Lobbyismus und Schule

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Lobbyismus und Schule Eine Serie in PÄDAGOGIK Heft 9 12/15 Einführung und 1. Folge Johannes Bastian Lobbyismus und Schule Felix Kamella Lobbyismus an Schulen 2. Folge Carl-Christian Fey/Eva Matthes Unterrichtsmaterialien von Unternehmen und Vereinen 3. Folge Kathrin Dedering Stiftungen im Bildungsbereich und ihre Formen der Einflussnahme 4. Folge Maik Schmidt Lobbyismus in der Schule erkennen

Die Themen 2016: 01/16 Klassenführung 02/16 Gegen Langeweile im Unterricht 03/16 Freie Lernzeiten gestalten 04/16 Flüchtlinge in der Schule 05/16 Anerkennung 06/16 Digitales Lernen 07- Thema 1: Coaching 08/16 Thema 2: Unterricht strukturieren und moderieren 09/16 Binnendifferenzierung 10/16 Schreiben 11/16 Verhaltensauffällige Schüler 12/16 Gute Aufgaben PÄDAGOGIK ist die führende pädagogische Fachzeitschrift: praxisbezogen, theoretisch fundiert und für alle Fächer. Entscheiden Sie sich jetzt für Ihr persönliches PÄDAGOGIK-Abo. Es kommt elf Mal im Jahr per Post zur Begrüßung mit einer attraktiven Prämie. PÄDAGOGIK im Internet: www.beltz-paedagogik.de Jahresabo 11 Ausgaben Pädagogik. Bequem und pünktlich. + Geschenk 37 % Ersparnis, nur 67, Studenten-/ Referendarsabo 11 Ausgaben Pädagogik. Bequem und pünktlich. + Geschenk. 48 % Ersparnis, nur 55, Kennenlernabo Zum Kennenlernen. 3 Ausgaben zum Sonderpreis. 47 % Ersparnis, nur 15, (statt 28,50) Ihr Willkommensgeschenk: Eine Prämie Ihrer Wahl PRÄMIE 1 Günther Hoegg Schwierige Eltern, schwierige Schüler Eine Gebrauchsanweisung 200 Seiten, broschiert PRÄMIE 2 Olaf-Axel Burow Team-Flow Gemeinsam wachsen im Kreativen Feld 220 Seiten, broschiert Was haben Sie gegen mein Kind? Schwierige Schüler sind nur die Spitze des Eisbergs. Wichtiger ist, was darunter liegt: das Elternhaus. Doch auf den Umgang mit schwierigen Eltern bereitet die Lehrerausbildung nicht vor. Dieses Buch zeigt, wie Lehrkräfte kritische Elterngespräche in die gewünschte Richtung lenken. Schließlich kann der Schüler nur dann effektiv sein Verhalten ändern, wenn Schule und Eltern zusammenarbeiten. Kreativität gibt es nur im Plural In Zeiten von Globalisierung und Digitalisierung ist der isolierte Einzelkämpfer ein Auslaufmodell. Kooperation ist der Schlüssel zur optimalen Potenzialentfaltung: Sie erleichtert die Arbeit und erhöht die Kreativität. Spitzenleistung, Team-Flow und bisweilen sogar Glück werden erfahrbar, wenn jeder seinen Platz im Kreativen Feld findet. Die vielen Beispiele, Leitfragen und Checklisten im Buch unterstützen dabei.

Lobbyismus und Schule Serie Serie Einführung Lobbyismus und Schule Kritische Bildung statt Instrumentalisierung für ideologische und geschäftliche Interessen Johannes Bastian Lobbyismus als gesellschaftliches Problem Die Einflussnahme von externen Akteuren auf Politiker, Gesetzgebung und Parteien wird inzwischen kritisch diskutiert. Zivilgesellschaftliche Organisationen, aber auch Verbraucherzentralen unterstützen diese öffentliche und kritische Diskussion mit Analysen und Aktionen. Zentrale Thesen zu den Gefahren des Lobbyismus werden beispielsweise von Lobbycontrol wie folgt formuliert (www. lobbycontrol.de 2015): Lobbyismus als direkte Beeinflussung von Politik ist vielfältiger und professioneller geworden; er gefährdet eine demokratisch legitimierte Interessenvertretung. Zunehmende finanzielle und personelle Verflechtungen von Wirtschaft und Politik gefährden die Unabhängigkeit politischer Entscheidungen. Lobbyismus ist mehr als direkte Beeinflussung von Politik. Auch Wissenschaft, Medien und Schulen sind längst Ziel von Lobby- und PR- Kampagnen. Lobbyismus höhlt die Demokratie aus Lobbyregulierung ist deshalb eine Zukunftsaufgabe auch von Schule. Auch wenn solche Thesen auf offene Ohren bei Bürgerinnen und Bürgern treffen, müssen sie immer wieder durch Recherchen und Analysen belegt und vor diesem Hintergrund auch kontrovers diskutiert werden. Dabei kommt schulische Bildung in doppelter Hinsicht ins Spiel: als Ort kritischer Bildung, an dem eine kritisch-kontroverse Bearbeitung dieses Themas ermöglicht wird, sowie als gesellschaftliche Institution, die selbst von Lobbyismus betroffen ist und die manipulative Einflussnahme auf Schule und Unterricht zum Thema macht. Möglichkeiten von Schule und Aspekte der Serie Zur Einführung in das Thema fragen wir nach Akteuren und Beispielen, Motiven und Zielen sowie nach Handlungsmöglichkeiten für Schule, Lehrer und Schüler. Deshalb gibt es in Folge 1 einen ersten Überblick zu den folgenden Aspekten: Was bedeutet Lobbyismus an Schulen und wie wird Einflussnahme konkret organisiert? Was sind Türöffner, Motive und Ziele für Einflussnahme und wie lassen sie sich erkennen? Was können Lehrerinnen und Lehrer tun als Einzelne, als Schule sowie gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern? Die Einführung hat Felix Kamella übernommen, Autor der Studie»Lobbyismus und Schule«und Mitarbeiter bei Lobbycontrol. In Folge 2 werden Unterrichtsmaterialien von Unternehmen und Vereinen analysiert. Autorin ist die Medienforscherin Prof. Eva Matthes. Dieser Beitrag basiert auf einer eigenen Studie, in der Unterrichtsmaterialien untersucht werden, die von Unternehmen und Vereinen angeboten werden. Darüber hinaus werden Möglichkeiten einer kritischen und aufdeckenden Arbeit mit Schülerinnen und Schülern gezeigt. Dr. Johannes Bastian ist Professor (i. R.) für Erziehungswissenschaft an der Universität Hamburg, Mitglied der wissenschaftlichen Redaktion von PÄDAGOGIK und Moderator dieser Serie. Adresse: Rothenbaumchaussee 11, 20148 Hamburg E-Mail: bastian@uni-hamburg.de In Folge 3 werden Stiftungen im Bildungsbereich und deren Formen der Einflussnahme untersucht. Der Beitrag konzentriert sich auf im Bildungsbereich relevante Stiftungen und analysiert deren Einfluss auf Unterricht, Schule und gegebenenfalls Bildungspolitik. Autorin dieses Beitrags ist die Erziehungswissenschaftlerin Katrin Dedering. Auch dieser Beitrag basiert auf einer eigenen Studie. In Folge 4 geht es noch einmal ausführlich um unterrichtspraktische Möglichkeiten einer Auseinandersetzung mit manipulativer Beeinflussung durch Unterrichtsmaterialien. Der Beitrag skizziert Erfahrungen mit kritischen Analysen von Unterrichtsmaterialien im Unterricht. Autor ist Maik Schmidt, Lehrer und Studienrat im Hochschuldienst im Bereich Didaktik der Politik. Angeboten werden Anregungen zur Arbeit in der Sekundarstufe I und II. Ziel von Lobbyarbeit in Schule so Felix Kamella in der folgenden Einführung ist nicht, Einfluss auf ein konkretes Gesetz zu nehmen. Es sollen vielmehr Einstellungen oder Stimmungen in der Gesellschaft langfristig in eine bestimmte Richtung gelenkt werden, um so indirekt die Politik zu beeinflussen. Häufig wird diese erweiterte Lobbyarbeit gar nicht erkannt, weil sie unerkannt bleiben soll und auf subtile Wirkung angelegt ist. Ziel der Serie ist, für subtile Formen der Instrumentalisierung von Schule und Bildung zu sensibilisieren und die Akteure in Schule handlungsfähiger zu machen gegenüber der Einflussnahme externer Akteure durch professionelles Marketing und Meinungsmache. Denn es sind die Schülerinnen und Schüler, die der Einflussnahme von professionellen Lobbyisten ausgesetzt sind und für deren Interessen instrumentalisiert werden. PÄDAGOGIK 9/15 43

Serie Lobbyismus und Schule Serie 1. Folge Lobbyismus an Schulen Wer nimmt Einfluss? Was sind Motive und Ziele? Was kann getan werden? Interessenorientierte Einflussnahme auf den Unterricht nimmt zu. Sowohl finanzielle als auch zeitlich knappe Ressourcen machen Schule auch anfällig für die Übernahme kostenlos angebotener Unterrichtsmaterialien. Geklärt werden soll: Wie ist die Qualität von Materialien zu erkennen? Was ist das Ziel von Lobbyismus? Wie verschaffen sich externe Akteure Zugang? Was können Schulen und Lehrkräfte gegen Meinungsmache und Marketing tun? Felix Kamella Die Instrumentalisierung für ideologische Interessen widerspricht den Zielen von eigenständiger Meinungsbildung und Kritikfähigkeit. Versuche einer interessenorientierten Einflussnahme auf Schule und Unterricht haben in den letzten Jahren zugenommen. Besonders aktiv sind dabei Unternehmen, Wirtschaftsverbände und unternehmensnahe Stiftungen. Nicht immer geht es dabei primär um Erkenntnis oder Bildung, sondern um die wirtschaftlichen und politische Interessen der Anbieter: Manipulativ einseitige Unterrichtsmaterialien werden kostenlos angeboten; gönnerhaftes Sponsoring soll das ramponierte Image verbessern; attraktive Preisverleihungen werden organisiert, um gute Kontakte zur Lokalpolitik herzustellen. Drei Beispiele: Der Erdölkonzern Exxon- Mobil hat mit seiner Schulkooperation lange Jahre versucht, die»reputation der Branche«zu verbessern. Der Bankenverband stellt in seinem Unterrichtsmaterial die Ursachen und Konsequenzen der Finanzkrise verkürzt dar. RWE will sich mit seinem Schulwettbewerb als Klimaschützer präsentieren. Die Aktivitäten außerschulischer Akteur an Schulen sind in den letzten Jahren immer professioneller geworden. Es gibt mittlerweile Agenturen, die sich auf Bildungskommunikation, Employer Branding oder Content Marketing an Schulen spezialisiert haben. Ziel ist, die jeweilige Botschaft möglichst geschickt und effizient im Schulumfeld zu platzieren. Leisten können sich diese Form der Einflussnahme besonders finanzstarke Akteure. Wer nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügt, dessen Botschaft droht unterzugehen. Ungeregelt führen diese Aktivitäten somit zu problematischen Verzerrungen. Die Instrumentalisierung der Schulen für ideologische oder geschäftliche Interessen widerspricht zudem Bildungszielen wie eigenständiger Meinungsbildung, Kontroversität und Kritikfähigkeit. Die Politik hat auf diese Formen der Einflussnahme bisher keine ausreichende Antwort gefunden. Umso wichtiger ist es, diejenigen zu sensibilisieren, die Ziel der Aktivitäten sind. Kritische und aktive Lehrerinnen und Lehrer, Eltern, Schülerinnen und Schüler und eine aufmerksame Presse sind notwendig, um Lobbyismus und Meinungsmache an Schulen wirksam entgegenzuwirken. Ziele Motive Methoden Wirkungen Lobbyismus an Schulen zeigt sich in unterschiedlichen Formen. Eine klare Abgrenzung zu anderen Formen der Einflussnahme ist häufig nicht möglich. So wird Lobbyismus an Schulen beispielsweise häufig mit Werbung vermischt. Das ist leicht möglich, da die Grenzen hier fließend sind. Besonders bei der Imageverbesserung kann nur schwer gesagt werden, wo Werbung aufhört und wo Lobbyismus anfängt. Auch die Einflussstrategien und Türöffner, die dabei zum Einsatz kommen, ähneln sich. Der entscheidende Unterschied liegt in der Zielgruppe: Während bei Werbung Schülerinnen und Schüler als Konsumenten von heute oder morgen angesprochen werden, ist bei Lobbyismus letztendlich die Politik das Ziel der Aktivitäten. Besonders häufig sind Bildungsaktivitäten, die darauf abzielen, das Image des Anbieters zu verbessern. Angesichts knapper Schulkassen ist Sponsoring gerne gesehen und es fällt schwer, solche Angebote abzulehnen. 44 PÄDAGOGIK 9/15

Lobbyismus und Schule Serie Die Bandbreite ist dabei groß: Kappen mit Leuchtstreifen für Schulanfänger von DEKRA, Malwettbewerbe der VR Bank, Ernährungsbildung von Nestlé. Auch wenn Bildungssponsoring auf den ersten Blick nach einer Win-win- Situation aussieht, ist die Gefahr groß, dass Schulen hierbei für die Interessen von Unternehmen instrumentalisiert werden. Der Mehrwert für die Schulen ist bei genauerer Betrachtung nämlich häufig gering. So sollen bei der Veranstaltung»speed4«Schülerinnen und Schüler einen einfachen Parcours ablaufen und werden gleichzeitig mit den Logos der Sponsoren konfrontiert. Von jedem gut gemachten Sportunterricht haben die Schüler aus sportlicher Sicht mehr und die unterschwellige Beeinflussung entfällt. Für die Unternehmen gilt bei solchen Aktionen: Tue Gutes und rede darüber. Die Schulen sollten sich bei solchen Entscheidungen daher immer bewusst sein, dass sie damit instrumentalisiert werden, indem sie zur Imagesteigerung eines bestimmten Unternehmens beitragen. Das gilt es ebenso kritisch zu hinterfragen, wie die Auswirkung solcher Aktivitäten auf die inhaltliche Orientierung der Schülerinnen und Schüler. Bei Unterrichtsmaterialien privater Anbieter ist nicht selten eine manipulative Einseitigkeit zu beobachten, mit der die inhaltliche Orientierung des Unterrichts in eine bestimmte Richtung gelenkt werden soll. Gerade bei Materialien privater Anbieter sollten die Inhalte daher grundsätzlich kritisch hinterfragt werden. So beispielsweise die Unterrichtsmaterialien des Vereins information.medien.agrar e. V. (i. m. a.) zu den Themen Landwirtschaft und Tierhaltung. Deren Poster»Das Geflügel Woher kommen Chicken Nuggets, Putenschnitzel und Co?«wurde mit dem Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft herausgegeben. Wie auch bei Materialien anderer privater Anbieter entspricht die Darstellung den Interessen der Herausgeber und nicht den Ansprüchen kritischer Bildung. Gesellschaftlich kontroverse Positionen werden ausgegrenzt. Kritik an Massentierhaltung gibt es hier ebenso wenig wie die Möglichkeit, sich kritisch mit dem eigenen Konsumverhalten auseinanderzusetzen. Damit wird der Eindruck erweckt, Die Broschüre»Lobbyismus an Schulen«kann über die Homepage von Lobbycontrol bestellt oder auch als PDF heruntergeladen werden: https://www.lobbycontrol.de/wp-content/uploads/lobbyismus_an_schulen.pdf dass die bestehenden Regeln ausreichen und es keinen politischen Handlungsbedarf gebe. Was auf den ersten Blick wie eine Win-win Situation aussieht und bei der Beschaffung von kostenlosen Materialien eine Erleichterung verspricht, hat letztlich Kosten, die die Schülerinnen und Schüler tragen, weil sie einer Beeinflussung ausgesetzt sind, die kritische Bildung erschwert. Von Lobbyismus kann man dann sprechen, wenn bei den Aktivitäten politische Ansichten vermittelt werden sollen und eine Beeinflussung der Politik bzw. des politischen Klimas oder von gesellschaftlich kontroversen Diskussionen das Ziel der Aktivitäten ist. Dabei kann es sowohl um inhaltliche Einflussnahme als auch um eine Verbesserung des Images der Akteure gehen. Im Fall von Lobbyismus an Schulen kann die interessengeleitete Beeinflussung von Meinungen und Orientierungen der Schülerinnen und Schüler als Teil einer erweiterten Lobbyarbeit gesehen werden. Für diese Art der Einflussnahme gibt es im Englischen den Begriff»deep lobbying«. Zu Deutsch könnte man sagen: Erweiterte Lobbyarbeit. Dabei geht nicht darum, Einfluss auf ein konkretes Gesetz zu nehmen. Vielmehr sollen Einstellungen oder Stimmungen in der Gesellschaft langfristig in eine bestimmte Richtung gelenkt werden, um so indirekt die Politik zu beeinflussen. Häufig wird diese erweiterte Lobbyarbeit gar nicht erkannt, weil sie unerkannt bleiben soll und auf subtile Wirkung angelegt ist. Bildungsaktivitäten können auch dazu genutzt werden, die Kontakte von Unternehmen in einer Region zu stärken. Gemeinsame Veranstaltungen sind eine gute Möglichkeit, um Kontakte zu Entscheidungsträgern und Meinungsführern aus der Politik aufzubauen. So öffnet sich beispielsweise für Amazon mit dem Stichwort»Leseförderung«die Schultür. PÄDAGOGIK 9/15 45

Zeitschrift für Lernforschung Unterrichtswissenschaft stellt als Zeitschrift für Lehr-Lern-Forschung die Bereiche Schule, Beruf und Freizeit in den Mittelpunkt. Themen in Heft 3/2015: Evidenzbasierte Praxis im Lehrerberuf?! Wozu nutzen Lehrkräfte welche Ressourcen? Kompetenz angehender Lehrkräfte zum Argumentieren mit Evidenz: Erhöht ein Training von Heuristiken die Argumentationsqualität? Förderung anwendbaren bildungswissenschaftlichen Wissens bei Lehramtsstudierenden anhand fehlerbasierten kollaborativen Lernens Zentrale Facetten wissenschaftlichen Denkens bei Lehramtsstudierenden Zur Relevanz mathematischer Kompetenzen für die Entwicklung berufsfachlicher Kompetenzen bei Auszubildenden der Mechatronik und Fachinformatik Vorzugsangebot zum Kennenlernen: 2 Hefte für 26,70 frei Haus Unterrichtswissenschaft erscheint 4 x jährlich Probeabo Jetzt Probe-Abo bestellen! 4 Hefte für 16,90 2 Hefte: 26,70 Bestellen Sie ihr Kennenlernabo hier Telefon 06201/6007-9330 Fax 06201/6007-331 E-Mail: medienservice@beltz.de Internet: www.juventa.de JUVENTA Der Konzern veranstaltet den Wettbewerb»Lesen macht Spaß!«u. a. in Werne und Pforzheim und damit in unmittelbarer Nähe von Logistikzentren des Unternehmens. Bei der Preisverleihung an der Grundschule in Werne war laut eines Presseberichts auch der Bürgermeister der Stadt anwesend und hat sich wohlwollend über Amazon geäußert. Der Konzern verschafft sich mit seinen Bildungsaktivitäten also ein positives Image und festigt seine Kontakte zur Lokalpolitik. Auf der Webseite»Amazon gemeinsam«betont das Unternehmen zudem seine gesellschaftliche Verantwortung und führt als Beleg u. a. seinen Schulwettbewerb auf. Die kon trovers diskutierten Arbeitsbedingungen bei Amazon werden bei diesen Veranstaltungen sicherlich keine Rolle spielen. Türöffner Lobbyismus an Schulen will Einstellungen langfristig lenken, um so indirekt die Politik zu beeinflussen. Um mit ihrer Botschaft in den Unterricht vordringen zu können, müssen Lobbyisten mögliche Bedenken zerstreuen und ihr Engagement legitimieren. Dabei sollte nicht unterschätzt werden, wie viel Geld und Know-how aufgewendet wird, um interessengeleitetes Material möglichst neutral zu verpacken und so in den Unterricht zu bringen. Auf den ersten Blick ist diese Manipulation auch für ein kritisches Auge nicht leicht zu erkennen. Umso wichtiger ist es, sich mit diesen sogenannten Türöffnern vertraut zu machen. Nur so können fragwürdige Aktivitäten erkannt und verhindert werden. Das einfachste Instrument zur Verschleierung der Motive und damit ein guter Türöffner ist die Intransparenz. So kann versteckt werden, wer hinter den Angeboten steht und der Weg in den Unterricht erleichtert werden. Wer beispielsweise hinter dem Unterrichtsmaterial»Hoch im Kurs«steht, wird selbst bei einem Blick in das Impressum nicht deutlich. Dort steht lediglich:»herausgeber: Stiftung Jugend und Bildung in Zusammenarbeit mit dem BVI Bundesverband Investment und Asset Management e. V.«. Das hört sich harmlos an, verschleiert aber, dass der BVI das Material finanziert hat und dafür die Stiftung Jugend und Bildung als Dienstleister engagiert hat. Auch Kooperationen können dafür genutzt werden, die Schultür zu öffnen. Besonders geeignet sind dafür universitäre Einrichtungen oder Verlagshäuser. Beispielsweise geben das Handelsblatt, die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) und das Institut für Ökonomische Bildung der Universität Oldenburg gemeinsam eine Unterrichtseinheit zu»finanzielle Allgemeinbildung«heraus, in der die DVAG besonders positiv dargestellt wird. Durch die Kooperation mit der Universität wird das Projekt aufgewertet und so der Zugang zu Schulen erleichtert. Ein weiterer Türöffner ist der Eindruck einer offenen und kontroversen Anlage von Materialien bei gleichzeitigem gezieltem und gut verstecktem Unterschlagen unerwünschter Inhalte. So kann beispielsweise eine auf den ersten Blick kontroverse Darstellung auf den zweiten Blick als Scheinkontroverse entschleiert werden. Pro- und Kontra-Auflistungen von Akteuren mit starken eigenen Interessen sind deshalb kein Garant für eine Transparenz kontroverser Positionen. Auch eine vertrauenerweckende Außendarstellung der Materialien kann als Türöffner funktionieren. So kann in Umschlagtext und Vorwort eine inhaltliche Qualität versprochen werden, die bei genauerer Analyse nicht eingehalten wird. Als Beispiel kann hier das Material»Unsere Wirtschaftsordnung«der Plattform»Handelsblatt macht Schule«genannt werden. Till van Treck, Professor für Sozialökonomie an der Uni Duisburg- Essen und ehemaliger Referatsleiter am gewerkschaftsnahen Forschungsinstitut IMK bewertet das Material in weiten Teilen als einseitig und irreführend. Es fehle an einer kontroversen Darstellung von wirtschaftspolitischen Debatten, Statistiken zu Staatsausgaben seien»inhaltlich verzerrend«und die Diskussion um Altersvorsorge und demografischen Wandel werde einseitig dargestellt. Weitere Türöffner sind das Hervorheben von Mängeln, z. B. bei Schul-

Lobbyismus und Schule Serie büchern; Schirmherrschaften sowie Preise und Siegel, die Glaubwürdigkeit und Seriosität signalisieren; Vermeintliche Wissenslücken, die medial inszeniert werden. Eine kritische Beschäftigung mit manipulativen Bildungsangeboten wird neben dem Einsatz von Türöffnern auch strukturell erschwert: Schulen sind durch eine zunehmend schlechte Finanzierung anfälliger, sich auf Bildungsangebote außerschulischer Akteure einzulassen, wenn durch diese ein auf den ersten Blick attraktiverer Schulalltag ermöglicht wird. Zudem müssen Lehrerinnen und Lehrer nicht selten in Fächern unterrichten, in denen sie nicht ausgebildet wurden. Auch das macht eine kritische Auseinandersetzung mit solchen Materialien nicht leichter. Was tun?! Die genannten Beispiele zeigen, dass es hier einen Handlungsbedarf für Politik und Universitäten gibt. Das Thema gehört in die Lehrerbildung. Angehende Lehrkräfte sollten so früh wie möglich für die Gefahren der Einflussnahme sensibilisiert und über Einflussstrategien im Bildungswesen aufgeklärt werden. Darüber hinaus gäbe es weitere Möglichkeiten, mit denen von Seiten der Politik ein kritischer Umgang mit externen Materialien und Angeboten gefördert werden könnte. Sie könnte beispielsweise eine umfassende Transparenz der Finanzierung von Unterrichtsmaterialien einfordern, einen Lobbyismusleitfaden veröffentlichen sowie Werbung und als Sponsoring verdeckte Werbung umfassend verbieten. Diese Maßnahmen dürfen natürlich nicht zu Einschränkungen im Schulalltag führen. Die Landesregierungen müssten daher parallel für eine ausreichende Finanzierung der Schulen sorgen. Denn die Analyse von Lobbyismus an Schulen zeigt, dass Schulen bei mangelhafter Ausstattung leicht in eine finanzielle Abhängigkeit von finanzkräftigen Gönnern geraten können. Bisher sehen die verantwortlichen Kultusministerien, bis auf wenige Ausnahmen, hier allerdings keinen Handlungsbedarf. Sie verweisen auf die bestehenden Regeln und die Eigenverantwortlichkeit der Schulen. Was tun, bis die Politik handelt? Die besten Möglichkeiten, den Gefahren des Lobbyismus an Schulen zu begegnen, gibt es derzeit an den Schulen. Hier können kritische Lehrerinnen und Lehrer Fakten schaffen auch wenn von Seiten der Politik kein Handlungsbedarf gesehen wird. Erfahrungen zeigen, dass der beste Umgang mit manipulativen Angeboten darin besteht, diese zu nutzen, um das Thema Lobbyismus an Schulen im Unterricht zu thematisieren. Schwierig ist dies dann, wenn eine Bewertung der Materialien auf den ersten Blick nicht erkennbar ist. In diesen Fällen hat es sich bewährt, zunächst herauszufinden, wer hinter einem Angebot steht und genaue Informationen über dessen Finanzierung zu suchen. Aufschlussreich ist es auch, sich Klarheit über die Interessen und Ziele des Anbieters zu verschaffen. Im Zweifelsfall ist es immer möglich, Kolleg(inn)en um Einschätzung zu bitten oder die Nutzung eines Angebotes mit der Schulleitung zu klären. Die weiteren Folgen dieser Serie werden konkreter auf die Frage eingehen, in welchen didaktischen Arrangements und mit welchen Verfahren die Schülerinnen und Schüler den versteckten Interessen und die Einseitigkeiten des Inhalts auf die Spur kommen können. Damit ein kritischer Umgang mit privaten Akteuren nicht dem Engagement Einzelner überlassen wird, können Schulleitungen und Lehrerinnen und Lehrer oder auch die Schülerund Elternvertretungen das Thema in der Schulkonferenz auf die Tagesordnung setzen. Neben einer allgemeinen Aufklärung über die Pro blematik Felix Kamella hat Politische Wissenschaft, Osteuropäische Geschichte und Slavistik studiert. Seit 2011 arbeitet er als Campaigner bei LobbyControl. Er ist Autor der Studie»Lobbyismus an Schulen«und verantwortet bei Lobby- Control unter anderem die Kampagne gegen Lobbyismus an Schulen. Adresse: LobbyControl Initiative für Transparenz und Demokratie e. V., Am Justizzentrum 7, 50939 Köln E-Mail: felix.kamella@lobbycontrol, www.lobbycontrol.de/schule Lobbyismus im Schulalltag erkennen und verhindern Genau anschauen, wer hinter einem Angebot steckt. Informationen über die Finanzierung suchen. Bei fehlenden Angaben nachfragen. Klarheit über die Interessen und Ziele des Anbieters verschaffen. Über alternative Angebote informieren. Im Zweifelsfall Kolleg(inn)en um Einschätzung bitten und die Nutzung mit der Schulleitung klären. Manipulative Angebote nutzen, um Lobbyismus an Schulen zu thematisieren. sind auch verbindliche Vereinbarungen und ein regelmäßiger Austausch denkbar. Alle Beteiligten sollten bei diesem sensiblen Thema die Aufgabe wahrnehmen, kritisch hinzuschauen, nachzufragen und Konsequenzen zu fordern und zu ziehen. Denn Lobbyismus im Klassenzimmer wirksam einzudämmen ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die nur dann gelingen kann, wenn sich alle Betroffenen beteiligen. Die Diskussionen um die Frage, was in den Schulunterricht gehört und was nicht, sind aktueller denn je, und werden auch in Zukunft nicht an Relevanz verlieren. Meinungsmache und Marketing müssen angesichts immer professionellerer Einflussstrategien Bestandteil dieser Diskussionen sein. Weiterführende Literatur Hedtke R. (2011): Wem gehört die ökonomische Bildung? Unternehmen und Lobbyverbände nehmen Einfluss auf den Unterricht eine Studie aus der Universität Bielefeld. In: PÄDA- GOGIK H. 9/2011, S. 46 49 van Treeck, Till (2014): CIVES Praxistest 1. Kurzgutachten: Handesblatt macht Schule»Unsere Wirtschaftsordnung«. Essen van Treeck, Till (2015): CIVES Praxistest 3. Kurzgutachten: Wirtschaft und Schule:»Notwendigkeit der Altersvorsorge«. Essen Verbraucherzentrale Bundesverband e.v. (2014): Unterrichtsmaterial unter der Lupe. Wie weit geht der Lobbyismus in Schulen? Berlin LobbyControl (2013): Lobbyismus an Schulen. Ein Diskussionspapier über Einflussnahme auf den Unterricht und was man dagegen tun kann. Köln PÄDAGOGIK 9/15 47

Serie Lobbyismus und Schule Serie 2. Folge Unterrichtsmaterialien von Unternehmen und Vereinen Zielsetzung und zentrale Ergebnisse der Augsburger Studie Das Angebot an kostenlosen Bildungsmedien nimmt zu. Möglicherweise ein willkommener Service angesichts von Zeitund Geldmangel in den Schulen aber auch ein Einfallstor für unkontrollierte und nicht selten verschleierte Einflussnahme. Was wissen wir über diesen Markt? Wie zeigt sich Lobbyismus in Unterrichtsmaterialien? Und was kann zur Identifizierung von verdeckter Einflussnahme getan werden? Carl-Christian Fey/Eva Matthes Kostenlose Bildungsmedien online Während es einerseits noch strenge Zulassungsverfahren oder zumindest Kriterienlisten für von Verlagen angebotene Bildungsmedien gibt (vgl. Fey 2015, S. 36 42), sind kostenlose Bildungsmedienangebote für Lehrkräfte unkontrolliert verfügbar. Das in den Jahren 2011 bis 2014 an der Universität Augsburg durchgeführte Projekt hatte u. a. das Ziel herauszufinden, wie viele entsprechende Materialien angeboten und Die Zahl der Angebote stieg von 854 Angeboten im Jahr 2011 auf 17 118 Angebote im Jahr 2013. von wem diese angeboten werden. In diesem Kontext wurden in den Jahren 2011, 2012 und 2013 eine annähernde Vollerhebung der Materialien durchgeführt und zwischen 520 000 und 800 000 Angebote für Lehrer und Lehrerinnen gefunden (vgl. Neumann 2015, S. 30 47). Einen besonderen Stellenwert hatte im Projekt auch die Frage, wer die Anbieter dieser Materialien sind. Wir konnten bei unseren Erhebungen folgende Anbietergruppen identifizieren: Lehrerplattformen (z. B. 4teachers.de), Kommerzielle Anbieter, öffentliche Anbieter, Verlage, Kirchen, Privatpersonen, Vereine und Stiftungen sowie Unternehmen (ebd., S. 48 60 mit genauen Zahlenangaben). Für diesen Beitrag ist von besonderem Interesse, dass die Zahl der anbietenden Vereine und Stiftungen einerseits und die Zahl der anbietenden Unternehmen andererseits über den Erhebungszeitraum von 2011 bis 2013 stark angestiegen ist. Dies ist besonders auffällig bei den Unternehmen: Die Zahl der Anbieter stieg dort von 18 Anbietern im Jahr 2011 über 22 Anbieter im Jahr 2012 bis zu 50 Anbietern im Jahr 2013. Die Zahl der Angebote stieg von 854 Angeboten im Jahr 2011 auf 10 939 Angebote im Jahr 2012 und 17 118 Angebote im Jahr 2013 (ebd., S. 59). Wenn man sich etwa die Präsenz von Unternehmen bei der letzten Didacta in Hannover vergegenwärtigt, ist zu vermuten, dass diese Tendenz anhält. Um diese Hypothese empirisch zu untermauern, beginnen wir derzeit, unterstützt von der Max-Traeger-Stiftung, mit einer Vollerhebung der Angebote von Unternehmen und einer quantitativen und qualitativen Analyse der von ihnen angebotenen Bildungsmedien. Lobbyismus in Unterrichtsmaterialien Bezüglich eines offenen und des uns hier besonders interessierenden versteckten Lobbyismus in Unterrichtsmaterialien sind besonders die Angebote von Vereinen/Stiftungen und Unternehmen in den Blick zu nehmen. Das liegt insbesondere daran, dass sie über die Mittel verfügen, ihre Ziele über Unterrichtsmaterialien zu transportieren. In Anschluss an Fey (2015, S. 156) können Materialien als verhältnismäßig offene und damit leicht zu identifizierende lobbyistische Angebote betrachtet werden, die den Anbieter selbst in positiver Weise zum Unterrichtsgegenstand erheben, dementsprechend oft werbliche Elemente beinhalten bzw. in inhaltlichen Aussagen den Charakter des Appells haben. So etwa, wenn in einem Unterrichtsmaterial der Tetra Pak AG die Schülerinnen und Schüler in einer eigenen Unterrichtsein- 44 PÄDAGOGIK 10/15

Lobbyismus und Schule Serie heit mit dem Titel»Tetra Pak ein Unternehmen und sein ökologisches Engagement«damit beauftragt werden, auf der Webseite des Unternehmens das»nachhaltige Engagement«der Firma herauszuarbeiten. Auf den Seiten des als PDF-Dokument zum Download angebotenen Materials findet sich das Logo des Unternehmens zusammen mit dem Werbespruch»Tetra Pak schützt, was gut ist«. In ähnlicher Weise findet sich eine themenbezogene positive Selbstdarstellung bei einem inzwischen nicht mehr online verfügbaren Material, das über einen Verlag durch die Firma McDonald s Deutschland Inc. veröffentlicht wurde. Getreu dem Motto»Tu Gutes und rede darüber«werden hier auf aufwendig gestalteten und mit Zusatzangeboten (DVD, externe Videos) versehenen 93 Seiten Umweltthemen aufbereitet nicht ohne jedoch wiederholt im Rahmen von informativen Zusatztexten unter dem Stichwort»Hättest du das gewusst?«auf positive ökologische Leistungen des Unternehmens hinzuweisen. In diese Kategorie ist auch einzuordnen, wenn z. B. in einem Material der Daimler AG zum Thema»Elektromobilität«als Beispiele nur Fahrzeuge dieses Herstellers abgebildet sind. Diese Art des Lobbyismus ist relativ leicht zu identifizieren. Problematischer da schwerer identifizierbar sind unterschwellige Formen der Einflussnahme auf gesellschaftliche, politische bzw. ökonomische Diskurse und Auseinandersetzungen. Wenn beispielsweise in einem Material zum Unterrichtsthema Nachhaltigkeit einleitend erwähnt wird, dass die gesellschaftliche Umsetzung von Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung im Sinne der Agenda 21 auch den Blick auf andere Länder erfordert, wird damit die globale Perspektive dieses Themas angesprochen. Wenn dann aber in den folgenden Unterrichtseinheiten vermittelt über Beispiele»verwirklichter«Konzepte durch Best-Practice- Unternehmen nur deutsche Aspekte thematisiert werden, geht der globale Aspekt verloren. Diese für die thematische Bearbeitung zunächst als wichtig genannte Perspektive wird auf diese Weise marginalisiert. Ebenso wird die Konzeption der Agenda 21 in ihrer Schärfe relativiert, die nämlich die Dimensionen»Soziales«und»Ökonomie«zwar als eigenständige Handlungsbereiche nachhaltiger Entwicklung ansieht, diese aber in Abhängigkeit von der Dimension»Ökologie«betrachtet und verstanden wissen möchte. Ähnlich schwer identifizierbar ist die unterschwellige Form der Einflussnahme, wenn ein Material zum Thema Soziale Marktwirtschaft diese als historisch entstandene Wirtschaftsordnung in Abgrenzung zur Zentralverwaltungswirtschaft und zur freien Marktwirtschaft darstellt und sich so scheinbar neutral gibt. Problematisch wird es, wenn sich dann in weiteren Arbeitsblättern vorwiegend kritische Aspekte zu»anspruch und Wirklichkeit«der sozialen Marktwirtschaft finden und damit im Sinne der Interessen des Anbieters suggeriert wird, dass unter den heutigen Bedingungen»Soziale Marktwirtschaft«nach anderen, liberalistischeren Prinzipien neu gestaltet werden müsse. Auch in einem mit dem Comenius- Edu-Media Siegel ausgezeichneten Material, das»unsere Finanzwirtschaft«, vermittelt über die Themen Sparen, Geldanlagen und Altersvorsorge, erklären möchte, finden sich Themenschwerpunkte oder selektive Anwendungsbeispiele, die einen Zusammenhang zur Interessenlage des Anbieters aufweisen. Im genannten Fall es handelt sich um ein Material, das vom Bundesverband Investment und Asset Management e. V. herausgegeben wird spielen wohl nicht ohne Grund fondbasierte Altersvorsorgekonzepte eine Rolle, während andere Konzepte in den Hintergrund treten oder nicht erwähnt werden. Charakteristisch für das, was wir als problematisch ansehen, ist nicht, dass in solchen Materialien etwa sachlich und fachlich Falsches enthalten ist. Sie können im Gegenteil gerade fachlich gut aufbereitet und auch fundiert sein. Das Problem ist hier der Wegfall oder zumindest die Abwertung konkurrierender Positionen oder Sachverhalte, also von alternativen Sichtweisen. Damit einher geht die Darstellung der eigenen Sichtweise als»gültige«interpretation der Wirklichkeit. Selbst wenn aber diese Sichtweise»richtig«oder»wahr«wäre bzw. sich zukünftig also solche erweisen würde, so wäre für die Schülerinnen und Schüler die Entwicklung einer eigenen Sichtweise unter Berücksichtigung gesellschaftlicher Multiperspektivität und Kontroversität eine notwendige Voraussetzung für das Gelingen von Bildung. Das Augsburger Analyseraster Es geht um unterschwellige Einflussnahme auf gesellschaftliche, politische bzw. ökonomische Auseinandersetzungen. Wie lassen sich solche Formen der unterschwelligen (latenten) interessegeleiteten Einflussnahme identifizieren? Dafür ist es zunächst wichtig, sich zu vergegenwärtigen, dass in Lehrmitteln Wissen didaktisch und fachlich aufbereitet präsentiert wird, dieses Wissen jedoch auch über den fachlichen Kontext hinausweist und eine soziokulturelle Bedeutung hat. Ein Lehrmittel ist damit nicht per se als gesellschaftlich, politisch oder kulturell neutral anzusehen. Es enthält ganz unterschiedliches»wissen«, nimmt unter Umständen wertend Bezug auf gegenwärtige oder vergangene gesellschaftliche Akteure und Institutionen, vermittelt direkt oder auch beiläufig bestimmte Denk- und Handlungskonzepte, weltanschauliche Bezüge, bildet damit einen bestimmten Teil von gesellschaftlicher Wirklichkeit ab und dies womöglich nicht mit dem Bewusstsein einer pädagogischen Verantwortung im oben genannten Sinne, sondern unter der Maßgabe der eigenen Perspektive, der eigenen Interessen, der (zunächst einmal legitimen) eigenen Meinung des Anbieters zu den behandelten Themen. Um die oben gestellte Frage zur Aufdeckung von verdeckter, interessengeleiteter Einflussnahme beantworten zu können, wurde als Grundlage einer Analyse von Lehrmitteln im Augsburger Forschungsprojekt eine Reihe von Fragen entwickelt, anhand derer Lehrmittel in dieser Hinsicht untersucht werden können (vgl. Abb. 1). Dabei können einzelne Lehrmittel zwar auch individuell analysiert und eingeschätzt werden; ihr volles Potenzial entfalten diese Fragen jedoch erst im Vergleich mehrerer Lehr- PÄDAGOGIK 10/15 45

Serie Lobbyismus und Schule Co- und Subthemen Welche Themen (Co- bzw. Subthemen) werden im Lehrmittel explizit oder implizit behandelt? Welche aktuellen (oder vergangenen) politischen, ökonomischen, gesellschaftlichen Diskurse sind mit diesen Themen direkt oder indirekt verbunden und werden so transportiert? Auslassungen Gibt es möglicherweise Themen, Diskussionen, die an sich naheliegend zu thematisieren wären (möglicherweise auch in anderen Lehrmitteln erwähnt werden), aber nicht im Lehrmittel erwähnt sind (wenn ja, welche)? Konzeptualisierungen Welche kognitiven, kulturellen, ökonomischen, politischen, wirtschaftlichen, religiösen Konzepte werden im Zusammenhang mit dem Thema/den Themen des Lehrmittels als»wissen«vermittelt/dargestellt? Oppositions- und Differenzfiguren Welche Gegensätze werden im Lehrmittel in Bezug auf»subjekte«bzw.»objekte«gebildet (z. B. natürliche oder juristische Personen, Schülerinnen und Schüler, soziale Gruppen, gesellschaftliche Funktionsträger, Organisationen oder Institutionen, Gegenstände, Monumente)? Subjektivierungen Welche Position(en) wird bzw. werden im Lehrmittel speziell den Schülerinnen und Schülern zugeschrieben bzw. nahegelegt? Ist im Lehrmittel eine bestimmte Form der Subjektivierung in Bezug auf die Schülerinnen und Schüler erkennbar? Wertungen Gibt es im Rahmen der vermittelten Themen und Konzepte Schwerpunktsetzungen oder Wertungen (wenn ja, welcher Art)? Naturalisierungen, Objektivierungen Wird im Lehrmittel Wissen (rhetorisch, semantisch)»naturalisiert«oder»verabsolutiert«, das ebenso gut aus historisch-gesellschaftlicher oder wissenschaftlicher Perspektive relativiert werden könnte (wenn ja, wie)? Interessengeleitete Themenführung/Konzeptualisierung Anbieter Welche gesellschaftliche Position nimmt der Anbieter des Lehrmittels ein? Welche Interessen sind mit dieser Position im Hinblick auf die Themenentfaltung und das präsentierte Wissen verbunden oder können mit ihr verbunden sein? Appellativer Charakter Enthält das Lehrmittel Aufforderungen, Aussagen oder Aufgabenformulierungen, die den Charakter eines Appells haben und die Schülerinnen und Schüler direkt zur Übernahme von Haltungen/Einstellungen bewegen können, die der Interessenlage des Autors/der Autorin entsprechen (wenn ja, welche)? Werbung Enthält das Lehrmittel Abbildungen von Produkten oder werden bestimmte Markennamen genannt insbesondere solche, die in Zusammenhang mit der Interessenlage des Anbieters gesetzt werden können (wenn ja, welche)? Transparenz des eigenen Standpunktes Legt das Lehrmittel (zumindest für die Lehrkraft) seinen Standpunkt offen, so dass die Art und Weise der Themenbearbeitung/Argumentation aus dieser Offenlegung erklärt und nachvollzogen werden kann? Wie geschieht das? Autoren- und Anbietertransparenz Wer ist der Autor/die Autorin und wer der Anbieter des Lehrmittels? Vertritt er oder sie bestimmte gesellschaftliche Gruppen oder Interessenverbände (wenn ja, welche)? Welche Quellen nennt das Lehrmittel? Multiperspektivität Welche Kontroversen oder unterschiedlichen Positionen, Meinungen werden im Lehrmittel thematisiert? Werden diese rhetorisch (auch im quantitativen Umfang) gleichberechtigt und ohne implizite oder explizite Wertung präsentiert? Abb. 1: Fragen zur kritischen Analyse von Lehr-/Lernmitteln (Auszug vgl. Fey 2015, S. 90 ff. u. S. 100 f.) mittel zum selben Unterrichtsthema. Berücksichtigt man dabei, dass das deutschsprachige Lehrmittelangebot von unterschiedlichen Gruppen bzw. gesellschaftlichen Akteuren gestaltet wird, erscheint es sinnvoll, hierfür nicht nur Materialien einer Anbietergruppe heranzuziehen. Ebenfalls kann es bedeutsam sein, sich allgemein über die soziale und politische Bedeutung des Unterrichtsthemas und möglicherweise weiterer sekundärer Themen, die im Lehrmittel ebenfalls angesprochen werden, bewusst zu werden. Im Rahmen des Forschungsprojekts»Bildungsmedien Online«konnten damit subtile Formen der Einflussnahme herausgearbeitet werden. So zeigte sich etwa für das exemplarisch gewählte Unterrichtsthema Nachhaltigkeit, dass es Materialien von Anbietern aus dem politischen bzw. wirtschaftlichen Bereich gibt, die in einer Reihe von Sekundärthemen (im Forschungsprojekt wurde von Co- bzw. Subthemen gesprochen) einseitige Inhalte vermitteln, die im Zusammenhang der eigenen gesellschaftlichen Position zu sehen und die nicht entsprechend gekennzeichnet sind (mangelnde Transparenz). In vielen Materialien vorkommende Sekundärthemen waren z. B. nachhaltige Mobilität und nachhaltiger Konsum. Auffällig war, dass Materialien, die einen wirtschaftsorientierten Hintergrund haben, einen nachhaltigkeitsbewussten Konsum als primäres, teilweise auch als einziges Verhaltenskonzept in den Vordergrund stellten ein Konzept, bei dem Unternehmen für ihr nachhaltiges Engagement durch das Kaufverhalten der Konsumenten belohnt werden. Andere Materialien berichten dagegen auch von Konsumkonzepten, die nicht den Interessen von Wirtschaftsunternehmen entsprechen, etwa der Einschränkung von Konsum, dem Tauschen als Ressourcen schonendem Konzept oder gar dem Konsumverzicht. So gesehen ist es»verständlich«, dass das Material eines Unternehmens zum Thema»Klimaverträglicher Konsum«als Lernziel die Klärung der Frage formuliert:»wie kann ein klimaverträglicher Konsum ohne Konsumverzicht langfristig erreicht werden?«dementsprechend lautet eine Aufgabenstellung:»Wie könnte 46 PÄDAGOGIK 10/15

Konsumverzicht aussehen und warum ist es so entscheidend, eine Alternative dazu zu schaffen?«. Der Text, der hier bearbeitet werden soll, enthält die abschließende Passage:»Nur durch enge Kooperation von Wirtschaft und Verbrauchern sowie mit Hilfe der Unterstützung durch Politik und Gesellschaft kann es gelingen, den alltäglichen Konsum so zu gestalten, dass einerseits die Bedürfnisse des Kunden erfüllt, gleichzeitig aber seine Auswirkungen auf das Klima minimiert werden. Nicht zuletzt dadurch wird eine Alternative zum Konsumverzicht ermöglicht«. Die Entwicklung einer eigenen Sichtweise unter Berücksichtigung kontroverser Positionen ist Voraussetzung für das Gelingen von Bildung. Hier lässt sich erkennen, dass ein alternatives Konsumkonzept (Konsumverzicht) zwar im Material benannt wird, dieses aber von vornherein wertend und über die Art der Themenführung des Lehrmittels in eine unterlegene Position gegenüber dem als in sich effektiv und ausreichend dargestellten Konzept des klimaverträglichen Konsums gebracht wird. Die Schülerinnen und Schüler werden dabei primär als Konsumenten angesprochen, die sich im Rahmen ihres Konsums klimaverträglich verhalten können. Politik und Gesellschaft werden gegenüber der Wirtschaft in eine nebengeordnete,»unterstützende«position gesetzt, nicht etwa in eine übergeordnete oder potenziell steuernde. Für die Frage nach einer nachhaltigen Mobilität ließ sich in den analysierten Materialien prinzipiell Ähnliches beobachten. Natürlich ist das Konzept der Elektromobilität womöglich noch in Kombination mit Car-Sharing-Konzepten nachhaltiger als herkömmlicher Straßenverkehr, doch zeigen andere Materialien eine größere Vielfalt an nachhaltigen Mobilitätskonzepten auf und lassen damit den Schülerinnen und Schülern mehr»kognitive Spielräume«, um dies thematisch zu erfassen (weitere nachhaltige Mobilitätskonzepte sind z. B.: autofreies Wohnen, unterschiedliche Fahrrad-Konzepte, öffentliche Verkehrsmittel und Stadtraumgestaltung, Beschränkungen des PKW-Verkehrs). Die in Abb. 1 tabellarisch aufgeführten Fragen sollen helfen, die semantischen Strukturen, sozusagen das»wissensnetz«, das von Lehrmitteln gesponnen wird, transparent werden zu lassen und einer kritischen Befragung zugänglich zu machen. Links www.philso.uni-augsburg.de/de/lehrstuehle/paedagogik/paed1/forschungsschwerp und_forschungsprojekte/ Abgeschlossene_Projekte/Kostenlose_ Bildungsmedien_Online/ www.philso.uni-augsburg.de/de/lehrstuehle/paedagogik/paed1/forschungsschwerp und_forschungsprojekte/ Laufende_Projekte/Forschungsprojekt-zur-Oekonomisierung-von-Bildung-durch-Lehrmittel/ Literatur Fey, Carl-Christian (2014): Zur Aktualisierung einer ideologiekritischen Forschungsperspektive auf Lehrmittel. In: Knecht, P./Matthes, E./Schütze, S./Aamotsbakken, B. (Hg.): Methodologie und Methoden der Schulbuch- und Lehrmittelforschung. Bad Heilbrunn, S. 85 98 Fey, Carl-Christian (2015): Kostenfreie Online-Lehrmittel. Eine kritische Qualitätsanalyse. Bad Heilbrunn Neumann, Dominik (2015): Bildungsmedien Online. Kostenloses Lehrmaterial aus dem Internet: Marktsichtung und empirische Nutzungsanalyse. Bad Heilbrunn Dr. Carl-Christian Fey ist Mitarbeiter am Lehrstuhl für Pädagogik der Universität Augsburg. E-Mail: christian.fey@phil.uni-augsburg.de Dr. Eva Matthes ist Lehrstuhlinhaberin für Pädagogik an der Universität Augsburg und Vorsitzende der Internationalen Gesellschaft für historische und systematische Schulbuch- und Bildungsmedienforschung e. V. (IGSBi). E-Mail: eva.matthes@phil.uni-augsburg.de Alle Preise zzgl. Versandkosten, Stand 2015 Fachwissen zielgenau & spielerisch trainieren Lernquiz Biologie 1 6 Der Mensch: Nerven, Hormone & Fortpflanzung Für 1 6 Spieler, ab 12 Jahren, 86 Quiz-Karten, 24 Auswahl-Karten Bestell-Nr. 13356, 12,90 Sauerstoff wird im Körper transportiert rt A B C D Lernquiz Biologie Der Mensch: Stoffwechsel & Körperbau Für 1 6 Spieler, ab 12 Jahren, 86 Quiz-Karten, 24 Auswahl-Karten Bestell-Nr. 13360, 12,90 Lösung C ist richtig. von Weißen Blutzellen (Leukozyten). von n Blutplättchen (Thrombozyten). von Roten Blutzellen (Erythrozyten). im Blutplasma. 1 6 ab 12 Nur Rote Blutzellen besitzen Hämoglobin und können damit Sauerstoff aufnehmen. Weiße Blutzellen bekämpfen Krankheitserreger, Blutplättchen verschließen innere und äußere Wunden, und Blutplasma transportiert Abfall- und Abwehrstoff ab 12 Unser Leserservice berät Sie gern: Telefon: 0511 / 4 00 04-150 Fax: 0511 / 4 00 04-170 leserservice @ friedrich - verlag.de www.kallmeyer-lernspiele.de

Serie Lobbyismus und Schule Serie 3. Folge Stiftungen im Bildungsbereich und ihre Formen der Einflussnahme Stiftungen arbeiten gemeinwohlorientiert und dürfen keine Gewinne machen. Dennoch gehören sie zu den Institutionen, die Einfluss nehmen wollen auch im Bildungswesen. Wie lässt sich der Einfluss von Stiftungen beschreiben? Worauf wollen sie beispielsweise Einfluss nehmen? Wie lässt sich an Hand von konkreten Fällen diese Einflussnahme beschreiben? Und wie ist diese Arbeit zu bewerten? Kathrin Dedering Stiftungen haben im Bildungsbereich in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen: Ende 2014 gab es in Deutschland 20 784 rechtsfähige Stiftungen des bürgerlichen Rechts; und setzt sich dieser Trend der vergangenen Jahre fort, so wird diese Zahl weiterhin steigen (vgl. Bundesverband Deutscher Stiftungen 2015). Mit Stiftungen stellen Privatpersonen und Unternehmen ihr Vermögen dauerhaft gemeinwohldienlichen Zwecken zur Verfügung. So sind derzeit um einige Beispiele zu nennen die Bertelsmann Stiftung, die Robert Bosch Stiftung und die Stiftung Mercator in kleineren und größeren Initiativen aktiv. Die gemeinnützigen Zielsetzungen sind in den Satzungen der Stiftungen niedergelegt, womit die Absicht, Gewinne zu erzielen, offiziell ausgeschlossen wird (vgl. Speth 2010). In der Literatur werden fördernde und operative Stiftungen als Stiftungstypen unterschieden: Die Erstgenannten stellen finanzielle Mittel bereit, um an sie herangetragene Initiativen, Projekte oder Stipendien zu unterstützen, deren Definition und Ausgestaltung sie im Wesentlichen aber den jeweiligen Antragstellern überlassen. Die letztgenannten Stiftungen entwickeln Initiativen oder Projekte unter eigener Finanzierung und mit konkreten Zielvorstellungen selbst (vgl. Heinemann 2011). Stiftungen im Bildungsbereich Aktuell geben 17,4 % der Stiftungen die Förderung von Bildung und Erziehung als ausgewiesenen Stiftungszweck an (vgl. Bundesverband Deutscher Stiftungen 2015). Die Aktivitäten ergeben dabei ein sehr vielfältiges Bild. Ihre Systematisierung ist beispielsweise möglich nach den Ebenen des Bildungssystems: Aktivitäten im Elementarbereich (auch: frühe, frühkindliche oder vorschulische Bildung), Primarund Sekundarbereich, Hochschulbereich und im Bereich der Ausund Weiterbildung, den Adressaten: Institutionen wie Schulen oder Kindertageseinrichtungen und Personengruppen wie pädagogisches Personal oder Kinder und Jugendliche, der Art der Stiftungsaktivität: Förderung von Programmen, Preisen, Wettbewerben, Stipendien, empirischen Studien (mit und ohne Eigenbeteiligung), den Zielsetzungen der Stiftungsaktivität: z. B. die Verbesserung der pädagogischen Arbeit insgesamt oder in spezifischen Kontexten (z. B. Ganztagsbetrieb), die Erhöhung von Kompetenzen oder Leistungen in inhaltlichen Bereichen (sprachlicher oder mathematischnaturwissenschaftlicher Bereich) oder die Unterstützung in spezifischen Kontexten (z. B. in heterogenen Gruppen) und den Gegenständen der Stiftungsaktivität: Lernmaterialien, fachlicher Austausch, Qualifizierungen etc. Für die Planung und Durchführung ihrer Aktivitäten suchen sich Stiftungen oftmals Kooperationspartner. Sie arbeiten in den letzten Jahren zunehmend mit dem staatlichen Bereich, insbesondere mit Vertretern aus Bildungspolitik und Bildungsverwaltung, zusammen: lokal wie zeitlich begrenzt und flexibel in Projekten. Als Träger dieser Projekte gehen Staat und Stiftungen ein Arbeitsbündnis ein, das so Höhne und Schreck (2009) der Logik von Geben und Nehmen folgt: Die Verantwortung wird von beiden Akteuren gleichermaßen übernommen und geteilt. Aus Sicht des Staates sind Stiftungen attraktive Partner, u. a. weil sie wesentliche Ressourcen (Geld, spezifisches Wissen, Ideen) einbringen, die der Staat nicht besitzt. Ebenfalls häufig sind Kooperationen von Stiftungen und Vertretern 40 PÄDAGOGIK 11/15

Lobbyismus und Schule Serie Eingangsbereich der Bertelsmann Stiftung. Foto: Bertelsmann Stiftung aus der Wissenschaft. Letztere werden auch in die Projekte von Stiftungen und Staat eingebunden. Bewertung von Stiftungen Stiftungen sind in Öffentlichkeit und (Fach-)Literatur zunächst einmal positiv konnotiert: Mit ihrer finanziellen Unterstützung machen sie viele Initiativen möglich, die angesichts leerer öffentlicher Kassen sonst nicht realisiert werden können. Da sie nicht an demokratische Mehrheitsentscheidungen, Haushaltskontrollen und Legislaturperioden gebunden sind, können sie prinzipiell schneller und risikofreudiger handeln und auch längerfristiger Projekte angehen als der Staat. Sie sind zudem dazu in der Lage, ganz bewusst Prioritäten zu setzen, die jenseits der staatlichen Förderpolitik liegen. Es werden allerdings auch weniger positive Einschätzungen abgegeben: Problematisch erscheint einigen Experten, dass die Stiftungen in ihren Aktivitäten relativ frei sind, da sie wie oben in positiver Hinsicht erwähnt keinen demokratischen Mehrheitsentscheidungen unterliegen und damit keine Rechenschaft über ihr Tun ablegen müssen. In den letzten Jahren sind dazu einige kritische Beiträge veröffentlicht worden (vgl. z. B. Heinemann 2011, Höhne/Schreck 2009, Schuler 2010). Sie beziehen sich sowohl auf die Stiftungen im Allgemeinen als auch auf die großen und finanzstarken Stiftungen im Besonderen. Zum Ausdruck kommt hierbei die Überzeugung, dass Stiftungen mitunter einen zu starken Einfluss ausüben. Vor allem der Bertelsmann Stiftung wird vorgeworfen, darauf abzuzielen,»das öffentliche Bildungswesen umzubauen ( ) [und] Elemente aus der Privatwirtschaft einzuführen.«(holland-letz 2011, S. 54). Ausgewählte Stiftungsaktivitäten Im Folgenden soll exemplarisch anhand dreier Stiftungsaktivitäten der letzten Jahre analysiert werden, inwiefern die Aktivitäten von Stiftungen zu Veränderungen im Feld von Bildungspolitik, Schule und Unterricht führen (können). Die Aktivitäten der Stiftungen werden in einem ersten Schritt knapp beschrieben, bevor sie in einem zweiten Schritt unter der Perspektive von Formen der Einflussnahme interpretiert werden. Beispiel 1: Das Instrument SEIS Im Rahmen des Internationalen Netzwerkes Innovativer Schulen (INIS), dem unter Federführung der Bertelsmann Stiftung Vertreter aus der Schulpraxis, Schuladministration und der Wissenschaft aus acht Ländern angehörten, wurde in den Jahren 2001 bis 2005 ein datenbasiertes Instrument entwickelt und erprobt, das einen Qualitätsrahmen als einheitlichen Maßstab für Schulqualität sowie ein Verfahren zur Messung der Qualität einzelner Schulen entlang dieses Rahmens mittels standardisierter Fragebögen umfasste (vgl. Dedering 2007). In den Jahren 2005 bis 2008 wurde dieses Instrument unter der Bezeichnung SEIS (Selbstevaluation in Schulen) in Kooperation mit den Kultusministerien der an INIS teilnehmenden deutschen Bundesländer Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen weiterentwickelt. Das Ziel bestand darin, die Qualität von Schulen durch interne Evaluation an möglichst vielen Schulen zu verbessern (vgl. Thümler 2015). Erforderlich dazu war die Akzeptanz des bereitgestellten Qualitätsverständnisses mit den Kategorien Bildungs- und Erziehungsauftrag, Lernen und Lehren, Führung und Management, Schulklima und Schulkultur und Zufriedenheit sowie der Vorstellung von Schule als lernender Organisation, die ihre Weiterentwicklung in einem zyklischen Prozess vorantreibt. 2008 wurde SEIS von der Stiftung an ein Länderkonsortium übergeben, dem einige deutsche Bundesländer, die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) und die deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens angehörten. Die Teilnehmer verpflich- PÄDAGOGIK 11/15 41

Serie Lobbyismus und Schule teten sich vertraglich gegenüber der Stiftung, den dauerhaften Betrieb und den technischen Support von SEIS zu gewährleisten und ihren Schulen Unterstützungsangebote und Informationsmaterialien zur Verfügung zu stellen. In einer empirischen Studie arbeiten Höhne/Schreck (2009) heraus, dass Niedersachsen als Gelenkstelle für den Transfer von SEIS in die bundesdeutsche Schullandschaft fungierte: Der Qualitätsrahmen, der in diesem Bundesland als erstem schon seit 2001 vorlag, wurde mit dem SEIS- Qua litätsverständnis abgeglichen. Die von den Autoren durchgeführte Analyse zeigt, dass die SEIS-Kategorien nachhaltig in den niedersächsischen Qualitätsrahmen eingeflossen sind und dass erst aufgrund dieser Angleichung eine gemeinsame Basis für eine auf Selbstevaluation (SEIS) und externe Evaluation abgestimmte Evaluation geschaffen worden ist. Das SEIS-Qualitätsverständnis fungierte also als zentraler Bezugspunkt für das integrierte niedersächsische Qualitätskonzept. In Anlehnung an das Modell der externen Schulevaluation der Niederlande wurde 2005 dann auf der Basis des integrierten Qualitätskonzepts die Schulinspektion verpflichtend für alle Schulen des Landes Niedersachsen eingeführt. Bis zum Jahr 2008 folgten die anderen Bundesländer oftmals orientiert am Vorreiterbundesland dem Trend der Entwicklung von Qualitätsrahmen und der verpflichtenden Einführung von Verfahren der externen Evaluation. Zumindest auf der obersten Ebene den zentralen Bereichen von Schulqualität finden sich dabei deutliche Übereinstimmungen in den Katalogen der verschiedenen Bundesländer (vgl. Döbert/Dedering 2008), in vielen Fällen sind die SEIS-Kategorien auch auf den nachgeordneten Ebenen des Qualitätsrahmens erkennbar. Beispiel 2: Der Wettbewerb»Der Deutsche Schulpreis«Der Wettbewerb»Der Deutsche Schulpreis«wird von der Robert Bosch Stiftung und der Heidehof Stiftung in Zusammenarbeit mit dem stern und der ARD seit 2006 jährlich ausgeschrieben (vgl. Robert Bosch Stiftung 2015). In jedem Jahr werden insgesamt sechs Schulen ausgezeichnet. Im Rahmen einer Festveranstaltung, zu der alle nominierten Schulen eingeladen sind, werden die Preisträger bekannt gegeben und geehrt. Die Preisverleihung wird vom Fernsehsender PHOENIX übertragen, in der ARD wird über sie berichtet. Eine breite (mediale) Aufmerksamkeit wird zudem durch filmische Porträts der nominierten Schulen, eine eigene Broschüre der Preisträger und eine pädagogische Fachpublikation befördert, die breit verteilt werden (vgl. ebd.). Grundlage des Deutschen Schulpreises ist ein spezifisches Verständnis von Lernen und Leistung, das in den Qualitätsbereichen Leistung, Umgang mit Vielfalt, Unterrichtsqualität, Verantwortung, Schulleben und Schule als lernende Institution zum Ausdruck kommt. Schulen, die mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet werden, müssen in allen Bereichen als gut und mindestens in einem Bereich als weit überdurchschnittlich eingestuft werden. Die Bewertungen nimmt eine Fachjury vor, die aus wissenschaftlichen und schulpraktischen Experten besteht und von weiteren pädagogischen Experten unterstützt wird. Als Plattformen für den Erfahrungsaustausch prämierter und interessierter Schulen existiert seit 2007 die Akademie des Deutschen Schulpreises. Im April 2015 wurde darüber hinaus die neue Schulakademie gegründet, die im Sinne eines Netzwerkes der Preisträger für die Bereitstellung von Materialien für gute Schulpraxis, die Beratung zu Fragen der Schul- und Unterrichtsentwicklung und die Organisation innovativer Fortbildungen für Lehrkräfte und Schulleitungen zuständig ist und damit ein so genanntes Peer-to-Peer-Learning ermöglicht (vgl. ebd.). Beispiel 3: Das Projekt»Schulen im Team«Das Projekt»Schulen im Team«ist ein Schulentwicklungsprojekt der Stiftung Mercator und des Instituts für Schulentwicklungsforschung (IFS) der TU Dortmund, das in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen von 2007 bis 2015 über drei Phasen hinweg durchgeführt worden ist (vgl. Stiftung Mercator 2015). Betrachten wir die ersten beiden Phasen, die an dem Schwerpunkt»Unterricht gemeinsam entwickeln«ausgerichtet waren, so stand dort die Vernetzung von Schulen mit dem Ziel im Mittelpunkt, die fachbezogene Unterrichtsentwicklung voranzutreiben. Zu diesem Zweck wurden in Phase 1 40 Schulen aus Duisburg und Essen die sich freiwillig um eine Projektteilnahme beworben hatten ausgewählt und in zehn Netzwerken mit unterschiedlicher inhaltlicher Ausrichtung zusammen gebracht. In Phase 2 der Transferphase des Projekts wurden 42 Schulen aus Dortmund in neun Netzwerken verbunden. Auf regelmäßigen Treffen von Netzwerkkoordinatoren (zwei pro Schule) stand unter der Perspektive spezifischer Fachinhalte die Planung und Erarbeitung von Unterrichtsmaterialien und -einheiten an. Die erarbeiteten Inhalte wurden anschließend in die Kollegien bzw. Fachkonferenzen der einzelnen Schulen transferiert und sollten dort zur Veränderung und Modifikation des Unterrichts beitragen. Die Netzwerkschulen wurden fachlich und organisatorisch vom IFS unterstützt und konnten dort finanzielle Mittel beantragen. Es wurde stark auf die Selbst organisationsfähigkeit der Netzwerke gesetzt; die Regelungen von Seiten der Projektleitung wurden möglichst gering gehalten (vgl. Manitius et al. 2009). Formen der Einflussnahme Interpretiert man die dargestellten Beispiele nun vor dem Hintergrund einer potenziellen Einflussnahme der Stiftungen auf Bildungspolitik, Schule und Unterricht, so lässt sich in inhaltlicher Hinsicht Folgendes feststellen: In allen drei Fällen findet ein Agenda-Setting statt. Durch die Aktivitäten der Stiftungen wurde das Thema Schulqualität in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt und als wichtig und beachtenswert herausgestellt. In allen Fällen ist darüber hinaus erkennbar, dass bestimmte Normen gesetzt werden: Im Falle von SEIS und dem Deutschen Schulpreis wird ein konkretes Verständnis von Schulqualität vertreten, das die Schulen, die das Instrument nutzen bzw. an dem Wettbewerb teilnehmen möchten, übernehmen sollten (auch wenn sie gegebenenfalls andere Vorstellungen vertreten). Durch die Ein- 42 PÄDAGOGIK 11/15

Lobbyismus und Schule Serie schätzung der vorgegebenen Qualitätskategorien wird zugleich die Einstellung vertreten, dass die Prozesse und Ergebnisse von Bildung und Erziehung prinzipiell»vermessen«werden können. Zum Ausdruck kommt ferner eine konkrete Vorstellung von Schule nämlich die von Schule als lernender Organisation und von Schulentwicklung als kontinuierlichem, in verschiedenen Phasen ablaufendem Prozess. Im Falle des Projekts»Schulen im Team«schließlich wird zwar kein bestimmtes Verständnis von Unterrichtsqualität vorgegeben, die Idee der Schule als lernender Organisation schwingt aber auch hier implizit mit und über die Idee der lokalen, schulübergreifenden Netzwerkbildung und des fachbezogenen Austausches der Teilnehmer wird eine bestimmte Organisationsform als erfolgreiche Strategie der Qualitätsentwicklung postuliert. Kritisch wird dies mitunter als Transfer betriebswirtschaftlich gefärbter Ideen in den Bildungsbereich charakterisiert (vgl. z. B. Schuler 2010). In allen drei Fällen könnte man die Kooperation mit Partnern aus der Bildungspolitik (SEIS, Schulen im Team), der Medienwelt (Deutscher Schulpreis) und der Wissenschaft (SEIS, Deutscher Schulpreis, Schulen im Team) zumal im internationalen Kontext (SEIS) als Weg zur Legitimierung der vertretenen Vorstellungen interpretieren. Damit kann festgehalten werden: Schon in der Art der Konzeption und der Durchführung der Stiftungsaktivitäten ist in allen drei Fällen eine potenzielle Einflussnahme auf den bildungspolitischen sowie schul- und unterrichtspraktischen Bereich angelegt. In prozessualer Hinsicht kann die Tragweite dieser potenziellen Einflussnahme in allen Fällen zunächst als überschaubar gelten auch wenn die programmimmanenten Vorstellungen durch die Abgabe der Instrumentenverantwortung an die Bundesländer (SEIS), die Gründung von Akademien zum Erfahrungsaustausch (Deutscher Schulpreis) und den Projekttransfer in eine weitere Region (Schulen im Team) verbreitet werden. Doch die Teilnahme für die Schulen und damit die Übernahme der Vorstellungen ist hier freiwillig. Im Falle von SEIS verhält es sich zusätzlich noch etwas anders, wenn man davon ausgeht, dass bei der Entwicklung der länderspezifischen Qualitätsrahmen, die die Grundlage für die Verfahren der Schulinspektion darstellen, in vielen Ländern tatsächlich eine Orientierung an diesem Evaluationsinstrument stattgefunden hat. Da die Schulinspektionen für die Schulen in allen Bundesländern gesetzlich verpflichtend sind, muss der Einfluss der Bertelsmann Stiftung hier wenngleich indirekt als weitreichend gelten. Fazit Das Ausmaß der Einflussnahme von Stiftungen auf den Bildungsbereich ist abhängig vom Stiftungstyp (fördernde oder operative Stiftungen). Darüber hinaus spielt auch die Stiftungsphilosophie eine Rolle. So versteht sich die Bertelsmann Stiftung beispielsweise als Think Tank, der das Schulsystem explizit nach eigenen (betriebswirtschaftlich ausgerichteten) Vorstellungen verändern will; in der Literatur wird sie deshalb mitunter als»missionierend«eingestuft. Schließlich sind auch die Kooperationspartner (etwa Vertreter des bildungspolitischen oder medialen Bereichs) wichtig. Will man Veränderungen im Bildungsbereich erzielen, so geht es nicht ohne eine Vorstellung davon, in welche Richtung die Veränderungen gehen sollen. Damit ist das Vorgehen der Akteure von vornherein normativ ausgerichtet. Auch den Stiftungen als privaten Akteuren im staatlich verantworteten Bildungsbereich sollten Vorstellungen davon, welche Ziele angestrebt und welche Maßnahmen gut und förderungswürdig sind, nicht generell abgesprochen werden. Sie sollten diese aber offenlegen, so dass eine kritische gesellschaftliche Diskussion über die (expliziten oder impliziten) Werte, die sich hinter den Aktivitäten von Stiftungen verbergen, möglich ist. Außerdem bedarf es in der Gesellschaft einer sensiblen Beobachtung der Zusammenarbeit von Stiftungswesen und Politik. Dr. Kathrin Dedering ist Professorin am Lehrstuhl für Bildungsinstitutionen und Schulentwicklung an der Universität Erfurt. Adresse: Universität Erfurt, Postfach 90 02 21, 99105 Erfurt E-Mail: kathrin.dedering@uni-erfurt.de Literatur Bundesverband Deutscher Stiftungen (2015): Stiftungen in Zahlen. Verfügbar unter www.stiftungen.org [Zugriff am 01.08.2015] Dedering, Kathrin (2007): Schulische Qualitätsentwicklung durch Netzwerke. Wiesbaden Döbert, Hans/Dedering, Kathrin (2008): Externe Evaluation von Schulen. Münster u. a. Heinemann, Karl-Heinz (2011): Stiften gehen. PÄDAGOGIK, H. 2/2011, S. 48 51 Höhne, Thomas/Schreck, Bruno (2009): Private Akteure im Bildungsbereich. Weinheim/München Holland-Letz, Matthias (2011): Kommt die deutsche Charter School? Wie Neoliberale und Stiftungen den Umbau des öffentlichen Bildungswesens betreiben. In: Sarah Holze/Ulrich Thöne (Hg.): Private Stiftungen versus demokratischer Staat wie der Neoliberalismus weltweit das öffentliche Bildungswesen untergräbt. Frankfurt, S. 53 69 Kocka, J. (2004): Die Rolle der Stiftungen in der Bürgergesellschaft der Zukunft. Aus Politik und Zeitgeschichte. B 14/2004, S. 4 7 Manitius, Veronika/Müthing, Kathrin/van Holt, Nils/Berkemeyer, Nils (2009): Nutzenpotenziale schulischer Netzwerke das Beispiel»Schulen im Team«. In: Nils Berkemeyer/Harm Kuper/Veronika Manitius/Kathrin Müthing (Hg.): Schulische Vernetzung. Münster u. a. Robert Bosch Stiftung (2015): Der Deutsche Schulpreis. Verfügbar unter http://schulpreis.bosch-stiftung. de/content/language1/html/index. asp [Zugriff am 01.08.2015] Schuler, Thomas (2010): Bertelsmannrepublik Deutschland. Frankfurt/ New York Speth, Rudolf (2010): Stiftungen und Think Tanks. In: Dagmar Simon/Andreas Knie/Stefan Hornbostel (Hg.): Handbuch Wissenschaftspolitik. Wiesbaden, S. 390 405 Stiftung Mercator (2015): Schulen im Team. Verfügbar unter http://www. schulen-im-team.de/ [Zugriff am 01.08.2015] Thümler, Ekkehard (2015): Erfolgsbedingungen staatlich-philanthropischer Bildungspartnerschaften. Robert Bosch Stiftung. Berlin PÄDAGOGIK 11/15 45

Serie Lobbyismus und Schule Lobbyismus in Serie 4. Folge der Schule erkennen Unterrichtsideen zum»lex Fraport«und zur Analyse von Unterrichtsmaterialien In der letzten Folge dieser Serie soll gezeigt werden, wie das Thema Lobbyismus und Schule im Unterricht thematisiert werden kann. Was sind geeignete Anlässe für eine Auseinandersetzung mit manipulativer Beeinflussung von Schülerinnen und Schülern? Wie können Schülerinnen und Schüler konkret erfahren, woran interessengeleitete Materialien zu erkennen sind und welche Handlungsmöglichkeiten es gibt? Maik Schmidt An der Elisabethschule Marburg wird in einem zweijährigen Turnus eine Berufsbörse zur Berufsorientierung durch die Elternvertretung organisiert und unterstützt von Schulleitung und der Fachschaft Politik & Wirtschaft durchgeführt. Die Schüler(innen) haben an diesem Nachmittag die Möglichkeiten eines direkten Austauschs mit Personen aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern. Sie erhalten somit Informationen aus erster Hand. Größtenteils kommen die Berater aus den Reihen der Eltern oder aus der Gruppe ehemaliger Schüler(innen). Darüber hinaus nutzen auch diverse Organisationen oder Institutionen wie z. B. das DRK diesen Raum, um sich vorzustellen, und zuletzt fehlt auch nicht ein Jugendoffizier der Bundeswehr. Eine Veranstaltung, wie sie seit einigen Jahren an sehr vielen Schulen durchgeführt wird, um den Schüler(inne)n einen Einblick in die Berufswelt zu gewähren, sie auf das spätere Berufsleben vorzubereiten. Gleichzeitig ist es aber auch für Unternehmen oder Institutionen eine willkommene Möglichkeit, Zugang zur Schule und vor allem zu den Köpfen der jungen Menschen zu bekommen. Dass dabei nicht nur sachliche Informationen verbreitet, sondern auch bestimmte Images von Unternehmen, von Unternehmertum und der Wirtschaft in den Köpfen platziert werden sollen, liegt auf der Hand. So berichteten Schüler(innen) vor einigen Jahren im Fach Politik und Wirtschaft der Gymnasialen Oberstufe (Qualifikationsphase I) von einem Gespräch mit einem Piloten eines großen Verkehrsflugzeugs, in dem der Flugverkehr und vor allem die Rolle der Fraport AG, Betreiber des Flughafens Frankfurt/Main, ausschließlich positiv dargestellt und die mit dem Flugverkehr verbundenen Probleme als notwendiges Übel unseres gesellschaftlichen Wohlstands marginalisiert wurden. Die Schüler(innen)- gruppe war empört, es kam aber leider nicht zu einer Diskussion mit der betreffenden Person. Aus dieser Schülerreaktion erwuchs für mich die Notwendigkeit im Vorfeld dieser Berufsbörse eine Unterrichtseinheit zum Thema Lobbyismus anzusiedeln, um bei den Schüler(inne)n die Kompetenz anzulegen, den Erwachsenen dort sachlich und kompetent begegnen und ein Gespräch oder eine Diskussion auf Augenhöhe führen zu können auch ein Beitrag zur Erfahrung von Anerkennung und Selbstwirksamkeit. Die UE ist im Themenfeld»Politisches System der Bundesrepublik Deutschland«am Ende des ersten Halbjahres der Qualifikationsphase angesiedelt. Die Schüler(innen) haben zu diesem Zeitpunkt die wesentlichen Elemente des politischen Systems, unter anderem auch den Politikzyklus mit den unterschiedlichen Akteuren an einem einfachen Gesetzgebungsmodell kennengelernt. Die Einheit Lobbyismus wird darüber hinaus während der gesamten Qualifikationsphase exemplarisch vertieft, indem zu weiteren Themenfeldern unterschiedliche Aufgaben und methodische Zugänge bearbeitet werden (siehe unten). Der Fall Bei der Arbeit gehen wir von einem konkreten Fall aus, der dem Band von Adamek/Otto (2010, S. 21 26) entnommen ist. Berichtet wird hier, wie ein Mitarbeiter der Fraport AG als Leiharbeiter im Hessischen Wirtschaftsministerium, Abteilung 44 PÄDAGOGIK 12/15

Lobbyismus und Schule Serie Thema der Sequenz/ Phase der Fallstudie Konfrontation mit dem Fall»Lex Fraport«und Formulieren von Fragen. Vorstellung der Agenda zur Einheit»Wir sind drin!«analyse des Falls über die Methode Fallstudie Informationen auswerten Exploration und Resolution für Handlungsmöglichkeiten Disputation der Handlungsmöglichkeiten Kollation mit der Realität Arbeitsauftrag Schauen Sie sich die kurze Videosequenz an, lesen Sie anschließend den Text und äußern Sie spontan Ihre Meinungen und Fragen. Analysieren Sie in Kleingruppen mit Hilfe der zuvor formulierten Fragen den dargestellten Fall. Nutzen Sie dazu das bereitgestellte Material. Fertigen Sie anschließend eine Posterpräsentation an. Entwickeln Sie in Ihrer Kleingruppe mögliche Handlungsstrategien zur Lösung und formulieren Sie eine Begründung dafür. Stellen Sie Ihre einzelnen Handlungsstrategien im Plenum vor, diskutieren Sie die unterschiedlichen Varianten und einigen Sie sich auf ein Vorgehen. Vergleichen Sie Ihre Lösung mit der Realität. Bewerten Sie auf Ihren erworbenen Kenntnissen die politischen Strukturen des Prozesses. Materialien/ Methode Kurze Videosequenz und textliche Grundlage aus»der gekaufte Staat«. Die einzelnen Fragen werden an der Tafel gesammelt und geben dem weiteren Unterrichtsverlauf die Richtung vor. Unterschiedliche Materialien, die Lobbyismus allgemein und diesen Fall speziell darstellen und die Fragen möglichst beantworten, aber den Ausgang des Falls offen lassen. Text über den Ausgang des Falls Flugsicherung, die Ausnahmegenehmigungen für Nachtflüge auf dem Frankfurter Flughafen selbst genehmigte und ein weiterer Fraport-Mitarbeiter im Bundesverkehrsministerium den Gesetzentwurf des Fluglärmgesetzes maßgeblich mitgestaltete. Dabei lernen die Schüler(innen) mit Hilfe einer Fallstudie (Reinhardt 2005, S. 121 132) exemplarisch Politik als Prozess und die den Prozess bestimmenden Institutionen, Akteure und Personen kennen. Insbesondere lernen sie dabei eine differenzierte Betrachtung von Lobbyismus. Auswahl des Falls Sozialform Plenum EA GA Plenum GA Plenum EA Plenum Abb. 1: Kurzübersicht über die einzelnen Schritte der UE Fallstudie nach Reinhardt Die Schülerreaktion zeigte die Notwendigkeit, vor der Berufsbörse eine Unterrichtseinheit zum Thema Lobbyismus anzusiedeln. Der Frankfurter Flughafen besitzt eine herausragende wirtschaftliche Bedeutung nicht nur für das Land Hessen bzw. die gesamte Republik, sondern ist auch für die Schüler(innen) als Drehkreuz für ihre eigenen Urlaubsflüge bekannt oder er wird über die Fraport AG als zukünftiger Arbeitgeber interessant. Die Probleme mit dem Flughafenausbau und dem Fluglärm ist den Schüler(inne)n über das Thema Ökonomie und Ökologie aus der Einführungsphase bekannt und sie können inhaltlich daran anknüpfen. Es ist einerseits die geografische Nähe und gleichzeitig die persönliche Erfahrung, wodurch Betroffenheit und Alltagsbezug herstellt werden. Außerdem bieten sich hier vielfältige Möglichkeiten, Politik als Prozess beschreiben zu können und die Einflussmöglichkeiten, Instrumente und Intentionen von Lobbyismus zu erfahren. In diesem Kontext ist eine neuartige, weil unmittelbare, Verflechtung von ministerialer Ebene der Verwaltung einerseits und Lobbygruppen bzw. Unternehmen zu beobachten, die auf vielen Ebenen mit dem Versprechen eines Zuwachses von Fach expertise forciert wurde. Unternehmen wie Staat sollten von diesem Austauschprogramm profitieren, eine so genannte»win-win«-situation sollte sich herausbilden (vgl. Adamek/Otto 2010, S. 9 15). Dass aber gerade sensible Bereiche, die eine unabhängige staatliche Entscheidung erfordern, wie die Flugsicherung, davon betroffen sind und dass das Land Hessen nach Bekanntwerden im Jahre 2006/07 dennoch keine Veranlassung sah, diese Situation zu ändern, lässt den Betrachter verstummen. An diesem Fall, der im Grunde genommen eher ein zweifacher Fall ist, lassen sich die unterschiedlichen Orte der Einflussnahme eines Lobbyismus hinsichtlich seiner Zielrichtung und Wirkung erfahren und voneinander differenzieren. Für die Schüler(innen) ist dies der Moment, indem sie mehr in Erfahrung bringen wollen, sie weiter recherchieren und nach Problemlösungen verlangen. Sie haben ganz konkrete Fragen, wie»gibt es noch weitere Fälle in der BRD?«,»Warum wählen wir eigentlich Parlamente?«,»Welche Lösungen gibt es?«. Im Idealfall fragen sie nicht nur nach eigenen Handlungsoptionen, sondern sie handeln auch in der Realität. PÄDAGOGIK 12/15 45

Serie Lobbyismus und Schule M1a M1 M2 M3 Reale Staatsausgaben Deutschlands in Preisen von 2005, 2005=100, 1991 2013. Quelle der Daten: AMECO Database, EU- Kommission,eigene Berechnungen. M1b Nominale Staatsausgaben Deutschlands in Prozent des nominalen BIP, 1970 2013. Quelle der Daten: AMECO Database, EU- Kommission, eigene Berechnungen. M2 M3 Nominale Subventionen des Bundes und des Staates in Mrd. Euro, 1991 2013. Quelle der Daten: StatistischesBundesamt, eigene Berechnungen Die Arbeitsaufträge zu den Blättern lauten: 1. Analysieren Sie die vorgestellten Grafiken und geben Sie deren wesentlichen Informationen wieder und formulieren Sie eine Überschrift zu jeder Grafik! 2. Setzen Sie sich mit den Folgen einer steigenden/hohen Staatsverschuldung auseinander. 3. Erörtern Sie die Notwendigkeiten und Wirkungen staatlicher Subventionen. 4. Diskutieren Sie, weshalb sich der Schuldenabbau in der politischen Realität als schwierige Aufgabe darstellt. Abb. 2 : Zwei Arbeitsblätter zum Thema»Staatsverschuldung in Deutschland«Die Durchführungsebene Die einzelnen Schritte der Durchführung sind Abb. 1 zu entnehmen. Ich möchte an dieser Stelle lediglich auf die Lösungsstrategien der Schüler eingehen, da diese auch für die weiteren Beispiele relevant sind. Zentral in dieser Unterrichtseinheit ist die Handlungsebene der Schüler(innen). Alle Kleingruppen hatten ähnliche Lösungen anvisiert: Sofortige Entfernung der Mitarbeiter aus den Ministerien, rechtliche Klärung der Sachverhalte und Rücknahme des Gesetzes zur Überlassung von Unternehmensmitarbeitern in Ministerien (zumindest eine zeitliche und auch tätigkeitsbezogene Begrenzung für die Mitarbeiter), Information der Öffentlichkeit über NGOs, wie z. B. Lobbycontrol. Die Konfrontation mit der tatsächlichen Lösung dieses Falls führte bei einigen Schüler(inne)n zur Resignation, bei anderen dagegen zu Wut, die später in der Schülervertretung Früchte trug und teilweise in einer aktiven Mitarbeit in Parteien oder NGOs mündete. Die Motivation der Schüler(innen) war dabei immer die gleiche: Wir müssen etwas tun und dürfen»denen«nicht das Feld überlassen. In dieser Unterrichtsreihe wurde die Thematisierung von Unterrichtsmaterial, das Schulen von Lobbyverbänden oder Unternehmen kostenlos zur Verfügung gestellt wird, noch zurückgestellt. Da diese beispielsweise ökonomische Themen behandeln, welche zu einem späteren Zeitpunkt im Unterricht eine Rolle spielen, sollen sie in diesem Kontext analysiert werden. So ist diese Unterrichtseinheit zum Thema Lobbyismus nicht mit ihrer letzten Stunde beendet. Sie findet vielmehr ihre Fortsetzung bzw. Vertiefung und Konkretion in Unterrichtseinheiten zu ökonomischen Themen, in denen an geeigneter Stelle das Material unterschiedlicher Verbände, Organisationen oder Unternehmen vergleichend analysiert wird. Die Idee ist, dass die Schüler(innen) mit den Begriffen, Instrumenten und Zielen der Lobbyisten vertraut sind und Lobbyismus an der Schule erkannt wird und daraus vielleicht auch Handlungsalternativen erkennbar werden.»lügen mit Zahlen«Exemplarisch soll dazu hier ein Beispiel mit Material aus dem Handelsblatt»Unsere Wirtschaftsordnung«vorgestellt werden (vgl. Internethinweis 2). Das Thema Staatsverschuldung ist seit der Finanzkrise 2007 in aller Munde, der Bundestag und die Länderparlamente haben eine Schuldenbremse in das Grundgesetz bzw. die Länderverfassungen aufgenommen.»wir müssen den Gürtel enger schnallen!«,»wir haben über unsere Verhältnissen gelebt«(vgl. Internethinweis 3) oder der Verweis auf die Schwäbische Hausfrau (vgl. Internethinweis 4) sind nur einige Beispiele dafür, wie der Leser täglich»informiert«wird. Eine Austeritätspolitik scheint in ganz Europa die alleinige Medizin für die Krankheit»Wirtschaftskrise«zu sein. So wird auch die Veröffentlichung des Handelsblattes durch das Thema»Staatsverschuldung«in dieser kurz skizzierten Art und Weise dominiert. (Für Interessierte sei das Kurzgutachten zu Handelsblatt macht Schule:»Unsere Wirtschaftsordnung«von Till van Treeck empfohlen. http://cives-school.de/ wp-content/uploads/2014/12/ci- VES-Praxistest1.pdf. Zugriff zuletzt am 13.09.2015) Wirtschaftliche Themen werden oftmals durch Grafiken, Diagramme und Schaubilder visualisiert und die Hauptaussage anschließend mit einem Text bestätigt. Einige Schulbücher arbeiten auf diese Weise, aber eben auch die Materialien des Handelsblattes, der INSM oder andere. Eine Kontroverse findet nicht statt, es wird so getan, als würde es lediglich nur eine Seite der Medaille geben, diese aber eben zweimal. Um diese existierende andere Seite möglichst»neutral«und»objektiv«darzustellen, werden in der kurzen Einheit unterschiedliche Grafiken zum Thema Staatsverschuldung auf drei unterschiedlichen Arbeitsblättern mit identischen Arbeitsaufträgen versehen und entsprechend die Klasse in drei Stammgruppierungen eingeteilt (24 Schüler(innen) = 2 mal 3 Gruppen je 4 Schüler(innen)). Die Arbeitsblätter werden ohne Hinweis auf die Quelle»Handelsblatt«verteilt, damit nicht aufgrund der gegebenenfalls bekannten Quelle eine entsprechende Interpretation des Materials 46 PÄDAGOGIK 12/15

Lobbyismus und Schule Serie vorgenommen wird. Die anderen Grafiken sind aus Teecks Gutachten und dem Band»Lügen mit Zahlen«(Bosbach/Korff 2011, S. 287) entnommen und entsprechend zusammengestellt worden. Die Schüler analysieren nun die drei Arbeitsblätter (siehe Abb. 2) und kommen zu drei unterschiedlichen Ergebnissen. Das ist zu erwarten, da es sich um unterschiedliche Grafiken handelt, die unterschiedliche Darstellungen eines Sachverhaltes zeigen und folglich auch andere Aussagen zulassen. Aber: Eines dieser Arbeitsblätter ist das inhaltlich identische Arbeitsblatt der Handelsblattmaterialien, Arbeitsaufträge und Grafiken! Die Schüler(innen) setzen sich nun zu neuen Dreiergruppen zusammen aus den drei Stammgruppierungen werden nun acht neue Expertenteams, die sich gegenseitig das Material vorstellen. Dabei stellen sie verwundert fest, dass sie unterschiedliche»antworten«auf die identischen Arbeitsaufträge gefunden haben. In dieser Phase fertigen die Gruppen jeweils eine gemeinsame Posterpräsentation mit den Antworten zu den Arbeitsaufträgen an. Das verlangt nach einem Kompromiss, einem neuen Arbeitsblatt, welches alle Grafiken vereint und so eine Antwort auf die Arbeitsaufträge möglich macht. Abschließend werden diese Poster im Plenum vorgestellt und diskutiert. Die Schüler interpretieren in aller Regel dieses Unterrichtsarrangement als arbeitsteiliges Gruppenpuzzle und sind nicht irritiert. Die Phase wird von den Schüler(inne)n überwiegend als gelungen dargestellt, hätte sie doch die unterschiedlichen Sichtweisen auf einen Sachverhalt dargestellt und nach Betrachtung aller notwendigen Informationen, die man nun hätte, könnte jeder SuS eine fundierte Beurteilung vornehmen. Zu diesem Zeitpunkt wird eine Folie etc. mit dem Original-Layout der Handelsblattmaterialien präsentiert, welches identisch ist mit einem der drei Arbeitsblätter. Die einsetzende Empörung braucht nun Raum, die Schüler finden die kog nitiven Zugänge zu der längst abgehakten Unterrichtseinheit»Lex Fraport«, sie erkennen jetzt das Logo auf den Arbeitsblättern wieder, beginnen Vernetzungen zu bilden. Diese sehr spontane Phase wird kanalisiert, indem die Schüler(innen) einen Rechercheauftrag zum Handelsblatt bekommen, in dem sie das gesamte Handelsblatt macht Schule Material»Unsere Wirtschaftsordnung«in Gruppen sichten und zu Hause das Internet als Rechercheinstrument nutzen. Arbeitsaufträge in dieser Phase können sein: Wer steht hinter dem Handelsblatt? Welche wirtschaftspolitische Positionen werden in den Artikeln favorisiert? Welche Intention steht hinter dem Material? Was bedeutet das für Schule, wenn Unternehmen den Gegenstand des Unterrichts bestimmen? Was bedeutet das für Schule, wenn Unternehmen nicht nur den Gegenstand des Unterrichts bestimmen, sondern auch, wie der Gegenstand betrachtet und bewertet werden soll? Was bedeutet das langfristig für eine gesellschaftliche Entwicklung, wenn Schüler entsprechend politisch sozialisiert werden? Was bedeutet das konkret für mich? Nach meiner Erfahrung zeigt dieses Verfahren den Schüler(inne)n sehr anschaulich die vernetzte Struktur des Faches Politik & Wirtschaft. Es zeigt Zusammenhänge, die einen weiten Begriff des Politischen zur Konsequenz haben. Es zeigt vor allem die Notwendigkeit, wenn nicht alles, so doch vieles kritisch zu betrachten und zu hinterfragen. Nicht nur auf Seiten der Schüler(innen), sondern auch auf Seiten der Lehrerinnen und Lehrer. Gerade in Zeiten, in denen Medien immer wieder davon berichten, dass die Schüler(innen) immer weniger ausbildungsreif seien, zu wenig Kenntnisse über wirtschaftliche Zusammenhänge hätten und die Rufe nach einem eigenen Fach»Wirtschaft«an allgemeinbildenden Schulen immer lauter werden, fallen die Samen der kostenlosen Unterrichtsmaterialien wirtschaftsnaher Unternehmungen auf fruchtbaren Boden. Die mühsame Unterrichtsvorbereitung, das tagelange Suchen und Verwerfen, dieser mitunter chaotische Prozess der Unterrichtsplanung einer PoWi-Einheit, das scheint mit den Handelsblatt- oder INSM-Materialien vorbei. Hinzu kommt oftmals Maik Schmidt ist Lehrer an der Elisabethschule in Marburg. E-Mail: maik.schmidt@staff.uni-marburg.de noch das beklemmende Gefühl, dass man diese ganzen ökonomischen Zusammenhänge gar nicht richtig versteht, weil man ja ein politikwissenschaftliches Studium absolviert hat. Die Lobbyverbände stellen kostenloses Unterrichtsmaterial nicht ausschließlich zu ökonomischen Themen zur Verfügung, sie decken das gesamte Spektrum der Unterrichtsfächer ab. Ob es die Werbekampagne der Bundeswehr ist, der Forschungsbus zum Thema Gentechnik, die Schülerlabore von Chemieunternehmen oder Material der Autoindustrie zum Thema Mobilität der Zukunft. Sie finden überall kostenloses Unterrichtsmaterial. Die Ergebnisse der bisherigen Forschungen zur Qualität der jeweiligen Materialien verlangen nach einem kritischen Geist (vgl. dazu Eva Matthes in Folge 2 dieser Serie in PÄ- DAGOGIK H. 10/2015). Literatur Adamek, S./Otto, K. (2010): Der gekaufte Staat. Wie Konzernvertreter in deutschen Ministerien sich ihre Gesetze selbst schreiben. Köln, 2. Aufl. Bosbach, G./Korff, J (2011): Lügen mit Zahlen. Wie wir mit Statistik manipuliert werden. München, 3. Aufl. Am Fall»Fraport«lässt sich die Einflussnahme des Lobbyismus in seiner Zielrichtung und Wirkung erfahren. Reinhardt, S. (2005): Politikdidaktik. Praxishandbuch für die Sekundarstufe I und II. Berlin Internetverweise 1 Zum Beispiel: www.fr-online. de/flughafen-frankfurt/fluglaerm-ii-viel-kritik-an-al-wazir,2641734,28394772.html. Zugriff am 12.08.2015 2 www.handelsblattmachtschule. de/fileadmin/pdf/wirtschaftsordnungen.pdf, Zugriff am 03.07.2015 3 www.welt.de/politik/article3433869/wir-haben-alle-ueberunsere-verhaeltnisse-gelebt.html. Zugriff am 12.09.2015 4 www.faz.net/aktuell/wirtschaft/ schulden-die-schwaebische-hausfrau-1979097.html. Zugriff am 12.09.2015 PÄDAGOGIK 12/15 47

.. PADAGOGIK Einzelheftbestellung 2003 2015 Mit diesem Formular können Sie Einzelhefte der Zeitschrift PÄDAGOGIK bestellen. Wählen Sie aus und schicken Sie diese Seite an den Pädagogische Beiträge Verlag. Selbstverständlich können Sie auch faxen oder mailen. Pädagogische Beiträge Verlag Rothenbaumchaussee 11 20148 Hamburg Fax: (0 40) 4 10 85 64 E-Mail: paedagogik-einzelheft@web.de Preise ab 1990: Einzelheft E 5,00; Doppelheft E 7,50. Preise ab Heft 7 8/2001: Einzelheft E 6,00; Doppelheft E 8,50. Preise ab 7 8/2005: Einzelheft E 6,50; Doppelheft E 9,00; Preise ab 1/2015: Einzelheft E 9,50; Doppelheft E 12,00. Bei Bestellungen ab 20 Exemplare: Einzelheft E 4,50; Doppelheft E 6,50; alle Preise zuzüglich Versandkosten. 2003 1/03 Streitschlichtung 2/03 Lernen nach PISA 3/03 Angriffe auf den Lehrerberuf 4/03 Diagnostische Kompetenz 5/03 Selbstgesteuertes Lernen 6/03 Schule gemeinsam gestalten 7-8/03 Schule und Unterricht aus Schülersicht/ Zukunft der Bildung 9/03 Heterogenität und Differenzierung (vergr.) 10/03 Problemschüler 11/03 Arbeitsökonomie im Lehreralltag 12/03 Disziplin 2004 1/04 Methoden im Wandel (vergr.) 2/04 Ganztagsschule 3/04 Die gute Präsentation 4/04 Berufsorientierung und Lebensplanung 5/04 Verantwortung übernehmen 6/04 Standardsicherung konkret 7-8/04 Fördern und Ermutigen/ Schule leiten im Dialog 9/04 Erziehender Unterricht 10/04 Schulinterne Qualifizierung 11/04 Klassenklima 12/04 Offener Unterricht 2005 1/05 Aufmerksamkeit 2/05 Suchtprävention 3/05 Beim Lernen helfen 4/05 Krisen Unfälle Reaktionen Hilfe 5/05 Tests und Unterrichtsqualität 6/05 Beraten 7-8/05 Lehrerbildung unterstützt Schulentwicklung/Pensionierung. Abschied vom Beruf 9/05 Standards für pädagogisches Handeln 10/05 Bewegter Unterricht 11/05 Intelligentes Üben 12/05 Dem Lernen Zeit geben (vergr.) Bitte senden Sie die angegebenen Hefte an: Name Straße PLZ, Ort 2006 1/06 Individualisierung 2/06 Autorität 3/06 Schulentwicklung Widersprüche, Problemzonen, Perspektiven 4/06 Mittelstufe neu gestalten 5/06 Kritikfähigkeit 6/06 Erfahrungslernen im Fachunterricht 7-8/06 Konkurrenz der Weltbilder/Gesamtschule Umgang mit Heterogenität 9/06 Neue Wege in der Elternarbeit 10/06 Selbstständige Schule 11/06 Konflikte lösen 12/06 Kreativer Unterricht (vergr.) 2007 1/07 Ordnung und Disziplin 2/07 Unterricht evaluieren und entwickeln 3/07 Zentrale Prüfungen 4/07 Arbeiten im Team 5/07 Brennpunktschulen 6/07 Lesen und Verstehen 7-8/07 Selbstregulation lernen/ Schulkultur gestalten 9/07 Beruf: LehrerIn 10/07 Unterricht vorbereiten 11/07 Instruktion im Unterricht 12/07 Umgang mit Heterogenität (vergr.) 2008 1/08 Projektunterricht gestalten 2/08 Respekt und Anerkennung 3/08 Aufgabenkultur 4/08 Schulinterne Curricula 5/08 Medienwelten Jugendwelten 6/08 Lernen inszenieren Interesse wecken 7-8/08 Regionale Bildungsnetzwerke/ Kulturtechniken neu betrachtet 9/08 Techniken für selbst stän diges Arbeiten 10/08 Spannungen im Kollegium 11/08 Vor der Klasse stehen 12/08 Regeln Grenzen Konsequenzen (vergr.) 2009 1/09 Gesprächsführung (vergr.) 2/09 Classroom Management (vergr.) 3/09 Unterstützungssysteme 4/09 Offenen Unterricht weiterentwickeln 5/09 Übergang Schule Beruf 6/09 Leistung sehen, fördern, bewerten 7-8/09 Schülerbeteiligung/Erinnern 9/09 Praktikanten, Referendare und Mentoren 10/09 Arbeitsfreude 11/09 Neue Tipps für guten Unterricht 12/09 Diagnostizieren und Fördern (vergr.) 2010 1/10 Teamarbeit und Unterrichtsentwicklung 2/10 Rechtsextremismus und Schule 3/10 Alternativen zum 45-Minuten-Takt 4/10 Schule als Erfahrungsraum 5/10 Die eigene Schule umbauen 6/10 Sprachkompetenz fördern 7-8/10 Reformpädagogik Nähe Distanz/ Web 2.0 im Unterricht 9/10 Sexuelle Gewalt und Schule 10/10 Belastung Entlastung 11/10 Binnendifferenzierung konkret (vergr.) 12/10 Lernen sichtbar machen Datum Unterschrift 2011 1/11 Mobbing (vergr.) 2/11 Schüler beim Lernen beraten 3/11 Jungen fördern 4/11 Lernen durch Engagement 5/11 Mit Lücken umgehen 6/11 Pubertät 7-8/11 Fächerverbindendes Lernen/ Strukturen im Kollegium schaffen 9/11 Vielfalt gestalten 10/11 Schulinterne Fortbildung 11/11 Mit schwierigen Schülern umgehen (vergr.) 12/11 Präsentieren lernen 2012 1/12 Arbeitsdisziplin 2/12 Fördernde Bewertung (vergr.) 3/12 Praxishilfen Klassenleitung (vergr.) 4/12 Lehren gemeinsam verbessern 5/12 Die neue Sekundarschule 6/12 Schüler als Lernhelfer 7-8/12 Problemlösendes Lernen/ Lernen für die Welt von morgen 9/12 Schulverweigerung (vergr.) 10/12 Lehren und Lernen ohne Worte 11/12 Gewaltprävention 12/12 Üben Anwenden Vertiefen 2013 1/13 Praxishilfen Lehreralltag 2/13 Individualisierung im Fachunterricht 3/13 Hausaufgaben 4/13 Schülerkrisen 5/13 Schwer erreichbare Eltern 6/13 Gesundheit und gute Schule 7-8/13 Lehrersprache und Gesprächsführung/Allgemeinwissen 9/13 Auf dem Weg zur Inklusion 10/13 Wie Lehrer lernen 11/13 Mit neuen Anforderungen umgehen 12/13 Praxishilfen Schulentwicklung 2014 1/14 Direkte Instruktion 2/14 Sich als Schüler selbst motivieren 3/14 Fordern und Fördern 4/14 Feedback im Unterricht 5/14 Ein Bildungsminimum erreichen 6/14 Kulturelle Schulentwicklung 7-8/14 Herausforderungen/ Klassenklima Schulklima 9/14 Über Unterricht sprechen 10/14 Lernarrangements gestalten 11/14 Schülerinnen und Schüler beteiligen 12/14 Umgangsformen in der Schule 2015 1/15 Den Lehreralltag gut organisieren 2/15 Selbständiges Lernen im Unterricht fördern 3/15 Methodenkompetenz bei Schülern 4/15 Lesekultur 5/15 Kognitiv aktivieren 6/15 Schule in Bewegung 7-8/15 Bildung für nachhaltige Entwicklung/ Armut in der Schule 9/15 Schule im Netzwerk gestalten 10/15 Mit Muße lernen 11/15 Gespräche und Konferenzen führen 12/15 Inklusion konkret 2016 1/16 Klassenführung