RASSISMUS UND JUDENVERFOLGUNG

Ähnliche Dokumente
KLASSENARBEIT ANNA FRANK UND DER HOLOCAUST

Aufgabe 4. Wie war der holocaust möglich? Auf den Karten werden die einzelnen Phasen der Judenverfolgung im Dritten Reich geschildert.

15 Minuten Orientierung im Haus und Lösung der Aufgaben, 30 Minuten Vorstellung der Arbeitsergebnisse durch die Gruppensprecher/innen.

juristische Grundlage für antisemitische Ideologie der Nationalsozialisten Wunsch des NS- Regimes nach Entrechtung und Ausgrenzung der Juden

ARBEITSBLÄTTER 13/16 ANNE FRANK UND DER HOLOCAUST

Verfolgung der Juden im Dritten Reich

HAUSAUFGABEN ANNE FRANK UND DER HOLOCAUST

DIE FOLGEN DES ERSTEN WELTKRIEGES Im Jahr 1918 verlieren die Deutschen den Ersten Weltkrieg und die Siegermächte GROßBRITANNIEN, FRANKREICH und die

Boykott aller jüdischen Geschäfte, initiiert und überwacht durch die SA; Aktionen gegen jüdische Ärzte, Juristen und Studierende.

Deutschland nach 1933

Adolf Hitler. Der große Diktator

Ab heute heißt du Sara Antijüdische Gesetze im Nationalsozialismus

Zur NS-Herrschaftspraxis: Statt Sozialismus - Sozialdarwinismus und Rassenideologie

Josefine: Und wie wollte Hitler das bewirken, an die Weltherrschaft zu kommen?

JUDENVERFOLGUNG IN DRESDEN

NATIONALSOZIALISTISCHE RASSENIDEOLOGIE (ARBEITSBLATT 1)

Adolf Hitler *

Ehen mit Fremden in der NS-Zeit Lebensumstände und Überlebensstrategien. Vortrag von Dr. Irene Messinger Verein Fibel,

Die charismatische Herrschaft Adolf Hitlers. Analyse seiner Redekunst

Nationalsozialismus Flaggenstreit Kabinett 28

HLNqUpI VIDEO EXPERIMENT WEIMAR

Die Zwischenkriegszeit ( ): Chronologie der Ereignisse

VI. Propaganda zur Nazi-Zeit am Beispiel der Folgen der Machtergreifung in Rosenheim

Ich habe die Welt in der Tasche

Zusammenfassung 26. Oktober (relevant für Tests und Klausuren)

verließen bis Kriegsbeginn also etwa bis Juden den nationalsozialistischen Herrschaftsbereich, das entsprach etwa einem Drittel der

Nachbereitung der Führung zum Thema Nationalsozialismus 1- Äußerliche Zeichen der Gleichmachung

Aus: Inge Auerbacher, Ich bin ein Stern, 1990, Weinheim Basel: Beltz & Gelberg

Die Reichspogromnacht 9./10. November 1938

Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form. Auszug aus:

Anne Frank war nicht allein

ARBEITSBLÄTTER 9/12 ANNE FRANK UND DER HOLOCAUST

Darüber spricht man nicht? Jugendforum denk!mal 17

Voransicht. Es lebe die Freiheit! Ein Gruppenpuzzle zum Widerstand im Nationalsozialismus. Das Wichtigste auf einen Blick

über das Maß der Pflicht hinaus die Kräfte dem Vaterland zu widmen.

Schindlers Liste eine Annäherung an den Holocaust mittels eines Filmabends

Das kurze Leben von Anna Lehnkering

Unterrichtsentwurf: Die Ideologie des Nationalsozialismus

Rede von Frau Bürgermeisterin Maria Unger anlässlich des Beitritts der Stadt Gütersloh zum Riga-Komitee, , Uhr, Haus Kirchstraße 21

Die Ausgrenzung der Juden in der Tagespresse des Dritten Reiches ( )

Die 1. Republik. erstellt von Alexandra Stadler für den Wiener Bildungsserver

Adolf Hitler: Rede bei der Eröffnung des neu einberufenen Reichstags, 21. März 1933

Copyright: Julia Gilfert 2017

Inhalt. I. Zur Person Hitlers II. NSDAP und Staat Vorwort... 9

Unterrichtsmaterial zur Ausstellungstafel Antisemitismus im 2. Weltkrieg

ANNE FRANK TAG JAHRE TAGEBUCH

Das Schicksal der Juden in Polen: Vernichtung und Hilfe

Im Rahmen unseres Projekts Spurensuche zur Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma in Duisburg

Inhaltsverzeichnis. Vom Imperialismus in den Ersten Weltkrieg 10. Nach dem Ersten Weltkrieg: Neue Entwürfe für Staat und Gesellschaft

UNSER PLAN IN LEICHTER SPRACHE. am So können es alle verstehen

Volkstrauertag 13. November 2016

Gesetz zum Schulbesuch

EUFOR RD Congo (2006)

Gedenkveranstaltung am Lagerfriedhof Sandbostel

VORANSICHT. Es lebe die Freiheit! Ein Gruppenpuzzle zum Widerstand im Nationalsozialismus. Das Wichtigste auf einen Blick

Weber Mélissa. Auschwitz Besichtigung von Auschwitz-Stammmlager und Birkenau

Einbürgerungstest Nr. 5

Der Grabower Heimatdichter Gustav Ritter und die Juden

Pressefreiheit und Demokratie

Die Judenverfolgung im Nationalsozialismus

1806 Moisling wird ein Teil des Lübecker Stadtgebiets, aber die rund 300 Juden werden keine gleichberechtigten Bürger/innen der Hansestadt.

70 JAHRE KRIEGSENDE Gedenkstätten in Linz

Wolfgang Benz. Die 101 wichtigsten Fragen. Das Dritte Reich. VerlagC. H.Beck

Joseph Klatzmann Jüdischer Witz und Humor

DIE IDEOLOGIE DES NATIONALSOZIALISMUS

Fragen an die Ausstellung Krefeld und der Nationalsozialismus

Geschichtsfragen: Ende 1. WK, Zwischenkriegszeit

1. Warum war der Staatshaushalt (= die Staatsfinanzen) von Nazi-Deutschland Ende der 30er Jahre kurz vor dem Bankrott?

Das war die Sommeruniform des BDM

Definitionen. Zum Thema Rechtsextremismus. von Tim Bärsch Januar 2000

1 Der Brand der Synagoge in Schierstein (Kirchstraße)

HUGO KANTER. Eine Geschichte, die verändert!

Verliebt in einen Neonazi? Das Buch im Unterricht

Papst Pius XII. und der Zweite Weltkrieg

Inhaltsverzeichnis. Nationalsozialistische Verfolgung der deutschen Juden. 3 Von 1933 bis zum Kriegsbeginn Weitere Ausgrenzung und Entrechtung

GERHARD SENNINGER GLAUBENSZEUGEN. oder VERSAGER? Katholische Kirche und Nationalsozialismus. Fakten - Kritik - Würdigung

DER ERSTE WELTKRIEG - EIN VERNICHTUNGSKRIEG MIT INDUSTRIELLEN MITTELN

PREDIGT: Epheser Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.

Der Luftkrieg und die deutsche Luftwaffe

Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form. Auszug aus: Die 16 Bundesländer. Das komplette Material finden Sie hier: School-Scout.

vitamin de DaF Arbeitsblatt - zum Geschichte

Ausstellung Que reste t il de la Grande Guerre? Was bleibt vom Ersten Weltkrieg?

Arno Hamburger Ein Nürnberger Zeitzeuge

"Alle Revolutionen fressen ihre eigenen Kinder"

Ausgrenzung Novemberpogrom Arisierung

Die Weimarer Republik (16 Stunden)

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen. Liebe Gemeinde!

Polizei durchsuchungen in Hildesheimer Nord stadt

VIII. Die Machtergreifung in Rosenheim und die Auswirkungen auf die lokale Presse am Beispiel des Rosenheimer Anzeigers

Inhalt. 1 Demokratie Sozialismus Nationalsozialismus. So findet ihr euch im Buch zurecht... 10

Auschwitzfahrt ( )

Sophie Scholl und Die weiße Rose

Im Anschluss an die intensive Auseinandersetzung mit dem Theaterstück Andorra von Max Frisch haben wir befunden, dass wir uns mit der Kultur der

Rede des Bundesministers der Verteidigung, Dr. Franz Josef Jung, anlässlich des Feierlichen Gelöbnisses am 20. Juli 2008 in Berlin

Henri Nouwen, der katholischen Theologe, erzählte einmal eine wahre Geschichte aus Paraguay, die diese Frage beantworten sollte:

Wir feiern heute die Wiedererrichtung unserer demokratischen Republik Österreich vor genau 60. Jahren, am 27. April 1945.

Transkript:

RASSISMUS UND JUDENVERFOLGUNG Alexander Kupferthaler im November 1996 In der Hitlerzeit von 1933-1944 wurden im gesamten Europa ca. 4,5 Millionen Juden in Konzentrationslagern umgebracht. (Hier ein Bild aus dem Konzentrationslager Buchenwald) Einleitung: Seite 1

Nach dem ersten Weltkrieg begann für Deutschland ein radikaler Neuanfang. Doch dieser wollte nur schwer glücken. Wirtschaftliche Probleme und einen hohe Arbeitslosenquote durchzogen die 20ziger Jahre. Durch diese Probleme und eine darauf abgestimmte Propaganda, kam 1933 die NSDAP und ihr Führer, Adolf Hitler, an die Macht. Sie hetzten das Volk auf und es gelang ihnen den Bürgern einen Sündenbock für alle Probleme zu präsentieren: die Juden. Adolf Hitler bei einer Parade Anfang 1933 Der Anfang der Judenverfolgung vor dem 2. Weltkrieg : Nach der Machtergreifung 1933 begann die grauenvolle Ausrottung der Juden in Deutschland. Am 10. Januar 1933 begannen erste Aktionen der SA (Sturmabteilung) gegen die jüdischen Mitbürger und ihr Eigentum. Man beschädigte Häuser und Geschäfte. Es folgten weitere Aufrufe nicht bei Juden zu kaufen und überhaupt in Kontakt mit ihnen zu treten. Noch 1933 wurden einige Gesetzte verabschiedet, welche den Juden verschiedene Berufsverbote, wie zum Beispiel Beamter, Lehrer usw., einbrachte. Seite 2 Diese NS-Propaganda fand 1935 ihren vorläufigen Höhepunkt in den Gesetzen zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre. Diese werden auch

als Nürnberger Gesetze bezeichnet, da sie am 15. September 1935 in Nürnberg verabschiedet wurden. In ihnen wurde allen Nicht-Ariern, d.h. Juden, das Bürgerrecht entzogen. Sie waren also keine Reichsbürger mehr, sondern nur einfache Staatsangehörige. Natürlich kamen scharfe Proteste vom In- und Ausland. Sie reagierten mit scharfen Zeitungsartikeln, Flugblättern und Briefen an Hitler und das Ausland protestierte heftig. Doch unbeeindruckt davon machten die NS-Offiziere mit ihrer Propaganda und ihren Aktionen gegen Juden weiter. Mit geschickt gemalten Plakaten und Anzeigen in Zeitungen wollten sie die Menge aufhetzten. Karikatur im Stürmer : die Juden erhalten, was sie verdient haben Die Propaganda der NS trug von Anfang an gute Früchte, denn schon 1933 verließen 37.000 Juden das Land. Bis 1940 kamen noch über 200.000 von 500.000 dazu. Die Mehrzahl mußte natürlich ihr Hab und Gut zurücklassen. Eine weitere Eskalation stellte der Mordanschlag von einen jüdischen Jugendlichen auf einen deutschen Diplomaten in Paris dar. In der darauffolgenden Reichskristallnacht wurden unzählige Synagogen angezündet, Geschäfte geplündert, Juden getötet und über 20.000 in Konzentrationslager gebracht. Am nächsten Tag wurde außerdem allen jüdischen Staatsangehörigen eine Sondersteuer von 1 Milliarde Reichsmark auferlegt. Immer wieder neue Verordnungen sollten die Juden ganz und gar vom öffentlichen Leben ausschließen. Seite 3 Kinos, Theater, Museen, Konzerte, Bäder und Sportstätten durften von jüdischen Menschen nicht besucht werden. Weiterhin durften die keine Autos

mehr halten und ihr gesamtes Eigentum mußten sie zu Spottpreisen an Arier abgeben. Ende 1938 wurden öffentlich Töne aus der NS-Regierung laut, die in Deutschland verbliebenen Juden zu vernichten. Die große Mehrheit der Deutschen folgte natürlich dem Führer bedingungslos, denn er brachte ihnen einen sozialen Mindeststandart, d.h. Arbeit, Kindergeld, Mutterschutz, Wohnraum und Urlaub. Sozial Bedürftigen widmete sich die NS- Volkswohlfahrt. Sie organisierte Gratisverteilungen von Essen, bei denen sich alle Bevölkerungsschichten trafen. Dies gab den sozial Schwächeren ein Gefühl der Verbundenheit und Volksgemeinschaft. Natürlich wurden diese Maßnahmen gut angenommen und in höherer Zustimmung für das Regime bemerkbar. Die Kritik, die trotz dieser Maßnahmen noch aufflammte wurde als Miesmacherei abgestempelt. Miesmacher galten als Schädlinge der Volksgemeinschaft und für diese Straftaten gab es die Politische Polizei. Nach den Worten einer ihrer Vorgesetzten, überwachte diese Polizei den politischen Gesundheitszustand der deutschen Volkskörpers und beseitigte als Zerstörungskeime erkannte Faktoren. Die Reinhaltung des deutschen Volkes: Die wichtigsten Merkmale der Nürnberger Gesetze waren, daß Eheschließungen zwischen Deutschen und Juden verboten waren. Die Gesetze unterschieden zwischen Deutschblütigen, Juden und Mischlingen 1. und 2. Grades. Vor dem Gesetz galten Deuschblütige und Mischlinge als Reichsbürger, Juden aber nicht. Es waren auch Eheschließungen verboten, die die Reinerhaltung des deutschen Volkes gefährdeten. Dieses bedeutete auch die Diskriminierung der Behinderten und Geisteskranken. Sie wurden, genauso wie die Zigeuner, streng bewacht. Einige von ihnen wurden 1939 unter dem Vorwand rassenhygienischer Überlegungen als Versuchsobjekte für Gas als Vernichtungsmittel benutzt. Weitere Merkmale der Gesetze waren, daß außerehelicher Verkehr verboten wurde und das Juden keine deutschen unter 45 Jahren einstellen durften. Die Judenverfolgung im 2. Weltkrieg : Nach dem Ausbruch des Krieges (1939) und den Siegen der Deutschen, gegen Polen, Dänemark und weitere Länder, wurde auch in diesen die Propaganda und die Verfolgung der Juden fortgesetzt. 1940 wurde der Judenstern eingeführt. Alle Juden mußten ihn sichtbar tragen. Bis 1942 kamen noch viele Verbote für Juden dazu, wie z.b. Einstellung des Unterrichtes für jüdische Kinder oder ein Ausgehverbot. Seite 4

In Deutschland und der neu eroberten Gebieten wurde die Errichtung von vielen neuen Konzentrationslagern befohlen. Viele Juden wurden ohne jeden Grund dorthin gebracht. Hier lebten sie unter grausamsten Bedienungen. Sie mußten den ganzen Tag schuften und arbeiten, ohne irgendwelches Gehalt zu bekommen. Wenn dem Personal nicht folge geleistet wurde, folterte man die Ungehorsamen. Natürlich gab es auch Vorzeigelager, in denen die Juden ihre eigenen Wohnungen hatten und ihre Berufe ausführen durften. Diese wenigen Lager durften von dem Roten Kreuz und der ausländischen Presse begutachtet werden. Ein für die Auslandspresse gestelltes Foto im KZ Oranienburg bei Berlin Im September 1941 begann man damit, erste größere Vergasungen durchzuführen. In den folgenden Jahren wurde diese Methode der Befreiung vom Untermensch weiter verbessert, weil die Erschießung und Verbrennung nicht effektiv genug waren. Sofort nach der Ankunft der Juden mußten die Opfer sich ihrer Kleidung entledigen und wurden in die Vergasungskammern gebracht. Hier trat der Tot der Opfer in einem Zeitraum von 3 bis 15 Minuten ein.

Seite 5 Den Niederlagen der Armee zum Trotz befolgten die Untertanen von Hitler seine Befehle, die Vergasung und Exekution der Juden fortzuführen. Noch Anfang 1945 wurden über 5.000 Juden vergast. Doch die Deutschen konnten diesen Apparat nicht mehr fortsetzen. Die Niederlagen an allen Seiten der Front zwangen sie die Konzentrationslager aufzugeben und sich zurückzuziehen. Am Abend des 30. April 1945 hißten sowjetische Infanteristen ihre Flagge am Reichstag in Berlin. Damit war der Krieg und das grausame Sterben der Juden in Europa beendet. Schlußwort: Die Idee eines einzelnen, daß ein Volk wegen seiner Herkunft schlecht und minderwertig ist, führte im Dritten Reich zur Katastrophe. Fast alle Bürger stimmten zu. Sie lehnten sich nicht gegen das NS-Regime auf und so wurden ca. 4,5 Millionen Juden von 1933-1945 in Europa umgebracht. Ich glaube, daß es dem deutschen Volk immer in Erinnerung bleiben muß, denn in Zukunft sollte so etwas nicht noch einmal geschehen. Quellen: Illustrierte Deutsche Geschichte, Hanns Joachim Friedrichs, Naumann & Göbel 1991 Das neue große farbige Lexikon, Bassermann 1989 Seite 6