Inhaltsverzeichnis Impressum Mit Bescheid des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur Zl. 5.021/0065-V/9/2005 vom 28. September 2006 als für den Unterrichtsgebrauch an Hauptschulen und an allgemein bildenden höheren Schulen für die 3. Klasse im Unterrichtsgegenstand Geographie und Wirtschaftskunde geeignet erklärt. Achtung! Kopierverbot Wir weisen darauf hin, dass das Kopieren zum Schulgebrauch aus diesem Buch verboten ist: 42 Ab-satz (3) der Urheberrechtsgesetznovelle 1996: Die Befugnis zur Vervielfältigung zum eigenen Schulge- brauch gilt nicht für Werke, die ihrer Beschaffenheit und Bezeichnung nach zum Schul- oder Unterrichtsgebrauch bestimmt sind. INHALTSVERZEICHNIS 1. Lebensraum 2 Die Alpen 4 Das Alpenvorland und das Karpatenvorland 13 Das Granit- und Gneishochland 16 Der Donau entlang 20 Das Wiener Becken 23 Das Vorland im Osten und Südosten 26 Das Klima in Europa und in 30 Die österreichische Bevölkerung 33 Dicht und dünn besiedelte Gebiete s 42 2. Die Gestaltung des Lebensraumes 43 Stadt und Land 43 Menschen gestalten ihren Lebensraum 50 Tourismus Willkommen in! 52 Wirtschaftende Menschen verändern die Landschaft 57 Industrie in 64 Verkehr in 68 3. Arbeiten in 76 Karriere mit Lehre 82 Weiterführende Schulen 86 Mitarbeiter Arbeitgeber 87 Arbeitslos in 92 Schwarzarbeit ist kein Kavaliersdelikt 99 Die Arbeitswelt verändert sich 100 Die Frau in der Arbeitswelt noch immer benachteiligt 103 4. Wirtschaften im privaten Haushalt 106 Mit dem Einkommen richtig auskommen 107 Sparformen und Kredite 111 Der Markt 114 Werbung Zwischen Information und Manipulation 118 Konsumentenschutz 123 5. Volkswirtschaftliche Zusammenhänge 125 Was ist Wirtschaft? 125 Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 127 Die Konjunktur 132 Wirtschaftspolitik 135 Der Staatshaushalt die öffentliche Hand 138 Die Leistungsbilanz 139 in der Europäischen Union 144 146 Ausschneideteil 147 www.jugendvolk.at Schulbuch-Nr. 130336 Müller, Papst ganz klar: Geografie 3 2007, Verlag Jugend & Volk GmbH, Wien. Alle Auflagen mit 2008 sind nebeneinander verwendbar. ISBN 978-3-7100-0965-5 Umschlaggestaltung: AV+Astoria Druckzentrum Prepress, Wien Cover-Foto: Alois Müller Grafiken: Christian Dekelver, Weinstadt Kartografie: Freytag & Berndt, Wien Satz: Josef Embacher Layout: Kurt Leitner Alle Rechte vorbehalten. Jede Art der Vervielfältigung auch auszugsweise gesetzlich verboten. [2008 1.01]
1. Lebensraum Abb. 2.1: Granit- und Gneishochland Abb. 2.3 Abb. 2.2: Alpen- und Karpatenvorland: Alpenvorland Abb. 2.4: Alpen Abb. 2.5: Vorland im Osten und Südosten: Steirisches Hügelland 2
Lebensraum Abb. 3.1: Alpen- und Karpatenvorland: Karpatenvorland ist ein kleines Land, eingebettet in der Mitte Europas. Dennoch hat es Anteil an einigen Großlandschaften unseres Kontinents. Folgendes wird dich vielleicht erstaunen: Wusstest du, dass die Alpen, die 2/3 der Landesfläche s ausmachen, ein Faltengebirge sind, das noch immer wächst? im Wiener Becken, das zwischen Alpen und Karpaten liegt, Erdöl gefördert wird? im östlichen Alpenvorland der größte Steppensee Europas zu finden ist? im Granit- und Gneishochland, das im Norden s liegt, die europäische Hauptwasserscheide verläuft? das nördliche Alpenvorland zu den ertragreichsten Landwirtschaftsgebieten s gehört? Abb. 3.2: Wiener Becken Abb. 3.4 Abb. 3.3: Vorland im Osten und Südosten: Pann. Tiefebene en 1) Bemale die Großlandschaften s mit unterschiedlichen Farben in der karte (Abb. 3.4). 2) Trage die betreffende Großlandschaft mit den richtigen Angaben ein. Bemale die Kästchen neben den Großlandschaften mit den entsprechenden Farben aus der karte (Abb. 3.4). Farbe Großlandschaften s Anteil der Bundesländer Anteil d. Nachbarstaaten Granit- und Gneishochland OÖ, NÖ D, CZ Europäische Hauptwasserscheide Sie trennt die Flüsse, welche in die Nordsee münden, und jene, die in das Schwarze Meer münden. Steppensee Ein Steppensee ändert den Wasserspiegel je nach Grundwasserstand und hat im Allgemeinen weder Zu- noch Abfluss. 3
Die Alpen Die Alpen verlaufen in einem 1200 km langen und bis zu 250 km breiten Bogen vom Golf von Genua bis zur Donau bei Wien. In nehmen die Alpen 2/3 des Staatsgebietes ein. Abb. 4.1 Abb. 4.2 Ostalpen und Westalpen Die alpine Bergwelt in gehört zu den Ostalpen. Die Grenze zwischen Westalpen und Ostalpen verläuft entlang der gedachten Linie vom BODENSEE, den RHEIN entlang zum COMERSEE (auch Como See). Die Ostalpen sind niedriger und sanfter geformt als die Westalpen. Abb. 4.3 3) Welche anderen Staaten haben Anteil an dieser europäischen Großlandschaft? Wenn du die Staaten in der Karte Abb. 4.3 nicht erkennst, suche sie im Atlas in der Politischen Karte Europas. Liste die Staaten auf und trage die Länderkürzel in die Karte ein! Die Alpenstaaten a) b) c) d) e) f) g) 4) Bezeichne Ostalpen und Westalpen in der Karte Abb. 4.3 (Platzhalter) und zeichne die Grenze dieser beiden Gebiete ein! 4
Die Alpen Ein riesiges Faltengebirge Du hast schon davon gehört, dass die Erdoberfläche eigentlich ein riesiges Puzzle aus Kontinentalplatten ist. Diese Kontinentalplatten bewegen sich mit derselben Geschwindigkeit, mit der ein Fingernagel wächst! Wenn es zur Kollision zweier solcher Schollen der Erdkruste kommt, sorgen gewaltige Kräfte dafür, dass sie sich auffalten oder hochgedrückt werden. Ein Faltengebirge entsteht! Abb. 5.1 Lebensraum Erosionskräfte Kräfte wie Wind und Wasser, aber auch Muren oder Lawinen, die Boden oder Gestein abtragen VERSUCH: Berge aufwerfen Du benötigst: Verschiedenfarbige Knetmasse (mindestens 3 Farben), 2 Holzklötze. Stelle verschiedene Gesteinsschichten einer Kontinentalplatte durch verschiedenfarbige Knetmasse dar, indem du 3 Schichten Knetmasse übereinanderlegst (Abb. 5.2). Abb. 5.2 Abb. 5.3 Abb. 5.4 Übe mit deinen Händen von links und rechts Druck aus. Die starken Schubkräfte von beiden Seiten werfen eine Falte auf (Abb. 5.3). Weiterer Druck lässt die Falte kippen. Anhaltend starke Schubkräfte machen aus einer Falte eine Decke (Abb. 5.4). Abb. 5.5 Abb. 5.6 Mit einem Löffel oder einem Messer kannst du nun Teile deines Gebildes abtragen, sodass verschiedene Schichten von Knetmasse sichtbar werden (Abb. 5.5 5.6). Eis, Wasser und Wind nagen an der Oberfläche. Durch diese Erosionskräfte werden einzelne Gesteinsschichten freigelegt. So liegen auch in den Alpen heute verschiedene Gesteinsschichten frei. Abb. 5.7: Die Gesteinszonen der Alpen in Linz St. Pölten WIEN Salzburg Eisenstadt Bregenz Innsbruck Graz Maßstab 1:3 500 000 0 35 70 105 140 km Klagenfurt 1cm ^= 35 km 5
Lebensraum Die Gesteinszonen der Alpen in a) Die Flyschzone Die Flyschzone ist eine Landschaft mit Mittelgebirgen (Gebirge bis 1500 m) und sanften Hügeln. Sandstein ist die typische Gesteinsart. Der Sandstein hatte früher große wirtschaftliche Bedeutung: Er wurde für den Bau der Wiener Stadtbahn und der Wientalverbauung verwendet. Abb. 6.1 5) Suche die in der Karte Abb. 5.7 bezeichneten Gebirge der Flyschzone im Atlas und trage sie hier ein: 1 2 Abb. 6.2 b) Die nördlichen und südlichen Kalkalpen Die nördlichen Kalkalpen reichen von Vorarlberg bis ins Wiener Becken. Von Norden steigen die Kalkalpen über bewaldete Voralpen zu Hochalpen an. Die südlichen Kalkalpen in bestehen aus den Karawanken und den Gailtaler Alpen. Kalkalpen sind im Westen eher Kettengebirge und im Osten Plateaugebirge. Auch einige Teile der Karnischen Alpen bestehen aus Kalkgestein. Bezeichnend für Kalkberge sind steile Grate, schroffe Felswände und wuchtige Bergstöcke. Die Hochflächen der Kalkalpen sind wasserarm, weil Wasser durch Klüfte, Spalten und Hohlräume im Gestein rasch wegsickert. Karsterscheinungen sind 6) Suche die in der Karte Abb. 5.7 bezeichneten Gebirge der Kalkalpen im Atlas und trage sie hier ein: 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 Abb. 6.3 6
Lebensraum häufig. Die Kalkalpen sind arm an Gletschern. Nur im mittleren Teil der nördlichen Kalkalpen (Dachstein, Hochkönig) und im äußersten Westen (Schesaplana) gibt es Gletscher. Der Karst hat viele Gesichter Wasser verschwindet in kleinen Spalten, es zersetzt das Kalkgestein, Hohlräume stürzen ein, Vertiefungen, die an Schüsseln oder Trichter erinnern, tun sich auf. Fantasiereise Im Inneren des Berges erwartet dich eine andere Welt: Irgendwo hörst du einen Bach rauschen, Wasser tropft, Tropfsteine wachsen von der Decke und aus dem Boden. Fledermäuse huschen lautlos an dir vorüber, es ist kalt, da türmt sich vor dir im Schein der Taschenlampe ein mächtiger Riese aus Eis auf eine Eishöhle! Orientiere dich an den Farben blau, rot, grün! Ergänze den folgenden Text über die Karsterscheinungen! Die Farben der Stichwörter oben gehören zur Überschrift in der entsprechenden Farbe. Grat schmale Kammlinie eines Berges Kettengebirge Gebirgszug, Bergkette Mittelgebirge Die Höhe eines Mittelgebirges ist nicht genau festgelegt und liegt zwischen 500 und 1500 m. Plateaugebirge Gebirgszüge mit ausgedehnten Hochflächen schroff eckig, kantig, zerklüftet KARREN Karren sind Rillen, rinnenähnliche Vertiefungen und, in welchen das Regen- und Schmelzwasser. Abb. 7.1: Karren DOLINEN Dolinen sind förmige Vertiefungen an der Oberfläche. Sie können einen Durchmesser von mehreren hundert Meter haben. hat zerstört, oder eingestürzte, darunterliegende haben sie entstehen lassen. TROPFSTEINHÖHLEN Wasser hat aus dem Kalk winzige Teilchen gelöst. Von der Höhlendecke dieses in die Höhle und lagert die Kalkteilchen ab. Langsam entstehen. Jene, die von der Höhlendecke nach unten wachsen, nennt man Stalaktiten, die nach oben wachsenden heißen Stalagmiten. Eingedrungenes Wasser sammelt sich oft zu einem und tritt in Form einer riesigen Karstquelle ans Tageslicht. Liegt die Temperatur in einer Höhle ständig unter 0 C, gefriert das Sickerwasser. Dadurch entstehen. Abb. 7.2: Doline Abb. 7.3: Tropfsteinhöhle 7
Lebensraum Abb. 8.1 c) Die Schieferzonen Die Schieferzonen sind auch als Grauwackenzonen bekannt. Das Gestein verwittert leicht. Deshalb haben die Berge sanfte, runde Formen mit großen Flächen von Wiesen und Almen (Grasberge). Die Schieferzonen sind für die österreichische Wirtschaft von großer Bedeutung: Hier gibt es die meisten Bodenschätze in unserem Land! Die Grasberge sind ideal für den Tourismus Schisport und Wandern! Ihre Almen sind hervorragende Weiden für die Viehwirtschaft. 7) Suche die in der Karte Abb. 5.7 bezeichneten Gebirge der Schieferzonen im Atlas und trage sie ein: 16 17 18* *) Die Karnischen Alpen zählen zu den Schiefergebirgen, obwohl auch Kalkgestein vorkommt! Granit und Gneis Gesteinsarten der Zentralalpen und des Granit- und Gneishochlands. d) Die Zentralalpen Die Zentralalpen haben den größten Anteil an den Ostalpen. Sie bestehen vorwiegend aus Granit und Gneis. In den Zentralalpen befinden sich die höchsten Gipfel (u. a. der Großglockner 3797 m) und die größten Gletscher (Pasterze: ca. 18 km 2 ). Die Höhe der Berge nimmt gegen Osten hin ab. Wichtig für s Tourismus: Zahlreiche herrliche Gebiete in den Zentralalpen locken das ganze Jahr über viele sportbegeisterte Touristen an. 8) Suche die in der Karte Abb. 5.7 bezeichneten Gebirge der Zentralalpen im Atlas und trage sie hier ein: 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 Abb. 8.2 9) Versuche, die einzelnen Gebirge aus Abb. 5.7 im Satellitenfoto s Abb. 2.3 zu finden. 10) Partnerarbeit unter Verwendung von Abb 5.7: Schüler/in A nennt ein Gebirge, Schüler/in B nennt Gesteinszone und Bundesländer, in welchen es vorkommt. 8
Gletscher in den Ostalpen Lebensraum Nicht viel weiß Bal-Bes über Os. Bal-Bes weiß nur, dass Os auf ihn wartet. Dass Os hungrig ist, dass Os gefräßig ist. Bal-Bes weiß nur, dass Os ihn fressen will. Os frisst Tiere und Menschen. Os hat Risse und Spalten in ihrer Zunge. Damit frisst sie. Die Spalten führen tief ins Innere von Os, tief ins Eis. Niemand der von Os verschlungen wurde, kann erzählen, was tief in Os ist. Os versteckt die Spalten durch weichen Schnee. Os ist kalt. Wenn Beth, die Sonne, verschwindet und Sturm aufkommt, wird Os noch kälter. Die Füße des Menschen erfrieren und werden wie tot, ohne Gefühl. Wenn Beth auf Os scheint, schickt Os giftiges Licht in die Augen von Menschen. Der Mensch wird blind. Blinde sind leicht zu fressen. Os ist listig. Os hat viele Fallen (Aus Der Gletschermann, S. 102 f. leicht gekürzt) Wer ist mit Os gemeint? So oder ähnlich könnte Bal-Bes, der in diesem Buch von einem Mann, den wir heute Ötzi nennen, verfolgt wird, den Gletscher vor rund 5300 Jahren empfunden haben. Ötzi wurde 1991 am Hauslabjoch in den Ötztaler Alpen gefunden. Man nimmt an, dass er dieses Gletschergebiet Richtung Norden überqueren wollte. Damals hatten die Gletscher in etwa die gleiche Ausdehnung wie heute. Wenn man vom Satelliten aus beobachtet (Abb. 2.3), kann man an den weißen Flächen die vergletscherten Gebiete der Alpen genau erkennen. en 11) Die meisten vergletscherten Gebiete liegen im Bereich der Zentralalpen. Es gibt allerdings zwei Ausnahmen. Wie heißen sie? a) b) In welchem Bereich der Alpen liegen sie? Die Spuren der Eiszeit Die Eiszeiten haben in ganz Europa ihre Spuren hinterlassen, so auch in den Alpen. Vor etwa 10 000 Jahren endete die letzte Eiszeit. Das Klima zuvor war rauer und feuchter, die Gletscher waren zu riesigen Eisströmen angewachsen, nur die höchsten und steilsten Alpengipfel ragten aus dem Eis. Die Gletscher, die sich langsam zurückzogen, hinterließen eine völlig veränderte Landschaft: Mit ihrer enormen Masse hatten sie Berge abgeschliffen, unter den zurückweichenden Eisdecken waren runde Formen entstanden: Aus ehemals engen Tälern, die die Form eines V oder einer Kerbe hatten (V-Tal oder Kerbtal), waren breite U-Täler, auch Trogtäler genannt, geworden. Abb. 9.1: Ötzi, der Mann aus dem Eis Klima Das Wetter (Temperaturen, Niederschlagswerte usw.) wird an einem Ort oder in einer Landschaft mindestens 30 Jahre lang beobachtet und aufgezeichnet. Aus den errechneten Mittelwerten ergibt sich das Klima. Wetter Das ist der momentane Zustand des Klimas (Temperatur, Niederschlag, Luftdruck, Luftströmung, Sonneneinstrahlung). Abb. 9.2 Abb. 9.3: V-Tal Abb. 9.4: Feile in Kerbe formt ein U Abb. 9.5: U-Tal 9