Mobile Application Management Mobile Usability Standards & Normen Bruno Borer, BorCon 1
Normen Überblick DIN EN ISO 9241 ISO 9355 DIN EN ISO 11064 Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten (insgesamt 17 Teile, Teile 1-9 sind primär hardware-ergonomische Normen und Teile 10-17 sind softwareergonomische Normen) Ergonomische Anforderungen für die Gestaltung von Anzeigen und Stellteilen (insgesamt 2 Teile) Ergonomische Gestaltung von Leitzentralen (insgesamt 3 Teile) DIN EN ISO 13406 Ergonomische Anforderungen für Tätigkeiten an optischen Anzeigeeinheiten in Flachbauweise (insgesamt 2 Teile) DIN EN ISO 14915 Software-Ergonomie für Multimedia-Benutzungsschnittstellen ISO/TS 16071 ISO/CD 23973:2004 Ergonomics of human-system interaction - Guidance on accessibility for human-computer interfaces Ergonomics of human-system interaction - Software ergonomics for World Wide Web user interfaces 2
Normen - DIN EN ISO 9241 3
Normen - DIN EN ISO 9241 Teil 10 ganzheitliche Beurteilung einer Dialoggestaltung mit 7 Kriterien: 1. Aufgabenangemessenheit 2. Selbstbeschreibungsfähigkeit 3. Steuerbarkeit 4. Erwartungskonformität 5. Fehlertoleranz 6. Individualisierbarkeit 7. Lernförderlichkeit 4
Normen - Aufgabenangemessenheit Definition: "Ein Dialog ist aufgabenangemessen, wenn er den Benutzer unterstützt, seine Arbeitsaufgabe effektiv und effizient zu erledigen. Erklärung: - Dialoge und Bedienabläufe sollten so auf die Aufgabe zugeschnitten sein, dass das Arbeitsziel möglichst gut erreicht werden kann. - Der Zeitaufwand und die mentale Anstrengung sind so gering wie möglich und die Anzahl benötigter Arbeitsschritte sind so klein wie möglich. Das will heissen: - Keine unnötige Belastung mit systemspezifischen Eingaben - sinnvolle Defaultwerte - Cursorpositionierung im richtige Feld - etc. 5
Normen Aufgabenangemessenheit (J) Tab-Fortschritt sinnvoll Finde schnell heraus, wie weit meine Kollegen von mir aktuell entfernt sind. Der Drucker-Button ist aktiv. 6
Normen Aufgabenangemessenheit (L) Reihenfolge unsinnig 7
Normen - Selbstbeschreibungsfähigkeit Definition: Ein Dialog ist selbstbeschreibungsfähig, wenn jeder einzelne Dialogschritt durch Rückmeldung des Dialogsystems unmittelbar verständlich ist oder dem Benutzer auf Anfrage erklärt wird. Erklärung: - Der Benutzer ist durch die Gestaltung der Informationen auf dem Display in der Lage, sich im Programm zurechtzufinden und zu verstehen. - Das System zeigt ihm an, wo er sich gerade befindet, wie er dorthin gekommen ist und was er als nächstes tun muss, um sein Arbeitsziel zu erreichen. Jederzeit muss dem Benutzer klar sein: - Wo bin ich? Wie kam ich hierher, wohin kann ich noch gehen? Was kann ich hier tun? Intuitiv verständliche Begriffe und Icons Sprechen Sie die Sprache der Benutzer 8
Normen Selbstbeschreibungsfähigkeit (J) Meldung statt Sanduhr Direkthilfe Tooltip-Text (Kurzhilfe) 9
Normen Selbstbeschreibungsfähigkeit (L) Wenn eine Eingabe verlangt wird, sollte das Dialogsystem dem Benutzer Informationen über die zu erwartete Eingabe geben." "Geburtsdatum (TT/MM/JJJJ) Was ist verlinkt, was nicht? Mangel: Speichern oder Öffnen? 10
Normen Selbstbeschreibungsfähigkeit Intuitiv verständliche Begriffe und Icons 11
Normen Selbstbeschreibungsfähigkeit Intuitiv verständliche Begriffe und Icons 12
Normen Selbstbeschreibungsfähigkeit Intuitiv verständliche Begriffe und Icons 13
Normen - Steuerbarkeit Definition: "Ein Dialog ist steuerbar, wenn der Benutzer in der Lage ist, den Dialogablauf zu starten sowie seine Richtung und Geschwindigkeit zu beeinflussen, bis das Ziel erreicht ist. Erklärung: - Möglichkeiten des Benutzers, das Programm zu beeinflussen. - Die Beeinflussbarkeit innerhalb eines Programms bezieht sich dabei auf einzelne Dialogelemente, die die Richtung eines Dialogs bestimmen und auf die freie Gestaltung von Arbeitsabläufen. Benutzer wollen das System im Griff haben, nicht umgekehrt, d.h. Kontrolle und Initiative liegt Benutzer Abbruchmöglichkeit an jedem Punkt Shortcuts für geübte Benutzer 14
Normen Steuerbarkeit (J) unabhängige Fenster freie Navigation 15
Normen - Erwartungskonformität Definition: "Ein Dialog ist erwartungskonform, wenn er konsistent ist und den Merkmalen des Benutzers entspricht, z. B. seinen Kenntnissen aus dem Arbeitsgebiet, seiner Ausbildung und seiner Erfahrung sowie den allgemein anerkannten Konventionen. Erklärung: - Konsistenz sowohl innerhalb von Anwendungen als auch darauf, dass das System so funktioniert, wie es der Benutzer erwartet. - Hängt stark von der Erfahrung mit anderen Systemen oder Geräten ab Prinzip der geringsten Verwunderung Konsistenz: konsistente Begriffe, Vorgehensweisen, Prinzipien und konsistentes Layout innerhalb einer Anwendung und anwendungsübergreifend Feedback - jederzeit im Bilde über den aktuellen Systemzustand - Bestätigung von Benutzereingaben 16
Normen Erwartungskonformität (J) 17
Normen Erwartungskonformität (J) Winzip: Der Befehl zum Komprimieren heisst "Neu" Winzip: Der Folgedialog dient nicht der Auswahl der zu komprimierenden Datei. Hinweis: "kulturabhängig" 18
Normen - Fehlertoleranz Definition: "Ein Dialog ist fehlertolerant, wenn das beabsichtigte Arbeitsergebnis trotz erkennbar fehlerhafter Eingaben entweder mit keinem oder mit minimalem Korrektur-aufwand seitens des Benutzers erreicht werden kann. Erklärung: - Programm erkennt Fehler stellt Möglichkeiten zur Korrektur bereit. - Fehler werden hervorgehoben und mit Meldungstexten erklärt. Auf der anderen Seite kann das Programm "helfen", den Korrekturaufwand zu minimieren bzw. Fehler ganz zu vermeiden. Grundidee: Fehlervermeidung/Prävention, aber nicht alle Fehler sind vermeidbar Fehlermanagement Fehlermeldungen sind sichtbar, informativ, verständlich Gute Fehlermeldungen helfen das Problem zu lösen und geben Hinweise Aus Fehlern sollte man lernen können 19
Normen Fehlertoleranz (J) Direkte Rückmeldung 20
Normen Fehlertoleranz (L) 21
Normen - Individualisierbarkeit Definition: "Ein Dialog ist individualisierbar, wenn das Dialogsystem Anpassungen an die Erfordernisse der Arbeitsaufgabe sowie an die individuellen Fähigkeiten und Vorlieben des Benutzers zulässt. Erklärung: - Dialog bzw. Oberfläche nach eigenen Bedürfnissen abzuändern. - bedienungs- als auch aufgabenbezogene Einstell- bzw. Anpassungsmöglichkeiten, Erweiterbarkeit. Abschaltbare bzw. erweiterbare Kommandos und Menüs, definierbare Iconleisten) Erweiterbarkeit, den Bedürfnissen und Vorlieben entsprechend 22
Normen Individualisierbarkeit (J) Anpassbares Dock für häufig verwendete Software Schriftgrösse kann angepasst werden Anpassung nach eigenen Bedürfnissen Suchprofile 23
Normen Individualisierbarkeit (L) 24
Normen - Lernförderlichkeit Definition: "Ein Dialog ist lernförderlich, wenn er den Benutzer beim Erlernen des Dialogsystems unterstützt und anleitet." Erklärung: - Erleichterter Umgang mit dem Programm - Erlernen des Programms mittels inhaltlicher und struktureller Gestaltung der Oberfläche bzw. der Bedienabläufe zu. Anlehnung an Vorgänge, Bilder, Begriffe aus dem Alltag (Metaphern) 25
Normen Lernförderlichkeit (J) Angebot alternativer Eingabemöglichkeiten bei der Auswahl Tipps und Tricks beim Programmstart Erste Schritte und Tutorials 26
Normen - DIN EN ISO 9241-11 Definition: Gebrauchstauglich ist eine Software, wenn ihr Gebrauch in einem Nutzungskontext effektiv, effizient und den Benutzer zufriedenstellend arbeitet. Definition: Der Nutzungskontext ist definiert durch Gesamtheit aller Einflüsse, die auf die eigentliche Nutzungssituation wirken. Und wird beschrieben durch: - zu erreichende Ziele, Hilfsmittel, organisatorischer Kontext - Fähigkeiten des Benutzers (Ausbildung, Erfahrung, sozialer Hintergrund) 27
Normen Andere (gültige) Regeln J. Nielsens 10 Designregeln der heuristischen Evaluation: - Sichtbarkeit und Transparenz des Systemzustands - Konformität mit der Alltagswelt - Steuerbarkeit und Freiheitsgrade - Konsistenz und Standards - Fehlervermeidung - Wiedererkennen statt Erinnern - Flexibilität und Effizienz - Ästhetisches und schlankes Design - Fehlererkennung, -diagnose und - behebung unterstützen - Online-Hilfe und Dokumentation Auch aus diesen Gesetzen lassen sich Design Guidelines für den Entwurf von UIs ableiten. - Fitt s Law - Hick s Law (Hick-Hyman Law) - George Miller s Magical Number 7 - Tesler s Law: The conservation of complexity - Das Poka-Yoke Prinzip - Murphy s Law 28
Fragen 29