der Julius-Maximilians-Universität Vorstand: Prof. Dr. med. Michael Bohnert Scharfe Gewalt Prof. Dr. Michael Bohnert
Waffen und Werkzeuge Charakteristika Spitz Schneidend Beispiele Messer Schere Axt, Beil Glas Ahle
Messer Klinge Spitze Schneide Spiegel Rücken Ricasso Heft Handschutz Griffschale Knauf http://www.zwilling.com
Wundmorphologie und Biomechanik Gewebedurchtrennung unterschiedlicher Tiefe Glatter Wundrand, oft geradlinig Kein Vertrocknungs-, Schürf- oder Quetschungssaum Keine Gewebebrücken in der Tiefe STICH Spitz zulaufendes Werkzeug Orthogonal zur Oberfläche Stichkanal reicht in die Tiefe SCHNITT Schneidendes Werkzeug Tangential zur Oberfläche Längs verlaufende Durchtrennung (Scharfer) HIEB Werkzeug mit Schneide und hohem Eigengewicht Schlagverletzung
Merkmale - Stich Wundwinkel spitz abgerundet gekerbt geschürft
Merkmale - Stich Wundwinkel spitz abgerundet gekerbt geschürft V-/L-Konfigurationen ( Schwalbenschwanz ) durch axiale Drehung
Merkmale - Schnitt Wundwinkel beide spitz evtl. Auszieher
Merkmale - Schnitt Wundwinkel beide spitz evt. Auszieher Wundränder orthograd abgeschrägt unterminiert
Merkmale - Hieb Wundränder glatt geschürft gequetscht
Merkmale - Hieb Wundränder glatt geschürft gequetscht Knochenscharten Impressionsfrakturen Hohes Eigengewicht des Werkzeugs!
Mischform: Stich-Schnitt-Verletzung HÄUFIG!!! Wundwinkel Kontur Institut für
Rekonstruktion - was? Kennzeichen des Tatwerkzeugs Zuordnung des Spurenbildes Gefährlichkeit der Verletzungen: klinische Untersuchung (Lebende) Handlungs- und Geschehensablauf Entstehungsart der Verletzungen: Selbstbeibringung? Fremdbeibringung? Unfall?
Kennzeichen des Tatwerkzeugs Klingenbreite Klingenlänge/ Stichkanal Schneidigkeit Besondere Merkmale
Kennzeichen des Tatwerkzeugs Klingenbreite Klingenlänge/ Stichkanal Schneidigkeit Besondere Merkmale
Kennzeichen des Tatwerkzeugs Klingenbreite Klingenlänge/ Stichkanal Schneidigkeit Besondere Merkmale
Kennzeichen des Tatwerkzeugs Klingenbreite Klingenlänge/ Stichkanal Schneidigkeit Besondere Merkmale
Kennzeichen des Tatwerkzeugs Klingenbreite Klingenlänge/ Stichkanal Schneidigkeit Besondere Merkmale
Kennzeichen des Tatwerkzeugs Klingenbreite Klingenlänge/ Stichkanal Schneidigkeit Besondere Merkmale
Kennzeichen des Tatwerkzeugs Klingenbreite Klingenlänge/ Stichkanal Schneidigkeit Besondere Merkmale
Kennzeichen des Tatwerkzeugs Klingenbreite Klingenlänge/ Stichkanal Schneidigkeit Besondere Merkmale
Kennzeichen des Tatwerkzeugs Klingenbreite Klingenlänge/ Stichkanal Schneidigkeit Besondere Merkmale
Kennzeichen des Tatwerkzeugs Klingenbreite Klingenlänge/ Stichkanal Schneidigkeit Besondere Merkmale
Kennzeichen des Tatwerkzeugs Klingenbreite Klingenlänge/ Stichkanal Schneidigkeit Besondere Merkmale
Abwehrverletzungen Hohe Spezifität als Kriterium für Fremdbeibringung Belegen die Handlungsfähigkeit des Opfers! Überlebende Geschädigte: 46 % Getötete: 37-49 % Hände, Ellenkanten, Unterarmstreckseiten An Händen v. a. Handflächen Fingerbeugeseiten Fingerzwischenräume 1. Intermetakarpalraum Institut für
Abwehrverletzungen durch scharfe Gewalt: aktive Abwehrverletzungen Institut für
Abwehrverletzungen durch scharfe Gewalt: passive Deckungsverletzungen Institut für
Handverletzungen Angreifer Fingerbeugeseiten Quer zur Fingerlängsachse Treppenartige Abstufung bei Mehrfingerverletzungen Schwerste Verletzung kleinfingerseitig Bevorzugt Kleinfinger (Grundglied, PIP) Messerführende Hand Schema der Verletzungen aus den Fallbeispielen 1-3
Handverletzungen des Angreifers Messer ohne Handschutz Wuchtige Stichführung Fester Widerstand (Knochen, feste Textilien)! Abrupte Verzögerung! Abgleiten der Hand auf die Messerklinge ggf. verbogene Klinge ggf. abgebrochene Spitze Quelle: Wirtschaftskammer Österreich, Landeslehrlingswettbewerb der Fleischer, Linz, 2003
Handlungsfähigkeit Grad 1 Schwierigen zielgerichtete, von Bewusstsein getragene Handlungen Grad 2 Instinktive, situationsentsprechende Handlungen Grad 3 Reflexe und Automatismen, die auch bei Bewusstlosen ablaufen Grad 4 Unzusammenhängende, schnell erschöpfbare Bewegungsabläufe (z. B. Streckkrämpfe) Institut für
Handlungsfähigkeit Institut für Sofortige Handlungsunfähigkeit Bewusstlosigkeit, Verletzung zentraler Regulationszentren Verzögerte Handlungsunfähigkeit Tödliche Verletzungen des Herzens, der großen Gefäße oder der Lungen Handlungsfähigkeit Grad 1 2 bis zu 15 Minuten erhalten Bei kleinen Verletzungen zum Teil mehrstündiges Überleben
Wichtigste Todesursachen Blutverlust Herzdrucklähmung Luftbrust/ Blutbrust Bluteinatmung Luftembolie
Kriterien zur Unterscheidung SELBSTBEIBRINGUNG Probierverletzungen gruppierte Verletzungen typisch: Herz, Hals, Handbeugen (Entblößung der Haut) FREMDBEIBRINGUNG Abwehrverletzungen verteilte Verletzungen typisch: Rücken, Schädel, untere Extremitäten (Kleidung durchstochen) Werkzeug? Händigkeit?
Verletzungen durch Glas Auffindesituation!!! Ggf. Glassplitter in Wunden Morphologie: Canuto-Endchen Zackenbildung am Wundrand Begleitspuren Abschürfungen verschleppte Hauthaare in den Wundwinkeln