ALTERNATIVE WERBEFORMEN



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Transkript:

MARKTFORSCHUNGSSTUDIE ZUR NUTZUNG ALTERNATIVE WERBEFORMEN ZENTRALE ERGEBNISSE WELLE 2, 2005 GFK MARKTFORSCHUNG GMBH BEREICH ONLINE RESEARCH

UNTERSUCHUNGSDESIGN Zielsetzung Zielgruppe Ermittlung von Bekanntheit und Nutzungsbereitschaft alternativer Werbeformen, insbesondere des Guerilla-Marketings und viraler Konzepte. 2005: Vergleich der Ergebnisse zu 2003 Marketing-Entscheidungsträger der Top 3000 der deutschen Wirtschaft. Adress-Grundgesamtheit ist von Robert & Horst vorgegeben. Stichprobengröße Marketingbudget Feldzeit Methode 2005: N=242 2003: N=255 2005 2003 32,6% <500 Tsd. Euro (29,4%) 28,9% 500 Tsd. Bis 5 Mio. Euro (29,4%) 12,8% 5 Mio. bis >20 Mio. Euro (15,3%) 2. Welle: 13. Juni bis 10. Juli 2005 1. Welle: 17. Juni bis 15. Juli 2003 Online Research selbst auszufüllender Fragebogen im Internet

NUTZUNG VON WERBEDISZIPLINEN UND AGENTURFORMEN 2005 in % Welche der nachfolgenden Werbedisziplinen vertrauen Sie welchen Agenturen an? PR Printwerbung Online-Werbung 24,4 42,6 6,2 47,1 4,1 43,8 24 7,9 42,2 10,7 35,5 13,6 VKF/Promotion 26,9 14,1 30,2 29 Spezial-Agentur Full-Service Agentur Selbst erledigt Nicht genutzt Direktmarketing Sponsoring Funkwerbung TV-Werbung Telemarketing Guerilla-Marketing Affiliate Marketing Virale Konzepte Ambient Marketing 25,2 8,3 14,5 4,6 12,8 14,1 19,4 19 14,5 16,1 8,3 4,1 4,1 22,3 24 2,9 4,6 2,5 9,5 4,6 4,6 12,4 9,5 5,8 2,5 43 36 59 59,5 65,3 66,9 73,6 74,8 83,5 38 30,6 Werbedisziplinen in zunehmender Nutzung SMS-Marketing 9,1 2,1 3,1 85,5

NUTZUNG VON WERBEDISZIPLINEN UND AGENTURFORMEN VERGLEICH 2003 vs. 2005 in % Welche der nachfolgenden Werbedisziplinen vertrauen Sie welchen Agenturen an? PR Printwerbung Online-Werbung 81,2 86,4 95,9 93,3 92,2 92,6 VKF/Promotion 71,2 79,2 Vergleichen mit 2003 haben sich 2005 insbesondere Online Werbung in Verbindung mit Affiliate Marketing, Viralen Konzepten und auch Guerilla-Marketing besoners gut entwickelt. SMS-Marketing hat dagegen nachgelassen. Dies ging zu Lasten klassischer Funkkampagnen, Direktmarketing und Promotions. Direktmarketing Sponsoring Funkwerbung TV-Werbung Telemarketing Guerilla-Marketing Affiliate Marketing Virale Konzepte Ambient Marketing SMS-Marketing 17,3 15 16,5 15,5 14,5 18,5 26,6 26,5 25,3 34,7 39,2 33,1 40,9 40,6 38,8 47,4 62,1 61,2 69,5 77,6 genutzt 2005 genutzt 2003 Basis: Gesamt 2005 n=242 / 2003 n=255 0 20 40 60 80 100

HAUPTPROBLEM DER WERBUNG in % Was glauben Sie, ist das Hauptproblem der Werbung heute? Bitte entscheiden Sie sich für max. 2 Antworten, die Ihrer Meinung nach am ehesten zutreffen zu normal: Werbung begeistert nur noch selten, fasziniert nicht mehr zu ineffizient: Masse statt Klasse 31,4 37,1 47,8 46,2 Das Hauptproblem der heutigen Werbung wird auf der Seite der zu viel: Explosion des Werbebudgets 41,9 54,1 Werbetreibenden gesehen. Es zeigt sich, dass Werbebudgets seit 2003 weiter unter Druck geraten sind. So wird heute das Werbebudget als das Hauptproblem der Werbung angesehen, während noch 2003 qualitative Komponenten unter dem Schlagwort Masse statt Klasse aus Sicht der Marketingverantwortlichen im Vordergrung standen. Der Kostendruck hat offenbar zu einem Rückgang ineffizienter zu nervig: Werbung taucht nur als Störenfried auf zu resistent: das Publikum macht dicht, egal wie gut die Werbung ist 24,8 23,3 17 16,6 Kampagnen beigetragen. Auf der Publikumsseite dagegen werden auch 2005 keine großen zu unglaubwürdig: die Wahrheit eines Produktes/ Dienstleistung sieht oft anders aus 18,6 13,8 Probleme gesehen. Werbung wird im Großen und Ganzen weder als nervig noch als unglaubwürdig wahrgenommen. 2005 / n=242 2003 / n=255

BEWERTUNG NEUER WERBEFORMEN VERGLEICH 2003 vs. 2005 in % Würden Sie neuartigen Werbeformen innerhalb Ihrer Marketingplanung eine Chance geben? Nein, bin generell stark skeptisch 11% 6% 83% 20% 5% 75% Kenne mich zu wenig aus Ja, z.b.: siehe Folie 7 2003 2005 Die generelle Bereitschaft, neuartige Werbeformen einzusetzen, hat gegenüber 2003 etwas abgenommen. Dies mag jedoch daran liegen, dass viele Unternehmen bereits praktische Erfahrungen haben und so manche der genannten Werbeformen nicht mehr neu sind. Interessanterweise hat der Anteil der Unsicheren ( kenne mich zu wenig aus ) deutlich zugenommen.

BEWERTUNG NEUER WERBEFORMEN VERGLEICH 2003 vs. 2005 in % Welcher neuartigen Werbeformen innerhalb Ihrer Marketingplanung würden Sie eine Chance geben? Guerilla Marketing Keyword Advertising 26,5 36,5 50,8 54,5 virale Konzepte 30,5 35,5 Ambient Marketing 21,5 30 SMS-Marketing 7,9 26 Affiliate Marketing 21 25,5 Ranking Marketing 8,3 15,5 2005 2003 SMS-Marketing hat deutlich an Interesse verloren. Möglicherweise spielen hier schlechte Erfahrungen mit hinein.

EINSATZ NEUER WERBEFORMEN in % Unter welcher Prämisse sind/wären neue Werbeformen (wie Guerilla Marketing oder Virale Konzepte) für Sie interessant? Bitte entscheiden Sie sich für max. 3 Antworten, die Ihrer Meinung nach am ehesten zutreffen Die neuen Werbeformen werden als kostengünstige Ergänzung zur Steigerung der Werbewirkung wahrgenommen. Der Zielgruppen-Aspekt: der Einsatz neuer Werbeformen macht insbesondere dann Sinn, wenn damit neue Zielgruppen erschlossen oder bestehende Zielgruppen effizient erreicht werden können. Eine genaue Ansprache definierter Zielgruppen ist insbesondere für größere Unternehmen von großer Bedeutung. Dagegen wird diesen Werbeformen wenig Wirkung hinsichtlich der Markenkommunikation / der Markenführung zugesprochen. Hier gibt es nur geringe Änderungen von 2003 nach 2005. Alternative Werbeformen werden in erster Line als sinnvolle Ergänzung zur klassischen Werbung gesehen. Zwei Faktoren stehen dabei im Vordergrund: Alle Angaben in %. 2003 2005 als sinnvolle Ergänzung (im Mediamix) 36,9 37,2 zur klassischen Werbung mehr Werbewirkung zu geringen Kosten 35,7 30,6 wenn diese von der Zielgruppe akzeptiert wird 30,2 20,3 neue Zielgruppen erreichen 29,0 39,7 wenn diese spektakulär/medienwirksam ist 24,3 25,6 (also Mundpropaganda od. zusätzliche Medienreichweite bringt) kostengünsitg Reichweite/Awarness erzielen 23,1 27,7 um die Marke emotional aufzuwerten 22,0 24,4 für Spezialaufgaben 20,0 24,0 (z.b. Jugend- oder Kultmarketing) um die Kontaktqualität zu erhöhen 17,6 12,0 um die Marke subtil zu präsentieren 9,4 10,3 um der Marke "Ecken und Kanten" zu verleihen 9,4 8,3 um die Marke zu aktualisieren 6,7 6,6 um der Marke mehr "Stickyness" zu verleihen 3,1 3,3 solche Werbeformen sind für mich 6,7 4,6 gar nicht interessant

INVESTITIONEN IN NEUE WERBEFORMEN in % Wie viel wäre Ihnen ein Investment in neue Werbeformen pro Jahr in etwa wert? Weniger als 5 Tsd. Euro 5 bis 10 Tsd. Euro 6,6 3,9 10,2 14,5 10 bis 20 Tsd. Euro 10,6 16,1 Hier zeigt sich deutlich, dass die neuen, alternativen Werbeformen als ein kostengünstiges Instrument gesehen werden. Von allen Budgetverant- wortlichen, die hier eine Angabe gemacht haben, 20 bis 40 Tsd. Euro 40 bis 75 Tsd. Euro 10,3 13,7 11,2 12,5 sind nur etwa ein Drittel bereit, mehr als 75 Tsd. Euro in diese Werbeformen zu investieren. Dieses Resultat hat sich 2005 (gegenüber 2003) noch verstärkt. 75 bis 150 Tsd. Euro 150 bis 500 Tsd. Euro 10,7 9 9,1 9 Der Druck auf Werbebudgets führt dazu, dass vermehrt auf kleinere Investitionen (unter 20TE) gesetzt wird. Die Investitionsbereitschaft liegt bei fast allen Unternehmen Mehr als 500 Tsd. Euro k.a./weiß nicht 0,8 1,6 14,9 29,4 unterhalb von 10% des Gesamt-Marketingbudgets. 2005 / n=242 2003 / n=255

GRÜNDE FÜR DIE ABLEHNUNG NEUER WERBEFORMEN in % Was hält Sie ggf. bisher davon ab, neue Werbeformen (wie Guerilla Marketing oder virale Konzepte) zu nutzen? Das Haupthindernis der Nutzung alternativer Werbeformen liegt in der derzeit mangelnden Erfahrung mit solchen Werbeformen in Kombination mit der fehlenden Messbarkeit der Werbewirkung. Hieraus erwächst die Aufforderung an die Anbieter neuer Werbeformen (und auch an die Marktforschung), geeignete Instrumente und Fallstudien vorzulegen, die eine Kommunikationsleistung zweifelsfrei bestätigen können. Hier ergaben sich keine wesentlichen Änderungen zu 2003: Alle Angaben in %. 2003 2005 nichts 22,7 25,6 die Namensgebung guerilla oder viral 11,0 9,9 sehe keinen Vorteil in der Nutzung 5,9 5,0 dieser Werbeformen komplexe/zeitintensive Abwicklung 12,2 16,9 fehlende Pretest-Möglichkeit 11,0 12,0 unzureichende Messbarkeit des Erfolges 23,9 26,5 die Markenaffinität könnte nicht gegeben sein 13,3 9,9 eventuelles Imageproblem 18,8 21,5 fehlende Erfahrungswerte 42,7 48,8 Harmonie mit anderen 15,7 10,3 Kommunikationsmaßnahmen solche Aktionen zahlen nur in 4,7 4,1 Bekannheit und Image ein solche Aktionen sind nur Kleinkram 2,4 2,9

KORRELATIONSMATRIX (BEI FREIEN FELDERN KORRELATION NICHT SIGNIFIKANT) KORRELATIONEN NACH PEARSON

FAZIT Die Nutzung alternativer Werbeformen wie Guerilla Marketing oder Virales Marketing hat in den letzten beiden Jahren zugenommen. Auch 2005 setzen mehr als 90% aller befragten werbetreibenden Unternehmen auf Printwerbung und PR, der Anteil von Alternativen Werbeformen hat sich jedoch zulasten von Funk und Direktmarketing erhöht. Es gibt nach wie vor Potential, alternative Werbeformen als kostengünstige und zielgruppen-affine Ergänzung zu klassischen Werbeformen vermehrt einzusetzen. Eine deutliche Mehrheit der befragten Marketingverantwortlichen sind grundsätzlich bereit, (zusätzlich) in neue Werbeformen zu investieren. Die Budget-Vorstellungen sind dabei jedoch eher niedrig: in aller Regel liegt ein mögliches Budget für neue Werbeformen unterhalb von 10% des Gesamtetats. Das Interesse an SMS-Marketing hat bereits deutlich nachgelassen. Die Stärke alternativer Werbeformen wird eher in der Schaffung von Reichweite und Markenbekanntheit, und weniger in der Kommunikation eines Markenbildes gesehen. An dieser Sichtweise hat sich in den letzten Jahren nichts geändert. Ein Hindernis für den Einsatz alternativer Werbeformen stellt nach wie vor die mangelnde Messbarkeit der Werbewirkung dar. Hier sind anbietende Agenturen aufgefordert, geeignete Instrumente und Fallstudien anzubieten und so Vertrauen auf Seiten werbetreibender Unternehmen zu schaffen/auszubauen.