Lösung Gleitzeit Gleiten ist gesund: Wer morgens nicht zu einer festen Uhrzeit im Büro sein muss, lebt gesünder. Mit Gleitzeit können betriebliche Belange mit den persönlichen Bedürfnissen in Einklang gebracht werden. Die Mitarbeiter/innen können ihre tägliche Arbeitszeit innerhalb eines festgelegten Rahmens flexibel gestalten. Bei der eingeschränkten Gleitzeit kann nur die Lage der Arbeitszeit verändert werden, die erweiterte Gleitzeit wird mit Zeitkonten kombiniert, auf denen Plus- und Minusstunden gebucht werden, die in festgelegten Zeiträumen (von der Woche bis zu einem Jahr) auszugleichen sind. Einfache Gleitzeitmodelle definieren Kernzeiten mit Anwesenheitspflicht, neuere Modelle verzichten auch hierauf und legen stattdessen Servicezeiten mit Mindestbesetzungen fest. Das monatliche Einkommen wird unabhängig von der tatsächlich geleisteten Arbeit gezahlt. Für Plusstunden fallen keine Überstundenzuschläge an. SPÄTER ZUR ARBEIT KEIN PROBLEM! Seite 1 von 5
Überblick Gleitzeit Nutzen Bessere Anpassung der Arbeitszeit an den persönlichen Bio- und Lebensrhythmus oder an Verkehrsverhältnisse Weniger Kurzfehlzeiten aus familienbedingten Gründen Bessere Anpassung der Arbeitszeit an den Arbeitsanfall Vermeidung von Überstunden und von Leerlauf Möglichkeit zur Verlängerung der Betriebs- oder Ansprechzeiten durch versetzte Arbeitszeiten Erhöhte Motivation der Beschäftigten durch größere Gestaltungsspielräume Bindung und Gewinnung von qualifizierten Mitarbeiter/innen Höhere Motivation der Mitarbeiter/innen, geringere Fluktuation, geringere Fehlzeiten Wichtige Aspekte Grenzziehung zwischen flexibler Normalarbeitszeit und Mehrarbeit Vertrauen in Mitarbeiter/innen hinsichtlich eines verantwortungsvollen Umgangs mit der individuellen Arbeitszeit Definition der Entnahmemöglichkeit (ganze oder halbe Gleittage, begrenzte Anzahl ) Gefahr des Stundenhamsterns bei erweiterten Gleitzeitmodellen Leistungserbringung während des Gleitzeitrahmens Mögliche Interessenkonflikte im Team Erhöhte Anforderungen an Organisation, Kommunikation und Führung, da Anwesenheitszeiten nicht mehr einheitlich sind Bereitschaft der Führungskraft zu teilweisem Kontrollverzicht, da Anwesenheitszeiten nicht mehr deckungsgleich sind Transparenz der Anwesenheitszeiten Übergabe, Vertretung an Gleittagen Zusätzliche Kosten für die Zeiterfassung Seite 2 von 5
Arbeitszeit flexibel gestalten Ist Gleitzeit noch zeitgemäß? Diese Frage muss gestellt werden bei diesem Urgestein der flexiblen Arbeitsform. Die Möglichkeit einer Vereinbarung von Beruf und Familie ist in begrenztem Rahmen vorhanden. Alle Mitarbeiter/innen müssen innerhalb der Kernzeit anwesend sein. Dies entfällt bei der weiterentwickelten variablen / modularen Arbeitszeit. (siehe Tool Modulare Arbeitszeit) Bei dieser Form der Flexibilisierung stehen die Service-, Präsenz- und Betriebszeit im Vordergrund und ermöglichen eine individuelle Zeitregelung des einzelnen Beschäftigten. Die Einsatzplanung (siehe Lösung Personaleinsatz) erfolgt in der Regel innerhalb des Teams. Plus- und Minusstunden, die sich aus der Verteilung der Arbeitszeit ergeben, werden auf einem Arbeitszeitkonto verrechnet. Mögliche Ziele von Gleitzeitarbeit Variable Gestaltung der täglichen Arbeitszeit unter Berücksichtigung der betrieblichen Erfordernisse sowie der Mitarbeiterinteressen Kompensation von Schwankungen im Arbeitsanfall Ausweitung der Betriebszeiten Entzerrung von Stoßzeiten im Verkehrsaufkommen am Morgen und am Abend Weitgehende Selbstbestimmung der Arbeitszeit, mit Vorrang der betrieblichen Interessen bei Ziel- und Interessenkonflikten Abbau von Überstundenzuschlägen Kopf frei haben für die Arbeit Durch den Gleitzeitrahmen gibt es weniger Stress am Morgen, z.b. können Kinder noch in den Kindergarten gebracht werden und danach stehen die Mitarbeiter/innen voll zur Verfügung, was sich positiv in der Motivation und Produktivität äußert. Rückgang von Überstunden Bei der erweiterten Gleitzeit können (zuschlagsfreie) Plusstunden an die Stelle von Überstunden treten. Die Mitarbeiter/innen wissen, dass die Stunden ihnen anderweitig zu Gute kommen. Eine Arbeitszeitplanung hilft, das hamstern von Stunden zu vermeiden. Weniger Fehlzeiten durch Gleitzeit Mitarbeiter/innen, die dringend eine private Aufgabe erledigen müssen, sehen bei starren Arbeitszeiten oft nur die Lösung, Urlaub zu nehmen oder sich krank zu melden. Demgegenüber bieten erweiterte Gleitzeitregelungen die Möglichkeit freier Stunden oder Tage. Seite 3 von 5
Was im Rahmen der modularen Arbeitszeit ggf. zu klären ist: Der Arbeitszeitrahmen (An welchen Tagen und zu welchen Zeiten kann grundsätzlich gearbeitet werden?) Die Ansprech-/ Funktionszeiten (Zu welchen Zeiten muss die Organisationseinheit für interne Ansprechpartner erreichbar sein?) Die Servicezeiten (Zu welchen Zeiten muss die Organisationseinheit für externe Ansprechpartner erreichbar sein?) Weitere Gestaltungsparameter Zur Sicherstellung des jeweils notwendigen Besetzungsbedarfes können weitere Gestaltungsparameter eingesetzt werden: Mindestbesetzungen (Wie viele Personen müssen zum jeweiligen Zeitpunkt mindestens anwesend sein?) Besetzungsdichten und/oder Freizeitfenster (Wie viele Personen müssen/sollen zum jeweiligen Zeitpunkt an/abwesend sein?) Umsetzungsfragen: Wie planen und steuern Sie den Personaleinsatz im Team? Mit welchen Maßnahmen können Sie sicher stellen, dass bei der erweiterten Gleitzeitarbeit keine unnötigen Stunden für zusätzliche Gleittage gehamstert werden? Wie transparent sind die Zeitsalden? Wie erfolgen die Einsatzplanung und die Planung freier Tage im Team, gibt es Teamspielregeln (z.b. für die Entnahme von Gleittagen an Brückentagen)? Können Sie die gemeinsame Abstimmung des Personaleinsatzes unter Berücksichtigung von Vorgaben an das Team delegieren? Seite 4 von 5
Ihre Aufgabe: Ausgleich zwischen Interessen der Beschäftigten und des Unternehmens zu finden Seite 5 von 5