Rechtsrahmen der Fernwärme Rechtsrahmen der Fernwärme in den EU Mitgliedstaaten
Fernwärme in Europa Marktanteil (2010): 12% > 6000 Systeme 60 Mio. Bürger > 80% Abwärme (KWK und Industrie) und erneuerbare Energie > 80% des übrigen (Nicht FW) Wärmemarktes: fossile Brennstoffe (Öl, Gas) und Strom 2
Still counting 3
Regulierung? g Alternative zwischen den Extrempositionen einer freien (unregulierten) Marktwirtschaft und Kommunismus Unreguliert: bestimmt durch die Marktteilnehmer Preisbildung Reguliert: bestimmt durch die Gemeinschaft (Politik/Staat) politische Vorgaben/Ziele
Zuständigkeit bei Marktversagen Zuständigkeit Strom Fernwärme EU/MS EU/MS Marktversagen im (Binnen)markt x /x Externe Effekte x x CO2 x x Effizienz x x Erneuerbare Energien x x Versorgungssicherheit x x
Marktversagen: externe Effekte Umweltverträglichkeit, CO2, Effizienz, ien erneuerbare Energien Gesetzliche Vorschriften zur Umweltverträglichkeit Besteuerung des Schadstoffausstoßes Emissionshandel (negative Diskriminierung) Staatliche Förderung (positive Diskriminierung) Planung
Externe Effekte (EU Ebene) KWK Effizienzi Gebäude Emissions handelh d l Energy Taxation End verbrauch Erneuerbare DHC Staatl. Beihilfen
Marktversagen: Natürliche Monopole Leistungen, die über ein stationäres Netz abgewickelt werden, dessen Betriebskosten bei höherer Auslastung nur unwesentlich steigen Die Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung. (Kontrahierungszwang) Konsumentenschutz: z.b. Höchstpreisregulierung Markt und Netzzugangsregelungen g g g
Preisregulierung gin Europa Quelle: Fortum
Markt und Netzzugangsregelungen g g g TPA für Fernwärme? Wie konzentriert ist der relevante Markt (Wärmemarkt)? Gibt es Markbarrieren für neue Produkte / neue Akteure und warum? Wie einfach oder schwer ist es, eine andere Versorungsart zu wählen und warum?
Das Warum: Einflussfaktoren Positive Diskriminierung einschließlich Planung von effizienter Fernwärme (KWK und erneuerbaren Energien) ist gewünscht, um gemeinschaftliche Zielvorgaben zu erreichen (2020 Ziele, Energieeffizienz Richtlinie 2012) Technische Faktoren (Vorlauftemperatur, Druckverhältnisse) unterscheiden sich von einem System zum anderen Die Erhöhung von Risiken (Stranded Investments) widerspricht den angestrebten Energie, Umwelt und Klimazielen Die Sozialisierung von Kosten (Back up, Stranded Investments) führt zu geringeren Akzeptanz und steht damit im Widerspruch zum gewünschten Effekt
Strom vs. Fernwärme in Europa Strom Europaweites Verbundnetz Überall verfügbar Eiinheitliche technische Merkmale (Spannungsebenen) Interner Wettbewerb, kaum Wettbewerb mit anderen Produkten Niedrige Effizienz Hoher Anteil fossiler Energien Fernwärme Lokales Netz Nicht überall verfügbar Unterschiedliche Temperaturen und Druckverhältnisse In vielen Ländern im Wettbewerb mit anderen Wärmeversorgungsarten Hohe Effizienz Hoher Anteil Abwärme und erneuerbarer Energien (> 80%)
Schweden: Die unendliche Geschichte 2004 2005 Birgersson s Untersuchung Empfehlung: TPA ist keine Option Regierungsbeschluss: OK, kein TPA Reaktion ki grosser Interessengruppen: Oh, nein! Regierungsbeschluss: neue Untersuchung 2009 2011 Nygårds s Untersuchung Empfehlung: TPA einführen Grosse Interessengruppen: Oh, nein! Regierungsbeschluss: Ok, dann nicht
Schweden: Ergebnis Die Möglichkeiten, mehr Wettbewerb einzuführen sind begrenzt Es gibt keine Anzeichen für übermäßige Profite in der Fernwärme, die den Markt für neue Akteure attraktiv machen würden (Memo des Ministeriums für Unternehmen, Energie und Kommunikation, März 2012)
Andere Länder Grundsätzliche Verpflichtung Wärme von Drittlieferanten aufzunehmen bzw. darüber zu verhandeln (Bulgarien, Estland, Polen, Lettland, Tschechien) Vorrang fürkwk underneuerbareenergien (Estland, Slowakei) Bedingung: technische Durchführbarkeit, keine Preisnachteile für Kunden, Umweltrelevanz
Deutschland: Sektorenuntersuchung Eine Durchleitung von Fernwärme Dritter ist weitaus komplexer als dies bei der Durchleitung von Strom bzw. Gas der Fall ist ist zu beachten, dass die Durchleitung von Fernwärme eines Drittanbieters durch ein bereits bestehendes Netz in technischer wie wirtschaftlicher Hinsicht eine enorme Herausforderung darstellt. Mit entscheidend ist hier die örtliche Lage des geplanten Einspeisepunkts
Marktversagen: Informationsasymmetrien Marktteilnehmer verfügen nicht über gleiche Informationen über die Qualität einer angebotenen Ware oder Dienstleistung. Aber: Fernwärme Qualität hat ein Label
Fazit Es gibt kein Beispiel in Europa für eine erfolgreiche Öffnung von Fernwärmenetzen. Preisregulierung ist in jenen Ländern ausgeprägt, in denen die Marktanteile am höchsten und die sozialen Auswirkungen am größten sind (hoher Anteil der Energiekosten an den Haushaltsausgaben).
Zum Schluss In einer Zukunft, in der Niedrig und Aktivenergiehäuser in der intelligenten Stadt eine zunehmende Rolle spielen, muss Fernwärme und kälte sich kosteneffizient an die neuen Bedingungen anpassen (z.b. indem sie Schwankungen zwischen dezentralen Wärmequellen ausgleicht oder ergänzt). Hierfür braucht es Szenarien, neue Geschäftsmodelle und Forschung.
Servus und auf Wiedersehen in Wien! Smart and Competitive: DHC for Cities of the Future 27 28 Mai 2013 36. EHP Kongress in Wien www.ehpcongress.org 20