Gesundheitsbericht 2016

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Transkript:

Gesundheitsbericht 2016

Themen 1) Laborbericht 2016 2) FKP Projekt 2017 3) Varroasituation 2016/2017

1) Futterkranzproben 2016 Insgesamt 2502 FKP gemacht! 2085 negativ 83,3% 332 gering positiv 13,3% 85 hoch positiv 3,4 %

Anzahl (n) Steirische Imkerschule Futterkranzuntersuchungen 2012-2016 Futterkranzuntersuchungen 2012 bis 2016 negativ gering positiv hoch positiv 3000 2500 2000 1500 74 1000 265 44 294 500 883 797 53 68 315 380 1443 1464 85 332 2085 0 2012 2013 2014 2015 2016 Jahre

2) AFB-Projekt 2016 400 FKP wurden durch das Land Steiermark gefördert! Proben wurden Risikobezirken zu geteilt! Viele latente Faulbrutfälle konnten aufgezeigt und auch saniert werden.

Faulbrutprojekt 2017 Fördermöglichkeit für ein AFB-Projekt durch das Land Steiermark möglich! Darstellung und Erklärung der Projektanordnung

AFB Projekt 2017 Möglichkeit ca. 800 FKP im Rahmen eines Projektes durch das Land Steiermark zu fördern. Völker mit einer latenten Infektion sollen erkannt, saniert und Imker beraten werden. Zusätzlich eine Nachbeprobung der gering positiven Proben mittels FKP.

Versuchsanordnung Risikogebiete sollen beprobt und auch richtig saniert werden! Objektive Probenziehung durch BSSV. Alle Völker eines Standes werden beprobt keine Sammelproben. Ab 15 KBE noch eine Beprobung beim Abräumen (Sanierungserfolg)

Ergebnis der FKP 1. Grundauswertung Ende Juni 2. Bei gering positiv > 15 KBE noch eine FKP beim Abräumen Ergebnis Ende Oktober.

Imker muss Sanierungsmaßnahmen dokumentieren!

Risikopotential für AFB Wie hoch ist das Risiko für ein Bienenvolk, sich in einem bestimmten Gebiet mit der Amerikanischen Faulbrut anzustecken. Keine Auskunft ob Völker tatsächlich mit dem Erreger infiziert sind.

Risikopotential der Bezirke Bezirk Risikopotential (0-9) Murau 9.0 Leoben 7.7 Liezen 5.9 Bruck-Mürzzuschlag 5.2 Weiz 2.5 Südoststeiermark 2.3 Graz-Umgebung 2.1 Hartberg-Fürstenfeld 1.5 Voitsberg 1.5 Leibnitz 1.4 Murtal 0.8 Graz 0.8 Deutschlandsberg 0.6

Vernetzung von Bienenvölkern Innerhalb eines 3 km Radius sind unsere Völker untereinander vernetzt! Verflug Räuberei Schwärme Sperrbezirk (3 km Radius) Bienenvolk Bienenvolk mit latenter Infektion (optisch nicht erkennbar)

Ursachen für hohes Risikopotential 1) Schlechte Sanierungsmaßnahmen a) Inkonsequenz des Imkers b) Reinfektionen am Stand c) Lagerwaben (nicht getrennt) d) Nachkontrolle der Sanierungsmaßnahmen (FKP?) 2) Sperrgebietuntersuchungen nicht ausreichend (optische Kontrolle) 3) Überschneidungen durch den Flugradius von Bienen im Randbereich eines Sperrgebietes. 4) Vorsorgeuntersuchungen für das Früherkennen von AFB!

3) Varroaproblem Fehler aus dem Vorjahr werden jetzt zum Problem! Fehler Suche

Imker Ausbildung im Bereich Bienengesundheit 14 12 10 8 6 4 2 0 Es wurde kein Kurs besucht 0-2 Jahren 3-5 Jahren 6-10 Jahren 11-15 Jahren Vor mehr als 15 Jahren Wann wurde der letzte Bienengesundheitskurs besucht? Wann wurde der letzte Varroa Kurs besucht? 43,33% der Imker/innen haben noch nie einen Kurs zum Thema Bienengesundheit besucht, bei 13,33% haben vor mehr als 10 Jahre einen Kurs besucht. Varroakurs 33,33% haben in den letzten 2 Jahren einen Kurs besucht, aber auch hier ist von 46,67% kein Kurs besucht worden, oder die Ausbildung liegt mehr als 10 Jahre zurück.

Ursachen für das Varroaproblem 2017 Lange Brutphasen im Spätherbst bis Winter 2015 Unzureichende Restentmilbung Start mit hoher Ausgangspopulation im Frühjahr 2016 2015-2016 nur 10 % Winterverluste Deshalb weniger Völkervermehrung Kein starkes Schwarmjahr Keine konsequenten biotechnischen Maßnahmen

Ursachen für das Varroaproblem 2017 lange Tracht spätes Abernten Hauptenmilbung teilweise verregnet und kühl Kein Kontrolle der Hauptentmilbung Herbst warm (lange Brutperiode) Schwierigkeiten bei der Restentmilbung viel zu früh gemacht Starke Reinvasion (keine Kontrolle)durch zusammenbrechende Völker = Voraussichtlich hohe Verluste 2017

Entwicklung der Bienenvölker und der Varroa 45000 40000 35000 30000 25000 20000 15000 10000 5000 Varroa-50 Varroa-100 Bienen Brut biotechnische Maßnahmen Winterbienenproduktion Restentmilbung Brutfreiheit Oktober bis Dezember GERINGE MILBENZAHL IM FRÜHJAHR Kontrolle der Milbenanzahl! Kontrolle der Behandlungs- Maßnahmen! 0 12 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Monat Hauptentmilbung Ende Juli Angang August!!!

Diagnose Unbedingt mehrmals im Jahr erforderlich! 1) März bis Mai sagt nicht viel aus? 2) Mitte Juni Biotechnische Maßnahmen? 3) 4 Wochen nach der Hauptentmilbung Behandlung mit A.S.? 4) Mitte Oktober Windel für 10 Tag (Reinvasion?) Wenn Varroadruck zu hoch würde es eine zusätzliche Behandlung erfordern! Zusätzliche Behandlung mit Oxalsäure verdampfen oder träufeln? Diagnose von Juni bis Oktober!

Windel - Diagnose Zeit Natürlicher Totenfall /Tag Maßnahmen Gesamte Bienensaison > 30 Milben Schadschwelle! Abräumen, sofort behandeln! Mai < 1 > 1 O.K. Biotechnische Maßnahmen Juni 5-10 Biotechnische Maßnahmen! Hauptentmilbung so rasch als möglich beginnen! Juli > 10 Baldige Behandlung nötig (> 3000 Milben im Volk)! Mitte September > 1 Zusatzmaßnahme erforderlich Oktober-November < 1 > 1 Restentmilbung (bei Brutfreiheit) Zusätzliche Oxalsäure Behandlung!

Biotechnische Varianten Drohnenbrutentnahme Entnahme verdeckelter Arbeiterinnenbrut /Jungvolkbildung Bannwabenverfahren Kleine Brutnester (einräumig Absperrgitter) Brutunterbrechung Wärmebehandlung Brutentzug ERSETZEN keine Hauptentmilbung!!! Steirische Imkerschule Quellennachweis Bild Ages

Steirische Imkerschule Gilles San Martin (CC BY 2.0) Quellennachweis Bild Milbenvermehrung Varroa verdoppelt bis verdreifacht sich mit jedem Monat, in dem Brut gepflegt wird. Befall kann sich vom Frühjahr bis zum Herbst um mehr als den Faktor 100 erhöhen. http://commons.wikimedia.o rg/wiki/file:varroa_destructo r_deutonymph.jpg In stark brütenden Völkern steigt der Befallsgrad schneller an!

Winterbienen Kritischer Zeitraum: Spätsommer/Herbst! Winterbienen werden aufgezogen, sollen bis ins Frühjahr überleben! Nur möglich, wenn sie während der Puppenzeit nicht parasitiert werden! Winterbienen gehören vor übermäßiger Parasitierung geschützt! Eine zu späte Behandlung kann Milben töten aber die Winterbienen sind schon geschädigt!

Jungvolkbildung Ausreichend junge Völker bilden! zwischen 20 bis 30 %! Wenn kein Honig gewonnen wird: Unbedingt die Brutfreiheit zur Behandlung nutzen! Mit Vollvölkern mit behandeln!

Flügeldeformationsvirus Auftreten im Sommer und Herbst geschlüpfte Bienen zeigen deutlich deformierte Flügel sehr oft auch ein verkürzter Hinterleib! löchriges Brutnest Absterben des Volkes (Foto: Kerstin Seitz/Vetmeduni Vienna)

DWV und Varroa Bienen mit deformierten Flügeln sind meist ein wichtiger Hinweis für einen hohen Varroabefall! Steirische Imkerschule Xolani90, (CC BY 2.0)

DVW - 2 Genotypen Virus tritt in 2 genetischen Variationen auf DWV-A & DWV-B! DWV-B tötet die Bienen schneller als DWV-A! Das Auftauchen des Genotyps in Europa könnte der Grund für vermehrtes Bienensterben im vergangenen Jahrzehnt sein.

Steirische Imkerschule Bekämpfung! Leider gibt es keine wirksamen Medikamente gegen Bienenviren. Die beste Bekämpfung der Virusgefahr ist eine gute Bekämpfung der Milben! http://commons.wikimedia.o rg/wiki/file:csiro_scienceim age_7306_a_european_hon ey_bee_prepupa_with_varro a_mites.jpg Varroabefall niedrig halten!

Restentmilbung auch in milden Wintern Das Entfernen kleiner Brutnester zur Behandlung mit Oxalsäure ist nicht unbedingt notwendig. Dies stört nur die Winterruhe der Völker. So Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum und des LAVES - Institut für Bienenkunde Celle.

Oxalsäurebehandlung Wirkung der Oxalsäurebehandlung (träufeln) ist bei sehr eng sitzender Wintertraube am besten. Bienen fliegen bei höheren Temperaturen aus. Nutzen Sie niedrige Temperaturen (0-5 C) für die Behandlung.

Achtung! Ein starker Milbenabfall nach der Hauptbehandlung ist keine Gewähr für eine ausreichende Wirkung! Es kommt nicht darauf an wie viele Milben fallen ab, sondern wie viele Milben bleiben im Volk und vermehren sich weiter! Varroabefall kann bei Völkern innerhalb eines Standes stark schwanken!

Konzept der Varroabekämpfung Biotechnische Maßnahmen bis zur Hauptentmilbung Diagnose der Völker Juni Hauptentmilbung Ende Juli erste Augustwoche (A.S) Kontrolle der Hauptenmilbung Anfang September ev. Maßnahme ergreifen! Kontrolle mittels Stockwindel Mitte September bis November (Reinvasion? Erfordert zusätzliche Maßnahme) Restentmilbung wenn möglich bei Brutfreiheit.

Steirische Imkerschule Kombination verschiedener Maßnahmen Die Bekämpfung geling am Besten mit einer Kombination von biotechnischen, chemischen Maßnahmen & Kontrollen! Geeignete Bekämpfungskonzepte sind Standort und Betriebsweise anzupassen!

Standort der Bienenvölker Hohe Bienendichte (Räuberei, Reinvasion) zusätzliche Maßnahme?! Temperaturverhältnisse (beeinflusst die Brutperiode) Beeinflusst aber auch die Art der Behandlung gute Versorgung mit Nahrung Steirische Imkerschule Quelle: gis-steiermark

Zugelassene Varroabekämpfungsmittel https://aspregister.basg.gv.at/aspregister AMO Varroxal 85%, Ameisensäure API-Bioxal 886mg Pulver Apiguard, 25% Gel (Thymol) APILIFE VAR imprägnierte Streifen APITRAZ 500mg imprägnierter Streifen (19.01.2016) rezeptpflichtig DANY`S Bienenwohl 3,5 %, Oxalsäuredihydrat-Lösung THYMOVAR, 15g Streifen (Thymol) OXUVAR 5,7 %, Wirkstoff: Oxalsäure (25.11.2016)

Steirische Imkerschule Quellennachweis Bild Standbuchblatt Sämtliche Varroa-Behandlungen sind - wie auch in den vergangenen Jahren aufzeichnungspflichtig! Aufbewahrung! Rechnungen!

Steirische Imkerschule Zukunft Neue Konzepte! Was machen wir, wenn wir alles richtig gemacht haben und trotzdem ein Problem haben? Zukunft erfordert mehr intelligente und angepasste Strategien!

Danke für die Aufmerksamkeit!