Schulung der Koordination

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Transkript:

Schulung der Koordination SKRIPTUM 2002 Klaus Stillger Sportzentrum Universität Augsburg

Universität Augsburg SS 2002 Sportzentrum Klaus Stillger Schulung der Koordinationsfähigkeit Koordination ist das Zusammenwirken von Zentralnervensystem und Skelettmuskulatur innerhalb eines gezielten Bewegungsablaufes, d.h. ein gut koordinierter Bewegungsablauf ist gekennzeichnet durch ein ökonomisches, rhythmisch harmonisches Einsetzen der zweckmäßigen Muskelgruppen (räumlich, zeitlich, dynamisch). Vorbemerkung: Bei vielen Grundschulkindern sind gravierende Mängel im koordinativen Bereich zu beobachten. Einfache seiten getrennte Übungen (li Arm - re Fuß) bereiten große Schwierigkeiten. Diese Faktoren erhöhen das Unfallrisiko und sind oft Ursache von Verletzungen. Didaktische Überlegungen: Vermittlung abwechslungsreich und kindgemäß. Anreizmotivation über das Gerät und motivierende Rahmenbedingungen (Balancierparcours, Bälle, Verbindung von verschiedenen Geräten etc.) Wahlmöglichkeiten unter verschiedenen Geräten und Balltypen (z.b. Tennis-, Hand-, Volleyball) Je vielseitiger die Aufgabenstellung, desto differenzierter die Rückmeldungen über Erfolg und Misserfolg. Motivierende Aufgabenstellungen fördern das Vertrauen an die eigene Leistungsfähigkeit. Freiwilliges Handeln wird gefördert, wenn Schüler Dauer, Tempo und Intensität des Spiels selbst bestimmen können. Allerdings dürfen Sicherheitsregeln nicht vernachlässigt werden. Übungen für die vier Bereiche: Einzelarbeit - Partnerarbeit - Gruppenarbeit - Komplexe Übungen - anbieten. Organisation und Regeln Gleiche Bälle werden in Ballkästen (Kastenoberteil) gesammelt. Jedes Kastenoberteil hat seinen bestimmten Platz an der Seite. Auf ein akustisches Signal Bälle festhalten (z.b. mit der Fußsohle) Bei Demos sitzen Kinder im Schneidersitz, Bälle im Schoß. Kinder suchen sich Partner und teilen sich mit dem Partner einer Gruppe zu. 2

Übungsvorschläge Geräte: Volleybälle, Tennisbälle, Basketbälle, Handbälle, Reifen, Stäbe, Hütchen 1. Einzelübungen Fingergegenkreisen - Gegenkreisbewegungen der Finger in der Sagittalebene vor dem Körper. Variante: Erweitern zum Achter. Fingerspringspiel - 2 Fäuste, Zeigefinger gestreckt - Fäuste aneinander schlagen und Zeigefingerwechsel zur anderen Hand. Nase-Ohr-Spiel - Rechte Hand fasst die Nase, die linke das Ohr - dann Wechsel. Variante: Zwischen dem Wechsel auf die Oberschenkel und in die Hände schlagen. Erweiterung durch Laufen auf der Stelle. Hüpfvarianten - vw hüpfen, vw kreuzen - vw hüpfen, rw kreuzen - rw hüpfen, rw kreuzen - rw hüpfen, vw kreuzen. Zickzack-Ballwechsel - 5 Bälle in Zickzack-Figur so schnell wie möglich austauschen Freihand - eine Hand prellt Ball, die freie Hand löst Aufgaben z.b. Kreis malen, Hütchen aufeinander stapeln etc. Wippe - über eine Wippe (umgedrehte Turnbank auf Sprungbrett) (oder Rollbank) zwei Bälle balancieren (oder werfen) Zwirbelball - Ball prellen und Reifen zwirbeln Wechselprellen - zwei Bälle gleichzeitig prellen Schau weg - Prellen ohne auf den Ball zu sehen, dabei Zahlen erkennen, Hände schütteln, Handlungen nachvollziehen, die Lehrkraft demonstriert Elementare Übungen zur Auge-Hand- und Extemitätenkoordination: Verschieden große Bälle auf Linien führen (mit dem Fuß, Ellbogen, Knie etc., mit dem Gymnastikstab, mit dem Sportschuh (Schlappenball) wie oben um Hindernisse Werfen und Fangen (vgl. Einführung in das Jonglieren) 3

2. Partnerübungen P1 Bankstellung, P2 überspringt - umrundet 1 1/2 mal - kriecht unten durch und geht in Bankstellung Buckelball - Ball zwischen zwei Partnerrücken geklemmt, wird über eine kurze Strecke transportiert. Kreisel - Partner halten Ball mit Oberkörper. Jeder muss sich einmal um die eigene Achse drehen. Hand in Hand - 2 Spieler halten sich an der Hand, die andere Hand prellt einen Ball. Rhythmus: P1 zählt, P2 prellt nach diesem Rhythmus - beide prellen, P1 nimmt Rhythmus von P2 auf. Greif schnell - P1 im Grätschsitz, P2 steht hinter P1 und lässt Ball fallen, P1 fängt. Kreisprellen - 2 Spieler stehen außerhalb eines Reifens, der zu geprellte Ball muss eine Bodenberührung innerhalb des Reifens haben. Weitere Partnerübungen: P1 liegt auf dem Rücken und stößt mit beiden Füßen den geworfenen Ball zurück. P2 steht von P1 abgewandt. P1 ruft und wirft den Ball. P2 dreht sich um und versucht den Ball zu fangen. 3. Gruppenarbeit und Staffeln Gruppe in Staffelaufstellung - verschiedene Bälle müssen von vorne nach hinten in ein Ziel (Kastenteil) wandern - oben drüber - zwischen den Beinen - 1. übergibt nach rechts, 2. nach links usw. Bälle werden im Zickzackkurs zugeworfen, zugerollt. Pendelstaffeln: Der Laufweg enthält Hindernisse (Reifen, Hütchen, Bänke), die mit dem Ball umlaufen, durchkrochen werden müssen. Raum mit Zauberschnur teilen - auf Zeit Bälle ins gegnerische Feld rollen (evtl. auch nur mit linker Hand). Hütchen auf Bank - Welche Mannschaft wirft mehr Hütchen ins gegnerische Feld (Abwurflinie, Wurfhandwechsel). 4

4. Komplexe Übungen Bälle liegen paarweise im Raum - Schüler laufen zum Ballpaar und berühren es mit gekreuzten Armen. Zwei Bälle mit gekreuzten Armen übergeben, ohne sie fallen zu lassen. Beine kreuzen - mit dem hinteren Bein einen Ball nach vorne wegtreten. Kreisaufsteilung - Ball mit gekreuzten Armen zuwerfen und fangen 5