Obst & Gemüse einkaufen

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Transkript:

Obst & Gemüse einkaufen Produktionsformen, Herkunft, Kennzeichnung Qualität und Frische selbst erkennen Lagerung, Haltbarkeit, Zubereitung

Impressum Herausgeber Verein für Konsumenteninformation (VKI) Mariahilfer Straße 81, A-1060 Wien ZVR-Zahl 389759993 Tel. 01 588 77-0, Fax 01 588 77-73, E-Mail: konsument@vki.at www.konsument.at Geschäftsführer Ing. Franz Floss Dr. Josef Kubitschek Autorin Mag. Edith Geyer Fachliche Beratung Mag. Birgit Beck Lektorat Edwin Würth Produktion Günter Hoy Foto Umschlag shutterstock Fotos Textteil shutterstock (wenn nicht anders angegeben) Druck Holzhausen Druck GmbH 1140 Wien Stand Juli 2010 Einzelbestellung VKI Konsument, Kundenservice Mariahilfer Straße 81 A-1060 Wien Tel. 01 588 774 Fax 01 588 77-72 E-Mail: kundenservice@konsument.at 2010 Verein für Konsumenteninformation, Wien Printed in Austria Das Werk ist urheberrechtlich geschützt. Alle dadurch begründeten Rechte, insbesondere die der Bearbeitung, der Übersetzung, des Nachdruckes, der Entnahme von Abbildungen, der Funksendung, der Wiedergabe auf fotomechanischem oder ähnlichem Wege und der Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen, bleiben ohne vorherige schriftliche Zustimmung des Verlages (auch bei nur auszugsweiser Verwertung) vorbehalten. Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Buch sind auch ohne besondere Kennzeichnung im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung nicht als frei zu betrachten. Produkthaftung: Sämtliche Angaben in diesem Fachbuch erfolgen trotz sorgfältiger Bearbeitung und Kontrolle ohne Gewähr. Eine Haftung des Autors oder des Verlages aus dem Inhalt dieses Werkes ist ausgeschlossen. Verein für Konsumenteninformation ISBN 978-3-902273-93-2 14,90 Wir sind bemüht, so weit wie möglich geschlechtsneutrale Formulierungen zu verwenden. Wo uns dies nicht gelingt, gelten die entsprechenden Begriffe im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für beide Geschlechter. Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Inhalt Mandarinen 62 Mangos 64 Marillen 65 Melonen 67 Orangen 69 Pfirsiche und Nektarinen 71 Quitten 73 Rhabarber 74 Ribiseln 75 Weintrauben 76 Zitronen und Limetten 78 Zwetschken und Pflaumen 80 Gemüse von A Z 83 Artischocken 84 Brokkoli 86 Erbsen 87 Erdäpfel 88 Fenchel 90 Gurken 91 Karfiol 93 Karotten 95 Knoblauch 97 Kohl 99 Kraut 101 Kürbisse 103 Mangold 105 Melanzani 106 Paprika und Pfefferoni 108 Paradeiser 110 Pastinaken 112 Radieschen 113 Rote Rüben 114 Salate 115 Sellerie 117 Spargel 118 Spinat 120 Topinambur 122 Zucchini 123 Zwiebeln 125 Gängige Kräuter 127 Frische erkennen und erhalten 128 Durch Einfrieren oder Trocknen konservieren 128

129 Basilikum 130 Dille 130 Koriander 131 Kresse 131 Majoran 132 Minze 132 Oregano 133 Petersilie 134 Rosmarin 134 Salbei 135 Schnittlauch 136 Thymian 137 Resümee 138 Zum Einkaufen Zeit nehmen 139 Obst und Gemüse nicht vermiesen lassen 140 Wenn es schnell gehen soll... 143 Service 145 Die österreichische Ernährungspyramide 146 Im Steckbrief 149 Literatur 152 Links 153 Stichwortverzeichnis

108 Paprika und Pfefferoni Paprika werden zwar Schoten genannt, doch botanisch sind sie (wie z.b. Gurken) Beeren. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurden Paprika aus ihrer ursprünglichen Heimat, Mittel- und Südamerika, nach Europa gebracht. Um zu gedeihen, brauchen Paprika viel Licht und Wärme. Bei uns muss ihr Anbau daher weitgehend geschützt erfolgen. Heimische Glashausware ist bereits zu Frühjahrsbeginn erhältlich. Paprika gibt es größer oder kleiner, eckig, rund, länglich oder spitz, grün, gelb, rot, weiß, violett, braun oder schwarz. Ihre Formen- und Farbenvielfalt ist enorm. Doch im Wesentlichen ist zwischen größeren und milderen Gemüsepaprika und kleineren, schärferen Gewürzpaprika (Pfefferoni, Chili) zu unterscheiden. Je kleiner die Pfefferoni, desto schärfer kann sie sein. Der Stoff Capsaicin, der die Schärfe verursacht, sitzt vor allem in den weißen Innenwänden und den Kernen. Durch ihr Entfernen lässt sich die Schärfe reduzieren. Grüne, aber auch violette oder schwarze Paprika sind unreif geerntet und schmecken eher herb. Lässt man diese Früchte länger an der Pflanze, werden sie rot, orange, gelb, weiß oder braun. Manche Sorten reifen auch über mehrere Farbstufen. Rote und gelbe Paprika schmecken süß. Saison Einkauf Aufbewahrung und Haltbarkeit Küchentipps Paprika haben von Juni bis Oktober Saison. Aus dem Glashaus gibt es sie ab Anfang März. Quelle: Umweltberatung, Agrarmarkt Austria (AMA) Paprika sollten beim Kauf fest, ihre Haut glänzend, glatt und unversehrt sein. Paprika mit runzeligem Stielansatz und schrumpeliger Haut sind überlagert. Grüne Paprika halten im Kühlschrank (Gemüsefach) bis zu vier Tage. Rote, gelbe oder weiße Schoten sind empfindlicher und sollten nicht länger als zwei Tage im Gemüsefach gelagert werden. Paprika eignen sich roh oder zubereitet zum Einfrieren. Schoten zum Zubereiten waschen, trockentupfen und aufschneiden. Stielansatz sowie die weißen Trennwände und die Kerne entfernen (außer bei Pfefferoni, die Schärfe liefern sollen; bei

Gemüse von A Z 109 diesen nach dem Schneiden nicht ins Gesicht langen; sofort die Hände waschen!). Grüne oder weißliche Schoten haben eine sehr zarte Haut, rote oder gelbe Paprika können gehäutet werden: dazu die geputzten und in Viertel geschnittenen Schoten mit der Schnittfläche auf den Rost unter den auf höchste Stufe vorgeheizten Grill legen, bis sich die Haut dunkelbraun färbt und Blasen wirft. Schoten vom Grill nehmen, mit einem feuchten Tuch abdecken und auskühlen lassen. Danach lässt sich die Haut gut abziehen. Oder: die Haut der rohen Paprika mit einem Sparschäler entfernen. Paprika schmecken roh im Salat, gebraten oder gedünstet als Gemüse, gefüllt, mariniert, süß-sauer eingelegt... Paprika sind sehr kalorienarm. 100 Gramm liefern lediglich 19 kcal. Ihr Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen ist allerdings imposant: In Paprikaschoten steckt mehr Vitamin C als in Zitronen oder Orangen, und in roten obendrein mehr als in grünen Schoten. Dazu kommt noch Provitamin A (ebenfalls vor allem in roten Schoten enthalten), viel Vitamin E, B6 und Folsäure. Zudem sind Paprika reich an Kalium. Pro-Kopf-Verbrauch: 4,9 kg Selbstversorgungsgrad: 38 Prozent Heimische Paprika werden überwiegend bunt geerntet und stammen großteils aus den Bundesländern Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Ihr Anbau erfolgt weitgehend geschützt, unter Folie beziehungsweise im Glashaus. Pfefferoni werden bei uns vor allem in der Steiermark, Oberösterreich und Wien produziert. Importware stammte zuletzt großteils aus Spanien, der Türkei, den Niederlanden, Ungarn und Israel. Quelle: Statistik Austria Nährwert und Inhaltsstoffe Zahlen und Fakten

110 Paradeiser (Tomaten) Paradeiser gelangten um 1500 mit spanischen Seefahrern von Mittel- und Südamerika nach Europa, wo sie vorerst vor allem als Zierpflanze verwendet wurden. Heute sind sie mit Abstand unser liebstes Gemüse. Die Sortenvielfalt ist enorm: Es gibt unter anderem rote, gelbe, grüne, orange, violette, schwarze, weiße, einfärbige, gestreifte, runde, ovale, birnenförmige, glatte, gerippte, große und kleine Tomaten. Runde Paradeiser zählen zu den bekanntesten Sorten. Sie sind säuerlich-aromatisch, schmecken roh und in Salaten. Mitsamt Stiel und Stängeln angebotene Rispentomaten sind ebenfalls sehr aromatisch und am besten roh zu genießen. Fleischtomaten haben große Früchte, besonders viel Fruchtfleisch, mehr Fruchtkammern und weniger Kerne als runde Tomaten. Sie eignen sich sehr gut zum Kochen. Eiertomaten sind länglich-oval und enthalten ebenfalls viel Fruchtfleisch. Sie sind kernarm, lassen sich leicht schälen, haben ein süßes Aroma und schmecken unter anderem im Salat, gegrillt oder als Pizzabelag. Cocktailtomaten sind die kleinsten Tomaten. Saison Einkauf Aufbewahrung und Haltbarkeit Paradeiser haben von Juni bis Ende Oktober Saison. Aus geschütztem Anbau (unter Glas/Folie) gibt es sie laut Agrarmarkt Austria ab März bis Ende November. Quelle: Umweltberatung, AMA Frische Paradeiser sind prall und fest und sollten eine unversehrte Haut ohne Faulstellen haben. Voll ausgereifte Früchte sind sehr druckempfindlich: Vorsichtig transportieren und am besten gleich verbrauchen. Tomaten sind sehr kälteempfindlich. Im Kühlschrank verlieren sie an Aroma, werden hart und glasig. Bei Zimmertemperatur und am besten dunkel gelagert, halten sie bis zu fünf Tage. Unreife Paradeiser reifen zwar bei Raumtemperatur nach, doch ihr volles Aroma entwickeln sie dabei

Gemüse von A Z 111 nicht mehr. Vorsicht: Paradeiser sind starke Ethylenausscheider. Werden sie neben anderem Gemüse oder Obst aufbewahrt, fördern sie den vorzeitigen Verderb. Zum Einfrieren Paradeiser einritzen, mit kochendem Wasser übergießen, häuten, aufschneiden, Stielansätze entfernen, eventuell noch pürieren und in einen Behälter oder ein Tiefkühlsäckchen füllen. Daraus lassen sich später sehr gut Soßen oder Suppen zubereiten. Tomaten schmecken roh, in Suppen, Soßen, Salaten, gedünstet, gegrillt, geschmort, überbacken oder gefüllt, als Chutney, Saft, eingelegt, getrocknet, als Pesto... Der grüne Stielansatz von Paradeisern enthält in kleinen Mengen giftiges Solanin, das Kopfschmerzen und Übelkeit verursachen kann. Außer bei Kirschtomaten sollte der Stielansatz von Paradeisern entfernt werden. Auch unreife, grüne Tomaten sind solaninhaltig. Es gibt aber auch grüne Tomatensorten. Diese sind, wenn sie voll ausgereift sind, genau so genießbar wie alle anderen. Paradeiser sind sehr kalorienarm. In 100 Gramm stecken gerade einmal 17 kcal. Doch sie liefern reichlich Mineralstoffe (insbesondere Kalium und Magnesium) sowie Vitamin C, Provitamin A (Betacarotin), Vitamin E, Folsäure und zellschützendes Lycopin. Pro-Kopf-Verbrauch: 25,3 kg Selbstversorgungsgrad: 19 Prozent Paradeiser werden überwiegend in den Bundesländern Wien, Burgenland, Niederösterreich und Steiermark und großteils geschützt, unter Glas beziehungsweise Folie, produziert. Ungefähr zwei Drittel der bei uns erzeugten Tomaten sind kleinfruchtigere Rispen tomaten. Sie werden in erster Linie in Wien kultiviert. Paradeiser wurden zuletzt vor allem aus Italien, Spanien, den Niederlanden, Deutschland und Marokko importiert. Quelle: Statistik Austria Küchentipps Nährwert und Inhaltsstoffe Zahlen und Fakten

112 Pastinaken Pastinaken waren in unseren Breiten lange Zeit eines der wichtigsten Nahrungsmittel. Doch im 18. Jahrhundert wurden die bräunlichen Wurzelrüben von Karotten und Kartoffeln verdrängt. Während der letzten Jahre sind Pastinaken als Gemüse wieder etwas bekannter geworden und werden auch in der gehobenen Gastronomie öfters einmal verwendet. Pastinaken sind meistens um die zwanzig Zentimeter lang, sind außen gelblich-braun bis hellbraun, haben dunkle, ringförmige Streifen und sind innen fleischig. Sie sind würzig und schmecken nussigsüßlich. Je kleiner sie sind, desto feiner sind sie auch in der Regel. Saison Einkauf Aufbewahrung und Haltbarkeit Küchentipps Nährwert und Inhaltsstoffe Pastinaken haben im September und Oktober Saison und sind danach bis in den April hinein als heimische Lagerware erhältlich. Quelle: Umweltberatung Pastinaken sollten eine straffe und feste Haut haben und weder beschädigt noch schrumpelig sein. Kleine Wurzeln sind meist die bessere Wahl, ausgewachsene Pastinaken oft holzig. Dunkel, luftig und kühl aufbewahrt, sind Pastinaken sehr gut lagerfähig. Pastinaken können ähnlich wie Karotten oder Sellerie roh oder gekocht gegessen werden. Unter fließendem Wasser mit der Bürste säubern und dünn schälen. Rohe Pastinaken schmecken geraspelt sehr gut in Salaten. In kochendem Salzwasser sind in Würfel oder Scheiben geschnittene Pastinaken in etwa in zehn Minuten gar. Pastinaken schmecken als Püree, als Suppe, gedünstet oder gebacken als Gemüse, in kleine Stücke geschnitten frittiert... 100 Gramm Pastinaken enthalten 22 kcal. Sie liefern zudem Folsäure, Vitamin K und Vitamin C, Kalium, Kalzium, Magnesium, Zink und Mangan.

Gemüse von A Z 113 Radieschen Knackig frisch und würzig-scharf so sollen Radieschen sein. Bei uns gängige Sorten sind rund und rot. Doch es gibt auch Radieschen mit länglich ovalen oder zylindrisch geformten Knollen, und nicht nur rote, sondern auch weiße, gelbe oder zweifärbige (z.b. halb weiß, halb rot). Das Fleisch der üblicherweise etwa zwei Zentimeter großen Knollen ist weiß bis leicht rosafarben. Wesentlich imposanter: die Riesen von Aspern, eine alte Radieschensorte, die jetzt wieder zu Ehren gekommen ist. Diese Riesen von Aspern er reichen einen Knollendurchmesser von bis zu sechs Zentimetern, sind saftig und dezent scharf. Ihren charakteristischen Geschmack verdanken Radieschen einem enthaltenen Senföl. Radieschen haben von April bis Ende Oktober Saison. Im Erwerbsanbau werden sie bei uns vor allem im Burgenland und in Tirol produziert. Quellen: Umweltberatung, Statistik Austria Frische Radieschen sind prall und fest, ihre Blätter grün. Überlagerte Ware ist an gelben Blättern und aufgeplatzter Haut leicht zu erkennen. Radieschen schmecken frisch am besten. Werden sie nicht gleich gegessen, dann vor der Lagerung im Kühlschrank das Laub entfernen und die Radieschen in ein feuchtes Tuch einschlagen, damit der Wasserverlust gering bleibt. Ganze Radieschen lassen sich auffrischen, wenn man sie vor dem Essen kurz in kaltes Wasser legt. Waschen, Blätter und Wurzel entfernen. Radieschen werden vor allem roh gegessen. Sie schmecken als Beilage auf kalten Platten, als Salat, in Scheiben geschnitten am Butterbrot, aber auch gegart als Gemüse oder als Suppe... Beim Garen verschwindet ihr Rot weitgehend. Radieschen bestehen zu über 94 Prozent aus Wasser und sind dementsprechend kalorienarm. In 100 Gramm stecken gerade einmal 14 kcal. Radieschen sind gute Mineralstofflieferanten (vor allem von Kalium und Eisen) und enthalten zudem reichlich Vitamin C und K. Saison Einkauf Aufbewahrung und Haltbarkeit Küchentipps Nährwert und Inhaltsstoffe