Unterrichtsmaterialien Klassenstufe 3-5 Zum Schulkonzert am 26. September 2016, 9.30 Uhr im Großen Saal des Deutschen Hygiene-Museum Dresden an den Hörnern gepackt Die Philharmonie und ihre Hornisten Sarah Willis Konzept und Moderation Alastair Willis Dirigent
Liebe Lehrerinnen und Lehrer, bei unserem ersten Schulkonzert in dieser Saison steht das Horn im Mittelpunkt! Mit Sarah Willis, Hornistin bei den Berliner Philharmonikern, haben wir eine fantastische Moderatorin für das Konzert, die zugleich selbst Expertin des Instruments ist. Eine wunderbare Voraussetzung, um das Konzert Nr. 3 Es-Dur KV 447 von Wolfgang Amadeus Mozart vorzustellen eines der bekanntesten Horn-Solo-Konzerte überhaupt. Mit dem zweiten Stück, dem Jägerchor aus Carl Maria von Webers Freischütz, tauchen wir in die Geschichte des Instruments ein: wir stellen das Horn als Klangvertreter des Jagdsignals vor, das erst später zum Bühneninstrument wurde. Im Konzert werden Ausschnitte aus weiteren Stücken zu hören sein, die für das Horn interessant sind. Lassen Sie sich überraschen! Mit den vorliegenden Unterrichtsmaterialien für die Klassenstufen 3 bis 5 möchten wir Sie dabei unterstützen, Ihre Klassen auf die zwei prominentesten Stücke des Schulkonzerts vorzubereiten und Ihnen eine Handvoll Hintergründe zum Programm liefern. Die Texte, Anregungen und Ideen sollen eine Auswahl bieten, bei der Sie selbst entscheiden, was davon für Ihre Klassen geeignet ist. Wir wünschen Ihnen viel Freude mit den Unterrichtsmaterialien und freuen uns, Sie am 26. September im Konzert begrüßen zu dürfen. Bei Rückfragen und Anmerkungen stehen wir gerne zur Verfügung! Mit herzlichen Grüßen, Mechthild Schlumberger Musikvermittlung Tel. +49 (0)351/ 4866 740 schlumberger@dresdnerphilharmonie.de Dresdner Philharmonie Hausanschrift: Am Brauhaus 8 / 01099 Dresden Postanschrift: Postfach 120 424 / 01005 Dresden www.dresdnerphilharmonie.de Dresdner Philharmonie, Katharina Höhne www.dresdnerphilharmonie.de/freakquency 2
Inhalt Das Horn... S. 04 Das Horn zum Basteln... S. 05 Kleine Geschichte des Instruments... S. 06 Biografisches zu Carl Maria von Weber...S. 07 Aufgabe zu Der Freischütz S. 08 Der Jägerchor zum Mitsingen... S. 09 Biografisches zu Wolfgang Amadeus Mozart.S. 10 Aufgabe zum Hornkonzert Nr. 3... S. 11 Impressum.. S. 12 Dresdner Philharmonie, Katharina Höhne www.dresdnerphilharmonie.de/freakquency 3
DAS HORN ist eins der ältesten Instrumente überhaupt. Es wurde schon vor über 2500 Jahren erfunden und ist damit der Urgroßvater aller Blechblasinstrumente. Ohne das Horn würde es weder die Trompete noch die Posaune oder die Tuba geben. Damals sah das Horn noch ganz anders aus als heute. Es bestand nicht aus einem glänzenden dünnen Blech, sondern aus Muscheln, Schneckenhäusern oder der Name sagt es schon Tierhörnern. Um darauf spielen zu können, brachen die Menschen einfach ihre Spitzen ab oder bohrten Löcher hinein. Richtige Musik kam jetzt zwar noch nicht heraus, aber immerhin ein, zwei Töne. Und weil diese sehr laut und durchdringend klangen, setzten die Menschen das Horn als Signalinstrument ein. Wenn also eine Gruppe von Männern auf die Jagd ging, hatte jeder von ihnen eins dabei und konnte sich so mit den anderen im Wald verständigen. Das Horn besteht aus vielen Teilen. Die meisten davon könnt ihr gar nicht sehen, weil sie ineinanderstecken. Der Ton kommt am Ende hier, aus dem Schalltrichter heraus. Das ist das Mundstück, hier bläst der Hornist hinein. Die Atemluft des Hornisten wandert durch das Rohr und verwandelt sie in einen Ton. Die Ventile und Züge verändern den Ton. Dresdner Philharmonie, Katharina Höhne www.dresdnerphilharmonie.de/freakquency 4
DAS BRAUCHT IHR: MACHT SCHULE 1,5 m Gartenschlauch 1 Trichter 1 Blatt Schleifpapier buntes Klebeband Farben, Sticker, Glitzer AUFGABE Baut euch ein eigenes Horn und bringt es mit zum Konzert! SO GEHT S: Überprüft als erstes die Enden eures Gartenschlauchs. Sollten sie rau sein oder kratzen, schleift sie mit dem Papier glatt. Legt danach den Schlauch zu einem Kreis zusammen und fixiert ihn mit Klebeband. Achtet darauf, dass an beiden Enden genug Schlauch stehen bleibt. Verschönert euren Trichter mit Farben, Stickern oder Glitzer. Steckt euren Trichter zum Schluss in eines der beiden Schlauchenden. Fertig ist euer Horn! SPIELANLEITUNG: Damit ein guter Ton aus eurem Horn herauskommt, braucht ihr die richtige Technik! Stellt eure Füße etwa hüftbreit und leicht versetzt, den Oberkörper ein wenig nach vorn gebeugt. Jetzt nehmt ihr euer Horn in die Hand: die rechte Hand ist oben, die linke unten. Setzt nun das offene Schlauchende auf den Mund genau auf die Mitte von Ober- und Unterlippe. Denn der Ton, der gleich aus eurem Horn herauskommt, entsteht allein durch die Bewegung eurer Lippen. Schiebt sie dafür ein bisschen nach vorn, so als würdet ihr jemanden küssen. Jetzt holt ihr tief Luft, spannt die Lippen an und drückt sie gegen das offene Schlauchende. Dadurch entsteht ein leichter Druck. Schickt eure Atemluft durch den Gartenschlauch, bis am Ende aus eurem Trichter der Ton herauskommt. Wenn es beim ersten Mal nicht klappt, probiert es einfach noch einmal! Irgendwann geht es wie von allein. Dresdner Philharmonie, Katharina Höhne www.dresdnerphilharmonie.de/freakquency 5
IN DEN LETZTEN 2500 JAHREN hat sich das Horn stark verändert. Anstatt in Muscheln oder Schneckenhäuser zu blasen, griffen die Menschen immer öfter auf Rohre aus Metall zurück. Diese konnten ganz unterschiedlich lang sein. Die meisten hatten aber die Länge eures Gartenschlauchs. Da so ein langes Rohr sehr unhandlich war, vor allem bei der Jagd, fingen vor gut 500 Jahren Schmiede in ihren Werkstätten an zu tüfteln. Sie kamen auf die Idee, das Rohr zu biegen! Dass sich dadurch auch sein Klang veränderte, bemerkten sie erst später. EIN BLICK IN DIE PHYSIK In jedem Rohr egal ob es gebogen ist oder nicht schwingt eine von der Natur festgelegte Reihe an Tönen mit. Diese Töne heißen NATURTÖNE. Die Abstände zwischen ihnen sind sehr unterschiedlich. Beispielsweise ist die Lücke zwischen den tiefen Tönen viel größer als die zwischen den hohen. Damals war es deshalb unmöglich eine durchgehende Tonleiter auf dem Horn zu spielen. Am Anfang störte das niemanden. Doch dann entdeckten immer mehr Komponisten das Horn. Sie erkannten, dass in ihm mehr als ein Signalinstrument steckt und fingen an, es in ihre Musik einzubauen. Im späten 17. Jahrhundert holten sie das Horn sogar ins Orchester. Aber da es ihnen wichtig war, dass es alle Töne einer Tonleiter spielen konnte, musste sich etwas verändern. In ganz Europa überlegten Musiker und Handwerker wie sie das Horn verbessern könnten. 1753 erfanden sie die sogenannte STOPFTECHNIK. Dafür stopft ihr eure rechte Hand einfach in den Schalltrichter. Der Ton muss nun einen Umweg machen und klingt deshalb höher, tiefer, heller oder dunkler. Die zweite Erfindung war EIN BLICK IN DIE TECHNIK das sogenannte VENTIL (1818). Wenn ihr eure Atemluft durch das Horn schickt, erklingt, wie ihr wisst, die Naturtonreihe. Um nun auch die fehlenden Töne spielen zu können, muss das Rohr verlängert werden, fanden die Tüftler heraus. Und genau das passiert durch das Drücken der Ventile. Sie leiten die Atemluft in ein unsichtbares zweites Rohr und helfen dabei, jeden Ton zu spielen, den ihr möchtet, und sogar eine ganze Tonleiter. Dresdner Philharmonie, Katharina Höhne www.dresdnerphilharmonie.de/freakquency 6
Könnt ihr euch vorstellen, wie glücklich die Komponisten über die Erfindung waren? Endlich konnten sie jedes Stück schreiben, das sie wollten. Aber es gab auch ein paar Komponisten, die mit der Erfindung des Ventils nichts anfangen konnten. Einer von ihnen war CARL MARIA VON WEBER. * 18. NOVEMBER 1786 IN EUTIN 5. JUNI 1826 IN LONDON Ein besonderes Bühnenstück mit Musik und Theater ist die OPER. Die Schauspieler, die darin mitwirken, sprechen nicht miteinander, sondern singen. Früher wurden die meisten Opern in italienischer Sprache geschrieben. Italien ist nämlich das Ursprungsland der Oper. Opern auf Deutsch gab es nur wenige. Carl wollte das ändern, deshalb schrieb er nur noch auf Deutsch. Carls Name klingt ziemlich vornehm. Als stamme er aus einer Adelsfamilie. Dabei waren Carls Eltern nur einfache Musiker, die nach seiner Geburt eine Theatergruppe gegründet hatten und durchs Land reisten. Carls Vater schob das von nur deshalb vor den Familiennamen, um die Leute zu beeindrucken. Sowieso hatte er immer das Bedürfnis den anderen zu zeigen, wie toll seine Familie war. Deshalb setzte er sich auch in den Kopf, Carl als Wunderkind groß rauszubringen. Er war nämlich davon überzeugt, dass in seinem Sohn ein kleiner Mozart steckt. Die Leute waren leider anderer Meinung. Sie fanden Carl zwar durchaus talentiert, hatten aber keine Lust auf noch ein Wunderkind. Aus Carl wurde also kein kleiner Mozart, dafür aber ein ausgezeichneter Musiker. Mit 17 Jahren zog Carl von Zuhause aus. Er wollte selbst entscheiden, wie sein Leben aussehen soll. Anfangs arbeitete er in verschiedenen Städten als Musiker. 1817 ging er nach Dresden, um an der Oper als Hofkapellmeister und Direktor zu beginnen. Obwohl Carl nur 40 Jahre alt wurde, hat er in seinem Leben viel erreicht. Dass die Musiker im Orchester heute auf dem Platz sitzen auf dem sie sitzen, war zum Beispiel Carls Idee. Genauso, dass der Dirigent einen Taktstock in den Händen hält. Und natürlich hat sich Carl auch viel Musik ausgedacht, vor allem für das Theater. DER FREISCHÜTZ ist eine seiner berühmtesten Opern und genau darin sollten alle Hornisten ohne Ventil spielen. Das klang echter. Dresdner Philharmonie, Katharina Höhne www.dresdnerphilharmonie.de/freakquency 7
In DER FREISCHÜTZ geht es um Max, den besten Schützen des Landes. Er ist in Agathe verliebt, die Tochter des Erbförsters. Max möchte Agathe heiraten, muss aber so die Tradition einen Probeschuss machen, um zu beweisen, dass in ihm wirklich der beste Schütze steckt. Eigentlich ist so ein Schuss für Max kein Problem. Doch er wird gerade vom Pech verfolgt. Egal wohin er zielt, jeder Schuss geht daneben. Max ist verzweifelt. AUFGABE Kaspar will Max helfen, auch wenn er ihn eigentlich nicht leiden kann. Er ist nämlich selbst in Agathe verliebt und möchte ihn loswerden. Deshalb stellt er Max eine Falle. Er erzählt ihm von geheimen Zauberkugeln, die aus jedem Schuss einen Treffer machen. Sie werden nachts im Wald gegossen. Obwohl Max Kaspar nicht ganz traut, folgt er ihm. Denn für sein Glück würde er alles tun. Was Max nicht weiß: Er ist gerade dabei, sich mit dem Teufel einzulassen ein spannendes Abenteuer beginnt! Wie geht die Geschichte weiter? Denkt euch ein gutes Ende aus! Lest euch eure Geschichten gegenseitig vor. Bildet danach kleine Teams und arbeitet sie zu einem richtigen Theaterstück um! Dresdner Philharmonie, Katharina Höhne www.dresdnerphilharmonie.de/freakquency 8
Im Konzert werdet ihr den JÄGERCHOR aus Der Freischütz hören. Das Lied feiert die Jagdfreuden und erklingt kurz vor Max wichtigem Schuss. In Carls Oper steht dafür ein Chor auf der Bühne. Im Konzert ganz viele Musiker. Vielleicht wollt ihr sie singend unterstützen? AUFGABE Singt zusammen die erste Strophe aus dem JÄGERCHOR! Habt ihr noch euer Horn? Denkt euch zum JÄGERCHOR eine eigene Begleitung aus! Dresdner Philharmonie, Katharina Höhne www.dresdnerphilharmonie.de/freakquency 9
Wisst ihr, mit wem Carl über drei Ecken verwandt war? WOLFGANG AMADEUS MOZART! Seine Cousine, Constanze, war nämlich Mozarts Frau. Kein Wunder, dass sein Vater sofort an ihn denken musste * 27. JANUAR 1756 IN SALZBURG 5. DEZEMBER 1791 IN WIEN Ein KONZERT bezeichnet nicht nur eine Veranstaltung, sondern auch eine ganz bestimmte Form von Musik. Darin treffen ein einzelnes oder mehrere Solo-Instrumente auf ein Orchester. Manchmal klingt es, als spielten sie um die Wette oder als würden sie sich ihre Töne wie Fragen und Antworten hin und herwerfen. In der Geschichte gab es viele Mädchen und Jungen, die so talentiert waren, dass die Leute sie Wunderkinder nannten. Das wohl berühmteste unter ihnen war aber Wolferl, wie Wolfgang vor allem von seiner Familie genannte wurde. Mit drei Jahren saß Wolferl das erste Mal am Klavier, mit vier spielte er, ohne dass es ihm jemand gezeigt hatte, fehlerfrei Geige und mit fünf hatte er sein erstes Stück aufs Papier gekleckst! Wolferls Talent lag in der Familie, denn sein Vater war selbst Musiker und tat alles, um aus ihm einen Star zu machen. Er reiste mit ihm durch ganz Europa und schaffte es, dass Wolferl sogar in Königshäusern vorspielen durfte. Dass sich sein Sohn manchmal wie im Zirkus vorkam, war ihm egal. Und selbst wenn Wolferl krank war, musste er auftreten. Durch Wolferls Kopf schwirrte nichts als Musik. Er dachte sich ein Stück nach dem anderen aus. Und weil er wusste, dass ihn ein fester Job nicht glücklich machen würde, zog er als Erwachsener nach Wien und arbeitete dort als freischaffender Künstler. Im Herzen aber blieb Wolferl immer ein Kind. Er liebte es anderen Streiche zu spielen oder sich in seiner Musik über sie lustig zu machen. Und er liebte es, große Feste zu feiern. Obwohl Wolferl nur 35 Jahre alt wurde, hat er sich so viel Musik ausgedacht, wie kaum ein anderer Komponist. Auch er liebte die Oper, schrieb aber auch für alle anderen Instrumente. Wolferls KONZERTE FÜR HORN wurden weltberühmt. Dresdner Philharmonie, Katharina Höhne www.dresdnerphilharmonie.de/freakquency 10
AUFGABE Die meisten Konzerte schrieb Wolferl für befreundete Musiker. Denn je besser er einen Menschen kannte, desto leichter fiel es ihm, sich ein Stück auszudenken, das zu ihm passte. Das Hornkonzert Nr. 3 Es-Dur KV 447 schrieb Wolferl für Joseph Leitgeb. Leitgeb war ein Freund der Familie und für Wolferl eine Art Onkel. Leitgeb war ein großer Fan von Wolferls Musik und soll ihn regelrecht angebettelt haben, ein Stück für ihn zu schreiben. Wolferl tat ihm gern diesen Gefallen. Hört euch den 3. Satz aus dem Hornkonzert auf YouTube an! Stellt euch vor, das Horn ist Leitgeb selbst! Ist er groß, dick, lustig? Malt ein Bild von ihm! Welche Eigenschaften müsste eine Musik haben, damit sie nach euch klingt? Dresdner Philharmonie, Katharina Höhne www.dresdnerphilharmonie.de/freakquency 11
Impressum Herausgeber Dresdner Philharmonie PF 120 424 01005 Dresden Telefon 0351 4 866 282 www.dresdnerphilharmonie.de Abbildungen S. 4: https://commons.wikimedia.org/wiki/file%3asignal_horn.gif, von Herbert Cole [Public domain], via Wikimedia Commons S. 5: koya979 / fotolia.com S. 6: totallypic / fotolia.com Redaktion Dr. Claudia Woldt, Mechthild Schlumberger Konzept und Text Katharina Höhne Gestaltung Katharina Höhne, Dresdner Philharmonie Dresdner Philharmonie, Katharina Höhne www.dresdnerphilharmonie.de/freakquency 12