analyse:berg winter 2013/14 PRESSEKONFERENZ, 2.4.2014
Referenten HR Dr. Karl Gabl Präsident des Österr. Kuratoriums für alpine Sicherheit Meteorologe, staatl. geprüfter Berg- und Skiführer Peter Veider Ausbildungsleiter und Geschäftsführer der Bergrettung Tirol staatl. geprüfter Berg- und Skiführer Generalmajor Norbert Zobl Stellvertretender Landespolizeidirektor und Leiter Alpinpolizei in Tirol Polizeibergführer, staatl. geprüfter Berg- und Skiführer Erläuterungen zur Datengrundlage Die Auswertungen basieren auf den erhobenen Daten der Alpinpolizei; d.h. z.b. immer wenn ein Notruf bei einer Leitstelle eingeht oder bei einem Alpinunfall Verdacht auf Fremdverschulden besteht, wird in Österreich dieser Unfall von der Alpinpolizei aufgenommen. Unfälle unbest. Grades, wo die Verunfallten selbständig den nächsten Arzt oder Krankenhaus aufsuchen (z.b. häufig bei Skiunfällen, weil die Unfallfolgen erst später sichtbar werden), werden nicht erfasst. Kontakt: Österreichisches Kuratorium für alpine Sicherheit Olympiastrasse 10, 6020 Innsbruck ww.alpinesicherheit.at - office@alpinesicherheit.at Titelbild: Alpinpolizei
Zusammenfassung Alpiner Skilauf: Skipisten/Skirouten Geringfügige Abnahme der Verunfallten um 4% gegenüber dem Vorjahr leichte Steigerung bei dem tödlichen Verunfallten. deutlich weniger Verunfallte und Todesfälle, als in der letzten schneearmen Wintersaison 2010/11 deutlich weniger Stürze und Unfälle als noch vor 10 Jahren Helmtragequote auch ohne gesetzliche Regelungen auf über 90%! Lawinenunfälle Trend zum Variantenfahren (Freeriden) und Skitourengehen schlägt sich nicht in der Unfallstatistik nieder: die äußeren Bedingungen haben mehr Einfluss als das Verhalten der Wintersportler. Österreichweit um ca. 42% weniger Unfälle und Verletzte und fast die Hälfte (45%) weniger Lawinentote These der sehr leichtsinnigen jungen Freerider ist unfallstatistisch nicht haltbar Verhältnis Unfälle der Freerider/Variantenfahrer zu Tourengeher ist im 8-Jahresmittel ausgeglichen, in dieser Saison eindeutig zu lasten der Tourengeher (30:70) Skitouren In der Saison 2013/14 um 35% weniger Verunfallte als im Vorjahresvergleichszeitraum Trotzdem liegt die Zahl der Verunfallten auch heuer deutlich über dem langjährigen Mittel- Trend Skitourengehen ist auch in den Unfallzahlen bemerkbar. Häufigste Unfallursache: Sturz mit Verletzung der unteren Extremitäten (Knöchel, Knie, etc.) Lawinen sollten nicht als einzige Gefahr gesehen werden: in schneearmen Saisonen bzw. im Frühwinter ist das Tragen eines Helmes durchaus ebenso sinnvoll wie ein Lawinen-Airbag
Überblick: Alpinunfälle im Winter 2013/14 Alpinunfälle - Verunfallte gesamt 1.11.2013-27.3.: Kärnten 452 418 393 318-19 456 Niederösterreich 223 195 200 144-28 190 Oberösterreich 522 279 277 300 8 346 Salzburg 2.082 1.509 1.658 1.620-2 1679 Steiermark 851 509 603 521-14 663 Tirol 3.950 3.658 3.633 3.161-13 3.577 Vorarlberg 1.073 870 946 870-8 928 gesamt 9.153 7.438 7.710 6.934-10 7.839 tödlich Verunfallte Personen im alpinen Raum 1.11.2013-27.3. gesamt: Kärnten 11 8 15 8-47 9 Niederösterreich 5 4 4 1-75 5 Oberösterreich 8 8 6 15 150 8 Salzburg 29 19 19 21 11 21 Steiermark 14 13 18 12-33 15 Tirol 30 34 46 45-2 40 Vorarlberg 7 11 6 7 17 12 gesamt 104 97 114 109-4 110
Organsierter Skiraum 2013/14 Verunfallte auf Skipisten und Skirouten zwischen 1.11.2013-27.3.: Kärnten 346 311 282 236-16 357 Niederösterreich 109 46 70 51-27 90 Oberösterreich 189 152 145 190 31 191 Salzburg 1.846 1.278 1.318 1.421 8 1.445 Steiermark 638 343 440 357-19 475 Tirol 3.116 2.665 2.622 2.466-6 2.714 Vorarlberg 847 611 674 631-6 648 gesamt 7.091 5.406 5.551 5.352-4 5.920 Tödlich Verunfallte auf Skipisten und Skirouten zwischen 1.11.2013-27.3.: Kärnten 4 4 5 0-100 3 Niederösterreich 0 0 0 0-1 Oberösterreich 1 0 2 1 50 2 Salzburg 20 10 9 10 11 10 Steiermark 1 0 2 5 150 2 Tirol 19 8 13 16 23 15 Vorarlberg 3 6 3 3 0 5 gesamt 48 28 34 35 3 38 Verunfallte mit Fahrerflucht 11.11.2013-27.3.: Kärnten 51 39 45 35-22 33 Niederösterreich 11 3 11 6-45 8 Oberösterreich 22 16 14 18 29 13 Salzburg 283 172 213 222 4 139 Steiermark 108 43 65 54-17 49 Tirol 394 346 340 333-2 228 Vorarlberg 101 62 68 71 4 47 gesamt 970 681 756 739-2 517
Statistische Facts alpiner Skilauf Skiunfallerhebung ÖSV, Institut für Sportwissenschaften mit Unterstützung des Kuratoriums für alpine Sicherheit ausgewertet wurden 7.325 Verletzte in 26 Skigebieten: 50% weniger Stürze und 55% weniger Verletzte auf Skipisten als noch vor 10 Jahren eine Verletzung pro 1.750 Skitage bei durchschn. 10 Skitagen pro Jahr: eine Verletzung in 175 Jahren! Vermutete Ursachen: - Ski: kürzer, geringere Taillierung, breitere Schaufel - noch bessere Präparierungstechniken - höheres Risikobewusstsein 87,5% der Stütze ohne Fremdverschulden Helmtragequote: 93,5% - bei Jugendlichen gar 97% Risikofaktoren für Knieverletzungen - steiles Gelände - hohe Geschwindigkeit - schlechte Sicht - weicher Schnee Prävention: Bindungseinstellung, vorbereitendes Training, spezifisches Krafttraining (v.a. für Frauen)
Lawinenunfälle im Winter 2013/14 Verunfallte bei Lawinenunfälle zwischen 1.11.2013-27.3.: Kärnten 6 9 16 19 19 12 Niederösterreich 0 1 10 2-80 3 Oberösterreich 0 5 8 7-13 7 Salzburg 18 46 28 17-39 30 Steiermark 6 14 23 15-35 22 Tirol 63 146 114 59-48 127 Vorarlberg 18 25 34 16-53 31 gesamt 111 246 233 135-42 232 Lawinentote in Österreich zwischen 1.11.2013-27.3.: Kärnten 0 1 3 0-100 1 Niederösterreich 0 0 1 0-100 1 Oberösterreich 0 0 0 0-0 Salzburg 1 3 4 1-75 3 Steiermark 0 3 1 3 200 3 Tirol 1 8 10 6-40 8 Vorarlberg 1 1 1 1 0 3 gesamt 3 16 20 11-45 19 60 Lawinentote in Österreich 1981/82-2013/14* 50 50 48 40 41 40 43 37 37 39 39 30 33 31 34 29 32 26 26 Lawinentote 20 21 20 22 21 22 17 23 17 18 10 14 12 9 14 11 8 11 3 0 Saison *Stand 26.März 2014
Skitouren Skitourenunfälle im Vergleichszeitraum 1.11.2013-27.3. im Vergleich über die letzten Jahre: Kärnten 14 7 43 28-35 17 Niederösterreich 16 30 21 9-57 14 Oberösterreich 35 30 44 13-70 25 Salzburg 26 44 88 45-49 37 Steiermark 29 48 56 39-30 44 Tirol 140 141 212 155-27 133 Vorarlberg 34 19 65 53-18 36 gesamt 294 319 529 342-35 306 Todesfälle auf Skitour nach Herkunft im Vergleichszeitraum 1.11.2013-27.3.: Kärnten 1 0 4 0-100 1 Niederösterreich 0 1 1 0-100 1 Oberösterreich 0 2 1 0-100 1 Salzburg 3 1 6 1-83 3 Steiermark 0 3 5 2-60 3 Tirol 2 8 13 9-31 8 Vorarlberg 0 0 0 2-2 gesamt 6 15 30 14-53 19 Lawinenunfälle: Variante/Freerider vs. Tourengeher im Vergleichszeitraum 1.11.2013-27.3.: Gesamt Variante (Freeride) Tour Verhältnis Variante:Tour Verunfallte Tote Verunfallte Tote Verunfallte Tote Verunfallte Tote 2010/11 98 3 39 1 59 2 40:60 33:67 2011/12 151 10 93 5 58 5 62:38 50:50 2012/13 230 20 92 5 138 15 40:60 25:75 2013/14 122 8 40 3 82 5 33:67 27:63 8-Jahresmittel 187 18 90 7 97 11 48:52 39:61