Schädlingsbekämpfer/in Die Ausbildung im Überblick Bei diesem Beruf handelt es sich um einen ehemaligen Weiterbildungsberuf, dessen Verordnung zum 31.12.2007 außer Kraft trat. Einen Nachfolgeberuf gibt es nicht. Die Tätigkeiten des Schädlingsbekämpfers/der Schädlingsbekämpferin sind im entsprechenden anerkannten Ausbildungsberuf beschrieben. Schädlingsbekämpfer/in ist eine Weiterbildung, die nach der Verordnung über die berufliche Umschulung zum Geprüften Schädlingsbekämpfer bzw. zur Geprüften Schädlingsbekämpferin sowie nach den Vorschriften der Gefahrstoffverordnung geregelt ist. Die Lehrgänge unterschiedlicher Dauer werden von privaten Bildungsträgern durchgeführt. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit der betrieblichen Ausbildung im anerkannten Ausbildungsberuf Schädlingsbekämpfer/in. Ausbildungsinhalte Während der Weiterbildung zum Schädlingsbekämpfer bzw. zur Schädlingsbekämpferin werden folgende Inhalte vermittelt: biologische und physikalische Grundlagen Voraussetzungen für die Planung von Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen Arbeits- und Artenschutz Wirkstoffe und Präparate Arbeitsverfahren Maßnahmen gegen Vorratsschädlinge Beim Kombilehrgang sind im Präsenzunterricht folgende Zusatzlehrgänge integriert: 5-tägiger Sachkundelehrgang Pflanzenschutz 2-tägiger Sachkundelehrgang für das Inverkehrbringen von giftigen und sehr giftigen Schädlingsbekämpfungsmitteln gemäß Chemikalienverbotsverordnung 1-tägige Atemschutzunterweisung 3-tägiger Schädlingsbestimmungskurs 1-tägiges Gefahrgutseminar "Beauftragte Person" gemäß Gefahrgutbeauftragtenverordnung Lernorte Die Lehrgänge finden im Fernunterricht statt. Das bedeutet, dass die Teilnehmer/innen den Unterrichtsstoff zu Hause durcharbeiten. Wenn sie die in die Lehrgänge integrierten Präsenzphasen besuchen, verfolgen sie die Kurse in den Unterrichtsräumen der Bildungseinrichtung. Ausbildungsbedingungen Worauf man sich einstellen sollte Fernunterricht mit integrierten Präsenzphasen Bei einem Fernlehrgang können sich die Teilnehmer/innen selbst einteilen, wann sie sich ihre Lehrbriefe erarbeiten, die sie auch per E-Mail oder auf CD-ROM erhalten. Allerdings stellt dies hohe Anforderungen an Seite 1 von 5
die Selbstdisziplin und Arbeitsorganisation. So müssen sie beispielsweise in Eigeninitiative im Fernlehrgang 25 Lehrbriefe im Umfang von je ca. 70 Seiten einschließlich Arbeits- und Aufgabenbögen durcharbeiten, im Kombilehrgang 13 Lehrbriefe von ca. 50 bis 70 Seiten. Die in die Lehrgänge integrierten Präsenzphasen finden an der Bildungseinrichtung statt. Auswärtige Teilnehmer/innen müssen sich während dieser Präsenzphasen eine Unterkunft vor Ort suchen. Gut ausgestattet? Während der Weiterbildung sollten die zukünftigen Schädlingsbekämpfer/innen über einen Computer mit Internetanschluss verfügen. So können sie die Lehrbriefe per E-Mail oder auf CD-ROM erhalten. Auch für Recherchen und die Aufarbeitung des Unterrichtsstoffes gewinnt der Computer an Bedeutung. Ausbildungsvergütung Für die Weiterbildung wird keine Vergütung gezahlt. Ausbildungskosten Während der Weiterbildung fallen Kosten an, z.b. Lehrgangsgebühren sowie Kosten für Fachliteratur und Arbeitsmittel. Darüber hinaus können Aufwendungen für auswärtige Unterbringung entstehen. Ausbildungsdauer Die Weiterbildung dauert 14 Monate. Verkürzungen/Verlängerungen Eine Lehrgangsverkürzung ist nach einzelvertraglicher Regelung je nach Lehrgangsfortschritt möglich. Ausbildungsform Die Weiterbildungslehrgänge werden im Fernunterricht in zwei Varianten (Fernlehrgang und Kombilehrgang) angeboten. Bei der Variante Fernlehrgang erhalten die Teilnehmer/innen alle 6 Monate die Gelegenheit, an einem 3- bis 4-tägigen Vertiefungslehrgang teilzunehmen. Bei der Variante Kombilehrgang (Kombination aus Fern- und Präsenzlehrgang) besuchen sie insgesamt dreimal einen 1-wöchigen Präsenzlehrgang an der Bildungseinrichtung. Ausbildungsaufbau Beispiel für ein Präsenzunterrichtsprogramm während des Kombilehrgangs Termin Inhalte Dauer 1. Lehrgangswoche Einführung, Grundlagen 8 Die wichtigsten Schädlinge und ihre Bestimmung 24 Seite 2 von 5
Tierschutzrechtliche Aspekte der 8 Bekämpfung von Wirbeltieren 2. Lehrgangswoche Gerätekunde und 8 Bekämpfungsmethoden Gefahrstoffrecht/Sachkundelehrgang 24 für das Inverkehrbringen giftiger und sehr giftiger Schädlingsbekämpfungsmittel Atemschutzlehrgang 8 Seminar "gefahrgutbeauftragte 8 Person" gemäß Gefahrgutbeauftragtenverordnung 3. Lehrgangswoche Sachkundelehrgang Pflanzenschutz 40 Der dargestellte Lehrgang ist eine Kombination aus Fernstudium (13 Lehrbriefe) und einem 3 x 1-wöchigen Präsenzteil in Bad Kreuznach. Geht man davon aus, dass für die Bearbeitung jeweils eines Lehrbriefes 9 Zeitstunden aufgewendet werden - und dies innerhalb von je 14 Tagen -, so wären für das Eigenstudium insgesamt 26 Wochen (ein halbes Jahr) notwendig. Die Betreuung durch die Fachschule für Hygienetechnik/Desinfektorenschule Mainz erfolgt aber bei Bedarf mindestens ein Jahr darüber hinaus. Außerdem steht allen Teilnehmern der kostenlose Besuch von 3- bis 5-tägigen Vertiefungslehrgängen frei, die in 6-monatigem Abstand erfolgen und der Wissensvertiefung sowie der Prüfungsvorbereitung dienen. Ausbildungsabschluss, Nachweise und Prüfungen Weiterbildungsabschluss Die Weiterbildung wird mit einer Prüfung auf Grundlage der Verordnung über die berufliche Umschulung zum Geprüften Schädlingsbekämpfer bzw. zur Geprüften Schädlingsbekämpferin sowie der Gefahrstoffverordnung abgeschlossen. Die Teilnehmer/innen erhalten nach bestandener Prüfung eine Sachkundebescheinigung. Zulassung zur Prüfung Für die Zulassung zur Prüfung wird zum einen die regelmäßige Teilnahme am Lehrgang vorausgesetzt. Zum anderen sind der Nachweis einer mit Erfolg abgelegten Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf und danach eine mindestens 15-monatige berufliche Tätigkeit oder eine mindestens 30-monatige berufliche Tätigkeit erforderlich, von denen mindestens 15 Monate der Weiterbildung zum/zur Schädlingsbekämpfer/in dienlich sein müssen. Prüfungsinhalte Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und mündlichen Teil. Im schriftlichen Teil sind in der Regel Arbeitsproben (z.b. zu Gesundheits- und Vorratsschutz) durchzuführen. Prüfende Stelle Die Prüfung wird bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK) abgelegt. Abschlussbezeichnung Die Abschlussbezeichnung lautet: Geprüfter Schädlingsbekämpfer/Geprüfte Schädlingsbekämpferin Seite 3 von 5
Die Sachkundebescheinigung, mit der die Teilnahme am Lehrgang bestätigt wird, bezeichnet den Lehrgang: Sachkunde für die Schädlingsbekämpfung im Gesundheits- und Vorratsschutz einschließlich besonderer Materialschutz und Pflanzenschutz Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung Für diese Weiterbildung ist rechtlich keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Der Bildungsträger verlangt für die Teilnahme am Lehrgang keine bestimmten Teilnahmevoraussetzungen. Wichtige Schulfächer Schulkenntnisse Gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Weiterbildung zum Schädlingsbekämpfer bzw. zur Schädlingsbekämpferin bilden vertiefte Kenntnisse in den nachfolgend genannten Schulfächern: Schulfach Begründung Biologie/Chemie/Physik Die Lehre über chemische, biologische und physikalische Schädlingsbekämpfungsmethoden baut auf Kenntnissen der naturwissenschaftlichen Fächer auf. Angehende Schädlingsbekämpfer/innen müssen die Wirkungsweise der verwendeten Stoffe kennen und dabei insbesondere auch den Gesundheitsschutz für die Menschen berücksichtigen. Mathematik Rechenkenntnisse sind förderlich, um beispielsweise das richtige Mischverhältnis von Bekämpfungsmitteln berechnen zu können. Perspektiven nach der Ausbildung Ein Beruf - viele Möglichkeiten Beschäftigung finden Schädlingsbekämpfer/innen in Dienstleistungsbetrieben für Schädlingsbekämpfung und bei Hygiene-Dienstleistern. Nach ihrer Qualifizierung müssen sich die Schädlingsbekämpfer/innen meist entscheiden, welche Einsatzgebiete für sie in Frage kommen und worauf sie sich spezialisieren möchten. Das Spektrum reicht vom Gesundheits- und Vorratsschutz über den Holz- und Bautenschutz bis zum Pflanzenschutz. Am Ball bleiben durch lebenslanges Lernen Um den Anforderungen des Arbeitsalltags gerecht zu werden, müssen Schädlingsbekämpfer/innen ihr Fachwissen stets aktuell halten und ihre Fachkenntnisse erweitern. Informationen zu möglichen Anpassungsweiterbildungen bietet die Datenbank BERUFENET in der Rubrik "Weiterbildung" unter dem Navigationspunkt "Tätigkeit". Auf der Karriereleiter nach oben? Wer beruflich vorankommen will und eine leitende Position anstrebt, kann eine Aufstiegsweiterbildung ins Auge fassen. Dies kann eine Weiterbildung als Techniker/in sein. Seite 4 von 5
Darüber hinaus haben Personen mit einer Hochschulzugangsberechtigung die Möglichkeit, ein Studium in Betracht zu ziehen. Informationen zu konkreten Aufstiegsweiterbildungen bietet die Datenbank BERUFENET in der Rubrik "Weiterbildung" unter dem Navigationspunkt "Tätigkeit". Selbstständigkeit Auch der Schritt in die Selbstständigkeit ist möglich: Schädlingsbekämpfer/innen können sich z.b. mit einem Dienstleistungsbetrieb in ihrem Fachgebiet selbstständig machen. Ausbildungsalternativen Zu diesem Beruf gibt es Ausbildungsalternativen in unterschiedlichen Bereichen. Die Ähnlichkeit der nachfolgend genannten Berufe bezieht sich auf vergleichbare Ausbildungs- bzw. Tätigkeitsinhalte. Ausbildungsalternativen im Bereich Hygiene Gebäudereiniger/Gebäudereinigerin Desinfektor/Desinfektorin Vergleichbare Ausbildungs- bzw. Tätigkeitsinhalte: Reinigung, Pflege und Desinfektion von Gebäuden und Räumen unter Einsatz chemischer und biologischer Schädlingsbekämpfungsmittel sowie Reinigungs- und Desinfektionsmittel, Einhaltung eines einwandfreien Hygienestandards kontrollieren. Ausbildungsalternativen im Bereich Bautechnik / Holzbau Holz- und Bautenschützer/Holz- und Bautenschützerin Fachrichtung Holzschutz Holz- und Bautenschützer/Holz- und Bautenschützerin Fachrichtung Bautenschutz Vergleichbare Ausbildungs- bzw. Tätigkeitsinhalte: Untersuchen von Holzbau- bzw. Gebäudeteilen auf Schädlings- oder Parasitenbefall, Analyse des Schadbildes, Bekämpfen von Schädlingen und Parasiten, Ergreifen vorbeugender Maßnahmen. Erwerb fundierter Kenntnisse über chemische, biologische und physikalische Sanierungs- und Schädlingsbekämpfungsmethoden. Jedoch geht es in diesen Bereichen vor allem um den Schutz vor Feuchtigkeit bzw. um Sanierungsmaßnahmen an Bauteilen und Gebäuden; die Schädlingsbekämpfung ist nur ein kleiner Teil der Aufgaben. Seite 5 von 5