Schrank der Vielfalt Definition von Krieg Dateiname: HVR_II_Material_Arbeitsblatt_Kriegsdefinition Abstract: Vorbereitungszeit: - Durchführungszeit: - GL-Bedarf: - Materialien: - Rahmenbedingungen: - Geeignet für: AutorIn: Link: Hier wird in einem kurzen Abriss Krieg definiert und die Typen von Krieg aufgelistet. Es werden folgende Fragen beantwortet: Wie definiert man Krieg? Wo finden Kriege statt? Wie enden Kriege? Schulsanitätsdienst und Stufe II Catrin Grunewald Klicken Sie hier, um Text einzugeben. Name / Link HVR_II_Material_Arbe itsblatt_kriegsdefiniti on Beschreibung Hier wird in einem kurzen Abriss Krieg definiert und die Typen von Krieg aufgelistet, sowie die Gründe, warum Kriege enden. Aufwand Dauer Ort Eingestellt am: Klicken Sie hier, um ein Datum einzugeben. 13.10.2015 Eingestellt von: Catrin Grunewald
Was ist Krieg? Allgemein gesagt ist Krieg ein gewaltsamer Massenkonflikt. Es gibt verschieden Definitionen von Krieg und es ist schwer eine kurze und prägnante Definition zu finden: In Anlehnung an den ungarischen Friedensforscher István Kende (1917-1988) gelten folgende Merkmale als definierend für Kriege, die von vielen anderen übernommen werden: (a) an den Kämpfen sind mindestens zwei bewaffnete Streitkräfte beteiligt. Mindestens eine davon ist eine reguläre Streitkraft einer Regierung. (Militär, paramilitärische Verbände, Polizeieinheiten) (b) auf beiden Seiten gibt es ein Mindestmaß an zentralgelenkter Organisation. (c) die bewaffneten Konflikte zeigen planmäßige Strategie und somit Kontinuität und finden nicht nur gelegentlich oder spontan statt. (Die Dauer der Kämpfe ist hingegen irrelevant) Sind alle drei Kriterien erfüllt gilt eine Auseinandersetzung als Krieg. Werden diese Kriterien nicht in vollem Umfang oder nur teilweise erfüllt, dann handelt es sich um einen bewaffneten Konflikt. In der Regel handelt es sich dabei um Fälle, in denen die Kontinuität der Kampfhandlungen nicht mehr oder auch noch nicht gegeben ist. Kriege werden als beendet angesehen, wenn die Kampfhandlungen dauerhaft (d.h. für den Zeitraum von mindestens einem Jahr) eingestellt werden.
Kriegstypologie Man kann außerdem einen Krieg nach seinem Typus definieren: Antiregime-Kriege: In diesen Kriegen geht es um den Sturz einer Regierung, um die Veränderung oder die Erhaltung eines politischen Systems oder einer Gesellschaftsordnung. Autonomie- und Sezessionskriege: In diesen Kriegen geht es um die Abspaltung einer Region von einem Staatsgebiet oder um größere Autonomie innerhalb eines Staates. Zwischenstaatliche Kriege: In diesen Kriegen kämpfen die Streitkräfte mindestens zweier Staaten gegeneinander. Dekolonisationskriege: In diesen Kriegen wird um die Befreiung von einer Kolonisationsmacht gekämpft. Zahlreiche Kriege lassen sich nicht eindeutig einem dieser Typen zuordnen, weil sich oft verschiedene Typen überlagern und Mischtypen von Krieg entstehen. Darüber hinaus können Kriege mit oder ohne unmittelbare Fremdbeteiligung unterschieden werden. (wobei Waffenlieferungen, finanzielle oder logistische Unterstützung und dergleichen meist nicht als Intervention gewertet werden)
Entwicklungstrends seit 1945 Die Hamburger Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung (AKUF) zählt 238 Kriege in der Zeit von 1945 bis 2007. Kriegsschauplätze / Akteure Über 90 Prozent der Kriege nach 1945 fanden in Regionen der Dritten Welt statt. Von den 238 Kriegen fanden statt in: - Asien 68 - Afrika südlich der Sahara 64 - Dem Vorderen und Mittleren Orient 60 - Süd- und Mittelamerika 30 - Europa 16 - Nordamerika fand überhaupt kein Krieg statt Allerdings haben sich die Staaten Europas und Nordamerikas gehäuft an Kriegen beteiligt: - Großbritannien (22 Beteiligungen), - die USA (16) - Frankreich (14) - Indien (19) - Irak (11) - Jemen (11) Dies lässt sich vor allem durch ihre Stellung als (ehemalige) Kolonialmächte und den Versuch der USA, ihren Hegemonieanspruch militärisch durchzusetzen erklären. Insgesamt ist aber zu beobachten, dass die Beteiligung Dritter an innerstaatlichen Kriegen seit den 1980er Jahren merklich zurückging. Dies lässt sich wohl auf die Erfahrung zurückführen, dass parteiisches Mitkämpfen in Kriegen anderer sich nicht "auszahlt".
Innerstaatliche Kriege Zwei Drittel aller Kriege seit 1945 sind innerstaatliche Kriege gewesen und nur ein knappes Viertel internationale Kriege (einschließlich der Dekolonisationskriege). Dass das Kriegsgeschehen nach dem Zweiten Weltkrieg von diesen dominiert wird, stellt eine qualitative historische Veränderung gegenüber früheren Perioden dar. Antiregimekriege machen fast die Hälfte aller innerstaatlichen Kriege aus. Die zweite große Gruppe machen die Autonomiekriege aus. Beides ein Hinweis auf mangelnde Legitimität vieler Machthaber in nur formal existierenden Staaten. Vor allem wirtschaftliche Strukturschwäche und große Ungleichheiten in der Einkommensverteilung sowie politische Privilegierung bestimmter Gruppen sind Ursachen dieser Konflikte. Kriegsbeendigungen - Etwa ein Fünftel der Kriege enden durch einen militärischen Sieg der angreifenden Seite - Etwa bei einem Drittel behauptet sich die militärisch angegriffene Seite - In einem Zehntel der Fälle endeten Kriege einfach durch einen Abbruch der Kämpfe - In etwas mehr als einem Zehntel steht am Ende eine Vereinbarung (z.b. Waffenstillstand) - Mit etwa einem Drittel ist der Anteil der Kriegsbeendigung durch Vermittlung von dritter Seite überraschend hoch. Die Vermittlung durch Dritte ist offenbar zur Institution der Weltgesellschaft geworden. 40 Prozent dieser Vermittlungserfolge erzielen die Vereinten Nationen (12% aller beendeten Konflikte). Bemerkenswert ist auch, dass über zwei Drittel der zwischenstaatlichen Kriege im politischen Ergebnis unentschieden endeten. Bei keinem Typ der innerstaatlichen Kriege hat die angreifende Seite eine deutliche Erfolgschance. (Diese Zusammenstellung basiert überwiegend auf Informationen der Homepage der Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung der Universität Hamburg: http://www.wiso.uni-hamburg.de/fachbereiche/sozialwissenschaften/forschung/akuf/akuf/)