Merkblatt Borkenkäfer

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Transkript:

Merkblatt Borkenkäfer Auszüge aus der Broschüre Borkenkäfer Vorbeugung und Bekämpfung 1. Borkenkäferbefall erkennen Borkenkäfer entwickeln sich im saftigen Teil der Baumrinde. Sie bohren sich durch die Rinde und zerstören durch den Fraß der erwachsenen Käfer und Larven das für den Baum lebensnotwendige Bastgewebe. Buchdrucker befallen ältere Bäume bzw. dickere Stämme. Der Kupferstecher hingegen bevorzugt Stämme geringer Dimensionen und stärkere Äste. Außerdem werden auch Kronenbereiche älterer Bäume besiedelt, wodurch ein Befall schwer erkennbar ist. Erkennungsmerkmale im Befallsstadium 1: Der Käfer bohrt sich in den Stamm ein. Bohrmehlansammlungen: auf Rinde, Stammfuß und umliegender Vegetation Kreisrunde Einbohrlöcher (ca. 3 mm) in der Rinde Bohrmehlansammlungen und Einbohrlöcher Erkennungsmerkmale im Befallsstadium 2: Zwei bis drei Wochen nach dem Einbohren wird die Brut angelegt. Frischer Harzfluss Spuren von Spechttätigkeit am Stamm ( Spechtspiegel ) Vergilbte Nadeln am Baum, abgefallene grüne Nadeln am Boden

Harzfluss am Stamm Spechttätigkeit Vergilbte Nadeln am Baum, grüne Nadeln am Waldboden Erkennungsmerkmale im Befallsstadium 3: Verlassener und abgestorbener Baum. Grüne Krone und abgefallene Rindenteile: Zu diesem Zeitpunkt haben die Käfer den Baum bereits verlassen und Nachbarbäume besiedelt. Ein Teil der Käferpopulation bleibt in unmittelbarer Umgebung des Brutbaumes, der andere Teil fliegt weg. Meist werden neue Befallsherde in der Umgebung von wenigen hundert Metern gebildet. Käfer können durch die Thermik auch über weitere Distanzen (mehrere Kilometer) zufällig verfrachtet werden. Verlassener Baum mit abplatzender / abgeplatzter Rinde 2

Warum man abgestorbene und verlassene Käferbäume (ohne Rinde) stehen lassen kann: Das Entfernen von abgestorbenen Käferbäumen trägt nichts zur Bekämpfung bei, weil die Käfer den Baum bereits verlassen haben und der Baum brutuntauglich ist. Neue Bestandesränder sind windempfindlicher. Natürliche Feinde der Borkenkäfer verlassen den toten Baum erst ein bis zwei Monate nach dem Borkenkäfer. Das stehen lassen einzelner toter Käferbäume erhöht das Totholzangebot und fördert die Artenvielfalt. Verkehrssicherungspflicht beachten Vorsicht bei toten Bäumen entlang von Wegen. Weitere Informationen zum Thema Totholz finden Sie auf der Internetseite www.waldwissen.net. 2. Vorbeugen besser als bekämpfen Neben dem Aufbau gesunder, arten- und strukturreicher Mischbestände ist die Waldhygiene in Nadelholz dominierten Beständen von größter Bedeutung. Das bedeutet, dass vor allem in anfälligen Fichtenreinbeständen darauf zu achten ist, dass so wenig bruttaugliches Material wie möglich im Wald belassen wird. Die richtige Reihenfolge bei der Aufarbeitung von Schadholz ist der erste Schritt zur Vermeidung einer möglichen, nachfolgenden Borkenkäferkalamität. Aufarbeitung von Schadholz - Prioritäten Nadelholz vor Laubholz Einzelwürfe vor Nesterwürfen vor Flächenwürfen Kleinflächen vor Großflächen Bruchholz vor Wurfholz Tieflagen vor Hochlagen Sonnseiten vor Schattseiten Befallenes Holz vor unbefallenem Holz. Der Ausflug der Käfer ist zu verhindern. Schutzwälder prioritär behandeln Die rechtzeitige Aufarbeitung und der rasche Abtransport des Holzes aus dem Wald sind immer die wirksamsten und kostengünstigsten Maßnahmen, um Borkenkäferbefall zu vermeiden. Das vorbeugende Borkenkäfer-Management sieht wie folgt aus: Konsequente Überwachung gefährdeter Bestände, vor allem nach Kalamitäten. Unverzügliche Aufarbeitung bei Stehendbefall auch Einzelbäume! Regelmäßige Kontrolle der Umgebung auf Befall. Rasche Abfuhr von Stammholz nach der Schadholzaufarbeitung. Je nach Befallsstärke wird eine Rändelung (Entnahme von einer bis zwei Baumreihen um den Befallsherd) empfohlen, um frisch befallene Bäume nicht zu übersehen. Begünstigung natürlicher Borkenkäferfeinde (z.b. Ameisenbuntkäfer). Rasche Abfuhr von Stammholz nach der Holzernte. Aufbau arten- und strukturreicher Mischbestände, vor allem in Tieflagen. Diesbezügliche Informationen erhalten Sie bei Ihrem Berater der Landwirtschaftskammer sowie unterstützend auch auf www.waldbauberater.at. 3

3. Bekämpfungsmaßnahmen Laut Forstgesetz 44 Abs.1 hat der Waldeigentümer in geeigneter ihm zumutbarer Weise a) einer gefährlichen Schädigung des Waldes durch Forstschädlinge vorzubeugen und b) Forstschädlinge, die sich bereits in gefahrdrohender Weise vermehren, wirksam zu bekämpfen. Jede Bekämpfungsmaßnahme dient gleichzeitig auch der Vorbeugung. Wenn bereits eine starke Vermehrung eingesetzt hat, sind Bekämpfungsmaßnahmen unumgänglich. Zudem werden nachfolgende Maßnahmen empfohlen, wenn: Der Ausgangsbestand an Borkenkäfern im Frühjahr bereits sehr hoch ist; siehe dazu das Borkenkäfer-Monitoring des BFW auf www.borkenkaefer.at. Wenn die Bäume durch Stürme und/oder längere Trockenperioden geschwächt sind. Windwurfkalamitäten in den beiden Vorjahren gegeben waren und daher mit ausreichend Brutmaterial zu rechnen ist. Die Hauptbekämpfungsmaßnahme ist die rasche Aufarbeitung befallener Käferbäume und des bruttauglichen Materials vor Ausflug des Borkenkäfers sowie die großzügige Rändelung. Unterstützt werden diese Maßnahmen durch folgende Punkte: 3.1. Fangbaumvorlage Mit Fangbäumen sollen die schwärmenden Borkenkäfer vom Wald weg gelenkt und auf vorgeschlägerte Bäume (Fangbäume), und somit leichter zu kontrollierende Stämme gelockt werden. Die Bestände sind dennoch regelmäßig auf Befall zu kontrollieren. Zu beachten ist: Schlägerung der Fangbäume in tiefen und mittleren Lagen 4-6 Wochen vor Flugbeginn, spätestens Ende März. In Hochlagen sollte die Vorlage bereits im Herbst des Vorjahres erfolgen. Gut bekronte und gesunde Fichten der Ober- und Mittelschicht verwenden; Unterständer sind für die Käfer nicht attraktiv. Der Stammdurchmesser (BHD) soll mindestens 20 cm betragen. Sicherheitsabstand zur nächsten Fichte von mindestens zehn Metern. Optimales Fangbaumverhältnis: ein Fangbaum pro drei Käferbäume des Vorjahres. Wenn pro dm 2 Rindenoberfläche über den gesamten Stamm ein Einbohrloch auftritt, müssen diese unverzüglich abtransportiert und weitere Bäume vorgelegt werden. Beim Nachschlägern jedenfalls die Krone am Fangbaum belassen. Regelmäßige Kontrollen und rechtzeitiger Abtransport. Entrindung der Fangbäume im Larvenstadium der Käfer. Entrindeter Fangbaum 4

3.2. Entrinden Kann stärkeres Holz, das vor allem für den Buchdrucker interessant ist, nicht zeitgerecht aus dem Wald abtransportiert werden, oder soll es bewusst im Wald verbleiben (z.b. quergeschlägertes Holz im Gebirge als Lawinenschutz bzw. Schutz vor Steinschlag), muss es entrindet werden. Zu beachten ist: Stamm muss vollständig entrindet werden. Bereits zwei bis drei Zentimeter breite und zirka 50 cm lange Rindenstreifen reichen aus, um eine vollständige Entwicklung des Buchdruckers zu ermöglichen. Im Gebirge sind höhere Baumstöcke, die als Bodenschutz verbleiben, ebenfalls zu entrinden. Entrinden mit dem Rindenhobel - entrindete und damit brutuntaugliche Stämme 3.3. Zerkleinern und Hacken Bei jeder Nutzung bleiben Stammabschnitte, Ast- und Kronenmaterial zurück. Es ist sicherzustellen, dass das für den Kupferstecher interessante Material brutuntauglich gemacht wird (Zerkleinerung). Je rascher das Material austrocknen kann, desto eher wird dieses Ziel erreicht. Das gilt auch für Ast- und Kronenhaufen außerhalb des Bestandes in der Nähe von Wäldern. Folgende Maßnahmen werden empfohlen Durchforstungsmaterial, das im Bestand verbleibt, in kleine Teilstücke zerschneiden. Wipfelmaterial auf Halbmeterstücke zerschneiden. Schlagrücklass häckseln oder mulchen. Wegen des hohen Nährstoffgehaltes der Blätter und Nadeln sollte das Material im Wald verbleiben. Stärkeres Material (z.b. Stangen, Stammabschnitte, starkes Astmaterial ohne Nadeln) kann zur Hackguterzeugung genutzt werden. Polstermaterial in Harvestergassen brutuntauglich machen (mulchen). Im steilen Gelände Haufen bzw. Fratten nur in besonnte Bereiche legen (Feinäste mit Nadeln an der Oberfläche, stärkere Äste im Innenraum). Temperatur innerhalb der Fratten steigt auf bis zu 60 C. Astmaterial wir durch hacken brutuntauglich 5

Forstmulcher im Einsatz und fertig bearbeitete Fläche 3.4. Fangnetz und Fangnetzzelt / Storanet und Trinet Bei Storanet bzw. Trinet handelt es sich um ein mit Insektiziden angereichertes Netz. Storanet wird einerseits zum Schutz von Frischholz eingesetzt, andererseits soll auch der Ausflug der Käfer aus befallenem Rundholz verhindert werden. Die Wirkungsdauer wird mit bis zu 24 Wochen angegeben. Da es sich bei dem Netz um ein registriertes Pflanzenschutzmittel handelt, sollten die Einschränkungen im Register der AGES - psm.ages.at beachtet werden. Storanet Trinet wird als Borkenkäferfalle genützt. In diesem Fall kommt das gleiche Netz als vorgefertigte Pyramide nach dem Vorbild des Fangtipis zum Einsatz. Für die leichtere Handhabung wird das Netz über ein Dreibein gespannt. Die Anwendung in dieser Form eignet sich optimal für jene Gebiete, wo die herkömmliche Ausbringung von Insektiziden problematisch ist bzw. in Gebieten, die schwer zugänglich sind. Die Falle wird, wie ein Fangtipi, mit einem Pheromon beködert. 6 Trinet

3.5. Einsatz von Stammschutzmitteln Stammschutzmittel können vorbeugend, also vor der Besiedelung der Stämme durch Borkenkäfer, und bekämpfend angewendet werden. Die geringe Wirkungsdauer von ca. 3 Wochen sowie die Notwendigkeit einer vollständigen Benetzung von allen Seiten des Stammes muss beachtet werden. Für den Erwerb ist ein Sachkundeausweis notwendig. Um eine erfolgreiche Behandlung und eine bestmögliche Wirkung zu erzielen, sind verschiedene Punkte zu beachten: Ausschließlich zugelassene Mittel verwenden. Nicht im Bereich von Oberflächengewässern bzw. in Grundwasser- oder Quellschutzgebieten anwenden. Ideal bei Holzpoltern auf befestigten Lagerplätzen. Präventive Anwendung vor dem Einbohren der Käfer. Kurative Behandlung vor Ausflug der Käfer. Gründliche und allseitige Benetzung (lagenweise) keine Mantelspritzung der Polter. Stämme sollen möglichst trocken und frei von Erde sein. Keine Behandlung, wenn Niederschläge zu erwarten sind. Keine Lagerung von behandeltem Holz in Nasslagern. Allfällige Behandlungen sind mit dem Käufer im Vorhinein zu vereinbaren. Das Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW) stellt auf der Internetseite www.bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=9600 eine Liste der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel zur Verfügung. 4. Die wichtigsten Borkenkäfer und ihre Hauptflugzeiten Buche März April Mai Juni Juli Aug. Buchennutzholzborkenkäfer Trypodendron domesticum Fichte Buchdrucker Ips typographus Kupferstecher Pityogenes chalcographus Nordischer Fichtenborkenkäfer Ips duplicatus Zirbenborkenkäfer, Kleiner Buchdrucker Ips amitinus Linierter Nutzholzborkenkäfer Trypodendron lineatum Lärche Großer 8-zähniger Lärchenborkenkäfer Ips cembrae Kiefer Großer 12-zähniger Kiefernborkenkäfer Ips sexdentatus 6-zähniger Kiefernborkenkäfer Ips acuminatus Großer Waldgärtner Tomicus piniperda Kleiner Waldgärtner Tomicus minor Tanne Krummzähniger Tannenborkenkäfer Pityokteines curvidens Tannenborkenkäfer Pityokteines spinidens 7

Ihre Ansprechpartner in den Bezirksbauernkammern: Tel: 050/6902-DW E-Mail: Vorname.Nachname@lk-ooe.at Braunau: Ing. Jörg Eiblhuber DW 3414 Eferding: DI Gerald Buchberger DW 1432 Freistadt: DI Günter Affenzeller DW 3634 Gmunden: DI Albert Steinegger DW 3713 Grieskirchen: DI Josef Hintermair DW 4423 Kirchdorf: Fö. Joachim Kirchmaier DW 3922 Linz: Ing. Markus Gemander DW 4520 Perg: Ing. Georg Kolodziejczak DW 4184 Ried: DI Stephan Rechberger DW 4224 Rohrbach: DI Gerhard Mayrhauser DW 4324 Schärding: DI Josef Hintermair DW 4423 Steyr: Ing. Markus Gemander DW 4520 Urfahr: DI Michael Reh DW 4626 Vöcklabruck: Ing. Andreas Krempl DW 4778 Wels: Fö. Joachim Kirchmaier DW 3922 Weiterführende Links: www.waldverband.at www.lko.at www.borkenkaefer.at www.bfw.ac.at www.waldwissen.net www.waldbauberater.at Impressum Waldverband Österreich, Schauflergasse 6, 1014 Wien Auszüge aus der 2. Auflage, Juni 2011 Autoren: Höbarth M., Leitner T., Perny B., Wöhrle M., Fotos: BFW, Hofbauer A., Schreiner A., Thoma F., Waldverband Österreich, Zobl A., 8