Standard-Arbeitsanweisung



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Transkript:

Rhesus-Kontrolle (Autoagglutination) Seite 1 von 9 X Informationsexemplar Unterliegt nicht dem Änderungsdienst Inhalt... Seite 1 Indikation, Verantwortlichkeiten... 2 2 Testprinzip, theoretischer Hintergrund... 2 2.1 Arbeitstechnik... 3 3 Patientenbezogene und methodische Angaben... 3 3.1 Untersuchungsmaterial... 3 3.2 Mindestmenge... 3 3.3 Störfaktoren... 3 3.4 Stabilität... 4 4 Reagenzien, Hilfsmaterialien, Geräte... 4 4.1 Reagenzien... 4 4.2 Hilfsmaterialien... 4 4.3 Geräte... 4 5 Qualitätskontrolle... 5 5.1 Tägliche Qualitätskontrolle... 5 5.2 Wöchentliche Qualitätskontrolle... 5 6 Durchführung des Tests... 5 6.1 Vorbereitung... 5 6.2 Testansatz Rhesus control... 5 6.3 Ablesen der Reaktionen... 5 7 Ergebnisse, Befundung... 6 7.1 Ergebnisse... 6 7.2 Befundung... 7 8 Referenzbereiche... 7 9 Grenzen des Verfahrens... 7 10 Literatur... 7 11 Mitgeltende Unterlagen... 8 12 Anlagen... 8 2010 Wolf D. Kuhlmann, auf Anfrage (e-mail w.d.kuhlmann@gmx.de) Name Abteilung Datum Unterschrift erstellt geprüft freigegeben Prof. Dr. Kuhlmann QM-Stelle

Rhesus-Kontrolle (Autoagglutination) Seite 2 von 9 1 Indikation, Verantwortlichkeiten Eine Eigenkontrolle (Prüfung auf Autoagglutination), z.b. mit Rhesuskontrollserum, muss bei jeder Rhesus-D- sowie bei der Bestimmung weiterer Rh-Merkmale vorliegen und ggf. mitgeführt werden. Eine Eigenkontrolle, die im Rahmen eines Antikörpersuchtests durchgeführt wird, kann auch als Eigenkontrolle herangezogen werden, vorausgesetzt, dass die Untersuchungen zusammen angesetzt und beurteilt werden. Eine Autoagglutination kann verursacht werden durch Geldrollenbildung Kälteautoantikörper, Komplementfaktoren Wärmeautoantikörper, Komplementfaktoren Sonstige Beladung der Erythrozyten im Rahmen therapeutischer Massnahmen (Gabe von Immunglobulinen, Bestandteile von Infusionslösungen) Fibringerinnsel (vorzugsweise Probengewinnung in EDTA; native Proben vor allen Testansätzen nochmal 10 Min. bei 1500 g zentrifugieren) Blutproben werden nach allgemeingültigen Entnahmeverfahren gewonnen (QX-VA-008 Präanalytik) Alle im KH-Labor angewandten Untersuchungsverfahren, die einzelnen Untersuchungsgänge sowie die erzielten Untersuchungsergebnisse mit deren Auswertung liegen in der Verantwortung der zuständigen Ärzte (vgl. QM-Handbuch). Die technische Durchführung der einzelnen Untersuchungsverfahren wird an eingewiesenes und geschultes Personal delegiert. Für die Überwachung und Kontrolle des immunhämatologischen Arbeitsplatzes werden vorbehaltlich einer Neuregelung drei Mitarbeiter des KH-Labors namentlich benannt (in alphabetischer Reihenfolge): - Frau / Herr - Frau / Herr - Frau / Herr Die Benennung von drei Mitarbeitern ermöglicht ein gewisses Mass an Flexibilität bei der Dienstplangestaltung und sorgt für eine wechselseitige Vertretung. Änderungen werden dienstlich angeordnet und schriftlich dokumentiert. Alle Standardarbeitanweisungen für den immunhämatologischen Arbeitsplatz haben den Charakter einer Dienstanweisung und beschreiben umfassend das jeweilige Arbeitsgebiet. Die hohe Dichte an Informationen und Handlungsanweisungen dient konsequenterweise dem gesetzlich geforderten Mass an Regelung und Verantwortung. Für die praktische Tätigkeit des geschulten Personals wird auf die entsprechenden Kurzanleitungen verwiesen. Bei allen unklaren Untersuchungsergebnissen und Problemfällen muss einer der zuständigen Ärzte unterrichtet werden, zusätzlich kann ggf. auch externer ärztlicher Sachverstand, z.b. beim DRK-Blutspendedienst in Bad Kreuznach, eingeholt werden. 2 Testprinzip, theoretischer Hintergrund Blutgruppen der Erythrozytenmembran sind Antigene, die mit spezifischen Antikörpern nachgewiesen werden. Die für die Blutgruppenserologie wichtigen Antikörper gehören den Immunglobulinklassen IgG und IgM an (seltener IgA Klasse).

Rhesus-Kontrolle (Autoagglutination) Seite 3 von 9 Je nach Immunglobulinklasse reagieren die Antikörper serologisch verschieden. Die hauptsächliche Methode zum Nachweis von erythrozytären Blutgruppenmerkmalen ist die Hämagglutination in ihren Modifikationen. In geringem Umfang ist auch noch die Beurteilung der Hämolyse beim Nachweis von Blutgruppenantigenen (bzw. Antikörpern) von Bedeutung. Ausführliche Beschreibungen zur Blutgruppensystematik und zur Nachweismethodik sind in den einschlägigen Standardarbeitsanweisungen zum AB0- und Rhesus-System abgebildet (Mitgeltende Unterlagen). 2.1 Arbeitstechnik Für die Blutgruppenserologie kommt das Diamed-ID-System zur Anwendung Bei diesem System findet die Agglutination in einem mit Gelkügelchen befüllten Röhrchen statt (Geltechnik). Im Mittelpunkt der Geltechnik stehen mit Gelkügelchen (Dextran) befüllte Mikroröhrchen. Das Prinzip des Geltests beruht auf der Kombination von Agglutinationsreaktion (Antigen-Antikörper-Reaktion) und Zentrifugation des Gelröhrchens. Prinzip und Funktion des Geltests sind in der Standardarbeitsanweisung SA- AB0 Rh-Faktor ausführlich beschrieben. Für eine zusammenfassende Darstellung von Fehlermöglichkeiten der Diamed-Methode s. Anlage. 3 Patientenbezogene und methodische Angaben 3.1 Untersuchungsmaterial Blutproben für blutgruppenserologische Untersuchungen sind immer nur für diesen Zweck bestimmte, frisch abgenommene Blutproben. Die eindeutige Identitätssicherung durch den abnehmenden Klinikarzt ist unerlässlich (vgl. QM-Handbuch). Wenn von einem gegebenen Patienten im Labor noch keine gültige vorliegt (in der Kartei kontrollieren), muss immer aus einer Zweitprobe (zeitversetzte Blutentnahme) unter Bezug auf die Erstuntersuchung die Blutgruppe kontrolliert werden; der Vorgang ist zu dokumentieren. Folgende Untersuchungsproben sind prinzipiell geeignet, Vollblut EDTA-Blut Nabelschnurblut, Nabelschnurblut/Neugeborenenblut wird als solches gekennzeichnet und im Blutgruppenbuch dokumentiert Nach Abschluss der Untersuchungen wird das Original-Probengefäss mindestens 10 Tage gekühlt bei 4 bis 8ºC aufbewahrt. 3.2 Mindestmenge 5 ml 3.3 Störfaktoren Hämolyse des Blutes Geschützte Warennamen (Warenzeichen) werden nicht besonders kenntlich gemacht. Aus dem Fehlen eines solchen Hinweises kann nicht geschlossen werden, dass es sich um einen freien Warennamen handelt.

Rhesus-Kontrolle (Autoagglutination) Seite 4 von 9 3.4 Stabilität 14 Tage bei 2-8C 4 Reagenzien, Hilfsmaterialien, Geräte Es werden ausschlieslich CE zertifizierte Reagenzien verwendet. Hersteller und Chargenbezeichnung aller Testreagenzien werden dokumentiert. 4.1 Reagenzien ID-Karte NaCl, Enzymtest und Kälteagglutinine DiaClon Rhesus control, negative Kontrolle der Rh-Bestimmung mit monoklonalen Reagenzien 0.9% NaCl Lösung ID-Diluent 2 4.2 Hilfsmaterialien Rundbodenröhrchen Suspensionsröhrchen ID-Tips (Pipetorspitzen) Pipettenspitzen 4.3 Geräte Eppendorf Pipette 10-100 µl ID-Dispenser ID-Pipetor ID-Zentrifuge Saxo ID-Reader und Maestro-Software (DiaMed), teilautomatisiertes Gerätesystem für die Probenbearbeitung unter Verwendung der DiaMed ID-Karten: Probenerfassung, Arbeitslisten, Inkubation, Zentrifugation, Auswertung (= Ablesung der Reaktionen mit Vorschlag der Untersuchungsergebnisse als sog. erst-ablesende Person, die von einer zwei-

Rhesus-Kontrolle (Autoagglutination) Seite 5 von 9 ten Person immer bestätigt werden müssen), Dokumentation und Befunderstellung mit systematischer Überwachung aller Arbeitsschritte 5 Qualitätskontrolle 5.1 Tägliche Qualitätskontrolle Visuelle Kontrolle aller Reagenzien, ID-Karten und Materialien auf Abweichungen gemäss Herstellerangaben 5.2 Wöchentliche Qualitätskontrolle Chargenkontrolle: alle Chargen werden zusätzlich zur visuellen Kontrolle einer wöchentlichen Funktionskontrolle unterzogen; Überprüfung des Verfallsdatums, Chargenänderungen werden dokumentiert und alte Chargen werden verworfen. Jede Untersuchung muss eindeutig zu den verwendeten Reagenzien/Chargen zuzuordnen sein 6 Durchführung des Tests 6.1 Vorbereitung Alle Reagenzien vor Gebrauch auf Raumtemperatur (18-25C) bringen Nabelschnurblut vor Gebrauch mit 0.9% NaCl Lösung waschen (3 Waschzyklen) Herstellung einer 5%igen Erythrozytensuspension in ID-Diluent 2-0.5 ml ID-Diluent 2 in ein sauberes Röhrchen pipettieren - 50 µl Vollblut oder 25 µl Erythrozytenkonzentrat zugeben, leicht mischen - Suspension (im Röhrchen oder direkt in der ID-Karte) 10 Minuten bei Raumtemperatur (18-25C) inkubieren; Erythrozytensuspension innerhalb von 15 Minuten nach der Inkubation verwenden 6.2 Testansatz Rhesus control ID-Karte NaCl mit dem Patientennamen (Nummer) eindeutig beschriften Aluminiumfolie in aufrechter Kartenposition entfernen 12.5 µl der Erythrozytensuspension in das jeweilige Mikroröhrchen der ID-Karten pipettieren Jeweils 12.5 µl Rhesus control in die Mikroröhrchen pipettieren a) Manuelle Bearbeitung: ID-Karten 10 Minuten bei Raumtemperatur inkubieren (vgl. Arbeitsschritt 6.1 Vorbereitung), dann ID-Karten 10 Minuten in der ID-Zentrifuge zentrifugieren, Reaktionen ablesen und protokollieren b) Teilautomatisierte Bearbeitung: ID-Karten in den Saxo ID-Reader stellen, die weiteren Schritte werden von dem Gerät selbständig (Maestro-Software) gesteuert und durchgeführt 6.3 Ablesen der Reaktionen Allgemeines Auswertungsprinzip der Diamed-ID-Gelkarten

Rhesus-Kontrolle (Autoagglutination) Seite 6 von 9 Auswertung und Interpretation der Gelsäulen Reaktion Alle Erythrozyten sind durch die Gelsäule gewandert und bilden einen glatten Zellknopf 1 + Reaktion Die meisten Erythrozyten sind in die untere Hälfte der Gelsäule gewandert. Ein Zellknopf ist am Boden zu sehen 2 + Reaktion Agglutinierte Erythrozyten sind über die gesamte Gelsäule verteilt. Ein kleiner Zellknopf kann am Boden der Säule vorhanden sein 3 + Reaktion Agglutinierte Erythrozyten sind in der oberen Hälfte der Gelsäule hängen geblieben 4 + Reaktion Agglutinierte Erythrozyten bilden eine Schicht auf der Gelsäule Testansatz von Patienten-Erythrozyten mit DiaClon Rhesus control in der ID-Karte NaCl: Agglutinationen von + bis ++++ deuten auf eine Reaktion zwischen Erythrozyten und Dia Clon Rhesus control 7 Ergebnisse, Befundung Vollständige Protokollierung aller blutgruppenserologischen Untersuchungen einschliesslich Reaktionsausfall und Kontrollen. 7.1 Ergebnisse Alle Untersuchungsergebnisse werden durch eine zweite Person gegengelesen und dokumentiert; bei Verwendung des Saxo ID-Readers (mit der Maestro-Software) entspricht das Gerätesystem dem Erstableser. Die bearbeitende MTA ist dann die zweite ablesende Person Alle Ergebnisse werden mit Angabe der Reaktionsstärke im Blutgruppenbuch dokumentiert Die Erythrozyten müssen eine negative Reaktion mit dem Rh-Kontroll-Reagenz zeigen Kontrolle negativ: keine sichtbare Agglutination Kontrolle positiv: Agglutination von + bis ++++ weist auf eine unspezifische Reaktion Bei positiver Reaktion sind dieresultate der Rh-Bestimmung ungültig Positive Reaktionen mit DiaClon Rhesus control können verursacht sein durch: Geldrollenbildung Kälteautoantikörper

Rhesus-Kontrolle (Autoagglutination) Seite 7 von 9 Wärmeautoantikörper Sonstige Beladung von Erythrozyten, z.b. im Rahmen therapeutischer Massnahmen Wenn DiaClon Rhesus control eine positive Reaktion zeigt, dann muss ein direkter Coombstest (DCT) durchgeführt werden (Nachweis einer in vivo Sensibilisierung der Erythrozyten mit Antikörpern und/oder Komplement) Ein negativer DCT und ein positiver DiaClon Rhesus control weisen auf Geldrollenbildung oder Kälteautoantikörper hin; Wiederholung von DiaClon Rhesus control mit einer 3 x gewaschenen (37ºC) Erythrozytensuspension Falls eine Abklärung/Differenzierung der Reaktionen nicht möglich ist, dann muss die Patientenprobe in ein Referenzlabor (DRK Blutspende, Bad Kreuznach) zur weiteren Bearbeitung geschickt werden 7.2 Befundung Prinzipiell: alle BG-Befunde (AB0, Rhesus-Antigene etc.) müssen durch den für die technische Untersuchung Verantwortlichen überprüft und durch seine Unterschrift bestätigt werden Kontrollergebnisse werden (nach der Gegenlesung durch eine zweite Person) zur Dokumentation in das Formblatt QX-FB-041-C eingetragen Unklarheiten immer in einem Referenzlabor (Blutspendediesnt des DRK in Bad Kreuznach) abklären lassen Ergebnisse einer Fremdleistung müssen im exakten Wortlaut in den Blutgruppenbefund übernommen werden; ggf. auch Ergänzung durch weitere Befundung seitens der Laborleitung 8 Referenzbereiche Nicht belegt 9 Grenzen des Verfahrens Siehe Anlage, Beipackzettel Fa. DiaMed AG Siehe Anlage, Fehlermöglichkeiten und Gefahren bei der DiaMed Gelkarten-Technik 10 Literatur Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie) gemäss 12 und 18 TFG. Zweite Richtlinienanpassung 2010. Die Hämotherapie Richtlinien der Bundesärztekammer sind in gebundener Form beim Deutschen Ärzte-Verlag, Köln, zu beziehen. Weiter sei auf die online verfügbare Datei unter folgender Adresse verwiesen: http://www.baek.de/haemotherapie Transfusionsgesetz (TFG). Das Transfusionsgesetz (TFG) steht online zur Verfügung; Die Adresse zum Abruf lautet: http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/tfg/ Singbartl G. und Walther-Wenke G.: Transfusionspraxis, perioperatives Management, Springer-Verlag, Berlin 2003

Rhesus-Kontrolle (Autoagglutination) Seite 8 von 9 11 Mitgeltende Unterlagen VA- Probenannahme, Auftragsprüfung und Erfassung BA- Bedienungsanleitung DiaMed Saxo Modul Gesetze und Richtlinien (s. 10. Literatur) SA- Standardarbeitsanweisung AB0 und Rh-Faktor SA- Standardarbeitsanweisung Rh-Formel und Kell SA- Standardarbeitsanweisung Antikörpersuchtest (AKS) SA- Standardarbeitsanweisung ABD-Bestätigungstest SA- Standardarbeitsanweisung Direkter Coombstest SA- Standardarbeitsanweisung Serologische Verträglichkeit (Kreuzprobe) SA- Standardarbeitsanweisung AB0, Rh-Faktor, DCT (Neugeborene) 12 Anlagen Fehlermöglichkeiten und Gefahren bei der Diamed Gelkarten-Technik Problem Mögliche Auswirkung Ursachen Lösungen Flüssigkeitsspiegel im Gelröhrchen niedrig (<1 mm über der Gelsäule) Falsch positive Ergebnisse Gelröhrchen verfallen a) Test mit neuer Karte wiederholen b) Lagerungsvorschrift beachten Kälteagglutinine Alle Ansätze einschl. Eigenkontrolle sind positiv AHG-Test ohne vorheriges Waschen der Erythrozyten Wiederholung des Tests, Serum und Erythrozyten auf 37C vorwärmen, kein LISS verwenden, 30 Min. inkubieren Überlagerte Proben a) Diffuse und unklare Reaktionen b) Falsch positive Ergebnisse (gesprenkeltes Reaktionsbild) a) alte geronnene und antikoagulierte Proben neigen zur Absorption von IgG und Komplement b) Veränderung der Erythrozytenmembran bei Lagerung Wiederholung des Tests mit frischem Probenmaterial Falsche Zentrifugationsgeschwindigkeit a) Falsch positive Ergebnisse b) Unklare Ergebnisse c) falsch negative Ergebnisse a) Zentrifugation zu niedrig: Erythrozyten bleiben hän gen (schwach pos. oder unklares Ergebnis) b) Zentrifugation zu hoch: schwache Agglutinate sinken auf den Boden Wiederholung des Tests, Zentrifugation nach Vorschrift

Rhesus-Kontrolle (Autoagglutination) Seite 9 von 9 (falsch negatives Ergebnis) Niedriger Flüssigkeitsstand in der Säule nach Testbeendigung Falsch negative Ergebnisse Fehlende Materialzugabe (Serum fehlt) Wiederholung des Tests und sicher stel len, dass alle Reakti onspartner zugegeben wurden Gemischte Zellpopulationen Mischfeld-Agglutination (starke Reaktion oben in der Säule und Zellknopf am Boden) Mischfeldagglutination a) bei Vortransfusion, b) bei Transplantation c) bei genetischem Chimärismus d) Untergruppen (A3, Am etc.) e) Probenkontamination, Fibrinreste f) schwächere Antigene Transfusionsanamnese beachten Linien an der Oberfläche Linien können als falsch positiv interpretiert werden, Erscheinungsbild wie bei Mischfeld-Agglutination a) Fibrinpartikel im Plasma b) unvollständig gewaschene Erythrozyten a) Fibrinpartikel durch Zentrifugation entfernen b) Erythrozyten einmal waschen, um Plasmareste und Thrombozyten zu entfernen c) Patientenanamnese Beipackzettel ID-Karte NaCl, Enzymtest und Kälteaagglutinine, Fa. DiaMed AG Beipackzettel DiaClon Rhesus control, Fa. DiaMed AG Beipackzettel ID-Diluent 2, Fa. DiaMed AG Prof. Dr. W. D. Kuhlmann, Koblenz 10.10.2010