Intoxikationen (z.b. Blei, Beryllium)

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Transkript:

Urinanalytik Glucose (24h-Urin, Spontanurin) Die in den Nierenglomerula filtrierte Glucose wird normalerweise tubulär rückresorbiert. Ab Blutzuckerwerten von 9-10 mmol/l reicht die Rückresorptionskapazität nicht mehr aus und Glucose erscheint im Urin. Die Bestimmung der Glucose im 24h-Urin dient einer exakten Quantifizierung der über 24h ausgeschiedenen Zuckermenge. Jede Glucosurie bedarf der Abklärung. Erhöhte Glucoseausscheidung im Urin bei Diabetes mellitus, renalem Diabetes, hereditärer oder erworbener Glucoserückresorptionsstörung, toxischer Nierenschädigung. Harnsäure Nachweis einer endogenen Harnsäurebildung: Auftreten von Gicht im Kindes- und Jugendalter Nierensteinerkrankungen mit Bildung Harnsäure- oder calciumhaltiger Nierensteine bei normaler oder grenzwertiger Serum-Harnsäure Mit Hyperurikämie einhergehende Zustände Erhöhte Harnsäureausscheidung: bei vermehrter Harnsäuresynthese (primäre Gicht) bei vermehrtem Zelluntergang: - Chemotherapie - Strahlentherapie - Fastenkuren - Uratnephrolithiasis - Tubulusdefekte Erniedrigte Harnsäureausscheidung bei Hyperurämie Störung der renalen Elimination primäre Gicht Niereninsuffizienz Exsikkose Keto-Laktatazidose Hyperthyreose Hyperparathyreoidismus Akromegalie Glykogenspeicherkrankheit Typ I Medikamente (z.b. Propanolol, Furosemid, Hydrochlorothiazid) Intoxikationen (z.b. Blei, Beryllium) 25.06.2005/Ha Seite 1/5

Harnstoff Die Bestimmung von Harnstoff im Urin ist bei der terminalen Niereninsuffizienz der bessere Parameter als die Kreatininkonzentration. Diagnostisch wenig aussagekräftiger Parameter. Erhöht bei proteinreicher Diät, Hyperthyreose, postoperativ. Erniedrigt bei proteinarmer Diät, Rekonvaleszenz, Hepatopathien, Niereninsuffizienz. Generell ist dieser Parameter diagnostisch wenig relevant. Kreatinin (24h-Urin, Spontanurin) Die Kreatininbestimmung im 24h-Urin dient der Berechnung der Kreatiningesamtausscheidung in 24h. Der Wert wird zur Berechnung der Kreatininclearance (s. dort) verwendet. Die Kreatininbestimmung im Spontanurin hat nur geringe klinische Bedeutung. Sie wird u.a. dazu verwendet, um zu überprüfen, ob eine Urinprobe (z.b. Drogenuntersuchung) nach der Abgabe verdünnt wurde. Erhöht bei erhöhter Muskelmasse, akuter und chronischer Myopathie. Erniedrigt bei verminderter Muskelmasse, Niereninsuffizienz. Kalium (24h-Urin, Spontanurin) Wichtigstes intrazelluläres Kation. Eine Verschiebung vom Extra- in den Intrazellulärraum wird durch Adrenalin, Insulin, Aldosteron und Alkalose gefördert. Kalium ist wichtig für elektrische Vorgänge an Zellmembranen (Nervenzelle, Muskelzelle), für die Serum/Plasma- Osmolalität, für Enzymreaktionen, sowie für den Eiweiss- und Glykogenstoffwechsel. Die Ausscheidung erfolgt überwiegend durch die Niere. Die Untersuchung der Kaliumausscheidung im 24h-Urin dient der Differenzierung von renalen und extrarenalen Ursachen pathologischer Serumkaliumspiegel. Erniedrigt bei renaler Ursache (z.b. Niereninsuffizienz, Addisonkrise, Medikamente wie Trimethoprim/Sulfamethoxazol, Ibuprofen, kaliumsparende Diuretika). Im Normbereich (mit Hyperkaliämie) bei vermehrter Zufuhr, massiver Zytolyse (z.b. Muskeltrauma, Tumorzelllyse), Diabetes mellitus, Digitalis-Intoxikation. 25.06.2005/Ha Seite 2/5

Natrium (24h-Urin, Spontanurin) Natrium ist der wichtigste Elektrolyt im Extrazellulärraum, Kalium im Intrazellulärraum. Die Na-Ka-ATPase hält die unterschiedlichen Konzentrationen dieser beiden Elektrolyte im Intra- bzw. Extrazellulärraum aufrecht. Natrium und seine Anionen (z.b. NaCl) bewirken ca. 95% des osmotischen Druckes des Plasmas. Das Volumen des Extrazellulärraumes wird somit massgeblich vom Natriumgehalt des Organismus bestimmt. Der Organismus reguliert die Natriumkonzentration im Plasma durch Anpassung des Wassergehaltes im Extrazellulärraum an die Natriumkonzentation. Der Natriumgehalt des Organismus wird durch verschiedene Regulationsmechanismen in einem engen Bereich konstant gehalten. Veränderungen des Natrium- und des Wassergehaltes des Organismus erfolgen meist gemeinsam. Die Messung der Natriumausscheidung im 24h-Urin dient der Abklärung von Störungen des Natriumhaushaltes. Calcium (24h-Urin, Spontanurin) Indiziert bei der Beurteilung des Calciumhaushaltes, wenn Calcium im Serum erhöht, erniedrigt oder bei normaler Konzentration klinische Symptome vorliegen wie Knochenschmerz, Steinleiden, Niereninsuffizienz, chronische Durchfälle, Steatorrhoe oder bei längerer Therapie mit Corticosteroiden. Bei Abgrenzung der familiären hypocalziurischen Hypercalzämie von primären Hyperparathyreoidismus. Erhöht bei Knochenmetastasen, primärem Hyperparathyreoidismus, Plasmozytom, Parathormon-produzierenden Tumoren (Nieren-, Bronchial-, Ovarialkarzinom), Hyperthyreose, M. Cushing, Immobilisation, Östrogenmangel. Erniedrigt bei Hypoparathyreoidismus, Niereninsuffizienz. Chlorid (24h-Urin Spontanurin) Chlorid ist das wichtigste Gegenion von Natrium und wird elektroneutral mit Natrium tubulär resorbiert. Die Ausscheidung von Chlorid und Natrium verhält sich bei vielen pathologischen Zuständen gleich. Bei länger dauerndem Erbrechen ist die Chloridausscheidung im Spontanurin <10 mmol/l bei einer hohen Natrium- und Kalium- Ausscheidung. Ursache ist, dass während des fortlaufenden Erbrechens NaCl, HCl und KCl über den Magensaft verloren gehen. Als Folge des H-Ionenverlusts steigt die Konzentration von Bicarbonat an und eine metabolische Alkalose entwickelt sich. Die vermehrte Anlieferung von Bicarbonat im distalen Tubulus führt zur vermehrten Ausscheidung von Natrium und Kalium. Der Volumenstatus des Patienten wird bei chronischem Erbrechen besser durch die Chloridausscheidung als durch die Natriumausscheidung angezeigt. 25.06.2005/Ha Seite 3/5

Magnesium (24h-Urin, Spontanurin) Hauptsächlich intrazellulär gelegenes Spurenelement. Magnesium ist ein physiologischer Calcium-Antagonist in Muskelzellen und ein physiologischer Enzymaktivator (Na-K-ATPase). Magnesium ist von Bedeutung für die Glykolyse, die Zellatmung und den transmembranösen Calcium-Transport und somit für die neuromuskuläre Erregung. Magnesium bewirkt eine Senkung der Muskelkontraktilität und des Gefässtonus im Herzmuskel und in Gefässmuskelzellen. Nur 1% des gesamten Magnesiumbestandes des Organismus findet sich im Plasma (60% im Knochen, 40% in der Muskulatur). Plasma/Serum-Konzentrationen spiegeln daher nur bedingt die tatsächlichen Konzentrationsverhältnisse im Organismus wider. Die Resorption erfolgt im Dünndarm, die Rückresorption im aufsteigenen Ast der Henle schen Schleife der Niere. Wichtig ist eine regelmäßige Kontrolle bei Gabe von Diuretika und nephrotoxischen Medikamenten, bei chronischer intestinaler Resorptionsstörung, bei Alkoholentzug, bei parenteraler Ernährung und bei Niereninsuffizienz. Die Messung der Magnesiumausscheidung im 24h-Urin dient der Abklärung von Störungen des Magnesiumhaushaltes. Eine Magnesiumausscheidung < 0.49 mmol/24h-urinmenge gilt als sicheres Zeichen für einen Magnesiummangel. Eine Ausscheidung > 1.0 mmol/24h-urinmenge bei gleichzeitiger Hypomagnesiämie weist auf einen renalen Magnesiumverlust hin. Phosphat (24h-Urin, Spontanurin) Salz der Phosphorsäure, wichtiges Anion. Bedeutsam für den Energiestoffwechsel und für die Mineralisation. Die Regulation erfolgt durch Vitamin D (enterale Resorption) und Parathormon (renale Ausscheidung). Wird zu 80% proximal tubulär resorbiert. Erhöhte Ausscheidung durch Parathormon, Calzitonin, epidermalgrowth-faktor, Glucocorticoide Vitamin D-Mangel. Verminderte Ausscheidung durch Wachstumshormon, Insulin-likegrowth Faktor I, Insulin, Schilddrüsenhormon, Vitamin D. Eiweiss (24h-Urin, Spontanurin) Die vermehrte Proteinausscheidung ist ein Leitsymptom fast aller Nierenerkrankungen. Die Bestimmung im 24h-Sammelurin ist, im Vergleich zur Bestimmung im Spontanurin, die exaktere Methode zur Quantifizierung der Eiweissausscheidung durch die Nieren. Erhöht bei Glomerulopathien (z.b. Glomerulonephritis, Nierenstauung, diabetischer Nephropathie, Hypertonie, EPH-Gestose), Tubulopathien (z.b. toxisch bei Aminoglykosiden, Pyelonephritis), prärenal (z.b. Plasmozytom, hämolytische Anämie), postrenal (z.b. Harnwegsinfekt, Steinleiden), ohne Organdefekt (z.b. physischer und psychischer Stress). 25.06.2005/Ha Seite 4/5

Clearance Wert zur Abschätzung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) als Ausdruck der Nierenfunktion. Wird aus der 24h-Urinmenge, der Urin- und der Plasmakreatinin-Konzentration errechnet und auf die mittlere Körperoberfläche von 25 Jahre alten Personen standardisiert. Einsatzbereiche: Verlaufsbeurteilung der GFR, z.b. bei Therapie mit potentiell nephrotoxischen Pharmaka. Erniedrigt bei Nierenerkrankungen, die mit einer Reduktion der GFR einhergehen, im Alter. Erhöht in der Schwangerschaft, Initialstadium des Diabetes mellitus I, beim nephrotischem Syndrom. Eiweiss-Elektrophorese Analytische Auftrennung der verschiedenen Urin-Eiweiss- Fraktionen. Sinnvoll bei erhöhter Eiweissausscheidung. Differenzierung von Proteinurien. Immunfixation Die Immunfixations-Elektrophorese des Urins wird bei Verdacht auf Myelom, Amyloidose, Leichtkettenerkrankung sowie bei Patienten mit monoklonaler Gammopathie im Serum durchgeführt. In Abhängigkeit von der Nierenfunktion und der Serumkonzentration werden freie monoklonal synthetisierte Leichtketten (Bence-Jones-Protein), monoklonale Immunglobuline, sowie freie Schwerketten im Urin ausgeschieden. 25.06.2005/Ha Seite 5/5