Algorithmus, siehe (1)



Ähnliche Dokumente
FHZ. K01 Geschichte des Computers. Lernziele. Hochschule Technik+Architektur Luzern. Inhalt

Informatik - Lehrgang 2000/2001 GRUNDLAGEN

Computeria Urdorf. Treff vom 16. Januar Was ist ein Computer?

Die Geschichte der Taschenrechner

Informatik Mensch Gesellschaft. Historische Entwicklung der Informationstechnik (von Anfang bis Heute)

Die Geschichte des Computers

Daten verarbeiten. Binärzahlen

Computergruppe Heimerdingen Basiskurs. Karlheinz Wanja & Richard Zeitler

Brückenkurs / Computer

Kann ein Computer denken?

Grundlagen der Informatik

Computermuseum Hoyerswerda. Zu Besuch bei der Ausstellung zur Geschichte der Rechentechnik

schnell und portofrei erhältlich bei beck-shop.de DIE FACHBUCHHANDLUNG mitp/bhv

Vermeiden Sie es sich bei einer deutlich erfahreneren Person "dranzuhängen", Sie sind persönlich verantwortlich für Ihren Lernerfolg.

C++11 C++14 Kapitel Doppelseite Übungen Musterlösungen Anhang

5. Übung zum G8-Vorkurs Mathematik (WiSe 2011/12)

GESCHICHTE DER COMPUTERTECHNIK

HISTORISCHES INFORMATIK-MUSEUM DER UNIVERSIDAD POLITECNICA DE MADRID

2004, Thomas Barmetler Automatisierungstechnik - Einstieg. Das EVA-Prinzip

Lineargleichungssysteme: Additions-/ Subtraktionsverfahren

Hochleistungsrechnen für Wissenschaft und Wirtschaft im internationalen Verbund

Professionelle Seminare im Bereich MS-Office

Mikrocontroller Grundlagen. Markus Koch April 2011

KV Betriebssysteme. Mag. iur. Dr. techn. Michael Sonntag

Zeichen bei Zahlen entschlüsseln

Einführung in die Informatik

Microsoft Update Windows Update

2. Negative Dualzahlen darstellen

2 Die Terminaldienste Prüfungsanforderungen von Microsoft: Lernziele:

AGROPLUS Buchhaltung. Daten-Server und Sicherheitskopie. Version vom b

Informationsblatt Induktionsbeweis

HIER GEHT ES UM IHR GUTES GELD ZINSRECHNUNG IM UNTERNEHMEN

Windows 10 > Fragen über Fragen

7 Rechnen mit Polynomen

1. Übung - Einführung/Rechnerarchitektur

Staatlich geprüfter EDV-Führerschein

Primzahlen und RSA-Verschlüsselung

Punkt 1 bis 11: -Anmeldung bei Schlecker und 1-8 -Herunterladen der Software

Mathematische Grundlagen der Kryptographie. 1. Ganze Zahlen 2. Kongruenzen und Restklassenringe. Stefan Brandstädter Jennifer Karstens

Wir gehen aus von euklidischen Anschauungsraum bzw. von der euklidischen Zeichenebene. Parallele Geraden schneiden einander nicht.

4. Das neue Recht der GmbH ein Überblick

Leichte-Sprache-Bilder

Konzepte der Informatik

Mathematik: Mag. Schmid Wolfgang Arbeitsblatt 3 1. Semester ARBEITSBLATT 3 RECHNEN MIT GANZEN ZAHLEN

Zahlen und das Hüten von Geheimnissen (G. Wiese, 23. April 2009)

Netzwerk einrichten unter Windows

Sowohl die Malstreifen als auch die Neperschen Streifen können auch in anderen Stellenwertsystemen verwendet werden.

In 12 Schritten zum mobilen PC mit Paragon Drive Copy 11 und Microsoft Windows Virtual PC

Fax einrichten auf Windows XP-PC

Marketing-Leitfaden zum. Evoko Room Manager. Touch. Schedule. Meet.

Installation. Windows. E-mP Ernst-mechanische Produkte Auf die Bell Linkenheim-Hochstetten Deutschland

WINDOWS 10 Upgrade. Beispiel: Desktop-Ausschnitt von vorhandenem WIN 8.1 (rechte Ecke der Taskleiste)

Informationstechnologie (ITE)

Das große ElterngeldPlus 1x1. Alles über das ElterngeldPlus. Wer kann ElterngeldPlus beantragen? ElterngeldPlus verstehen ein paar einleitende Fakten

Agiles Design. Dr.-Ing. Uwe Doetzkies Gesellschaft für Informatik mail:

Lenstras Algorithmus für Faktorisierung

Elektromechanische Computer

sondern alle Werte gleich behandelt. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass Ergebnisse, je länger sie in der Vergangenheit

icloud nicht neu, aber doch irgendwie anders

10 Erweiterung und Portierung

Installationsanleitung

1. Weniger Steuern zahlen

GEVITAS Farben-Reaktionstest

Stammdaten Auftragserfassung Produktionsbearbeitung Bestellwesen Cloud Computing

Jede Zahl muss dabei einzeln umgerechnet werden. Beginnen wir also ganz am Anfang mit der Zahl,192.

Einführung in PHP. (mit Aufgaben)

Mean Time Between Failures (MTBF)

Numerische Verfahren und Grundlagen der Analysis

Programmieren was ist das genau?

Was meinen die Leute eigentlich mit: Grexit?

Übungsaufgaben. - Vorgehensweise entsprechend dem Algorithmus der schriftlichen Multiplikation

CLIQ Solo. Einfache und flexible Sicherheit - die Sie selbst aktualisieren können

Auszug aus der Auswertung der Befragung zur Ermittlung der IT-Basiskompetenz

Herzlichen Glückwunsch!... 9

Präsentation Von Laura Baake und Janina Schwemer

Brückenkurs / Computer

Tess Relay-Dienste mobil nutzen

Einfache Computersteuerung für Modellbahnen

75 Jahre Kolleg St. Blasien Projekttage 2008

Von Bits, Bytes und Raid

Kapitel 4A: Einschub - Binärcodierung elementarer Datentypen. Einschub: Teile aus Kapitel 2 in Küchlin/Weber: Einführung in die Informatik

Windows 10 Sicherheit im Überblick

Grundbegriffe der Informatik

Nokia Handy - Daten sichern.

Grundlagen der Informatik

Computeralgebra in der Lehre am Beispiel Kryptografie

Qualitätsbedingungen schulischer Inklusion für Kinder und Jugendliche mit dem Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung

Der monatliche Tarif für ein Handy wurde als lineare Funktion der Form f(x) = k x + d modelliert (siehe Grafik).

Pädagogische Hochschule Thurgau. Lehre Weiterbildung Forschung

Systemanforderungen TreesoftOffice.org Version 6.4

Anleitung zum Extranet-Portal des BBZ Solothurn-Grenchen

Wenn keine Verbindung zwischen den Computern besteht, dann bist du offline.

Netzwerkversion PVG.view

2. ERSTELLEN VON APPS MIT DEM ADT PLUGIN VON ECLIPSE

1. Wie viel Zinsen bekommt man, wenn man 7000,00 1 Jahr lang mit 6 % anlegt?

Binärdarstellung von Fliesskommazahlen

Mathematik. UND/ODER Verknüpfung. Ungleichungen. Betrag. Intervall. Umgebung

Kryptographie in der Moderne

Stepperfocuser 2.0 mit Bootloader

Transkript:

Der Computer als elektronische Rechenmaschine entstand in den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Die Gedankenwelt der Informatik lässt sich aber bedeutend weiter zurückverfolgen. Mit diesem Kapitel wollen wir die wichtigsten Punkte dieser Entwicklung kurz streifen und gleichzeitig einige Begriffe einführen. ca. 500 v.chr. Die Chinesen kennen bereits eine Rechenhilfe. Diese ist noch heute weit verbreitet. Abakus ca. 300 v.chr. Der griechische Mathematiker Euklid entwickelt ein Rechenverfahren zum Berechnen des ggt. Rezeptmässige Rechenverfahren sind zentral in der Informatik. ca. 1500 ca. 1600 Algorithmus, siehe (1) Das bis dahin mühsame Rechnen mit römischen Zahlen wird mit einem neuen Zahlensystem stark vereinfacht. Adam Ries importierte es aus Indien. Dezimalzahlensystem Eine neue Rechenhilfe erleichtert das Multiplizieren und Dividieren von Zahlen, und zwar via Logarithmen. Rechenschieber ca. 1600-1700 Schickard (D), Pascal (F) und Leibniz (D) bauen erste mechanische Rechenmaschinen für die vier Rechengrundoperationen. Die Präzisionsgetriebe sind aber auf lange Zeit zu ungenau. Wie steht's wohl mit der "Programmierung"? Seite 1/6

ca. 1800 ca. 1850 ca. 1900 Die Rechenalgorithmen sind fest in der Mechanik eingebaut. Jacquard (F) baut einen mechanischen Webstuhl mit Steuerung durch Lochkarten. Auf den Lochkarten lässt sich das "Webprogramm" festhalten. Die Lochkarten können als Lesespeicher aufgefasst werden. Read Only Memory = ROM Babbage (GB) plant eine durch Lochkarten gesteuerte mechanische Rechenmaschine, bestehend aus Rechenwerk, Steuerwerk, Zahlen- und Programmspeicher. Die technische Realisierung war jedoch nicht möglich. Hollerith (USA) baut eine elektromechanische Zählmaschine zur Lochkartenauswertung bzw. zum Auswerten von Volkszählungen. also mit Hilfe von Relais 1934 Zuse (D) plant eine programmgesteuerte Rechenmaschine. Zwei seiner grundlegenden Konstruktionsprinzipien sind bis heute verbindlich geblieben: - Programmsteuerung - Dualzahlensystem (auch Gleitkommazahlen) Vorteile vom Dualzahlensystem? Seite 2/6

- pro Stelle nur 2 verschiedene Symbole bzw. Zustände (vgl. binäre Codierung) - "fast optimale" Codierung siehe (2) 1941 Zuse (D) baut die erste elektromechanische programmgesteuerte Rechenmaschine (ZUSE Z3). Der Relaisrechner (ca. 2'000 Relais) funktioniert mit einer Programmsteuerung durch endlos, zu Schleifen zusammengeklebten Lochstreifen. Die Rechenzeit für eine Addition beträgt ca. 1 Sekunde 1946 In den USA wird die erste elektronische programmgesteuerte Rechenmaschine (ENIAC) gebaut. Der Rechner beinhaltet ca. 2'000 Röhren und 1'500 Relais. Die Programmsteurung erfolgt mittels Steckbretter. Die Rechenzeit für eine Addition beträgt ca. 1 Millisekunde 1949 Von Neumann (USA, Ungarn) formuliert die grundsätzlichen Konstruktionsprinzipien eines elektronischen Computers ( von Neumann- Computer). Seine Idee ist, nicht wie bisher nur Zwischenwerte im Rechner abzuspeichern, sondern zusammen mit diesen auch das eigentliche Programm. Im selben Speicher befinden sich also Programm und Zwischenergebnisse. Vorteil: Seite 3/6

Der Programmablauf kann von den Zwischenergebnissen abhängig gemacht oder sogar zur Laufzeit verändert werden. 1955 Der Transistor kommt erstmals in einem Computer (TRADIC) der Firma Bell (USA) zum Einsatz. Vorteile: - weniger Stromverbrauch - geringere Kühlung - kompaktere Bauweise - längere Lebensdauer - höhere Betriebssicherheit - höhere Rechengeschwindigkeit. Die Rechenzeit für eine Addition beträgt noch ca. 10 Mikrosekunden Erste Programmiersprachen kommen zum Einsatz, z.b. ALGOL, FORTRAN 1971 Dies ist die Geburtsstunde des Mikroprozessors. Rechner- und Steuerwerk sind auf einem integrierten Schaltkreis (IC) untergebracht. Der Intel-4004 ist ein 4-Bit-Mikroprozessor und leistet 60'000 Instruktionen pro Sekunde. Es folgen die Seite 4/6

8-Bit-Prozessoren Intel 8008, Intel 8080, der Motorola 68.000, der Zilog Z80 und andere. 1977 Commodore führt einen Computer ein, der auf einen einzelnen Anwender zugeschnitten ist. Er ist der erste Personal Computer (PC). PET 1981 Der Branchenführer bei grossen und mittleren EDV-Anlagen, der IBM-Konzern, präsentiert den eigentlichen IBM-PC. IBM kauft das Betriebssystem von einer unbekannten Firma ein. DOS von Microsoft 1983 Viele Netzwerker betrachten dieses Jahr als Geburtsstunde des Internets. Ein wichtiges Übertragungsprotokoll wurde offizielle standardisiert. TCP/IP (Transmission Control Protocol / Internet Protocol) 1996 James Gosling von Sun Microsystems entwickelt eine völlig neu konzipierte Programmiersprache namens OAK bzw. Java. Java gibt es mittlerweile als JDK 1.3 (Java Development Kit) bzw. Java 2. Java brilliert mit folgenden Eigenschaften: - plattformunabhängig - objektorientiert - sicher - netzwerkfähig - parallel Seite 5/6

... Die letztgenannten Entwicklungsschritte sind nur eine Auswahl, aus der nach 1970 rasanten Computerentwicklung. Die Fortschritte bei der Hardware brachten immer kleinere und schnellere Bauelemente und im grössere und billigere Speicher. Ein moderner Rechner benötigt nur noch einige Nanosekunden für eine Addition! Auf der anderen Seite führten die Fortschritte bei der Software zu immer umfangreicheren und leistungsfähigeren Programmen. Dabei hat sich gezeigt, dass die Hardware- der Software-Entwicklung immer voraus ist! Es hat den Anschein, dass man bei der Entwicklung von Software an die Grenzen des menschlichen Intellekts stösst und dass die Erweiterung dieser Grenzen mehr Zeit und Geduld kostet als die technische Weiterentwicklung des Computers. Für gewisse Klassen von Problemstellungen (vgl. Problem des Handelsreisenden, Rucksackproblem) kennt man heute noch keine effizienten Algorithmen! Selbst schnellere Computer werden an dieser Situation nicht viel ändern können! siehe (3) Internet-Adressen: http://vlmp.museophile.com/computing.html http://dir.yahoo.com/computers_and_internet/history http://www.computer-museum.org http://privat.swol.de/svenbandel/index.htm http://www.unicode.org http://www.keck.caam.rice.edu/tsp Seite 6/6