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Transkript:

1

Überblick über Inhalte 1 Deckblatt 2 Überblick über die Inhalte 3 Herausforderungen der Familienpolitik 4 Der Achterbahneffekt 5 Leitziele nachhaltiger Familienpolitik 6 Neue Wege 7 Der Dreiklang 8 Gezielte und nachhaltige finanzielle Förderung: das 9 Ziele des es 10 Die wichtigsten Regelungen I 11 Die wichtigsten Regelungen II 12 Die wichtigsten Regelungen III 13 Die wichtigsten Regelungen IV 14 Wirkungen des es 15 Leistungsverlauf 16 Stärken des es für Familie und Gesellschaft 17 Stärken des es für die Wirtschaft 18 Das passt zu Initiativen für eine familienfreundliche Arbeitswelt 19 Neue Gelegenheiten zum Austausch im Unternehmensnetzwerk 20 Das : gegenseitige Unterstützung 2

Herausforderungen der Familienpolitik Demographische und gesellschaftliche Entwicklungen Geburtenrückgang, aufgeschobene Kinderwünsche, weniger Mehrkindfamilien Ungenutzte Potenziale gut ausgebildeter Frauen trotz drohenden Fachkräftemangels Nicht zufrieden stellendes Bildungsniveau der Kinder Vereinbarkeit von Familie und Beruf? Schwierigkeiten im Zeitmanagement für Familien Wenig Chancengerechtigkeit für Mütter im Erwerbsleben Wenig Chancen für aktive Väter Ökonomische Perspektiven der Familien Einkommenseinbrüche bei Geburt des ersten Kindes Geringe wirtschaftliche Selbstständigkeit Erwerbsunterbrechungen als individuelles Armutsrisiko vor allem von Frauen Hoher Mitteleinsatz der öffentlichen Hand Fazit: Kosten und Nutzen familienpolitischer Leistungen klaffen auseinander. 3

Der Achterbahneffekt Finanzielle Leistungen im Vergleich nach dem 7. Familienbericht 4

Leitziele nachhaltiger Familienpolitik Geburtenrate gemäß Kinderwünschen Gute Förderung der Kinder Balance von Familie und Beruf Frauenerwerbsquote gemäß Lebensplänen Wirtschaftliche Selbstständigkeit der Familien 5

Neue Wege Leitziele Infrastruktur + Zeit + Geld Politik-Mix als Dreiklang Bundesregierung und Bündnisse 6 8

Der Dreiklang Bessere Infrastruktur für die Betreuung Gesetz zum Ausbau der Kinderbetreuung: Bedarfsgerechtes Angebot für unter Dreijährige 230.000 Plätze bis 2010 Qualitätssicherung Verbesserung von Bildungschancen Ausweitung des Rechtsanspruches, wenn nötig Förderung einer familienfreundlichen Arbeitswelt Allianz für Familie Audit berufundfamilie Unternehmensprogramm Erfolgsfaktor Familie Unternehmensnetzwerk Gezielte und nachhaltige finanzielle Förderung Bessere steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten Kinderzuschlag 7

Gezielte und nachhaltige finanzielle Förderung: das Das Sicherung der Lebensgrundlage im ersten Lebensjahr des Kindes für betreuende Eltern + + Nachhaltige Stärkung von Familien für mehr wirtschaftliche Selbstständigkeit Mehr Freiheit und Chancengerechtigkeit entsprechend den materiellen Notwendigkeiten und Lebensplanungen + Mehr Mut zu Kindern 8

Ziele des es 1 Sicherung der Lebensgrundlage im ersten Lebensjahr des Kindes Eltern sind in dieser Phase beruflich meist nicht etabliert, haben geringe Einkommen und kaum Rücklagen. Viele junge Familien sind auf zwei Einkommen angewiesen. Heute bricht nach der Geburt eines Kindes meist ein Einkommen weg. 2 Nachhaltige Stärkung der Familien Verlängerte Erwerbsunterbrechungen von Frauen verursachen im vergleich zu Kinderlosen oft unaufholbare Nachteile. Immer weniger Menschen sind in der Lage, für sich selbst zu sorgen. Familienpolitik darf nicht dazu beitragen, dass Menschen in Abhängigkeit voneinander oder vom Staat geraten. 3 Mehr Freiheit und Chancengerechtigkeit im Erwerbsleben von Männern und Frauen 62 % der Frauen mit Kindern unter drei Jahren wollen Familie und Beruf, Akademikerinnen zu 73 %. Nur fünf Prozent der Väter nehmen Elternzeit. Jeder zweite Vater mit Kinderwunsch würde mit dem in Elternzeit gehen. In Schweden sind es 80%. 4 Mehr Mut zu Kindern Die Geburtenrate in Deutschland beträgt 1,34. Die Kinderwünsche liegen bei 1,6 bis 1,8 pro Frau. Nicht realisierte Kinderwünsche sind auch der unsicheren finanziellen Situation nach der Geburt und dauerhaften beruflichen Nachteilen geschuldet. 9

Die wichtigsten Regelungen des neuen BEEG (I) Einkommensersatz Ersatz des individuellen Nettoeinkommens zu mindestens 67% Das beträgt höchstens 1.800 Euro (67% von 2700 Euro). Einkommensersatz für Geringverdiener Ist das Nettoeinkommen vor der Geburt geringer als 1.000 Euro monatlich, wächst der Einkommensersatzanteil für wegfallendes Einkommen auf bis zu 100%. Für je zwanzig Euro, um die das maßgebliche Einkommen den Betrag von 1.000 Euro unterschreitet, erhöht sich der Prozentsatz um ein Prozent. 10

Die wichtigsten Regelungen des neuen BEEG (II) Mindestbetrag Alle Eltern erhalten Mindestbetrag von 300 Euro mit Ausnahme derjenigen, die ihre Erwerbstätigkeit nicht oder kaum reduzieren. Dieser Mindestbetrag wird in den ersten 12 Lebensmonaten des Kindes gezahlt - unabhängig davon, ob die Eltern vor der Geburt erwerbstätig waren oder nicht (für Hausfrauen und -männer, Studierende, Kleinstverdiener). Anrechnungsfreiheit Beim Bezug von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Wohngeld und Kinderzuschlag ist das bis 300 Euro als Einkommen anrechnungsfrei. Es wird zusätzlich zu den anderen Leistungen gezahlt. 11

Die wichtigsten Regelungen des neuen BEEG (III) Neue Wahlfreiheit: Die Partnermonate grundsätzlich für eine Kernzeit der ersten 12 Lebensmonate des Kindes. Eltern können wählen, wer von beiden wann sein in Anspruch nimmt. Ein Elternteil kann dabei höchstens für 12 Monate bekommen. Zwei Monate werden dem anderen Partner als Bonus gewährt, wenn er seine Erwerbstätigkeit einschränkt oder unterbricht zugunsten der Kindererziehung. Alleinerziehende, die die Einkommensersatzleistung beziehen, erhalten diese Leistung für die vollen 14 Monate. Alle Familien, die ausschließlich auf ALG II angewiesen sind, erhalten das in Höhe des Mindestbetrages von 300 Euro für 12 Monate ohne Anrechnung auf die Fürsorgeleistung. 12

Die wichtigsten Regelungen des neuen BEEG (IV) Ein Budget, volle Flexibilität Eltern können auch gleichzeitig beziehen; dann verkürzt sich der Bezugszeitraum um die entsprechende Anzahl der Monate. Der Bezugszeitraum des es kann - bei gleichem Gesamtbudget - auch verdoppelt werden; dann werden halbe Monatsbeträge gezahlt. Dies gilt auch für die Partnermonate. Für kurze Geburtenfolgen: Der Geschwisterbonus Bei der Geburt eines weiteren Kindes innerhalb von 24 Monaten wird zusätzlich zum neuen ein Geschwisterbonus gezahlt. Der Geschwisterbonus beträgt die Hälfte der Differenz zum höchsten erzielten oder erzielbaren. 13

Wirkungen des s Im ersten Jahr nach der Geburt des Kindes erhalten alle Eltern in Zukunft mindestens so viel wie bisher. Viele erhalten mehr, da die Einkommensgrenzen des Erziehungsgeldes entfallen und die Obergrenze des es bei 1.800 Euro liegt. Bezieher kleiner Einkommen können einen Einkommensersatz bis zu 100% erhalten. Arbeit, die zum eigenen Lebensunterhalt beiträgt, lohnt sich. Das unterstützt auch Alleinverdienerfamilien. Der Partner, der nicht erwerbstätig ist, steht für die Betreuung zur Verfügung und erhält den Mindestbetrag. 2 weitere Monate stehen als Bonus zur Verfügung, wenn auch der Partner seine Arbeitszeit einschränkt oder unterbricht zugunsten der Erziehung des Kindes. 14

- Leistungsverlauf Individuelles Nettoeinkommen und 2000 1800 1600 1400 1200 1000 800 600 Einkommensersatzleistung in Höhe von 67 % für Einkommen zwischen 1.000 und ca. 2.700 Euro max. 1.800 Euro für Einkommen über 2.700 Euro 400 Mindestleistung 200 von 300 Euro für Einkommen0 bis 300 Euro Anhebung der Ersatzrate von 67 % auf bis zu 100 % für Geringverdiener 300 1.000 2.700 15

Stärken des es für Familien und Gesellschaft Für die Familien: Das sichert die Frühphase der Elternschaft ab. Durch seine Orientierung am Einkommen und die Beschränkung auf ein Jahr stärkt es Familien nachhaltig: Kürzere Erwerbsunterbrechungen wirken sich positiv auf die wirtschaftliche Selbstständigkeit aus. Kürzere Erwerbsunterbrechungen wirken als individuelle Alters- und Armutsvorsorge. Kürzere Erwerbsunterbrechungen begünstigen Chancengerechtigkeit im Erwerbsleben. Das vergrößert die Wahlfreiheit der Rollenverteilung und verbessert die Chancen für Väter, aktive Väter zu sein. Für die Gesellschaft: Kinder haben mehr von ihren Vätern! Sie brauchen sie als Bezugspersonen. Größere Freiheiten, das gewünschte Lebensmodell zu leben, kann die gegenseitige Akzeptanz der Modelle untereinander verbessern. Vorbilder für erfüllte Berufs- und Familienleben statt schlechter Gewissen, Chancen für berufstätige Mütter statt Rollenzuweisungen Zu erwartender Anstieg an Betreuungsmöglichkeiten durch erhöhte Nachfrage Senkung der Hemmschwellen, ein Kind zu bekommen? 16

Stärken des es für die Wirtschaft Für die Wirtschaft: Das wirkt dem drohenden Fachkräftemangel entgegen, weil die vielen qualifizierten Mütter dem Arbeitsmarkt nicht verloren gehen. aktive Väter qualifizierte Väter sind Das fördert verkürzte Erwerbsunterbrechungen, die.. Betrieben Kosteneinsparungen durch weniger Fluktuation, Wiedereinstiegs- und Fehlzeitenkosten ermöglichen.. zu mehr Einzahlungen in die Sozialsysteme und höheren Steuereinnahmen führen. Das ermuntert dazu, Familie und Beruf zu leben. Mehr Unternehmen können Familienfreundlichkeit als gewinnbringend entdecken und ihre und Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit damit steigern. 17

Das passt zu Initiativen für eine familienfreundliche Arbeitswelt Partner: Leitidee: Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie als gemeinsame Herausforderung für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft Ziel: Familienfreundlichkeit soll Markenzeichen der deutschen Wirtschaft werden. 18

Neue Gelegenheiten zum Austausch im Unternehmensnetzwerk In Vorbereitung: das Unternehmensnetzwerk "Erfolgsfaktor Familie" Unbeteiligte Unternehmen Interessierte Unternehmen Unternehmensnetzwerk "Erfolgsfaktor Familie" Zertifizierte/ auditierte Unternehmen Ziel Weg Start Aufbruchsignal für engagierte Unternehmen mit konkreten Unterstützungsangeboten Offenes Themen-Netzwerk (Best Practices, exklusive Informationen, Austauschmöglichkeiten etc.) Netzwerkplattform auf der Website www.erfolgsfaktor-familie.de Sommer 2006 19

Das : gegenseitige Unterstützung Was tun wir, um Unternehmen den Umgang mit dem es zu erleichtern? Informationen bei www.mittelstand-und-familie / mit Bertelsmann-Stiftung Im Rahmen des Unternehmensprogramms werden vorbereitet: Leitfaden zum Wiedereinstieg in den Beruf mit Kapitel zum Leitfaden zu betrieblich unterstützter Kinderbetreuung Aktuelle Informationen in Newsletter und Website www.erfolgsfaktor-familie.de Start eines Unternehmensnetzwerks mit Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch auch über das Veranstaltungsreihe bei den IHK in den Regionen mit Vorträgen der Ministerin Aktuelle Informationen im Rahmen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Ministeriums Was können Unternehmen tun? Ermuntern Sie die Väter, Partnermonate zu nehmen, erleichtern Sie den Wiedereinstieg, kommen Sie mit uns ins Gespräch zum Beispiel über das Netzwerk - und setzen Sie Ihre erfolgreiche, familienfreundliche unternehmerische Tätigkeit fort. 20

Dank Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 21