Cybermobbing (Protokollversion ohne Bilder) Colette See Im Rahmen der bezirklichen Gesundheitskonferenz 2016 Harburg Vital am 19.9.2016
Sucht.Hamburg ggmbh Landesweite Fachstelle für Fragen der Suchthilfe und Suchtprävention Information - Aktuelle Informationen zu Konsumprävalenzen, Substanzen und Verhaltensweisen, neuen Entwicklungen und Trends. Prävention Entwicklung und Umsetzung öffentlichkeitswirksamer Kampagnen, wirksamer Projekte und Maßnahmen. Hilfe Überblick über passende Hilfeangebote und Informationen zum Versorgungssystem in Hamburg, um Beratungssuchenden und Fachkräften den Zugang zum Hilfesystem zu erleichtern. Netzwerk Förderung der Vernetzung der Hilfesysteme in Hamburg zum Transfer qualitätsgesicherter Informationen, Fortbildungen für Fachkräfte. Kontakt: Colette See Repsoldstraße 4, 20097 Hamburg 040/284 99 18 0 www.sucht-hamburg.de service@sucht-hamburg.de 2
Smartphone ist ständiger Begleiter der Jugend. Es besteht nahezu eine Vollversorgung: 2015 bereits 92% der 12-19-Jährigen (JIM 2015) 2010 waren es erst 14% der 12-19-Jährigen (JIM 2010) 88% nutzen das Internet regelmäßig über ihr Smartphone (JIM 2015) 3
Konsequenzen der hohen Mobilität Internetnutzung gerät aus dem Blick der Eltern Verbergen der eigenen Handlung ist einfach Kontrolle fehlt Verbotenes tun ist kinderleicht 4
CybermobbingSchule hat das gesehen. Die ganze Schule hat das gesehen. Was habe ich falsch gemacht? Wer macht so etwas? Jetzt bin ich bei allen unten durch. Ich war total schockiert. Damit muss man erstmal leben können. 5
ist das (andauernde) Belästigen, Beleidigen, Schikanieren, Bloßstellen oder Bedrohen einer Person (z.b. Mitschüler/in) per Internet. Was ist Cybermobbing? Nicht einmalig, wiederkehrend Angriffsziel identifizierbar Absichtlich
In welchen Formen zeigt sich Cybermobbing? Flaming kurze Auseinandersetzung im Chat mit ruppiger, vulgärer Sprache Harrassment wiederkehrendes versenden von Beschimpfungen, Beleidigungen an eine Person, oftmals über persönliche Kommunikationskanäle Cyberstalking Ähnlich wie Harrassment, verbunden mit Drohungen Outing Öffentliche Posten von Fotos oder Videos, die dem Ruf der betroffenen Person schaden können Exclusion Ausschluss eines/r Nutzer/in aus den Kommunikationskanälen anderer Happy Slapping Physische Gewalt gegen andere, die aufgezeichnet (Handyvideos) und anschließend veröffentlicht wird Impersonation Sich als eine andere Person ausgeben (Fake Profil oder hacken) Cyber-Grooming gezielte Anbahnung sexueller Kontakte mit Minderjährigen über das Internet Täter hingegen meist ältere, fremde Männer. (Quelle Nancy Willard 2007)
8
Cybermobbing eine neue Qualität von Mobbing? Öffentlichkeit und Reichweite (Zahl der Beteiligten, Verbreitungsgeschwindigkeit) Kein Rückzugsort Täter sind immer da, Bedrohung/Bedrängung rund um die Uhr und überall Nichts ist löschbar 9
Opfer zu werden ist leicht. Anonymität: Keine Angst vor Strafe und Entdeckung Hemmschwelle ist niedriger Geringe Empathie Belastungen des Täters/der Täterin unsichtbar Überall und sofort Kein Gefühl einer Straftat 10
Folgen für die Opfer (Quelle: YouGov 2015) Negatives Selbstimage/Selbstwertgefühl 47% Schule schwänzen 26% Kontakt vermeiden zu anderen 38% Wut/Ärger an anderen auslassen 27% Selbstverletzendes Verhalten 20% Dauerhafte Belastungen bei 20% der Opfer. (Quelle: Patchin, 2013) 11
Cybermobbing bleibt oft lange Zeit unentdeckt Opfer reden nicht gern darüber: Wollen es nicht zugeben Schämen sich Trauen sich nicht mit Eltern darüber zu sprechen Haben Angst, was Eltern/Lehrer tun könnten (Quelle: YouGov 2015) 12
Was können wir tun? Prävention und Intervention bei Cybermobbing Cybermobbing ist eine soziale Herausforderung keine technische! 13
Ruhig bleiben Selbstzweifel ausräumen Vertrauen in sich haben Prävention und Intervention von Cybermobbing Nicht antworten Nichts ist frustrierender für einen Bully, wenn die gewünschte Reaktion des Opfers nicht erreicht wird Zurückschreiben verschlimmert oft das Mobbing Darüber Reden hoher Leidensdruck bei den Betroffenen, wenn man mit niemandem darüber sprechen kann Erwachsenen, den man vertraut (Eltern, Bekannte, Vertrauenslehrer) Freunde Sperren von Cyber-Bully Möglichkeit bei Anbietern von Online-Netzwerken Verstöße beim Betreiber melden
Prävention und Intervention von Cybermobbing Sichere Beweise Screenshots, Kopien, die Peiniger ggf. entlarven können Privatsphäre schützen Vorsichtig sein, wie viele Daten im Internet freigegeben werden E-Mail-Adresse, Wohnadresse, Handynummer oder private Fotos können auch von Cyber-Bullys verwendet werden Sicheres Passwort, nicht an dritte weitergeben Rechte kennen Cybermobbing ist strafbar Niemand darf Fotos ins Internet stellen, wenn das nicht von Dir gestattet wurde Nicht einfach Zuschauen Beim Cybermobbing gegen andere nicht mitmachen Hilfe suchen
Prävention und Intervention von Cybermobbing Sich über Internet- und Handynutzungsgewohnheiten informieren! Interesse an der Lebenswelt des Kindes zeigen Auf Veränderungen des Kindes achten! Nicht verurteilen, sondern zeigen, wie aus Fehlern gemeinsam gelernt werden kann Kind nicht vor den Kopf stoßen, besserwisserisch agieren Gemeinsam Reflektieren! Sich über Verhaltensweisen, Regeln gemeinsam austauschen Ggf. Verhalten abstellen, das Belästigung erleichtert haben könnte
Prävention und Intervention von Cybermobbing Beratungsstelle Gewaltprävention BSB (Einzelfallberatung: Einschätzung der Situation, Hinweise für die Thematisierung im Unterricht, Unterstützung bei der Durchführung von Elterninformationsabenden) Tel: 428637020 Mobbing Hotline (Kinder und Jugendnotdienst, Mo-So 0.00-23.59, Tel: 0180-2000359) Nummer gegen Kummer (Mo-Sa 14-20 Uhr, 0800-111 0 333 oder Mail an www.kijumail.de) Mehr Informationen: www.klicksafe.de www.schau-hin.de www.buendnis-gegen-cybermobbing.de www.ajs-hamburg.de
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Colette See* see@sucht-hamburg.de