlag GmbH, Luzern, login Berufsbildung, Olten, Personaldienst der Stadt Zug, Personal Sigma, Luzern, Peter Felix Partner AG, Zürich, Raiffeisenbank, Adligenswil, SBB AG, Luzern, Schindler Aufzüge AG, Ebikon, Schul- und Wohnzentrum, Schachen, Stiftsschule Engelberg, Suva, Luzern, Touring Club Schweiz, Luzern, UBS, Bern, Umwelt und Enegie, Luzern, Valiant Bank AG, Bern, VZ VermögensZentrum, Zug, Xundheit, Öffentliche Gesundheitskasse Schweiz, Luzern «Ich habe zwischen drei Praktikumsstellen auswählen können. Im November 2010 fing ich an, mich zu bewerben, und Anfang Dezember hatte ich die Praktikumsstelle. Meine Noten waren zwar durchschnittlich, aber ich überzeugte bereits bei meinem ersten Vorstellungsgespräch mit meinem Auftreten und vor allem durch soziale Kompetenzen. Da ich das Praktikum in der Versicherungsbranche machen durfte, waren meine Arbeiten sehr vielseitig. Ich war sehr bestrebt, vieles zu lernen, und bald durfte ich neben administrativen Arbeiten andere anspruchsvolle und lehrreiche Aufgaben machen. Somit erhielt ich mehr Kompetenzen und Anerkennung, und das machte mich glücklich. Ich hatte wirklich Glück und kam zu einem guten Arbeitgeber.» Qendresa Sadrijaj, Praktikantin WML

Bildungs- und Kulturdepartement Fach- und Wirtschaftsmittelschulzentrum Wirtschaftsmittelschule Hirschengraben 10 6002 Luzern Telefon 041 228 43 10 info.fmz@edulu.ch Luzern, im Oktober 2014